Kabbala und der Sinn des Lebens - Michael Laitmans persönlicher Blog

Beiträge in der Kategorie 'Willensfreiheit'

„Wenn du mich für einen Tag verlässt…“

Wir werden ganz und gar von der Natur beherrscht und sind in allen unseren Handlungen – sowohl des Körpers als auch der Seele – steuerbar.
Doch die Kabbalisten sagen, dass wir einen freien Willen haben, sonst hätte es keinen Sinn gehabt, diese ganze Schöpfung zu erschaffen, wenn die höhere Kraft im voraus eindeutig alles, was mit ihr geschieht, bestimmen würde.
Doch der freie Wille befindet sich höher als unser heutiges Leben – nur dort, wohin wir uns über unsere egoistische Natur erheben wollen, in einer höheren Dimension, in der Eigenschaft des Gebens.

Nur während dieses Aufstieges von einer Stufe zur anderen können wir wählen, ob wir unter den Schlägen der Natur aufsteigen, wenn wir es ablehnen, unseren freien Willen umzusetzen und eigene Anstrengungen zu unternehmen, oder aber selbst danach streben, uns in die selbe Richtung zu entwickeln, sprich das erwünschte Ziel darin zu sehen. Wenn wir nach den Kräften suchen, die uns helfen, diesen Aufstieg zu machen, dann finden wir genau dort unseren freien Willen.

Die Kabbalisten erklären, dass der freie Wille nur im Aufbau einer richtigen Umgebung besteht. Ich komme in jedem Fall unter Einfluss der Umgebung voran, nur wähle ich sie nicht.
Doch ich kann selbst meine Umgebung wählen und dadurch mein Vorankommen beschleunigen, sowie den Charakter dieses Aufstieges verändern. Anstatt mich wie ein geschlagenes Tier unter den Schicksalsschlägen hin- und herzuzuwerfen, kann ich einen wunderbaren Weg hochsteigen, nach meinem eigenen Willen, voller Gefühl, Verständnis und eigenen Kräften, wie es sich für einen Menschen gehört.

Wenn ich das Ziel erforsche, mich ihm nähern möchte und begreife, dass ich zur Beschleunigung meiner Entwicklung mehr Licht, als ich es auf natürlichem Wege bekomme, anziehen muss, dann bedeutet das, dass ich das mir gegebene Mittel – Tora, höheres Licht genannt, das mich herauszieht und zur Quelle zurückführt – benutze.
Und in Bezug auf diese Arbeit steht geschrieben, dass, wenn wir sie auch nur für einen Tag verlassen und unseren freien Willen nicht umsetzen, wir für zwei Tage in unserer Entwicklung gestoppt und an unserem selbständigen Vorankommen gehindert werden. Die höheren Naturkräfte beginnen, auf uns einzuwirken.

Denn es genügt nicht, nur im Maße der nicht unternommenen Anstrengung zu verlieren, das kann uns keine Lehre sein. Aus diesem Grund bedarf es einer etwas größeren Bestrafung, als das, was wir verbrochen haben, damit wir uns beim nächsten Mal, wenn sich noch größere Hindernisse in den Weg stellen, trotzdem vorsehen, einen Fehler zu begehen.
Deshalb lautet ein spirituelles Gesetz: „Wenn du mich für einen Tag verlässt, werde ich dich für zwei verlassen“.

Aus dem Unterricht nach einem Shamatiartikel vom 09.07.2010

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Lasst uns einander begeistern…

Wie viele Menschen in der Welt haben denn die Möglichkeit, um frei zu handeln? Wenn alle Menschen nur nach dem Befehl ihrer Natur handeln, dann gibt es niemanden, der wirklich handelt.

Wenn ich nun von oben vollständig gelenkt werde, dann gibt es so etwas wie „mich“ nicht. Es wurde gesagt: „Ich Bin gekommen, und es gibt keinen weiteren Menschen“…

Natürlich gibt es eine Menge Menschen, aber es fühlt sich so an, als ob es die anderen nicht geben würde – denn keiner von ihnen ist in seinen Handlungen frei.

