Kabbala und der Sinn des Lebens - Michael Laitmans persönlicher Blog

Beiträge in der Kategorie 'Widersprüche'

Unter dem Einfluss der Außenwelt

Frage: Meine Frage betrifft den Alltag. Wie vermeide ich die Aufmerksamkeit von Menschen, die ich in meiner Umgebung nicht sehen möchte, da sie einen destruktiven Einflusses auf mich haben könnten? Wie schaffe ich es, sie nicht zu verletzen, um Konflikte zu vermeiden? Warum schickt der Schöpfer sie mir auf meinem Lebensweg?

Antwort: Es geht darum, dass es sich nicht um äußere Personen handelt, sondern dass sie in uns existieren. Man muss seine inneren Gefühle und Eigenschaften ordnen und dann sieht man, wie sie nicht mehr auf uns einwirken.

All dies wird in uns durch dasselbe Höhere Licht, das absolut den ganzen Raum ausfüllt, ausgelöst, damit wir alles Negative ins Positive verwandeln können. Diese Menschen rufen in uns eine zusätzliche, kritische Analyse hervor, man muss sie anhören und Ihre Meinung stärken.

Dann wird man sehen, dass es diese Menschen außerhalb nicht gibt. Sie sind in uns. Es sind äußere Erscheinungsformen unserer inneren persönlichen Zweifel und Widersprüche.

Gehen Sie frei mit ihnen um, nur mit der Absicht, die Wahrheit zu erlangen. Schlagen Sie sich nicht auf eine Seite, sondern analysieren Sie jeden Zustand. Wenn Sie das immer noch nicht machen können, dann machen Sie sich klar, dass Sie noch solche ungelöste Probleme haben, zumindest erkennen Sie sie schon. Bis dahin schreiben Sie das auf und vergessen sie für eine Weile.

Aus einem Gespräch der MAK-Videokonferenz

25.10.2021

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Die Gesellschaft ist ein einzelner Mensch

Frage: Die Weisheit der Vielen sind schöne Worte. Wenn wir in Stadien auf grölende Menschenmassen treffen, die zu gewaltvollen Demonstrationen gehen, sehen wir, dass sie von den niedrigsten Instinkten gesteuert werden.

Gibt es eine Technik, wie man die potenziell vorhandene Weisheit, der Vielen nutzen und in eine positive Richtung lenken kann?

Antwort: Ich glaube, das ist nur möglich, wenn wir aus der Menge ein Bild des Einzelnen machen. Wir müssen gegensätzliche und weit voneinander entfernte Menschen, die sich in ihrem Charakter, Anspruch, Verständnis usw. gegenüberstehen, miteinander verbinden. Um ein gemeinsames Ziel zu erreichen, müssen sie sich gegenseitig ausgleichen und ihren Egoismus zum Wohl der Verbindung einsetzen. Wenn ihre Verbindung solch eine Einheit erreicht, werden sie erfolgreich sein.

Gewöhnlich stoßen wir auf einen Widerspruch zwischen dem Individuum und der Gesellschaft: das Individuum über die Gesellschaft siegen zu lassen oder die Gesellschaft, die das Individuum unterdrückt. Hier müssen wir die Gesellschaft zu einem Menschen machen, der alle Elemente, jeder einzelnen Persönlichkeit enthält und das in sich, zu einem einzigen kollektiven Bild zusammenfasst.

Frage: Was bedeutet es, aus der Gesellschaft einen Menschen zu machen? Jeder Mensch ist individuell, mit unterschiedlichen Wünschen und Zielen.

Antwort: Wenn Menschen zusammenkommen, um ein Ziel zu erreichen, versuchen sie, alles, was es in jedem von ihnen steckt, zu nutzen, um dieses Ziel zu erreichen. Dann gibt es keinen Widerspruch zwischen ihnen. Sie verbinden sich miteinander und zwar nach einem sehr strengen Prinzip: über alle Widersprüche, sogar über den Hass hinweg, wird die Liebe siegen.

Aus der Fernsehsendung „Kommunikationsfähigkeiten“, 25.09.2020

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Programmfehler der unvollkommenen Wahrnehmung

Solange der Mensch sein Weltbild durch die spirituelle Wahrnehmung nicht ergänzt hat, wird er mit einigen Problemen konfrontiert.

