Kabbala und der Sinn des Lebens - Michael Laitmans persönlicher Blog

Beiträge in der Kategorie 'Wichtigkeit'

Wir entscheiden alles!

Frage: Wie sollen wir uns richtig auf den Morgenunterricht vorbereiten? Wie sollen wir die richtige Forderung aufbauen?

Meine Antwort: Wir vergessen, dass wir die Korrekturmethode der Welt bringen müssen und dass wir in diesem Prozess sehr hinterherhinken. Denn solange wir sie nicht an uns selbst anwenden, wird sie nicht in der Welt umgesetzt.

Wir müssen diese Methode an uns selbst realisieren, in der Hoffnung und mit der Absicht, dass sie sich durch die inneren Kanäle, durch die wir alle miteinander verbunden sind, so schnell wie möglich von uns zu den Völkern der Welt ausbreitet. Wir müssen unsere Verbindung mit dem Höheren Licht an sie weitergeben.

Zugleich müssen sie jedoch auch auf der äußeren Ebene vorbereitet werden, indem wir unser Material in einer ihnen möglichst naheliegenden und passenden Form an sie weitergeben – dann werden sie uns wahrnehmen können.

Alle unsere Gruppen sind eine Art Adapter, ein Bindeglied zwischen der Spiritualität und den Völkern der Welt, die wir dem Schöpfer näher bringen müssen.

Wir sind die zentrale Macht auf der Welt, Vertreter des Schöpfers, und müssen uns selbst korrigieren, um die Welt korrigieren zu können, damit wir alle zusammen zu der Verschmelzung mit dem Schöpfer kommen und Ihm Genuss bereiten können.

Baal HaSulam schreibt, dass das Höhere Licht sich gerade über uns in die Welt ergießen muss. Und wenn wir in unserem Inneren uns so organisieren können, dass das Innere für uns über das Äußere dominiert, wird die Welt ebenfalls plötzlich eine größere Beachtung dem Inneren schenken – denn gerade wir bestimmen ihr Verhalten. Wir stellen die Werteskala für sie fest, wir entscheiden für sie, was wichtig und was nebensächlich ist.

Wenn wir die Welt auf der äußeren und auf der inneren Ebene uns näher bringen, werden wir zu einem vereinten Verlangen/Kli. Aus der Sicht des Schöpfers sind wir bereits ein Kli, doch nun wird es durch unsere Anstrengungen vereint.

Wenn wir dieses Ziel über alle Dinge erheben und uns richtig organisieren, wird eine besondere Kraft zur Korrektur für uns von oben kommen. Und wenn wir die Völker der Welt nicht an uns anschließen, werden wir diese Kraft nicht erhalten, denn unsere Bestimmung ist es, sie – ACHaP, die Welt – zu korrigieren!

Aus diesem Grund müssen wir während der Vorbereitung auf den Morgenunterricht daran denken, wie wir die Völker der Welt dem Schöpfer näher bringen können, denn Er will gerade sie. Und du bist das „Königreich von Kohanim“ (Priester), und sie dienen lediglich den Anderen.

Genau so musst du dich fühlen, dann wirst du sehen, welche Kraft, welche Erkenntnis du erlangen wirst!

Am Ende der Einführung in das Buch Sohar schreibt Baal HaSulam:

„Und wenn jeder von uns auf sich nimmt, die Wichtigkeit der Kabbala zu verstärken, dann wird jeder die Eigenschaft des Gebens hinsichtlich der Eigenschaft des Empfangens in sich verstärken. Und diese Kraft wird ebenfalls in der ganzen Welt zum Vorschein kommen.“

Somit besteht die richtige Vorbereitung auf den Unterricht darin, daran zu denken, wie alle diese Verlangen („die Völker der Welt“ in uns) zu der Verschmelzung mit dem Schöpfer gebracht werden können.

Auszug aus dem Unterricht über einen Artikel von Rabash, 11.02.2011

Ich lüge, aber ehrlich

Frage: Eine Sache ist es, mit jemandem oder mit etwas zu spielen, und eine andere, in meinem Inneren, künstlich zu spielen. Wie geht das?

