Kabbala und der Sinn des Lebens - Michael Laitmans persönlicher Blog

Beiträge in der Kategorie 'Verlangen des Gebens'

Wenn die Gottlosen frei gelassen werden

Aus dem Sohar, Abschnitt „Miketz“, Punkt 85:
Wo immer über Israel Gericht gehalten wird, und es “ Bürde“ heißt, dann ist es sicherlich eine Bürde, die auf dem Schöpfer lastet um Israel zu bestrafen. Dies ist eine Last von beiden Seiten, so als ob Er sich belaste, sei es er bestrafe sie oder er bestrafe sie nicht. Bestraft er sie nicht, bleiben sie im Schmutz der Sünde. Und wenn er sie bestraft, dann leidet Er sicherlich wegen des Leidens Israels. Darum ist es schlecht, wenn „Bürde “ in Bezug auf Israel geschrieben steht.

Es ist unmöglich spirituellen Fortschritt zu machen, ohne das Verlangen zu genießen zu enthüllen. Unser Wille, mit Genuss erfüllt zu werden, ist unendlich, aber das ist im Innern vor uns verhüllt. Wenn dieses Verlangen sich in seiner unkorrigierten Form enthüllt, fangen für uns die Probleme an. Unser Herz bekommt eine Last und unsere Entwicklung wird immer schwieriger. Doch genau dieser Prozess den wir durchlaufen ist unumgänglich, denn unsere Korrektur ereignet sich über unserem Verlangen zu Empfangen. Daher muss sich das auf diese Weise enthüllen.

Die Offenbarung unseres unkorrigierten Verlangens ist ein Zeichen dafür, dass wir bereit sind korrigiert zu werden. Darum werden diese neuen Schichten des Verlangens zu Empfangen enthüllt, und sie erlauben uns, daran zu arbeiten. Aus diesem Grund müssen wir sowohl die Guten als auch die Schlechten schätzen.

Es gibt nicht so etwas wie „böse“, sondern nur, was die „Enthüllung des Bösen“ genannt wird. Das was zuvor in Form der „gottlosen“ (egoistischen) Verlangen verborgen war, ermöglicht uns erst den Prozess der Korrektur.

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Der Lichtstrahl, der uns erhebt


Eine Frage, die ich erhielt: Was ist das Licht, das uns erneuert und uns angeblich erheben soll?

Meine Antwort: Es ist eine Kraft, die als Folge deiner Studien und deines Verlangens kommt. Es gibt einen sehr dünnen Lichtstrahl, der dich zu beeinflussen beginnt, wenn du in ihn „hinein gehst“. Du und dein Verlangen wirken in der gesamten Sphäre, aber du musst diesen dünnen Strahl finden, indem du dich zum spirituellen Ziel hin bewegst. Dieses Licht beginnt dich dann zu beeinflussen und bringt dich zu seinem Ursprung zurück.

Das Licht kommt aus diesem Ursprung und wenn du dich genau auf dieses Licht ausrichtest, wirst du unter seinen Einfluss kommen. Es beginnt, auf dich zu scheinen und dich entlang seinem Strahl zum Ziel zu ziehen.

Was hat das mit dem Lesen des Sohar und der Denkweise von der Einheit der Seelen zu tun? Dieser Strahl schlägt direkt in der Quelle der Einheit seine Wurzeln – in der kollektiven Seele vor ihrem Zerbruch, wo alle Seelen zu einer Einheit verbunden sind, in Malchut der Welt der Unendlichkeit. Aus diesem Grund ist es so wichtig für dich, dem Verlangen, unter den Einfluss des erneuernden Lichtes zu kommen, zu folgen und zu spüren, dass du vollkommen von ihm abhängig bist.

Zudem musst du diesen Strahl selbst finden. Er ist deutlich von Oben nach unten gerichtet, von der Welt der Unendlichkeit, der Wurzel deiner Seele. Er erstreckt sich über alle Welten und reicht bis in diese Welt, wo er dich „berührt“. Er scheint von Oben jedoch nur von einem bestimmten Punkt aus in diese Welt und du kommst zu diesem Punkt, wenn du die richtige Absicht hast. Nur wenn du diesen Punkt findest, wirst du den dünnen Lichtstrahl von Oben sehen und dann wird deine Seele entlang des Strahls zu seiner Wurzel emporsteigen.

