Kabbala und der Sinn des Lebens - Michael Laitmans persönlicher Blog

Beiträge in der Kategorie 'Vorwort'

Der Sohar für unsere Generation

Das Buch Sohar. Das Vorwort. Artikel „Das dreizehnte Gebot“, Punkt 245: … dieser Punkt erzählt von dem elften Gebot und nicht von dem dreizehnten, aber der Sohar vermischte sie bereits zu Beginn des elften Gebots miteinander, der Verfasser jedoch trennte sie voneinander.

Das Buch Sohar stellte in seiner ursprünglichen Form den Kommentar zum gesamten TaNaCH (die Tora, Newiim/die Propheten, Ktuwim/die Schriften) dar, war also viel umfangreicher, als wir ihn jetzt vor uns haben.

Doch aus verschiedensten Gründen ist der Großteil der Bücher verschwunden, und das, was geblieben ist, müssen wir als uns von oben durch die höhere Lenkung gegeben betrachten, damit wir uns korrigieren können, und mehr brauchen wir nicht.

Jede Generation bekommt das, was für die Art der Seelen, die in dieser Generation auf die Welt kommen, bestimmt ist.

Deshalb müssen wir den Sohar so annehmen, wie er uns erreicht hat, wie seine Teile verfasst und miteinander vermischt sind. Das Licht, das von diesem Buch ausgeht, korrigiert uns – seine Wirkung ist offensichtlich. Wir müssen alles als gegeben annehmen und das tun, was uns auferlegt wurde.

Auszug aus dem Sohar-Unterricht. Das Vorwort, 24.02.2011

Kabbalisten zu Tora und Geboten, T.13

Liebe Freunde! Bitte stellt Fragen zu den Zitaten der großen Kabbalisten.

(Anmerkungen in Klammern sind von mir)

613 (TARJAG) Ratschläge und 613 Anweisungen.

Wir müssen Tora und Gebote ausführen, weil gerade dies uns „reinigen“ soll (und nicht weil der Schöpfer es uns so geboten hat oder um eine Belohnung dafür zu bekommen).
„Reinheit“ bedeutet Reinheit vom „Verlangen mit der egoistischen Absicht zu empfangen“, was „Schmutz“ (Unreinheit) genannt wird, da es in seinen Eigenschaften dem Schöpfer, der nur reines Geben ist, entgegengesetzt ist.
Deshalb ist es bis zur vollständigen Reinigung unserer Gefäße unmöglich eine höhere Erfüllung (das Empfinden der Ewigkeit und der Vollkommenheit) in ihnen zu empfangen. Denn alles, was in ein schmutziges Gefäß hineingelegt wird, verdirbt entsprechend dem Gesetz der Gleichheit der Eigenschaften.
Deshalb brauchen wir die richtigen Ratschläge von den Kabbalisten, die selber schon den Weg der Korrektur gegangen sind, die uns helfen können, unsere Gefäße, die egoistischen Wünsche zu reinigen. Das wird auch das „Kaschern“ (Koschermachen) genannt, damit wir all das Gute und die Vergnügen, welche uns in der Offenbarung des Schöpfers bereitet werden, empfangen können.
Dafür wurden uns die 613 Gebote (Anweisungen) gegeben, die in der Sprache des Sohars „613 Ratschläge“ genannt werden. Diese Ratschläge sagen uns, wie wir unser Gefäß, unsere Wünsche von der Unreinheit des egoistischen Empfangens reinigen können.
Wie es im Vorwort zum Sohar geschrieben steht: Die Gebote der Tora heißen in der Sprache des Sohars „Pekudin“ (hebr. Investitionen, Einlagen), und außerdem heißen sie auch „613 Ejtin“ (hebr. Ratschläge, Anweisungen). Und der Unterschied zwischen den beiden besteht darin, dass in jeder Korrektur die Vorder- und die Rückseite existieren.
Die Zeit der Vorbereitung heißt „die Rückseite“ und die Zeit der Erkenntnis (des Empfangens) „die Vorderseite“. Dementsprechend gibt es in der Tora und den Geboten eine Unterteilung in „tun und hören“*.

