Kabbala und der Sinn des Lebens - Michael Laitmans persönlicher Blog

Beiträge in der Kategorie 'Verflechtung'

Wie man nicht in stürmischer See ertrinkt

Kommentar: Bürgschaft bedeutet, dass wir völlig voneinander abhängig sind. Es ist wie in einem Boot mitten auf dem Meer zu sitzen und zu riskieren, dass wir in unserem Egoismus versinken und unser Leben auf diese Weise beenden. Wenn wir das Ufer erreichen wollen, müssen wir zusammenhalten, indem jeder dem anderen hilft.

Wenn wir uns nicht helfen, wird uns niemand von außen helfen. Wir müssen spüren, dass wir im selben Boot sitzen und Gefahr laufen unterzugehen.  Nur wenn wir uns gegenseitig helfen, aus dem Meer des Egoismus, dass uns von allen Seiten umgibt, herauszukommen, können wir gerettet werden.

Stellen Sie sich vor, Sie sitzen in einem Boot inmitten einer tobenden, egoistischen See. Wenn wir uns gegenseitig unterstützen, wird uns das Meer durch seine innere Kraft (der Kraft des Schöpfers) mit dem Boot ans Ufer bringen.

Das Volk Israel wurde von den siebzig Nationen der Welt erwählt, um vor allen anderen als Beispiel für die Bürgschaft zu dienen. Diese Gruppe war innerhalb der gesamten Menschheit ein kleiner Kern der Einheit. Die Geschichte der Menschen zwingt das Volk Israel, sich über die ganze Welt zu verteilen, um den Menschen diese Botschaft durch Philosophie, Wissenschaft und vor allem durch die Religion zu vermitteln.

Wir müssen noch entdecken, dass nur diese Kraft in der Welt wirkt und sie vom Zentrum der gesamten Realität aus regiert.  Nun nähern wir uns dem Ende dieser Entwicklung und es liegt allein an uns, ob wir das Ziel auf leichten Weg oder durch großes Leid, Probleme und Kriege erreichen.

Die Menschheit ist an einem Punkt angelangt, an dem sie bereit ist, sich mit der Frage der Bürgschaft auseinanderzusetzen.

Wir fühlen uns mehr und mehr miteinander verbunden, so dass es unmöglich wird, sich zu trennen. Alle Nationen, Staaten und Regierungen versuchen, sich abzugrenzen, zu isolieren, aber es funktioniert nicht. Wir machen uns nur unglücklich und wir werden uns immer bewusster, dass wir fest miteinander verbunden sind und nur durch gegenseitiges Vertrauen Erfolg haben können.

Die Welt wird andernfalls nicht zur Ruhe kommen. Sie wird durch Kriege und schwierige Klärungen gehen. Eines Tages, nach Jahren des Leidens und der Probleme, werden wir erkennen, dass wir alle voneinander abhängig sind und das es keine andere Kraft gibt die uns kontrollieren kann, außer der Kraft der Bürgerschaft.

Die Menschheit befindet sich in einem kleinen Boot, inmitten eines riesigen, stürmischen Ozeans. Wenn wir uns unserer gegenseitigen Verantwortung nicht bewusst werden, werden wir uns in großes Elend stürzen. Letztendlich werden wir uns entscheiden müssen, dass wir verpflichtet sind, eine Bürgschaft einzugehen.

Heute kann kein Land ohne eine Verbindung zu anderen Ländern existieren. Es ist wünschenswert, dass diese Bindungen gut sind. Schlechte Beziehungen bringen Leid über andere und kehren als Bumerang zu einem selbst zurück. Nur durch menschliche Einigung ist es möglich, den Frieden zu erhalten.

So lernen wir, dass uns nur gegenseitige Fürsorge und Bürgschaft zu einem guten Leben führt. Wir werden entdecken, dass es noch ein weiteres Ziel gibt, die globale Kraft, die in der Welt wirkt, zu erkennen, nämlich das Grundgesetz der Nächstenliebe. Ohne diesem Gesetz ist es nicht möglich die Welt zu beherrschen.

Es geht nicht um eine gegenseitige Rücksichtnahme, sondern um eine völlige Ablehnung des Egoismus. Anstelle von Außenministern, die jedem Land helfen, sich um sich selbst zu kümmern, wird es Minister geben, die sich um die Verbindung zwischen uns allen sorgen. Wir werden sonst nicht existieren können.

