Kabbala und der Sinn des Lebens - Michael Laitmans persönlicher Blog

Beiträge in der Kategorie 'Sturm'

Der Sturm um den Schöpfer herum

Wenn der Höhere Parzuf dem Unteren etwas geben will, dann verringert er sich, wie die Mutter es tut, die sich an das Kind wenden möchte. Als ob sie für sich „das beliebige“ Essen bereiten würde, und „spezielles“, mit der Solltemperatur, für das Kind.

Diese zusätzlichen Handlungen mittels des besonderen Mechanismus der Verbindung des Höheren mit dem Unteren, heißt „Searot“ (das Haar), was vom Wort „soer“ (stürmisch) oder “ Seara“ (der Sturm) kommt.

Denn der Höhere will dem Unteren alles geben, was er hat! Er ist aber gezwungen, sich zu verringern und dem Unteren nur ein bisschen zu geben, entsprechend dem Niveau des Unteren, d.h. entsprechend seiner Aufnahmemöglichkeit. Und der Höhere soll auch noch dafür sorgen, dass diese Füllung dem Unteren einen Nutzen bringt.

Diese Beschränkung, diese Kraft, mit der sich der Höhere zurückhält, heißt „Searot“ (das Haar) – entsprechend dem, wie in Seinem Inneren alles „stürmt“ (soer).

Jetzt stellen Sie sich nun vor, wie sehr der Schöpfer leidet, wie in Seinem Inneren alles stürmt! Denn Sein Wunsch des Gebens, ist riesig, Er will uns die unendliche Korrektur (Gmar Tikun) geben!

Und Er sieht uns an und versteht, dass Er Niemandem etwas geben kann… Niemand will etwas vom Schöpfer bekommen. Welches riesige Leiden ist es, die Kleinkinder anzuschauen, welche vom Hunger fast sterben, wenn man über die Möglichkeit des Gebens verfügt: Er kann alle unsere Wunden heilen und uns mit dem Wohl anfüllen, und wir wollen es nicht! Wir sind nicht in der Lage, etwas von Ihm zu bekommen.

Und als der Nachhall dieses Sturmes, mit dessen Kraft sich der Höhere zurückhält, beginnen uns die dunklen Kräfte, Klipot, zu beeinflussen, weil sie uns erwecken und zur Handlungen zwingen möchten.
Uns scheint es so zu sein, dass auf uns die bösen Kräfte einwirken – aber sie werden nur in jenem Maß gezeigt, in welchem wir nicht vorankommen, sich in der Entwicklung verspäten und dem Licht nicht zulassen, uns auszufüllen.

Aus einem Unterricht über „Die Lehre der Zehn Sfirot“ „, 6.12.2010

Bündnis zwischen den Freunden

Eine Frage, die ich erhielt: Es steht geschrieben: „Glaube bis zu deinem Tod nicht an dich selbst“ – bis zum Tod des eigenen Egoismus. Doch wie kann man dann sicher sein, dass man das Ziel erreicht und nicht von dem Weg abkommt?

Meine Antwort: Es gibt das spirituelle Ziel und die Mittel zu dessen Erreichung, und ich muss mich daran festhalten. Ich kann keine Sicherheit in Bezug auf morgen haben und möchte deswegen bereits heute ein Bündnis mit der Gruppe und dem Schöpfer eingehen, um die Erreichung des höheren Ziels für mich selbst zu sichern!

Denn wenn ich mich auf dem Weg nicht halten kann, falle ich in das tierische Dasein zurück und urteile aus diesem heraus über das Leben, und der Schöpfer schenkt mir keine Beachtung mehr.

Oder aber ich hefte mich an die Gruppe von Freunden an und begebe mich vollkommen in ihre Hände, damit sie mich beschützen. Dann binden sie mich an die Gruppe fest, damit ich nicht herausfalle, wie die Seeleute auf einem Schiff, das in den Sturm geraten ist, sich am Mast festbinden, um nicht von der Welle ins Meer gespült zu werden. Jeder muss sich in so einer gefährlichen Situation sehen.

Und ich muss ein Bündnis zwischen uns aufbauen, solange ich noch voller Kraft und Begeisterung bin – solange ich mich im Aufstieg befinde, unterzeichne ich das Bündnis. Denn ich verstehe, dass Zeiten einbrechen können, in denen ich das spirituelle Ziel nicht mehr rechtfertigen kann, alles wird mir hoffnungslos schlecht vorkommen – und ich werde keine Zweifel daran haben, dass ich im Recht bin.

Deshalb steht geschrieben: „Glaube bis zu deinem Tod nicht an dich selbst“. Wenn der Mensch sich nicht in die Hände der Gruppe begibt, damit sie ihn lenkt, dann wird er vom eigenen Egoismus gesteuert werden und keine Chance haben, sich von diesem loszureißen. Es lohnt sich nicht, die Zeit zu vergeuden – entweder du schließt das Bündnis ab oder du kehrst nach Hause auf das Sofa zurück…
Aus dem Unterricht nach einem Artikel von Rabash vom 17.09.2010

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Der Aufschwung an der Börse – nichts weiter als die Ruhe vor dem Sturm


Eine Frage, die ich erhielt: In den letzten 2 Wochen ist der Nasdaq um 20% gestiegen. Dies scheint ein Ende der Krise nahezulegen. Was denken Sie dazu?

