Kabbala und der Sinn des Lebens - Michael Laitmans persönlicher Blog

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Lass das Herz zum Schöpfer klopfen

Frage: Wie kann ich an die Korrektur denken, die uns das Buch Sohar bringt, wenn ich negative Emotionen, so wie Hass, empfinde?

Meine Antwort: Das Gebet ist das, was das Herz fühlt. Wenn es jetzt mit Hass erfüllt ist, ist das mein Gebet: „Ich will ihn zunichte machen“.

Um die Kraft, die sich im Buch Sohar, in dem gemeinsamen Lesen des Buches,verbirgt korrekt anwenden zu können, muss ich zuerst mein Herz darauf vorbereiten. So das mein Herz dasselbe wie der Schöpfer wünscht.

In der Tat der Schöpfer antwortet auf jedes Gebet, auf jeden Wunsch unseres Herzens. Deshalb ist unsere Welt so schlecht!

Aber, anderseits, es steht doch geschrieben, dass er nur auf das Gebet antwortet, das durch die „Tore der Träne“ kommt. Antwortet er nun wirklich auf jedes Gebet, sei es die flüchtige Laune eines Kindes oder üble Machenschaften eines Bösewichtes?

Ja, sagen die Kabbalisten, die das System unserer Beziehungen mit dem Schöpfer entdeckt haben. Ein Dieb, der eine Beute gefunden hat oder ein Räuber, der einen Verbrechen geplant hat, und bereit zu töten ist, sie wollen auch ihr Ziel erreichen und ihr Gebet wird auch angenommen. Denn es geht um das Verlangen von Malchut der Welt Azilut. Und alles was sich unterhalb von ihr befindet, einschließlich unserer Welt, gehört zu ihr.

Warum sagen wir dann, das ein Verlangen erhebt sich manchmal zur Welt Azilut, aber manchmal auch nicht? Es liegt daran, dass zwei Arten von Wünsche existieren:

– Manche sind in die gleiche Richtung gerichtet, wie der Willen des Schöpfers. Da vereinigen sie sich mit dem höheren Verlangen und werden wie eine Fülle von Oben wahrgenommen.

– Die anderen entsprechen nicht dem Willen des Schöpfers. Sie rufen auch eine Antwort von oben, wie die positive Wünschen, aber werden von den negativen Verlangen negativ wahrgenommen, wie eine negative Reaktion.

Sie korrigiert den Menschen, indem sie ihn durch den langen und schwierigen Weg der Leiden führt, statt den kurzen und leichten Weg, wenn seine Wünsche und die Wünsche des Schöpfers miteinander übereinstimmen.

Deshalb sollen wir uns auf das richtige Gebet vorbereiten. Und mit diesem Gebet sich zum Sohar wenden. Denn der Mensch kann nicht auf dem Unterricht ohne jegliche Wünsche anwesend sein.

So oder so er will etwas und wenn sein Verlangen, vorher vorbereitet wurde und in die richtige Richtung gerichtet, dann, beim Lesen vom Sohar schreitet er schnell und leicht voran. 

Und außerdem müssen wir daran denken, dass wir uns in der Gruppe befinden und mit ihrer Hilfe, unseres Gebets verstärken. Also wenn die Gedanken des Menschen nicht zum Ziel gerichtet sind, befindet er sich in einer Konfrontation mit der Gruppe und empfindet noch stärker die scheinbar negative Reaktion von oben.

Also, unsere ganze Arbeit besteht in der Vorbereitung auf den Unterricht, im Lesen vom Sohar und anderen kabbalistischen Bücher. Und wenn wir uns schon im Unterricht befinden, ist es schwierig etwas zu ändern. Denn das Herz des Menschen ist schon auf irgendwelche Wünsche eingestimmt.

Deshalb ist es äußerst wichtig mit welchen Gedanken ich schlafen gehe, wie bereite ich mich auf den Unterricht morgen. Diese Minuten spielen eine entscheidende Rolle. Man muss auch die physische Vorbereitung nicht vergessen, damit der Körper nicht im Schlaf versinkt.

