Kabbala und der Sinn des Lebens - Michael Laitmans persönlicher Blog

Beiträge in der Kategorie 'Streben'

Der Mensch auf der letzten Stufe der Entwicklung

Frage: Wie wird der Mensch in der letzten Stufe seiner Entwicklung aussehen?

Meine Antwort: So, wie ich es sehe, wird er sich selbst einschränken, um die Natur nur in dem notwendigen Maße zu nutzen und wird keinerlei Mangel spüren, wobei seine ganze Sehnsucht sich auf das Wohlergehen von anderen richtet. Er wird nur soviel nutzen, wie es für eine körperliche Existenz notwendig ist, nur um sein Streben für das Wohlbefinden von anderen zu verwirklichen.

Währenddessen wird der Körper nur das bekommen, was gut, lebenswichtig und am nützlichsten ist, um gesund zu sein. Hinsichtlich der Sehnsucht nach anderen und dem Kontakt mit ihnen, wird es einem Menschen ermöglicht, das integrale System der völligen gegenseitigen Abhängigkeit für sich selbst zu enthüllen. Dabei wird er zur inneren Dimension der Natur gelangen, ihrer inneren Kraft, die vollkommen und ewig ist.

Aus dem 4. Teil des Täglichen Kabbala Unterrichtes, 1.05.2011, „Frieden in der Welt“

Das Maß von Sehnsucht und Streben

Schriften von Baal HaSulam, Brief 19: Die Seele ist das Maß des Strebens und der Sehnsucht….

Frage: Das Konzept der Menge der Sehnsucht und des Strebens kann einigermaßen verstanden werden, doch was ist die richtige Qualität?

Meine Antwort: Die Menge und die Qualtität eines jeden werden abhängig von der Wurzel seiner Seele und seiner Mission subjektiv bestimmt. Ähnlich wie in unserer Welt gibt es allerlei Arten von Zuständen, die wir an Höhe und Charakter mit dem Grad des Leidens oder der Freude eines Menschen messen können, der Stärke der Empfindung und dem Anteil ihres Eindrucks auf ihn.

Baal HaSulam gibt nur drei Beispiele, um sie zu berechnen. Obwohl wir viel mehr unterscheiden, läuft es am Ende auf diese drei hinaus: „an diesem Ort, zu dieser Zeit, in dieser Frau“ (diese Konzepte werden in der Unterrichtlektion erklärt).

Aus dem 1. Teil des Täglichen Kabbala Unterrichtes, 1.05.2011, Schriften von Baal HaSulam

Aus dem Abstieg heraus den Aufstieg erkennen

Weltweiter WE! Kongress, New Jersey, Lektion 8

Wir müssen verstehen, dass „der Gerechte tausendmal fallen und sich wieder aufrichten wird“. Es ist unmöglich, ohne Abstiege auszukommen, denn in ihnen erlangen wir das Verlangen, das Streben nach der Spiritualität.

Je mehr wir während des Abstieges arbeiten, um möglichst schnell aus ihm herauszukommen, je mehr wir versuchen, durch die eigene Kraft aufzusteigen, desto mehr reduzieren wir die Anzahl von Auf- und Abstiegen. Ich füge alles zu einem Auf- und Abstieg zusammen.

Und noch ein Hinweis: wir müssen versuchen, aus dem Abstieg heraus den Aufstieg zu erkennen. Wir dürfen jedoch nicht vergessen, dass als Abstieg ein Zustand bezeichnet wird, in dem wir das höhere Licht immer noch wahrnehmen, denn unter dieser Ebene befindet sich der Zustand der völligen Bewusstlosigkeit.

Deshalb müssen wir uns während des Abstiegs auf irgendeine Weise vorstellen, wie der Aufstieg sein wird, was ich in ihm erlangen werde, wie ich mich selbst, die Gruppe, den Schöpfer – jene Kraft, die sich zwischen uns enthüllen wird – sehen werde. Es gibt kein Licht ohne Verlangen/Gefäß/Kli. Ich muss immer die Kraft des Schöpfers, die Kraft des Gebens sehen, die sich zwischen uns, in unserem gemeinsamen spirituellen Gefäß, in der Verbindung zwischen uns enthüllt.

