Kabbala und der Sinn des Lebens - Michael Laitmans persönlicher Blog

Beiträge in der Kategorie 'Studium'

Die Seele ist die Eigenschaft des Schenkens – ohne sie sind wir Tiere


Zwei Fragen die ich über die Seele erhielt:

Frage: Nach allem was bereits gesagt wurde, verstehe ich es trotzdem nicht – gibt es eine Seele? Sie sagen, dass wir keine Seele haben und den Punkt im Herzen entwickeln müssen, der sich zu einer Seele entwickeln wird. Auf der anderen Seite sagen Sie, dass die Seele in den Körper wiedergeboren wird. Haben wir also eine Seele oder nicht? Sind wir die Seele? Wenn nicht, was sind wir dann?

Meine Antwort: Wir sind der tierische Level des Willens, durch Genuss erfüllt zu werden, oder der ‚Wille Genuss zu empfangen‘. In diesem ‚Willen zu empfangen‘ entsteht der ‚Wille Genuss zu schenken‘ oder mit anderen Worten – der Wille, mit der Eigenschaft des Schenkens erfüllt zu werden. Dieses Verlangen wird „der Punkt im Herzen“ genannt. Und sein Name weist darauf hin, dass der Punkt im Herzen klein ist und keinen Raum hat, in dem es die Erfüllung des Schenkens spüren kann. Er wird umhüllt vom „Herzen“, d.h. von Verlangen des tierischen (körperlichen) und sozialen Levels, Verlangen für die Genüsse unserer Welt.

Wenn wir diesen Punkt bis zur kleinsten wichtigen Größe – die ersten 10 Sefirot – durch den Einfluss des Höheren Lichtes (das während des Studiums der Kabbala mit den authentischen Quellen hinabsteigt, speziell beim Studium in der Gruppe) entwickeln, dann werden wir innerhalb dieser Sefirot die Eigenschaft des Schenkens entdecken, Or Choser, und Genuss vom Schenken, Or Chassadim.

Deswegen ist die Seele die Eigenschaft des Schenkens, entsprechend der Definition: „Die Seele ist ein Teil des Schöpfers von oben.“ Es ist der Grad der Gleichheit des Menschen mit dem Schöpfer. Aber solange wir nicht die kleinste Eigenschaft des Schenkens erworben haben, bleiben wir Tiere.

Frage: Mein Ehemann ist Jude und ich bin es nicht und er versucht, seinen Glauben zu praktizieren. Aber von ihm und vielen Rabbis wurde mit gesagt, dass wir nicht zusammen gehören, weil meine Seele nicht rein ist. Ich stimme dem nicht zu – ich habe eine Seele und ich denke, ich bin hier, um meine Seele zu reparieren und für die Höhere Welt vorzubereiten.

Meine Antwort: Sage ihm, dass keiner von euch eine Seele besitzt. Jedoch hast du schon die Anfänge der Seele, die durchkommen – den Punkt im Herzen -, aber er hat noch gar nichts. Und selbst wenn der Punkt im Herzen auch in ihm erweckt wird, wird er schlechter sein als deiner, denn sein Punkt fiel schon einmal vom spirituellen Level auf das egoistische, welches ihn unrein machte (Klipa), wobei im Vergleich mit seiner, deine besser ist, denn sie war nie in der spirituellen Welt und deswegen fiel sie auch nicht. Es steht geschrieben: „Wenn Israel fällt (von dem spirituellen Level der Liebe und des Schenkens, was während des Falls des Tempels passierte), ist es schlechter als jeder andere (sein Egoismus ist schlechter als der Egoismus aller Nationen der Welt), und wenn es steigt (korrigiert wird), kommt es höher als jeder andere.“

Zusätzlich ist dein Mann dazu verpflichtet, sich selbst schnell zu korrigieren und dann dir und der gesamten Welt bei der Korrektur zu helfen (das ist die Bedeutung von Or Le Goim – ein Licht unter den Nationen sein). Siehe dazu Vorwort zum Buch Sohar , Punkt 70 und 71. Deswegen bist du, bevor er korrigiert ist, besser als er. Und nach der Korrektur sind alle gleich.

Mein Kommentar: Die Religion glaubt, dass ein Mensch sich nicht selbst durch die Gebote korrigieren muss, sondern sie nur befolgen muss. Sie sagt, dass sich jemand nicht vom Egoisten sein dahin ändern muss, seinen Nächsten zu lieben.

Der Grund dafür ist, dass die Religion kein Instrument für die Korrektur besitzt, das Höhere Licht, das Licht der Tora. Es steht geschrieben: „Ich schuf den Egoismus und ich schuf die Tora zu seiner Korrektur“ – und nur die Kabbala beschäftigt sich damit. Deswegen treibt die Religion Menschen nicht an, die Hauptaussage der Tora zu prüfen – „Liebe deinen Nächsten wie dich selbst“, stattdessen rät sie jedem zum egoistischen Befolgen so vieler Anordnungen wie möglich.

