Kabbala und der Sinn des Lebens - Michael Laitmans persönlicher Blog

Beiträge in der Kategorie 'Vergebung'

Wen bitten wir am Tag des Gerichts um Vergebung?


Eine Frage, die ich erhielt: Wen soll ich an Yom Kippur um Vergebung bitte, wenn wir in der Wissenschaft der Kabbala lernen, dass es niemanden außerhalb von mir gibt?

Meine Antwort: Zuallererst müssen wir unsere Freunde um Vergebung bitten. Wenn ein Mensch nicht von allen Vergebung hat, dann hat er nichts, womit er sich an den Schöpfer wenden kann. Doch was ist Vergebung in der Spiritualität?

Vergebung ist die Enthüllung meines gegenwärtigen Zustandes, den ich korrigieren kann, im Gegensatz zu den Verlangen, bei denen ich nicht verstehen kann, wie ich mit ihnen umgehen und um ihre Korrektur bitten soll.
Ich muss meine Verlangen Schritt für Schritt unterscheiden und allmählich voranschreiten.

Vergebung (Slichot) und Yom Kippur (der Versöhnungstag) bedeutet die Enthüllung unseres zerbrochenen Gefäßes (Kli) oder Seele. Wir prüfen es und vergleichen es mit dem Zustand der vollständigen Korrektur – Purim. Deshalb nennen wir den gegenteiligen und unkorrigierten Zustand, den wir enthüllen Ki-Purim – Wie Purim.

Daher symbolisiert Yom Kippur eine Zeit, in der ein Mensch um Vergebung für alle seine „Sünden“ bittet. Aber er will das nicht, weil es irgendwo geschrieben steht, sondern weil er enthüllt, wie entgegengesetzt er dem Endzustand ist, den er sich vorstellen kann. Dieser Zustand ist die Vereinigung aller Seelen um der Gleichheit mit dem Schöpfer willen, der Kraft und dem Verlangen zu lieben und zu geben.

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Gesundheit und Kabbala


Drei Fragen, die ich über die Einstellung der Kabbala zu Gesundheit und Heilung erhielt:

Frage: Während einer Ihrer Unterrichte sagten Sie, dass als Sie sich nicht so gut fühlten Ihr Lehrer Sie gebeten hätte, mit ihm zu studieren und nach einiger Zeit, erzeugte dies ein positives Ergebnis. Ich habe ein Problem mit meinem Herzen. Kann ich den Schöpfer bitten, mich zu heilen, indem ich Kabbala studiere oder verbreite? Und ist diese Methode für Frauen wirksam?

Meine Antwort: Ja, wenn es allein aus dem Grund gemacht wird, das Schöpfungsziel zu erlangen.

Frage: Wenn ich versuche, mich mit anderen Seelen zu vereinigen und die Absicht hinzufüge, steigt mein Blutdruck drastisch an. Warum?

Meine Antwort: Anstatt sich zu verspannen, sollten Sie sich entspannen. Immerhin sollte diese Handlung Ihnen Vergnügen bereiten, ist das nicht so?

Frage: Ich hörte, dass Baal HaSulam einmal seinen Studenten sagte: “ Ich sorge mich nicht, wo der Sack mit meinen Knochen begraben wird.“ Ich habe die Gräber meiner Eltern seit dem Tag an dem sie starben, vor ungefähr 50 Jahren, nie besucht. Jedoch hatte ich Magenschmerzen, der 10 Monate dauerte, und Medizin half nicht. Ich ging zu einem Arzt für Alternativmedizin und er empfahl mir, die Gräber meiner Eltern zu besuchen und sie um Vergebung zu bitten. Wie verbindet sich das mit der Kabbala, die besagt, dass der physische Körper „Asche und Staub“ ist?

Meine Antwort: Es gibt keine Verbindung, aber es kann eine gute psychologische Wirkung haben und Sie vielleicht sogar heilen, da ihr Schmerz auch einen psychologischen Aspekt hat.

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Was versteht die Kabbala unter „Sünde“?


Zwei Fragen, die ich über Sünde und Vergebung erhielt:

Frage: Lieber Dr. Laitman, wenn alle unsere Gedanken und Verlangen vom Schöpfer zu uns kommen, wie ist es dann möglich zu „sündigen“? Oder anders gesagt, würden Sie bitte erklären, was „Sünde“ in der Spiritualität ist (oder wie sie in der Kabbala verstanden wird). Baal HaSulam verweist sehr oft in Shamati auf Sünde und ich versuche das zu verstehen, was paradox zu sein scheint.

Meine Antwort: „Eine Sünde“ ist, wenn man die Verbindung seiner Gedanken zum Schöpfer abbricht.

Frage: Sind einem in der Kabbala die Sünden vergeben, wenn man sie wirklich bereut?

Meine Antwort: Wir beginnen alle als absolute Sünder, denn wir sind absolute Egoisten. Dann beginnen wir uns selbst zu korrigieren, bis wir die Stufe erreichen, die „vollständig gerecht“ genannt wird – die Stufe von Schenken und Liebe für den Nächsten und den Schöpfer.

Es steht geschrieben: „Es gibt keinen Gerechten in der Welt, der nicht zuvor gesündigt hätte.“ Das bedeutet, dass ein Mensch zuerst seinen Egoismus enthüllt (dies wird als eine Sünde betrachtet, obwohl uns der Egoismus von oben gegeben wurde) und ihn dann korrigiert. Wenn man seinen Egoismus durch die Kraft des Schöpfers zur Eigenschaft des Schenkens und der Liebe korrigiert, wird dies Vergebung genannt.

In der Tora (Kabbala) unterscheiden sich diese Begriffe völlig von der Art, in der wir sie gewöhnlich definieren. Wir denken, dass wir diejenigen waren, die unsere sündigen Eigenschaften erzeugten und dass wir sie dann – ohne die Hilfe des Schöpfers – selbst korrigieren können. Wir erkennen nicht, dass wir von Anfang an Sünder sind; wir denken, dass wir nur sündigen, wenn wir etwas Schlechtes tun. Tatsache jedoch ist, dass alles an uns sündig ist, egoistisch. Wenn ein Mensch den Egoismus in sich selbst enthüllt, dann spürt er, dass er ein Sünder ist. Doch er ist schon auf dem Weg gerecht zu werden, anders als diejenigen, die noch nicht realisieren, dass sie Sünder sind.

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