Kabbala und der Sinn des Lebens - Michael Laitmans persönlicher Blog

Beiträge in der Kategorie 'Sulam Kommentar'

Eine Seele, die die Realität öffnet

Der Sohar, Kapitel „Wajechi“, Punkt 451: In der dritten Wache schlagen die Cherubim ihre Flügel an und singen, wie geschrieben steht: „Lobet den Herrn! Lobet, O Diender des Herrn, lobet den Namen des Herrn. Gesegnet sei der Name des Herrn … vom Aufgang der Sonne bis zu ihrem Untergang.“ Dann singen alle Engel die in der dritten Wache stehen.

In der Lehre der Zehn Sfirot können wir die spirituellen Handlungen in Form von drei Linien, Lichter, Kelim, Schirme, Reschimot studieren, und der Sohar erzählt uns über dieselben Handlungen, in Form von heiligen unbelebten, pflanzlichen und tierischen Objekte – in Form der Kräfte für die Arbeit des Menschen. Somit werden verschiedene Teile der Seele mit verschiedenen Arten der unbelebten, pflanzlichen, tierischen Natur und als Menschen bezeichnet.

Für uns ist es schwierig, sie in den Begriffen der geistigen Physik, wie in TES vorzustellen. Wir sehen im „Baum des Lebens“ von Ari, dass es sehr schwierig ist, die ganze Vielfältigkeit der geistigen Handlungen in der Sprache der Sfirot und Parzufim zu beschreiben.

Deshalb gibt es in der Spiritualität noch eine andere Sprache – die Sprache der Zweige, worin der genaue spirituelle Zweig aus dieser Welt genommen wird, welcher den eigenen Namen hat. Folglich hat jedes kleine private spirituelle Detail, in jedem konkreten Fall seine genaue Definition in unserer Welt, die genau für diese geistige Eigenschaft oder Handlung vorbestimmt ist. Wir verwenden diesen Namen, und erhalten die kürzere und einfachere Sprache.

Wenn wir in der Sprache der Kabbala alles beschreiben müssten, was Moses in Tora geschrieben hat, dann hätte sich ein sehr dickes Buch ergeben.

Die Sprache der Zweige legt alles sehr kurz dar, und für den Menschen, der sich in der geistigen Empfindung befindet, ist es viel leichter, solchen Text wahrzunehmen, der die höhere Welt mit den irdischen Namen beschreibt. Denn die beiden Welten sind parallel zu einander, und der Mensch, welcher die höhere Welt empfindet, sieht diese Übereinstimmung sofort.

Die Sprache der Zweige ist auch noch deshalb vorteilhaft, weil in allen Welten, in allen Stufen dieselben Namen und Definitionen verwendet werden, denn jeder Zweig seiner Wurzel genau entspricht.

Wenn wir also den Sohar mit dem Sulam Kommentar lesen, worin die Sprache der Kabbala benutzt wird, die das mit der Sprache der Kabbala beschriebene Bild dieser Welt erklärt, dann sehen wir auch, inwiefern sie alle – sowohl Raschbi, als auch Ari und Baal HaSulam das Gleiche erklärten.

Aus dem Unterricht nach dem Buch Sohar, 28.09.2010

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Wegweiser durch das Buch Sohar. Die Leiter zu den Schätzen der Welt

Auszüge aus meinem zukünftigen Buch „Wegweiser durch das Buch Sohar“

Und diese Kommentare nannte ich „Sulam“ (die „Leiter“), um zu zeigen, dass ihre Bestimmung dieselbe wie die einer Leiter ist, denn wenn es eine prachtvolle Höhe vor dir gibt, dann mangelt es nur an einer „Leiter“, um zu ihr aufzusteigen, und dann werden alle Schätze der Welt in deinen Händen sein.“

Baal haSulam „Einführung in das Buch Sohar“, Punkt 58

Ohne den Kommentar „Sulam“ macht es gar keinen Sinn, das Buch Sohar aufzuschlagen. Zum Buch Sohar existieren viele Kommentare, doch „Sulam“ ist der einzige Kommentar, der eine Leiter, die uns zur Vollkommenheit des Schöpfers aufsteigen lässt, bildet.

Weil Baal haSulam alle 125 Stufen, von deren Höhe die Verfasser des Sohar das Buch geschrieben haben, erreicht, sich mit ihnen verbunden und von der gleichen Höhe den Sohar für uns enthüllt hat.

