Kabbala und der Sinn des Lebens - Michael Laitmans persönlicher Blog

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Der Lautsprecher des Schöpfers

Kongress in Arava. Gespräch beim Essen.

Ihr versteht nicht, wie sehr wir alle von oben gesteuert werden. Der Lehrer ist hier wie ein Lautsprecher, Teil eines höheren Systems, der euch Wissen vermittelt, und nichts weiter. Ihr verehrt doch auch nicht den Lautsprecher dafür, dass er euch etwas Interessantes erzählt. Genauso solltet ihr auch den Lehrer betrachten – ihr solltet das Gerät respektieren, über das euch von oben etwas vermittelt wird, aber mehr auch nicht.

Ich möchte euch warnen, denn genau darin liegt der Unterschied zwischen blinder Verehrung und der Wahrheit. Ich spüre mehr als alle anderen, dass ich von oben gesteuert werde und nichts von mir selbst habe. Ich spiele euch nichts vor, ich führe wirklich nur Befehle von oben aus. Und die ganze Arbeit des Menschen besteht darin, gesteuert zu werden. Je höher er steht, desto mehr wird er gesteuert. Das nennt man ein Sklave des Schöpfers sein, die Stufe Mosche.

Deshalb dürfen wir nicht vergessen, dass wir sensibel dafür sein müssen, was der Schöpfer uns sagt – in uns sagt! Und dann müssen wir entsprechend handeln. Ich spüre, dass dies bereits näher rückt. Und dann steigen wir bereits auf die Stufe von  Bina – wir können hören, was der Schöpfer sagt, das ist bereits die Stufe von Bina. Und danach erlangen wir „das Sehen“.

Lasst uns also versuchen, nicht vom Lehrer abhängig zu sein (er ist begrenzt und vergänglich), sondern alle zusammen zu einem „Gefäß“ (Kli) zu werden, das, wenn es verbunden ist, sehen und auf das reagieren kann, was der Schöpfer ihm sagt. Das ist das Wichtigste. Lechaim! Dieses Hören, dieses Empfinden, das ist das Leben.

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Aus einem Gespräch bei einem Essen vor dem Kongress in der Arava-Wüste

Alle Mittel sind gleich

Mit Hilfe der kabbalistischen Methode korrigieren wir den Teil „Israel“ sowie den Teil „Völker der Welt“ in uns. Denn sie helfen sich gegenseitig – sowohl durch Hindernisse als auch durch Unterstützung – und handeln gemeinsam.

Der Mensch muss begreifen, dass alles zu seinem Wohl geschieht. Alles, was auf dem Weg enthüllt wird, muss genau so zum Vorschein gebracht werden, und er muss sich nur richtig in Übereinstimmung mit allen Elementen – dem Lehrer, den Büchern, der Gruppe und dem Schöpfer – bringen und auf diese Weise vorankommen.

Man muss begreifen, dass wenn sich alle Bestandteile zu einem Ganzen vereinen, dann bedeutet genau das die Umsetzung des Ziels. Der Mensch darf nicht von dieser Einheit abkommen, indem er die Wichtigkeit eines Bestandteils über den anderen erhebt.

Manche ziehen es vor, ausschließlich nach dem Schöpfer zu streben – daraus entsteht Religion. Religiöse Menschen stellen den Schöpfer über alle Dinge: alle ihre Gebete und Bestrebungen sind auf Ihn gerichtet, und die Nächstenliebe ist etwas Zweitrangiges.

Andere konzentrieren sich auf den Lehrer und fallen in den Chassidismus, in die Verehrung. Der Lehrer ist für sie wichtiger als Freunde und der Schöpfer.

Wiederum andere streben nur nach den Freunden, für sie ist eine gesellige Runde am Wichtigsten. In der Regel ist das in unseren Gruppen nicht möglich, weil wir eine Kraft studieren, die Hass zwischen uns erwachen lässt, damit wir der wahren Korrektur entgegenstreben. Aus diesem Grund können wir keine guten Kumpels sein, wie das in anderen Gesellschaften der Fall ist.

Somit ermöglicht uns ausschließlich die gleiche Haltung gegenüber dem Lehrer, dem Studium, den Freunden und dem Schöpfer, das Ziel zu erreichen.

