Kabbala und der Sinn des Lebens - Michael Laitmans persönlicher Blog

Beiträge in der Kategorie 'Weise'

Eine wunderschöne jüdische Parabel

Kommentar: Eine wunderschöne jüdische Parabel lautet wie folgt: Die wohlhabenden Einwohner einer Stadt stellten einen Wächter ein, dessen Aufgabe es war nachts ihre zahlreichen Besitztümer und Häuser zu bewachen. Einmal spät nachts begegnete ein Weiser dem Wächter und fragte ihn: „Für wen arbeitest du“? Der Wächter beantwortete seine Frage und fragte wiederum den Weisen: „Für wen arbeitest du“? Diese Worte erschütterten den Weisen zutiefst und er antwortete traurig: „Tatsächlich arbeite ich für niemanden“. Die beiden gingen zusammen weiter und sprachen lange miteinander. Schließlich wandte sich der Weise an den Wächter: „Wärst du bereit für mich zu arbeiten? Ich will dir bezahlen was immer du verlangst“. „Sehr gerne“! entgegnete der Wächter, „aber was werde ich tun müssen“? Der Weise erwiderte: „Du sollst mich stets erinnern“.

Meine Antwort: Ja, das ist wahr.

Frage: Also auch ein Weiser bedarf der Erinnerung, dass er für jemanden arbeitet?

Antwort: Natürlich. Darum wird er als Weiser bezeichnet; er scheint alles zu haben außer dem allerwichtigsten: Er hat keine guten Beziehungen zu seinen Mitmenschen.

Kommentar: Und dennoch fragt er: „Für wen arbeitest du“? Es ist also nicht etwas so, dass er es vergisst, sondern vielmehr, dass er sich stets daran erinnern muss, dass er für den Schöpfer arbeitet?

Antwort: Ja.

Frage: Der Weise sagte: „Ich will dir bezahlen was immer du verlangst“. Gibt es so etwas wirklich, dass jemand einen anderen dafür bezahlt von diesem erinnert zu werden“?

Antwort: Das ist sogar das allerwichtigste. Man könnte sagen, dass dies der einzige Weg ist, um zu wahrem Reichtum zu gelangen.

Frage: Das heißt, immer an der Verbindung festzuhalten?

Antwort: Ja. Indem du deine Verbindung zum Schöpfer ständig festigst, investierst du in sie.

Frage: Ist es denn möglich, diese Verbindung immer aufrecht zu erhalten, sie tatsächlich niemals zu verlieren? Oder sind die Ups und Downs, die Unterbrechungen der Verbindung, die Ein-und Austritte dennoch nötig?

Antwort: Ja sie sind unerlässlich. Ein- und Austritte müssen sich stets abwechseln. Die Unterbrechungen sind wichtig, da es sonst zu keiner Erneuerung des Kontakts zwischen Geschöpf und Schöpfer kommt. Dieser Prozess, in dem sich ein Mensch in Bezug auf den Schöpfer befindet, geschieht mittels des Kontakts zu den Mitmenschen. Deshalb befinden wir uns in einer von vielen Unterbrechungen gekennzeichneten Vorwärtsbewegung.

Frage: Steht deshalb geschrieben: „Und es ward Abend und Morgen, ein neuer Tag?“ Der Abend ist der Verlust meiner Verbindung mit der höheren Kraft?

Antwort: Ja. Und der Abend kommt von oben. Wir bezeichnen ihn als „ein Erwecken von oben“. Von unten, also von uns aus, sollte es ein Bestreben geben, ein Verlangen, welches in ein Gebet mündet, eine Hinwendung und Forderung.

Kommentar: Gemäß der Parabel kann ein Erwachen von unten sich nur dann ereignen, wenn es einen Kontakt zu einem Wächter, sprich, einem anderen Menschen gibt, der mich erinnert.

Meine Antwort: Ja. Deswegen heißt es in der Parabel, dass jener ihn erinnert.