Der Kommentar „Sulam“ passt den Sohar jenen Seelen an, die heute in unserer Welt erscheinen. Infolge dessen können unsere durch das Licht des Sohar korrigierten Seelen gegenüber dem „Sohar“ – dem „höheren Glanz“, dem höheren Licht – stehen, damit es uns zur Verbindung zwischen uns, in der sich der Schöpfer enthüllen wird, zurückführt.

„Sulam“ hilft uns, uns in der mittleren Linie auszurichten, damit wir der Form, in der das höhere Licht zu uns kommt („das Verhältnis von Barmherzigkeit und Gericht“), entsprechen und es empfangen können.

Die mittlere Linie ist die Formel, nach der wir die beiden Kräfte, die in der Natur existieren, richtig miteinander kombinieren müssen: die Kraft des Schöpfers – des Gebens, der Fülle, des Lichts – und die Kraft der Schöpfung – des Verlangens, Genuss zu empfangen. In dem Aufbau der mittleren Linie besteht die ganze Arbeit eines Menschen, darin ist unser ganzer freier Wille enthalten.

Der Kommentar „Sulam“ gibt uns die Möglichkeit, die mittlere Linie aufzubauen, daher gibt es, seit er geschrieben wurde, keinen Platz für etwas anderes mehr, außer das im Buch Sohar Geschriebene entsprechend dem Kommentar umzusetzen.

Baal haSulam richtet unsere Sichtweise, Herangehensweise und Wahrnehmung auf eine solche Art aus, damit alles, was im Sohar geschrieben steht, uns durch die mittlere Linie, durch die goldene Mitte, führt.

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Каbbalisten – über das Wesen der Wissenschaft der Kabbala, Teil 5

Liebe Freunde! Ich bitte euch, Fragen zu diesen Zitaten der großen Kabbalisten zu stellen. Ich verspreche euch, sie zu beantworten.

Anmerkungen in Klammern sind von mir. [M. Laitman]

Was ist die Grundlage der Wissenschaft der Kabbala?

Der Mensch soll die Weisheit ergreifen: um (noch nicht enthüllten) Geheimnisse des Schöpfers zu begreifen und zu erschauen, um sich selbst zu erkennen und zu verstehen, wer er ist, wie er erschaffen wurde, woher er kommt und wohin er geht, wie kann er seinen Körper (seine Wünsche) korrigieren, wie wird er in der Zukunft vor dem Gericht des Herrschers der Welt erscheinen.

Man muss das Geheimnis der Seele erkennen und ersehen: was ist meine Seele, woher kommt sie, wofür stieg sie in diesen Körper hinab, der dem giftigen Tropfen ähnlich ist, der heute – hier, und morgen – im Grab sein wird.

Er soll diese Welt anschauen, um die Welt zu verstehen, in der er sich befindet, um zu entscheiden, was man darin korrigieren muss. Und danach wird er die höheren Geheimnisse der Höheren Welt sehen und erkennt den Schöpfer. Und das alles wird der Mensch aus den Geheimnissen der Tora begreifen.

„Neuer Sohar“ mit dem „Sulam“ Kommentar, „Lied der Lieder“, 482-487

Die Wissenschaft der Kabbala unterrichtet uns darin, wie man den Vergleich (die Ähnlichkeit) in den Eigenschaften mit dem Schöpfer erreichen kann, und wie man Fehler zu vermeiden hat.

Rav Kuk. Orot Kodesch. Т.2, s.393.

 

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Zeit für spirituelle Befreiung

Alles, was die Kabbalisten der vergangenen Tage zu ihrer Zeit geschafft haben, während jeder von ihnen entsprechend seinen Bedingungen gehandelt hat, war die Vorbereitung auf unseren jetzigen Zustand. Dadurch verfügen wir heute über alle notwendigen authentischen Quellen: Werke von ARI, das Buch Sohar mit dem Sulam-Kommentar, Werke von Baal HaSulam und Rabash, um mit ihrer Hilfe voranzukommen.

Sie hatten keine Möglichkeit, unter solchen Bedingungen wie wir zu arbeiten, wenn die weltweite Krise beginnt, eine ermahnende Krise, die im alten Babylon begonnen hat und das Zerbrechen der Gesamtseele in der höheren Welt widerspiegelt. Noch nie gab es ähnliche Zeiten wie jetzt! Baal HaSulam hat bereits im Voraus, vor 80-90 Jahren, geschrieben, dass wir in den Zeiten von Mashiach, in der Epoche der spirituellen Befreiung, leben.