Rabasch schreibt in seinem Artikel 36 aus Dargot HaSulam: Es steht geschrieben: „Das Gebet Hörender“. Warum das Gebet im Singular? Hört der Schöpfer nicht alle Gebete? Es handelt sich darum, dass wir nur ein Gebet hochheben sollen: um die Schechina aus dem Staub zu erheben.

Ein Gebet um die Schechina aus dem Staub zu erheben bedeutet ein Verlangen den Schöpfer bzw. die Eigenschaft des Gebens und der Liebe zum Nächsten in mir, zu offenbaren, zu wollen, sich darin dem Schöpfer anzugleichen. Und wenn wir alle unsere Kräfte nur auf eines richten, klopfen wir an die Tore, die sich unbedingt öffnen werden.

Aus einem Sohar-Unterricht. Das Vorwort, 7.12.2010

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Zwei Geschöpfe im Menschen – der Mensch und die lebendige Seele

Aus dem Artikel vom Baal HaSulam „Freiheit des Willens“ (die Mitschrift)

Der irdische Staub. Am Anfang wurde der Mensch anhand der vier Arten des Verlangens zu empfangen geschaffen: anhand des unbelebten, pflanzlichen, tierischen und sprechenden Verlangens. Und darin ist er allen Teilen der Schöpfung, sowie dem „irdischen Staub“ gleich. Die Kraft oder „das Verlagen zu empfangen“ kleidet sich in die Objekte ein und besteht darin, wodurch diese zu den Wunschobjekten werden.

Und die Handlung des Empfangens heißt: „das Leben“. Vor dem Entstehen der menschlichen Arten des Genusses, die den Menschen von den übrigen Geschöpfen unterscheiden, wird er als leblos und tot bezeichnet, weil es in seinem Wunsch, keinen Raum für das Empfangen des Lebens gibt.

Die Seele. „Und Er hat in seine Nasenlöcher die lebendige Seele eingeatmet“, der Mensch bekommt also „eine Form des Empfangens“, die dem Menschen eigen ist. Das Wort „Seele“ stammt vom Wort „Atem“- hat eingeatmet, gegeben, hineingelegt (das Passiv).

Das Leben. „Er hat in seine Nasenlöcher eingeatmet“ – d.h. hat in den Menschen Seine Seele, die Gesamtheit der Formen hineingelegt, die des Aufenthalts im „Verlangen zu empfangen würdig sind“. Dann findet die Kraft oder „das Verlangen zu empfangen“ der besonderen Wünsche einen Raum, um sich in die neuen Formen des Empfangens (um des Gebens Willen) einzukleiden und darin zu bestehen. Und diese Handlung heißt „das Leben“.

Die lebendige Seele. Deshalb steht geschrieben: „Und der Mensch wurde zur lebendigen Seele“, weil „das Verlangen zu empfangen“ in den neuen Formen des Empfangens (mit der Absicht des Gebens) in Aktion getreten ist, und darin das Leben offenbart wurde, weil der Mensch die lebendige Seele bekam.

Der Tote. Und früher, obwohl er die Kraft „des Verlangens zu empfangen“ besaß, galt er nur als der tote, leblose Körper, weil es in seinem Inneren keine neuen Formen, keinen Raum für die Handlung gab. Und obwohl „das Verlangen zu empfangen“ die Grundlage des Menschen bildet, gilt dieses Verlangen jedoch als die Hälfte des Ganzen, da es sich in eine beliebige passende Realität einkleiden soll, um mit der neu gefundenen Form ein Ganzes zu bilden. Anderenfalls wird es nicht mal einen Augenblick lang existieren.

Die Mitte des Lebens. Wenn die Selbstsucht des Menschen, in der Übereinstimmung mit seiner genetischen Aufzeichnung (Reschimo), ihre volle Entwicklung erreicht, dann empfindet der Mensch „den Wunsch zu empfangen“ in seiner ganzen Fülle, d.h. er wünscht sich Reichtum, Ehre, und alles, was es sieht. Ein solcher Zustand heißt „die Mitte des Lebens“. Und danach fängt der Rückgang, das Sterben an, sein Ego erlischt allmählich, und mit ihm gehen die Bildern der Wunschobjekte verloren, die er einst empfangen wollte. Er verzichtet auf viele Genüsse, von denen er in der Jugend träumte. Die materiellen Werte verlieren an Bedeutsamkeit.