Du musst dich ändern, um diesen Punkt zu entdecken. In der Zwischenzeit ist das Licht überall um dich herum, aber du kannst es nicht sehen. Du wirst es erst sehen, wenn du einen Weg hinein findest; darin liegt die Herausforderung.

Warum der Schlaf 1/60tel des Todes ist

In der Spiritualität ist ein Traum eine bestimmte Art und Weise, in der das Licht gefühlt wird. Es ist ein Zustand des Verlangens relativ zum Licht, wenn ich dieses Verlangen nicht nutze, weil es keinen Schirm hat. Daher wird ein Traum „ein Sechzigstel des Todes“ genannt.

Wir sprechen offensichtlich nicht über einen gewöhnlichen Traum, sondern über einen spirituellen Zustand, in dem ich nur den kleinsten Teil aus all den riesigen Verlangen nutze, die in mir enthüllt werden. Ich nehme die Wirklichkeit und meine Beziehung zum Schöpfer nur in diesem Teil wahr.

„Einschlafen“ bedeutet, einen neuen Abschnitt, eine neue Stufe zu beginnen, wenn ein alter Zustand endet und ich mit neuen, noch unkorrigierten Verlangen zu arbeiten beginne. Aus diesem Grund nehme ich sie als Dunkelheit, als Nacht wahr, als liegenden horizontalen Zustand, worin alle Teile des spirituellen Parzuf (Seele) – sein Kopf, sein Torso, seine Gliedmaßen (Rosh, Toch, Sof) – sich auf der gleichen Ebene befinden und es keine Einkleidung des Inneren Lichtes von Oben nach unten gibt.

Alles Licht ist verschwunden und es wurde in den Kelim nur ein schwaches Nachleuchten zurückgelassen, das diese belebt. Das wird Traum (Kista de-Chauta) genannt. Wenn ich nichts fühle oder verstehe, wenn ich das Gefühl des Träumens erlebe, wird das „ein Sechzigstel des Todes“ genannt.

Von diesem Zustand oder Punkt muss ich aufwachen und mich zu meiner vollen Höhe (GAR) erheben. Und dann, zusammen mit meinen neuen Verlangen, lege ich mich wieder hin. Und so folgt ein Zustand dem anderen, ein Zyklus nach dem anderen.

Zuerst überlasse ich mich der Höheren Kraft, lasse sie für mich sorgen, wie für einen Embryo im Körper der Mutter gesorgt wird. Und je mehr ich mich selbst zurücknehme, umso mehr hilft sie mir zu wachsen.

Dann fange ich an, mich selbst aktiv zurückzunehmen, mein Verlangen zu genießen aus eigener Kraft zu unterdrücken. Und dann entleert sich mein Parzuf vom Licht und ich beginne zu träumen bis ein neuer Tag beginnt und mit ihm eine neue Stufe.

Den dunklen Keller mit dem Licht einer Kerze durchschreiten


Aus dem Sohar: All die Wege des Schöpfers sind richtig und Seine Wege sind wahr. Deshalb „schreiten sie nur auf diesen“, da sie die Wege des Schöpfers kennen und sich mit der Tora beschäftigen, und jeder, der sich mit der Korrektur der Tora beschäftig, kennt die Wege der Tora und geht auf ihnen und irrt weder links noch rechts ab. Aber Frevler stolpern darin.

Dies spricht nicht über die materielle Welt, sondern nur über die Seele eines Menschen, welche mit allen möglichen Mitteln versucht, das Licht der Korrektur anzuziehen, um sich mit dem Schöpfer zu vereinen. Ein Mensch möchte den rechten Weg gehen, erlebt dabei aber manchmal Tag und manchmal Nacht.

Daher tauchen alle „Schurken“, die in der Tora beschrieben sind (Esau, Bilam, Balic, Ahasverisch, die Schlange, der Pharao) sowie die „Gerechten“ (Abraham, Isaak, Jakob, David) in einem Menschen auf. Er fällt in einen Zustand der Dunkelheit, Angst, Krieg, Unruhen und dann erwacht er, gewinnt und schreitet vorwärts. Danach geht er durch den gleichen Zyklus, wieder und wieder. Er sündigt unzählige Male auf dem spirituellen Weg, weil er sein gesamtes unkorrigiertes Verlangen enthüllen und die Gegensätzlichkeit gegenüber dem spirituellen Ziel verspüren muss. Erst danach kann er lernen, welche Art von Licht er benötigt, um sein Verlangen zu korrigieren und das Geben zu erwecken.