Auszug aus dem Unterricht über einen Artikel von Rabash, 15.02.2011

Die Verbindung mit den Freunden ist die Verbindung mit dem Ziel

Frage: Was fehlt mir, um das kabbalistische Wissen im alltäglichen Leben zu realisieren? Ich empfinde eine tiefe Kluft zwischen dem, was ich verstehe, und dem, was ich durchlebe.

Meine Antwort: Es gibt nur eine Lösung – die Entwicklung zu beschleunigen. Dafür sind ein intensiveres Studium und eine größere Verbindung mit den Freunden notwendig. Es bedarf keines Geldes, keiner Verehrung, keiner Macht, keiner sonstigen Anstrengungen – nichts, außer dem Gedanken, damit das nicht vergessen wird.

Das Wichtigste ist die Verbindung zwischen uns. Trotz seiner Abneigung möchte der Mensch sich anstrengen und Verbindung zu den Freunden halten, um die Wichtigkeit des Ziels zu erkennen. Und wenn er diese Wichtigkeit erreicht hat, „gibt er sie weiter“ – er verbreitet sie für die Anderen.

Auszug aus dem Unterricht nach einem Artikel von Rabash, 04.02.2011

Entscheide dich für einen lebendigen Born

Frage: Was soll man mit den Menschen tun, die das Material selbständig studiert haben und mit bereits gefestigten, eingebildeten „Axiomen“ kommen, die die anderen Studierenden nur durcheinander bringen?

Meine Antwort: Die Gruppe muss sich in ihrem kabbalistischen Zentrum wie ein Embryo im Mutterleib isolieren. Die wachsende Seele bedarf des Schutzes! Sie muss wie ein Embryo oder ein Kleinkind mit Fürsorge umgeben werden, um sie herum muss eine geeignete Umgebung erschaffen werden, wie „Arche Noah“.

Solange die Schüler die spirituelle Erkenntnis noch nicht erlangt haben und noch nicht begreifen, was sie tun oder wohin sie gehen, wirft es sie von einer Seite zur anderen, von einem Zustand zum anderen, denn jedes Mal werden unterschiedliche neue Systeme in uns gebildet. Und während wir dabei sind, uns aufzubauen, werden wir immer solche instabilen Zustände durchlaufen, und aus diesem Grund dürfen wir nicht unter dem Einfluss von mehreren Faktoren stehen, sondern nur eines Faktors.

Baal HaSulam schreibt in dem Artikel zum Abschluss des Buches Sohar, dass, wenn der Schüler sich nicht an den Lehrer anheftet, wie ein Embryo im Mutterleib, und sich nicht mit dem Höheren verbindet, er nicht voran kommt. Das ist ein Gesetz, das sowohl in der spirituellen als auch in der materiellen Welt wirkt, solange wir uns im Vorbereitungsstadium befinden und mit unseren egoistischen Eigenschaften arbeiten.

Wenn der Schüler das nicht macht, wird ihm nichts helfen. Er kann sehr schlau sein und über außergewöhnliche Fähigkeiten verfügen, doch er wird keine spirituelle Erkenntnis erlangen. Darum steht geschrieben: „Tausende gehen in den Unterrichtsraum hinein und nur einer kommt zum Licht heraus“. Und alles nur aus Nachlässigkeit, aus fehlender Bereitschaft, genau der Idee des Lehrers – jenes Menschen, der die Spiritualität an dich weitergibt – zu folgen.

Ich selbst brauche das überhaupt nicht, ihr wisst, wie mir jegliche Verehrung zuwider ist. Doch für den Schüler ist es notwendig, eine solche Haltung in sich zu entwickeln.

Man muss nur ganz am Anfang des Weges eine Entscheidung treffen, wie geschrieben steht: „Der Mensch lernt nur dort, wohin sein Herz ihn trägt“.

Wie könnt ihr also jemandem erlauben, in euer Zentrum, in euer Haus zu kommen und euch durcheinander zu bringen? Ich hätte so etwas niemals zugelassen.

Wir werden ohnehin nicht klären können, wer recht und wer unrecht hat – alles ist relativ. Und wenn du dich spirituell entwickeln willst, darfst du niemandem glauben – du selbst muss die Quelle, aus der du trinken willst, wählen. Jeder muss für sich selbst den Lehrer aussuchen, der seine Fragen und Erwartungen beantwortet und Mentor für sein Vorankommen sein kann.

Auszug aus der 2. Lektion des Kongresses in der Arava, 30.12.2010