Kabbala und der Sinn des Lebens - Michael Laitmans persönlicher Blog

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Ich will die Wahrheit!

Bemerkung: Sie spielen mit der Freundschaft und der Liebe wie Kinder in der Sandkiste, d.h. das was ihr nicht fühlen könnt….

Antwort: Dies ist nicht unsere Erfindung. Das schreiben die Kabbalisten – Menschen, die das Spirituelle bereits erfasst haben und uns erklären, dass es keinen anderen Weg gibt.

Wenn ich einen halben Schritt in Richtung zum Ziel mache ist es für mich ein großer Erfolg. Ich kann mir nicht vorstellen, wo ich mich im Bezug zum Schöpfer befinde und daher ist ein halber Schritt für mich sehr wichtig. Ich möchte mein nutzloses materielles (tierisches) Leben den Erkenntnissen des Schöpfers widmen.

Wenn du nicht willst, dann nicht. Was bleibt dir sonst noch in diesem Leben?

Bemerkung: Das ist alles ein Spiel, ich will die Wahrheit…

Antwort:  Die Wahrheit erhältst du dann, wenn du entsprechende Empfindungen für das Spirituelle hast. In der Zwischenzeit musst du wie ein Kind spielen. Wir bewegen uns gemäß der Natur. Ein Kind gewinnt, an Erfahrungen bis es im Geist, im Herz und in seinen Sinnen, zur Reife gelangt. Für uns ist das eine ernste Arbeit. Es dauert 20 Jahre bis das Kind erwachsen wird und etwas im Leben zu verstehen beginnt. Bei uns ist es genauso, es kann 20 Jahre dauern. In der Tat ist alles ein Spiel, aber ein Spiel mit klarer Absicht.

Kinder verstehen nicht, dass sie spielen, da sie alles selbstverständlich aus der Natur nehmen. Wir begreifen, dass wir spielen müssen und deshalb schaffen wir uns die richtige Umgebung. Wir spielen darin, um uns auf die Stufe eines Erwachsenen, das heißt eines Kabbalisten, erheben zu können.

Aus dem Fernsehprogramm „Die letzte Generation“ 22.03.2018

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Proteste als Mittel zur Manipulation der Welt

Meinung: (H. Misgav, PhD, College of Law, Netanya): Die Massen folgen den Anarchisten, die die Verhaftung von Terroristen verhindern, und den Sängern, die dreifache Ticketpreise für ihre Konzerte verlangen. Die Absichten lassen sich klar erkennen – die gewählte Regierung soll geschützt werden.

Dies ist kein echter Protest, da er von Demagogie und Hass geprägt ist. Dieser Protest ist nicht gut aufgrund der Art, wie er zustande kam, und wegen des ultimativen Ziels, das sich dahinter versteckt. Die Organisationen, die hinter den harmlosen Namen stehen, und Geldquellen, die nie transparent waren, finanzieren diesen Protest.

Das Wesen der Massenproteste liegt in der Verbreitung des unbegründeten Hasses, wobei das Ziel die Zerstörung der bestehenden Ordnung und die Erschaffung einer anarchistischen Welt ist, welche auf den ersten Blick eher radikal und liberal zu sein scheint.

Mein Kommentar: Früher, während der Konfrontation zwischen Amerika und der Sowjetunion, war Israel für Amerika notwendig und hat natürlich davon profitiert. Doch später, mit dem Ende der Konfrontation, hat sich diese Notwendigkeit erübrigt. Israel ist überflüssig und zum Stolperstein bei der Gründung eines Bundes zwischen den USA und der gesamten arabischen Welt, angeführt von Saudi-Arabien, geworden. Nach dem neuen Plan der Vereinigten Staaten müssen die Beziehungen mit dem radikalen Islam gepflegt werden – auf diese Weise können sie weiterhin ihre Interessen im globalen politischen Spiel wahren.