Wir haben kein anderes Mittel, um zu studieren, was der Schöpfer erschaffen hat und wie Er in uns handelt. Wir handeln nur entsprechend dem Verlangen zu empfangen, jene leeren, schlechten Schalen, die sich in uns enthüllen. Danach können wir das Schlechte zum Guten transformieren, durch die Hilfe des Lichtes, entsprechend der Erkenntnisstufe die wir erreicht haben. Ein Mensch muss zuerst sündigen, um zu erkennen, dass er sein Verlangen zu empfangen zum Schlechten verwendet – gegen jeden und gegen den Schöpfer. Dadurch erkennt er, dass er vollkommen egoistisch ist und dieser Egoismus ihn komplett beherrscht.

Während er diese Zustände durchwandert, die wir als „Bösewichte“ bezeichnen, und diese korrigiert, wird er zu einem „Gerechten“. Daher wollen wir hoffen, dass wir alle zu diesen „Schurken“ werden, von denen uns die Tora berichtet, da dies erhabene spirituelle Stufen sind.

Diese Zustände kommen zum Menschen, wenn dieser bereit ist, seinen bösen Trieb zu erkennen, sofern er sich diesem nicht unterwirft, sondern ihn fühlt und erkennt. Ein besonderes Licht scheint dann auf ihn, was ihm erlaubt, die Dunkelheit in sich zu erkennen. Genauso wie wir mit dem Licht einer Kerze auf der Suche nach Chametz (Gesäuertem) sind, bevor wir die Feiertage von Pessach begehen, sollte auch der Mensch in seinen dunklen Keller in sich hinabsteigen und mit Hilfe des Lichtes einer Kerze beginnen, zu überprüfen, wo sich Chametz befindet und wo das Essen ist, welches für Pessach geeignet ist (Ungesäuertes).

Nur die gebenden Kelim sind für Pessach geeignet, während der Rest verboten ist.
Wir brauchen zumindest ein kleines Kerzenlicht, um in den dunklen Keller hinabzusteigen und mit der Suche beginnen zu können. So bereiten wir uns für den Auszug aus Ägypten vor. Durch die Enthüllung und Wahrnehmung des Bösen in uns, schreitet der Mensch vorwärts und gelangt vom Exil zur Höheren Welt.

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Die Erforschung der menschlichen Stufe ist nur von einer höheren Stufe aus möglich


Wie jede andere Wissenschaft, untersucht die Kabbala, was mit der Materie geschieht. Doch sie hat einige besondere Merkmale:

• Im Gegensatz zu physischen Wissenschaften, die physische Erscheinungen des „Verlangens zu empfangen“ untersuchen, die wir entweder selbst oder durch Hilfsmittel fühlen, untersucht die Kabbala Materie, die wir nicht fühlen, die „Verlangen zu geben“ heißt.

• Die Kabbala ermöglicht uns, die Materie, in der wir existieren, „von außerhalb“ zu beobachten, vom spirituellen Blickpunkt aus. Das ist der gleiche Punkt, der die gesamte Materie erschaffen hat, sowohl die spirituelle – das Verlangen zu geben, als auch das physische – das Verlangen zu empfangen.

• Während wir in den Wissenschaften unserer Welt Forschung betreiben, existieren wir in dieser Welt, innerhalb ihrer Materie (Verlangen zu empfangen). Folglich untersuchen wir diese Welt und schlussfolgern nur auf dieser Basis. Wir untersuchen die belebte, pflanzliche und unbelebte Stufe aus der Perspektive eines Menschen. Die Kabbala ermöglicht es, uns auf eine Stufe zu erheben, die höher ist, der Stufe des Lichts, dem Verlangen zu geben und unser Material von dieser Stufe aus, von oben zu untersuchen. Wir können die „menschliche“ Stufe auf keine andere Weise erforschen, außer durch die Methode der Kabbala.