Wir werden zu der Notwendigkeit gelangen, die Gesetze der Bürgschaft zu lernen, d.h. die Gesetze des wahren Friedens. Wir leben in einer Zeit, in der die Welt zum ersten Mal ihre ganzheitliche Abhängigkeit, ihre Verflechtung und damit ihre Verantwortung füreinander spürt. Niemand hat das Recht, ohne Rücksicht auf andere, zu tun was er will. Wir sehen, wohin das führt. Jeder ist verpflichtet, Rücksicht auf den Rest der Welt zu nehmen.

Nur so kommen wir der Wahrheit näher. Sie liegt nicht an einem Staat, einer Regierung oder einer Person. Die Wahrheit steht über uns und befindet sich in einer guten Beziehung zwischen allen Menschen.

Aus der Lektion „Bürgschaft“ vom 26.05.2022

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Alles befindet sich innerhalb unserer Verbindung

Eine Frage, die ich erhielt: Was hat die Enthüllung der Wahrheit mit der Enthüllung des Systems der gegenseitigen Verbindung aller Seelen zu tun?

Meine Antwort: Das ist ein und dasselbe. Die gegenseitige Verbindung ist die Wahrheit. Das Netz unserer Verbindungen nennt sich „Gefäß“, Kli.

Der Schöpfer hat einen Abdruck von Sich im Material des Verlangens zu genießen hinterlassen, hat diesen Seinen Abdruck in dessen Masse eingetaucht. Nun gibt es in mir eine „Vertiefung“ mit einem Reliefmuster.

Dieses Muster stellt eine Verflechtung von Verbindungen zwischen den Verlangen dar, die der Schöpfer erfüllt, wenn sie korrigiert sind. In diesem Fall ist Er ihr Netz. Das gemeinsame Netz dieser Punkte nennt sich „Malchut der Welt der Unendlichkeit“.

Nach und nach verbirgt Sich der Schöpfer und hinterlässt ein Seelensystem – und dann findet das Herabsteigen der Welten statt. In dem Maße Seines Verschwindens fühlen sich die Seelen immer mehr einander entgegengesetzt, während sie zur Kehrseite (Sitra Achra) übergehen, wo die Verbindung gestört, geschwächt ist und einen egoistischen Charakter annimmt.

Im Endeffekt landen wir in dieser Welt und nehmen anstelle der gegenseitigen Verbindung, anstelle des Schöpfers, der uns erfüllt, die Leere, die Trennung voneinander wahr.

In Wirklichkeit nehme ich immer den Schöpfer wahr. Denn es gibt nichts mehr, was ich wahrnehmen könnte, es gibt nur mich und Ihn. Doch in der jetzigen Realität nehme ich Ihn entsprechend meinem momentanen egoistischen Zustand wahr.

Das Ziel des Prozesses ist, die Wahrheit, den wahren Zustand zu erreichen, indem man alle Hüllen von sich wirft. Indem ich die Verbindung zwischen uns aufs Neue enthülle, werde ich in einem bestimmten Moment sehen, dass sie nicht die Menschen, sondern die Seelen, die Verlangen verbindet. In dem Charakter dieser Verbindung, in deren Wesen, in deren Stärke enthüllt sich uns der Schöpfer.

Es gibt keine andere Realität außer der allgemeinen gegenseitigen Verbindung. Sie füllt alles aus, und wir sind so erschaffen worden, dass wir nichts außer ihr wahrnehmen können. Wir befinden uns innerhalb von ihr.

Aus dem Unterricht nach einem Artikel von Rabash vom 03.11.2010

Die mittlere Linie ist die Seele

Der Sohar, Abschnitt „WaJechi“, Punkt 119: „Nur eure Väter hat der Herr begehrt“. „Eure Väter“, wahrlich drei – Abraham, Isaak und Jakob.

Es steht geschrieben „nur“, wirklich nur, da es nicht mehr gibt als diese drei, und von ihnen zweigen sich alle anderen ab und finden Halt, das heißt alle Stufen von BYA. Sie erheben MaN zu SoN, um den Namen zu krönen, d.h. neue Mochin an Nukwa heranzuziehen, welche „Name“ genannt wird.

