Kabbala und der Sinn des Lebens - Michael Laitmans persönlicher Blog

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Gesetze die wir offenbaren müssen

Frage: In den letzten Jahrhunderten haben wir über 200 physikalische Gesetze aufgedeckt. Darüber hinaus gibt es soziale Gesetze, die wir selbst erfunden haben: Ethik, staatliche und sogar religiöse Gesetze und Traditionen.

Kann man davon ausgehen, dass die Ursachen aller unserer Krisen und Leiden darin besteht, dass wir diese Gesetze künstlich erfunden haben?

Antwort: Ja, ich stimme dem absolut zu.

Frage: Was bedeutet es, den Gesetzen der Natur zu folgen?

Antwort: Leider folgen wir nicht den Gesetzen der Natur, sondern unserem Egoismus, der uns gegen die Natur aufbringt und alles tut, um sie zu zerstören.

Frage: Müssen wir also noch soziale Gesetze offenbaren?

Antwort:  Natürlich. Dies sind die Gesetze einer integralen Gesellschaft, in der wir ein und dasselbe sind wie die gesamte Natur.

Wir trennen uns nicht von der Natur und teilen sie nicht in unbelebt, pflanzlich, tierisch und menschlich auf. Wir betrachten sie als ein einheitliches, globales System, das in sich selbst existiert und sich in der absoluten Verbindung aller seiner Teile entwickelt. Das Wichtigste ist, dass das Grundgesetz dieser Natur die Liebe ist.

Lieben bedeutet, auf alles und jeden Rücksicht zu nehmen, eine gute Einstellung zu allen zu haben, zu verstehen, wie gut alles, was meinen nächsten Zustand bestimmt, für alle anderen sein wird.

Ich betrachte die Natur als integrales System und kümmere mich nur darum, dass sie im besten Zustand ist.

Aus dem TV-Programm „Die Aera des Postcoronavirus“, 07.05.2020

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Die Welt, in der es „niemanden außer Ihm gibt“

Der Mensch ist in einem solchen Zustand erschaffen worden, in dem er glaubt, dass es auch andere Menschen gibt und er von einer riesigen Welt umgeben ist. Doch all das sind seine inneren Verlangen, die er noch nicht miteinander verbinden konnte, um endlich zu erkennen, dass es nur ihn gibt, der gegenüber dem Schöpfer steht.

Er soll aber alle Verzerrungen, Hindernisse, fremde Gedanken und Verlangen, scheinbar „zufällige“ Ereignisse, die ihm widerfahren, nicht auf die zahlreichen imaginären Quellen und Ursachen, die er wegen der Unvollkommenheit seiner Arbeit zu sehen scheint, beziehen, sondern nur auf den Schöpfer.

Genau darin besteht die innere Arbeit. Denn alles, was der Mensch nicht auf den Schöpfer bezieht, sondern anderen Kräften zuschreibt: anderen Menschen, allen möglichen Ursachen, dem Schicksal und sogar sich selbst – das alles wird als „Götzen“ (fremde Götter) bezeichnet. Weil er in diesem Fall glaubt, von etwas anderem außer dem Schöpfer abhängig zu sein, als würde es eine weitere Kraft geben, die als eine Quelle der Einwirkung, ob gut oder böse, fungieren könnte.

Wir müssen das Prinzip „Es gibt niemanden außer Ihm“ realisieren – über allen Hindernissen, die uns absichtlich vom Weg abbringen, damit wir lernen, uns auf die einzige Kraft, auf die einzige Quelle einzustellen.

Und diese Arbeit wird in mehrere Aspekte, ja in mehrere Schritte unterteilt:

– Die Einzigkeit der Quelle feststellen: gibt es noch weitere Quellen oder ist Er die einzige?

– Die Natur der Quelle feststellen: ist Er gut oder böse?

– Die eigene Beziehung zu der Quelle feststellen: „um seiner selbst willen“ oder „um des Gebens willen“?

Die Arbeit in Bezug auf die Quelle führt der Mensch aus seinem persönlichen spirituellen Gefäß, Verlangen heraus – und zwar dadurch, dass er sich mit allen anderen verbindet und dann sich selbst als eine einzige Schöpfung wahrnimmt.

Außerdem verbindet er alle Kräfte, die auf ihn einwirken, alle unterschiedlichen Quellen zu einer einzigen Quelle. Es gibt also in dieser Arbeit mehrere Aspekte, abhängig davon, wie sich diese beiden – der Mensch und der Schöpfer – verbinden.

