Kabbala und der Sinn des Lebens - Michael Laitmans persönlicher Blog

Beiträge in der Kategorie 'Tradition'

Der Gegensatz von Religion und Kabbala: Handlungen versus Absichten


Eine Frage, die ich erhielt: Gemäß Rabash sind diejenigen, die von der Äußerlichkeit zur Innerlichkeit wechseln können, das auserwählte Volk, und unser Herz wird sich mit Hilfe unserer Handlungen verändern. Gleichzeitig erinnern Sie uns ständig, dass die äußeren Handlungen nichts weiter als äußere Zeichen sind, und in keiner Verbindung zur Korrektur der Seele stehen.

Meine Antwort: Wenn Rabash von „äußerer Einhaltung“ spricht, meint er nicht die physische Einhaltung, sondern die Absicht „für sich selbst“. Und die „innere Einhaltung“ zeigt die Absicht „für den Schöpfer“.

Von den physischen Handlungen sagt der Schöpfer: „Es ist mir egal, wie ein Vieh geschlachtet wird; die Gebote wurden zur Korrektur des Menschen gegeben.“ Mit anderen Worten: Die gesamte Verbindung zwischen den Handlungen und den Geboten liegt in unseren Absichten und nicht in den Handlungen selbst. Würde ein Mensch über die Erfolglosigkeit seiner Handlungen Bescheid wissen, wäre er der Kabbala äußerst dankbar dafür, dass sie ihm im Leben die richtige Führung gibt!

Den ganzen Gegensatz zwischen Religion und Kabbala kann man auf die Bewertung der Wichtigkeit von Handlungen und Absichten reduzieren: Was ist wichtig, die Handlungen oder die Absichten? In Wirklichkeit bestreitet die Kabbala die Wichtigkeit der Handlungen (Traditionen) in der Formung und Regelung sozialer Grenzen nicht. Doch die Religion muss ebenfalls akzeptieren, was geschrieben steht – dass die Handlungen ohne die Absichten tot sind und einen Menschen nicht korrigieren können. Die Absichten können nur durch das korrekte Studium der Kabbala geändert werden.

Man muss mit dem Eingeständnis beginnen, dass man nicht perfekt ist – das ist der Stein des Anstoßes! Denn das Hauptziel der Religion liegt darin, dem Menschen ein Gefühl von Stolz und Vollkommenheit für die Einhaltung der Vorschriften zu verleihen. Er denkt, er diene dem Schöpfer und der ganzen Welt, wenn er dies tut, und jeder stehe in seiner Schuld.

Die Kabbala zeigt einem Menschen andererseits nur, wie falsch und unvollkommen er wirklich ist. Er sieht dies im Lichte des Schöpfers, das während des Studiums auf ihn herabsteigt. Dann ist ein Mensch unglücklich über die Ergebnisse seines Studiums. Wenn er jedoch über diese Empfindung hinauswachsen und die Wahrheit über diese Qual hervorheben kann, wird er vorankommen. Und wenn er dazu nicht in der Lage ist, kommt er vom Weg ab.

Punkt 66 von der „Einführung zum Buch Sohar“ erörtert die Notwendigkeit, die Wichtigkeit der Absicht über die physische Einhaltung zu stellen. Der ganze Widerspruch zwischen der Religion und der Kabbala liegt in ihrem Anspruch hinsichtlich dessen was wichtiger ist.

Blog-post: Der Schöpfer hat weder Arme noch Beine
Baal HaSulam Artikel: Das Wesen der Religion und ihr Ziel
 
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Aufbau der zukünftigen Gesellschaft, Teil 9

Integration auf der Stufe der Liebe

Baal HaSulam, Aufbau der zukünftigen Gesellschaft, Kapitel 3, Punkt 9: Mit anderen Worten: Bis auf die Einhaltung des Grundsatzes „Liebe deinen Nächsten wie dich selbst“ darf jede Nation ihrer eigenen Religion und Tradition folgen und niemand darf sich in die jeweils andere einmischen.

Wenn die Menschen der zukünftigen Gesellschaft bestimmte religiöse oder philosophische Interessen haben, werden sie sich leicht damit befassen können.

Die Hauptsache ist, dass man seinen Nächsten liebt, wie sich selbst. Dieses Gesetz steht um einige Grade über allen anderen Gesetzen, allen möglichen Voraussetzungen und Kunstgriffen.

