Kabbala und der Sinn des Lebens - Michael Laitmans persönlicher Blog

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In der Spiritualität gibt es keine leichten Bücher

Frage: Was ist der Unterschied zwischen der Einwirkung des Sohar auf einen Menschen, der die spirituelle Erkenntnis erlangt hat, und auf denjenigen, der sich noch nicht in der spirituellen Erkenntnis befindet?

Meine Antwort: Der Sohar wirkt entsprechend der spirituellen Stufe des Menschen, als würde zum Beispiel ein kleines Kind oder ein großer Wissenschaftler ein Buch über Physik lesen.

Derjenige, der die spirituelle Welt noch nicht erlangt hat, liest, versteht jedoch nicht das Geschriebene. Und es gibt keine Bücher, die die spirituelle Welt auf seiner Stufe, in seinen Eigenschaften erklären könnten. Die spirituelle Welt ist für ihn eine Antiwelt, sie kann nur in dem Ausmaß verstanden werden, in dem ihre Eigenschaften des Gebens und der Liebe erlangt werden.

Deshalb beschäftigt man sich anfangs mit Kabbala, nicht um die spirituelle Welt zu verstehen, sondern um deren Eigenschaften zu erlangen. Denn wenn der Mensch diese Eigenschaften erlangen will, ruft er während des Studiums deren allmähliche Entwicklung in sich hervor. Dieses Phänomen wird als „Segula“ bezeichnet.

Und in dem Ausmaß der Erlangung von spirituellen Eigenschaften beginnt er das, was in den kabbalistischen Büchern geschrieben steht, zu spüren und zu verstehen – dann werden die gleichen Bücher zu Lehrbüchern und Wegweisern durch die für ihn neue spirituelle Welt.

Aus diesem Grund macht es keinen Sinn, aus der Lehre von den Zehn Sefirot, die von einem großen Kabbalisten Baal HaSulam geschrieben wurde, eine leichtere Version für Anfänger zu machen. Denn sie werden das Geschriebene sowieso nicht verstehen, sondern müssen den Text zum Erlangen der Eigenschaft des Gebens verwenden.

Es macht keinen Sinn, Kabbala wie Physik zu studieren – das lenkt von der Korrektur ab. Und der Gegenstand des Studiums ist der Mensch selbst, weil alle Welten sich in uns befinden und das Licht in uns enthüllt wird. Das Wichtigste ist, das Licht anzuziehen.

Einige, die die spirituelle Welt nicht erlangt haben, schreiben aber Ergänzungen und Kommentare zu der Lehre von den Zehn Sefirot (TES). Doch wie ist das möglich, wenn der Mensch diese Ergänzungen nicht selbst in der spirituellen Welt erfasst, sondern sie mit seinem irdischen Verstand vermutet. Wie kann man von einer nicht selbst erfassten Welt schreiben?!

Doch es geht noch nicht einmal darum, sondern darum, dass derjenige, der die höhere Welt noch nicht erlangt hat, die Quelle des Lichts braucht – eine authentische Quelle, die von jemandem, der die gesamte höhere Welt erfasst hat, geschrieben wurde, um aus diesem Buch das korrigierende Licht anzuziehen.

Diejenigen aber, die Kommentare zu TES ohne Erkenntnis schreiben, setzen ihn von der Ebene der spirituellen Kraft zu einer irdischen Wissenschaft herab. Ich darf mich im Gegenteil nicht damit zufrieden geben, dass ich TES verstehe, sondern erkennen, dass ich nichts davon verstehe, er mir aber die korrigierende Kraft spendet, deren Einwirkung ich allmählich wahrnehme.

In dem Ausmaß der Korrektur spüre ich in den korrigierten Verlangen die Weisheit. Wenn das Licht Chassadim und das Licht Chochma sich in meine korrigierten Verlangen kleiden, bedeutet es, dass ich Wissen erlangt habe. Wie geschrieben steht: „Und Adam erkannte Hava, sein Weib“ – aus der Verbindung, aus der Vereinigung heraus.

Aus diesem Grund wird das Studieren von Kommentaren nicht helfen. Ich brauche eine authentische Quelle, die stärkste in ihrer Fähigkeit, mir das Licht zu spenden. Denn ich selbst bin der Gegenstand des Studiums, und die ganze Weisheit wird sich in mir enthüllen.