Erstens ist es schwierig für ihn, zwischen dem Materiellen und der Spiritualität zu unterscheiden. Denn wir befinden uns auf der materiellen Ebene und müssen bestimmte äußere Bedingungen erfüllen.

Wir müssen die Arbeit in der Gruppe, Beziehungen in der Familie, auf der Arbeit und zwischen den Freunden aufbauen – unter anderem auch nach den Gesetzen unserer Welt, die wir als einen Teil der höheren Lenkung wahrnehmen.

Von uns wird eine doppelte Haltung verlangt: von dem äußeren und dem inneren Standpunkt aus. Doch wenn man alles „von innen“ betrachtet, wozu soll man dann überhaupt die Wissenschaft der Kabbala verbreiten? An wen versuche ich sie heranzutragen? An die bereits korrigierten Teile?

Unser Weltbild ist noch nicht vollkommen, es kommt mit der Zeit zum Vorschein. Es wird mit Absicht so gemacht, um angesichts der von außen betrachtet zersplitterten Realität dem Menschen die Freiheit der Wahl zwischen den beiden Prinzipien „Wenn nicht ich mir, wer dann“ und „Es gibt niemanden außer Ihm“ zu lassen.

Und zweitens gibt es Widersprüche in der Arbeit mit den Freunden. Entweder sind sie bereits völlig korrigiert oder man muss mit ihnen wie mit Gleichgestellten arbeiten, was eine andere Art von Beziehungen und Forderungen voraussetzt.

Diese Zweiteilung begleitet ständig einen Anfänger, und man muss damit arbeiten können. Denn gerade dadurch, indem wir die Gegensätze vor einer Handlung und danach miteinander kombinieren, kommen wir zu einer korrekten Analyse und setzen sie um.

Aus dem Unterricht nach einem Artikel von Rabash vom 02.11.2010

Der spirituelle Richtsatz

Aus dem Wunsch, der als „etwas aus nichts“ geschaffen wurde, erschuf der Schöpfer die Welt der Unendlichkeit.Dort ist der Wunsch mit dem Licht in seiner Schlussform verschmolzen, welche von Ihm gewünscht und erschaffen war. Diese Vollkommenheit ist folglich auf Seinem Einfluss gegründet.

Dann hat der Schöpfer diese Struktur in die Teile gesplittert: in die Wünsche und Lichter – welche Er in unsere Nutzung übergab.

Somit sollen wir den Wunsch und das Licht verwenden, um das Ziel zu erreichen, d.h., dem Schöpfer ähnlich zu werden. Alles steht uns zur Verfügung: wir müssen nur verstehen, was von uns erforderlich ist, um es machen zu können.

Bitte, nimm dir alles und bau auf. Du hast alle notwendigen Bedingungen, um allmählich den Zustand der Welt der Unendlichkeit zu erreichen.

Es nimmt jedoch viel Zeit in Anspruch, um diese Arbeit zu verstehen, sie tief zu empfinden. Was ist das Licht? Was ist der Wunsch: der Gedanke oder die Handlung? Was wird als die Handlung bezeichnet?

In diesen Begriffen ist der Mensch verwirrt und verloren, wie das kleine Kind am Anfang seines Lebenswegs. Es werden die Jahre gebraucht, um die Grundlagen verstehen zu können: das Wesen des Materials, woraus die Schöpfung geschaffen ist, das Wesen der Kraft, das für die Veränderungen benötigt wird.

Für den intensiven und wirksamen Aufstieg hat man uns den laufenden Zustand gegeben. Es sind nicht die künstlichen Bedingungen, sondern das natürliche Ergebnis aller Stufen der Entwicklung – die Welt, woraus wir beginnen können, uns aufzubauen, etwas Neues mit Hilfe des Wunsches und des Lichtes zu bilden.

Wenn ich mich auf dem tierischen Niveau befinde, dann habe ich die Möglichkeit, das Wesen zu bilden, das zur folgenden, menschlichen Stufe gehört und das über eine spirituelle, und nicht über die materielle Form verfügt. Ich verwende hierfür zwei Kräfte: den Wunsch und das Licht, und kombiniere sie auf die Art und Weise, dass daraus etwas Drittes geboren wird.