Meine Antwort: Du bist dir darüber im Klaren, dass du von einem Zustand in den anderen übergehen musst. Der eine Zustand kommt jetzt in dir zum Vorschein, und der, den du erreichen willst, bleibt erst einmal in deiner Einbildung. Du malst ihn dir, stellst ihn dir so vor, wie er sein soll.

– Was genau stellst du dir vor? Was willst du erreichen?

– Das Geben und die Liebe.

– Du lügst es vor.

– Natürlich lüge ich es vor. Doch mir wird gesagt, dass ich geben soll, und ich stimme dem scheinbar zu.

– Sehr gut. Du hast deine Freunde – fang an, diese Beziehung der Liebe und des Gebens zwischen ihnen aufzubauen. Bitte. Was, du willst nicht?

– Natürlich nicht.

– Du musst es auch nicht wollen. Führe nur einfache mechanische Handlungen durch. Setz dich zusammen mit ihnen hin, denke wenigstens ein bisschen daran, soviel du kannst. Und was das Wichtigste ist: während du studierst, kommt das Licht – und plötzlich spürst du, wie du dieser Bestrebung, dieser Entwicklung zustimmst.

Nun ist es für dich wichtig, dich in diese Richtung zu bewegen. In deinem Inneren willst du es noch nicht besonders, verstehst jedoch bereits, dass es wichtig ist. Die Zustände ändern sich weiterhin – auf diese Weise kommst du voran. Du kommst unter Einwirkung des Lichts voran, kannst aber selbst das tun, was in deiner Hand liegt.

Genau dafür hat das Zerbrechen von Kelim stattgefunden – um die nötige Bedingung für uns zu schaffen: selbst ohne es zu wollen, allein durch physische Handlungen können wir anfangen, das Licht, das zur Quelle zurückführt, anzuziehen.

Ich bin von allen umgeben und hasse alle, ich bin nicht darauf bedacht, ja kann noch nicht einmal an die Liebe und das Geben denken. Die Freunde interessieren mich nicht, ich will allein auf der ganzen Welt sein, allein mit dem Schöpfer… Und dennoch führe ich äußerlich nach und nach irgendwelche Handlungen durch, selbst wenn sie mir unangenehm sind und mir diktiert werden – doch damit fangen wir an.

Und anschließend kommt der Hass noch mehr zum Vorschein. Doch zusammen mit dem Hass kommt auch die Wichtigkeit des Ziels. Ich sehe, wie wichtig es ist, das Geben zu erreichen, und wie weit ich davon entfernt bin.

Letztendlich steigert sich die Wichtigkeit ins Unermessliche, du willst nur geben, hasst es jedoch andererseits, bist dazu nicht in der Lage und vollkommen davon getrennt. Wenn diese beiden Pole eine endgültige Form in deiner Wahrnehmung angenommen und finale Stärke erreicht haben, dann schreist du.

Genau das bedeuten die „Tore der Tränen für die Armen im Geiste“. Du fühlst, dass du nichts hast und kannst dich nicht mehr damit abfinden.

Auszug aus dem Unterricht über einen Artikel von Rabash, 15.02.2011

Die Fürsorge für Freunde im Herzen wohnen lassen

Frage: Warum kann ich nicht die Wichtigkeit der Umgebung deutlich erkennen?

Meine Antwort: Du spürst, dass du nicht genug deren Wichtigkeit erkennst, weil du kein entsprechendes Verlangen in dir findest. Die Worte sind verständlich, doch das Herz reagiert noch nicht. Und manchmal hat man sogar keine Lust mehr, zuzuhören.

Das ist natürlich. Man muss einfach immer mehr an dem gemeinsamen Verlangen arbeiten. Alle sollen anfangen, daran zu denken, dass es wichtig ist, dass wir genau das brauchen. Wir streben künstlich nach der Fürsorge füreinander: ich sorge mich für die Anderen, damit sie zusammen mit mir gedanklich Kurs auf das Ziel halten. Ich mache mir ständig Gedanken darüber, in mir entsteht eine regelrechte Angst: halten sie sich an dem Gedanken an das Ziel fest?