Rabash hat während der Unterrichte keine große Aufmerksamkeit den Erklärungen geschenkt. Er machte nur kurze Erläuterungen, damit wir uns besser mit dem Text verbinden können, indem wir nach dem Licht, das zur Quelle zurückführt, verlangen.

Es gab damals zwei Gruppen – die Gruppe von Rabash und die Gruppe von Hillel. Wir gingen nach dem Unterricht „leer“ nach Hause, die Menschen aus der Gruppe von Hillel gingen „erfüllt“, mit Verständnis.

Das Studium der Kabbala ist „Segula“, ein „Wundermittel“ des Lichts und keine Wissensquelle. Das Wissen kommt mit dem Licht. Es ist nicht nötig, zu denken, das Licht erfüllt dich mit Wissen, entsprechend deiner Ähnlichkeit mit ihm im Geben.

Auszug aus dem Sohar-Unterricht. Das Vorwort, 16.02.2011

Sich auf die Qualität konzentrieren

Alles dreht sich um Anstrengung. Ein Mensch muss von dem Prinzip „Ich habe gearbeitet und habe gefunden“ überzeugt sein. Darum schreibt Baal HaSulam in Paragraph 17 von „Einführung zu TES“, dass wir uns dazu verpflichten, uns im Glauben zu stärken, bevor wir studieren, wie es in der „Sittenlehre der Väter“ heißt: „Er ist treu, für Den du dich abmühst, um dir für deine Mühen eine Belohnung zu geben“. Und diese Belohnung wird sein, von der egoistischen Absicht, Lo Lishma, zur altruistischen Absicht, Lishma, zu gelangen.

Vor und während dem Studium muss ein Mensch sich sehen, wie er sich auf diese Veränderung in seinem Innern freut. Darin bestehen alle Anstrengungen. In der gleichen „Einführung“ erklärt Baal HaSulam, dass man darin nicht nachlässig sein darf, weder in Quantität, noch in Qualität.

Als wir anfingen zu studieren, wollten wir uns möglicherweise mit Hilfe des Studiums und des Lichts, das darin gegenwärtig ist, verändern. Doch dann haben wir das vergessen und wir ließen uns davon abhalten, d.h. wir investieren nicht genug in die Qualität der Anstrengungen. Die Quantität mag ausreichend sein, doch das Wichtigste, die Qualität, bis zu welchem Level empfinde ich den Schmerz so stark, dass ich mich nicht vom Ziel abwende, so wie ein kranker Mensch ständig an Heilung denkt. Was immer er tut, alles wendet er an, da mit es ihm besser geht.

Man kann solch ein Bedürfnis nicht alleine erlangen. Das kann man nur mit Hilfe der Umgebung. Sie wird den Menschen an die Wichtigkeit des Ziels binden und nur so wird er in der Lage sein, voranzukommen.

Alle Hilfsmittel die wir haben, zusammen genommen, erkennen wir, dass die Gruppe mit ihren Traditionen, ich selbst, der Schöpfer, der Lehrer, die Unterrichte und die Verbreitung – all das ist notwendig, um ein starkes Bedürfnis nach Veränderung in einem Menschen zu schaffen, herbeigerufen durch die Hilfe des Studiums. Nur an diesem Punkt müssen wir ankommen, nur dies muss das Ergebnis all unserer Anstrengungen sein.

Dann, während des Unterrichts, wird ein wahres Bedürfnis nach dem Licht in uns entstehen und nichts anderes, nicht nach Wissen, nicht nach Unterschieden, nur nach inneren Veränderungen. Und dieses Bedürfnis wird so groß sein, dass es tatsächlich zu Veränderungen führen wird.

Die gekränkte Ehre

Frage: Manchmal kommt es im Leben vor, dass mich jemand beleidigt und ich mich sehr gekränkt und demütigt fühle. Wie ist die genaue Reihenfolge der Analyse einer solchen Situation?

Meine Antwort: In unserem jetzigen Zustand können wir keinen richtigen Bezug zu der Realität herstellen. Wir haben uns auf halbem Wege zwischen Himmel und Erde verirrt. Ich habe den Schöpfer noch nicht enthüllt, befinde mich aber nicht mehr in der vollkommenen Verhüllung. Alle möglichen Weisheiten – Zitate, Sprüche, Wissensfetzen – nehme ich als Enthüllung wahr, doch dem ist nicht so. Alles ist in mir durcheinander geraten.