Wenn es keinen Menschen gibt, der über die Freiheit des Willens verfügt, dann gibt es keine Welten, es gibt nichts, außer der Welt der Unendlichkeit.

Bezüglich des Schöpfers existiert nichts anderes. Es existiert nur derjenige, der die freie Handlung erfüllt.

Stellt euch dieses Weltbild vor – die vollkommene Leere! Und darin sind nur wenige einzelne Wünsche sichtbar, die hinaufgestiegen sind und bereit sind, die freien Handlungen zu erfüllen.

Auch du hast eine Möglichkeit, frei zu sein und ein Mensch zu werden!

Lasst uns der Größe dieser einzigartigen Möglichkeit bewusst werden.

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Fragen aus dem Blog – 35

Eine Frage aus dem englischen Blog: Kann ein Kabbalist erkennen, wer den Machsom überqueren wird und wer nicht?

Kann man das nach dem Äußeren eines Menschen erkennen oder nur, wenn man die Kraft seines Verlangens spürt?

Meine Antwort: Alle sind bereit, den Machsom zu überqueren, aber alle haben eine Willensfreiheit: Ihn selbst schnell zu überqueren oder langsam unter Druck von Außen.

Eine Frage aus dem englischen Blog: Was heißt Selbstdisziplin nach der Wissenschaft der Kabbala?
Meine Antwort: Seine ganze Zeit auf das Erlangen der Eigenschaften des Schöpfers auszurichten.

Eine Frage aus dem englischen Blog: Sie haben gesagt, der Mensch wird immer von Zweifeln und Versuchungen verfolgt, die deine Wünsche nie erfüllen können.

Was ist, wenn der eine von einem Paar, das sich schon längst voneinander getrennt hat, ständig an die romantische Vergangenheit denken muss und chronisch den Partner, der ihn verlassen hat, braucht. Was bedeutet das und wie kann man dieses Problem lösen?

Meine Antwort: Das Studium wird alles ausgleichen und eine richtige Einstellung zu dem spirituellen Ewigen und zu dem vergänglichen Körperlichen geben.

Die Seele entwickelt sich nur durch unsere eigenen Anstrengungen

Alle unsere Handlungen in dieser Welt werden ausgeführt, weil sie von Oben bestimmt sind, außer jenen, in denen wir frei handeln können. Unsere Willensfreiheit besteht lediglich darin, uns höher zu entwickeln und die Seele zur Ähnlichkeit mit dem Schöpfer zu korrigieren. Alles andere in uns oder um uns herum ist von Oben durch die Gesetze der Höheren Welt diktiert.

Wenn unser Wille in nichts, was körperlich ist, existiert und alles von Oben kontrolliert wird, dann gibt es keine Strafe und keinen Verdienst für irgendwelche Handlungen im Leben! Schließlich wurde keine von ihnen durch uns ausgeübt, sie wurden durch uns von Oben ausgeführt.

Daher steht geschrieben, dass wir alle den Tieren gleich sind, bis wir dem Schöpfer gleich werden. In dem Maße, in dem wir Ihm ähnlich werden, werden wir Adam genannt, „ähnlich“ (Dommeh in Hebräisch). Ähnlichkeit mit dem Schöpfer beginnt mit einem Punkt des Verlangens, mit der Sehnsucht nach Ihm, der „Punkt im Herzen“ genannt wird. Wenn dieser Punkt offenbart wurde, wird ein Mensch unzweifelhaft zur Kabbala kommen, weil sein Punkt ihn dazu hinführen wird.

Der Punkt im Herzen ist wie ein
Samentropfen, aus dem wir uns entwickelt haben. Der einzige Weg jedoch um diesen spirituellen Körper, die Seele, zu entwickeln, ist durch unsere eigene Anstrengung. Das ist die einzige Handlung, die wir ausführen können, indem wir unseren freien Willen benutzen (siehe Baal HaSulam’s Artikel „Die Freiheit“).

Lege die ganze Welt auf Eis und fange damit an, den Punkt im Herzen zu entwickeln, und erhebe dich dadurch in das Höhere System. Sei gewillt, alles zu verweigern, nur um dort zu verbleiben. Das ist die einzige Wahl und Handlung, die getan werden kann. Die Belohnung ist das Leben der Seele!