Die Täuschung dabei ist, dass es eigentlich keine Belohnung dafür gibt, ihnen zu folgen! Die einzig mögliche Belohnung, die man haben kann, ist, dem Schöpfer näher zu kommen – die Verschmelzung (Dwekut) an Ihn zu erreichen. Und das ist nur durch Gleichheit mit Ihm möglich und kann nicht durch irgendwelche anderen Handlungen als dem Studium der Kabbala erreicht werden!

Verwandtes Material:
Blog-post: Was ist die Seele?
Blog-post: Der Bau des Dritten Tempels
 

In allen Lebenssituationen sollte Ihr Verhalten nur durch das spirituelle Ziel bestimmt werden


Fragen, die ich zum Verlust des Verlangens und anderen Störungen erhalten habe:

Frage: Ich studiere die Kabbala seit über einem Jahr und kürzlich stand ich vor einem Problem. Meine Verlangen nach verschiedenen Genüssen in dieser Welt verschwinden langsam und die einzigen Verlangen, die übrig bleiben, sind minimale Verlangen, welche für den Körper überlebenswichtig sind. Ist dies ein Rückschritt? Kann ich irgendwie Verlangen nach Erfüllung entwickeln? Ich fühle mich, als würde ich mich in eine Amöbe verwandeln. Obwohl ich mich selbst in keiner Weise beschränke, sehe ich keinen Grund „unnötige Bewegungen“ zu machen. Wo ist mein Egoismus? Wie kann ich diesen wieder erwecken, wenn er eingeschlafen ist?

Meine Antwort: Sie entdecken, dass es sinnlos ist, Ihren Egoismus zu erfüllen, und da Sie diese Enthüllung gemacht haben, haben Sie die Energie (Homer Delek) verloren, um nach materiellen Dingen zu streben. Dies passiert vielen Menschen in unserer Welt, was in einem Gefühl von Leere und Depression (die am weitesten verbreitete Krankheit der Welt) resultiert. Jedoch verschwindet auch die Spiritualität und hört auf Sie anzuziehen.

Beide dieser Gefühle werden in Ihnen vom Schöpfer zu dem Zwecke hervorgerufen, um einen Ort der Willensfreiheit zu erschaffen, einen Ort, an welchem Sie Ihre eigenen Anstrengungen über Ihre Natur machen können. Das liegt daran, dass alle Dinge, die Sie selbst tun können, eigentlich vom Schöpfer gemacht werden. Doch wenn Sie die Leere dieser Welt enthüllen und dieser Welt gegenüber gleichgültig werden und dazu auch noch eine spezielle Leere der spirituellen Welt enthüllen und die spirituelle Welt Sie ebenfalls nicht mehr anzieht, dann sollten Sie sich auf korrekte Weise an der Gruppe und dem Studium beteiligen, um die Wichtigkeit des spirituellen Ziels zu erwecken, d.h. „die Enthüllung des Schöpfers (Liebe für den Nächsten).“

Dieses Verlangen zieht das Höhere Licht (Or Makif) an, welches Sie zur Wahrnehmung der Spiritualität, des Schöpfers, der Eigenschaft des Schenkens und der Liebe bringen wird. Sie sollten also die Wichtigkeit der Spiritualität von Ihren Freunden bekommen.

Frage: Lieber Rav, nach meinem Besuch zum Studium bei Bnei Baruch, fühlte ich zum ersten Mal, dass meine Seele zuhause war. Es war eine Kraft, die stärker war als mein Körper. Dies verursachte viele Konflikte, als ich versuchte die Zeit zwischen meiner Seele und der Tätigkeit für meine körperlichen Dinge auszugleichen. Nun, da ich zurück bin, fühle ich, dass ich kein Verlangen nach irgendetwas habe. Dies passiert mir nach jedem Kongress, und jedes Mal habe ich einen sehr starken Kontakt mit Bnei Baruch. Warum geschieht dies und wie kann ich diese Zustände durchlaufen?

Meine Antwort: Dies ist natürlich, da wir bei Bnei Baruch eine sehr intensive spirituelle Atmosphäre haben und Sie werden davon inspiriert. Nach Ihrer Heimkehr von Ihrem Besuch bei uns, müssen Sie Ihr spirituelles Leben so erhöhen, dass es auf der selben Stufe stattfinden kann, welche Sie fühlten, als Sie bei uns waren.