Der Tod. Und im Alter, wenn über ihm schon der Schatten des Todes schwebt, tritt die Zeit ein, die er sich nicht wünschte, weil „sein Verlangen zu empfangen“, sein Ego erloschen und verschwunden ist. Es bleibt nichts, außer dem kleinen, für das Auge unmerklichen Fünkchens übrig, das noch in einige Wunschobjekte eingekleidet ist und den Menschen in seinem tierischen Leben festhält. Aber es gibt keinen Wunsch und keine Hoffnung mehr zu empfangen.

Der Grund des Todes. Wir sehen, dass „das Verlangen zu empfangen“ und „das Bild des erwünschten Genusses“ das einheitliche Ganze darstellen. Bei diesen zwei Komponenten sind ihre Erscheinungsformen, die Größe und die Zeit der Existenz gleich. Der Unterschied zwischen der Absage „infolge der Sättigung“ und der Absage „infolge des Erlöschens des Wunsches“ besteht darin, dass infolge der Übersättigung der Mensch kein Bedauern an der Genussunterbrechung empfindet.

Die Absage infolge der Verzweiflung wird dagegen vom Bedauern und von den Schmerzen begleitet, und heißt deshalb „der teilweise Tod“. Aber der Grund der Absage (warum der Mensch stirbt!) liegt nicht in der Übersättigung, sondern in der Verzweiflung. Das Ego verringert sich und empfindet seine Schwäche und seinen Tod, wobei die Verzweiflung stärker empfunden wird und der Mensch auf die Hoffnungen der Jugend verzichtet.

Diagnose: vollkommenes Zerbrechen

Frage: Wenn unsere gesamte Arbeit darin besteht, den Ort des Zerbrechens zu enthüllen, was fehlt uns dann, um dies zu tun?

Meine Antwort: Du willst dieses Zerbrechen einfach nicht enthüllen! Wozu sollst du auch deinen Neid und deinen Hass enthüllen wollen – es ist viel einfacher und ruhiger, gleichgültig zu bleiben.

Der Mensch spürt, dass die Freunde, die „Nächsten“, quasi nicht existieren. Kabbala definiert den „Nächsten“ als einen Menschen, den ich außerhalb von mir wahrnehme. Ich weiß, dass bei einer richtigen Wahrnehmung der Realität alle in meinem Inneren sein müssen – doch ich empfinde sie außerhalb von mir, weit entfernt und verhasst. Und ich bekomme es mit der Angst zu tun: hasse ich Teile meiner eigenen Seele wirklich so sehr?! Genau das bedeutet, die Kraft des Zerbrechens zu empfinden.

Ich weiß, dass es ein Trugbild ist und will meine verzerrte Sicht korrigieren!

Versuch zu sehen, dass alle Freunde zu dir gehören. Die ganze Welt erkennt bereits ihre Geschlossenheit und gegenseitige Abhängigkeit. Wir kommen zu dieser Erkenntnis jedoch nicht von außen, wegen der fehlenden Wahl, wie das die ganze Welt tut, durch Schläge, welche die Verbindung der Menschen miteinander demonstrieren. Wir gehen durch das Innere und enthüllen auf diese Weise allmählich, dass wir alle zu einem Ganzen gehören und zu einem gemeinsamen System verbunden sind.

Und während ich das alles weiß, schaue ich um mich herum und sehe Menschen, die mir fremd sind! Ich spüre nicht, woran sie denken, was sie wollen! Mehr noch: sie sind mir ganz und gar egal, und ich bin nicht in der Lage, sie alle in meinem Blickfeld zu behalten, geschweige denn in meinem Empfindungsfeld… Keinen von ihnen!