Darum schreibt Baal HaSulam in der Einführung zu TES, dass der Mensch in diesen Jahren seine Entwicklung maximal vorantreiben muss. Denn es geht um die Zeit eines großen Durcheinanders, wenn ich die Wahrheit nicht begreifen kann, aber mit der Lüge nicht mehr einverstanden bin. Mich schleudert es einfach von einer Seite zur anderen.

Einerseits gibt es niemanden außer dem Schöpfer. Ich stehe vor Ihm. Wie soll ich die Realität wahrnehmen, wenn um mich herum nur Er ist? Und wo bin ich selbst? Wenn Er mich angeschrien hat, soll ich Ihn daraufhin ebenfalls anschreien? Aber das ist doch der Schöpfer. Also muss ich mich ständig zurückhalten? Vollkommene Ergebenheit demonstrieren, sogar unter Androhung des Todes? Auch solche Ansichten sind verbreitet.

In Wirklichkeit können wir in solchen Fällen nicht viel empfehlen. Denn der Mensch wird jede Sekunde Veränderungen unterzogen.

Aus diesem Grund schreiben uns die Kabbalisten einen bestimmten Handlungsablauf vor, der durch die Verhüllung bedingt ist. Warum geben sie uns diese Ratschläge? Weil wir dem Einfluss zweier Kräfte unterliegen. Der Schöpfer hat nicht den einfachsten Zustand erschaffen, in dem ich vor Ihm stehe und Ihn enthülle, ohne mich von irgendetwas ablenken zu lassen. Wer bin „ich“? Mein Ich sind die Kräfte der Absonderung und der Trennung vom Schöpfer. Dabei stellen sich diese Kräfte mir als ich selbst und als etwas außerhalb von mir dar, aber nicht als Schöpfer. Und der Schöpfer ist für mich ein Ideal, unsichtbar und ungreifbar.

Die trennenden Kräfte verhüllen Ihn vor mir, und ich muss sie zu einem Ganzen vereinen. Diese Kräfte trennen, entfernen mich vom Schöpfer, verdecken Ihn vor mir. Sie werden in zwei Welten unterteilt: die innere und die äußere. Im Grunde genommen gehören sie zur gleichen Natur der Trennung, des egoistischen Verlangens, doch mir kommen sie geteilt und gegensätzlich vor.

Ich muss sie also miteinander verbinden und gerade in diesen Kräften die Trennung erkennen. Während ich die Handlung, den Gedanken, das Verlangen und alles um mich herum betrachte, vereine ich das Innere und das Äußere – nur um die Einheit zu erreichen. Und in diesem Fall, wenn ich dazu in der Lage bin, mache ich keine Fehler.

Hier müssen wir nur ein einziges Prinzip anwenden: „Der Mensch urteilt entsprechend dem, was er sieht“. Ich versuche nicht, den Alleinigen, der vor mir verborgen ist, zu erreichen. Doch sobald ich alle Kräfte – meine und die der Anderen – zu einem Ganzen vereint habe, enthülle ich im Inneren den alleinigen Schöpfer.

Auszug aus dem Unterricht über einen Artikel von Rabash, 10.02.2011

Den Akzent auf die Qualität legen

Alles hängt von den Anstrengungen ab. Der Mensch muss an das Prinzip glauben: „hat sich bemüht und gefunden“. Deshalb schreibt Baal HaSulam im Punkt 17 der Einführung zu TES, dass wir uns vor dem Studium dazu verpflichten, uns in dem Glauben zu festigen, wie es in Die Sprüche der Väter geschrieben steht: „Treu ist Derjenige, für den du dich abmühst, um dir eine Belohnung für deine Mühen zu geben“. Diese Belohnung wird der Übergang von der egoistischen Absicht lo liShma zu der altruistischen liShma sein.

Vor dem Studium und während des Studiums ist der Mensch verpflichtet, sich strebend nach dieser Veränderung in sich selbst zu sehen. Genau darin sind alle Anstrengungen enthalten. In derselben Einführung erklärt Baal HaSulam, dass man weder in deren Quantität als auch in deren Qualität nachlässig sein darf.