Frage: Während der Verbreitungsarbeiten bin ich vielen Problemen begegnet. Zum Beispiel bin ich hingefallen und meine Augen und Zähne haben sich entzündet usw. Die öffentliche Meinung sagt, dass die Hindernisse mir sagen würden, dass ich das nicht machen sollte, dass ich meine Ansicht verändern müsste usw. Doch ich glaube andererseits, dass ich Anstrengungen machen muss, um meine Absicht zu stärken, das Ziel zu erreichen. Bitte erklären Sie, wie ich diese Störungen interpretieren soll.

Meine Antwort: Wenn Ihr Körper in physischer und psychologischer Hinsicht in Ordnung ist, dann müssen Sie diese Störungen überwinden, ohne auf Ihren Körper zu achten. Wenn die Störungen jedoch einer medizinischen Versorgung bedürfen, dann sollten Sie sofort zum Arzt gehen, während Sie mit Ihrem Studium und Verbreitung fortfahren.

Kommentar: In einem vorigen Blogbeitrag schrieb ich, dass die Kabbala wichtiger ist als die Familie, wenn die Ehefrau gegen die Kabbala ist und es unmöglich ist, mit Ihr einen Kompromiss zu finden oder sie zu überzeugen. Dann ist es erlaubt sich seiner Seele zuliebe scheiden zu lassen. Ich erhielt einige überraschte Rückmeldungen, „wie das sein könne?“ Die Menschen verstehen nicht, dass das Leben sinnlos ist, wenn es nicht dazu verwendet wird, das Ziel zu erreichen, welches vor jedem Menschen aufgestellt wurde. Der Himmel, die Erde und jeder von uns wurden erschaffen, um das Ziel zu erreichen und nicht dafür, um eine Hochzeit auf der tierischen Stufe zu erschaffen, um ein Sklave des Egoismus des Partners zu werden.

Die Schlussfolgerung lautet also: Ihr Verhalten sollte in allen Situationen des Lebens nur vom spirituellen Ziel bestimmt werden!

Verwandtes Material:
Blog-post: So erreichen Sie wahre Glückseligkeit
Blog-post: Das Körperliche hat keine Auswirkung auf das Spirituelle
Shamati #4: Der Grund für die Schwierigkeit, sich vor dem Schöpfer zu annullieren
Artikel von Baal HaSulam: Analytischer Vergleich zwischen Kabbala und Philosophie
Artikel von Michael Laitman: Der sechste Sinn

Sei kein Besserwisser!


Fragen, die ich über verwirrende Gedanken, die Verlangen der anderen, die richtige Ausrichtung und darüber, wie man Fragen stellt, erhielt:

Frage: Was machen Kabbalisten mit verwirrenden Gedanken und dem ständigen Geplapper, das im Gehirn vor sich geht?

Meine Antwort: Beteilige dich mehr am Studium und am Schreiben von Artikeln. Und am besten mit anderen zusammen. Es steht geschrieben: „Ungeachtet dessen, wie sehr die Schlange dich sticht, studiere die Tora.“

Frage: Wir sollten die Verlangen der anderen unseren hinzufügen, aber welche Verlangen? Wenn wir Handlungen des Schenkens vollziehen, erfüllen wir eigentlich die egoistischen Verlangen der anderen, also entwickeln wir eigentlich ihren Egoismus.

Meine Antwort: „Andere“ sind deine Freunde in der Gruppe, die deine Handlungen verstehen und sich auch auf diese Weise dir gegenüber verhalten. Um den Schöpfer zu enthüllen ist es notwendig, ein gemeinsames Verlangen nach Ihm zu entwickeln. Das heißt, um die Eigenschaft des Schenkens und der Liebe zu enthüllen, ist es notwendig, die Verlangen eines jeden Menschen in einem gemeinsamen Verlangen zu vereinigen.

Die Empfindung des gemeinsamen Verlangens für die Liebe und das Schenkens ist die Offenbarung des Schöpfers in uns! Es bringt das Gefühl von Perfektion, Ewigkeit und Harmonie. Wenn du jedoch mit anderen zusammen bist, die nicht den Punkt im Herzen haben, musst du dich einfach wie sie verhalten.

Frage: Wenn der Schöpfer sich von uns entfernt und verbirgt, um uns zu korrigieren, sollten wir dann im Verlauf der Rückkehr zu Ihm, an Erreichung und Enthüllung denken und danach streben oder nach Korrektur?
Meine Antwort: Das ist dasselbe, da man ja die Eigenschaft der Liebe und des Schenkens erwirbt.

Frage: In einer Deiner Lektionen sagtest Du, dass Du uns lehren willst, die Fragen richtig zu stellen. Manchmal sagst Du zu Deinen Studenten, dass sie „Besserwisser“ sind. Was bedeutet es also, während der Lektion eine Frage zu stellen? Was sollte diese Frage sein?