Gerade in mir gibt es die Fähigkeit, das zu verwirklichen. Auf welche Weise? Indem ich die Umgebung organisiere. Die „Umgebung“ ist die Vorstellung über jene Utopie, die ich realisieren will.

Ich muss das entsprechende Bild vorstellen, und wollen, dass es sich ins Leben verwirklicht. Indem ich seine Details schärfe, seine Deutlichkeit erhöhe, die Beziehungen und die Widersprüche darin zeige, erfülle ich in einem Moment „die Norm“ – wonach es sich in die Realität verwirklicht.

Darin liegt das Wesen meines „Spieles“ verborgen: ich strenge mich an, bis es endlich mal geschieht. Und steige jedes Mal höher hinauf, dringe tiefer ein, verstehe und empfinde immer mehr.

Aus dem Unterricht nach einem Artikel von Rabasch, 05.10.2010

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Das Erreichen der kritischen Masse an einem Kongress ist nötig, um Einheit zu verwirklichen

Wir müssen versuchen, einen solchen Zustand der Einheit über allen Widersprüchen und Unterschieden zwischen uns zu erschaffen, sodass eine gemeinsame entscheidende Anstrengung entsteht und das Licht heranzieht. Das ist wie eine Kernreaktion, wo sich zwei Teile durch eine Explosion trotz der entgegengesetzten Kräfte verbinden und eine Kettenreaktion der Verbindung auslöst. In unserem Fall führt die Verbindung zwischen uns zur Enthüllung des Höheren Lichtes, das als Eigenschaft des Gebens enthüllt wird und dem Gefühl, dass wir Leben auf einer höheren Ebene erlangt haben.

Eine neue Wirklichkeit wird in dem Maße wahrgenommen, in dem wir ihr gleichen. Wenn wir versuchen, unsere Herzen und unseren Verstand auf unsere Gleichheit mit der spirituellen Welt einzustimmen, werden wir allmählich beginnen, sie zu spüren und unsere gemeinsame Anstrengung wird offenbar.

In die spirituelle Welt hinüberzugehen ist wie Geburtswehen. Wenn mächtige Kräfte einen Menschen vor und zurück bewegen, wird er zurückgestoßen und entscheidet, sein egoistisches Bild zurückzuweisen. Wenn er nicht verzweifelt und mit der Entscheidung fortfährt, werden die Kontraktionen mit seiner Geburt enden.

(Aus den Lektionen am Eurasischen Kongress 23.10.09)

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Die Wissenschaft der Kabbala wird mit dem Verlangen studiert, nicht mit dem Verstand


Eine Frage, die ich erhielt: Muss in der heutigen Zeit ein Mensch spirituelle Erkenntnis besitzen, um die Wissenschaft der Kabbala zu verbreiten?

Meine Antwort: Das hängt davon ab, was Sie unter Verbreitung verstehen. Wenn wir verbreiten, was Baal HaSulam geschrieben hat, über ihn sprechen, seine Artikel lesen, sie studieren und darüber sprechen, wie wir seine Texte verstehen, dann sind dies selbstverständlich alles Dinge, die wir verbreiten können.

Was bedeutet Verbreitung? Es bedeutet Menschen die Gelegenheit zu geben an unserem Studium teilzuhaben, und noch wichtiger: mit den Quelltexten in Berührung zu kommen. Alles muss auf den Quelltexten fundiert sein. Die Wissenschaft der Kabbala zu studieren, bedeutet mit diesen Texten verbunden zu sein, sie ständig durchzugehen und zu prüfen, wie man alles, was dort geschrieben steht zu einer integralen Methode der Korrektur verbinden kann.

Schritt für Schritt beginnt man dieses gesamte Material mit dem eigenen Verstand und den eigenen Gefühlen zu verbinden und aufzunehmen. Wenn man studiert, sollte man den Wunsch hegen, sich innerhalb des Materials zu bewegen, so dass die eigenen Wünsche und Gedanken die Form des Materials annehmen. Es ist so, als ob man eine Flüssigkeit sein wollte, die die Konturen und die Form dieses Materials ausfüllen möchte. Man möchte sich selbst in diese Modelle hineinsetzen, um vom eigenen egoistischen „Ich“, der eigenen Art und Weise zu denken und der Art, wie man derzeit Verstand und Gefühle verbindet, Abstand zu gewinnen. Stattdessen möchte man höhere Eigenschaften in Verstand und Gefühlen erhalten und beginnen diesen entsprechend zu denken.