Frage: Er kann das also nicht alleine tun?

Antwort: Nein. Keinesfalls.

Kommentar: Warum nicht? Er ist doch ein rechtschaffener Mann, ein Tzadik…

Meine Antwort: Deswegen wird er als rechtschaffen bezeichnet, als weise und als Tzadik. Er kennt sich selbst, weiß in welchem Zustand er sich befindet und was er tun muss, um nicht von seiner Stufe zu fallen.

Frage: Indem er sich erinnern lässt?

Antwort: Ja. Jemand anderes würde von sich vermutlich behaupten, dass alles in Ordnung und er gänzlich mit dem Schöpfer verbunden sei.

Frage: So können wir also jenen, der dies sagt als Sünder bezeichnen?

Antwort: Ja. Denn rechtschaffen ist der, welcher den Schöpfer rechtfertigt. Er rechtfertigt den Schöpfer dafür, dass er die Welt nicht vollkommen erschaffen hat, sondern dem Menschen Raum gelassen hat, sie zu verbessern. Der Sünder hingegen mag denken, dass die Welt sich in einem absolut perfekten Zustand befindet. Aber das Gegenteil ist der Fall. Die Menschheit versteht das nicht.

Frage: Als Sünder bezeichnen wir also denjenigen, der sagt: „Alles wurde vollkommen geschaffen, alles befindet sich in wunderbarer Verbindung“?

Antwort: Ja. Der Rechtschaffene hingegen sagt: „Alles wurde vollkommen erschaffen, weil noch Arbeit für mich bleibt. Dadurch habe ich die Möglichkeit die Welt zu erheben“.

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Aus der Sendung „Nachrichten mit Dr. Michael Laitman“, 15.12.2022

Kann künstliche Intelligenz eine Seele bekommen? (Quora)

Frage: Kann künstliche Intelligenz eine Seele bekommen?

Antwort: Zunächst einmal handelt es sich nicht um Intelligenz. Wir sollten uns darauf einigen, was wir als Intelligenz bezeichnen und was nicht.

Ist eine Maschine, die verschiedene Züge korrekt berechnen kann, eine Intelligenz? Wir haben keine Möglichkeit, eine Maschine zu schaffen, die so intelligent wie ein Mensch ist. Ich sage Ihnen das als Spezialist für Biokybernetik, es ist mein erstes Spezialgebiet. Ich habe einen Abschluss in biologischer, medizinischer Kybernetik. Die Biokybernetik befasst sich mit kybernetischen Systemen in einem lebenden Organismus.

Wir können Maschinen erschaffen, die schlauer sind als wir, die schneller denken als wir. Wenn wir aber „Intelligenz“ definieren, sehen wir, dass es unmöglich ist, denn Intelligenz ist eine Eigenschaft, die uns von oben gegeben wurde, daher können wir nicht die gleiche Eigenschaft in mechanischer oder biologischer Materie erschaffen.

Maschinen werden also nie klüger sein als Menschen. Klüger, ja, aber nicht weiser. Sie können schneller zählen, präziser arbeiten usw., aber sie werden nie intelligenter sein als Menschen.

Anmerkung: Infolgedessen haben sie keine Seele.

Antwort: Ja, natürlich. Die Seele ist ein Teil des Schöpfers.

Aus dem Unterricht, 15.09.2019

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Die gesamte Wirklichkeit ist ein einziges Gesetz

Alle Artikel von Kabbalisten über die gegenseitige Bürgschaft sind das Resultat ihrer Wahrnehmung der höheren Realität. Auf diese Weise geben sie deren Gesetze an uns weiter. Natürlich können diese Gesetze durch Formeln und graphische Darstellungen zum Ausdruck gebracht werden, wie in jeder anderen Wissenschaft auch.

