Kabbala und der Sinn des Lebens - Michael Laitmans persönlicher Blog

Beiträge in der Kategorie 'Vereinigung'

9 Av – der Blick eines Insiders

Wir müssen uns untereinander vereinen, und wenn wir offenbaren, dass wir uns wirklich vereinen wollen, aber dazu nicht in der Lage sind, wird dies der Zustand des „zerbrochenen Jerusalem“ sein, der Zusammenbruch des Tempels. Wir wollen uns vereinen und wissen nicht, wie wir es tun sollen, und so weinen wir und bitten den Schöpfer, uns zu vereinen.

Wir weinen gerade deshalb, weil wir nicht in der Lage sind, uns zu vereinen, oder vielleicht sogar, weil wir nicht in der Lage sind, zu weinen und es zu bedauern, und wir sind nicht in der Lage, den Schöpfer um Hilfe zu bitten. Egal, wie viele Tränen wir vergießen, der Schöpfer antwortet uns nicht, denn unsere Bitte ist nicht echt, nicht aufrichtig. Und das nennt man „Jerusalem in Trümmern“.

Wenn wir auf diese Weise immer weiter fortschreiten, fließen am Ende Tränen der Verzweiflung, und dann flickt der Schöpfer das Band zwischen uns und offenbart sich darin. Und das bedeutet, dass wir zur Befreiung kommen.

Die Zerstörung liegt nur darin, dass es keine Verbindung zwischen uns gibt. Der Erste und der Zweite Tempel bedeuten, dass es schon damals eine innere Verbindung zwischen uns gab. Es geht nur um interne Kategorien, nicht um externe.

 [#301329]

Aus einer Unterrichtsstunde zum Thema „Das Zerbrechen als Chance zur Korrektur“, 07.08.2022

Das Verlangen, durch die Wand zu gehen

Die negative Kraft muss man als ein notwendiges Element für die richtige Ausrichtung auf das Ziel betrachten. In diesem Ziel kommen die positiven und negativen Kräfte zusammen, und durch ihre Vereinigung wird das Ziel für uns sichtbar.

In der materiellen Welt sehen wir zuerst das Ziel und müssen dann versuchen, es anzusteuern. Aber in der spirituellen Welt ist es ganz anders: Wenn ich das Ziel richtig anvisiere, dann werde ich sehen, dass es vor mir liegt.

In der Spiritualität stehen wir zuerst immer vor einer Wand, und erst wenn wir eine Lösung finden, erkennen wir, dass es eine Tür in der Wand gibt. Dabei liegt die Lösung nicht darin, herauszufinden, was uns hindert oder hilft, sondern darin, alle Voraussetzungen so miteinander zu verbinden, dass sie sich gegenseitig vervollständigen und es nichts Überflüssiges gibt.

Jede Entscheidung ist also eine Verwirklichung der Vollkommenheit. Und in der Vollkommenheit gibt es weder gute noch schlechte Komponenten, weder negativ noch positiv, sondern alles ergänzt sich gegenseitig.

In der materiellen Welt kann man eine geschlossene Tür sehen, aber in der spirituellen Welt kann man eine Tür erst sehen, wenn sie offen ist. Und eine offene Tür kann ausschließlich mit den Augen des vollkommenen Glaubens gesehen werden. In dem Augenblick, in dem wir den vollkommenen Glauben erlangen, öffnet sich der Durchgang.

Wenn ich eine blinde Mauer vor mir habe, an der ich keine Tür erkennen kann, ich aber unbedingt will, dass eine Tür aufgeht, dann geht sie auf.

In der materiellen Welt sehen wir vorher eine verschlossene Tür und versuchen dann, sie zu öffnen. Aber in der spirituellen Welt gibt es keine geschlossene Tür: Entweder ist die Tür offen oder es gibt eine blinde Mauer. Und wenn ich den vollkommenen Glauben erreiche, sehe ich sofort eine offene Tür.

Der vollkommene Glaube bedeutet, dass mich nichts von dem trennt, was sich auf der anderen Seite der Mauer befindet. Wenn ich solche Eigenschaften in mir erreiche, verschwindet die trennende Barriere.

Aus dem Unterricht zum Thema „Pesach“ von 12.04.2022

[#296459]

„Was sind die drei wichtigsten Werte, die wir unseren Kindern beibringen sollten?“ (Quora)


Michael Laitman, in Quora: „Was sind die drei wichtigsten Werte, die wir unseren Kindern beibringen sollten?“

Wir sollten unseren Kindern Wissen über die Struktur der Welt vermitteln, über die Tatsache, dass die Welt ein integrales System ist, wie die Menschen miteinander verbunden und voneinander abhängig sind, und darauf aufbauend, wie wir uns entsprechend verhalten sollten.