Dann erscheint vor mir der Kern der Gruppe – keine Gesichter, keine Namen, sondern das tiefe Verlangen, welches unter den Freunden herrscht. Ist das Verlangen von jedem dazu bereit, sich mit den Anderen zu verbinden, damit sie alle gemeinsam nach dem Ziel streben? Darum mache ich mir Sorgen. Denn wenn das in die Tat umgesetzt wird, werden wir in kurzer Zeit des Studiums ein wenig Licht durch dieses gemeinsame Verlangen anziehen und das Ziel erreichen.

Das Problem liegt nicht am Licht, welches auf uns einwirkt. Das Problem besteht darin, unsere Verlangen zu vereinen, um gemeinsam den Weg zum Ziel zu gehen. In erster Linie muss eine solche Fürsorge im Herzen eines jeden wohnen. Genau das bedeutet Arvut.

Wenn wir ein gemeinsames Verlangen haben, selbst wenn es von einem Teil der Freunde zum anderen „überfließt“, wenn es ständig wirkt und wenn wir nach dem Studium streben, um dieses Verlangen zu realisieren, ohne uns durch andere Ziele ablenken zu lassen, dann rufen wir durch dieses Verlangen, das auf das gegenseitige Geben, den Schöpfer, gerichtet ist, das Licht hervor. Und wir werden während der Vorbereitung auf das Studium und während des Studiums selbst von diesem Verlangen durchdrungen sein.

Darüber hinaus gibt es nichts und kann es auch nichts geben. Es steht geschrieben: „Habakuk kam und fasste zusammen: Der Gerechte aber wird durch seinen Glauben leben“. Es gibt keinen größeren Effekt als von einer Handlung, mit deren Hilfe du das Geben erreichen willst. Das Geben wird ebenfalls als „Glaube“ bezeichnet.

Letztendlich ist das eine ganz einfache Sache. Überhaupt enthüllt sich die Wissenschaft der Kabbala jedes Mal mit einer größeren Einfachheit. Und obwohl der Weg schwer ist und Jahre in Anspruch nimmt, haben wir die Möglichkeit, die Entwicklung in hohem Maße zu beschleunigen.

Auszug aus dem Unterricht über einen Artikel von Rabash, 15.02.2011

Alle Mittel sind gleich

Mit Hilfe der kabbalistischen Methode korrigieren wir den Teil „Israel“ sowie den Teil „Völker der Welt“ in uns. Denn sie helfen sich gegenseitig – sowohl durch Hindernisse als auch durch Unterstützung – und handeln gemeinsam.

Der Mensch muss begreifen, dass alles zu seinem Wohl geschieht. Alles, was auf dem Weg enthüllt wird, muss genau so zum Vorschein gebracht werden, und er muss sich nur richtig in Übereinstimmung mit allen Elementen – dem Lehrer, den Büchern, der Gruppe und dem Schöpfer – bringen und auf diese Weise vorankommen.

Man muss begreifen, dass wenn sich alle Bestandteile zu einem Ganzen vereinen, dann bedeutet genau das die Umsetzung des Ziels. Der Mensch darf nicht von dieser Einheit abkommen, indem er die Wichtigkeit eines Bestandteils über den anderen erhebt.

Manche ziehen es vor, ausschließlich nach dem Schöpfer zu streben – daraus entsteht Religion. Religiöse Menschen stellen den Schöpfer über alle Dinge: alle ihre Gebete und Bestrebungen sind auf Ihn gerichtet, und die Nächstenliebe ist etwas Zweitrangiges.

Andere konzentrieren sich auf den Lehrer und fallen in den Chassidismus, in die Verehrung. Der Lehrer ist für sie wichtiger als Freunde und der Schöpfer.

Wiederum andere streben nur nach den Freunden, für sie ist eine gesellige Runde am Wichtigsten. In der Regel ist das in unseren Gruppen nicht möglich, weil wir eine Kraft studieren, die Hass zwischen uns erwachen lässt, damit wir der wahren Korrektur entgegenstreben. Aus diesem Grund können wir keine guten Kumpels sein, wie das in anderen Gesellschaften der Fall ist.

Somit ermöglicht uns ausschließlich die gleiche Haltung gegenüber dem Lehrer, dem Studium, den Freunden und dem Schöpfer, das Ziel zu erreichen.