Wenn wir mit dem Studium beginnen, dann wollen wir uns vielleicht auch durch das Studium und durch das darin enthaltene Licht verändern, doch dann vergessen wir es und lassen uns ablenken, das heißt, wir geben uns qualitativ nicht genug Mühe. Es kann sein, dass die Quantität ausreicht, doch das Wichtigste ist gerade die Qualität: wie sehr es mich schmerzt – so sehr, dass ich das Ziel nicht aus den Augen verlieren kann, ähnlich einem Kranken, der die ganze Zeit nur an seine Heilung denkt. Egal was er macht, alles ist dazu bestimmt, ihn bei seiner Genesung zu unterstützen.

Ein solches Bedürfnis kann man nicht alleine erlangen. Es kann nur mit Hilfe der Umgebung erreicht werden. Sie wird den Menschen durch die Wichtigkeit des Ziels verpflichten, nur so wird er vorankommen können.

Wenn wir alle uns zur Verfügung stehenden Mittel zusammenfassend betrachten, werden wir sehen, dass sowohl die Gruppe mit ihren Gepflogenheiten als auch ich selbst, der Schöpfer, der Lehrer, die Unterrichte und die Verbreitung dafür notwendig sind, ein starkes Verlangen nach Veränderungen, die durch das Studium hervorgerufen werden, in dem Menschen auszulösen. Allein diesen Punkt müssen wir erreichen, nur er soll das Ergebnis all unserer Anstrengungen sein.

Dann entsteht in uns während des Unterrichts eine wahre Forderung nach dem Licht und nach nichts Anderem: weder nach dem Wissen noch nach der Weisheit, noch nach den Unterschieden irgendeiner Art – nur nach den Veränderungen. Und die Kraft dieser Forderung wird dermaßen stark sein, dass sie wirklich zu Veränderungen führen wird.

Das wird dem Menschen ermöglichen, zu der Tora als „Gewürz“ überzugehen, und von ihr zu der Tora des Lebens anstatt des „tödliches Giftes“, welches er früher genommen hat.

Denn wir enthüllen unseren bösen Trieb mit Hilfe des Lichts. Dieses Licht wird als „Todesengel“ bezeichnet: einerseits zeigt es dem Menschen, dass er spirituell tot ist, andererseits hilft es ihm später, sein egoistisches Verlangen zu töten. Auf diese Weise kommen wir voran.

Auszug aus dem Unterricht über einen Artikel von Rabash, 07.02.2011

Flucht an Ort und Stelle

Frage: Aus Erfahrung wissen wir, dass es auf dem spirituellen Weg Auf- und Abstiege gibt. Was kann mir helfen, nicht vom Schlachtfeld zu fliehen?

Meine Antwort: „Fliehen“ bedeutet nicht nach Hause zu gehen. Nein, du sitzt weiterhin in den Unterrichten, du bist nett und freundlich zu den Freunden, befolgst alle Gesetze der Gruppe, beteiligst dich an den Diensten, bezahlst Maasser – doch im Grunde genommen bist du in deinen Gedanken und Gefühlen schon längst an einen anderen Ort entflohen. Oder vielleicht ist die Gewohnheit, in der Gruppe zu sein, sogar zu deiner zweiten Natur geworden. Genau das ist die Flucht.

Physisch bist du am gleichen Ort geblieben, doch wir bewerten keine Körper, sondern Verlangen und Absichten – und die sind bei dir wahrscheinlich bereits über alle Berge. Und das bedeutet, dass du nicht hier bist. Mit anderen Worten: du benutzt während des Studiums keinen Verstand und keine Gefühle, keine Verlangen und keine Gedanken, um des Lichtes, das zur Quelle zurückführt, würdig zu werden. Also bist du geflohen.

Jahrelang sitzt du hier die Hosen durch und fragst anschließend: „Und wo ist meine Belohnung?“ Also haben sich deine egoistischen Vorstellungen von der Belohnung nicht im Geringsten verändert.

Der Mensch muss sich also selbst prüfen: flieht er oder flieht er nicht? Und diese Arbeit läuft ununterbrochen, jede Sekunde. Wie Baal HaSulam im Punkt 118 der Einführung zu TES schreibt, ist es wichtig, sich nicht von dem Wesentlichen – von dem in der Tora enthaltenen Licht, das zur Quelle zurückführt – ablenken zu lassen.