• Die Wissenschaft der Kabbala ermöglicht uns, einen neuen Sinn aus dem „Punkt im Herzen“ zu entwickeln, der in uns existiert. Mit diesem Sinn werden wir den Teil des Universums wahrnehmen, der uns jetzt verborgen ist und das System enthüllen, das uns und unsere gesamte Welt beherrscht. Wir werden ebenfalls fähig sein, durch dieses System von oben nach unten unseren Zustand zu lenken.
Unsere Anpassung an dieses Herrschaftssystem ermöglicht es, zu einer Wahrnehmung unserer Existenz im System des Gebens zu wechseln. Demzufolge werden wir nicht durch die Grenzen von Raum und Zeit eigeschränkt sein und werden den Fluss der Existenz jenseits von Raum, Zeit, Leben und Tod spüren.

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Der böse Trieb ist nicht das was du denkst

Es gibt für mich nichts zu korrigieren, bis ich das Böse in mir erkenne. Doch der wahre böse Trieb hat nichts mit notorischen Untugenden zu tun – den Verlangen zu stehlen, zu lügen, zu morden und alles was du dir vorstellen kannst. Keines davon gehört zu dem bösen Trieb.

Es gab eine Zeit, als wir eine einzige Seele waren, miteinander verbundene „Zahnräder“, doch wir brachen auseinander und wurden getrennt. Diese Trennung, der Hass zwischen uns ist das wirklich Böse. Der böse Trieb ist das Fehlen des Verlangens, mich mit anderen in einem Herzen zu verbinden und mein Widerwille meinen Freund wie mich selbst zu lieben. Das ist das Böse, das erkannt und korrigiert werden muss. Es ist nicht einfach, das Böse zu korrigieren!

Das Licht, das zur Quelle zurückführt muss zum Guten hin an mir arbeiten, bevor ich anfange, in mir das Böse zu spüren, wovon die Kabbala spricht. Sobald ich jedoch das Böse in mir in vollem Ausmaß zu spüren beginne, werde ich sofort nach Korrektur verlangen.

Zuerst decke ich den „Riss“ zwischen mir und der Gruppe auf und korrigiere ihn und in dem Maße, in dem ich die Eigenschaft des Gebens erwerbe, überwinde ich mit dem Schöpfer den Riss. Indem ich danach strebe, trotz des Bösen in mir meine Freunde zu lieben (ihr Streben zum Schöpfer, den Punkt in ihrem Herzen), enthülle ich nur, wie sehr ich in Selbstliebe versunken bin.

Nachdem das Problem ans Licht gebracht wurde, ist es nicht schwer, es zu lösen – ich bitte um das Licht und es korrigiert mich.

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In der spirituellen Welt laufen lernen


Wenn wir einem Baby das Laufen beibringen, stellen wir es auf seine Füße und ermutigen es, einen Schritt zu machen, dann den nächsten und so weiter. Doch hinsichtlich unserer spirituellen Entwicklung, können wir nicht einmal einen Schritt alleine tun. Der Schöpfer stellt uns auf unsere Füße und hält uns aufrecht, sodass wir laufen können, doch wir bekommen Angst und verstehen überhaupt nichts. Wir werden unfähig gelassen, auch nur einen Schritt vorwärts zu machen!

Und das geschieht aus dem Grund, dass in der Spiritualität jeder Schritt vorwärts entgegen unserer Natur ist und deshalb verstehen wir nicht, wie wir ihn machen müssen. Es gibt in dieser Hinsicht keine Anstrengungen, die uns helfen können. Das Einzige, was uns bleibt ist, den Schöpfer zu bitten, uns zu zeigen, wie wir den Schritt tun sollen und uns den Verstand und die Kraft zu geben, so wie Er zu handeln.

Alles was wir also tun müssen ist, Ihn zu bitten! Der Schöpfer braucht uns nicht, damit wir alleine Handlungen ausführen. Er möchte, dass Wir verstehen, dass wir von Ihm lernen müssen, wie wir Ihm gleich werden. Er möchte, dass wir Ihn um Hilfe bitten, denn dann werden wir eine Verbindung zu Ihm haben.

Den gesamten Weg, den wir gehen müssen, sind wir niemals in der Lage, selbst einen Schritt nach vorne zu tun. Denn jeder Schritt bringt uns höher in eine neue Welt und das ist etwas, wofür wir kein Verlangen haben und es fehlt uns ebenfalls der notwendige Schirm und das Licht.