Auszug aus dem Unterricht nach einem Shamati-Artikel, 07.07.2011

Die fünf globalen Schocks der Weltwirtschaft

Meinung: (Sean O’Grady, Wirtschaftsredakteur der Independent, 28.06.2011): Die OECD hat die fünf „globalen Schocks“ veröffentlicht, welche die Weltwirtschaft in den kommenden Jahren mit einer steigenden Häufigkeit destabilisieren werden.

„An der Stelle von traditionellen Gefahren wie Eroberungen, Kriegen, Hunger und Massensterben nennt die OECD Viruspandemien, Cyber-Attacken, Finanzkrisen, sozial-ökonomische Unruhen und magnetische Stürme“.

Das erste Ereignis aus der Serie der Vorhersagen war die Finanzkrise von 2008. Die steigende Häufigkeit der Krisen wird mit dem „Anstieg der gegenseitigen Abhängigkeit“ im Rahmen der globalen Wirtschaft begründet.

Kommentar: Wenn einzelne unkorrigierte (egoistische, nur über das eigene Wohl eng denkende) Menschen, Völker, Staaten zu einem ganzen Körper, einem gegenseitig abhängenden System werden, in welchem jeder nur das tut, was er als vorteilhaft für sich selbst sieht, dann steigt die Wahrscheinlichkeit, ein solches System unvorhersehbar zu erschüttern, um das Vielfache.

Denn die gegenseitige Abhängigkeit schafft unvorhersehbare Kombinationen von Ursachen für jeden künftigen Zustand. Und unser Wissen dieses Systems erlaubt es uns nicht, es zu verstehen und zu berechnen. Das ist nur möglich, wenn wir es wie unser eigenes empfinden können. Und dies ist nur möglich, wenn wir alle selbst untereinander integral verbunden sind.

Und das ist möglich, wenn wir selbst über dessen Qualitäten und Eigenschaften verfügen. Und das wiederum ist nur über die Korrektur seiner selbst nach der Methode der Kabbala möglich, was als Enthüllung des Schöpfers in den Geschöpfen bezeichnet wird. Denn der Schöpfer ist in Bezug auf uns die Enthüllung unserer korrigierten Eigenschaften in uns selbst. Deshalb heißt Er BoRe – Bo, komme, erlange, und Re, siehe, enthülle in dir selbst.

… man kann aber auch das Buch der Propheten aufschlagen und erfahren, was uns erwartet, wenn wir die Natur durch unser Gleichgewicht mit Ihr nicht zur Ruhe bringen werden.

Sich über alle Grenzen erheben!

Weltweiter Kongress in Moskau, Lektion 2

Ich hoffe, dass dieser Kongress zu einem Wendepunkt wird, dass wir beginnen werden, mehr Herzlichkeit einander entgegen zu bringen, dass wir endlich beginnen werden, einander näher zu kommen, dass wir aufhören, darauf zu achten, dass wir aus unterschiedlichen Ländern kommen, dass wir verschieden, gegensätzlich sind.

Wir müssen uns über alle Grenzen, die uns trennen, erheben! Wir müssen zu einem gemeinsamen Raum werden! Ich glaube fest daran, dass es geschieht! Wir müssen alle Barrieren zerstören! Anderenfalls dürfen wir nicht zur nächsten Stufe übergehen!

Wie kann die Rede von Machsom sein, wenn wir zwischen dir und mir, zwischen diesem und jenem, zwischen schwarz, weiß, gelb, rot und sonstigem unterscheiden. Das macht alles zunichte! Das lässt sofort eine Mauer vor dir entstehen!

Und so ist das in jeder Gruppe! Und in jeder Gruppe müssen wir uns über den eigenen Egoismus erheben! Es wird doch ein Spiel von oben mit uns gespielt! Der Schöpfer schiebt uns mit Absicht von links diesen Egoismus zu, und wir können ihn nicht bezwingen!

Wir sehen ständig Fehler in allen anderen. Ich sehe mich um: dieser ekelt mich an, weil er popelt, und der andere, weil er so spricht, und der dritte kuckt komisch. Der eine ist dick, der andere dünn, der dritte ungehobelt usw. Woher kommt das?!

Es gibt tausende Ursachen dafür, mich nicht mit den anderen verbinden zu wollen. Damit gibt es keine Probleme! Ich bin bereit, alle wegzustoßen, ich werde für jeden einen Grund finden und werde damit recht haben.

Wie kann ich mich über all das erheben?! Doch wenn wir das nicht schaffen, werden wir nichts erreichen können!

Auszug aus der 2. Kongresslektion in Moskau, 10.06.2011

Das alles ist doch kein Zufall!

Eine Frage, die ich erhielt: Die Kabbala sagt, dass die Ursache aller Probleme in der Welt das egoistische Verlangen des Menschen ist. Doch welche Verbindung besteht zwischen dem, dass ich ein Egoist und dem Schöpfer entgegengesetzt bin, und der Hitze in Moskau oder der Umweltkrise?