Die Tatsache, dass Menschen sich mit Meditation befassen, sich das Spirituelle und die Zukunft in Form von sozialen Kulten vorstellen, spielt keine Rolle.  Das Wichtigste ist, dass es eine Verbindung zwischen allen auf Stufe der Liebe gibt. Ansonsten können Sie nach Belieben machen, was immer Sie wollen.

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Beten bedeutet, die Eigenschaft der Liebe und des Gebens in dir zu enthüllen


Frage: Im Artikel „Was ist ein halber Schekel in der Arbeit“ sagt Rabash: „Wenn ein Mensch, ohne die Bedeutung der Worte zu verstehen, einfach nur ausspricht, was im Gebetsbuch der Weisen geschrieben steht, und diese Worte spricht, während er sich dem Schöpfer annähert, ist es unwichtig, ob er weiß, was er sagt oder nicht…“

Auch Baal HaSulam sagt in Punkt 155 in der „Einführung zu Talmud Esser HaSfirot“: „…auch wenn ein Mensch nicht versteht, was er lernt, zieht er aufgrund seines Verlangens dennoch das Licht der Korrektur auf sich“.

Folglich hat das Beten mit einem Gebetsbuch großen spirituellen Wert, und wenn einige sagen, es wären ja nur Worte und Traditionen, stimmt dies nicht. Wie ist Ihre Meinung darüber?

Antwort: Mit „einigen“ meinen Sie mich. Ja, ich behaupte dies. Und dies ist der Grund: Das Resultat des Lesens hängt vom Leser ab und nicht vom Text oder seinem Autor.

Baal HaSulam sagt in Punkt 147 der „Einführung zu Talmud Esser HaSfirot„: „Es gibt keinen Unterschied zwischen der Tora der Welt von Azilut und der Tora dieser Welt, d.h. zwischen der Weisheit der Kabbala und der offenbarten Tora. Sondern der Unterschied liegt beim Menschen, der die Tora studiert. Zwei mögen die Tora studieren, den gleichen Text und die gleichen Worte, doch einer wird es als die Weisheit der Kabbala und der Tora von Azilut aufnehmen, und der andere als die offenbarte Tora (von Assija)“.

Selbstverständlich wurde das Gebetsbuch von den Mitgliedern der Großen Versammlung zusammengestellt – den großen Kabbalisten, die vor 2000 Jahren lebten. Wenn man es mit der Absicht liest, um sich mit dem Schöpfer zu verbinden, dann zieht man das Licht von der Quelle an sich heran, von dem das Gebetsbuch spricht. Dasselbe geschieht, wenn man „Talmud Esser HaSfirot“ studiert. Wenn man jedoch nicht darüber nachdenkt, weil man keinen Wunsch hat, den Schöpfer zu enthüllen, dann hat das, was man liest, keine Wirkung, sei es der Talmud Esser HaSfirot oder das Gebetsbuch.

Wenn man den Inhalt des Gebetsbuches verstehen möchte, dann sollte man das Gebetsbuch von Rashash verwenden. Dort findet man die Bedeutung der Gebete in den kabbalistischen Symbolen – als Anheftung des korrigierten Verlangens (der Seele) an den Schöpfer durch das System der spirituellen Welten. Das Gleiche wird im Talmud Esser HaSfirot diskutiert und allgemein in allen Heiligen Büchern. Sie alle sprechen nur über die Verbindung mit dem Schöpfer und über Seine Enthüllung dem Menschen gegenüber.

Beten bedeutet, den Schöpfer zu enthüllen, die Eigenschaft des Gebens und der Liebe in sich. Alle anderen Gebete sind egoistisch und ziehen nicht das Höhere Licht an. Sie haben nur einen psychologischen Effekt auf den Betenden.

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Eine fröhliche Verbindung mit dem Fest der Natur!

Die inneren Umwälzungen, die jemand benötigt, um sich mit anderen verbinden zu können, bis hin zu vollständiger Übereinstimmung, Einheit und wechselseitigem Austausch, der uns mit der Natur in Einklang bringt, sind nicht einfach. 

