Kabbala und der Sinn des Lebens - Michael Laitmans persönlicher Blog

Beiträge in der Kategorie 'Stiche'

Wir sind bereits zu Hause!

Frage: Was bedeutet Freude in der Arbeit?

Meine Antwort: Mir werden ständig Hindernisse, Stiche, nebensächliche Gedanken geschickt – und ich bleibe in Freude darüber, dass ich sie erhalte! Denn dadurch studiere ich die ganze Zeit mich selbst mit Hilfe des Schöpfers, des Lichts, welches alle diese Empfindungen in mir erweckt. Es scheint mich mal in den eine, mal in den anderen Punkt zu stechen – durch irgendeinen Gedanken, irgendein Verlangen, irgendeine Haltung, und zeigt mir auf diese Weise, dass nicht alles in mir in Ordnung ist.

Frage: Doch wie können wir mit „verdientem Lohn nah Hause“, zu unserer Quelle zurückkehren, wenn wir nicht wissen, wohin wir gehen sollen? Ein Schiff orientiert sich im Meer nach den Sternen, ein Auto auf der Straße nach den Verkehrszeichen, doch in der spirituellen Welt gibt es keine Verkehrszeichen, wie können wir also den Weg dorthin finden?

Meine Antwort: In dem Augenblick, in dem du das richtige Verlangen in dir vorbereitet hast, wirst du plötzlich spüren, dass du dich bereits am richtigen Ort befindest! Plötzlich eröffnet sich, dass du nirgendwohin fahren musst… Ein entsprechendes Verlangen – und schon enthüllst du, dass du bereits zu Hause bist!

Auszug aus dem Unterricht nach einem Brief von Rabash, 06.05.2011

Du willst aufsteigen? – Bitte den Eseltreiber!

Frage: Was müssen wir machen, damit der Sohar in die Tiefe des Herzens eindringt, in die Wünsche und in die Gedanken?

Meine Antwort: Das Herz öffnen. Mehr braucht man nicht. Die Hauptsache ist: Man darf sich weder beruhigen noch verzweifeln, Anstregungen unternehmen, gerade dann wenn es am schwierigsten ist.

Der Artikel „Eseltreiber“ (Das Buch Sohar. Das Vorwort) erklärt eben, dass wenn du gehst und dein „Esel“ (hebr. „Esel“/“Chamor“ – vom Wort „Chomer“/Material, das Verlangen zu genießen) seine Last nicht mehr tragen kann, dir ein „Eseltreiber“ zugeschickt wird, der deinem Esel hilft, wieder aufzustehenen.

Natürlich sticht dieser Eseltreiber den „Esel“ mit einem gespitzten Stock, und das ist unangenehm, aber du schreitest fort. Deshalb, wenn du mit einem solchen Eseltreiber einverstanden bist, wirst du ihn bekommen. Aber du muss diese „Stiche“ erbitten…

Frage: Ich kann vielleicht um etwas angenehmes bitten. Aber wie kann ich um die „Stiche“ des „Eseltreibers“ bitten?

Meine Antwort: Wenn ich mich mit meinem Ego nicht identifiziere und mich von ihm befreien möchte, denke ich gerade das Gegenteil: Je mehr „Stiche“ es bekommt, umso weiter kann ich mich von ihm entfernen, fliehen, mich über ihm erheben.

Diese „Stiche“ verletzen nicht mich, sondern mein Ego. Und wenn ich mich von ihm abtrenne, abspalte, wenn wir durch einen Abstand getrennt sind, spüre ich diesen „Stich“, der ihn trifft nicht an mir. Denn dieser „Stich“ kommt nur, damit ich mich von meinem Ego verabschiede. Dann empfinde ich diese Stöße nicht als etwas, das gegen mich gerichtet ist. Sie kränken meinen Pharao und ich steige inzwischen auf.

Auszug aus einem Unterricht über das Buch Sohar. Das Vorwort, 09.01.2011