Meine Antwort: Wir alle befinden uns innerhalb eines geschlossenen Systems (einer Sphäre) namens „Schöpfer“, dessen Eigenschaft die vollkommene Verbindung aller Teile im gegenseitigen Geben ist. So ist das Gesetz für die Existenz des gesamten Systems und jedes seiner Teile.

Das können wir am Beispiel unseres Körpers, des Ökosystems u.a. beobachten. Ich existiere innerhalb dieses Systems wie ein Embryo in einer Mutter, und in dem Maße der Verbindung, d.h. der Eigenschaftsähnlichkeit mit dem System, wenn ich mich diesem ähnlich im Geben befinde, fühle ich mich gut. Und umgekehrt, in dem Maße der Entfernung von seinen Eigenschaften geht es mir schlecht.

Die Nähe oder die Entfernung wird nicht nach dem Abstand, sondern nach der Ähnlichkeit der Eigenschaften gemessen. Wenn ich über ein kleines egoistisches Verlangen verfüge, dann empfinde ich, selbst wenn ich mich von dem System unterscheide, nur geringe Probleme. Doch wenn mein Verlangen wächst, wächst auch das Unbehaglichkeitsgefühl.

Da der Mensch sich ständig in seinen egoistischen Verlangen entwickelt, wächst auch seine Gegensätzlichkeit zum Natursystem, zum Schöpfer, und er wird sich unvermeidbar immer schlechter fühlen! Bis er zu begreifen beginnt, was genau der Grund für seine Leiden (Probleme) ist.

Ich werde Schicksalsschläge von allen Seiten erleiden, bis ich begreife, dass das Systemcharakter hat und kein Zufall ist! Die Umweltprobleme sind nicht zufällig! Ich kann sie nicht mehr übersehen.

Ähnliche Probleme wird es überall auf der Erde in unterschiedlichen Formen geben, und sie werden die Menschen wachrütteln, um sie zum Nachdenken anzuregen: „Wahrscheinlich gibt es einen Grund dafür“.

Das Verlangen, wenn es gewachsen ist, empfindet Leiden und erschafft in seiner Nähe den Verstand, um sie zu vermeiden – der Mensch wird klüger, schlauer, und lernt Ursachen und Folgen miteinander zu verbinden.

Er beginnt unweigerlich zu fragen: warum geschieht es und woher kommt all das Unheil?! Wie man zu fragen pflegt: „Womit habe ich das alles verdient?!“ Und das ist bereits eine unterbewusste Frage nach der Quelle der Geschehnisse (nach der Natur, dem Schöpfer).

Die Menschen werden erkennen, dass es ein allgemeines Gesetz für das gesamte Universum gibt. Ihr müsst es nicht „Schöpfer“ nennen, nennt es „Natur“.

Doch es verlangt von uns ständig, bewusst das Gleichgewicht mit der Natur zu halten, sprich in der gleichen Eigenschaft des Gebens wie das gesamte Universum, welches in der allseitigen Verbindung und der integralen Einheit aller Teile existiert, zu sein.

Deshalb gibt es keine Wahl, die Menschheit ist ein Krebsgeschwür innerhalb der gesamten Natur und muss sich selbst heilen!

Letztendlich werden wir unter dem Druck aller Probleme zu dieser Erkenntnis kommen, es ist bereits sehr nah.

Aus dem Unterricht zum Thema „Die Aktualität im Licht der Kabbala“ vom 10.08.2010

 

Das Ende der Handlung verbirgt sich in dem ursprünglichen Gedanken

Der Sohar, Abschnitt „Lech Lecha“, Punkt 116: Wehe den Bösewichten der Welt, welche nicht wissen und sich nicht bemühen, zu erkennen, dass alles, was es in der Welt gibt, vom Schöpfer kommt, dass Er alleine all die Taten in der Welt durchführte, durchführt und durchführen wird. Er weiß im Vorhinein, was sich am Ende alles entfalten wird, wie geschrieben steht: „Das Ende vom Anfang verkündend.“ Und Er beobachtet und Er führt Dinge am Anfang aus, um sie zu wiederholen und sie nach einiger Zeit perfekt zu machen.

Das Ende der Handlung verbirgt sich in dem ursprünglichen Gedanken. Denn alles bewegt sich von Bina zu Keter und von Keter zu Bina.

Zwischen ihnen, in dem oberen Teil des Parzuf, der dem Höheren angehört, findet die gesamte Arbeit an dem unteren Teil des Parzuf statt, von SaT de Bina hinunter bis zu Malchut.