Wenn wir das Ausmaß unserer Ganzheitlichkeit verstanden haben, sollten wir unsere Einstellungen und Verhaltensweisen darauf ausrichten, andere Menschen genauso zu lieben und zu umsorgen, wie wir uns selbst lieben und umsorgen.

Solche Wechselbeziehungen sind notwendig, damit wir mit der Natur ins Gleichgewicht kommen und Harmonie herstellen können. Wenn es uns nicht gelingt, das Gleichgewicht mit der Natur zu erreichen, wenn wir losgelöst bleiben und uns selbst nicht als ein einziges System wahrnehmen und empfinden, dann werden wir Leid über uns bringen.

Umgekehrt aber, in dem Maße, in dem wir uns mit der Natur in Einklang bringen, also eine globale und ausgewogene Vereinigung mit der Natur erreichen, werden wir ein sicheres, friedliches und harmonisches Leben auf einer anderen spirituellen, ewigen und vollkommenen Ebene führen. Denn dies hebt uns von der belebten physischen Existenzebene, die wir jetzt empfinden, auf die Ebene der spirituellen Existenz, die wir empfinden werden, sobald wir beginnen, von der Ebene der negativen egoistischen Verbindungen auf die Ebene der positiven altruistischen Bindungen aufzusteigen.

Basierend auf einer Frage und Antwort mit dem Kabbalisten Dr. Michael Laitman am 9. September 2006. Geschrieben/editiert von Schülern des Kabbalisten Dr. Michael Laitman.

Wie wir unsere Feinde beschwören

In seinem Buch „The Jew in the Medieval World“ (Der Jude in der mittelalterlichen Welt) präsentiert Prof. für jüdische Geschichte Jacob Rader Marcus eine dramatische Darstellung der Ereignisse, die zur Verkündung des Alhambra-Dekrets im Jahr 1492 führten, das die Vertreibung der Juden aus Spanien zur Folge hatte. Marcus schreibt, dass „das Abkommen, das den Juden erlaubte, gegen Zahlung einer großen Geldsumme in Spanien zu bleiben, fast abgeschlossen war, als es durch den Prior von Santa Cruz, Tomás de Torquemada, vereitelt wurde“, der trotz seiner jüdischen Wurzeln die Inquisition in Spanien leitete.

[Rest des Beitrags lesen →]

Wie geht es jetzt weiter?

Wir haben uns noch nicht einmal von Covid-19 erholt, und schon befinden wir uns im Krieg mit unseren Nachbarn. Und dieses Mal ist es nicht nur mit unseren Nachbarn jenseits der Grenze zum Gazastreifen, sondern buchstäblich mit unseren Nachbarn von nebenan, Israelischen Arabern, die seit mehr als fünf Jahrzehnten friedlich mit Israelis zusammenleben.

Tatsächlich haben die meisten der jungen Leute, die jetzt randalieren, nie etwas anderes als ein friedliches Leben an der Seite von Israelis gekannt. Sie arbeiten in Israel, mit israelischen Juden, gehen mit israelischen Juden auf israelische Universitäten und schicken ihre Vertreter in das israelische Parlament, die Knesset.

[Rest des Beitrags lesen →]

Frieden beginnt im Inneren

Hunderte von Raketen, Tote, Verletzte, schwer beschädigte Häuser und die Schließung ganzer Städte. Palästinenser im Westjordanland und israelische Araber im ganzen Land verprügeln und steinigen jüdische Zivilisten, greifen Polizisten an, versuchen Soldaten zu erschießen und mit Autos zu rammen, und lynchen Menschen in ihren Autos.

So sieht Israel heute aus. Wir können uns über die voreingenommene und antisemitische Berichterstattung der Presse beschweren, oder darüber, dass die Biden-Administration solche Dinge zulässt und sogar stillschweigend unterstützt. Aber sie sind nicht das Problem, sie sind das Symptom. Wenn wir uns in einer so kritischen Zeit erlauben, uns in infantiles Gezänk zu verstricken, dann sind wir diejenigen, die die Gewalt fördern, wir sind die Ermöglicher.

[Rest des Beitrags lesen →]

Warum ist plötzlich auf Israel die “freie Jagd” eröffnet?