Man sollte bereit sein, alles, was man jetzt besitzt zugunsten des Erwerbs dieser neuen Eigenschaften auszuradieren. Das eigene Verlangen wird weiter bestehen, jedoch ohne Form, damit es dann die Form des Gebens annehmen kann. Dann wird man bereit sein, in der Spiritualität geboren zu werden.
Das bedeutet es Kabbala zu studieren. Das Studium geschieht nicht mit dem Verstand, sondern mit den Verlangen, aus denen man neue Eigenschaften formt. Die Menschen studieren die Kabbala nicht mit dem Verstand, sondern mit dem Herzen.

Wir lernen, wie wir uns selbst ändern und wie wir unsere Eigenschaften denen des Schöpfers gleichmachen können. Wir verbreiten den Unterricht, damit jeder Mensch, der dies wünscht gemeinsam mit uns am Unterricht teilnehmen kann. Und je mehr wir voranschreiten, desto mehr müssen wir überprüfen: wie eng sind wir mit den Quelltexten verbunden? Wie sehr entsprechen unsere Gedanken ihrem Inhalt? Sind wir dabei die Widersprüche zwischen diesen beiden Instanzen zu verringern? Fühlen und verstehen wir die Texte immer besser? Der wichtigste Test ist jedoch, ob die Wichtigkeit des Gebens in uns stetig wächst.

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Widersprüche führen zu Verständnis


Fragen, die ich zu folgenden Themen erhielt: dem Gefühl der Leere, der Verbindung mit der virtuellen Gruppe, dem Umgang mit Widersprüchen, dem Unwillen zum Studium:

Frage: Warum fühlt man sich umso leerer, je mehr man verbreitet und sich anstrengt?

Meine Antwort: Das Gefühl der Leere taucht dann auf, wenn man die Wichtigkeit der Verbreitung nicht als eine Tat begreift, die vom Schöpfer geschätzt wird. Indem Sie verbreiten, bringen Sie die Welt näher zu Ihm. Jedoch fühlt Ihr ständig wachsender Egoismus die Wichtigkeit dieser Handlung nicht. Der Egoismus wächst besonders in denjenigen, die Kabbala studieren, um ihnen die Gelegenheit zu geben, ihn zu überwinden und sich so auf das Niveau des Schöpfers zu erheben.

Sie sollten das Gefühl der Leere schnell ersetzen und die Größe der Absicht und des Schöpfers empfangen, indem Sie sich mit Büchern auseinandersetzen und mit Freunden in Verbindung treten. Die Shamati-Artikel erklären das sehr detailliert.

Frage: Wie kann man sich spirituell entwickeln, ohne in physischem Kontakt mit einer Gruppe zu sein?

Meine Antwort: Wenn Sie den virtuellen Kontakt mit der Weltgruppe halten, sind Sie mit ihr verbunden. Außerdem können Sie physisch an den Kongressen teilnehmen, unser Zentrum in Israel besuchen und dort studieren.

Frage: Wie soll man sich mit den Widersprüchen in der Kabbala befassen? Einmal werden die Dinge so und am nächsten Tag andersherum erklärt!

Meine Antwort: Wenn Sie das richtige Verständnis bekommen, dann werden sich all diese „Widersprüche“ ergänzen und zu einem Ganzen verbinden. Die Widersprüche führen zum richtigen Verstehen, weil sie ein Zeichen Ihrer Unvollkommenheit sind.

Frage: Es gibt Tage, an denen ich wirklich Kabbala studieren will und es gibt Tage, an denen ich an Kabbala überhaupt nicht denken und stattdessen weltliche Sachen machen will, die mich anziehen. Heißt das, dass ich den Punkt im Herzen noch nicht habe?

Meine Antwort: Während dieser Tage haben Sie die Gelegenheit, sich unabhängig durch Ihre eigenen Anstrengungen und nicht durch den Wunsch von oben, weiterzuentwickeln.

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