Doch weil im Gegensatz zu anderen Naturgesetzen diese Erscheinungen von uns empfunden werden und es erwünscht ist, dass sie von uns verinnerlicht und nicht als trockenes Wissen durch reinen Verstand wahrgenommen werden, versuchen die Kabbalisten, sie in Form von Erzählungen, Briefen und Gleichnissen niederzuschreiben.

Man darf aber nicht vergessen, dass das, worüber sie schreiben, keine Moralpredigten oder Empfehlungen beinhaltet, sondern das Oberste Gesetz ist. Nur wird es uns in einer solchen Form dargeboten, dass wir uns möglichst gefühlsmäßig und geistig in Einklang mit ihm bringen können.

Denn auch die Natur dieser Welt in der Form, wie wir sie empfinden, stellt ein gewisses Gesetz dar. Und wenn wir kleine Kinder an das Leben heranführen, machen wir sie sehr langsam damit bekannt.

Während wir allmählich die Welt für sie öffnen, erschaffen wir Schutzmechanismen um sie herum. In der Natur existieren solche Mechanismen nicht, es gibt keine Einschränkungen – sie werden von uns erschaffen.

Genauso verhalten sich unsere spirituellen „Vater und Mutter“ (AwI) uns gegenüber, während sie uns mit der spirituellen Welt bekannt machen. Dort gibt es ebenfalls solche Hilfssysteme, die sie vor uns verbergen, sie enthüllen uns nach und nach, dass die gesamte Wirklichkeit ein einziges Gesetz ist.

Aus dem Unterricht nach dem Artikel „Die Bürgschaft“ vom 15.10.2010

 

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Der Weg durch das zerbrochene Herz

Mit unser ganzen Kraft versuchen wir, zumindest eine Art praktischer Handlung des Gebens durchzuführen, um unsere Umgebung als gebend und perfekt zu sehen. Wir verlangen danach, uns selbst vor der Umgebung zu erniedrigen und die Freunde als die Größten Menschen der Generation zu betrachten, sodass wir durch sie die Möglichkeit erhalten, zum Schöpfer zu gelangen. Doch je mehr wir das versuchen, umso mehr enthüllen wir, dass wir das nur in egoistischer Weise wollen, um auf Kosten der anderen zu profitieren und jeden für uns selbst auszunutzen.

Diese Möglichkeiten werden einem Menschen ständig enthüllt und er sieht, dass er sie sofort erkennt und die Gesellschaft für seine eigenen Zwecke ausnutzen möchte. Das sind die besten Augenblicke – Offenbarungen der Wahrheit. Und wenn ein Mensch willig ist, sie zu erheben und voranzuschreiten, ohne in ihnen herum zu schwirren, sondern weiter in Richtung Geben an die Gesellschaft voranzugehen, dann wird er sein Verlangen immer mehr enthüllen.

Er wird erkennen, dass, egal wie sehr er versucht, um des Gebens Willen zu handeln, der Gesellschaft zu geben und den Schöpfer durch andere zu enthüllen, um Ihm zu geben – als Reaktion auf alle seine Versuche enthüllt er ständig Gedanken des „zerbrochenen Egoismus“ und gegensätzliche Absichten, d.h. Symptome des zerbrochenen Herzens.

Nur in dem Maße, indem ein Mensch zum Geben und zur Heiligkeit strebt, enthüllt er den Ausdruck der unreinen Kraft, die über ihn herrscht. Und man kann diesbezüglich nichts tun, denn wir brauchen diese Enthüllung. Wenn einem Menschen der Egoismus so stark enthüllt wird, sodass er ihn hasst und nicht darin verbleiben möchte, ist dies ein Gebet.

Danach ist es nicht länger nötig um etwas anderes zu bitten. Wenn jemand es tut, werden das unechte Bitten sein. Ein Gebet ist die Empfindung im Herzen. Wenn ein Mensch fühlt, wie sehr er durch seine egoistischen Triebe leidet, die ihn davon abhalten, die Mittel anzuwenden, die ihn zum Geben an den Schöpfer gebracht hätten, ist das schon genug. Dadurch kommt er dem Schöpfer schon näher.

