Kabbala und der Sinn des Lebens - Michael Laitmans persönlicher Blog

Beiträge in der Kategorie 'spirituellen Weg'

Der Lichtstrahl, der uns erhebt


Eine Frage, die ich erhielt: Was ist das Licht, das uns erneuert und uns angeblich erheben soll?

Meine Antwort: Es ist eine Kraft, die als Folge deiner Studien und deines Verlangens kommt. Es gibt einen sehr dünnen Lichtstrahl, der dich zu beeinflussen beginnt, wenn du in ihn „hinein gehst“. Du und dein Verlangen wirken in der gesamten Sphäre, aber du musst diesen dünnen Strahl finden, indem du dich zum spirituellen Ziel hin bewegst. Dieses Licht beginnt dich dann zu beeinflussen und bringt dich zu seinem Ursprung zurück.

Das Licht kommt aus diesem Ursprung und wenn du dich genau auf dieses Licht ausrichtest, wirst du unter seinen Einfluss kommen. Es beginnt, auf dich zu scheinen und dich entlang seinem Strahl zum Ziel zu ziehen.

Was hat das mit dem Lesen des Sohar und der Denkweise von der Einheit der Seelen zu tun? Dieser Strahl schlägt direkt in der Quelle der Einheit seine Wurzeln – in der kollektiven Seele vor ihrem Zerbruch, wo alle Seelen zu einer Einheit verbunden sind, in Malchut der Welt der Unendlichkeit. Aus diesem Grund ist es so wichtig für dich, dem Verlangen, unter den Einfluss des erneuernden Lichtes zu kommen, zu folgen und zu spüren, dass du vollkommen von ihm abhängig bist.

Zudem musst du diesen Strahl selbst finden. Er ist deutlich von Oben nach unten gerichtet, von der Welt der Unendlichkeit, der Wurzel deiner Seele. Er erstreckt sich über alle Welten und reicht bis in diese Welt, wo er dich „berührt“. Er scheint von Oben jedoch nur von einem bestimmten Punkt aus in diese Welt und du kommst zu diesem Punkt, wenn du die richtige Absicht hast. Nur wenn du diesen Punkt findest, wirst du den dünnen Lichtstrahl von Oben sehen und dann wird deine Seele entlang des Strahls zu seiner Wurzel emporsteigen.

Du musst dich ändern, um diesen Punkt zu entdecken. In der Zwischenzeit ist das Licht überall um dich herum, aber du kannst es nicht sehen. Du wirst es erst sehen, wenn du einen Weg hinein findest; darin liegt die Herausforderung.

Kunst und Wissenschaft des spirituellen Heilens


Kabbala Bücher sind fast wie medizinische Bücher. Ein Arzt kann einem kranken Patienten keine Gesundheit geben. Er kann dem Patienten nur Ratschläge geben, was dieser tun muss, um heil und gesund zu werden.

Genau das tun die Kabbalisten für uns. Es ist nicht in ihrer Absicht, uns Bilder von der spirituellen Welt zu zeigen oder einfach zu beschreiben, was dort geschieht. Sie schrieben ihre Texte, um uns zu helfen, der Eigenschaft des Gebens gleich zu werden, die beschrieben werden. Indem wir ihre Bücher verwenden, fangen wir an, uns selbst mit diesen Handlungen zu identifizieren und sind dann fähig, unsere Eigenschaften, Verlangen und Absichten in solch einer Weise zu „entwickeln“, sodass wir uns der Spiritualität, dem Schöpfer, angleichen.

Ein Kabbala Buch wurde nicht geschrieben, um studiert zu werden oder uns Wissen und Weisheit zu verleihen. Wenn das dein Bestreben ist, dann wirst du nichts Spirituelles sehen oder erlangen. Im Gegenteil, es wird dich nur noch weiter von dem Ergebnis, das du anstrebst, entfernen – dich zu verändern und ein „Bürger“ der Höheren Welt zu werden.

Wenn ein kranker Patient ein medizinisches Buch liest, hält er nicht Ausschau nach irgendetwas anderem als einem Rat, wie er geheilt werden kann. Das sollte unser Bestreben sein, wenn wir Kabbala Bücher studieren. Andernfalls studieren wir, um Wissen zu bekommen und dann werden die gleichen Bücher zu einem „Todestrank“, anstatt zu einem „Lebenselixier“.

Zum Kabbalalernzentrum–>

Kabbala-Bücher sind für jedermann

Eine Frage, die ich erhielt: Für wen schrieben die Kabbalisten ihre Bücher?

Meine Antwort: Baal HaSulam schreibt in der „Einführung für das Studium der Zehn Sefirot“ (Abschnitt 155), dass Kabbalisten jedermann dazu verpflichteten, diese Bücher zu lesen, denn wenn sie gelesen werden, begeben sich jene, die sie lesen, unter deren korrigierenden Einfluss. Das geschieht selbst dann, wenn der Inhalt und deren Bedeutung nicht verstanden werden.

Folglich sind Kabbala-Bücher für beide bestimmt, jene, die den Weg beschreiten wollen, um Spiritualität zu enthüllen, und jene, die bereits die spirituelle Welt enthüllt haben. Jene, die voranschreiten wollen, benutzen diese Bücher als ein Mittel zur Korrektur (Segula), und jene, die bereits das Spirituelle enthüllt haben, benutzen sie als Anleitung auf ihrem Weg.

Die große Mehrzahl der Kabbalisten schrieben ihre Bücher nicht für Anfänger, sondern für jene, die bereits Spiritualität erlangt haben. Nur einige wenige, besondere Seelen (Baal HaSulam, Ramchal) verwendeten große Anstrengungen darauf, Bücher zu schreiben, die ein besonderes Licht ausstrahlen, speziell für jene, die danach streben, Spiritualität zu erlangen.

Habe keine Angst, Fehler zu machen


Wenn ein Mensch korrekt Fortschritte macht, dann ist er auf dem spirituellen Weg nicht voller Zuversicht oder Selbstvertrauen. Er glaubt nicht überheblich, dass er alles weiß, was mit ihm oder seinem Leben geschehen soll, sondern stattdessen vertraut er dem Einen, der ihn lenkt und alle Geschehnisse hervorbringt. Er weiß, dass er sich nur mit dem Einen verbinden muss, der lenkt und gibt, dem Oberen Herrscher. Das ist der Schlüssel, um korrekt voranzukommen.

Wenn hingegen ein Mensch von sich selbst überzeugt und stolz ist, und der Ansicht ist, dass er alles weiß, dann wird er überhaupt nicht verstehen, dass er auf dem Weg der Engstirnigkeit ist und dass er nicht davon gekostet hat, was Spiritualität in Wirklichkeit ist.

Sie sollten sich nicht schämen, Ihre Fehler einzugestehen. Der wahre Weg ist, wenn Sie ihre Fehler offenbaren und sie korrigieren, nur um noch mehr Fehler zu entdecken, und so weiter.

Zum Kabbalalernzentrum–>