Meine Antwort: Der Börsenmarkt ist ein Spiel. Er kann ohne realistische Grundlage oder Ursache ansteigen. Haben die „Pyramiden-Planer“ aufgehört an ihren „Pyramiden“ zu bauen? Während alle Welt denkt, dass sie bankrott sind, verschlingen sie in Wirklichkeit die Milliarden von Dollar, die die Regierungen ihnen zur Verfügung stellen und bauen so weiter an ihren gigantischen Blasen. Nur, dass sie es jetzt etwas subtiler machen.

In der Zwischenzeit feiert das Ego einen Sieg. Es ist aber nichts wirklich verbessert oder in irgendeiner Weise korrigiert worden. Das Ego macht weiter, wie zuvor und bastelt schon an der nächsten Katastrophe. Wenn man also denkt, dass alles geregelt wurde und wieder zur Normalität zurückgekehrt ist, ist man im denkbar schlimmsten Zustand. Es ist so, als ob man einen Feind übersieht, der einen umstellt hat und sich auf den Angriff vorbereitet.

Man kann sicher sein, dass das Ego am Ende die Überhand gewinnt und die Situation schlimmer sein wird, als zuvor. Im Moment noch jedoch, scheint alles in Ordnung zu sein. Jeder hat Gewinn gemacht und niemand hat etwas verloren.

Tatsache ist, dass es für den wachsenden Egoismus der Menschen keine regulierende Kraft gibt. Die Wirtschaft ist keine Wissenschaft, sie ist einfach nur dem Egoismus des Menschen entsprechend angelegt. So basiert die gesamte Wirtschaft darauf, dass ich dir so wenig gebe, wie ich kann, während ich so viel bekomme, wie möglich ist und, wenn möglich, stelle ich dir das in Rechnung ohne dir etwas dafür zu bezahlen. Die Wirtschaft ist also eher legalisierter Diebstahl. Man denke nur darüber nach: welche Vereinbarung gibt es zwischen uns? Du und ich tauschen nur deshalb Waren aus, weil ich sie dir nicht mit Gewalt nehmen kann. Ich muss dir etwas dafür geben, weil ich keine andere Wahl habe.

Die Wirtschaft spiegelt unseren Egoismus wider und dieser wächst ständig. Er ist nicht willens sich mit irgendjemand zu verbinden und drängt uns dazu jeden auszunutzen. Was für eine regulierende Instanz kann es da also überhaupt geben?

Um eine regulierende Kraft für den Egoismus, für die zwischenmenschlichen Beziehungen zu schaffen müssen zwei Regeln befolgt werden: „Füge anderen nicht zu, was Du nicht willst, das man Dir zufüge“ gefolgt von „Liebe deinen Nächsten, wie dich selbst.“ Dies ist jedoch sicher nicht die Richtung in welche die Wirtschaftsexperten suchen, wenn sie einen Regulator einrichten wollen. Deshalb werden sie ihn auch nicht finden. In der Zwischenzeit wird die nächste Katastrophe weit qualitativer sein. Sie wird nicht unbedingt aus der Richtung des Finanzsystems, der Börse oder der Banken kommen; sie könnte sich in Form von Seuchen, Klimaveränderungen und so fort manifestieren.

Verwandtes Material:
Blog-post: Die „Konjunkturpläne“ sind gleichbedeutend der Behandlung eines Alkoholikers mit..
Blog-post: An andere zu denken ist der Schlüssel, die Krise zu beenden

Wir sind wie ein Stück Holz in einer stürmischen See


Die heutige Krise ist die Enthüllung des Schöpfers durch die Geschöpfe, aber sie geschieht von der entgegengesetzten Seite. Globalisierung ist die Kraft der Einheit und Verbindung des Schöpfers. Heute wird diese Kraft jedem offenbart und darum beginnt jeder Mensch mehr und mehr zu fühlen, dass er von allen abhängig ist, zu allen gehört und dasselbe Leid teilt.

Daher wird der Schöpfer bereits von den Geschöpfen enthüllt, aber von seiner entgegengesetzten Seite. Ich sehe dies wie ein Arzt, der auf den Patienten schaut und sieht, dass der Patient beginnt, die Symptome seiner Krankheit zu fühlen. Die Krankheit der Menschheit wird enthüllt und wir müssen sie umdrehen – was heißt, sie auf die richtige Weise anzunehmen.

Wir sind die Generation, welche die Enthüllung des Schöpfers wahrnimmt und es passiert bereits! Heute sind die Ansichten eines gewöhnlichen Menschen und eines Kabbalisten nicht so verschieden. Ich betrachte das wie einen Menschen, der in einer stürmischen See treibt, herumgeschleudert durch die Wellen wie ein kleines Holzstück, auf und ab und von einer Seite zu anderen. Alles hängt von seinem Einverständnis ab, sich festzuklammern und sich mit der stürmischen See zu verbinden.

Sowie er einverstanden ist, wird er umgehend damit aufhören, die Bewegungen und Veränderungen der See zu fühlen. Ein vollkommener Friede wird sofort das Meer des Höheren Lichtes einholen. Es stürmt nur deshalb, weil wir uns jeder Handlung, die der Schöpfer ausführt, widersetzen und daher können wir nicht entspannen und uns ihm hingeben und folglich uns über unseren Egoismus erheben, der sich wehren will.

Wenn wir das tun, werden wir fühlen, dass keine Veränderungen stattfinden. Alle Veränderungen sind Resultate unserer Anstrengung zwischen uns selbst und dem Schöpfer und es ist diese Anstrengung, die diese stürmische See hervorbringt. Der Moment in dem dieser Widerstand aufhört, werden wir den Sturm nicht spüren, sondern nur völligen Frieden.

(Aus dem Unterricht über Rabash´s Artikel „Die Handlung der Größten der Nation“ am 17.03.09)

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