Wir enthüllen nur neue Zustände und finden uns selbst in einem Dilemma: dahin zurück laufen, woher wir gekommen sind, zu unserem irdischen Leben oder den Schöpfer fragen, uns nach vorne zu bringen? Alles andere, das wir benötigen, wurde für uns von Oben vorbereitet – zusätzlich zu unserer Bitte!

Doch es ist wirklich nicht ganz einfach, an den Punkt zu gelangen, diese Bitte auszuführen. Es erscheint einfach, doch an dem Punkt bleibt jeder hängen.

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Das Buch Sohar gemeinsam mit Rabbi Shimon und seiner Gruppe studieren

Das Buch Sohar spricht immer über die Vereinigung der Freunde. Es wurde von der Gruppe von Rabbi Shimon geschrieben, wo er und seine neun Schüler das gesamte Verlangen des Gebens (das Kli oder Gefäß) bildeten, das dem Schöpfer gleicht. Jeder von ihnen repräsentiert eine bestimmte Eigenschaft der zehn Sefirot und jeder beschreibt die Situation – abhängig von seinem Wesen – unterschiedlich. Jeder beschreibt auf eine bestimmte Weise, wie er sich mit dem Schöpfer verbindet.

Deshalb spricht der Sohar über zehn Freunde, von denen jeder von seinem Blickwinkel aus die spirituelle Welt enthüllt. Doch alle arbeiten gemeinsam, denn Erlangung und Licht können nur innerhalb der Vereinigung enthüllt werden.

Die Tora spricht zu einem Menschen, der dem Schöpfer gegenüber steht und der Sohar spricht nur über die inneren Kräfte eines Menschen. Deshalb musst du, wenn du ihn liest, dir vorstellen, dass nur von dir allein die Rede ist und dass alles in deinem Innern geschieht.

Du musst verstehen, dass dein Schicksal davon abhängt, wie du dich gerade jetzt mit deinen Freunden verbindest. Das ist die Bedingung, die uns von Oben festgelegt wurde. Es gibt keinen anderen Weg; du musst zusammen mit deinen Freunden das Buch Sohar studieren. Wenn ihr alle gemeinsam dem Weg folgt, den der Sohar euch führt, werdet ihr anfangen, dieselben Dinge wahrzunehmen, wie die Menschen, die den Sohar geschrieben haben – die Gruppe von Rabbi Shimon.

Du brauchst nicht sehr Intelligent zu sein, um die spirituelle Welt wahrzunehmen. Alles, was du brauchst, ist eine tiefe Hingabe und Arbeit an deinem Egoismus innerhalb einer Gruppe, mit Freunden, die dir nahe sind, wie jene, die das Buch Sohar für uns geschrieben haben. Wenn wir uns immer wieder in dieses Buch vertiefen, versuchen, uns zu verbinden, dann enthüllt sich uns dieses Buch von selbst und erleuchtet uns mit seinem Licht – dem Sohar (was „Glanz“ bedeutet).

Wie man auf den Stufen der Verlangen zum Schöpfer aufsteigt

Eine Frage, die ich erhielt: Was ist das Ziel der Schöpfung und wo befinden wir uns auf der Leiter, die zum Ziel führt?

Meine Antwort: Das Ziel der Schöpfung ist, die Anheftung an den Schöpfer zu erreichen. Die Kabbala verwendet verschiedene Techniken um das Wesentliche der Kategorien und Eigenschaften der verhüllten Welt auszudrücken, die der Leser nicht wahrnehmen kann.

Damit man den Unterschied zwischen dem Schöpfer und der Schöpfung bestimmen kann, sagen wir, dass der Schöpfer „oberhalb“ und die Schöpfung „unterhalb“ ist, was die Wichtigkeit ihrer Eigenschaften betrifft. Dann messen wir die Entfernung oder die Höhe zwischen ihnen, obwohl es keine physische Entfernung ist, sondern ein Unterschied in den Eigenschaften, das Ausmaß der Trennung des Menschen vom absoluten Schöpfer.