Wenn das Volk Israel sein Land zurückbekommen und darauf seinen Staat errichtet hat, dann haben wir die Möglichkeit, alles hier gemäß den spirituellen Gesetzen aufzubauen und uns wie ein spirituelles Volk in Liebe zum Nächsten wie zu sich selbst zu vereinigen. Doch es ist unmöglich, dies ohne die Erkenntnis des Bösen zu erreichen – und dafür sind entweder große Leiden oder das Licht, welches unser Übel ausleuchtet, notwendig. Heute haben wir die Möglichkeit, dieses Licht anzuziehen, um darin zu sehen, wie sehr entgegengesetzt dem Geben und der Liebe wir sind, und die Korrektur durch die Vereinigung der Gesellschaft und des Volkes zu beginnen! Wollen wir hoffen, dass es in naher Zukunft liegt.

Aus dem Unterricht nach einem Brief von Baal HaSulam vom 15.07.2010 .

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Der Zusammenstoß ist ein Merkmal des Verlangens zur Vereinigung

„Vorwort zum Sulam Kommentar“, Punkt 78: Und es entsteht eine Unstimmigkeit zwischen der rechten und der linken Linie. Denn die Linke Linie, die die Erleuchtung von Chochma trägt, möchte die Rechte Linie, die das Licht von Chassadim innehat, auslöschen. Aufgrund dieser Unstimmigkeit erfolgt der Zusammenstoß…

Der Zusammenstoß geschieht, wenn sich zwei entgegengesetzte Seiten verbinden wollen. Doch wenn es nichts gäbe, was sie gegenseitig verbinden und heranziehen würde, hätte es den Zusammenstoß nicht gegeben!

Für den Zusammenstoß ist es notwendig, dass die Objekte einander in ihrer Natur entgegengesetzt sind, aber dennoch danach strebten, sich laut ihrem Wunsch zu verbinden.

Das heißt, es sollen zwei entgegengesetzte Tendenzen vorhanden sein: einerseits gibt es das Linke und das Rechte und andererseits muss man sie miteinander verbinden.

Aber wie können sie sich verbinden? Wenn es einen höheren Wunsch, ein höheres Ziel gäbe, dann könnten sie auf ihre Natur verzichten und darüber hinaus sich verbinden.

Hier erfolgt die Arbeit der linken Seite bezüglich der rechten Seite und umgekehrt, die bereit sind, auf ihre Grundlagen zu verzichten, um die Vereinigung zu erreichen, die höher als ihre Natur ist.

Deshalb geschieht ihr Zusammenstoß, der Konflikt zwischen ihrer Natur und ihrer Absicht, die sich außerhalb ihrer Natur befindet.

Der Zusammenstoß findet nur 1. zwischen den Gegenteilen statt, die 2. etwas Gemeinsames aufweisen, was außerhalb ihrer eigentlichen Natur liegt. Und gerade diese Gemeinsamkeit führt sie zum Zusammenstoß.

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Bemühe dich, um hinter der Illusion die Wahrheit zu erkennen

Vorwort zum Kommentar Sulam, Punkt 61: „Eine bedeutende Regel in Zeit und Raum“

Wisse, dass alle Ausdrücke in der Kabbala, die sich mit Zeit und Raum befassen, nichts mit der imaginären Zeit und einem physischen Ort zu tun haben, da hier alles jenseits von Zeit und Raum liegt.

Sondern „vor“ und „nachher“ beziehen sich auf Ursache und Wirkung… „Oben“, „unten“, Aufstieg“ und „Abstieg“ sind Maße von Awiut und Sakut (Reinheit).

Dies ist so, weil „Aufstieg“ Hisdakchut und „Abstieg“ Hit’abbut (Zunahme an Awiut) bedeutet.

Und wenn es heißt, dass sich eine niedere Stufe erhoben hat, bedeutet es, dass sie gereinigt wurde und so rein wie die Höhere wurde.

Daher sagt man, dass sie an ihr anhaftete, weil die Gleichheit der Form die Spirituellen aneinander bindet. Studiere sie auf diese Weise, also auf spirituelle Weise, je nach Thema.

Kabbala verwendet die Sprache der Zweige, sie nimmt die Worte aus unserer Welt und beschreibt damit die spirituelle, höhere Welt, in der es keine Begriffe unserer Welt gibt, wie Zeit, Bewegung, Raum, Entfernung und Richtung.

Aber dieselben Namen, die wir in dieser Welt den unterschiedlichen Gegenständen oder Handlungen geben – bezeichnen in der Spiritualität die Kräfte, Eigenschaften und deren Handlungen.

Deshalb müssen wir uns sehr bemühen, um uns hinter diesen Wörtern die geistigen Handlungen vorzustellen.

Diese Bemühungen sind sehr nützlich, denn sie schaffen eine Bitte (МAN), den Wunsch, das Bedürfnis, die höhere Welt zu verstehen und zu fühlen, um zu beginnen, darin zu leben. Diese Handlungen helfen uns, da hinein zu kommen.