Die Phasen derartiger Veränderungsprozesse verlaufen in einem Zyklus, der wieder am Ausgangspunkt endet. Es liegt an uns, diesen gesamten Zyklus zu durchlaufen. Wir brauchen dazu die Absicht, uns selbst zu korrigieren und uns in einen nützlichen Teil der Natur zu verwandeln – und nicht in einen krebsartigen Tumor, der alles um sich herum verschlingt und die Erde zerstört. Ein Mensch muss eine Quelle der Gesundheit und des Wohlergehens für das Gute und das Gleichgewicht in der Natur sein. 

Jedes Jahr kehren diese Zustände wie in einer Spirale zurück und wiederholen sich auf höheren Ebenen. Im Wesentlichen bezeichnet ein Jahr die Anzahl der Stufen, die wir in unserer Verbindung zur Erreichung des Ziels durchlaufen müssen. Dieser Zyklus der Korrektur wurde von Abraham in der Vorzeit entdeckt. Er unterrichtete seine Schüler, welche zur Quelle der Entstehung des jüdischen Volkes wurden. Dies kommt im Jahreszyklus der jüdischen Feiertage zum Ausdruck. 

Wir müssen verstehen, dass die jüdischen Feiertage nicht die Tradition einer bestimmten Nation oder eines Volkes sind. Vielmehr sind sie Symbole einzigartiger spiritueller Zustände, in denen wir gegenseitige Hingabe, Liebe auf einer höheren Ebene und eine größere Tiefe der Verbindung des Herzens und des Verstandes erreichen.

Es geht hier nicht um eine Feier historischer Ereignisse, die ein einzelnes Volk erlebte und die außerhalb des allgemeinen Naturprogramms stehen. Diese Feiertage spiegeln die spirituellen Zustände der Menschen als Gemeinschaft wider. Sie sind bereits als bestimmte Ebenen unserer Übereinstimmung mit der Natur verborgen, wenn wir uns in Richtung Gleichgewicht und Harmonie bewegen. 

Wenn wir uns als Volk wahrnehmen und uns auf die eine oder andere Weise miteinander verbinden und eine bestimmte Ebene der Einheit erreichen, die in der Natur verborgen ist, dann feiern wir dieses Geschehen besonders. Wenn wir auf die nächste Ebene der Verbindung und uns wieder ein Stück mehr an die Natur annähern, feiern wir diese Errungenschaft erneut. Der Mensch legt die Feiertage nicht nach eigener Wahl fest, sondern feiert seine Errungenschaft der Ähnlichkeit und Anhaftung an die Natur. Diese Feiertage können also nicht geändert werden.

In unserem heutigen Zustand stehen wir der integralen Natur völlig entgegengesetzt gegenüber, denn alle Teile der Natur – außer der menschlichen Spezies – sind zu hundert Prozent in einem einheitlichen System verbunden.

Wenn die Menschheit oder zumindest ein Teil davon jedoch beginnt, sich der Natur und der Ganzheit anzugleichen, dann werden wir mit Sicherheit einen bestimmten Grad der Verbindung erreichen. Zunächst einmal liegt es an uns, unsere gegenseitige Abneigung zueinander zu erkennen, denn so ist die Natur, mit der wir geboren werden. 

Das nennt man „Erkenntnis des Bösen“. Uns muss bewusst sein, dass unsere der Natur entgegengesetzten Eigenschaften uns nicht erlauben, Harmonie und Balance zu erreichen. Dafür brauchen wir eine innere Prüfung, und wir müssen uns selbst bewerten (lehipatel: beten, sich selbst beurteilen). Ein solches In-Sich-Gehen vor Rosh HaShana wird als „Monat Elul“ bezeichnet.

Zu diesem Zeitpunkt hinterfragen wir unseren IST-Zustand in Bezug auf den guten und wunderbaren Zustand der Verbindung, den wir erreichen müssen. Das bedeutet, dass wir das, was als korrigierter Zustand bezeichnet wird, erkennen. Wir vergleichen ihn mit unserem gegenwärtigen Zustand, nehmen die gewaltige Kluft zwischen beiden wahr und gelangen so zu einer Selbstbeurteilung.

