Kabbala und der Sinn des Lebens - Michael Laitmans persönlicher Blog

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Wen bitten wir am Tag des Gerichts um Vergebung?


Eine Frage, die ich erhielt: Wen soll ich an Yom Kippur um Vergebung bitte, wenn wir in der Wissenschaft der Kabbala lernen, dass es niemanden außerhalb von mir gibt?

Meine Antwort: Zuallererst müssen wir unsere Freunde um Vergebung bitten. Wenn ein Mensch nicht von allen Vergebung hat, dann hat er nichts, womit er sich an den Schöpfer wenden kann. Doch was ist Vergebung in der Spiritualität?

Vergebung ist die Enthüllung meines gegenwärtigen Zustandes, den ich korrigieren kann, im Gegensatz zu den Verlangen, bei denen ich nicht verstehen kann, wie ich mit ihnen umgehen und um ihre Korrektur bitten soll.
Ich muss meine Verlangen Schritt für Schritt unterscheiden und allmählich voranschreiten.

Vergebung (Slichot) und Yom Kippur (der Versöhnungstag) bedeutet die Enthüllung unseres zerbrochenen Gefäßes (Kli) oder Seele. Wir prüfen es und vergleichen es mit dem Zustand der vollständigen Korrektur – Purim. Deshalb nennen wir den gegenteiligen und unkorrigierten Zustand, den wir enthüllen Ki-Purim – Wie Purim.

Daher symbolisiert Yom Kippur eine Zeit, in der ein Mensch um Vergebung für alle seine „Sünden“ bittet. Aber er will das nicht, weil es irgendwo geschrieben steht, sondern weil er enthüllt, wie entgegengesetzt er dem Endzustand ist, den er sich vorstellen kann. Dieser Zustand ist die Vereinigung aller Seelen um der Gleichheit mit dem Schöpfer willen, der Kraft und dem Verlangen zu lieben und zu geben.

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Die Feiertage bringen ein besonderes Licht

Eine Frage, die ich erhielt: Ich habe gehört, dass während der Zeit der Feiertage ein besonderes Licht in unsere Welt herabkommt. Was gibt es uns und welche inneren Veränderungen vollzieht es an uns?

Meine Antwort: Wenn wir uns während der Feiertage miteinander verbinden, wenn ein zusätzliches Leuchten auf uns einwirkt, wird es uns möglich sein, dies zu nutzen, um voranzukommen. Das kann heute mehr denn je geschehen, denn es studieren mehrere Tausend Menschen zusammen mit uns Kabbala.

Lasst uns also miteinander verbinden und erkennen, dass unsere Verlangen egoistisch und zerbrochen sind. Diese Wahrnehmung heißt Slichot – die Tage der Buße, an denen wir uns prüfen und sehen, wie entgegengesetzt wir zu dem sind, was wir ersehnen – die Eigenschaft des Gebens.

Lasst uns dann versuchen zu enthüllen, wie sehr wir uns im Gegensatz zur Spiritualität befinden. Diese Wahrnehmung heißt der Tag der Ehrfurcht oder Tag des Gerichts. Diese Enthüllung hat ein Gebet und das Blasen des Widderhorns (Shofar) zur Folge.

Im Aramäischen bedeutet Shufra Wichtigkeit. Das Blasen des Widderhorns bedeutet also, das wir die Spiritualität, das Geben und die Liebe erheben, diese für wichtiger erachten, als die Körperlichkeit und den Hass. Wir wollen, dass die Spiritualität das Wichtigste und Höchste für uns wird und wollen, dass sie uns beherrscht. Wir fordern, dass die Kraft des Lichts, die jetzt in der Welt gegenwärtig ist, in unserm Innern wirkt und uns hilft, „die Zehn Tage der Buße“ zu erreichen. Das bedeutet, dass das Licht auf uns wirkt und uns ermöglicht, zu erkennen, dass wir innerhalb der zehn Sfirot der Seele der Eigenschaft des Gebens völlig entgegengesetzt sind. Dadurch werden wir zum Tag des Gerichts (Yom Kippur) gelangen.

An Yom Kippur spüren wir, dass wir uns im Gegensatz zur Spiritualität befinden und erkennen, dass die Eigenschaft des Gebens – Bina und die Eigenschaft des Empfangens – Malchut – Gegensätze sind. Sie sind durch einen unendlichen Abgrund voneinander getrennt. Darum nehmen wir die Einschränkung des Tags des Gerichts auf uns und verweigern den Gebrauch unserer egoistischen Verlangen, die der Spiritualität entgegenstehen.

Infolgedessen werde ich die Korrektur verlangen. Ich verlange nicht, mich besser zu fühlen, sondern zu einer anderen Stufe der Verlangen aufzusteigen, den Verlangen des Gebens. Und dann kommt ein noch größeres Licht zu mir – das Licht von Sukkot, dass mir eine Verhüllung (Schach) über meinen Egoismus gibt.

Wenn ich während der sieben Tage von Sukkot sieben meiner Kelim korrigiere, dann erhalten meine Verlangen Erfüllung und ich erreiche den achten Tag, der „Atzeret“ heißt. An diesem Punkt blockiere ich das Licht und das Licht wird enthüllt. Dieses wird „Simchat Tora“ (die Freude der Tora) genannt.

(Aus dem 1. Teil des täglichen Kabbala Unterichts über Rabash’s Artikel „Königreiche, Erinnerungen und das Blasen in das Horn“.)

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