Deshalb steht im Artikel von Baal HaSulam „Vorwort zum TES“, Punkt 155, folgendes geschrieben, dass obwohl wir nicht verstehen, was wir studieren, aber dank des starken Wunsches und des Strebens, das studierte Material zu verstehen, wir das Licht an uns heranziehen, das unsere Seelen umgibt, und es in uns die Eigenschaften entwickelt, die für die Empfindung der Geisteswelt notwendig sind.

Es heißt nicht, dass vor uns plötzlich ein neues äußeres Bild offenbart wird. Aber unser Wunsch bringt uns die Veränderung unserer Wahrnehmung und unserer inneren Eigenschaften, und wir beginnen, das Gelesene zu verstehen.

Wenn man auch nicht weiß, was das Klären des Wunsches oder seine Härte bedeutet, was der Aufstieg des Schirmes (Massach) und sein Abstieg ist, muss man sich trotzdem bemühen, sie sich in Form der Wünsche und der Absichten vorzustellen.

Es passiert nun folgendes: es gibt einen Wunsch, seine Absicht und das Licht, das auf die beiden einwirkt. Ich muss mich bemühen, diese Worte damit zu verbinden, was ich schon weiß, um vom Text beeindruckt zu werden.

Es genügt vollkommen, um sich mit diesem System zu verbinden. Wenn es auch falsch ist – ist das unwichtig!

Wichtig ist meine Bemühung, mein Wunsch, sich in dieses System, wenn auch künstlich, einzureihen. Natürlich fühle ich keine sinnliche Verbindung mit diesem System, aber es reicht am Anfang, und es wird von mir nichts anderes erwartet.

Aus dem Unterricht nach dem Artikel „Vorwort zum Kommentar Sulam „, 10.06.2010 .

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Die goldene Mitte

Vorwort zum Sulam Kommentar, „Drei kommen aus einer, eine existiert in allen dreien“

Punkt 52: Die rechte und die linke Linie von ISHSuT können nur durch die Erhebung von MaN de SA zu ISHSuT leuchten, welcher die mittlere Linie zwischen ihnen vervollständigt und die beiden Linien von Bina versöhnt.

In Bina gibt es zwei Linien: die rechte, die gänzlich aus Chassadim (Barmherzigkeit) besteht, und die linke, die gänzlich aus Chochma (Weisheit) besteht. Diese beiden Linien können sich nicht vereinigen.

Denn jede von ihnen will das ganze Verlangen komplett mit ihrem Licht ausfüllen. Dadurch bleiben sie in der Konfrontation.

Ohne einander können sie jedoch nicht leuchten! Beide kommen sie von oben. Doch die rechte Linie sagt: „Es geht nicht ohne das Geben! Ist das Geben nicht das Ziel der Schöpfung?!“

Und die linke Linie sagt: „Ich bin diejenige, die die Grundlage für die Schöpfung bildet! Ich bin das Licht Chochma, das sich in ihr enthüllen muss! Es geht nicht ohne mich!“

So streiten sie miteinander, ohne die Möglichkeit zu haben, einen Kompromiss zu schließen. Die Lösung liegt in der Einigung zwischen ihnen beiden – im Empfangen, um zu geben.

Es bedarf eines dritten Faktors, damit jede sich von ihrer Meinung distanzieren und die andere verstehen kann. Die Lösung befindet sich in der Mitte, und das ist kein Kompromiss!

Denn es entsteht eine besondere und großartige Gelegenheit, einander zu verstehen, sich ineinander zu kleiden und zur goldenen Mitte zu gelangen.

Die mittlere Linie ist die einzige Möglichkeit, die Schöpfung zu korrigieren. Alles, was davor existiert hat, waren Eigenschaften des Schöpfers, und erst ab hier beginnt die Schöpfung, die es möglich macht, das Geben und das Empfangen zu vereinigen.

Das ist die Form, in der sich die Schöpfung maximal an dem Geben beteiligen und sich an den Schöpfer angleichen kann.

Wie ein Kind, das die Eltern, diese zwei entgegengesetzte Kräfte des Schöpfers, vereint und aus ihnen eine Familie macht.

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Worum geht es im Buch Sohar und dem Sulam Kommentar?


Die Menschen verstehen nicht, was das Buch Sohar eigentlich ist. Als ich anfing, Kabbala zu studieren, wurde mir gesagt, dass laut der Kabbala „Der Sohar“ Musar (die Ethik) ist. Musar ist ein System moralischer Wertgebungen, welches den Menschen sagt, was sie zu tun haben und was ihnen verboten ist, weil sie sonst dafür bestraft werden. Diese Menschen glauben, dass Das Buch Sohar ein Buch von Sittenlehren auf einer höheren Ebene ist, wie ein Dekret von Oben.