Es stellt sich heraus, dass alles umgedreht ist! Er ist dem Schöpfer am nächsten, wenn er enthüllt, wie zerbrochen und sein Herz dem Schöpfer entgegengesetzt ist. Daraus folgt, dass wir verstehen sollten, dass unsere Arbeit das Gegenteil der Arbeit eines religiösen Menschen ist, der sich als perfekt, inspiriert und erhoben fühlt. In der Kabbala ist alles entgegengesetzt: der Weg zum Schöper geht durch das zerbrochene Herz, welches genau der Zeitpunkt ist, wenn wir enthüllen, wie sehr wir Ihm entgegengesetzt sind. Und aus genau diesem tiefen Abstieg, zum Schöpfer schreiend, enthüllen wir, dass wir einen Punkt des Kontaktes mit Ihm haben.

Daher kommen Freude und Verzweiflung zur gleichen Zeit, unterstützen einander und vereinen sich. Das ist dann, wenn der Schöpfer als Folge der Vereinigung dieser beiden Gegensätze zu Einem enthüllt wird.

Aus dem 1. Teil des Täglichen Kabbala Unterrichtes, 9.03.2011

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Der Schöpfer ist unsere innerste Verwirklichung

Der Schöpfer ist unsere korrigierte Eigenschaft. Der Schöpfer wird innerhalb des Geschöpfs enthüllt, deshalb wird er im Hebräischen „Bo-re“ genannt („komm und sieh“).

Man muss einen korrigierten Zustand, das eigene korrigierte Selbst erreichen und kann dann die korrigierten Eigenschaften sehen und diese „den Schöpfer“ nennen. Den Schöpfer enthüllt man nur in sich selbst, innerhalb der eigenen korrigierten Gefäße der Wahrnehmung. Außerhalb von einem selbst fühlt man nichts.

Die gesamte Wirklichkeit, alles, was existiert nehmen wir in uns selbst wahr, in unseren Wahrnehmungen. Deshalb steht im Buch des Sohar, dass alle Welten und alles was diese ausmacht, den Schöpfer eingeschlossen, im Menschen existieren. Das liegt daran, dass sie im Inneren eines Menschen gefühlt werden. Alles scheint außerhalb von uns zu existieren. Diese Illusion wird uns mit Absicht gegeben, damit wir durch den Gegensatz des „Außen“ und „Innen“ die Fähigkeit erlangen, die Welt, uns selbst und den Schöpfer sowohl von Außen als auch von Innen zu sehen. Wir werden dann in der Lage sein, die Schöpfung so zu fühlen, wie er es tut: vor der Schöpfung, im Prozess des geschaffen Werdens und in den zukünftigen „höheren Zuständen“.

Die spirituelle Wahrnehmung basiert darauf, dass man in sich die Wünsche der Anderen fühlt, die man sich dadurch zu eigen macht, dass man ihnen geben und sie lieben möchte. Auf diese Weise wächst das eigene Verlangen und in dem Maße, wie man sich mit den anderen Verlangen verbindet, enthüllt man eine größere und ausgedehntere Wirklichkeit.

In unserer Welt enthüllen wir die Welt der Assiya, wo jeder Mensch in seinem eigenen egoistischen Wunsch von den anderen abgetrennt ist. Wenn man jedoch beginnt sich mit der Gruppe zu verbinden, die dem eigenen Wunsch nach dem Schöpfer ähnlich ist, dann wird man im selben Maße, wie man sich mit ihrem Wunsch verbindet die Welt von Yetzira enthüllen.

Indem man sich mit dem Umfeld zu einem einzigen Verlangen verbindet, entdeckt man die Eigenschaft des Gebens, die man erlangt hat und diese wird der Schöpfer genannt. Die Erscheinungen, die man in den eigenen korrigierten Wünschen aufdeckt, werden das innere Licht und ihre innerste Quelle wird der Schöpfer genannt.