Und vor allem während des Studiums. Denn selbst wenn der Mensch sich vorbereitet hat, kann er sich während des Unterrichts in den Gedanken vom Ziel entfernen. Wenn du dich fünf Minuten lang an der Absicht festgehalten und sie später verloren hast, sind die ganzen drei Stunden umsonst gewesen.

Auszug aus dem Unterricht über einen Artikel von Rabash, 07.02.2011

Die Kinder korrigieren die Eltern

Eine Frage, die ich erhielt: Warum ist es in ТES (Teil 8, Punkt 29) gesagt, dass der Untere den Höheren korrigiert? Was wird damit gemeint?

Meine Antwort: Der Untere (die Welt von Azilut) korrigiert den Höheren (die Welt von Nekudim). Denn die Welt von Nekudim wurde zerbrochen und konnte danach die vollständige Korrektur nicht erreichen.

Somit muss man den bösen Anfang, das Ego öffnen, wie es gesagt ist „Ich habe den bösen Anfang geschaffen und die Tora für seine Korrektur gegeben“, und er wurde in der Welt von Nekudim nicht geöffnet, sondern erst infolge des Zerbrechens, so dass man die Welt von Azilut – die „Tora für die Korrektur“ aufbauen kann.

Die ganze Welt Azilut, ihr ganzes Apparat – ist Atik. Arich Anpin, Aba we-Ima, S“A bezüglich Nukwa der Welt von Azilut heißen das System der „Tora“, das das Licht bringt, welches die Seelen, die in Malchut hinaufsteigen, zur Quelle des Guten zurückführt.

Deshalb korrigiert der Untere den Höheren nach dem Zerbrechen der Welt von Nekudim. Und genauso korrigieren wir in unseren Seelen, in den zerbrochenen Scherben der allgemeinen Seele Adams Rischons, den Körper des zerbrochenen Adams, weil wir die Teile dieses Systems sind, welche ihn korrigieren sollen. Der zerbrochene Adam Rischon ist der Höhere, den wir korrigieren sollen.

In unserer Welt geschieht dasselbe. Die folgende Generation soll die Fehler korrigieren, die von der vorhergehenden Generation begangen sind.

Das, was die Eltern gemacht haben, korrigieren die Kinder zuerst mit Hilfe der Eltern, und steigen später höher als sie hinauf, nehmen das Ganze von den Eltern mit, was sie nicht korrigieren konnten – und setzen somit die Korrektur fort. Mit anderen Wörtern, korrigieren die Kinder die Eltern.

Wie in der Welt von Azilut: einerseits, korrigiert der Untere den Höheren, und andererseits gibt der Höhere die Instrumente, um sich zu korrigieren.

Aus dem Unterricht nach „Der Lehre der Zehn Sfirot“ „, 21.12.2010

Das System der Höheren Lenkung erkennen

Eine Frage, die ich erhielt: Warum haben wir angefangen, anstatt des Buches Sohar den 8. Teil der Lehre von den zehn Sefirot (TES) zu studieren?

Meine Antwort: Zuallererst studieren wir weiterhin den Sohar in jedem Morgenunterricht, allerdings 45 Minuten anstatt 1,5 Stunden lang.

Während des Lesens des Buches Sohar haben wir es ständig mit den Parzufim der Welt von Azilut zu tun: Arich Anpin (A„A), Aba we Ima (AwI), ISCHSuT und SoN, von wo die ganze Höhere Lenkung ausgeht.

Deshalb müssen wir besser verstehen, wie sie aufgebaut sind, wie die Hierarchie und die Verbindung zwischen ihnen ist, nach welchem Programm sie arbeiten.

Darum müssen wir den 8. Teil von TES studieren – das ist der wichtigste Teil der Lehre von den zehn Sefirot, der die Welt von Azilut im Allgemeinen beschreibt.

Ohne ihn werden wir uns dem Sohar nicht noch näher kommen können. Denn je mehr ein Mensch weiß, desto mehr versteht und erkennt er, dass er in Wirklichkeit nichts weiß, und kann besser sein Gebet klären, damit es nicht einfach nur der Schrei eines Säuglings bleibt, sondern zu einer genau formulierten Bitte wird.

Außerdem, wenn wir TES mit der gleichen Absicht wie das Buch Sohar studieren, wirkt er auf uns ein und vollzieht die gleiche Korrekturarbeit an uns.