Und deshalb spüre ich während des Abstieges, wie zuwider mir die Vereinigung ist, wie wenig ich sie will, wie entgegengesetzt ich ihr bin, wie wenig ich die Freunde, die Gruppe, und mich selbst in ihr schätze, – aus diesem Zustand heraus muss ich mir die Spiritualität vorstellen. Denn Spiritualität bedeutet nicht, in den Wolken zu schweben. Spiritualität bedeutet, dass ich die Kraft der Vereinigung zwischen uns ergründe, und in ihrem Inneren die spirituelle Welt, das gegenseitige Geben, die Erhebung über der egoistischen Materie. Und auf diese Weise komme ich voran.

Auszug aus der 8. Lektion des WE! Kongresses in New Jersey, 03.04.2011

Was bedeutet der spirituelle Mangel?

Frage: Was bedeutet der spirituelle Mangel?

Meine Antwort: Der spirituelle Mangel ist eine Empfindung in meinem Inneren, dass es mir am Streben zum Nächsten, zum Schöpfer mangelt, eine Empfindung dessen, wie wenig ich noch mit jenem inneren System verbunden bin, welches ich mir als unser gemeinsames Verlangen, das vereinte Herz, „ein Mensch mit einem Herzen“ vorstelle.

Es quält mich, wie weit ich noch von diesem Zustand und von der Enthüllung in diesem gemeinsamen Zustand, Herzen – dem Schöpfer – entfernt bin. Genau darum müssen sich alle meine Leiden umkehren. Und ich muss ständig versuchen, mich selbst zu prüfen, wie sehr ich danach strebe und mich danach sehne, es möglichst schnell zu erreichen.

Es ist klar, dass die Umgebung mir dabei helfen soll. Dort muss die Atmosphäre der allgemeinen spirituellen Suche herrschen, wenn wir uns alle für dieses Ziel einfach abmühen. Und das hat nichts damit zu tun, was mit uns im normalen Leben in unserer Welt geschieht. Das ist ein sehr tiefes inneres Bestreben und die innere Prüfung des Menschen und der Gruppe.

Auszug aus dem Unterricht nach einem Artikel von Rabash, 28.04.2011

Enthülle, Korrigiere, Erfülle!

Es gibt nur zwei Elemente in der Realität: den Schöpfer und das Geschöpf.

Am Ende fühlt das Geschöpf den Reichtum, den der Schöpfer ihm gibt. Und wenn das Geschöpf sich ändert, geschieht das, weil der Schöpfer es ändert, sei es zum Guten oder zum Schlechten, in allerlei unterschiedlichen Formen, was von subjektiven Empfindungen abhängig ist.

Wir geben den Einwirkungen des Schöpfers auf das Geschöpf, abhängig davon was uns enthüllt wird, unterschiedliche Namen: “Gericht” und “Gnade”, “gut” und “böse”. So oder so gehen die Definitionen nicht über gut und böse hinaus, denn sie sind durch unser Verlangen dazu bestimmt Genuss zu empfangen.

Es gibt schlichtweg viele Arten von Gut und Böse, denn das Verlangen nach Genuss besteht aus verschiedenen Stufen. Das Licht hat mit seinem Einfluss verschiedene Formen darin eingeprägt. Daher unterscheiden wir drei Arten des Einflusses vom Schöpfer:

* das Licht, das die Gefäße enthüllt;
* das Licht, das die Gefäße korrigiert;
* das Licht, das die Gefäße erfüllt.

Das ist die Regel: Enthüllung, Korrektur, Erfüllung.
Dieser Prozess besteht aus vielen Stufen, die zu jedem Verlangen und Gruppen von Verlangen gehören, welche ineinander fließen. Sie alle werden gemäß ihres Levels von Awiut (Grobheit) in Tiefe und Stärke unterschieden, und ihre Vermischung erweckt in uns Tausende und Abertausende von Reaktionen.

Zum Beispiel ist ein Teil meines Verlangens in einem Zustand der Enthüllung, ein anderer Teil geht durch die Korrektur und ein dritter Teil kann schon erfüllt sein. Die Wechselbeziehungen der Verlangen sind so verschieden und verändern sich so sehr, dass wir eine unzählige Menge von Reaktionen und Empfindungen erleben. Sie formen das Bild der Welt, in der wir existieren.