Die Naturgesetze werden jedoch nicht von Politikern festgelegt, und dadurch, dass Amerika seine Hilfe für Israel einstellt, fügt es sich selbst als Großmacht Schaden zu, denn es widersetzt sich den Gesetzen der menschlichen Entwicklung in Richtung hin zu einer einheitlichen, integralen Gemeinschaft.

Das Spiel, das den ganzen Verstand und das Herz erfordert

Frage: Wenn ich weiß, dass ich das ewige Glück suche, welches in der Eigenschaft des Gebens eingeschlossen ist, aber diese Eigenschaft noch nicht fühle – wie soll dann meine künstliche Bitte sein?

Meine Antwort: Wir sollen mehr über jene Eigenschaften sprechen, über welche wir noch nicht verfügen. Wir spielen aber, wie die Kinder es tun, als ob wir die Eigenschaft des Gebens schon besitzen würden.

Das Kind hält sein Spiel für die ernsteste und wichtigste Sache der Welt, nur spielend kann es wachsen. Aber ich spiele und weiß, dass es weder echt, noch ernsthaft ist! Darin besteht das ganze Problem. Wenn ich dieses Spiel mit meinem ganzen Verstand und mit dem brennenden Herzen angehen würde, dann bekäme ich davon mehr Nutzen. Es funktioniert aber trotzdem. Das Licht wirkt auf mich ein und ich verändere mich mit seiner Hilfe.

Das Wichtigste ist, dieses Spiel auf jeden Fall fortzusetzen. Wie geschrieben steht: „Egal was geschehen wird, verlass mich nicht“, so wirst du vorankommen können. Das Licht wird jedes Mal auf dich stärker und noch stärker einwirken. Wenn du schlecht spielst, dann kann es Jahre dauern, bis die Veränderungen eintreten. Aber im Endeffekt wirst du beginnen, in dir diese Umwandlung zu bemerken, die Eigenschaft des Gebens zu schätzen und mit ihr voranschreiten.

Auszug aus dem Unterricht nach dem Artikel von Rabasch, 26.10.2011

 

Kabbala Akademie

 

Die flüchtigen Gedanken quer durch „Shamati“ – Was bedeutet der Satz „mein Freund hat sich verhüllt“ in der spirituellen Arbeit

Was ist mit dem Satz „Mein Freund hat sich verhüllt“ gemeint? Manchmal fühle ich, dass die angenehme, schöne Empfindung, das Verständnis der Erfüllung sich entfremden und verschwinden. Diese Stufen der Entfernung heißen „Nekudot“ / „Punkte“.

Es gibt „Taamim„, „die Geschmäcker“, die beim Eingang des Lichtes empfunden werden, und es gibt „Nekudot“ / „Punkte“, die Eindrücke vom Ausgang des Lichtes. Gerade aus „Nekudot“ entstehen die neuen Gefäße/Verlangen. Wir studieren es in „der Einführung in die Wissenschaft der Kabbala“ und im „Talmud der Zehn Sefirot“.

In diesem allmählichen Verschwinden des Lichtes muss man die Erschaffung der neuen Gefäße/Verlangen, einen Flirt, ein Spiel sehen. Solche Entfernung, die Empfindung, des dich verlassenen Lichtes ist eben eine Einladung, es zu verfolgen, es sich zu wünschen, um auch in der kommenden Finsternis mit dem Licht verschmolzen zu sein.

Auf diese spielerische Art baut der Schöpfer in uns die Beziehung zu Ihm, welche von unserem Verlangen zu genießen unabhängig ist. Er verhüllt sich, aber ich bin trotzdem bereit Ihm zu folgen. Er verblasst und ich will dennoch in dieser Finsternis bleiben. Das heißt diese Spiele sind nicht auf mich, sondern auf mein Verlangen zu genießen, auf mein Ego gerichtet. Und ich will mich über dem Ego mit dem Schöpfer verbinden, und das trotz der Finsternis, die in meinem Ego empfunden wird.

