Kabbala und der Sinn des Lebens - Michael Laitmans persönlicher Blog

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Das Ende der Romanze mit der materiellen Umgebung

Frage: Der Egoismus ist sehr listig. Wie kann ich sicher sein, dass das Spiel mit ihm mich wirklich vorwärts bringt und kein weiterer Trick von ihm ist?

Meine Antwort: Wenn ich mich in die Umgebung einfüge und mich von dem, was für sie wichtig ist, durchdringen lasse, dann bedeutet es, dass ich mich im Glauben über dem Verstand bewege. Ich beuge mich absichtlich vor der Gruppe und übernehme ihre Werte, weil sie spiritueller Natur sind. Ich stelle mich vor ihnen so hin, dass sie mich aufsteigen lassen.

Ich habe niemals Kraft, um selbständig aufzusteigen. Dabei befinde ich mich immer in irgendeiner Umgebung, die mich auf bestimmte Werte ausrichtet.

Nur sind die Werte der materiellen Umgebung ebenso künstlich und falsch. Die Gesellschaft animiert mich dazu, ein Auto, ein Haus, eine Einrichtung zu kaufen… Wer sagt, dass ich das wirklich brauche? Denn der Körper ist nur ein Tier, das sich lediglich entspannen möchte. Gib ihm eine bestimmte Anzahl an Kalorien und ein bequemes Plätzchen zum Hinlegen. Mehr will es auch nicht.

Doch die Gesellschaft erzählt mir, was ich kaufen und wonach ich streben soll. Ansonsten werde ich nicht respektiert. Animiert durch die Umgebung, versuche ich mein Leben lang, ihr zu gefallen.

Doch nun bin ich übersättigt und will nicht mehr nach ihrer Pfeife tanzen. Stattdessen trete ich einer neuen Umgebung bei, wähle ein Umfeld, das ein spirituelles Ziel hat. Jetzt muss ich es nur in meinen Augen erheben – dann werde ich mit dessen Hilfe wachsen.

Ich erschaffe mir eine künstliche Umgebung für das spirituelle Wachstum. Genau darin besteht meine gesamte Arbeit. Je höher ich die Freunde in meinen Augen aufsteigen lasse, desto höher steige ich selbst auf.

Auszug aus dem Unterricht über einen Artikel von Rabash, 22.02.2011

Strengt Euch an und ihr werdet es erlangen!

Sohar, Abs. BeShalach, P. 212: „Zu der Zeit, als er erschien, um auf das Land herabzusteigen, um sich in einen Körper aus dem Samen des Levi einzukleiden, wurden 425 Kerzen für den König, SA, errichtet, und 425 ernannte Gravuren begleiteten diesen Geist von Moses zu seinem Platz.

Als er in die Welt, Hej, Göttlichkeit hinabkam, welche sich vor ihm erhellte, und das Haus mit ihrem Glanz erfüllte.“

…ich lese den Sohar und verstehe kein Wort darin. Vielleicht kann ich kein Hebräisch, und auch wenn ich Hebräisch kann, verstehe ich doch nicht, wovon sie sprechen. Auch wenn ich die Zitate von berühmten Kabbalisten kenne, woher kann ich wissen, was sie bedeuten? Sie sprechen von einer völlig anderen Realität, von der ich gar keine Ahnung habe.

Wenn wir den Sohar lesen, wissen wir nichts. Aber wir wollen, dass das im Buch Gelesene in uns verkörperlicht ( nein – entweder verinnerlicht oder verkörpert) wird.

Die Kabbalisten, die Autoren des Sohar, Rabbi Schimon und seine Schüler, die zwischen sich so eine starke richtige Verbindung entdeckt haben, dass sie die Welt der Unendlichkeit erreichen konnten, haben in diesem Buch ihre Empfindungen beschrieben, wie ein Reisender, der alles was er sieht und fühlt, niederschreibt.

So schreiben die Kabbalisten über die höhere Welt, und sie haben kein Problem damit, denn sie befinden sich darin.

Es gibt keine Weisheiten hier, keine Tricks. Die Weisheit der Kabbala ist das Licht Chochma, das sich in das Licht Chassadim einkleidet. Das ist eine Vision, eine Erkenntnis. Und wir müssen auch danach streben, dann verstehen wir, worum es sich im Buch Sohar handelt.

Deshalb braucht man nicht klug oder gelehrt zu sein. Man muss kein Wissenschaftler werden, sondern vielmehr soll man danach streben, sich zu ändern, um zu spüren, was uns der Rabbi Schimon weitergegeben hat.

Aus einer Sohar-Lektion, 29.10.2010