Letztendlich nehmen wir nur die Manifestationen der Kraft der Verlangen wahr, das in unserer Wahrnehmung in viele Teile zerbrochen ist. Normalerweise können wir die Verlangen, ihre Gruppen und Kombinationen und besonders die Zustände, die wir erleben, nicht kontrollieren. Deshalb müssen wir in unserem Voranschreiten nur die größte Nähe zum Schöpfer anstreben, der Eigenschaft der Liebe und des Gebens; in Richtung Einheit.

Wir erwecken durch dieses Streben das Licht, seine Stärke und seine Manifestation. Wenn es uns erreicht, gehen wir in unseren Verlangen durch die Zustände der Enthüllung, der Korrektur und der Erfüllung.

Aus dem 1. Teil des Täglichen Kabbala Unterrichtes, 1.03.2011, Schriften von Rabash

In der neutralen Zone

Frage: Was bedeutet es, dass das Licht den Zustand bei einem bestimmt? Spielt der Verstand darin auch eine Rolle?

Meine Antwort: Nein, tut er nicht. Wenn das Licht meinen Zustand bestimmt, benötige ich nicht den irdischen Verstand, denn er hat nichts hinzuzufügen. Ich brauche spirituelle Bestimmungen, die aus den Empfindungen meiner Verlangen und dem Höheren Licht kommen. Ich muss sie fühlen, oder mindestens ihnen näher kommen, um in die neutrale Zone zwischen dem Willen zu genießen und dem Willen zu Geben eintreten.

Ich kann 1) in meinem egoistischen Verlangen, 2) auf neutralem Gebiet, nach dem Heraustreten aus meinem Verlangen und im Streben nach Spiritualität 3) in der spirituellen Absicht sein.

Wenn ich in der neutralen Zone bin, verstehe ich noch nicht, was mit mir geschieht und handle nur für das Ziel. Dann wirkt das Licht auf mich ein und ich gehe durch verschiedene Zustände, ohne dass mir diese bewusst sind. Wie ein Baby nicht erzählen kann, was mit ihm geschieht, so kann ich auch nicht erzählen, was geschieht. Es ist vollständig bestrebt zu wachsen und mit diesem Bestreben erweckt es das Licht, die Kraft des Wachstums und der Entwicklung. Wir sind genauso.

Aus dem 2. Teil des Täglichen Kabbala Unterrichtes, 28.02.2011, Der Sohar

Der Lichtführer des Schöpfers

Unterricht №1, in Moskau, 14.01.2011
Frage: Was bedeutet „die Leiden und die Freuden des Freundes zu teilen“? Und wie sollen wir dazu kommen?

Meine Antwort: Die Freuden mit den Freunden zu teilen bedeutet, sich auf die gemeinsame Erreichung der spirituellen Ziele, auf unserem gemeinsamen Weg zu freuen, wenn ich im meinen Inneren ihr Streben zum Ziel empfinde, wenn ich mich und mein Streben zum Ziel gar nicht empfinde, sondern spüre, wie ich mit ihnen gemeinsam nach einem gemeinsamen Ziel trachte.

Denn mein „Ich“ verschwindet, es löst sich in anderen auf. Dadurch erreiche ich unter anderem auch die Unestreblichkeit.

Das „Ich“ eines Menschen existiert nicht. Es existiert nur als Lichtführer des Schöpfers für allen anderen. Deswegen verschwinden unsere „Ichs“. Stattdessen entsteht ein Ganzes, multipliziert mit der Anzahl der „Ichs“, welche es früher gab.

Auszug aus einem Unterricht über das Buch Sohar, „Das Vorwort“, 14.01.2011

Der zweifache Boden des Internets

Frage: Sie sagten mal, dass das Böse sich innerhalb der Beziehung zwischen Freunden offenbart. Doch wenn der Mensch alleine studiert, durch das Internet, und er keine gemeinsame Arbeit mit den Anderen macht, wie offenbart er das Böse?

Meine Antwort: Ich sehe, dass die Menschen ins Facebook gehen, oder in andere soziale Netzwerke, und einfach leben innerhalb dieser Netzwerke. Dort ist Leidenschaft, Liebe, die Menschen verheiraten sich sogar, wenn sich danach rausstellt, daß es tasächlich Mann und Frau sind 🙂  .