Es gibt also mein Ego, und mich über dem Ego. Mir gegenüber befindet sich das Licht. Und ich bin dazu bereit, dass mein Ego die Finsternis, die Leere empfindet.

Ich muss folgende Erkenntnis erlangen: trotz der negativen Empfindung, der Abwesenheit jeder Füllung in meinem Ego, will ich gerade in solchen Situationen mit dem Licht verbunden sein. Es bedeutet, dass ich mich „über dem Verstand“, im Geben befinde. Deshalb baut die Entfernung des Lichtes in mir das Verlangen zum Spirituellen.

Auszug aus der 6. Lekion des Kongresses in Toronto, 18.09.2011

Flüchtige Gedanken quer durch „Schamati“ – der Unterschied zwischen dem heiligen Schatten und dem Schatten der Klipot

Ein Schatten bedeutet, dass ich mich in der Finsternis befinde: ich empfinde Kraftlosigkeit, fühle keinen Geschmack in der spirituellen Arbeit, will nichts, bin satt und ermüdet, als ob mir die ganze Luft aus den Rädern gelassen wurde. Was ist zu machen?

Wenn ich verstehe, dass mir diese Zustände absichtlich gegeben werden, damit ich vorankomme, um meinen Bemühungen Platz zu schaffen, dann betrachte ich diesen Schatten in der Form eines Flirts, eines Spiels des Lichts mit mir. Es verbirgt sich absichtlich, damit ich seine Anwesenheit enthülle. Es wendet sich absichtlich von mir ab, damit ich ihm einen Schritt entgegen mache.

Infolge dieses Spiels beginne ich zu empfinden, dass ich mit dem Licht in einer Art Wechselbeziehung stehe. Dann werden seine Verhüllungen für mich zur Einladung. Kabbalisten vergleichen sie mit dem Verhalten einer Frau und eines Mannes: sie verhüllt sich absichtlich, damit er sie enthüllt. Darin liegt der ganze Sinn der Kleidung, des Aussehens, der Kosmetik usw.

Wenn ich in den Verhüllungen die Lichter, die Einladungen offenbare, um mich noch ein bisschen mehr anzustrengen, meine Einstellung, mein Streben, meinen Wunsch zu zeigen, dann heißt mein Verhalten der heilige Schatten. Wenn ich aber dazu nicht fähig bin und die Verhüllung mich nicht heranzieht, dann bleibt alles fade und geschmacklos: „Warum brauche ich das?. Was nutzt mir dieser Zustand?… Lasst mich in Ruhe, ich brauche nichts, dann ist das ein Schatten der Klippot, der mich abstößt.

Auf diese Weise kommen wir mit Hilfe des heiligen Schattens voran und werden vom Schatten der Klipot abgestoßen. Alles hängt von der Vorbereitung des Menschen ab. Noch lange bevor er den Schatten enthüllt, bereitet er sich auf den Abstieg, auf die Abwesenheit des Geschmacks vor, und begreift folglich, worum dieser Zustand eingetreten ist, um sein Verlangen nach dem Licht, nach dem Schöpfer, nach dem Geben zu offenbaren.

Gerade dort, wo ich kein persönliches, egoistisches Interesse habe, kann ich das Licht enthüllen. Nicht mein Ego zieht mich dorthin, so dass ich in diesem Zustand zeigen kann, dass ich das Licht nicht eigennützig brauche. Es ist eben die Arbeit über dem Verlangen.

Auszug aus der 6. Lektion des Kongresses in Toronto, 18.09.2011

Die Finsternis vertreibend

Toronto. Lektion 3

Die Welt wacht auf. Die Finsternis bringt sie zum Aufwachen; denn das egoistische Verlangen kann nicht mehr realisiert werden und empfindet, dass es sich in einer Multikrise befindet. Heute wird geheiratet und morgen wird geschieden. Heute wird geliebt, und morgen gehasst. Die Kinder ignorieren ihre Eltern, sind trotz der erhaltenen Erziehung stur und unerzogen.