Das heißt, ich begreife, dass es das vollkommene Zerbrechen ist – ich bin an einer furchtbaren Krankheit erkrankt! Denn ich sehe, dass ich vollkommen die Empfindsamkeit verloren habe, die Fähigkeit, alle diese Teile, die mir gehören müssen, wahrzunehmen. Ich zerfalle in Einzelteile wie ein toter Körper. Denn Tod bedeutet, dass die Lebenskraft aus dem Körper gewichen ist und er anfängt, zu Staub zu zerfallen. Ich fühle mich so, als ob meine Arme und Beine sich von mir lösen würden. Das versetzt mich in Schrecken.

All das kann ich durch die Wahrnehmungsorgane sehen und spüren, die sich in mir infolge des Kabbala-Studiums entwickeln und die in Zukunft zu meinen Eigenschaften der Liebe und des Gebens werden sollen.

Die Liebe fängt jedoch damit an, dass wir Hass den Anderen gegenüber in uns enthüllen und beginnen, ihn zu hassen. Und nun enthülle ich diesen Hass – meine Unfähigkeit, den Anderen zu spüren, weil er mir gleichgültig ist. Und es ist sogar noch schlimmer: ich bewerte meinen Erfolg durch ihren Misserfolg. Je schlechter es ihnen geht, desto besser geht es mir. Was für eine verzerrte und verlogene Wahrnehmung, was für eine Blindheit, dass ich so über die Anderen denke!

Rabash führt ein Beispiel mit einem Menschen an, der plötzlich erfährt, dass das Nachbarskind, das ihn genervt hat, in Wirklichkeit sein Sohn ist.

Dieses Bild kann jedoch korrigiert werden, wenn du versuchst, zu sehen, wie alle in der Gruppe gemeinsam danach streben, diese Verzerrung zu korrigieren.

Auszug aus dem Unterricht über den Artikel „Das Wesen der Wissenschaft Kabbala“, 13.02.2011

Sich selbst wiederbeleben

Eine Frage, die ich erhielt: Warum hat der Schöpfer es nicht gleich so gemacht, dass wir alle Anderen wie eigene Körperorgane wahrnehmen?

Meine Antwort: Du musst aber gerade aus der Gegensätzlichkeit heraus die Form des Gebens enthüllen: aus dem Hass, dem Empfangen, dem Ausnutzen des Nächsten heraus Liebe und Einheit erreichen.

Stell dir vor, du würdest plötzlich erfahren, dass dein schlimmster Feind, den du früher in den Staub treten und durch alle möglichen Hinrichtungsarten vernichten wolltest, in Wirklichkeit dein Sohn ist, von dem du nichts gewusst hast – wie in einem Film.

Du verstehst es noch nicht. Versuche aber, in die Gruppe einzutreten und dir vorzustellen, dass du dich in das gemeinsame Verlangen einfügst. Schaue nicht auf die Gesichter, schaue auf das Verlangen, welches bei allen gleich ist, dringe tiefer hinein.

Und dann wirst du durch dieses Verlangen spüren, dass du von besonderen Seelen umgeben bist und nur du derjenige bist, der sie von der Seite anschaut. Versuche, dich in sie hineinzufügen und dich vollkommen zu annullieren.

Durch diesen Selbstverzicht beginnst du zu leben! Bleibe immer in diesem Gedanken, damit er dich nie verlässt – triff eine Entscheidung, dass du von nun an auf diese Weise die Welt sehen willst.

Versuche, in dieser Empfindung bis zum morgigen Tag durchzuhalten – sie immer wieder zu erneuern und dieses Bild zurückzuholen. Dann wirst du während des nächsten Unterrichts bereit sein, es zum Leben zu erwecken!

Du wirst dir vorstellen können, was in diesen Verlangen, die miteinander verbunden sind, geschieht: wie die Parzufim AB und SaG wirken und wovon Rabbi Schimon den Freunden erzählt – es geht allein um dieses Verlangen und um die Verbindung zwischen seinen Teilen.