Obwohl dieses Netzwerk voller Lügen und Schmutz ist, sollte es respektiert werden. Vor langer Zeit gingen wir mit Rabash an einem Stadion vorbei, er sagte: „Dieser Platz sollte respektiert werden, er bringt den Menschen Freude!“.
Das gleiche ist es mit dem Internet. Mit seinem Müll, welchen es beinhaltet, verbindet es die Menschen. Es provoziert sie, zwingt sie, das Böse aus sich heraus zu lassen, das sich tief in ihrem Inneren verbirgt, die Eifersucht, der Hass, die Wollust, das Streben nach Ruhm, die Lügen. Was gibt es dort nicht alles… Doch dadurch realisieren wir eine große Anzahl an Reshimot (Informationsgenen).

Die ganze Menschheit befindet sich dort, und alle lügen ständig, möchten einander überlisten, wetten miteinander und schieben aufeinander alles ab. Habt ihr eine Ahnung, was es für eine Arbeit mit dem Ego ist?! Auf welchem Feld hättest du sie zusammen führen können?.. Auf welchem Platz?..

Und so, mit der Hilfe der virtuellen Verbindung, realisieren die Menschen ihre Reshimot, und im Bewusstsein der Natur ihres Ego´s schreiten sie voran.
Warum können wir, die das Verlagen nach der Offenbarung des Schöpfers/der Eigenschaft des Gebens besitzen, unsere spirituellen Reshimot nicht richtig durch die virtuelle Verbindung realisieren? Ich bin überzeugt, dass das gesamte Internet sich nur dafür entwickelt hat. Die Zeit der Beschleunigung des Endweges ist gekommen, und wie in anderen Dingen, haben die Menschen aus ihrem Bedürfnis heraus solch eine Verbindung entwickelt.

Deswegen sollen wir zwischen uns so ein soziales Netzwerk organisieren, damit jeder Freund, unabhängig davon, ob er in einer physischen Gruppe ist oder nicht, in der Lage ist, alle zu fühlen und ständig verbunden mit uns zu sein, in gemeinsamen Ideen, gemeinsamen Bemühungen, Arbeit, dem Studium und dem Umgang miteinander.
Auszug des Unterrichtes nach dem Artikel, „Charakter der Wissenschaft der Kabbala“, 20.01.2011

Der schöpferische Gedanke

Auszug aus der Lektion №2, in Moskau

Das Geschöpf ist ein Wunsch. Der Schöpfer, das Licht, hat den Wunsch, Kli – „für sich“ geschaffen.

Entsprechend Seinem Wunsch Genuss zu bereiten, auszufüllen, die Empfindung des Guten, der Wärme, des Wohls hervorzurufen, hat Er im Geschöpf das Bedürfnis zu diesen Eigenschaften geschaffen, die sich folglich darin zeigen sollen.

Und damit dieser Wunsch nicht automatisch entsteht, damit er zurechtkommt, sich gleich dem Licht ausrichtet, und sich als existierend empfindet, entwickelte sich die Vernunft. Somit ist die Vernunft ein Erzeugnis, und deshalb ist sie – die Hauptcharakteristik des Menschen: „Was wünschst du?“ Es handelt sich nicht um den natürlichen Wunsch, sondern darum, was ich mir mittels der Vernunft unter dem guten Zustand vorstelle.

Die Differenz zwischen dem Erwünschten und dem Vorhandenen stellt den Vektor unserer beliebigen Handlungen dar. Nach diesem Kriterium – nach der Richtung seiner Handlungen, Streben, Erwartungen wird der Mensch eben bewertet.

Unsere Handlungen verwirklichen sich nicht von alleine, sondern unter dem Einfluss der umgebenden Gesellschaft. Der folgende beste Zustand kann willkürlich sein, und wir wählen ihn unter dem Einfluss der Umgebung. Somit wird die Gesellschaft uns und unsere Zukunft bilden.

Und deshalb ist dem Menschen die Vernunft, sowie die Empfindung des Mangels gegeben. Jetzt kann er sich mit Hilfe der umgebenden Gesellschaft zum folgenden Zustand ausrichten, den er selbst ausgewählt hat.