Wir erkennen dann, dass wir Sünder sind und was zu tun ist. In der Folge organisieren wir unsere Arbeit besser, um weiter in Richtung Verbindung voranzuschreiten. Die Kraft, die sich in der Natur befindet und alle ihre Teile verbindet, sehen wir als die herrschende Macht, die uns lenkt. Diese Kraft hält das gesamte System zusammen und wird zu unserem Ziel. Wir sehnen uns danach, ihr zu ähneln. Dies nennt man Rosh HaShanah, den Anfang (Rosh) unserer Veränderungen (Shinuim) und den neuen Zyklus, an dessen Ende wir wie die allgemeine Kraft sein wollen, die die Natur durchdringt. 

[144178] Aus dem Programm „A New Life“ 14.09.14.  

 

Religion ist eine kulturelle Tradition, Kabbala ist die Methode der Korrektur


Frage: Ich kann mich nicht aufs Studieren des Buches Sohar konzentrieren, obwohl es mein größter Wunsch ist, dieses Buch zu verstehen. Das vorherrschendste Gebot im Christentum ist, „du sollst weder Vergeltung üben noch Groll hegen gegenüber den Kindern deines Volkes; sondern du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst: Ich bin Jehovah“ (Levitikus 19:18). Jesus hat gelehrt, dass wir diejenigen lieben müssen, die uns hassen, und für diejenigen zu beten, die uns verfolgen. Ist das nicht auch ein Prinzip der Kabbala?

Meine Antwort: Jede Religion stellt sich selbst über andere Religionen und Lehren, und zwar deshalb, weil alle Religionen aus dem Egoismus des Menschen entstanden sind. Dies ist der Grund für all den Hass zwischen den unterschiedlichen Religionen und Nationen. Sogar innerhalb einer Religion gibt es Hass zwischen ihren unterschiedlichen Zweigen.

Das Gebot „Du sollst weder Vergeltung üben noch Groll hegen gegenüber den Kindern deines Volkes; sondern du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst“ ist unvollständig. Kabbala lehrt uns, nicht nur das eigene Volk zu lieben, sondern alle Völker der Welt. Wenn wir in der Geschichte zurück schauen, werden wir niemanden finden, der diejenigen geliebt hat, welche ihn gehasst und verfolgt haben. Im Gegensatz dazu ist die Geschichte voll von Hass und Gewalt, welche durch die Religion bis heute hervorgebracht wurden.

Religion hat immer die verschiedenen Nationen voneinander gespalten und getrennt, indem sie diese gegeneinander aufgehetzt und sich selbst den Völkern durch Feuer und Schwert aufgezwungen hat.

Alle Religionen werden aussterben, weil sie aus dem Egoismus nach der Zerstörung des Tempels hervorgegangen sind. Das war, als das Volk Israel von der Stufe „Liebe deinen Nächsten“ auf die Stufe „grundloser Hass gegen den Nächsten“ gefallen ist – und sie sind nach wie vor auf dieser Stufe, zusammen mit allen anderen. Kabbala steht über der Religion. Sie wendet sich an jeden in der Welt, da sie lehrt, dass wir alle Teil der gemeinsamen Seele von Adam sind, ohne jeden Unterschied zwischen uns. Jede Person ist gleich wichtig, um für alle die vollständige Korrektur zu erreichen. Wenn auch nur eine Person fehlt, ist es nicht vollständig perfekt!

Kabbala trat im alten Babylon in Erscheinung, als die gesamte Zivilisation durch den wachsenden Egoismus auseinander fiel. Kabbala, durch Abraham vertreten, bat die Menschen sich zu vereinigen. Und jetzt, nach unserer ganzen bitteren Geschichte, erzählt die Kabbala uns allen wieder dieselbe Sache: „Vereinigt euch, sonst werdet ihr euch vernichten!“ Und bis heute predigen uns die Religionen noch immer Trennung – aus dem Grund, weil sie durch den Egoismus hervorgebracht wurden. Die Religionen traten auf, als die Nation Israel von der Nächstenliebe zum Hass herunter fiel – von der spirituellen auf die körperlich egoistische Stufe. Das war, als das Judentum erschien, danach das Christentum, und dann der Islam.