Danach wird ein noch größerer egoistischer Wille in einem selbst aufgedeckt und indem man versucht sich über diesen egoistischen Wunsch hinweg mit der Gruppe zu verbinden, erreicht man die Welt von Bria.

So entdecken wir alle fünf Welten. Baal HaSulam schreibt in der „Einführung in die Wissenschaft der Kabbala“, dass alle Welten im Inneren einer Person existieren. Die Wissenschaft der Kabbala ist die Enthüllung des Schöpfers an die Geschöpfe und zwar innerhalb des Geschöpfes, innerhalb seiner korrigierten Wünsche (Sinne). Durch die Aufdeckung der Eigenschaft des Gebens erreichen wir auch ihre Quelle, ihren Erschaffer. Diese innerste Verwirklichung wird der Schöpfer genannt.

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Klassische Wissenschaft wird nie die spirituelle Welt aufdecken

Frage: Auch Physiker sagen, dass wir nur einen kleinen Teil von allem, was im Universum existiert, wahrnehmen. Wie unterscheiden sich die Teile der Realität, die wir nicht wahrnehmen, von der spirituellen Welt?

Meine Antwort: Wissenschaftler können Werkzeuge entwickeln, die alles erkennen, dass wir nicht mit unseren körperlichen Sinnen wahrnehmen können. Mit Hilfe dieser Instrumente erweitern wir unsere Sinne. Wie auch immer, alle Daten, die wir mit diesen Werkzeugen entdecken, müssen immer noch durch unsere Sinne gehen und in Signale umgewandelt werden, die wir in uns wahrnehmen können.

Wir nehmen alles innerhalb des Verlangens zu empfangen wahr, in einer egoistischen Form, weil wir Egoisten sind. Deshalb spielt es keine Rolle, wie viele Phänomene wir in der Natur enthüllen, wir werden nicht den spirituellen Bereich enthüllen. Wir werden nur mehr von unserer materiellen Welt enthüllen.

Die spirituelle Welt kann nur durch die Änderung der Methode, wie wir unsere Umgebung (Natur) wahrnehmen, enthüllt werden. Wir müssen unsere Wahrnehmung vom Empfangen zum Geben abändern, indem wir unsere Wahrnehmung altruistisch machen.

Aber um diese Art der Wahrnehmung zu besitzen, brauchen wir eine neue Methode, wie wir uns zur Welt beziehen. Wir müssen die Welt „außerhalb von uns“ anstatt „innerhalb von uns“ fühlen.

Deshalb tritt eine völlig neue Wissenschaft über dieser Welt hervor – Kabbala – die die Wissenschaften ersetzt, welche die Natur durch den Egoismus untersuchen. Egal wie sehr wir die Natur durch unser egoistisches Verlangen untersuchen, wir werden nicht die spirituelle Welt enthüllen. Deshalb ist die herkömmliche Wissenschaft in der Krise; sie kann uns nichts qualitativ Neues geben.

Die Menschen fühlen sich übersättigt mit den materiellen Dingen, weil sie uns nicht erfüllen. Deshalb beginnen sie die Frage zu stellen: Wohin gehen wir von hier?

Die einzige Antwort ist, unsere Verlangen auf eine andere Weise zu verwenden.

 

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Kabbala und die sieben externen Wissenschaften

Die Wissenschaft der Kabbala spricht über die spirituelle Welt und die Kräfte, die in der Natur arbeiten. Diese Kräfte wirken auf die Materie unserer Welt, erschaffen verschiedene Bilder in ihr, woraus ein ganzes Universum folgt, mit allem, womit es gefüllt ist: unbelebte Objekte, Vegetation, Tiere und Menschen. Doch all das sehen wir auf dem Schrim im hinteren Teil unseres Gehirns und darum erscheint es uns, als ob es vor uns ist. Auf diese Weise stellen wir uns die Wirklichkeit vor.