Ich will die einfachen Freuden des Lebens haben und tauche stattdessen in eine Depression ein. Ich will ein wenig Geld für magere Zeiten einsparen, aber das Schicksal spielt ein böses Spiel, und ich gehe mit leeren Händen aus. Lebenslang habe ich für die Rente gearbeitet, und sie verschwindet zusammen mit dem Finanzvermögen der Banken. Ich suche meine Ruhe in der Natur, aber sie antwortet mir mit den Klimakatastrophen.

Das Wichtigste in dieser Empfindung ist die Erkenntnis, dass die Welt in die Finsternis eintaucht: es gibt nichts, wofür es sich lohnen würde, zu leben. Ein Naturprogramm ist am Werk und demonstriert der Menschheit die Abwesenheit der Füllung, die Finsternis.

Dasselbe geschieht mit uns, mit der Gruppe. Wenn wir ähnliche Symptome verspüren, dann finden wir sehr schnell die Unterstützung und können diesen Zustand überspringen. Die Unterstützung finden wir in der Gruppe, in der Methodik, die uns hilft, voranzukommen.

Die Welt kennt diese Methodik jedoch nicht. Die Menschen verstehen nicht, was mit ihnen geschieht und weshalb es notwendig ist. Der Mensch findet nirgends eine Befriedigung und nichts bereitet ihm eine Freude.

Auf diese Weise bewegt sich die Welt zum entscheidenden Zustand. Sie muss eine neue ganzheitliche Lebensweise entwickeln. Anders wird diese Finsternis nicht verschwinden, denn sie ist die Kehrseite des Lichtes. Sie verkündet das Licht, die Eigenschaft des Gebens, die uns näher kommt. Aber mit ihrer Annäherung fühlen wir uns alle schlechter, wir wollen diese Eigenschaft nicht, wir wünschen nicht, darin zu leben; sogar im Gegenteil – wir wollen unsere egoistischen Wünsche befriedigen.

Aber es gibt keine andere Wahl. Wir sehen, wie die Natur sich der Menschheit vorstellt: „Ich besitze die Eigenschaft des Gebens, und ihr werdet so lange leiden, bis ihr euch wünschen werdet, sie euch anzueignen“.
Von wem kann die Menschheit die Erklärung für die Geschehnisse bekommen? Nur von uns.

Wir sollen ihr das Wesen der Veränderungen erklären. Und je mehr wir uns mit dieser Erklärung verspäten, desto mehr wird sie uns hassen. Denn die Menschen wollen einerseits die Eigenschaft des Gebens nicht akzeptieren, und andererseits werden sie fühlen, dass wir eine Lösung haben, die aber durch unsere Verzögerung den Weg für sie zum Guten versperrt. Sie sollen die Erklärungen darüber bekommen, was in der Welt geschieht und was der Grund der Finsternis ist.

Wir bedrängen sie vorerst mit unserer Botschaft: „Schauen Sie, wir können die weltweiten Ereignisse erklären. Es ist höchste Zeit, den Kurs zu ändern: der Mensch soll sich ändern, nicht die Welt. Die globale Krise ist gar nicht die Krise. Im Gegenteil, uns wird die Eigenschaft des Gebens offenbart…“ Aber sie hören noch nicht zu.

Es werden noch einige Monate vergehen müssen, und es wird noch weitere Schicksalsschläge geben. Dann werden sie beginnen, zu lauschen, zu verstehen, worin der Grund der Finsternis, der Hilflosigkeit, der Verwirrung, der Unmöglichkeit, die Welt auf die alte Weise zu lenken, liegt. Denn alle Systeme werden zusammenbrechen.