Meine Antwort: Eine Frage muss genau zum Thema der Lektion gehören, um allen Freunden zu helfen, das Thema besser zu verstehen. Es sollte nichts sein, was nur die Person interessiert, die fragt.

Verwandtes Material:
Blog-post: Woher kommen Gedanken, Ideen und Träume?
Blog-post: Die moralischen Normen eines Kabbalisten
Blog-post: Wozu sollen wir Fragen stellen?
 

Dieser Weg kann nur von jenen bewältigt werden, die ihn auch gehen


Eine Frage, die ich erhielt: Ich nehme an den Lektionen teil, die von Bnei Baruch angeboten werden. Aber ich habe den Eindruck, jetzt ein schlechterer Mensch zu sein, als vor Beginn des Studiums. Was mache ich falsch? Ich glaube zu verstehen, wie wichtig die Gruppe ist, aber ich empfinde keine Liebe für sie. Stattdessen fühle ich eine tiefe, sich stets vergrößernde Kluft. Ich bin wertend und zynisch, in meinem Privatleben bin ich deprimiert, zornig und gereizt, aber es gibt dafür keine logische Erklärung. Trotzdem spüre ich all diese Gefühle sehr stark. Es scheint, als ob mein Verstand oder ein Teil von mir auf einer Seite einer Fahrbahn, und mein fühlender anderer Teil (welcher mich lenkt) auf der anderen Seite in entgegengesetzter Richtung unterwegs wären, verbunden mit einem Hass/Liebe-Verhältnis zur Kabbala und dem Studium.

In den Lektionen wird uns klar gemacht, dass sich das Studienmaterial ausschließlich auf spirituelle Zustände bezieht. Aber wie sieht der „praktische“ Teil aus? Was für eine Person soll ich sein?

Meine Antwort: Alle von uns erleben solche Zustände, wenn wir abzuwägen beginnen, ob das spirituelle Wachstum, das die Kabbala uns lehrt, richtig und notwendig ist. Im Augenblick erreicht die gesamte Menschheit eine Periode der Neuorientierung ihres Wertesystems und erlebt daher Krisen in allen Bereichen des Lebens – in Bildung, Politik, Gesellschaft, Familie, Wissenschaft, Ökologie, Natur, usw.

Wir bewerten zudem unsere körperliche Existenz, wie auch die Notwendigkeit, unseren unkorrigierten egoistischen Verlangen (Herz) und Gedanken (Verstand) Spiritualität hinzuzufügen (also die Enthüllung der Höheren Welt und des Schöpfers). Ihr Egoismus wird weiterhin viele „Enttäuschungen“ auf dem Weg der spirituellen Entwicklung erleben, weil er auf diesem Weg keine Erfüllung findet – sondern das Gegenteil. Um Spiritualität entwickeln zu können, muss der eigene Egoismus ausgelöscht werden. Aber es muss betont werden, dass nicht die Verlangen und Gedanken ausgelöscht werden sollen, sondern es muss die Absicht „für sich selbst zu empfangen“ in eine Absicht „für andere zu empfangen“ umgewandelt werden.

Wie kann man auf dem spirituellen Weg vom Egoismus abrücken, ohne dabei den Egoismus zu Hilfe zu nehmen. Egoismus steht im Gegensatz zur Spiritualität. Deshalb wird Egoismus als „Hilfe gegen sich selbst“ bezeichnet, weil er sich letztendlich selbst annulliert. Denn wenn du egoistisch in einer Gruppe Kabbala studierst und versuchst, dich mit den anderen zu verbinden, ziehst du das Höhere Licht an, welches dann den Egoismus korrigiert. Die Misserfolge und Abstiege sind daher nur der vom Egoismus wahrgenommene Mangel an egoistischen Füllungen. Die zukünftige Erfüllung wird nicht durch Empfangen, sondern durch Geben für andere erreicht. Dies wird durch das Gefühl der Liebe und der Erkenntnis, dass jeder in einem einzigen Ganzen eingebunden ist, entstehen.

Das einzige was dich ans Ziel bringt – zum ewigen Schöpfungsziel – sind das beständige Studium, die Teilnahme an der Gruppe und die Verbreitung und zwar trotz deinem Egoismus, „wie ein Ochse zu Bürde und ein Esel zur Last“. Alle Shamati Artikel sprechen darüber, also lest weiterhin darin! Dieser Pfad kann nur von jenen bewältigt werden, die ihn auch gehen!

