Kabbala und der Sinn des Lebens - Michael Laitmans persönlicher Blog

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Die gesamte Welt ist wie eine Pyramide

Eine Frage, die ich erhielt: Warum benötigen wir soviel Zeit – 6000 Jahre – um die Endkorrektur zu erreichen?

Meine Antwort: Die gesamte Welt ist wie eine Pyramide konstruiert, die in die leblose, pflanzliche, belebte und menschliche Ebene aufgeteilt ist. Der unbelebte Teil ist unser gesamtes Universum, welches vor 15 Milliarden Jahren geschaffen wurde. Vor 4 Milliarden entstand unser Planet mit dem pflanzlichen Leben. Die ersten lebenden Organismen entstanden vor ungefähr einer halben Milliarde Jahren. Die ersten menschlichen Wesen tauchten vor ungefähr 50 000 Jahren auf (kommt drauf an, was Sie als menschliches Wesen erachten). Sehen Sie die Proportion, in der sich all diese Ebenen zueinander verhalten?

Das Gleiche bezieht sich auf die Menschen, die innerlich auch die unbelebte, pflanzliche, belebte und menschliche Entwicklung durchmachen müssen. Auf der unbelebten jahrtausendelangen Entwicklungsebene, die die Menschen durchmachten, gab es keinen Unterschied zwischen den Menschen und Tieren. Dann begann die „pflanzliche“ Ebene der menschlichen Entwicklung, und bis heute existieren wir auf dem belebten Level der Entwicklung.

Unsere gesamte innere Entwicklung findet aufgrund unseres wachsenden Egoismus statt.

Der individuelle oder persönliche Egoismus ist eine Eigenschaft, die zu den belebten Ebenen gehört.

Auf der unbelebten Ebene war jeder gleich. Auf der pflanzlichen Ebene begann der Egoismus in den Menschen zu blühen, doch sie entwickelten sich als eine integrale Masse, so wie die Pflanzen, die sich zusammen Richtung Sonne drehen, sich dem Wind beugen oder sich für den Regen öffnen.

Auf der belebten Stufe erschienen egoistische Wünsche im Menschen, so wie sie es auch in allen Tieren gibt. Wann erreicht der Mensch dann den menschlichen Grad? Dies geschieht gerade erst jetzt, im 21. Jahrhundert! Schauen Sie, wieviele Milliarden von Jahren das Universum zu seiner Entwicklung im Vergleich zur Entwicklung des Menschen brauchte.

Die Frage lautet: „Wir haben nun 5000 Jahre lang gelitten. Wie lange noch?“ Warum fragt man nicht nach den vergangenen 15 Milliarden Jahren? Weil man eine engstirnige, subjektive Weltansicht besitzt, die nicht den ganzen Vorgang erfasst. (Aus dem täglichen Kabbala Unterricht über Shamati 13).

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Die Kraft des Lichtes hilft uns, unsere egoistischen Wünsche zu überwinden


Wenn ein Mensch beginnt, unmittelbar an seinem Wunsch zu geniessen zu arbeiten und er versucht, diesen zu unterdrücken oder umgekehrt, ihn zu vergrößern, dann findet dieser Vorgang innerhalb der Grenzen dieser Welt statt. Es gibt viele Menschen, die bereit sind, ihre Wünsche um etwas anderes Wichtiges willen zu unterdrücken, z.B. wollen sie schlanker werden, einen gesunderen Lebenstil erreichen oder im Sport eine Medaille erringen.

In diesen Fällen bezwingt der größere egoistische Wunsch die kleineren Wünsche. Alles hängt von der Entscheidung ab, die man trifft. Was ist für mich wichtiger?

Die Gesellschaft und Werbung können uns mit solch künstlichen Werten vollstopfen, dass wir gezwungen sind, entgegen unseren natürlichen egoistischen Wünschen, das Leben zu geniessen, zu handeln. Das ist so, weil der größte Wunsch des Menschen in der Anerkennung der Gesellschaft liegt, da dieser Wunsch aus der Verbindung unter den Seelen stammt.