Baal HaSulam schrieb, dass die Religionen als kulturelle Traditionen der Nationen verbleiben werden. Die Religionen werden den ihnen angemessenen Platz einnehmen müssen und aufhören müssen, sich mit etwas zu beschäftigen, was jenseits von ihnen liegt – der Seele und ihrer Korrektur. Sie haben keine Verbindung mit dem Licht und dem Schöpfer, um sich damit zu beschäftigen. Genau das ist es, was wir heute miterleben, als Resultat der Einwirkung der Religionen auf die Menschen.

Die Periode der Verborgenheit des Lichts ist zu Ende, und damit ist auch die Periode der Herrschaft der Religionen über die Völker zu Ende. Das Licht wird enthüllt werden, und Religion wird durch die Kabbala ersetzt werden. Religion wird als kulturelle Tradition bestehen bleiben.

Verwandtes Material:
Blog-post: Religion und Kabbala sind Gegensätze
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Blog-post: Wo ist in der Kabbala Jesus Christus zu finden?
Blog-post: Alles stammt von der Kabbala ab!
 
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Fröhliches Chanukka!

Die Seele eines Menschen setzt sich aus zwei Teilen zusammen, die Galgalta Eynaim und AHP genannt werden. Das Fest Chanukka symbolisiert die Korrektur von Galgalta Eynaim und das Fest Purim symbolisiert die Korrektur von AHP. Deshalb gibt es in unseren Welt Traditionen, welche diese Ereignisse auf dem persönlichen spirituellen Weg eines Menschen feiern.

[https://youtu.be/LmwJlWHp6w8

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Zum Gedenken an meinen Lehrer

Heute vor 20 Jahren ist mein Lehrer gestorben. Baruch Shalom Levi Ashlag ist der letzte große Kabbalist aus der Reihe der Weisen von Adam bis zur heutigen Zeit: Adam – Abraham – Moshe – Rashbi – Ari – Baal haSulam – Rabash und viele Tausende dazwischen.

Rabash hat einen großen Mut bewiesen, indem er die kabbalistische Methode an uns weiter gegeben hat, damit wir sie in dieser Generation an die ganze Welt herantragen können. Ohne seine Arbeit hätten wir diese Möglichkeit nicht gehabt. Ich habe gesehen, wie treu er diesem Prinzip folgte: die Enthüllung der Wissenschaft der Kabbala der Welt über allen anderen Berechnungen.

In den frühen Morgenstunden sind wir nach Jerusalem gefahren und haben sein Grab besucht. Natürlich ist dieser Ort für uns nicht mehr als ein Symbol, eine Tradition, und die Verbindung mit unserem Lehrer ist lebendig und fortdauernd. Wir alle hoffen darauf, zu seinen würdigen Söhnen zu werden, aus diesem Grund haben wir unsere Gruppe „Bnei Baruch“ genannt – Söhne von Baruch Ashlag.

Auszug aus der Fernsehsendung „Gespräche“. Gedenktag von Rabash.

Gerichtstag

In wenigen Tagen kommt ein besonderer Tag, den wir Jom Kippur (Gerichtstag) nennen.

Aber wer weiß, in welchem inneren Zustand sich der Kabbalist an diesem Tag fühlen wird, und wann der Zustand, der Gerichtstag heißt, kommt. Innere Zustände kommen nicht nach dem Kalender.

Die Zustände eines Menschen können privat, persönlich oder gemeinsam, gemeinschaftlich sein. Das Volk führt auf einem gemeinsamen Niveau die Traditionen des Festtages aus.

Aber wenn eine Gruppe von Kabbalisten in ihrer Vereinigung den bestimmten inneren Zustand, den Festtag, erreicht, steht es mit dem allgemeinen Festtag des ganzen Volkes in keinerlei Verbindung.

Denn der innere Festtag kommt nach dem persönlichen Zustand und der allgemeine nach dem Kalender. Sowohl diese Traditionen und Bräuche als jeder andere besondere Tag haben ihre eigene höhere spirituelle Wurzel.

Der Kabbalist möchte auch die Traditionen seines Volkes ausführen und möchte den Brauch mit allen anderen einhalten, denn es steht geschrieben: „Der Schöpfer befindet sich unter seinem Volk.“ Aber er bleibt dabei in seinem persönlichen inneren Zustand.

Es gibt Menschen, die religiös sind, das heisst, sie führen religiöse Traditionen und Bräuche aus. Und es gibt auch Menschen, die diese inneren Handlungen in ihren Seelen ausführen, indem sie sich mit anderen Seelen in dem gemeinsamen System Adam haRishon verbinden.