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Ich will niemanden von der Kabbala überzeugen


Eine Frage, die ich erhielt: Sie reden viel von Erziehung und Bildung. Doch noch nie wurde etwas durch Überzeugungskunst erreicht.

Meine Antwort: Weder meine Organisation noch ich selbst wollen jemanden überzeugen, der uns nicht zuhören will. Tatsächlich wollen wir niemanden von irgendetwas überzeugen. Wir sprechen nur jene an, die etwas über die Methode der Kabbala lernen möchten. Wir sprechen jene an, die das Bedürfnis nach einer neuen Lebensweise haben.

Tatsache ist, dass es den Naturgesetzen entgegensteht, jemanden von etwas zu überzeugen. Denn des Menschen einzige Willensfreiheit ist es, sich selbst zu verändern und es ist verboten, ihn dieser Gelegenheit zu berauben!

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Verwandtes Material:
Blog-post: Es gibt keinen Zwang in der Spiritualität
Baal HaSulam Artikel: Enthüllung von einer Handbreite und die Verhüllung von Zwei

Geben kann uns mehr erfüllen als alles andere

Eine Frage, die ich erhielt: Ich kann mir nicht vorstellen, was mit der Gesellschaft in der Zeit ihres Überganges vom Willen zu empfangen zum Willen zu geben geschehen wird. Die Menschen werden nicht mehr durch Geld oder Macht erfüllt sein, doch sie wissen auch noch nicht, was Geben ist. Was wird die Menschen dazu bringen oder motivieren, Handlungen des Gebens auszuführen? Wie werden die Menschen fähig sein, dies zu wollen, ohne daraus irgendeinen Genuss zu erhalten?

Meine Antwort: Die Menschen werden sich erfüllt fühlen, weil die Gesellschaft sie zum Geben ermuntern wird. Sie wird den Menschen für sein Geben respektieren und belohnen, und dies wird ihn erfüllen. Das Ziel unserer Entwicklung ist, eine persönliche Verbindung unter uns zu erreichen, wo allein das Gefühl dieser Verbindung uns die Kraft des Gebens und der Liebe geben wird.

Letztendlich ist das, was der Mensch will, nicht nur Geld auf der Bank, Erfolg oder Macht, sondern innere Zufriedenheit oder eine gewisse Haltung seitens der Gesellschaft ihm gegenüber. Alle Genüsse, die jenseits unserer physischen Bedürfnisse sind, werden als immaterielle, wirkliche Erfüllung wahrgenommen.

Zusätzlich gibt es noch etwas, was wir für kostbarer als die Befriedigung durch Geld empfinden, und das ist die Befriedigung, die wir durch Respekt und Anerkennung seitens der Gesellschaft uns gegenüber empfinden.

Genau das wollen auch die Reichen und Mächtigen, doch können sie es nicht bekommen, denn wenn sie Respekt und Anerkennung erhalten, sind diese nicht echt, sondern durch Bestechung erworben.

Das Schlimmste für einen Menschen ist, Kritik, Erniedrigung und Verachtung seitens der Gesellschaft oder seinen eigenen Kindern zu erhalten. Dies ist schlimmer als der Tod. Das Gegenteil davon sind Respekt, Anerkennung und Wertschätzung; diese geben uns die größte Erfüllung im Leben.

Unsere Aufgabe ist es, eine öffentliche Meinung zu fördern, die jeden Menschen dazu anregt, sich zu ändern und sich vom Empfangen zum Geben hinzubewegen. Jederman wird dann die Belohnung empfinden, die aus der Gelegenheit entsteht, der Gesellschaft zu geben.

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Verwandtes Material:
Blog-post: Was ist der Unterschied zwischen Geld und wahrer Erfüllung?
Blog-post: Die öffentliche Meinung muss durch eine Erziehung über das Gute verändert werden
Blog-post: Wie kann man andere lieben?

Warum gibt es so viele Menschen auf der Welt?