Viele Menschen bringen ihr egoistisches Verlangen dazu, aus sich selbst oder unter dem Einfluss der Gesellschaft zu wachsen: sie kämpfen darum, Reichtum, Berühmtheit und Macht zu gewinnen, ohne sich selbst Grenzen zu setzen und sie versuchen, sich selbst zu erfüllen. Beide Herangehensweisen sind egoistisch und üblich in unserer Welt. Ebenso ist das, was wir „Gnade“ oder „Mitgefühl“ nennen, ebenfalls eine verhüllte Art des Empfangens.

Sollte ein Mensch jedoch zum wahren Grad des Gebens aufsteigen wollen, dann muss er sicher gehen, dass er sich nicht selbst belügt, dass er nicht in dem gleichen gewöhnlichen Egoismus verbleibt. Darum wird er zu einer Gesellschaft gebracht, deren Ziel es ist, Geben und Vereinigung mit einander zu erreichen, aber außerdem wird dies deshalb getan, um sich mit dem Schöpfer zu verbinden und Ihn zu enthüllen.

Um das zu tun, braucht man das Höhere Licht, denn man braucht eine äußere Kraft, die Kraft des Lichtes, um die Arbeit gegen den Egoismus auszuführen. In diesem Fall suche ich mir nicht aus, welcher Wunsch am wichtigsten für mich ist, sondern ich entscheide einfach, dass mein Egoismus gar nichts empfangen will. Die einzige Belohnung, die ich erhalte, wird die Eigenschaft des Gebens sein, die ich erlange.
(Aus der Vorbereitung zum täglichen Kabbala Unterricht)

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Die spirituelle Wurzel der Medizin


Eine Frage, die ich erhielt: Wenn wir die gesamte Welt dazu bringen könnten, für einen Tag ein Spiel zu spielen, bei dem jeder nichts anderes tut, als zu geben, dann würde die Menschheit das Gefühl dafür bekommen, was das Geben bedeutet. Würde diese Handlung genug Licht anziehen, um uns zu korrigieren?

Mein Antwort: Jeder Arzt weiß, dass es fast keine Medizin gibt, die sofort hilft.
Dies kann nur durch ein Wunder, aber nicht durch vom Menschen hergestellte Medizin geschehen.

Ein Mensch kann einen Tropfen Gift einnehmen und daran sterben oder er kann es zur Herstellung von Medizin verwenden. Es ist kein Zufall, dass das medizinische Symbol die Schlange ist.
Jedermann weiß, dass jede Medizin Gift ist. Wenn Gift als Medizin verwendet wird, nimmt man es in kleinen Mengen und über längere Zeit hinweg, bis der Mensch geheilt ist. Dies ist das Gesetz zur Korrektur des tierischen Körpers, und das Gleiche gilt für die Korrektur der Seele.

Wie kommt es, dass ein Mensch auf der Stelle durch einen Tropfen Gift sterben kann, es aber monatelang einnehmen muss, um geheilt zu werden? Dies ist die Folge eines spirituellen Vorgangs: dem Zerbrechen der einheitlichen Seele in Teile. Dieses Zerbrechen geschah von Oben und hat sofortige Auswirkungen, wohingegen die Korrektur, die Wiedervereinigung und die Heilung Schritt für Schritt verlaufen und von uns abhängen.

Warum geschah das Zerbrechen der Seelen und der Bedarf nach Korrektur noch vor unserem Eintritt in die Welt? Damit wir während unserer Korrektur den Zweck, Vorgang und das Ziel der Schöpfung erhellen und uns dabei dem Schöpfer – der Höheren Macht der Natur angleichen.

Und da jeder Mensch Gleichheit mit dem Schöpfer (Bore auf hebr. Bo = komm und Re = sieh) erlangen muss, dauert dieser Vorgang so lange, nämlich 6000 Jahre, vom ersten Erlangen Adams bis zum letzten.

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