Diese Woche hat die Menschenrechtsorganisation Human Rights Watch (HRW), eine internationale regierungsunabhängige Organisation mit Hauptsitz in New York City, “ in ihrem aktuellsten Kontrollbericht,  Israel beschuldigt, eine Variante des rassistischen Systems zu betreiben, wie es einst in Südafrika herrschte“, so die New York Times. Der 213-seitige HRW-Bericht, „A Threshold Crossed: Israeli Authorities and the Crimes of Apartheid and Persecution“ (Israelische Behörden und die Verbrechen der Apartheid und deren Verfolgung) behauptet, „die gegenwärtige Situation einer Körperschaft, der israelischen Regierung, darzustellen, die hauptsächlich das Gebiet zwischen Jordan und Mittelmeer regiert, das von zwei ungefähr gleich großen Gruppen bevölkert wird, und methodisch jüdische Israelis bevorzugt, während sie Palästinenser unterdrückt, am schlimmsten in den besetzten Gebieten.“

[Rest des Beitrags lesen →]

Dutzende Gründe, sich zu verbinden

„Die wichtigste Schutzmaßnahme gegen Unglück ist Liebe und Einigkeit“, schreibt Rabbi Kalman Halevi Epstein in seinem Buch Maor VaShemesh. „Wenn es in Israel Liebe, Einigkeit und Freundschaft untereinander gibt, kann kein Unglück über sie kommen. …Selbst wenn sie Götzen anbeten, aber es Verbundenheit unter ihnen gibt und keine Trennung der Herzen, finden sie Frieden und Ruhe und keinen Satan oder Übeltäter, denn durch diese [Einheit] werden alle Flüche und Leiden aufgehoben.“

[Rest des Beitrags lesen →]

Das Purimfest: Die Entstehung einer erneuerten Welt

Jeder neue Zustand wird nur unter der Bedingung geboren, dass sich der vorherige Zustand vollständig erschöpft. Der Feiertag Purim symbolisiert den Wendepunkt, in dem sich die Welt durch die Pandemie befindet. Daher hat das Fest eine besondere Bedeutung, nicht nur für das jüdische Volk, sondern für die gesamte Menschheit.

Die in der Purim-Geschichte beschriebenen Ereignisse sind Hinweise auf die Korrekturen, die die Welt durchlaufen muss. Der globale Virusausbruch hat eine tiefe Veränderung auf allen Ebenen unseres Lebens bewirk. Er macht deutlich, wie sehr wir voneinander abhängig sind und wie dringend notwendig es ist, unsere egoistische Einstellung zu ändern und uns anderen gegenüber rücksichtsvoller zu verhalten, d.h. einen Wechsel von unserer egoistischen Einstellung zu einer altruistischeren Haltung. Das wird uns helfen, die Lücken zwischen uns zu schließen und ein positives gemeinsames Feld freizusetzen. Um dieses Ziel zu erreichen, kann das Volk Israel eine zentrale Rolle spielen.

[Rest des Beitrags lesen →]

Sich nicht vom Zehner lösen

In dem Moment, in dem ich spüre, dass ich mich vom Zehner wegbewege, falle ich in diese Welt. Egal welche Gedanken und Wünsche ich zu diesem Zeitpunkt habe, werde ich die Grenzen dieser Welt trotzdem nicht verlassen. Sobald ich mich mit all meinen Wünschen und Gedanken dem Zehner anschließe und ein gemeinsames Netz von Verbindungen mit Freunden aufbauen will, auch wenn ich noch keinen Nutzen oder Gewinn darin spüre, beschäftige ich mich bereits mit der spirituellen Arbeit, indem ich ein spirituelles Kli aufbaue.

Es ist ein Irrtum zu denken, dass es möglich ist, spirituelles Begreifen, Gefühl und Verständnis alleine zu erreichen. Das wird nicht passieren, denn das Spirituelle steht mit anderen Menschen in Verbindung. Es begann alles mit dem Zerbrechen der gemeinsamen Seele, deshalb wird der spirituelle Aufstieg durch die Vereinigung der gebrochenen Kelim realisiert.

Sie bleiben zerbrochen, das heißt, alle ihre Unterschiede bleiben bestehen. Wir müssen uns über sie verbinden, es steht geschrieben: „Die Liebe bedeckt alle Sünden“. Der Egoismus wächst stetig und darüber wächst immer mehr die Verbindung, dies bedeutet, dass wir die spirituelle Leiter hinaufsteigen.

Wenn ich es mir nicht so vorstelle, trete ich auf der Stelle und komme nicht voran. Kein Wunsch kann allein realisiert werden. Das ist eine grausame Täuschung, wer so denkt, verschwendet seine Zeit und wird sterben ohne jemals irgendeine spirituelle Offenbarung zu erreichen.

Spiritueller Fortschritt entsteht nur durch Verbindung im Zehner. Solange ich mich in keinem Zehner befinde, habe ich noch nicht einmal mit der kleinsten Bewegung begonnen. Der Schöpfer bringt einen an den richtigen Ort, zu einem guten Schicksal und sagt: „Wähle es!“ Es gibt keinen anderen Weg. Es ist außerordentlich schwierig, aber man muss einen Schalter in seinem Kopf umlegen, um zu erkennen, dass spiritueller Fortschritt nur möglich ist, wenn man sich seinen Freunden im Zehner annähert.

Aus dem Morgenunterricht, 22.01.2021

(277365)