Uns charakterisiert der Vektor der Bestrebungen und seine Größe. Deshalb richten wir niemals über den Menschen in seinem jetzigen Zustand – denn dieser wird im Menschen von oben hervorgerufen. Vielmehr bewerten wir den Menschen nach seiner Handlung, die er bezüglich der Umgebung begeht, um in sich die bestimmte Richtung der Gedanken, der Wünsche zu irgendeinem neuen Zustand hervorzurufen.

Deshalb sollen wir um uns herum eine solche Umgebung erschaffen, die uns den zukünftigen Zustand, wonach wir streben, klar bestimmen wird. Im Einklang mit diesem zukünftigen Bild, das in unserer Einbildung gezeichnet wird, bewerten wir uns und die Gruppe im voraus.

Der Mensch und die Gruppe, werden nur nach dem Vektor bewertet: wohin sie sich und mit welcher Kraft ausrichten. Wenn die Gruppe sich irgendwie kontrollieren möchte, wenn der Mensch verstehen möchte, welche Richtung er gewählt hat, dann soll er immer vor sich das nächste erwartete Bild sehen.

Man muss sich nur darauf konzentrieren, darin leben. Dann wird unsere Vorwärtsbewegung schnell sein, und die Gedanken und Reschimot, die in uns entstehen, werden die unverzügliche Verkörperung bekommen.

Und deshalb ist das Wichtigste – im Gedanken zu arbeiten, sich klar und deutlich die folgenden Zustände vorzustellen. Der Gedanke schafft, baut unsere Zukunft. Er begründet unsere Handlung und wandelt sie in die Realität um.

Auszug aus einem Unterricht über Artikel aus dem Buch „Schamati“, 17.01.2011

Die Offenbarung beantwortet alle Fragen!

Frage: Es steht geschrieben, dass wir jeden Tag auf die Rettung des Schöpfers warten sollen. Aber, wie sollte ich die Schärfe der Empfindung bewahren, damit ich ständig auf der Schwelle der Offenbarung bleiben kann, um dieses nicht zu verlieren?
Meine Antwort: Du solltest die Empfindung der Erwartung für dich sehr angenehm gestalten! Über die angenehme Dinge ist der Mensch immer bereit nach zu denken. Und wenn du müde bist darüber nach zu denken, das heißt ist es dir unangenehm.
Wir sind alle aus dem Verlagen zu Genießen geschaffen, und wenn wir den Genuss verspüren, dann streben wir danach, und wenn nicht, dann möchten wir es loswerden. Aus diesem Grund, sollen wir unsere Gedanken so lenken, dass die Offenbarung des Schöpfers und der spirituellen Welt uns angenehm und süss erscheinen. Dann kann ich es nicht mehr vergessen!
Ich muss mich ständig selbst überzeugen, dass es mich erfüllt und mir alles, notwendige bringt: Es stillt alle meine Verlagen – den Hunger, den Durst, die Müdigkeit! Die spirituelle Offenbarung beantwortet alle Fragen! Deswegen vergesse ich es nicht und werde danach immer verlangen. Dieser Gedanke wird mich immer verfolgen auf dem Hintergrund von allem anderen.

Doch wenn für mich der Gedanke über die Spiritualität eine schwere Verpflichtung ist, dann wird es mich selbstverständlich sehr viel Kraft kosten. Doch das ist keine Arbeit, es sollte ein Genuss sein, wie „der Balsam für meine Seele“.
Du hast doch in Wirklichkeit noch nie die Liebe zu den Kameraden empfunden, wie eine süsse spirituelle Erfüllung. Es war für dich einfach angenehm, mit ihnen die Zeit zu verbringen. Doch stell dir vor, es führt dich zu einer höheren, unbeschreiblichen, angenehmen und erfüllten Empfindung. Du hast so etwas früher noch nie erlebt, es ist ein unbeschreibbares Gefühl der Ruhe, wie in stillen, zärtlichen Wassern, dann beginnst du danach zu streben.
Natürlich ist es noch ein egoistisches Streben, „Lo Lishma“, und du eine angenehme Empfindung suchst – aber es wird dir helfen in diesem Gedanken zu bleiben. Gleichzeitig fängst du an, zwischen der Wahrheit und den Lügen zu unterscheiden, so schreitest du voran.

Auszug aus einem Unerricht über einen Brief von Baal HaSulam, 10.12.2010