Und wir unsererseits sollen uns mit der Verbreitung beeilen. Man kann es sich so vorstellen, als wären die Strahler der UFOs von allen Seiten auf die Erde gerichtet, und dies mit voller Kraft, weil so die Einwirkung der Eigenschaft des Gebens ist. Wenn wir mit dieser Eigenschaft nicht übereinstimmen, dann spüren wir nur die Finsternis. Wenn wir mit ihr übereinstimmen werden, werden wir darin die Freude, die Wärme, die Hoffnung auf die Zukunft, die Ewigkeit, die Vollkommenheit entdecken.

Es ist nicht einfach, der Welt die Wahrheit zu erklären. Wir müssen die Materialien umschreiben, die Erklärungen in verschiedenen Formen und aus verschiedenen Dimensionen vornehmen. In Wirklichkeit ist es sehr schwierig, die menschliche Wahrnehmung zu verändern und sie ins neue Flussbett zu leiten.
Jedoch ist unsere Zeit einzigartig. Die Generationen von Kabbalisten träumten davon, aber gerade wir haben die Ehre, nicht nur in dieser Zeit zu leben, sondern auch die Geschehnisse zu verstehen.

Viele erleben eine Lebenskrise, eine innere Leere, stecken in familiären Dramen, haben Probleme mit Drogen, und das alles unabhängig vom materiellen Wohlstand. Der Mensch, der fünfzig Millionen verloren hat, leidet auch, nur wir können seine Drama wenig nachvollziehen. Die Menschen wissen nicht, dass die Schläge zielgerichtet kommen und schrecklich sind. Der Mensch ist fähig, alles auszuhalten, wenn er weiß, dass er zum Ziel vorankommt und all diese Leiden in einen Gewinn umgewandelt werden. Aber was ist zu machen, wenn in der Zukunft nichts leuchtet?

Wir haben das Wissen über das Programm der Schöpfung und kennen das Ziel. Wir wissen, dass das ganze Schlechte uns zum Guten führen wird, und es ist eben das Geschenk von Oben. Die Milliarden von Menschen in der Welt haben nicht einmal eine Vermutung darüber. Und wir sind verpflichtet, ihnen zu erklären, dass es für alle Ereignisse einen Grund gibt, dass es eine große Belohnung gibt und die Möglichkeit, jeden Schlag in eine gute Gabe zu verwandeln.

Man muss der Welt diese Nachricht mitteilen. Die Zeit ist reif. Unabhängig davon, dass die Menschen aus dem Grund nicht hören wollen, weil sie von den Schlägen betäubt sind und nur den Schmerz empfinden. Nur im Moment der Beruhigung kann man in den Menschen einen Tropfen der Erklärung eingießen, dann noch einmal usw.. So werden die Empfindungen mit Informationen abwechseln. Wir sollen die Wellen verfolgen, die über die Welt gewalzt werden und die Abstände zwischen ihnen mit den Erklärungen über die Gründe und das Wesen der Ereignisse ausfüllen.

Dann werden die Menschen jeden neuen Schlag mit mehr Verständnis annehmen, bis das Verständnis die Empfindung der Kausalität und der Zweckgerichtetheit mit sich bringen wird, wobei sie darin sogar den Gewinn sehen werden. Anstelle des Schmerzes wird der Mensch plötzlich die erwünschte Erleichterung entdecken.

Das Bedürfnis bildet das Gefäß, in dem das Licht offenbart wird, so wie der Appetit dem Mahl vorausgehen muss, sonst würde man das schöne Mahl nicht genießen können.

Auszug aus der 3. Kongresslektion in Toronto, 16.09.2011

Zeit zu handeln – dem Schöpfer zuliebe

Frage: Was bedeutet „die Absicht aufrechterhalten“? Ich habe den Eindruck, dass man sich auf diese Weise nicht bewegen oder entwickeln kann. Wie kann man die Absicht entwickeln?

Meine Antwort: Während wir den Sohar lesen, spiele ich mit meinen Freunden ein Spiel. Es spielt keine Rolle, wie gut oder wie schlecht wir diese Worte verstehen, ob wir nur Teile eines Satzes, ein viertel davon oder den ganzen Satz hören, alle Worte, und ob wir mehr oder weniger tief graben – jeder tut, was er kann. Das Spiel besteht in der Wechselbeziehung all dieser Worte mit der Verbindung zwischen uns.