Reine und unreine, korrigierte und noch nicht korrigierte Verlangen – alles befindet sich in einem System, welches du jetzt enthüllst. Und du willst das Leben, die Lebenskraft, dich selbst in diesem System enthüllen und begreifen, wie alles funktioniert. Genau davon erzählen alle kabbalistischen Bücher, und du willst, dass es enthüllt wird.

Wenn die Verbindung zwischen allen Teilen des Verlangens und die Harmonie, in welcher sie miteinander arbeiten, enthüllt werden, wird eben diese praktische Enthüllung der richtigen, funktionierenden Verbindung als Enthüllung des Schöpfers bezeichnet werden. Und dann wird der Schöpfer, diese Verbindung, sich immer mehr enthüllen – das bedeutet den Aufstieg  entlang der Stufen der Welten zu einer immer größeren Enthüllung des Schöpfers.

Denn der Schöpfer (Bo-Re) heißt auch so: „komme und siehe“, wie das System im gegenseitigen Geben funktioniert, wie das Licht innerhalb der Verlangen/Kelim wirkt.

Aus einem Unterricht über den Artikel „Eine Dienerin, die zur Erbin ihrer Herrin wird“, 13.12.2010

Am Ende des letzten Exils

Der Sohar, Abschnitt „Wajikra“, Punkt 80: Als er zu ihr kam, sah er, dass sie im Staub lag. Wer sah die Pracht der Königin zu dieser Zeit, und die Bitte des Königs an sie? Schließlich hielt der König sie in seinen Armen, hob sie auf und brachte sie zu seinem Palast. Und er schwor ihr, dass er sich nie wieder von ihr trennen werde und nie mehr fern von ihr sein werde.

Jedes Mal kommt ein immer größeres Zerbrechen, ein immer realeres Exil. Das letzte Exil ist überhaupt nicht zu vergleichen mit dem vorangegangenen.

Denn der Unterschied zwischen ihnen besteht in der Enthüllung des Bösen, in der Enthüllung der Dicke des egoistischen Verlangens (Awiut) auf der Stufe Alef (Ego-1), Bet (Ego-2), Gimel (Ego-3) und Dalet (Ego-4).

Während des letzten Exils hat sich das Ego-4 enthüllt, und alle vorangegangenen Exile waren lediglich Vorbereitungen dazu. Denn gerade das Ego-4 muss korrigiert werden.

Alle anderen Exile und Stufen des Egos existieren nicht für sich allein, wie auch die unbelebte, pflanzliche und tierische Stufen nur dazu da sind, damit die menschliche Art, das Ego-4, entsteht.

Genauso kann sich auch die vierte Stufe der Entwicklung des Verlangens, Malchut, ohne die Stufen 0, 1, 2, 3 nicht enthüllen. Doch gerade Malchut der Stufe 4 ist das Ziel, in ihr werden alle Korrekturen vollzogen.

Daher ist dieses letzte Exil auch so besonders, es entspricht der Stufe „Mensch“ in dem Verlangen zu genießen.

Gerade hier enthüllen sich Bedürfnisse, Bestreben, Verlangen und Ziele des Schöpfers hinsichtlich aller Geschöpfe, einschließlich der Stufen 0, 1, 2, 3, – das, was Er von ihnen will.

Genauso teilt sich auch dieses letzte, vierte, Exil seinerseits in Unterstufen auf: die unbelebte, pflanzliche, tierische und menschliche.

Es hat vor fast 2000 Jahren begonnen, doch erst jetzt treten wir in das vierte, menschliche, Stadium des vierten Exils ein, wenn der Mangel an Erfüllung sich auf der Stufe des Menschen offenbart, was die Ausbreitung von Depressionen, den Familienzerfall, die Erziehungskrise, sprich alles, was sich auf die Stufe „Mensch“ bezieht, bedeutet.

Das Hauptproblem ist nicht mehr der Hunger (die tierische Stufe), sondern gerade die inneren Probleme, auf der menschlichen Stufe, welche es in den vorangegangenen Zuständen nicht gab.