Eine Frage, die ich erhielt: Weshalb musste die Weltbevölkerung auf sieben Milliarden Menschen anwachsen? Liegt der Grund darin, um die Menschheit für den Sprung auf eine neue Stufe vorzubereiten?

Meine Antwort: Der gesamte Weg, den die Menschheit durchschreiten musste, war nur für eine Sache notwendig: Um die Menschen zur Erkenntnis des Bösen zu bringen. Von diesem Punkt an beginnt die Korrektur.

Das Wachstum der Weltbevölkerung steht in Beziehung zum konstanten Wachstum unseres „Willens zu empfangen“ oder dem Verlangen Genuss zu empfinden. Dieses Verlangen musste unter Milliarden von Menschen aufgeteilt werden, da es andernfalls zu groß für jeden Menschen wäre und unmöglich es zu korrigieren. Wenn es auf eine große Anzahl von Menschen aufgeteilt wird, wird es für jeden Menschen möglich, seinen persönlichen, kleinen Egoismus zu korrigieren. Folglich ist es die Stufe des Egoismus, die die Größe der Weltbevölkerung bestimmt.

Alles ist geplant. Wenn es eine Möglichkeit gibt, dass eine kleinere Anzahl von Menschen eine größere Korrektur ausführt, wird dies Krieg verursachen. In Zeiten großer Not werden Menschen einfühlsamer gegenüber anderen und sind mehr dazu bereit, Zugeständnisse zu machen. Die Korrektur kann dann durch eine kleinere Anzahl von Menschen erreicht werden und daher stirbt ein großer Teil der Bevölkerung.

Alles wird bestimmt vom Grad des Willens zu empfangen und der Notwendigkeit ihn zu korrigieren. Dies wird nicht auf der Stufe unserer Welt entschieden, sondern durch die Höhere Lenkung bestimmt.

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Verwandtes Material:
Blog-post: Unsere Verbindung beschleunigt unsere Entwicklung mit dem Faktor sieben Milliarden hoch sieben Milliarden
Blog-post: Seelen und Körper – wie viele brauchen wir?
Blog-post: Wie wird sich der Hunger auf die Weltbevölkerung auswirken?
Blog-post: Was erwartet die Menschheit: Aussterben oder Aufschwung?

Unsere einzige Wahl ist es, die richtige Umgebung zu wählen

Zwei Fragen, die ich über die Arbeit in der Gruppe erhielt:

Frage: Sie sagten, wir sollten uns durch die Gruppe inspiriert fühlen, selbst wenn wir wissen, dass diese Inspiration künstlich ist. Erklären Sie das bitte?

Meine Antwort: Da der Mensch ein Geschöpf ist, ist sein Wesen der allgemeine Wille, Genuss zu empfangen. Seine Umgebung sagt ihm, wovon er Genuss verspüren soll und die Umgebung überträgt diesen Einfluss durch Erziehung und Ausbildung. Diese erzeugen im Innern des Menschen ein Wertesystem.

Daher besteht unsere Willensfreiheit einzig darin, welche Umgebung uns sagen wird, was wir in diesem Leben genießen sollen. Der Genuss kann von zweierlei Art sein:

1. von dieser Welt, wo man nach Dingen in dieser Welt verlangt

2. von der Höheren Welt, wo man danach verlangt, das Licht zu enthüllen und von Ihm erfüllt zu werden

Sie entscheiden, was für Sie das Richtige ist. (Mehr dazu in Punkt 4 der Einführung zu Talmud Esser HaSfirot).

Frage: Habe ich das Recht, von der Gruppe zu fordern, mir die Wichtigkeit des Ziels zu zeigen oder ist die Gruppe für mich da, um ihnen die Wichtigkeit des Zieles zu zeigen?

Meine Antwort: Sie können es fordern, aber diese Beziehung muss beiderseitig sein!

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Verwandtes Material:
Blog-post: Worin besteht unsere Freiheit?
Blog-post: Auszüge aus Rabaschs Artikeln über die Gesellschaft
Blog-post: Ein Freund ist jemand, der die gleichen Verlangen und das gleiche Ziel hat wie du
Rabasch Artikel: Das Ziel der Gemeinschaft 2