Baal HaSulam schreibt, dass viel Schlimmes in der Welt geschah, weil Das Buch Sohar zur falschen Zeit enthüllt wurde. Der Sohar sollte nur während der Zeit des Ari veröffentlicht werden. Und warum? Wenn ein Mensch den Sohar liest, ohne vorher korrekt darauf vorbereitet worden zu sein, wird er ihn auch nicht richtig verstehen. Er wird nicht zu den gleichen Gedanken gelangen, die Rabbi Shimon hatte, als er diesen Text verfasste.

Darum fügte Baal HaSulam seinen eigenen Kommentar mit dem Titel „Sulam“ (Leiter) hinzu, der einen „technischen“ Anhang zum Text des Buches Sohar einschliesst. Dort gibt er eine kabbalistische Definition eines jeden Wortes in der Tora, und erklärt, wo jedes Wort oder jede Eigenschaft in der Struktur der Seele zu finden ist.

Dieses ermöglicht den Menschen, der den Text liest, sich mit beiden Definitionen zu verbinden und somit eine innere Reaktion zum Gelesenen zu erleben. Beide Welten werden ihm enthüllt – diese und die Höhere Welt, und er nimmt die Herrschaft des Schöpfers im Text und in ihm selbst wahr.
(Aus dem 2. Teil des Täglichen Morgenunterrichtes über „Das Vorwort zum Sulam Kommentar“)

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Wie man seine Zehn Sfirot bildet und sie dann mit dem Licht des Schöpfers füllt

Eine Frage, die ich erhielt: Im „Vorwort zum Sulam Kommentar“ wird ein System beschrieben, welches sich außerhalb des Menschen befindet. Wie kann ich mir nun dieses System in Bezug auf mich, und welches sich in mir befindet, vorstellen?

Meine Antwort: Es gibt keine Seele in meinem belebten Körper. Mein Körper enthält nicht die zehn Sfirot der Seele. Ich habe nur einen anfänglichen Punkt und muss die zehn Sfirot von dort aus bilden. Dieser Punkt stammt aus meinen egoistischen Wünschen. Wenn ich mich mit den anderen Punkten im Herzen verbinde, indem ich dazu meinen Egoismus benutze, dann gibt mir mein Ego das Material dazu, die Wünsche und die Verbindung zu den anderen Menschen, und dieses erschafft dann die Struktur der zehn Sfirot in mir.

Ich werde dann zum Punkt in Malchut, der zehnten Sefira, und meine ersten neun Sfirot bestehen dann aus meiner Einstellung den anderen Menschen gegenüber. Alle anderen Seelen, alles, was ich so vor mir sehe, die gesamte Welt und meine Umgebung sind meine neun Sfirot (Tet Rishonot). Wenn ich diese mit mir in Liebe verbinde, mit dem Verständnis, dass wir alle ein Ganzes sind, dann erhebe ich mich über meinen Egoismus, und wenn es mir gelingt, mich über Malchut zu erheben, um zu geben, dann werde ich all diese äußerlichen Eigenschaften des Gebens mit mir verbinden.

Dann wird meine Seele, der komplette Parzuf, geschaffen aus den zehn Sfirot in mir erscheinen. Und genau dann werde ich den Schöpfer enthüllen: innerhalb der Wünsche, die ich durch das Geben an andere erworben habe.

Alles um mich herum ist die Struktur meiner eigenen Seele. Doch nach dem Zerbruch der Seele und dem Absturz in den Egoismus begann ich, diese anderen Teile von mir auf egoistische Weise wieder zu wünschen, um alles zu empfangen, was sie haben. Und jetzt muss ich dahin zurück, ihnen zu geben. Ich muss sie mit mir durch Liebe vereinen und auf diese Weise das Licht meiner Seele enthüllen – in ihnen.

Ich kann niemals das Licht in mir selbst enthüllen, in Malchut, weil die Erste Einschränkung (Zimzum Alef) nicht widerrufen werden kann. Darum hängt alles davon ab, dass ich aus mir heraustrete und mich mit den anderen Seelen verbinde, indem ich ihre Wünsche als meine eigenen spüre. Innerhalb dieses gemeinsamen Verlangens werde ich den Schöpfer enthüllen.

(Aus dem 3. Teil des täglichen Kabbala Unterrichts über das „Vorwort zum Sulam Kommentar“).