Deshalb hat der König die Königin für lange Zeit in die Ferne verbannt. Damit aber die Möglichkeit gegeben ist, sich aus einem solchen Abstieg zu erheben, und damit dies zur Verbindung mit Ihm führt, erscheint Er selbst im zerbrochenen Zustand und enthüllt ihn nach und nach. Die Königin liegt im Staub, und der König muss sich ihr gerade in einem solchen Zustand enthüllen.

Aus dem Sohar-Unterricht vom 16.05.201

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Nicht der Körper ist ewig, sondern die Seele!

Eine Frage, die ich erhielt: Spielt es eine Rolle, wie ein Mensch beerdigt wird?

Meine Antwort:1. Die Kabbala beschäftigt sich nur mit der Korrektur der Seele. 

Wenn der Mensch in die kabbalistische Gruppe kommt und beginnt, an sich zu arbeiten, um sich mit den Freunden zu verbinden, um die Bürgschaft zu erreichen, dann enthüllt er das Begreifen des Hasses in sich sowie die Abstoßung von den anderen. Gerade diese Abtrennung von den Freunden, die er empfindet, ist jene egoistische Eigenschaft, die er zur Eigenschaft der Liebe korrigieren soll. 

Es ist nur mittels des Lichtes möglich, das auf ihn während seines Studiums der kabbalistischen Quellen einwirkt (Baal HaSulam, Rabasch).

Angefangen mit den korrigierten Beziehungen zum Nächsten bis zur Nächstenliebe, kann man die Seele des Menschen insofern korrigieren, dass sie sich mit dem Licht des Gebens und der Liebe – mit dem Schöpfer anfüllt.                    

2. Der menschliche Körper hat keine Heiligkeit. Diese Beziehung zu unserem tierischen Körper ist von den Religionen bewirkt, die hauptsächlich auf der Verhüllung des Schöpfers basieren und gerade deshalb die Seele nicht empfinden oder unseren tierischen Körper für die Seele halten. Und deshalb scheint es dem Menschen so zu sein, dass es im Körper etwas gibt, da er außer seinem Körper nichts empfindet oder wahrnimmt. Im Altertum wurden die Nahrung, die Sachen, die Frauen und die Sklaven zusammen mit dem Körper des gestorbenen Mannes begraben – um ihn zu begleiten und ihm in seinem zukünftigen Leben im selben Körper zu helfen. Deshalb wurde der Körper balsamiert. Die Indianer Amerikas nehmen die Knochen der Vorfahren aus dem Grab heraus, waschen sie und legen sie wieder zurück, als ein Zeichen des großen Respekts.Die Hindus wählen ein Kleinkind aus und machen aus ihm den Heiligen.

Inwiefern im Christentum die Reliquien populär sind – muss man gar nicht erwähnen! Bis zum heutigem Tag werden die Streits über die Reliquien geführt. Die Beerdigung wird von einem Bund allerlei Rituale begleitet. Und sie alle sind auf der Unwissenheit und der Anbetung des Staubs gegründet. Die Moslems glauben, dass es auch in der zukünftigen Welt dieselben Vergnügen geben wird, die in unserer Welt vorhanden sind.

Der Judaismus hat auch mit den Jahren des Fallens aus der Empfindung der Spiritualität, des Schöpfers begonnen (im Exil, im Galut) – die Gräber zu achten und beschäftigt sich mit dem Wahrsagen und „den geistigen“ Manipulationen, bedeckt sich mit allerlei äußerlichen Ritualen, Formen der Kleidung, versucht den Tempel zu bauen.

Obwohl es allen klar ist, dass mit seinem heutigen geistigen Niveau der Tempel nichts mehr als der gewöhnliche Bau wird. Die Schlussfolgerung: in unserer Welt (in den Gedanken, Gefühlen, Taten, Gegenständen, Bräuchen) gibt es keine Heiligkeit (keine Ewigkeit, Vollkommenheit oder Göttlichkeit). Unsere ganze Welt beinhaltet drei Niveaus der Natur: unbelebtes, pflanzliches, tierisches. Das Niveau „der Mensch“ – das vom Wort „Adam“ kommt, d.h. „Dome“, ähnlich dem Schöpfer – muss man durch die Korrekturarbeit erreichen, indem man den gegenseitigen Hass in die gegenseitige Liebe umwandelt. Dadurch werden wir dem Schöpfer ähnlich, und werden gerade in dieser Eigenschaft, unabhängig von unserem tierischen Körper, die Ewigkeit und die Vollkommenheit wie der Schöpfer empfinden. Baal HaSulam: „Mir ist vollkommen egal, wo man den Sack mit meinen Knochen vergraben wird!“