Wir aber, die wir uns in Malchut befinden, sehen von da aus weder die Ursachen der zu vollziehenden Handlungen, die von Bina kommen, noch das Ziel, zu dem uns das alles führen soll und welches von Keter kommt.

Denn wir sind ihnen in unseren Eigenschaften entgegengesetzt. Solange Malchut die Eigenmschaften von Bina nicht angenommen hat, wird sie Keter, die Höhere Lenkung, nicht verstehen können.

Aus dem Sohar-Unterricht vom 22.07.2010

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Wofür existiert das alles?!

Unsere gesamte Wirklichkeit ist in einen für uns offenbarten und einen vor uns verborgenen Teil, von dem wir nichts wissen, unterteilt.

Indem wir herkömmliche Wissenschaften entwickeln, können wir natürlich den offenbarten Teil für uns erweitern, doch nur, indem wir die bereits vorhandenen Sinnesorgane ausbauen, und nicht mehr. Auf diese Weise ist es unmöglich, einen qualitativen Sprung zu machen und eine zusätzliche Dimension zu entdecken.

Doch Kabbala sagt, dass wir eine zusätzliche Wahrnehmung in uns entwickeln können, in der wir eine Realität enthüllen werden, die sich außerhalb von uns befindet. Doch du musst dabei bedenken, dass sie entgegengesetzt der, die du heute wahrnimmst, sein wird!

Denn heute enthüllst du die Realität in dem Maße, in dem du sie in dich einsaugen, durch deine fünf physischen Sinne – Sehen, Hören, Schmecken, Riechen, Tasten – wahrnehmen kannst. All diese Wahrnehmungen nennen sich auch meine Welt.

Doch ich habe die Möglichkeit, zusätzliche Wahrnehmungen in mir zu entwickeln. Nicht zusätzliche Arme, Beine, Geschmäcke oder ähnliches zu bekommen, sondern in meinen Wahrnehmungen aus mir herauszugehen, fünf andere Wahrnehmungsorgane, die Keter, Chochma, Bina, Seir Anpin, Malchut heißen, zu entwickeln.

Und in diesen zusätzlichen Wahrnehmungsorganen, welche meinen vorherigen völlig entgegengesetzt sind, fange ich an, das wahrzunehmen, was außerhalb von mir geschieht.

Das bedeutet, meine Wahrnehmung wird durch nichts begrenzt, ich gehe in einen offenen Raum hinaus! Und alle Welten befinden sich vor mir – alles hängt nur davon ab, inwieweit ich meine spirituellen Wahrnehmungsorgane entwickeln werde.

Ich bin nicht durch meinen Umfang begrenzt, durch die Menge dessen, was ich in der Lage bin, in mich hineinzusaugen, bis ich voll bin. Jetzt hängt alles davon ab, inwieweit ich mich erweitern kann.

Dann fange ich an, alle Kräfte, alle Gedanken, alle Verlangen, die Aufgabe und das Ziel der Schöpfung – die gesamte Welt um mich herum – aufzufangen und zu verstehen, was mit mir geschieht. Ohne dieses Wissen, was um mich herum geschieht und auf mich einwirkt, verstehe ich nichts – weder von der Welt, noch von mir selbst.

Die Wissenschaft darüber, wie man aus sich herausgeht und alles, was in der höheren Dimension geschieht, enthüllt, nennt sich die Wissenschaft der Kabbala. Und wenn wir aus unserem Ego herausgehen und beginnen, das Universum zu enthüllen, enthüllen wir auch das Ziel der Schöpfung, d.h., wofür das alles existiert!

Indem ich herausgehe, befreie ich mich von den Beschränkungen meines materiellen Körpers und erhebe mich über die Zeit, die Bewegung und den Raum, über eine übliche Wahrnehmung der Realität durch drei Koordinatenachsen: oben-unten, rechts-links, vor-zurück. Ich höre auf, die Zeit wahrzunehmen, denn dort existiert keine Zeit.

Ich sehe andere Ursachen und Folgen, d.h., ich erhalte eine vollkommen neue, unbegrenzte Wahrnehmung der Welt. Ich erhalte neue Eigenschaften und neue Möglichkeiten, außerhalb von jeglicher Verbindung mit meinem tierischen Körper.

Und so, wie ich jetzt einen Menschen vor mir sehe, wahrnehme und verstehe, muss ich genauso gut all jene Realität, die sich „Schöpfer“, höhere Kraft nennt, kennenlernen und erfassen.

Und bis dahin wird es uns immer enger und schlechter in unserer begrenzten Realität gehen, bis wir es schaffen, aus ihr in die offene Welt herauszugehen!

Aus dem Unterricht nach dem Artikel „Die Lehre der Kabbala und deren Wesen“ vom 09.07.2010