Verwandtes Material:
Blog-post: Hast du Zweifel, verbreite!
Blog-post: Richtlinien zu Erreichen der Einheit – Ausgewählte Zitate von Baal HaSulam
Artikel von Baal HaSulam: Frieden in der Welt

Der Appetit kommt beim Essen


Zwei Fragen, die ich darüber erhalten habe, wer Kabbala studieren könne:

Frage: In Ihrem Blogbeitrag „Erwerben Sie einen Arbeitsplatz“ sagen Sie: „Genau genommen verpflichtet Kabbala eine Person geradezu, einen Job zu haben, sich zu verheiraten und nur dann Kabbala zu studieren.“ Was bedeutet „Kabbala zu studieren?“ Lernen Kinder nicht bereits in vielen Gruppen? Daher frage ich mich, was „Kabbala studieren“ wohl bedeutet. Ich denke, dass dieses eine in die Tiefe gehende Studie und das gesamte Studium bedeutet, und nicht das Studium menschlicher Zwischenbeziehungen oder das Zusammensein untereinander, an dem Kinder mitbeteiligt sind.

Meine Antwort: Die Kabbalisten schreiben, dass es heutzutage keinen Bann gibt, der bestimnmt, wer Kabbala studieren kann, und jeder darf es, egal wie alt. Die Kinder werden groß, heiraten und werden eindringlich mit dem Wissen arbeiten. Die Welt ist so konstruiert, dass ein Mensch sich je nach seiner Natur etablieren muss (heiraten, arbeiten usw.) und erst dann kann er beginnen, seine Unterschiede vom Schöpfer herauszufinden und sie zu korrigieren.

Frage: Ich habe mich nie gefragt, warum ich lebe, doch ich möchte Kabbala studieren. Darf ich das?

Meine Antwort: Rav Kook und andere Kabbalisten schreiben, dass es keine Einschränkungen für ein Studium der Kabbala gibt. Auch wenn man keine Fragen hat, kann man in der Gruppe nach dem Prinzip „Der Appetit kommt beim Essen“ studieren. Man bekommt das Bestreben der Gruppe nach der Suche nach dem Sinn des Lebens. Die Umgebung beeinflusst den Einzelnen und darum werden Sie dann auch den Punkt im Herzen spüren und Ihren Wunsch nach einem gemeinsamen Aufstieg darin einschließen.

Verwandtes Material:
Blog-post: Muss man verheiratet sein, um Kabbala zu studieren?
Kabbala Blog: Avraham Isaac HaCohen Kook
Einführung in die Kabbala: Wer kann Kabbala studieren?
Artikel: Die Notwendigkeit Kabbala zu lernen

Der Schöpfer kann mit nichts anderem erreicht werden, als mit der Kabbala


Frage: Ich fühle mich zum Kabbalastudium hingezogen. Ich spüre große Veränderungen. Ich merke, dass ich Antworten höre, die mich zum ersten Mal in meinem Leben ansprechen. Ich möchte lernen, wachsen und mich verändern.

Ich habe jahrelang nicht geglaubt, und dann bin ich zum Glauben zurückgekehrt, hauptsächlich aus dem Grunde, mein Leben sinnvoll zu gestalten, und auch aus Schuldgefühlen. Mein Vater ist ein Rabbi und ein wundervoller, frommer und alles akzeptierender Mann. Ich dachte, dass ich etwas für meinen Vater tue, wenn ich zum Glauben zurückkehre, und so würden auch meine Handlungen von meiner orthodoxen Familie angesehen.

Ich habe Kabbala nur gefunden, weil ich zum Glauben zurückgekehrt bin und zu einem Chabadzentrum gegangen bin. Dort wurde mein Interesse stärker, und ich habe Sie durch das Internet gefunden.
Nun gerate ich in einen Konflikt, weil ich von Ihnen den Unterschied zwischen Religion und Kabbala lerne. Ich verstehe, was Sie sagen und möchte gerne weiterlernen, doch wenn ich mich Ihnen mehr zuwende, dann habe ich das Gefühl, dass ich egoistisch bin und meinem Vater gegenüber untreu. Wenn ich mich also in Richtung Kabbala bewege, dann mag das aufgrund meiner Umstände wie eine für mich egoistische Handlung aussehen. Gehört dies wohl zu meiner Arbeit?

Meine Antwort: Der Unterschied zwischen Religion und Kabbala ist die Korrektur des Menschen. Das Studium der Kabbala (wenn es richtig gemacht wird, mit den richtigen Quellentexten) erweckt das Höhere Licht, das deinen Egoismus korrigiert, gemäß der Regel „Ich erschuf den Egoismus und erschuf die Tora zu seiner Korrektur, denn das Licht in Ihr bringt einen zur Quelle zurück“.

Wir entwickeln uns dementsprechend, wie unser egoistischer Wille in uns entwickelt ist. Wenn sich uns der Wunsch nach Korrektur enthüllt, dann beginnen wir zu spüren, dass alles in unserer Welt und was in ihr enthalten ist – auch der Glauben – falsch und leer ist. Die Menschen jedoch, die das noch nicht fühlen, sind mit ihrem Glauben zufrieden, sei es der Glaube an sich selbst, die Welt oder Gott.