Darum ist die Wissenschaft der Kabbala von diesem falschen Bild völlig getrennt, obwohl dieses Bild uns hilft, die Tiefe der Schöpfung zu erreichen, ihre Absicht und den Charakter des Schöpfers. Doch im Wesentlichen lehrt uns die Wissenschaft der Kabbala, wie wir von diesem äußeren Bild zum inneren, wahren Zustand gelangen können, wo nur zwei Kräfte verbleiben – die Kraft des Schöpfers und die Kraft der Schöpfung.

Natürlich teilt sich jede von ihnen in viel mehr Teile, in bestimmte Kräfte und Handlungen. Doch im Wesentlichen spricht sie nur über Kräfte: den Willen zu Empfangen, den Willen zu geniessen und was zwischen ihnen geschieht. Daraus besteht jede Wissenschaft.

Wenn eine Wissenschaft über die Wechselwirkung zwischen diesen beiden fundamentalen Kräften spricht, dann haben wir die Wissenschaft der Kabbala. Und wenn sie über verschiedene Folgen dieser Wechselwirkung auf verschiedenen Stufen der Materie spricht – unbelebt, pflanzlich, tierisch und menschlich – dann haben wir die Wissenschaften dieser Welt.

Natürlich sind diese Wissenschaften wahr, denn sie geben uns Wissen über das äußere Verhalten, durch das diese zwei inneren Kräfte ausgedrückt werden. Aber diese Wissenschaften sind sehr limitiert und wir können ihnen nur innerhalb der Grenzen unserer engen Welt vertrauen.

Es stellt sich heraus, dass die Wissenschaft der Kabbala, welche die zwei in der Natur wirkenden Kräfte erklärt, die Basis für alle anderen Wissenschaften ist. Und das schließt nicht nur die Naturwissenschaften ein, welche die Natur und die äußere Welt studieren, wie Physik, Chemie, Biologie und Zoologie, sondern ebenfalls solche, die zum Menschen direkt gehören, wie Musik, Tanz, und die Kunst.

All diese sind ebenfalls Teile der „sieben fundamentalen äußeren Wissenschaften“, denn sie geben uns Kenntnis über die Fähigkeiten des Menschen, seine Welt wahrzunehmen und zu empfinden.

Aus dem 4. Teil des Täglichen Kabbala Unterrichtes, 21.02.2011, „Einführung zum Buch ‘Panim Meirot uMasbirot'“

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Benutze deinen Verstand zum Geben

Frage: Wie kommt es, dass die Intelligenz, die uns im Laufe der Menschheitsgeschichte geholfen hat, zu wachsen und uns zu entwickeln, uns heute am entscheidendsten Punkt nur ablenkt und blockiert, wenn wir uns spirituell entwickeln müssen?

Meine Antwort: Die Intelligenz hat immer deinem Ego gedient, hat dir also während dieser Jahrtausende geholfen, alles zu erreichen. Doch heute, wenn du deine Entwicklung auf den unbelebten, pflanzlichen und tierischen Stufen abgeschlossen hast und neue Abschnitte der Entwicklung auf der menschlichen Stufe erklimmen musst, ist ein vollkommen anderer Ansatz erforderlich.

Die Sichtweise auf das Leben und die Welt, das ganze Paradigma haben sich total verändert. Jetzt musst du alles, was dich umgibt, mit Geben in Verbindung bringen, das von einer anderen Art Verlangen stammt. Aber dein rationaler Verstand will nicht für das Geben arbeiten, weil du kein Verlangen nach -zu geben- hast.

Wenn du das Verlangen -zu geben- empfängst, möchte dein Verstand anfangen, damit zu arbeiten, doch zuerst hast du nur ein egoistisches Verlangen und deine Intelligenz dient nur ihm. Der Verstand ist ein Instrument, ein Computer. Es ist ihm egal, welche Daten er verarbeitet, mit welchen Ziffernfolgen er geladen wird. Solange er Daten von deinem Egoismus bekommt, den Willen, Genuss zu empfangen, arbeitet er entsprechend.

