Kabbala und der Sinn des Lebens - Michael Laitmans persönlicher Blog

Beiträge in der Kategorie 'Ziel der Schöpfung'

Die Unvermeidbarkeit der Offenbarung des Schöpfers

Das Gesetz des Gemeinsamen besagt, dass die ganze Menschheit am Ende ihrer Entwicklung unweigerlich zur Offenbarung der höchsten lenkenden Kraft kommen und einen langen Entwicklungsweg zum Abschluss bringen muss. (Baal HaSulam, „Das Wesen der Kabbala“)

Das allgemeine Naturgesetz besagt, dass wir alle jetzt oder in einem der nächsten Leben gezwungen werden, den Schöpfer zu offenbaren, Ihn zu erfassen, sich vollständig mit Ihm zu vereinen und zu verschmelzen.

Dies ist das allgemeine Gesetz der ganzen Natur. Es gibt kein einziges kleines Element in der Natur, weder auf der unbelebten, pflanzlichen, tierischen oder menschlichen Stufe, welches sich nicht unbewusst, instinktiv oder bewusst auf dieses Ziel zubewegt oder – wie die Kabbalisten auf unterschiedlichen Wegen.

Das Gesetz besagt, dass es in jeder Generation Einzelne gibt, die diesen Zustand erreichen können, bevor die restliche Menschheit zu dieser Vollkommenheit kommt.

Es steht außer Zweifel, dass wir alle die höchste Entwicklungsstufe – den Schöpfer – erreichen werden. Es liegt an uns, dies in unserer Generation zu erreichen.

Das ist das Gesetz des Allgemeinen und des Besonderen.

Frage: Wie kann die Offenbarung des Schöpfers an die Geschöpfe unvermeidlich sein, wenn wir von einem freien Willen sprechen?

Antwort: Es ist der freie Wille, der die Schöpfung zur unausweichlichen Offenbarung des Schöpfers führt. Wenn der Mensch sie richtig nutzt, beginnt er zu erkennen, dass seine Freiheit darin besteht, die Stufe des Schöpfers zu erreichen. Dann wird er absolut frei sein. Das ist das ganze Paradoxon.

Aus dem Unterricht, 18.08.2019

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In das Wissen fallen und zum Glauben aufsteigen

Frage: Warum kehrt von Zeit zu Zeit die tierische Angst zurück, obwohl ich bereits überzeugt bin und fühle, dass vom Schöpfer nichts Böses kommt?

Antwort: Es spielt keine Rolle. Ich kann verstehen, dass alles vom Schöpfer kommt, Er ist es, der mit mir spielt. Und dann – auf einmal! Das war es, ich zittere wieder wie ein Kaninchen unter einem Busch.

Frage: Gibt es einen Ausweg?

Antwort: Indem man mit dem Glauben über den Verstand aufsteigt, muss man sich vorwärts bewegen, nur so. Man muss dem Schöpfer danken, dass Er uns mithilfe solcher tierischen Ängste führt. Auf diese Weise werden wir uns ständig fortbewegen.

Alles hängt von der Gruppe ab, davon, inwieweit man im Glauben über den Verstand aufsteigt.

Frage: Hat auch ein Kabbalist Angst?

Antwort: Der Kabbalist hat noch tiefere Ängste, besonders bei den Abstiegen. Er kann sich schließlich nicht immer im Glauben über dem Verstand befinden. Er muss in das Wissen fallen und danach zum Glauben aufsteigen. Er ist mit allem einverstanden.

Er durchläuft Zustände, die viel akuter und widersprüchlicher sind als bei einfachen Menschen. Seine Zustände von Angst und Hingabe an das Ziel werfen ihn buchstäblich vom Abgrund an die Spitze.

Zwischenbemerkung: Ich habe gehört, dass ein Kabbalist keine  Angst um sich hat, sondern sich davor fürchtet, dem Schöpfer zu schaden.

Antwort: Wie kann er keine Angst um sich selbst haben? Wenn er keine solchen Zustände hat, woran wird er sich dann messen? Wie es heißt: „Du hast dein Antlitz vor mir verborgen und ich erschauderte“. Der Schöpfer gibt ihm solche Zustände.

Aus dem russischsprachigen Unterricht von 14.10.2018

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Das Endziel ist die gemeinsame Korrektur

Frage: Wohin entwickelt sich die Welt?

Antwort: Wenn man das Endziel betrachtet, bewegt sich die Welt hin zu einem guten Zustand – die gemeinsame Korrektur. Das ist das Ziel, welches wir erreichen müssen.

In der spirituellen Welt existiert bereits dieser Zustand. Ein Ziel wird immer zuerst gezeigt und dann entwickeln sich die Ereignisse, die von unserem Verhalten abhängen. Wir bestimmen, wie wir das erreichen wollen.

Die spirituelle Welt ist anders als unsere Welt aufgebaut. Sie dreht sich vom Ende zum Anfang. Das heißt, du bestimmst was du erreichen musst und wie du dazu kommst.