Aus dem Unterricht nach dem „Talmud Esser haSefirot“ vom 02.12.2010

Eine Seele, die die Realität öffnet

Der Sohar, Kapitel „Wajechi“, Punkt 451: In der dritten Wache schlagen die Cherubim ihre Flügel an und singen, wie geschrieben steht: „Lobet den Herrn! Lobet, O Diender des Herrn, lobet den Namen des Herrn. Gesegnet sei der Name des Herrn … vom Aufgang der Sonne bis zu ihrem Untergang.“ Dann singen alle Engel die in der dritten Wache stehen.

In der Lehre der Zehn Sfirot können wir die spirituellen Handlungen in Form von drei Linien, Lichter, Kelim, Schirme, Reschimot studieren, und der Sohar erzählt uns über dieselben Handlungen, in Form von heiligen unbelebten, pflanzlichen und tierischen Objekte – in Form der Kräfte für die Arbeit des Menschen. Somit werden verschiedene Teile der Seele mit verschiedenen Arten der unbelebten, pflanzlichen, tierischen Natur und als Menschen bezeichnet.

Für uns ist es schwierig, sie in den Begriffen der geistigen Physik, wie in TES vorzustellen. Wir sehen im „Baum des Lebens“ von Ari, dass es sehr schwierig ist, die ganze Vielfältigkeit der geistigen Handlungen in der Sprache der Sfirot und Parzufim zu beschreiben.

Deshalb gibt es in der Spiritualität noch eine andere Sprache – die Sprache der Zweige, worin der genaue spirituelle Zweig aus dieser Welt genommen wird, welcher den eigenen Namen hat. Folglich hat jedes kleine private spirituelle Detail, in jedem konkreten Fall seine genaue Definition in unserer Welt, die genau für diese geistige Eigenschaft oder Handlung vorbestimmt ist. Wir verwenden diesen Namen, und erhalten die kürzere und einfachere Sprache.

Wenn wir in der Sprache der Kabbala alles beschreiben müssten, was Moses in Tora geschrieben hat, dann hätte sich ein sehr dickes Buch ergeben.

Die Sprache der Zweige legt alles sehr kurz dar, und für den Menschen, der sich in der geistigen Empfindung befindet, ist es viel leichter, solchen Text wahrzunehmen, der die höhere Welt mit den irdischen Namen beschreibt. Denn die beiden Welten sind parallel zu einander, und der Mensch, welcher die höhere Welt empfindet, sieht diese Übereinstimmung sofort.

Die Sprache der Zweige ist auch noch deshalb vorteilhaft, weil in allen Welten, in allen Stufen dieselben Namen und Definitionen verwendet werden, denn jeder Zweig seiner Wurzel genau entspricht.

Wenn wir also den Sohar mit dem Sulam Kommentar lesen, worin die Sprache der Kabbala benutzt wird, die das mit der Sprache der Kabbala beschriebene Bild dieser Welt erklärt, dann sehen wir auch, inwiefern sie alle – sowohl Raschbi, als auch Ari und Baal HaSulam das Gleiche erklärten.

Aus dem Unterricht nach dem Buch Sohar, 28.09.2010

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Wie bereitet man sich auf die Offenbarung des Schöpfers vor

Eine Frage, die ich erhielt: Welche Verbindung gibt es zwischen der Offenbarung des Schöpfers und dem Text des TES, den wir lesen? 

Meine Antwort: Die Kabbalisten schreiben nur über die Enthüllung des Schöpfers, über die einzig notwendige Handlung in unserer Welt, damit wir uns darauf vorzubereiten können.

 Dafür müssen wir den Eindruck vom Licht Chochma und vom Licht Chassadim bekommen, damit in unserer Materie, unserem Wunsch, der die Spiritualität weder empfindet, noch versteht, die Eindrücke (Reschimot) von diesen Einwirkungen/Eigenschaften entstehen.

Auf jede Einwirkung des Lichtes müssen wir klären: wer genießt beim Öffnen/Erhalten – ich oder der Schöpfer, oder vielleicht wir beide?

 Deshalb kommt das Licht vom System АwI. Und SA (HaWaYa) wirkt wie ein Vorbild auf Malchut (die Seelen) und bestimmt, wie sie letztendlich werden muss, um Ihm gleich zu werden, um das Licht zu erhalten und zu geben.