Auszug aus dem Unterricht über einen Artikel von Rabash, 15.02.2011

Die Umgebung erheben

Wenn der Mensch die richtige Umgebung gefunden hat, ist er bereit, sich dieser zu beugen und alles anzunehmen, was ihm gesagt wird. Anfangs sieht er in allem die Wichtigkeit: in dem Lehrer, in dem Studium, in den Freunden.

Doch eine Zeit später gewöhnt er sich daran. Ihm wird eine Möglichkeit gegeben, sich in die Umgebung einzuordnen, und dann geschieht der Abstieg: „Alles ist in Ordnung, ich bin hier unter meinesgleichen wie auch zuvor. Ich bin miteinbezogen“.

Somit macht der Mensch sich selbst zunichte und rutscht ab. In seiner Dummheit und in seinem Stolz begreift er nicht, dass man ihn nun näher kommen lässt, damit er die Umgebung in seinen Augen erheben kann. Sie muss für ihn noch höher als am Anfang werden.

Der Mensch aber betrachtet die Welt gemäß seiner Natur durch das materielle Prisma. Die Freunde sind ihm bereits vertraut und nicht mehr so groß wie früher, als er sich als ein bescheidener Gast unter ihnen gefühlt hat. Der Lehrstoff wird zusammenhängender, und auch der Lehrer verliert die einstige Höhe.

So wächst der Egoismus, um dem Menschen jedes Mal erneut die Möglichkeit zu bieten, seine Umgebung zu erheben. Doch diese „Unterstützung, die wie gerufen kommt“ benutzt der Mensch nicht bestimmungsmäßig für den Aufstieg, sondern bleibt selbst unten. Und anstatt aufzusteigen, steigt er letztendlich ab.

So beginnen Menschen, die des Aufstiegs und der Enthüllung des Schöpfers würdig sind, sofort abzusteigen und die Mittel, die ihnen gegeben wurden, zu verachten, weil sie es versäumt haben, sich in die Umgebung einzufügen. Bereits morgen betrachten sie die Umgebung anders, als sie es gestern getan haben. Der Lehrer, die Gruppe und die Bücher verlieren an Wert in ihren Augen, wenn auch mit unterschiedlicher Geschwindigkeit.

Darum besteht meine Arbeit darin, die Wichtigkeit der Umgebung – des Lehrers, der Bücher und der Gruppe – unaufhörlich zu erheben. Ständig aufzusteigen. Nicht weil jemand meine Anerkennung braucht, sondern weil ich sonst die Größe des Schöpfers nicht erkennen werde.

Die Umgebung gibt sich nicht als etwas Besonderes aus, deshalb ist es sehr schwer, die Freunde zu schätzen. Der Lehrer sieht ebenfalls nicht wie ein großer Mensch aus. In den kabbalistischen Gruppen war es immer schwer, die Umgebung zu erheben. Und dennoch haben wir heute keine andere Wahl, wir müssen damit anfangen, unseren Freunden zu helfen, die Wichtigkeit der Gruppe zu erkennen.

Das bedeutet nicht, dass wir uns wichtig machen oder mit der Wichtigkeit prahlen sollen. Hier kann man sich nicht verstellen, denn der Schöpfer ist verborgen. Je höher der Mensch aufsteigt, desto weniger kommt es zum Vorschein, – und der Schöpfer ist mehr als alle Anderen verborgen. So ist das spirituelle Gesetz.

Deshalb müssen wir die Wichtigkeit der Umgebung im Allgemeinen erheben, um über sie die Wichtigkeit des Schöpfers zu erkennen. Wenn dieses Ziel nicht von Anfang an in uns brennt, wenn wir dieses Schema nicht genau aufstellen: von der Wichtigkeit der Umgebung zur Wichtigkeit des Schöpfers – werden wir nichts erreichen. Im Gegenteil, die Verachtung wird nur noch steigen.

Heute existiert die Organisation Bnei Baruch, weil es mich gibt. Morgen wird es mich nicht mehr geben, und es wird das Gleiche geschehen, was mit der Gruppe von Rabash geschehen ist: Zerstreuung in alle Richtungen. Aus diesem Grund müssen wir den Kern unserer Gemeinschaft erheben, ihre Grundlage – ihre Größe, die aus dem Streben nach der Größe des Schöpfers hervorgeht.