Wenn zum Beispiel ein Architekt ein Gebäude entwirft, dann hat er eine grobe Vorstellung von dem Ergebnis, dass noch nicht existiert. Darin liegt das Ziel. Es wird alles durch unser Engagement bestimmt.

Wir müssen das Ziel genau festlegen, damit wir es immer vor uns sehen und es zu jedem Zeitpunkt erreichen können.

In der Kabbala heißt das „Glaube über den Verstand „. Wir gehen dabei über das Empfangen hinaus, mit einem absolut klaren Verständnis für die Eigenschaften der spirituellen Welt. Wir versuchen das umzusetzen, als wären wir bereits in dieser Welt.

Aus dem russischsprachigen Unterricht, 12.08.2018

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Ich will die Wahrheit!

Bemerkung: Sie spielen mit der Freundschaft und der Liebe wie Kinder in der Sandkiste, d.h. das was ihr nicht fühlen könnt….

Antwort: Dies ist nicht unsere Erfindung. Das schreiben die Kabbalisten – Menschen, die das Spirituelle bereits erfasst haben und uns erklären, dass es keinen anderen Weg gibt.

Wenn ich einen halben Schritt in Richtung zum Ziel mache ist es für mich ein großer Erfolg. Ich kann mir nicht vorstellen, wo ich mich im Bezug zum Schöpfer befinde und daher ist ein halber Schritt für mich sehr wichtig. Ich möchte mein nutzloses materielles (tierisches) Leben den Erkenntnissen des Schöpfers widmen.

Wenn du nicht willst, dann nicht. Was bleibt dir sonst noch in diesem Leben?

Bemerkung: Das ist alles ein Spiel, ich will die Wahrheit…

Antwort:  Die Wahrheit erhältst du dann, wenn du entsprechende Empfindungen für das Spirituelle hast. In der Zwischenzeit musst du wie ein Kind spielen. Wir bewegen uns gemäß der Natur. Ein Kind gewinnt, an Erfahrungen bis es im Geist, im Herz und in seinen Sinnen, zur Reife gelangt. Für uns ist das eine ernste Arbeit. Es dauert 20 Jahre bis das Kind erwachsen wird und etwas im Leben zu verstehen beginnt. Bei uns ist es genauso, es kann 20 Jahre dauern. In der Tat ist alles ein Spiel, aber ein Spiel mit klarer Absicht.

Kinder verstehen nicht, dass sie spielen, da sie alles selbstverständlich aus der Natur nehmen. Wir begreifen, dass wir spielen müssen und deshalb schaffen wir uns die richtige Umgebung. Wir spielen darin, um uns auf die Stufe eines Erwachsenen, das heißt eines Kabbalisten, erheben zu können.

Aus dem Fernsehprogramm „Die letzte Generation“ 22.03.2018

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Und wieder vor dem Buch Sohar

Die Wissenschaft der Kabbala ist uns dafür gegeben worden, damit wir unseren Zustand korrigieren. Nach dem Abstieg aus der Welt der Unendlichkeit (Ejn Sof) in diese Welt, können wir mit Hilfe der Kabbala zurück in die Welt der Unendlichkeit hinaufsteigen. Wann? Wenn wir sie endlich bestimmungsgemäß verwenden werden.

In der Unendlichkeit sind wir so, wie „ein Mensch mit einem einheitlichen Herz“ miteinander verknüpft. Wir sind aber mit unseren Herzen, und nicht mit unseren Körpern verbunden. Mit „den Herzen“ werden die Wünsche, die Absichten und sogar die Gedanken gemeint. Denn der Gedanke dient der Verstärkung des Wunsches, er ist das Mittel für die Arbeit mit dem Wunsch.

Und deshalb wird nicht gesagt: „Wie ein Mensch mit einem einheitlichen Herz und einer einheitlichen Vernunft“, sondern das Herz alleine genügt vollkommen. Wir sollen in unseren Wünschen vereinigt werden, um die Einheit zu erreichen.

Mit welchen Wünschen? Mit denen, die auf das Ziel der Schöpfung gerichtet sind. Wir müssen sie verknüpfen. Sie entspringen der Unendlichkeit, damit wir sie in dieser Welt vereinigen und korrigieren.

Unser ganzes Problem basiert auf dem Zerbrechen und auf der Absonderung der Kelim, welche infolge der gegenseitigen Entfernung dieser Wünsche, dieser Funken geschah. Dementsprechend stellt die Korrektur ihre Annäherung und die Wiedervereinigung dar.

Sie verwirklicht sich mittels unserer Bemühungen, wenn wir vereinigt werden wollen, während wir die kabbalistischen Primärquellen lesen, die Werke von Kabbalisten, die sich in der Erkenntnis der Einheit und der Korrektur befanden.

Mit dieser Absicht sollen wir uns an das Buch Sohar wenden.