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Der Schleier über der Zukunft

Der Sohar, Kapitel Chayei Sarah (Das Leben Sarahs),“ Punkt 203: Wenn ein Mensch bestimmt ist, für seine Taten Rechenschaft abzulegen, bevor er die Welt verlässt, ist dieser Tag ein Tag der Abrechnung, wenn der Körper und die Seele Bericht erstatten. Danach entfernt sich die Seele vom Körper und trennt sich von ihm, und der Körper, welcher aus Staub geschaffen wurde, kehrt zu Staub zurück und alles kehrt zum Platz zurück, von welchem es genommen wurde. Und bis zu der Zeit, wenn der Schöpfer die Toten wiederbelebt, wird alles vor ihr verborgen sein.

Das gleiche gilt für unseren spirituellen Fortschritt, wir wissen nicht was die obere Stufe ist, oder was unsere nächste Stufe bildet. Auch heute weis niemand, was die nächste Minute unserm Leben bringt. Wir können versuchen, vorauszusagen, aber es wird nicht helfen. Niemand kann die Zukunft ergreifen. Die nächste Stufe ist immer verschlossen und wird entweder durch den Weg des Leidens (Beito, in der Zeit) enthüllt oder durch den Pfad der Güte (Ahishena, beschleunigte Zeit).

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Weltweiter Kabbala Kongress vom 7. bis 9. Mai 2010–>

Die Krise ist die Enthüllung unserer zerbrochenen Verbindungen

Wir befinden uns in einer ganz besonderen Phase, die sich zum ersten Mal in der Menschheitsgeschichte vollzieht. Heute werden der menschliche Egoismus und die Verbindung zwischen uns global enthüllt. Das zeigt uns, wie abhängig wir voneinander sind, wie das Verlangen zu empfangen den gesamten „Raum“ zwischen uns ausfüllt und uns in allen Lebensbereichen in die Krise führt: in Kultur, Wirtschaft, Erziehung, Wissenschaft, im Familienleben und in unserer Einstellung zu uns selbst und anderen.

Alle Verbindungen, die uns zu einem einzigen System von Seelen vereinen, werden uns in ihrer egoistischen Form enthüllt, die für den Gebrauch untauglich sind und uns Leiden verursachen. Das geschieht, um die gesamte Menschheit zu zwingen, sich auf die nächste Stufe zu erheben – die spirituelle Stufe. Aus Hoffnungslosigkeit werden die Menschen danach verlangen, ihre egoistischen Beziehungen zu altruistischen zu ändern. Daher enthüllt uns die Natur, dass die egoistische Verbindung zwischen uns böse ist, dass sie unser Leben zerstört und sogar unsere Existenz gefährdet.

Jetzt wird die spirituelle Stufe in unserer Welt enthüllt. Jedoch sehen wir sie von der entgegengesetzten Seite. Was uns fehlt, ist unsere Erkenntnis des Bösen, um das Licht anzuziehen, das unser egoistisches Verlangen zu einem Verlangen des Gebens an den Nächsten korrigieren wird. Damit das geschieht, müssen wir herausfinden, dass wir uns im Exil befinden. Die Schechina befindet sich im Exil – die Sammlung aller Seelen, in welcher der Schöpfer, die Höhere Kraft, die uns miteinander verbindet, enthüllt wird. Wir müssen die Schechina aus dem Staub erheben, damit sich unsere Verlangen zu einem einzigen gemeinsamen Verlangen vereinen, als ein Mensch mit einem Herzen. Das wird die Enthüllung der Schechina und ihr Auszug aus dem Exil genannt.