Was kannst du damit machen? Versuche, dein Verlangen umzuwandeln, anstelle von deinem Verstand. Ziehe das Licht, das umformt, in dein Verlangen. Das Licht erschafft dieses Verlangen und nur das Licht allein kann es verändern. Dann wird dein Verstand anfangen, für das neue Verlangen zu arbeiten und berät dich auf eine bessere Weise, wie man gibt.

Daher ist nicht die Intelligenz der Schlüssel beim Studieren, wie geschrieben steht: „Es ist nicht der Weise, der lernt“. Alles wird durch das Verlangen definiert. Verstand ist das, was du erwirbst, während dein Verlangen sich entwickelt. Was den Verstand betrifft, er kann nur durch das Höhere Licht und nichts anderes verändert werden, außer deiner Umgebung, die dich erweckt und inspiriert, um dein Verlangen umzuwandeln und steuert dies durch „Neid, Lust und Ehrgeiz“. Indem du solche materiellen Hilfsmittel, wie deine irdischen Verlangen, benutzt, führt er dich zum spirituellen Aufstieg.

Aus dem 4. Teil des Täglichen Kabbala Unterrichtes am 3.01.2011, „Die Weisheit der Kabbala und Philosophie“

 

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Wahre Liebe drückt sich durch Geben aus

Frage: Was ist Geben?

Antwort: Geben ist Liebe. Liebe ist jedoch eine Haltung, wobei Geben eine Handlung ist, die Liebe ausdrückt.

Was wir in unserer Welt üblicherweise als Liebe bezeichnen, ist das Bestreben, unser Ego zu erfüllen. Doch was ist wahre Liebe zwischen uns? Ich habe ein Verlangen und du hast ein anderes Verlangen. Wenn ich dein Verlangen an mein Verlangen festmachen kann, und deines zu einem wichtigeren als meines machen kann, dann wird mein Verlangen deinem dienen. Es wird darauf ausgerichtet sein, dein Verlangen zu erfüllen. Das heißt, dich zu lieben. Wenn ich außerdem dein Verlangen auf diese Weise erfülle, wird das eine Handlung des Gebens genannt.

Wir alle wurden als ein einziges Verlangen erschaffen. Doch dann zerbrach dieses verlangen in viele Teile und wir wurden voneinander getrennt. Zwischen uns kam das Ego auf, das uns die Trennung untereinander fühlen lässt. Nun müssen wir Anstrengungen machen, über dem Ego untereinander eine Verbindung herzustellen. Wir sollen das Ego nicht zerstören, sondern es zur Stärkung unserer Verbindung untereinander nutzen!

Als Ergebnis wird die Einheit, die wir erlangen, 613 mal stärker sein, als das gesamte ursprüngliche, vom Schöpfer erschaffene Verlangen. Wir werden uns dann dem Schöpfer gleich fühlen, weil wir nicht vom ursprünglichen Licht von Nefesh, sondern vom Höchsten Licht von NaRaNHY erfüllt sein werden – dem Licht der Liebe und des Gebens!

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Spirituelle Entwicklung kann man von Babys lernen

Frage: Wie kann ich die inneren Eigenschaften finden, welche der Sohar beschreibt, wenn ich nichts von alledem verstehe und mich nicht damit verbinden kann?

Antwort: Wir sind wie Babys, die nicht verstehen, in was für einer Welt sie leben, doch unter der liebenden Obhut ihrer Mutter und ihren Angehörigen sind, die ihnen alles für Wachstum geben, was sie benötigen. Ein Baby muss nur wachsen wollen und die Natur hilft ihm, indem sie ihm dieses Verlangen gibt.