Nur Du kannst bestimmen, welche Wünsche sich in Dir entfalten. Am Ende unserer Entwicklung müssen alle von uns das Bedürfnis haben, sich mit dem Schöpfer zu vereinen. Darum wird die Kabbala, die Methode, den Schöpfer zu enthüllen, immer populärer und notwendiger. Auch die Religionen beginnen, sich ihrer zu bedienen und sagen, dass die Kabbala ein Teil von ihnen ist. Dieses ist der Kabbala von Nutzen, denn es hilft den Menschen herauszufinden, dass der Schöpfer mit nichts anderem außer der Kabbala zu erreichen ist.

Verwandtes Material:
Blog-post: Welche Bücher sollte man zum Lernen der Kabbala lesen?
 
interessiert an der „Wissenschaft der Kabbala“  >    Kabbala Akademie
 

Geschichte ist die Entwirrung der Reshimot in uns

Michael LaitmanZwei Fragen, die ich über Evolution und Geschichte erhielt:

Frage: Wenn wir früher Affen waren, wer hat dann die Affen erschaffen? Ich bin mir nicht sicher, woran ich glauben soll – an die Evolution oder an die Religion?

Meine Antwort: Die Kabbala sagt, dass die Entwicklung in unserer Welt nicht durch natürliche Selektion geschieht, wobei Kräfte und Eigenschaften der „Stärksten“ ausgewählt werden, sondern vielmehr durch das stufenweise Hervortreten der Reshimot in uns. Reshimot sind Informationen über den Abstieg der Seele von oben nach unten – von der Welt der Unendlichkeit bis in unsere Welt. Diese informatorischen Daten formten sich in uns als ein Resultat des Abstiegs der Schöpfung von der Welt der Unendlichkeit hinab zu unserer Welt und folglich ist dies in uns als eine Datenspirale über jede Stufe des Abstiegs angelegt.

Heute fühlen wir (sowie alles was im Allgemeinen existiert) die Offenbarung dieser Daten (Reshimot) der Stufen in uns (von unten nach oben), und diese Daten müssen wir realisieren. Wir können die Reshimot auf zweierlei Weise realisieren: entweder über den Weg des Lichts oder über den Weg des Leidens. Der Weg des Lichts besteht im Studium der Kabbala, um über unsere zukünftigen Stufen zu lernen, und dabei ziehen wir das korrigierende Licht (Or Makif) an. Der Weg des Leidens realisiert sich dann, wenn wir die Struktur des Systems nicht studieren und das Höhere Licht nicht von der nächsten Stufe anziehen, sondern nur den Druck des folgenden Reshimo fühlen, welches danach verlangt, realisiert zu werden.

Folglich gibt es keine Evolution, sondern nur eine schrittweise Äußerung von Daten, welche bereits im Voraus bekannt sind. Alles, außer der Methode des Aufstiegs über die Stufen, ist vorzeitig bekannt, ob das nun bewusst (schnell und angenehm) oder gezwungenermaßen (langsam und schmerzhaft) geschieht. Es ist wie ein Filmstreifen, wo alle zukünftigen Rahmen bereits existieren und schrittweise vor dem Zuschauer erscheinen. Deshalb haben weder Darwin noch die Religion Recht.

Frage: Glauben Sie, dass die Geschichte sich wiederholen kann? Und denken sie, dass Menschen das Recht haben, ihre Methoden nach ihrem eigenen Namen zu benennen oder sollten sie diese anonym erklären?

Meine Antwort: Die Geschichte wiederholt sich nicht. Die Geschichte, welche sich vor unseren Augen entfaltet, sind Reshimot (informationelle Daten), die schrittweise zum Ausdruck kommen.
Bezüglich Ihrer zweiten Frage kümmere ich mich nicht darum, ob Leute das Recht haben etwas zu tun oder nicht. Ich kümmere mich nur darum, ob deren Methode eine Wissenschaft ist. Wenn diese keine Wissenschaft ist, welche gemäß dem Prinzip von „der Richter weiß nicht mehr als das, was seine Augen sehen“ auf Tatsachen beruht, dann ziehe ich diese nicht in Betracht. In unserer Zeit werden alle „Wissenschaften“ und „Methoden“ auf ihre Authentizität überprüft und in dem Ausmaß, in dem diese authentisch sind, werden sie ein Teil der Kabbala werden.