Tatsächlich sagt uns das Buch Sohar etwas über die Art, in der wir uns miteinander verbinden sollen. Ich weiß nicht, wie diese Verbindung ist, aber darin wird sie beschrieben. Und aus diesem Grund versuche ich, während ich den Sohar lese, darüber nachzudenken, wie diese Verbindung auf die eine oder andere Weise aussehen mag.

Es steht zum Beispiel geschrieben „‘dem Schöpfer zuliebe handeln“ … denn ‘sie haben gegen die Tora verstoßen'“. Worauf bezieht sich das? Wenn ein Mensch die Absicht zu Geben vergisst, bedeutet das, dass er ‘gegen die Tora verstossen‘ hat. Und dann bedeutet „dem Schöpfer zuliebe handeln“, dass man wiederum zur Absicht, zu derselben starken Verbindung mit seinen Freunden zurückkehren muss – zu gegenseitigem Geben – denn auf diese Weise strebt man danach, einen „Ort“ für die Enthüllung des Schöpfers zu erbauen. Und das machst du, um Ihm die Möglichkeit zu geben, Sich Selbst zu enthüllen. Er empfängt dadurch Genuss, wie ein Gastgeber, der seinen Gästen Leckereien zeigt.

Warum also liest du den Sohar? Wo erkennst du, was du gelesen und enthüllt hast? Es kann nur in der korrigierten Beziehung zwischen uns enthüllt werden. Es gibt keinen anderen „Ort“. Es wird nur enthüllt, wenn wir fähig sind, die richtige Verbindung in gegenseitigem Geben zu erschaffen. Darum will ich die Fäden, das Netz enthüllen, das unsere Verlangen, Gedanken und die Stärke des Bestrebens zwischen uns verbindet. Welche Kräfte treiben diese Verbindung an? Was ist die Formel dieses Netzwerkes? Ich will etwas darüber wissen! Und besonders der Sohar erzählt uns darüber.

Aus dem 2. Teil des Täglichen Kabbala Unterrichtes, 12.07.2011, Der Sohar

„Spirituelle“ Praktiken: die letzte Prüfung

Frage: Der Egoismus malt listig und erfinderisch verschiedene Bilder vor mir. Wie kann ich in ihnen die Lüge erkennen, die sich mir als Nächstenliebe präsentiert? Denn über die Liebe sprechen auch alle möglichen Religionen und Methodiken.

Meine Antwort: In unserer Welt bedeutet die „Nächstenliebe“ ein einfaches, primitives Spiel kleiner Egoisten. Kannst du etwa irgendwo die echte, große Liebe zum Nächsten finden, die auf einer gleichbleibenden Basis praktiziert wird?

Ja, Menschen gründen separate Siedlungen, um in Liebe miteinander zu leben: so gibt es ein Dorf in Italien, ein Dorf in Indien, ein ganzes Städtchen in Asien… Aber wenn man genau hinschaut, erkennt man, dass es sich um die gleichen Egoisten handelt, die sich dafür entschieden haben, bequemere soziale Regelwerke einzuführen. Sie finden es bequemer, angenehmer – und darum haben sie sich verbunden, um sich das Leben etwas schöner zu machen.

Einst haben in Israel Kibbuzim floriert – landwirtschaftliche Siedlungen mit einem kollektiven Eigentum nach dem Vorbild von Kolchosen. Die Menschen haben beschlossen, dass es für sie besser sei, zusammen zu leben, da es größere Vorteile mit sich bringt. „Lasst uns auf unseren Egoismus ein wenig verzichten – und es wird uns gut gehen.“ Das ist einleuchtend, aber – ist es denn Altruismus?