Dadurch bereiten sie dem Schöpfer Genuss und können sich tatsächlich korrigieren. Und die Korrektur ist nur durch die Verbindung zwischen Menschen möglich, wie es geschrieben steht: „Liebe deinen Nächsten wie dich selbst, ist das große Gesetz der Tora“.

Es kann dann geschehen, wenn alle Menschen auf der Welt den Schöpfer , jeder den eigenen Schöpfer, um „Vergebung“ bitten. Man muss ihnen nur klar machen, dass die Reue nur bezüglich der Liebe zum Nächsten geben kann, entweder bist du „dafür“ oder „dagegen“.

Und lasst uns bezüglich dieser Regel überprüfen, ob wir gesündigt haben oder nicht. Denn nur dieses Gesetz müssen wir erfüllen, wie es geschrieben steht: „Liebe deinen Nächsten wie dich selbst, ist die wichtigste Regel der Tora“.

Wenn die ganze Menschheit sich virtuell versammelt hätte, um zu klären, was „Liebe zum Nächsten“ heisst, in welchem Maß der Schöpfer sie von uns fordert und inwiefern wir ihr entgegengesetzt sind, wäre das der wahre Gerichtstag (Jom Kippur), an dem wir zu Purim gelangen könnten (Jom Kippur auf Hebräisch Jom ha Ki-purim, Tag wie Purim), zur vollkommenen Korrektur.

Wenn die Menschen beten gehen, um Vergebung bitten, ist wichtig, um was wir weinen und bitten. Denn wir weinen und bitten schon sehr viele Jahre und das hilft uns nicht. Es scheint nicht, dass der Schöpfer uns in dieser Form hören kann.

Denn unsere Bitte ist dem echten Flehen entgegengesetzt. Wir bitten nicht um die Nächstenliebe, aber nur solche Bitte hört der Schöpfer. Wir haben uns dem mit unserem Rücken zugewendet, der uns retten kann und schreien in die entgegengesetzte Richtung. So sieht unser Gerichtstag aus…

Aus dem Unterricht nach einem Artikel von Rabash, 14.09.2010

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Die spirituellen Wurzeln der Bräuche in unserer Welt


Eine Frage, die ich erhielt: Ich dachte immer, dass Bnei Baruch eine nicht religiöse Organisation wäre und es säkulare Menschen niemals zwingen würde, religiösen Traditionen zu folgen. Kürzlich aber hörte ich, dass sie die Kashrut (jüdischen Speisevorschriften) an Pessach einhalten. Bitte erklären Sie dies. Bitte erläutern Sie auch, ob Sie der Meinung sind, dass jeder der Tradition folgen sollte.

Meine Antwort: Wir sind eine Bildungseinrichtung und haben nichts mit irgendeiner Art von Religion zu tun. Wir basieren einzig und ausschließlich auf den Prinzipien der Kabbala, wie sie in drei authentischen kabbalistischen Quellen dargestellt sind: dem Sohar, den Schriften des ARI und denen des Baal HaSulam (Rabasch). Wir folgen deren Anweisungen in allem. Wenn Sie Bedenken haben, fragen Sie uns bitte, damit wir Ihnen unsere Quelle zeigen, worauf sich unsere Information bezieht.

Obwohl Bnei Baruch keine religiöse Organisation ist und somit auch keinen religiösen Traditionen („Geboten“ – Mizwot) folgt, praktizieren wir dennoch die Handlungen unserer Welt, welche die Zweige darstellen, die von den spirituellen Wurzeln abstammen. An der Oberfläche sieht dies so aus, als würde man eine jüdische Tradition befolgen, aber in der Tat stammen diese aus ganz anderen Absichten und sind auf die innere und äußere Verbindung mit ihrer spirituellen Wurzeln gerichtet.

Ich empfehle Ihnen dringend, nochmals die „Pessachgeschichte“ mit dem Kommentar des ARI „Die Tore der Absicht“ (Shaar HaKavanot) zu lesen. Sie werden verstehen, wie wir uns durch die Ausführung spezieller Handlungen über unseren Egoismus erheben (lesen Sie auch den Artikel Baal HaSulams „Und dies ist für Yehuda“).