Heute ist diese Revolution unserem Bewusstsein noch nicht einleuchtend, da die Kabbala noch immer verhüllt ist. Doch wenn die Kabbala enthüllt wird, dann werden die Wissenschaftler über die Möglichkeit eines „reinen“ Experimentes überrascht sein, welches nicht vom egoistischen Verstand verdunkelt wird. Sie werden dann alles vernichten, was sich nicht auf eine klare Erreichbarkeit der ganzen Welt bezieht, gemäß einem Prinzip, das im Buch des Sohar erklärt wird: Ein Mensch kann nur das Material und dessen Form erreichen, jedoch nicht die abstrakte Form und die Essenz (siehe Artikel „Einführung zum Buch des Sohar“).
Wie eine Methode genannt werden sollte, ist überhaupt nicht wichtig. Wir benennen sie entweder nach unseren egoistischen Ansprüchen oder gemäß der Notwendigkeit von wissenschaftlichen Bezeichnungen und Definitionen.

Verwandtes Material:
Blog-post: Die Willensfreiheit liegt in der Beschleunigung
Blog-post: Schöpfung und Evolution
 3

Grundlagen der Kabbala – Einführungskurs

Am Montag den 29. Oktober 2008 beginnt ein neuer Einführungskurs in die Kabbala.

Kursbeschreibung

Wir bieten einen kostenlosen, interaktiven online-Kurs, der live unter Zuhilfenahme von Quelltexten und anderem Studienmaterial die Methode der authentischen Kabbala vorstellt. Die Unterrichte legen Schritt für Schritt die Bedeutung der Kabbala und deren korrekte Anwendung dar. Es ist eine Erfahrung, die Deine Wahrnehmung der Wirklichkeit verändern wird.

  • 24 Wochen lang vertieftes Studium auf angenehme und einfache Weise – angefangen bei den Grundlagen der Kabbala bis hin zum strukturellen Aufbau jener Kraft und der Gesetze, die unser Leben formen.
  • Wir werden uns mit den klassischen Fragen beschäftigen: Woher kommt Leid und wie können wir darauf Einfluss nehmen. Gibt es einen freien Willen?
  • Wir lernen wie man authentische Texte studiert.
  • Ein Kommunikations-Forum für den gegenseitigen Gedankenaustausch – hier können weitere Fragen zum Unterricht gestellt werden.
  • Forum für den direkten Austausch mit den Instruktoren, wo alle Fragen, die während des Studierens in dir auftauchen, beantwortet werden.
  • Kostenlose authentische Texte und unterstützende Bücher
  • Kostenloser Zugang zur Internet Community aller Kabbala Studenten der ganzen Welt.
  • Angebot versch. Kongress-Treffen mit Rav Dr. Laitman und Studenten aus der ganzen Welt.

Hier kannst Du Dich registrieren: Bnei Baruch Kabbala Lernzentrum

Die Weisheit der Kabbala kann man nicht mit Hilfe des einfachen Verstandes lernen


Ich erhielt zwei Fragen, ob es notwendig ist, vor dem Studieren der Kabbala die Tora zu kennen:

Frage: Ich habe die Kabbala von allen Seiten her untersucht: Wissenschaft, Religion, Glaube, Spiritualität usw. Sind Sie sicher, dass jemand der mit Ihnen Kabbala studiert und die Artikel von Baal HaSulam liest, in der Lage ist, sie richtig zu verstehen? Die Weisheit ist großartig und es gibt nichts Vergleichbares in der ganzen Welt. Sollte es wirklich so einfach erreichbar sein für jeden Menschen der dieses Material studieren will? Vielleicht verstehen diese Menschen nicht einmal, was sie da lesen.

Ich frage das, weil ich Studenten getroffen habe, die die Kabbala völlig unverständlich erklärt haben und die vorgefasste Vorstellungen haben, die schwer zu ändern sind. Sollten sie nicht zuerst über Abraham, Moses und die Geschichten der Bibel etwas lernen? Sollten sie nicht zuerst die einfache Bedeutung der Tora verstehen, bevor sie anfangen den spirituellen Teil der Tora zu studieren?

Meine Antwort: Ich brachte viele neue Studenten zu meinem Lehrer, Rabash. Sie waren unreligiös und wussten nichts über die Tora, dennoch akzeptierte er sie als seine Studenten. Rav Kook schrieb auch, dass das Studium der Kabbala keine vorangehende Vorbereitung erfordert. Es spielt keine Rolle, wie jemand das Material versteht, weil diese Weisheit nicht durch den einfachen Verstand zu erfassen ist, sondern durch die Anziehung des Höheren Lichtes, um in dem Studenten neue Eigenschaften zu enthüllen. Und in dem Grad, in dem der Student die Eigenschaften des Lichtes erwirbt, beginnt er, das Licht zu verstehen.

Auf der anderen Seite werden Menschen, die die Bedeutung dieser Weisheit mit ihren materiellen Eigenschaften „untersuchen“ nie in der Lage sein, irgendetwas zu verstehen! Die Weisheit der Kabbala unterscheidet sich von allen anderen Wissenschaften, denn in allen anderen Wissenschaften können wir die Welt mit unseren fünf Sinnesorganen untersuchen, aber in der Wissenschaft der Kabbala muss man erst den sechsten Sinn erwerben – Gleichheit mit dem Licht, und erst dann, in dem Grad der Gleichheit zum Licht, wird man in der Lage sein, es zu untersuchen.