Und wenn der Mensch die Tora und Gebote wie derjenige, der „Sein Wort vollzieht**“ (d. h. seinen Egoismus korrigiert), hält, und er noch nicht „hören“ kann, heißen für ihn die Gebote „613 Ejtin“ (Ratschläge) und das ist die Zeit der Vorbereitung, „die Rückseite“.
Und wenn der Mensch gewürdigt wird, die „Stimme seines Wortes***“ (die Eigenschaft des Gebens in sich) zu hören, werden 613 Gebote zu Pekudin, abgeleitet vom hebr. Wort „Pikadon“ (wörtl.-Einlage, das Empfinden des Lichtes in sich).
Rabasch. Schalavej Sulam. „Die Heiligkeit und die Reinheit in der Arbeit“. Art. 28, 1991

*[Ex. 24:7]
** [Ps. 148:8]
***[Ps. 103:20]

Kabbalisten über Tora und Gebote, T.3

Liebe Freunde! Ich bitte euch, Fragen zu diesen Zitaten von großen Kabbalisten zu stellen.

Anmerkungen in Klammern sind von mir [M. Laitman].

Gebote

Das Gebot ist ein Geheimnis von Kli (das Wesen der Erkenntnis). In ihn kleidet sich das Licht, oder der Name (Offenbarung) des Schöpfers, das sich auf dieses Gebot (Korrektur) bezieht, wie es geschrieben steht: Das Gebot ist ein Leuchter (das gespiegelte Licht, „Ohr Choser“) und die Tora – das Licht (das direkte Licht, „Ohr Jaschar“).

Baal HaSulam. Vorwort zum Buch „Mund des Weisen“ (heb. Pi Chacham).

In jedem der 613 Gebote gibt es ein Teilchen des Lichtes, das dieser Stufe und dem bestimmten Organ der Seele (des Lichtes) und des Körpers entspricht. Wenn der Mensch ein Gebot erfüllt (sein Verlangen korrigiert), indem er (in den korrigierten Wunsch) das (diesem Wunsch) entsprechende Licht heranzieht und das (Erfüllen mit dem Licht, die Offenbarung des Schöpfers) wird der innere Aspekt des Gebotes genannt.“

Rabasch. Stufen des Leiters (Shlavey HaSulam). Die Bedeutung des gemeinsamen Gebets. Art. 7, 1985-86.

Alle 620 Namen (613 Geboten der Tora und sieben Geboten der Weisen) sind im Wesentlichen fünf Teilen der Seele, NaRaNCHaY, denn die Gefäße von NaRaNCHaY sind nichts anderes wie das Licht der Tora, das sich in jedem Gebot befindet. So stellt es sich heraus, das die Tora und die Seele dasgleiche sind.

Baal HaSulam. Brief 17.

Kabbalisten zu Tora und Geboten, T.1

Liebe Freunde, ich bitte euch Fragen, zu diesen Zitaten von grossen Kabbalisten, zu stellen.
Anmerkungungen in Klammern sind von mir [M.Laitman]

Tora

Tora heißt das einfache Licht, welches aus dem Wesen des Schöpfers verbreitet wird.

Baal HaSulam, Vorwort zum Buch „Mund des Weisen“

Tora heissen alle Namen des Schöpfers, die sich auf die Schöpfung beziehen.
Baal HaSulam, „Die schaffende Vernunft“
Das Wort Tora kommt von dem Wort Anweisung (Anleitung), von dem Wort Spiegel (Reflektion, Eindruck) und auch Vision, also es bezeichnet eine vollkommene Erkenntnis, die nach dem Aussprechen (dem Erscheinen) nicht verschwindet.
Baal HaSulam, Brief 11.

Bloß keine Idole!

Eine Frage, die ich erhielt: Während des Lesens des Buches Sohar, versuchen wir uns etwas vorzustellen, was wir noch nicht wahrnehmen können: Die gemeinsame Seele, Adam HaRischon, die Vereinigung.