Die Menschheit vermutet, dass ein Zugeständnis dem Nächsten gegenüber den Menschen zu einem Altruisten macht. Doch diejenigen, die die menschliche Natur ein wenig besser verstehen oder die Wissenschaft der Kabbala studieren, wissen, dass jedes Zugeständnis von einem Vorteil begleitet werden muss. Worauf der Mensch auch verzichten mag, es gibt immer einen Nutzen, den er davon trägt. Selbst wenn der Nutzen verborgen ist, existiert er dennoch immer.

Zum Beispiel bin ich bereit, in einem Kibbuz zu leben, weil es mir die Sorge nimmt, mein eigenes Leben ordnen zu müssen. Ist das etwa kein Vorteil? Ich habe keine Sorgen, ich tue lediglich das, was mir gesagt wird. Aber die Entwicklung hat ihren Lauf, und mit der Zeit wurden die Kibbuzim nicht mehr nachgefragt. Im Großen und Ganzen haben solche Gemeinschaften keine Zukunft.

Wir sehen bereits, dass sich alle Formen der Beziehungen zwischen den Menschen aufgrund des in ihnen wachsenden Egoismus ändern müssen. Die Veränderungen gehen weiter, und diese innere Dynamik muss auf irgendeine Art und Weise realisiert werden, ansonsten wird es zu einer Explosion kommen.

So geschah es im Laufe der Geschichte mit verschiedenen Religionen, Glaubensrichtungen und Methodiken. Heute erleben sie einen vorübergehenden Aufschwung – weil der Mensch sich wieder auf die Suche begeben hat, er führt die letzte Prüfung durch: Können sie etwas Reales bieten?

Nach dieser Prüfung werden sie endgültig fallen. Denn heute prüfen wir sie in Bezug auf den integralen Mechanismus, welchen die Natur vor uns stellt. So ein Kriterium hatten wir noch nie. Die Menschen durchblättern wieder die Seiten aller erdenklichen Praktiken, Konfessionen, mystischen Lehren – sie versuchen zu verstehen, ob sie uns in einer neuen, integralen Welt helfen werden?

Dieser Prozess wird ein wenig Zeit in Anspruch nehmen und sehr bald mit dem Scheitern von Erwartungen enden. Alle werden erkennen, dass es keinen Sinn hat, Hilfe von dort zu erwarten. Jedes geprüfte Objekt wird maximal ein paar Jahre durchhalten und danach sein Unvermögen offenbaren.

Denn wenn du die Natur des Menschen nicht änderst, damit er innerlich genauso integral wie die Natur selbst, die sich vor ihn stellt, wird, werden ihm keine Rezepte helfen.

Die einzige Methodik, die den Menschen global, integral und mit den anderen verbindet, ist die Methodik der Anziehung des Lichts, das zur Quelle zurückführt, die Wissenschaft der Kabbala. Man muss nur jedem die Möglichkeit bieten, das eigene Böse zu erkennen. Dann werden jegliche Mittel und deren Kombinationen entkräftet, und das gesamte Business mit seinen „spirituellen“ Maschen wird sich verflüchtigen.

Der Mensch wird sich nicht beruhigen können, weil die Welt sich verändert hat – und hier geht es nicht mehr darum, sich zu beruhigen, sondern um die inneren „Interessenskonflikte“. Niemand wird in einem integralen System überleben können, ohne diesem gleich zu sein.

Auszug aus dem Unterricht nach dem Artikel „Matan Tora“, 07.07.2011

Hitler, Stalin, Ahmadinedschad…

Frage: Was ist die Gruppe? Ist das eine Idee, sind es Menschen oder etwas anderes? Warum fällt es mir so schwer, mich mit den Menschen zu verbinden, die anders sind als ich?

Meine Antwort: Jeder Mensch auf der Welt ist durch seine Seele mit anderen Seelen verbunden. Du musst in dieses innere System der miteinander verbundenen Seelen eindringen, als würdest du zum Meeresgrund tauchen. Dort findest du dieses Netz der Verbindung, welches die Menschen vereint.