Wenn das ständig an Wichtigkeit und Größe gewinnt, indem es die Gedanken und das Herz jedes Einzelnen einnimmt, wenn ich mich dem hingebe, dafür existiere, damit verschmelze, wenn ich der Größe der Gemeinschaft entgegenstrebe, weil sie mich zu der Größe des Schöpfers bringt, wenn ich das ständig spüre, wenn es mich bewegt, dann werden wir das Ziel zweifelsohne in kürzester Zeit erreichen.

Auszug aus dem Unterricht über einen Artikel von Rabash, 14.02.2011

Den Akzent auf die Qualität legen

Alles hängt von den Anstrengungen ab. Der Mensch muss an das Prinzip glauben: „hat sich bemüht und gefunden“. Deshalb schreibt Baal HaSulam im Punkt 17 der Einführung zu TES, dass wir uns vor dem Studium dazu verpflichten, uns in dem Glauben zu festigen, wie es in Die Sprüche der Väter geschrieben steht: „Treu ist Derjenige, für den du dich abmühst, um dir eine Belohnung für deine Mühen zu geben“. Diese Belohnung wird der Übergang von der egoistischen Absicht lo liShma zu der altruistischen liShma sein.

Vor dem Studium und während des Studiums ist der Mensch verpflichtet, sich strebend nach dieser Veränderung in sich selbst zu sehen. Genau darin sind alle Anstrengungen enthalten. In derselben Einführung erklärt Baal HaSulam, dass man weder in deren Quantität als auch in deren Qualität nachlässig sein darf.

Wenn wir mit dem Studium beginnen, dann wollen wir uns vielleicht auch durch das Studium und durch das darin enthaltene Licht verändern, doch dann vergessen wir es und lassen uns ablenken, das heißt, wir geben uns qualitativ nicht genug Mühe. Es kann sein, dass die Quantität ausreicht, doch das Wichtigste ist gerade die Qualität: wie sehr es mich schmerzt – so sehr, dass ich das Ziel nicht aus den Augen verlieren kann, ähnlich einem Kranken, der die ganze Zeit nur an seine Heilung denkt. Egal was er macht, alles ist dazu bestimmt, ihn bei seiner Genesung zu unterstützen.

Ein solches Bedürfnis kann man nicht alleine erlangen. Es kann nur mit Hilfe der Umgebung erreicht werden. Sie wird den Menschen durch die Wichtigkeit des Ziels verpflichten, nur so wird er vorankommen können.

Wenn wir alle uns zur Verfügung stehenden Mittel zusammenfassend betrachten, werden wir sehen, dass sowohl die Gruppe mit ihren Gepflogenheiten als auch ich selbst, der Schöpfer, der Lehrer, die Unterrichte und die Verbreitung dafür notwendig sind, ein starkes Verlangen nach Veränderungen, die durch das Studium hervorgerufen werden, in dem Menschen auszulösen. Allein diesen Punkt müssen wir erreichen, nur er soll das Ergebnis all unserer Anstrengungen sein.

Dann entsteht in uns während des Unterrichts eine wahre Forderung nach dem Licht und nach nichts Anderem: weder nach dem Wissen noch nach der Weisheit, noch nach den Unterschieden irgendeiner Art – nur nach den Veränderungen. Und die Kraft dieser Forderung wird dermaßen stark sein, dass sie wirklich zu Veränderungen führen wird.

Das wird dem Menschen ermöglichen, zu der Tora als „Gewürz“ überzugehen, und von ihr zu der Tora des Lebens anstatt des „tödliches Giftes“, welches er früher genommen hat.

Denn wir enthüllen unseren bösen Trieb mit Hilfe des Lichts. Dieses Licht wird als „Todesengel“ bezeichnet: einerseits zeigt es dem Menschen, dass er spirituell tot ist, andererseits hilft es ihm später, sein egoistisches Verlangen zu töten. Auf diese Weise kommen wir voran.