Bedeutet das nicht, dass wir den Verbot der Tora überschreiten – „mach dir kein Bildnis“?

Meine Antwort: Nein. Ich stelle mir ja nicht, etwas aus Gestalten unserer Welt, etwas materielles vor. Ich möchte meine Verbindung zu den anderen spüren.

Ja, diese Verbindung malt sich in meinem begrenzten Vorstellungsvermögen in Form von gewöhnlichen Gestalten und Beziehungen. Aber es handelt sich um ein Gefühl, um ein Verlangen, nicht um materielle Bilder.

Sei es auch egoistisch, aber wir versuchen uns doch an die spirituelle Form näherzubringen. Der Mensch baut sich auf, aus dem vorhandenen Material.

Hauptsache ist es – eigene Verbindung zu den anderen entdecken zu wollen. sie existiert, sie ist nur vor mir verborgen. Ich taste sie im Dunkeln, im Nebel und warte darauf, dass der Sohar den Schleier, der meine Empfindungen bedeckt auseinanderweht und das wahre Bild darin zeigt.

Dieses Bild werde ich nicht mit Augen sehen, sondern mit dem Herzen und dann werde ich tatsächlich alles spüren, wovon das Buch Sohar erzählt. jetzt weiß ich noch nicht wie das wird, in jedem Fall in Form von gegenseitigen Verbindungen.

Denn es existiert nichts, außer Arten der Verbindung zwischen Teilen des spirituellen Verlangens, das man „Seele“ nennt. Zwischen diesen Teilen fließt das Licht NaRaNCHaJ, das als Ganzes der Schöpfer selbst ist.

Aus einem Unterricht über das Buch Sohar. Vorwort, 23.11.2010

Vom Sohar die Heilung erwarten

Ich lese den Sohar Text, aber es ist schlecht, wenn der Text von mir das Ziel des Lesens verbirgt. Ich soll mich ständig darin prüfen: was ich gerade vom Lesen wünsche?

Vor allem, möchte ich, dass als Ergebnis des Lesens die Offenbarung der Krankheit der Selbstsucht erfolgt, und danach ihre Heilung – die Erwerbung der Eigenschaft des Gebens, der Einheit mit den Freunden, die auf dasselbe Ziel gerichtet sind.

Das nennt man die Absicht vor dem Studium. Dabei ist unwichtig, was wir aus dem Buch Sohar zusammen lesen.

Nach der Vorbereitung der Absicht, wofür ich das Buch Sohar lese, kann ich mit dem Studium beginnen. Und wenn es mir gelingt, diese Absicht festzuhalten, dann kann ich es mir auch gönnen, dem Text, seinem Sinn zuzuhören.

Dieser Zustand gleicht sich dem Kranken Menschen an, der im kritischen Zustand, im medizinischen Buch nach der Heilungsmethode sucht – alles andere interessiert ihn nicht!

Weder der Stil der Beschreibung, noch die Einzelheiten der Erzählung sindmaßgebend – er sucht nur nach Medikamenten (nach dem Elixier des Lebens – nach dem Licht!). Deshalb soll es vor allem die Absicht geben, und danach kann man zuhören, worüber der Sohar gerade erzählt.

Aber es gibt nichts Wichtigeres, als das Erhalten „der Heilkur“, – denn ich verstehe so lange nichts an der Handlung, bis ich in diesen Zustand selbst eingehe.

Aber warum schrieben die Autoren des Sohars all die Erzählungen? – Damit wir die Anstrengungen machen, uns an der Absicht festzuhalten.

Und dann, insofern es möglich ist, sich erlauben, das Sujet wahrzunehmen, es in der Absicht zu öffnen, sich bewusst zu werden, dass man sich in diesen Zuständen nicht befindet, denn auch wenn wir den Text nicht verstehen, wollen wir trotzdem den beschriebenen Zustand in unserem Inneren öffnen – dann werden wir uns tatsächlich mit ihm verbinden können.