Aus dem Unterricht nach dem Buch Sohar, 18.11.2010

Ich antworte auf ihre Fragen, Teil 13

Antworten auf Ihre Fragen zu „Kabbalisten über das Ziel der Schöpfung“, Teil 12

Warum musste der Schöpfer uns diese Last der Schöpfung aufbürden?

Die Frage: Das Zitat: „Dann wird (die eigenständig erreichte) Vollkommenheit zur (verdienten) Belohnung für (ihre) Arbeit, die im Begreifen des Schöpfers bestand. Und das alles (die Erschaffung des Übels und die Möglichkeit seiner Korrektur in das Gute) stammt nur aus Seinem Wunsch, (den Geschöpfen) das vollkommene Gute zu geben“.

Wenn wir jetzt versuchen werden, die Beziehungen zwischen uns (den Geschöpfen) und dem Schöpfer vorzustellen, dann ähneln sie eher: der Beziehung zwischen dem Vater und dem Sohn / den Eltern und dem Kind / dem Mann und der Frau / Freunden… Oder sind das völlig andere Beziehungen? Lohnt es sich überhaupt, sich etwas vorzustellen.

Meine Antwort: Wir können uns unsere Beziehungen mit dem Schöpfer nicht vorstellen, wenn wir uns mit der Wissenschaft der Kabbala beschäftigen, die uns den Schöpfer offenbart. Aber bis wir begonnen haben, Ihn offenbar so zu empfinden, wie wir alles in unserer Welt wahrnehmen, ist es besser Ihn uns als einen barmherzigen, aber dennoch strengen Vater vorzustellen.

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Erfüllung ist der Schirm und das reflektierte Licht.

Wir denken immer an die Erfüllung. Dafür sind wir auch geschaffen worden. Aber die vollkommene Erfüllung ist nur in einem unbegrenztem Verlangen möglich. Solches Verlangen kann nur ein äußeres Verlangen sein, das sich ständig erneuert. Du füllst es mit Geben und Liebe auf und fühlst dich deswegen in einem Zustand der Vollkommenheit und Ewigkeit. Gebend zu sein bedeutet, ein Verlangen und eine Möglichkeit zu geben zu haben, damit das Verlangen und die Möglichkeit zu geben nie enden.

Aber das Ziel der Schöpfung ist nicht das Geben, sondern die Erfüllung der Geschöpfe. Aber das Ziel des Schöpfers ist doch, die Geschöpfe aufzufüllen, ihnen Genuss zu bereiten, damit sie von Ihm bekommen?
Aus der Perspektive des Schöpfers stimmt das. Aber aus unserer Sicht besteht das Empfangen darin, dass wir durch unser Empfangen dem Schöpfer erlauben, uns zu geben und bringen somit uns selbst und Ihm den kontinuierlichen, ewigen Genuss.
Das heißt, das Ziel meiner Arbeit besteht darin, ständig nach dem Schöpfer zu streben, und dieses Streben, diese Passion sind auch meine Erfüllung. Denn die Erfüllung vom Parzuf sind der Schirm und das reflektierte Licht. Heute verstehen wir diesen Zustand noch nicht ganz. Er scheint uns künstlich, abstoßend, nicht echt oder wirklich.
Aber auch heute leben wir nur im Maß unserer Erfüllung, nur ist diese egoistisch und deswegen begrenzt sie sich auf Leiden! Echte Erfüllung ist kein direktes Licht, sondern eine Erfüllung durch Geben; echte Erfüllung sind der Schirm und das gespiegelte Licht.

Wie kann ein Schirm aufgefüllt sein? Ein Schirm wirft das Licht zurück, lässt nichts in unsere Seele (Parzuf) eindringen, stellt ein Hindernis dar. Wie kann ein Hindernis eine Erfüllung geben? Aber wenn ich selbst dieses Hindernis aufstelle und von selbst schaffe, das erfüllt mich wie mein Geben an den Schöpfer. Denn das ist ein Hindernis gegen meinen Egoismus, gegen meinen Wunsch zu genießen, wie der Gast, aber nicht gegen den Gastgeber ( s. die Parabel)

Dieses Hinderniss erlaubt mir, nichts umsonst zu bekommen, wobei das reflektierte Licht meine Erfüllung ist. Denn dadurch kann ich auch etwas um des Gebens willen tun. Das erfüllt mich. Wenn dies so ist, wozu brauchen wir überhaupt die Erfüllung? Sie ist nur notwendig, damit der Schirm und das reflektierte Licht existieren können.

Denn der Schöpfer genießt nicht von einer Erfüllung, sondern vom Geben. Ich genieße auch, weil ich gebe. Das bedeutet die Ähnlichkeit der Eigenschaften, die Verschmelzung mit Ihm.

Deswegen sind das ursprüngliche vom Schöpfer erschaffene Verlangen zu genießen und eine Erfüllung Ihm gegenüber nur die notwendigen Bedingungen, auf deren Basis und über ihnen ein neues Verlangen und eine neue Erfüllung zu bilden. Und ICH schaffe sie!

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