Kabbala und der Sinn des Lebens - Michael Laitmans persönlicher Blog

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Können wir uns das Vergnügen des Höheren vorstellen?

Kommentar: Bitte beschreiben Sie die Freude, die wir auf dem Weg des Lichts erfahren.

Meine Antwort: Sie müssen verstehen, dass ich das nicht beschreiben kann. Wie kann ich eine Freude beschreiben, die ein Mensch noch nie gefühlt hat und nicht verstehen kann?

Womit kann sie verglichen werden? Wir können nur etwas vergleichen, das wir erlebt haben, und ihm dann eine gewisse Ähnlichkeit zuschreiben, anders ist es nicht möglich. Wir können kein spirituelles Vergnügen, keinen Abstieg oder irgendetwas auf dem spirituellen Weg wahrnehmen, außer aus den Erzählungen anderer. Das ist der Grund, warum die Weisheit der Kabbala sie nur in physischen Begriffen beschreibt.

Die Empfindung, die sich aus dem ergibt, was einem Menschen in der Spiritualität widerfährt, wird erst dann wahrgenommen, wenn er selbst diesen Weg tatsächlich umsetzt. Erst dann versteht er, was die Kabbalisten sagen.

Wenn man jeden Artikel von Rabash oder Baal HaSulam, den man vor ein oder zwei Jahren gelesen hat, noch einmal liest, wird man feststellen, dass man jetzt alles ganz anders wahrnimmt. Das bedeutet, dass neue Eigenschaften, neue Kräfte und neue Empfindungen in Menschen auftauchen. So funktioniert das System. Das ist der Grund, warum die spirituelle Welt als verborgene Welt bezeichnet wird, denn sie offenbart sich nur demjenigen, der sie fühlen kann. Dieser Mensch beginnt, neue Gefühle und neue Sinne zu empfinden, was von den anderen nicht vernommen wird, und daran kann man nichts ändern.

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Aus KabTV „Grundlagen der Kabbala“ 14.07.2019

Die Namen auf der spirituellen Karte: unbekannt und anziehend

Eine Frage, die ich erhielt: Wie kann eine Erzählung über die unbekannten Objekte der spirituellen Wirklichkeit uns zu ihr näher bringen?

Meine Antwort: Das ist uns im Moment nicht so wichtig, warum die Kabbalisten, diesen Objekten gerade solchen Namen gegeben haben. Theoretisch können wir das verstehen, aber das ändert nichts an dem Wesen.

Zum Beispiel, der Name von Parzuf ISHSUT sagt mir nichts. Ja, ich weiß, dass dies eine Abkürzung von den Worten Israel, Saba und Tvuna ist, na und? Ihre Bedeutung bleibt mir doch auch unbekannt.

Die sieben unteren Sefirot von Bina, sagen mir die Kabbalisten, ist das Verlangen, das Licht Chochma zu empfangen. Aber ich habe dieses Verlangen nicht, ich weiß nicht, was das Licht Chochma ist.

Deshalb studieren wir die Aufbau der spirituellen Welt nur um ein bisschen die Beziehungen zwischen Geben und Empfangen, zwischen verschiedenen spirituellen Eigenschaften, sich vorstellen zu können.

Wenn wir über diese nicht verfügen, können wir sie weder verstehen, noch messen. Und doch, wenn wir darüber lesen, beginnen wir die unbekannten Stufen des Gebens mehr zu schätzen.

In ihren drei ersten Sefirot ist Bina völlig frei und keinen Einflüssen unterzogen. Sie kann sich völlig frei entleeren und sich gleichzeitig als erfüllt empfinden.

Diese Eigenschaft weist uns auf Keter, Gebenden, der auch nichts braucht und sich über allen Korrekturen befindet, hin.

Das Studium hilft uns allmählich sich mit den Eindrücken von diesen Eigenschaften zu inspirieren. Das Hauptziel des Studiums ist Segula, das Anziehen des Lichtes. Und doch sollen wir uns in den Elementen des spirituellen Systems ein bisschen auskennen. Das vermittelt uns eine besondere Einstellung, mehr Achtung ihr gegenüber.

Wir hätten auch ein Buch ohne jeglichen Kommentare lesen können, ohne sie sogar im Rahmen der irdischen Vernunft zu verstehen. Auch darin liegt ein großes Potential, was das Anziehen des Lichtes, das zur Quelle zurückbringt, angeht.

In der „Einführung zu der Lehre der Zehn Sefirot“, P. 155, schreibt Baal HaSulam, dass alles davon abhängt, inwiefern strebt der Mensch danach, die spirituelle Welt zu erkennen.

Aber woher kann ich dieses Streben bekommen? Um nicht auf der Oberfläche von kabbalistischen Texten zu bleiben, muss ich mich irgendwie an das Thema „anhaken“, sich annähern.

Dann bekommt mein Studium die richtige Form: Ich halte mich an den Faden der Erzählung und studiere nicht um des Wissens willen, sondern um mein Streben, meinen Antrieb zur spirituellen Eigenschaften zu festigen.

Deshalb müssen wir doch das allgemeine Schema der spirituellen Vorgänge kennen. Wie eine Karte von einem unbekannten Kontinent, die uns immer wieder auf den Weg ruft.
Aus dem Sohar-Unterricht. Vorwort, 30.11.2010