Die Gruppe um Abraham begann damit, „irrationale“ physische Rituale zu befolgen, nachdem sie es zustande brachten, spirituelle Handlungen in ihren korrigierten Verlangen hervorzubringen und deren physische Entsprechungen zu reinigen. Sie nahmen spirituelle und physische Handlungen als ein Ganzes (Wurzel und Zweig oder Ursache und Wirkung) wahr.

Als wir vom Zustand des spirituellen Verständnisses der Gebote (Zerstörung des Zweiten Tempels) abfielen, setzten wir nur unsere körperlichen Traditionen fort, anstatt diese zusammen mit der spirituellen Handlung zu vervollständigen. Dies ist der Punkt an dem die Religionen dieser Welt entstanden.

Heute müssen wir die spirituelle Welt erreichen und die spirituellen Handlungen enthüllen. Dies wird unsere gewohnten Traditionen zu spirituellen Handlungen umwandeln. Statt der gezwungenen Durchführung mechanischer Handlungen werden wir bewusst handeln und deutlich die Wirkung unserer Handlungen auf die Höhere Welt erkennen. Somit kommt die Erkenntnis zuerst, gefolgt von der Handlung, die daraus resultiert.

Ich wünsche Ihnen allen, „Ägypten zu verlassen“ und die richtigen Absichten zu erhalten, während sie an den festlichen Tafeln Platz nehmen.

Es ist an der Zeit, der Menschheit die Augenbinde von den Augen zu nehmen


Eine Frage, sie ich erhielt: Warum verbinden die Leute die Gebote mit der Korrektur des Körpers?

Meine Antwort: Die Korrektur ist sicherlich jetzt die Korrektur unserer Arme und Beine. Wir sprechen über „den Körper der Seele“, das Verlangen oder Teile der Seele, individuelle Verlangen. Der Unterschied zwischen den Verlangen der Seele und den körperlichen Verlangen ist, dass die Verlangen der Seele aus den Eigenschaften bestehen, die dem Schöpfer ähnlich sind – gebrauche dich selbst, um zu geben, anstatt für dich selbst zu empfangen.

Der physische Körper hat nichts damit zu tun. Wir können Transplantationen durchführen, Körperteile oder Organe entfernen und Bluttransfusionen machen. Krankenhäuser machen keine Spendenprüfung auf „Gerechtigkeit“ und es ist möglich, dass sie, die Körperteile oder Blut von einer ungerechten Person bekommen. Wegen der ganzen Verwirrung in Bezug auf den spirituellen Körper und unseren physischen Körper haben sich der ganze Mystizismus, grauenhafte Märchen und religiöse Horrorgeschichten entwickelt.

Die Gebote beschreiben eine Korrektur der Verlangen, keine Korrektur des tierischen Körpers. Die Körper, in denen wir existieren, sind für uns nur notwendig, um eine physische Existenz zu führen, doch wenn unter den Verlangen unserer Welt sich ein Embryo der Seele entwickelt, müssen wir fähig sein, dieses winzige Verlangen auf die Stufe des Schöpfers zu bringen.

Daher haben Traditionen und Religionen nichts mit der Korrektur der Seele zu tun. Lasst den Menschen in der Welt ihre Traditionen. Sie können gleichzeitig ihre Verlangen korrigieren, damit sie ihre Nächsten wie sich selbst lieben können. Währenddessen wird sich das Fleisch nicht ändern.

Es gibt in mechanischen Handlungen nichts Spirituelles. Sie sind gut, um dich zu beruhigen und dir ein bequemes Leben zu verschaffen. Nur belüge dich nicht selbst, indem du glaubst, dass du durch diese Handlungen deine Seele korrigierst und dir den Weg in die „kommende Welt“ verdienst. Die kommende Welt ist die Enthüllung des Schöpfers. Wenn du deine Seele darauf nicht vorbereitest, hast du nichts, worin du Ihn enthüllen kannst, bevor oder nachdem dein Körper aufhört zu existieren.

Es ist an der Zeit, der Menschheit die Augenbinde von den Augen zu nehmen und dass jeder erkennt, dass es in unserem ganzen weltlichen Leben nur einen spirituellen Punkt gibt, der „Punkt im Herzen“ heißt. Das ist der Eingang in die spirituelle Welt.