In unserer Welt, das heißt auf der tierischen Stufe, existiert dieses Verlangen von Natur aus in einem Baby. Sogar auf der unbelebten und pflanzlichen Stufe, welche die physische Entwicklung eines Menschen in dieser Welt einschließt, gibt es ein natürliches Verlangen zu wachsen. Doch wenn wir auf der menschlichen Stufe wachsen wollen – in der Spiritualität, muss das Verlangen von uns kommen.

Die Entwicklung findet auf natürliche Weise auf der unbelebten, pflanzlichen und tierischen Stufe der Natur statt. Bis jetzt haben wir – die Menschen dieser Welt – uns auf allen diesen Stufen entwickelt und unser Verlangen hat sich ebenfalls auf allen diesen Stufen die gesamte Geschichte hindurch entwickelt. Jetzt jedoch müssen wir zur „sprechenden“ oder „menschlichen“ Stufe aufsteigen. Die menschliche Stufe bedeutet, dass wir uns entwickeln und das Ziel alleine erreichen müssen. Auf unsere körperlichen Verlangen (nach Nahrung, Sex und Familie) und unsere sozialen Verlangen (nach Wohlstand, Ruhm, Macht und Wissen) gegründet, müssen wir unser eigenes Streben nach Spiritualität entwickeln. Wir fangen mit dem Punkt im Herzen an, doch dann müssen wir ihn beständig zur Entwicklung antreiben, indem wir unsere Umgebung zur Hilfe nehmen.

Um dies zu tun, brauchen wir die Gruppe, weil nur sie uns das Verlangen geben kann, den Punkt in unserem Herzen zu entwickeln. Mit diesem Verlangen ausgerüstet beginnen wir, zusammen mit der Gruppe das Buch Sohar zu lesen. Während des Lesens müssen wir ein Verlangen nach Entwicklung haben, wobei „Entwicklung“ bedeutet, unseren künftigen Zustand oder Empfindung in dem Buch Sohar zu erkennen. Das ist das Einzige, worauf wir jetzt achten müssen.

Außer diesem brauchen alle nur zu warten. Deshalb verlange nur danach, zu wachsen, wie ein Baby, das auf natürliche Weise erwachsen werden will. Schau, ob du es beruhigen kannst, es dazu bringen kannst, nicht zu wachsen oder es dazu bringen kannst, nicht wachsen zu wollen und es zu fordern. Du wirst sehen, dass es unmöglich ist, es zu stoppen, denn die Natur treibt es mit einer unüberwindbaren Macht an, sich zu entwickeln. Deshalb müssen wir unermüdlich in der Spiritualität arbeiten. Immer müssen wir in unserm Innern suchen und wir dürfen niemals ruhen und aufhören, uns zu verändern. Dann werden wir ganz bestimmt wachsen. Dies ist die einzige Bedingung, die von uns gefordert wird.

Das System existiert, doch wir müssen es mit unserem Verlangen, mit unserem inneren Streben, in Bewegung setzen. Wenn dieser innere Druck nicht von uns kommt, wird dieses System nicht auf uns einwirken. Das heißt, es wird durch Leiden auf uns einwirken, um uns zu erwecken, doch wir werden auf diese Weise durch das Mittel des Leidens, das uns von Oben gesandt wird, nicht einen Zentimeter vorankommen. Nur durch das Mittel unseres eigenen Verlangens, das von unten kommt, von uns selbst, können wir vorwärts kommen.

Wir werden wiederholt Probleme und Schwierigkeiten bekommen, jedoch am selben Platz steckenbleiben, weil diese Probleme für uns nicht ausreichen, damit wir uns mit der richtigen Gruppe verbinden und ein Verlangen nach Vereinigung erwerben wollen. Trotz der Schwierigkeiten werden wir am selben Platz stehen bleiben. Doch an und für sich selbst sind die Schwierigkeiten kein Zeichen für Entwicklung. Sie sind im Gegenteil ein Zeichen dafür, dass wir nicht einen einzigen Schritt vorwärts gemacht haben.

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