In diesem Netz befinden sich Hitler, Stalin, Ahmadinedschad, Moses, Abraham und du. All diejenigen, die du nur vom Sehen kennst, aber auch diejenigen, mit denen du eine engere Beziehung hast, sind dort durch die gütigste Verbindung miteinander vereint.

Und in der Außenwelt erfüllt jeder von ihnen sehr genau seine Rolle, um die anderen dazu zu bewegen, sich diesem Netz anzunähern, in dieses einzutauchen, um sich selbst dort zu finden, verbunden im Herzen und in der Seele mit allen anderen. Du musst einen inneren Kontakt mit ihnen herstellen. Die Gruppe ist die innere Verbindung der Seelen. Und du musst dich allen anderen anschließen.

Natürlich, wenn ich über die Gruppe spreche, meine ich in erster Linie diejenigen, die mit uns studieren. Wenn du jedoch in das innere dieser Verbindung eindringst, wirst du sehen, dass es ein Netz ist, das alle miteinander verbindet, selbst unsere allergrößten Feinde. Wir müssen verstehen, dass die äußere Hülle, in deren Form wir in dieser Welt existieren, uns gegeben ist, um einander dazu zu bringen, sich der inneren Arbeit zuzuwenden.

Dieses ganze Spiel ist für dich notwendig – damit der Schöpfer, die Kraft, die uns von innen verbindet, auch in der äußeren Erscheinung zum Vorschein kommt. Im Inneren wird diese Verbindung von Ihm gehalten, und außen musst du sie realisieren! Und wenn du die Schlucht zwischen dem Inneren und dem Äußeren überwinden kannst, wird genau das deine vollständige Korrektur sein.

Auszug aus dem Unterricht nach einem Artikel von Rabash, 25.03.2011

Sich über alle Grenzen erheben!

Weltweiter Kongress in Moskau, Lektion 2

Ich hoffe, dass dieser Kongress zu einem Wendepunkt wird, dass wir beginnen werden, mehr Herzlichkeit einander entgegen zu bringen, dass wir endlich beginnen werden, einander näher zu kommen, dass wir aufhören, darauf zu achten, dass wir aus unterschiedlichen Ländern kommen, dass wir verschieden, gegensätzlich sind.

Wir müssen uns über alle Grenzen, die uns trennen, erheben! Wir müssen zu einem gemeinsamen Raum werden! Ich glaube fest daran, dass es geschieht! Wir müssen alle Barrieren zerstören! Anderenfalls dürfen wir nicht zur nächsten Stufe übergehen!

Wie kann die Rede von Machsom sein, wenn wir zwischen dir und mir, zwischen diesem und jenem, zwischen schwarz, weiß, gelb, rot und sonstigem unterscheiden. Das macht alles zunichte! Das lässt sofort eine Mauer vor dir entstehen!

Und so ist das in jeder Gruppe! Und in jeder Gruppe müssen wir uns über den eigenen Egoismus erheben! Es wird doch ein Spiel von oben mit uns gespielt! Der Schöpfer schiebt uns mit Absicht von links diesen Egoismus zu, und wir können ihn nicht bezwingen!

Wir sehen ständig Fehler in allen anderen. Ich sehe mich um: dieser ekelt mich an, weil er popelt, und der andere, weil er so spricht, und der dritte kuckt komisch. Der eine ist dick, der andere dünn, der dritte ungehobelt usw. Woher kommt das?!

Es gibt tausende Ursachen dafür, mich nicht mit den anderen verbinden zu wollen. Damit gibt es keine Probleme! Ich bin bereit, alle wegzustoßen, ich werde für jeden einen Grund finden und werde damit recht haben.

Wie kann ich mich über all das erheben?! Doch wenn wir das nicht schaffen, werden wir nichts erreichen können!

Auszug aus der 2. Kongresslektion in Moskau, 10.06.2011