Auszug aus dem Unterricht über einen Artikel von Rabash, 07.02.2011

Auf der Suche nach dem Wichtigsten

Solange die Einheit nicht dringend notwendig geworden ist, wird sie keine Gestalt annehmen. Entweder erhöhen wir in unserer Mitte die Wichtigkeit der Vereinigung oder alle unsere übrigen Handlungen, außer der Vereinigung, bringen dennoch das Licht, das zur Quelle zurückführt, es wird jedoch eine negative Wirkung auf uns haben – es wird uns zeigen, wie sehr wir von einander getrennt sind. Dann werden wir uns aus der Notwendigkeit heraus, infolge von Schmerz und Leiden, dennoch verbinden.

Zum Beispiel, will ich mich nicht um meine Gesundheit kümmern und zerstöre dadurch allmählich meinen Organismus, bis ich spüre, dass es schlecht um mich steht. Und dieses Gefühl zwingt mich, mit der Heilung meines Körpers zu beginnen.

Genauso kümmern wir uns in der Gruppe nicht um die spirituelle Gesundheit – wir sorgen nicht für die Vereinigung. Und dennoch studieren wir, verbreiten die Kabbala und führen verschiedene andersartige Handlungen aus. Diese Handlungen ziehen das Licht an, das zur Quelle zurückführt, und letztendlich wird es uns zeigen, wo das Problem ist. Würden wir das nicht machen, würden wir nicht spüren, dass etwas nicht stimmt. Also gibt es doch einen gewissen Nutzen: dadurch erkennen wir, dass uns das Wichtigste fehlt.

Wenn du den Schöpfer enthüllen willst, dann musst du an den „Ort“, an das Verlangen denken, in dem Er sich enthüllt. Es gibt kein Licht ohne Kli.

Auszug aus dem Unterricht über einen Brief von Rabash, 24.12.2010

Sich für die Entwicklung entscheiden

Frage: Wie soll ich auf die Empfindungen reagieren, die infolge der Handlungen des Schöpfers entstehen?

Meine Antwort: Man könnte sagen, dass sie das Ergebnis des Treffens mit dem höheren Licht, dem Schöpfer, sind. Und dennoch sollte man nicht vergessen, dass der Schöpfer unveränderlich ist, nur ich selbst verändere mich, die Reshimot wechseln sich in mir ab.

Aus diesem Grund kann ich nur eins tun: ich kann mich bei der Abfolge der Reshimot anstrengen. Dadurch beschleunige ich ihre Entwicklung und sehe sie als erwünscht an. Ich bin nicht gegen meine Entwicklung, sondern dafür, obwohl ich verstehe, dass es nicht einfach ist, dass ich dafür Anstrengungen in Kauf nehmen muss, wie bei jeglicher Entwicklung. Ich bin dazu bereit.

Wie entwickle ich mich denn? Durch den Einschluss in die Gruppe. Mit Hilfe der Freunde beginne ich die Wichtigkeit meiner Entwicklung zu erkennen, sie geben mir Kraft, um damit fertig zu werden. Genau das bedeutet die Erkenntnis der Wichtigkeit des Ziels. Denn wenn das Ziel in meinen Augen wichtig ist, bin ich bereit, es zu verfolgen, selbst wenn es für meinen Körper unangenehm ist. Die Wichtigkeit verleiht mir Kraft.

Wenn ich mich wirklich in das Verlangen der Freunde einfüge, werde ich keine Probleme damit haben, die Entwicklung voranzutreiben, anstatt durch Leiden voranzukommen, wenn es infolge der Nichtübereinstimmung mit dem in mir erwachten Reshimo Schmerzen in mir auslöst.

Auszug aus dem Unterricht über einen Artikel von Rabash, 04.02.2011

Die Verbindung mit den Freunden ist die Verbindung mit dem Ziel

Frage: Was fehlt mir, um das kabbalistische Wissen im alltäglichen Leben zu realisieren? Ich empfinde eine tiefe Kluft zwischen dem, was ich verstehe, und dem, was ich durchlebe.

Meine Antwort: Es gibt nur eine Lösung – die Entwicklung zu beschleunigen. Dafür sind ein intensiveres Studium und eine größere Verbindung mit den Freunden notwendig. Es bedarf keines Geldes, keiner Verehrung, keiner Macht, keiner sonstigen Anstrengungen – nichts, außer dem Gedanken, damit das nicht vergessen wird.