Wenn ein Mensch noch nicht einmal ein einziges Verlangen hat, das dem Schöpfer gleich ist (der Eigenschaft des Gebens), dann hat er noch nicht einmal die erste Stufe der Leiter zwischen ihm und dem Schöpfer erreicht. Wenn er wenigstens eine mininale Portion seines Verlangens dem Schöpfer angeglichen hat, dann steigt er auf die erste Stufe auf. Mit einer größeren Portion seiner Verlangen, die er dem Geben widmet, betritt er die zweite Stufe.

Diese „Portionen“ sind für uns von Anfang an festgelegt. Sie sind genau und unterscheiden sich immer von einander durch zehn Sfirot. Jedes Mal erhalte ich eine genau bestimmte Hinzufügung von Verlangen, und indem ich meine Absicht vom Empfangen zum Geben korrigiere, steige ich auf.

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Letztendlich werde ich das gesamte in mir erschaffene Verlangen dem Schöpfer angleichen müssen. Dieses Verlangen ist jedoch noch vor mir verhüllt und wird sich erst dann in dem Maß enthüllen, in dem ich es um des Gebens willen verwenden kann.

Darum ist das gesamte Universum in drei Welten eingeteilt:

  • Diese Welt, die ich genauso wie jeder andere wahrnehme, nämlich innerhalb des Verlangens „um meiner selbst willen“.
  • Die Welt, die vor mir verhüllt ist, ein Verlangen, das ich immer noch nicht in der Lage bin, für das Geben zu verwenden, und diese Welt mit daher noch nicht enthüllt wird.
  • Die Höhere Welt, die mir enthüllt wird, welche ein Verlangen ist, it dem ich fähig bin, für das Geben einzusetzen, und darum nehme ich den Schöpfer in meiner Gleichheit mit Ihm wahr.

Alles findet in dem einen gemeinsamen Verlangen, das vom Schöpfer geschaffen wurde, statt. Außer diesem Verlangen gibt es nichts. Alles, was verhüllt und enthüllt ist, stellt ein erschaffenes Verlangen dar. Darum wird das, was mir heute noch verhüllt ist, morgen enthüllt werden. Und somit wird sich ein weitrere Teil der Wirklichkeit von der Verhüllung zur Enthüllung wenden.

Mit Hilfe des Talmud Eser Sefirot die Höhere Welt erfahren lernen.


Das Wichtigste für Anfänger des Studiums der Kabbala ist das Erlernen der Struktur der Höheren Welten, wie sie im Talmud Eser Sefirot und im Artikel „Vorwort zur Wissenschaft der Kabbala beschrieben werden. „ Als Ergebnis des Studiums sollte man den Text richtig zu spüren beginnen; so wie ein Musiker, der beim Noten lesen eine innere Melodie hört. So wie dieser den Klang im Inneren hört, sollten wir die spirituellen Handlungen spüren. Und möglicherweise werden wir sie als kraftvoller und realer als diese Welt erleben.

Die niedrigste spirituelle Stufe wird als eine Milliarde Mal lebendiger und mächtiger erlebt, als diese gesamte Welt. Unsere gesamte Welt, das ganze Universum und unsere durch alle Zeiten und Epochen durchgehenden Leben sind in der spirituellen Welt, wie ein kleiner Punkt enthalten.

Ein Buch der Kabbala zu lesen, ist wie einen kodierten Brief zu lesen. Wenn man weiß , was darin steht, kann man sein Schicksal und sein gesamtes Leben verändern. So sollte man sich während des zweiten Teils des täglichen Unterrichts fühlen, dem Teil in dem wir den Talmud Eser Sefirot lesen.

Es spielt keine Rolle, wenn man während des Lesens nichts spürt oder nichts wahrnimmt. Was zählt ist die intensive Sehnsucht danach, den Text in einem selbst zu spüren. Das einzige, was uns also fehlt ist Verlangen! Wenn man das notwendige Verlangen erreicht, wird es einem erlauben die spirituelle Welt zu betreten. Man wird die spirituelle Welt innerhalb dieses Verlangens zu spüren beginnen.

In der Zwischenzeit sind wir verglichen mit der spirituellen Wahrnehmung in einem bewusstlosen Zustand. Wir sind wie ein bewusstloser Mensch, der die Welt um sich herum nicht wahrnimmt. Und was fehlt uns, um die Höhere Welt zu erreichen? Nur das Streben nach Ihr!
(Auszug aus Lektion 1, North American Congress in Buffalo)

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