Ich wünsche mittels der richtigen Beziehung zum Buch Sohar, vor allem, die geistige Eigenschaft zu erreichen, und gleich darauf, den Text wahrzunehmen, ihn richtig zu verstehen. Es heißt „sich wünschen, den Text zu begreifen“, wie es im Vorwort zum TES, Punkt 155 gesagt ist.

Der Sohar Text ist für mich der Arbeitsplatz der inneren Klärungen, wo ich mich befinde:

1. Die Absicht – bezüglich des Ziels

2. Die Empfindung – bezüglich des Textes.

Man muss die Tiefen der Schichten des Begreifens empfinden – es heißt „sich mit der Tora und mit den Geboten zu beschäftigen“, „das Studium der Tora“.

Aus dem Unterricht nach dem Buch Sohar, 12.09.2010

Zum Kabbalalernzentrum–>

Wenn die Zeit verschwindet

„Vorwort zum Buch Panim Meirot“, Punkt 12: Das ist die geheime Bedeutung der Existenz von Zeit in unserer Welt.

Zunächst teilten sich die zwei oben genannten Gegensätze in zwei voneinander getrennte Wesen auf, also in ein System von reinen Welten und Sitra Achra, was der verborgene Sinn des Gesagten ist: „Eines gegenüber dem Anderen erschuf der Schöpfer“, in denen sich immer noch keine Korrektur verwirklichen kann, da sie sich in einem Träger befinden müssen – dem Menschen.

Somit brauchen wir die Existenz von Zeit, damit diese zwei Gegensätze im Menschen einer nach dem Anderen entstehen.

Es ist unmöglich, die zwei Gegensätze – die Eigenschaften des Schöpfers und der Schöpfung – sofort direkt miteinander zu verbinden.

Aus diesem Grund müssen wir uns schrittweise fortbewegen, indem wir zuerst in ein leeres Verlangen eintauchen und dann die Korrektur vornehmen und uns mit dem Licht erfüllen, und darauf folgen wieder die Leere, die Korrektur und das Licht.

Während wir auf diese Weise ab- und aufsteigen, kommen wir von unten nach oben voran, indem wir unser Verlangen vergrößern und es durch die Absicht zum Geben korrigieren.

Nur diese Veränderungen geben uns das Zeitempfinden. Und wenn sich das Verlangen und die Absicht in uns nicht verändern würden, hätten wir die Zeit nicht wahrgenommen und würden in einem unveränderlichen Zustand bleiben. Deshalb gibt es in der Welt der Unendlichkeit, wenn alles bereits korrigiert ist, keine Zeit.

Sich in dem spirituellen Raum zu befinden bedeutet, sich an einen Zustand, an ein Prinzip, das über allen Dimensionen liegt, anzuheften. Deshalb empfinden wir dort keine Zeit.

Dieser Zustand ist uns sogar aus dem alltäglichen Leben bekannt: wenn wir mit Spielen oder Arbeiten beschäftigt sind, merken wir nicht, wie die Zeit vergeht.

Wahrscheinlich durchlaufen wir eine Menge Zustände, doch darüber hinaus sind wir auf einen einzigen Punkt fixiert – dann nehmen wir die Zeit nicht wahr.

Das heißt, die Zeit hängt nicht davon ab, wie wir uns durch Auf- und Abstiege, durch Zustände des Klein- und Großseins bewegen, sondern inwieweit wir dieser einen Richtung, dem einzigen Punkt der Verschmelzung, trotz aller Schwankungen ergeben sind. Dann empfinden wir die Zeit nicht.

Deshalb erheben wir uns in der spirituellen Welt über die Zeit. Denn den Machsom zu durchqueren bedeutet, sich an dieses Prinzip zu halten. Dann fängst du an, wahrzunehmen, was es bedeutet, über der Zeit zu sein.

Hier gibt es nichts Mystisches – wir erheben uns in unseren Empfindungen über die Dimensionen, und aus diesem Grund verschwindet die Zeit.

Aus dem Unterricht nach dem Artikel „Vorwort zu Panim Meirot“ vom 07.07.2010

Zum Kabbalalernzentrum–>