Deswegen ist diese Weisheit praktischer, da wir sie in uns erreichen, nicht außerhalb von uns. Die Weisheit benutzend enthüllen wir die Höhere Welt, und erreichen sie von innen heraus, in einer tiefgründigen Weise. Dieses Erfassen verändert den Studenten, da alles nur in seinem Inneren passiert. Deswegen wird die Kabbala die Weisheit des Inneren oder die innere Tora genannt.

Frage: Wenn es unmöglich ist, die Tora ohne das Wissen der Kabbala zu verstehen, warum sagten dann die meisten früheren Kabbalisten, dass bevor man Kabbala studieren darf, man die Tora im Detail lernen muss?

Meine Antwort: Das ist so, weil die Periode vom 1. bis zum 16. Jh. (vom Fall des Zweiten Tempels bis zum Ari) eine Periode der Verbannung aus der Spiritualität war. Während dieser Zeit war es notwendig, darauf zu warten, dass jene Seelen, welche vom spirituellen Level abfielen, sich mit den Seelen vermischen, die niemals auf diesem Level waren. Zum Beispiel wurde Abraham lange vorher enthüllt, dass das Exil in Ägypten 400 Jahre dauern sollte. Genauso prophezeite Baal HaSulam was zu unserer Zeit passieren würde – dass es beginnend mit 1995 eine intensive, flächendeckende Verbreitung der Kabbala geben wird.

Verwandtes Material:
Blog-post: So lesen Sie die Tora richtig!
Blog-post: Verbessere Deine Lebensqualität
Mythen über Kabbala
Kabbala unserer Zeit
 

Widersprüche führen zu Verständnis


Fragen, die ich zu folgenden Themen erhielt: dem Gefühl der Leere, der Verbindung mit der virtuellen Gruppe, dem Umgang mit Widersprüchen, dem Unwillen zum Studium:

Frage: Warum fühlt man sich umso leerer, je mehr man verbreitet und sich anstrengt?

Meine Antwort: Das Gefühl der Leere taucht dann auf, wenn man die Wichtigkeit der Verbreitung nicht als eine Tat begreift, die vom Schöpfer geschätzt wird. Indem Sie verbreiten, bringen Sie die Welt näher zu Ihm. Jedoch fühlt Ihr ständig wachsender Egoismus die Wichtigkeit dieser Handlung nicht. Der Egoismus wächst besonders in denjenigen, die Kabbala studieren, um ihnen die Gelegenheit zu geben, ihn zu überwinden und sich so auf das Niveau des Schöpfers zu erheben.

Sie sollten das Gefühl der Leere schnell ersetzen und die Größe der Absicht und des Schöpfers empfangen, indem Sie sich mit Büchern auseinandersetzen und mit Freunden in Verbindung treten. Die Shamati-Artikel erklären das sehr detailliert.

Frage: Wie kann man sich spirituell entwickeln, ohne in physischem Kontakt mit einer Gruppe zu sein?

Meine Antwort: Wenn Sie den virtuellen Kontakt mit der Weltgruppe halten, sind Sie mit ihr verbunden. Außerdem können Sie physisch an den Kongressen teilnehmen, unser Zentrum in Israel besuchen und dort studieren.

Frage: Wie soll man sich mit den Widersprüchen in der Kabbala befassen? Einmal werden die Dinge so und am nächsten Tag andersherum erklärt!

Meine Antwort: Wenn Sie das richtige Verständnis bekommen, dann werden sich all diese „Widersprüche“ ergänzen und zu einem Ganzen verbinden. Die Widersprüche führen zum richtigen Verstehen, weil sie ein Zeichen Ihrer Unvollkommenheit sind.

Frage: Es gibt Tage, an denen ich wirklich Kabbala studieren will und es gibt Tage, an denen ich an Kabbala überhaupt nicht denken und stattdessen weltliche Sachen machen will, die mich anziehen. Heißt das, dass ich den Punkt im Herzen noch nicht habe?

Meine Antwort: Während dieser Tage haben Sie die Gelegenheit, sich unabhängig durch Ihre eigenen Anstrengungen und nicht durch den Wunsch von oben, weiterzuentwickeln.

Verwandtes Material:
Ausgewählte Zitate von Baal HaSulam: Richtlinien zum Erreichen der Einheit
Blog-Post: Nur der Einfluss des Höheren Lichtes kann dir die Wichtigkeit der Gruppe geben
Blog-Post: Die Moralischen Normen eines Kabbalisten