 Die Einwirkung von oben wechselt die Beziehung von SA zur Malchut, als ob er sich von verschiedenen Seiten zeigen möchte, und deshalb ändert sie sich.
Sie braucht die Empfindungen von SA, und die Bereitschaft zur Ähnlichkeit – denn es ist unsere Arbeit eben, weil wir den Körper Malchut bilden.
Und SA unterrichtet Malchut in der richtigen Wahrnehmung des Lichtes, der drei Linien usw. Er bildet uns, füllt uns mit den Eindrücken und den Erklärungen. Unsere Eindrücke sind offenbar, und die Erklärungen sind verborgen, als ob sie in uns selbständig aufkommen würden, und nicht von Ihm erscheinen.
Über diese Zustände der Entwicklung Malchut von oben, lesen wir in der Lehre der Zehn Sfirot – wie SA entsprechend dem höheren Programm, das in AA angelegt ist, Malchut/Nukwa zur Verschmelzung mit ihm vorbereitet, sowohl in ihrer vollen Ähnlichkeit, als auch in ihrem vollen Gegenteil.

 Aus dem Unterricht nach „der Lehre der Zehn Sfirot“ „, 27.09.2010

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Vom Sohar die Heilung erwarten

Ich lese den Sohar Text, aber es ist schlecht, wenn der Text von mir das Ziel des Lesens verbirgt. Ich soll mich ständig darin prüfen: was ich gerade vom Lesen wünsche?

Vor allem, möchte ich, dass als Ergebnis des Lesens die Offenbarung der Krankheit der Selbstsucht erfolgt, und danach ihre Heilung – die Erwerbung der Eigenschaft des Gebens, der Einheit mit den Freunden, die auf dasselbe Ziel gerichtet sind.

Das nennt man die Absicht vor dem Studium. Dabei ist unwichtig, was wir aus dem Buch Sohar zusammen lesen.

Nach der Vorbereitung der Absicht, wofür ich das Buch Sohar lese, kann ich mit dem Studium beginnen. Und wenn es mir gelingt, diese Absicht festzuhalten, dann kann ich es mir auch gönnen, dem Text, seinem Sinn zuzuhören.

Dieser Zustand gleicht sich dem Kranken Menschen an, der im kritischen Zustand, im medizinischen Buch nach der Heilungsmethode sucht – alles andere interessiert ihn nicht!

Weder der Stil der Beschreibung, noch die Einzelheiten der Erzählung sindmaßgebend – er sucht nur nach Medikamenten (nach dem Elixier des Lebens – nach dem Licht!). Deshalb soll es vor allem die Absicht geben, und danach kann man zuhören, worüber der Sohar gerade erzählt.

Aber es gibt nichts Wichtigeres, als das Erhalten „der Heilkur“, – denn ich verstehe so lange nichts an der Handlung, bis ich in diesen Zustand selbst eingehe.

Aber warum schrieben die Autoren des Sohars all die Erzählungen? – Damit wir die Anstrengungen machen, uns an der Absicht festzuhalten.

Und dann, insofern es möglich ist, sich erlauben, das Sujet wahrzunehmen, es in der Absicht zu öffnen, sich bewusst zu werden, dass man sich in diesen Zuständen nicht befindet, denn auch wenn wir den Text nicht verstehen, wollen wir trotzdem den beschriebenen Zustand in unserem Inneren öffnen – dann werden wir uns tatsächlich mit ihm verbinden können.

Ich wünsche mittels der richtigen Beziehung zum Buch Sohar, vor allem, die geistige Eigenschaft zu erreichen, und gleich darauf, den Text wahrzunehmen, ihn richtig zu verstehen. Es heißt „sich wünschen, den Text zu begreifen“, wie es im Vorwort zum TES, Punkt 155 gesagt ist.

Der Sohar Text ist für mich der Arbeitsplatz der inneren Klärungen, wo ich mich befinde:

1. Die Absicht – bezüglich des Ziels

2. Die Empfindung – bezüglich des Textes.

Man muss die Tiefen der Schichten des Begreifens empfinden – es heißt „sich mit der Tora und mit den Geboten zu beschäftigen“, „das Studium der Tora“.

Aus dem Unterricht nach dem Buch Sohar, 12.09.2010

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