Das Wichtigste ist die Verbindung zwischen uns. Trotz seiner Abneigung möchte der Mensch sich anstrengen und Verbindung zu den Freunden halten, um die Wichtigkeit des Ziels zu erkennen. Und wenn er diese Wichtigkeit erreicht hat, „gibt er sie weiter“ – er verbreitet sie für die Anderen.

Auszug aus dem Unterricht nach einem Artikel von Rabash, 04.02.2011

Immer um den Zusatz zu bitten

Um die spirituellen Stufen aufzubauen, muss ich ständig das Material des Wunsches hinzufügen. Die Höhe jeder neuen Stufe entspricht der Schwere meines aktuellen Zustandes, in dem das Böse des Egoismus sich zeigt.

So geschieht es in allen Zuständen auf dem spirituellen Wege. Um mich zu erheben, vergrößert man mein Ego und dann empfinde ich das Übel.

Folglich begreife ich mit Hilfe der Umgebung das Böse und die Tatsache, dass es nicht zufällig geschieht. Dann bemühe ich mich, das Ego auf das Ziel zu richten: Das Böse kommt vom Schöpfer, der gut ist, und ist für mein Wohlergehen bestimmt. Danach beginne ich, meinen Zustand mit dem Geben zu verbinden, ich erhebe also das Geben über dem Empfangen.

Und dann baue ich allmählich aus diesem Übel einen Vektor, eine richtige Beziehung auf. Über dem empfangenden Verlangen erhöhe ich die Wichtigkeit des Gebens und der Vereinigung. Indem ich eine solche Beziehung aufbaue, steige ich auf die nächste Stufe hinauf.

Auf der neuen Stufe befinde ich mich nur einen Augenblick, nach dem alles verschwindet. Und wenn ich in diesem Augenblick in mir den nächsten empfangenden Wunsch nicht finde, dann werde ich sofort fallen. Das gröbste, aber genaue Beispiel ist das sexuelle Vergnügen. Kaum geht es zu Ende, bin ich leer und muss etwas Neues machen.

Deshalb muss ich während des Aufstiegs auf die so begehrte Stufe der Liebe und des Gebens, den neuen egoistischen Wunsch offenbaren. Er soll zwecks des Aufstiegs auf die nächste Stufe offenbart werden. Dieser Wunsch befindet sich in mir als Reschimo, ich muss es nur ausarbeiten. Andernfalls wird er nach der langwierigen Zeit, bspw. erst nach Monaten enthüllt werden.

Aber ich suche ihn schon jetzt, in der Finsternis. Denn die Abwesenheit der Veränderungen empfinde ich als die „Nacht“. Sogar der beste Zustand wandelt sich in die Nacht um, wenn er nicht erneuert wird. Deshalb müssen wir die Ereignisse nicht nur ständig überholen, sondern auch die Geschwindigkeit beschleunigen.

Folglich suche ich einen neuen, noch größeren egoistischen Wunsch. Ich „sauge ihn nicht aus dem Finger heraus“, sondern suche ihn tatsächlich. Und wenn ich ihn finde, dann wiederhole ich dieselben Arbeitsstufen.

Somit arbeite ich an „der Braut“, bis sie vollständig korrigiert wird und ich zum „Mahl des Bräutigams“ ankommen kann. Die Methode ist einfach: ich erhebe das Geben über dem Empfangen, indem ich im Glauben über dem Verstand arbeite.

Jede neue Stufe „zerstört“ die vorherige, wandelt den Glauben in den Egoismus um, so dass ich wieder mit dem Aufstieg anfange. Dabei scheint es mir so zu sein, als ob ich alles verlieren würde, was ich erreicht habe, aber in Wirklichkeit korrigiere ich die neue Portion der Selbstsucht – nach dem Prinzip des Überganges der Stufen: „Keter des Unteren wird zur Malchut des Höheren“.

Auszug aus einem Unterricht über den Artikel von Rabasch „Was bedeutet das Mahl des Bräutigams“, 10.01.2011