Der Sohar bringt uns immer zur mittleren Linie, in jedem Zustand. Es ist seine Mission, uns ständig zu zeigen, wie wir diese zwei Linien, die wir von oben, von dem Schöpfer, erhalten – die Kraft des Empfangens und die Kraft des Gebens – in die gehörige Lage bringen und aus ihnen unsere Realität aufbauen können, wie wir uns über der Kraft des Gebens und über der Kraft des Empfangens befinden, uns über sie beide erheben und sie in dem Maße, in dem wir sie ineinander einzuschließen im Stande sind, empfangen können. Ihre gegenseitige Verflechtung baut in uns die mittlere Linie auf.

Die mittlere Linie wird aus der Summe von zwei Linien aufgebaut, indem das Beste aus ihnen beiden verwendet wird. Die mittlere Linie wird folgendermaßen gebildet: die linke Linie schließt sich in die rechte mit ein und die rechte in die linke, anschließend nimmst du das Gemeinsame zwischen ihnen – ihre gemeinsamen Verflechtungen von beiden Seiten (Malchut in Bina und Bina in Malchut) – und machst daraus die mittlere Linie.

Das ist das grundlegende Prinzip. Das Gleiche geschieht mit der Seele. Die Seele existiert nicht, wenn wir sie nicht aufbauen. Und obwohl sie als ein „Teil des Schöpfers von oben“ bezeichnet wird, kommt dieser Teil nicht vom Schöpfer, wenn ich ihn nicht in der Verbindung zwischen uns aufbaue. Dieses spirituelle Gefäß (Kli) existiert nicht, wir bauen es in Form eines Verbindungsnetzes zwischen uns auf.

Das Gleiche geschieht mit der mittleren Linie, weil genau das auch die Seele ist. Es kommen zu uns die rechte und die linke Linie, das Geben und das Empfangen. Alle beide sind Naturkräfte. Wenn ich sie auf die richtige Art und Weise kombiniere, entsteht aus ihnen beiden die mittlere Linie – die Seele.

In den Beziehungen zwischen uns haben wir es mit den Kräften des Empfangens und des Gebens zu tun. Auf der Grundlage unseres Empfangens bauen wir die Form des Gebens auf und erreichen somit die Seele, indem wir zwischen uns die mittlere Linie erschaffen. Es gibt keine Realität außer der, die wir selbst zwischen uns aufbauen. Und dort, in dieser Realität, enthüllt sich alles.

Der Sohar bringt uns die mittlere Linie von oben. Und wir müssen beim Lesen des Sohar versuchen, uns in sie einzuordnen. Dann sind wir auf die gleiche Welle eingestellt, durch die das Licht kommt und uns zur Quelle, zum Schöpfer, zurückführt.

Aus dem Sohar-Unterricht vom 30.08.2010
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Finanzielle Prognosen werden die Krise nicht lösen


In den Nachrichten (aus The Financial Times): „Wie Wissenschaft die nächste Blase verhindern kann“ Es gab viele Stimmen die forderten, einen finanziellen Vorhersagedienst zu etablieren. Der Vorschlag beinhaltet, eine unabhängige Agentur einzurichten, die vom Internet und Netz-Computing vollen Gebrauch macht, um genügend Warnpotenzial zu haben, wenn sich der nächste finanzielle Sturm zusammenbraut. Wir müssen tiefer graben und die Komplexität der Interaktionen an den finanziellen Märkten verfolgen, indem wir die Kurs-für-Kurs Daten sammeln und analysieren, die die Märkte ausspucken. Das wird eine Frühwarnung von gefährlichen Fehlausrichtungen zwischen Preisen und Risikoprämien bieten.

Mein Kommentar: Die Leute verstehen immer noch nicht, dass die Wurzel der Krise unser unkorrigiertes, egoistisches Verhalten in einer globalen, integralen, vereinigten und komplett verflochtenen Welt ist. Es wird uns nicht helfen, mehr Wissen darüber zu haben was geschieht, denn wir sind es, die mit der Welt, in der wir leben, gleichwertig werden müssen.

Die Welt begann das, was sie heute ist, vor etwa einhundert Jahren zu entwickeln. Tatsächlich schrieb Baal HaSulam vor 70 Jahren, dass die Menschheit bereits eine Familie geworden sei. Heute müssen wir, genauso wie wir unsere Kinder erziehen, wie sie in dieser Welt leben sollen, lernen, unter den neuen Bedingungen von totaler Verflechtung miteinander zu leben.

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