Kabbala und der Sinn des Lebens - Michael Laitmans persönlicher Blog

Beiträge in der Kategorie 'Sorgen'

Flüchten Sie vor den Leiden

Frage: Wie kann man die richtige Absicht und den richtigen Gedanken vom Kongress beibehalten?

Meine Antwort: Im Laufe der Unterrichtsstunden werden wir die ganze notwendige Vorbereitung vernehmen. Ihr werdet mehrmals zu ihr zurückkehren. Ich empfehle es sehr. Das, was wir hier gemacht haben, bleibt – und ihr werdet noch fühlen, wie wichtig es für euch ist.

Und außerdem, ob ihr es wollt oder nicht, das Leben wird euch in der nächsten Zukunft wecken, so dass ihr nicht vergessen werdet, worüber wir hier gesprochen haben. Die Botschaft des Kongresses wird sich in euch infolge der guten Empfindungen realisieren, wenn ihr zwecks der Korrektur arbeiten werdet, oder – sie wird sich in schlechten Empfindungen äußern, wenn ihr diese Aufgabe der Korrektur vernachlässigen werdet.

Also macht euch keine Gedanken, ihr werdet es nicht vergessen. Ich mache mir keine Sorgen mehr, dass unsere Schüler weglaufen könnten. Das Leben verändert sich auf eine Art und Weise, dass es uns sehr schnell zwingen wird, zur Sache zurückzukehren. Denn wir haben den Weg der allgemeinen Korrektur der Welt betreten. Ihrerseits ist nur eine Verzögerung möglich. Wenn ihr nicht selber aktiv werdet, dann wird das Licht kommen und euch in die Richtung beeinflussen, dass ihr das richtige Verlangen bekommt.

Ich hoffe, ihr werdet euch vor den starken Schlägen fürchten. Diese Angst wird euch verpflichten, vorwärts zu gehen, ohne die schmerzhaften Injektionen abzuwarten. Ich sage das mit der ganzen Ernsthaftigkeit. Ich will, dass ihr vor den Schlägen flüchtet. Ich meine es ganz ernst.

Auszug aus der 1.Lektion des Kongresses in Deutschland, 05.08.2011

Fragen über einen Ehepartner, die Barriere und das Böse

Frage: Ich habe eine Frage bezüglich meines Ehemannes. Wir nehmen beide unsere Arbeit sehr ernst, und mein Mann kommt oft an den Punkt totaler Frustration, großer Sorgen, Leid und sogar „Ärger“ über den Zustand der Welt, über alles, was er in seinem Innern und außerhalb spürt, als ob er das Gewicht aller Welten auf seinen Schultern spürt, und er muss eine Lösung für all das „Chaos“ finden.

Gibt es etwas, dass ich als seine Frau tun kann, um die Arbeit zu erleichtern, ihm zu helfen, dass er sich ausgeglichen fühlt oder mehr Frieden und möglicherweise Verständnis für seine Verantwortung erlangt?

Meine Antwort: Eine Ehefrau kann ihren Mann besser als jeder andere beruhigen und stabilisieren. Er muss die Wahrnehmung der Welt und die Lenkung einer einzelnen Kraft tiefer untersuchen. Wir nehmen die Welt nur innerhalb von uns wahr, in unseren Eigenschaften. Mit anderen Worten: In dem Maße unserer Verdorbenheit nehmen wir anstatt den Schöpfer die Welt wahr. Wenn du dich selbst korrigierst, wirst du die Welt der Unendlichkeit in der Erscheinung des Schöpfers vor dir fühlen.

Frage: Wenn jemand die Barriere überschreitet, gibt es da einen Punkt, wo er sich bewegen muss, um einer Gruppe nah zu sein, und wenn er es nicht tut, wird er sich selbst schaden?

Meine Antwort: Die Barriere ist die Grenze zwischen dir und deinen Freunden.

Frage: Ich weiß, dass die Konfrontation mit dem bösen Trieb in mir Teil des Weges der Wahrheit auf dem Weg der Korrektur ist. Ich weiß ebenfalls, dass der Schöpfer mir zeigen will, dass ich mich im Gegensatz zu Ihm befinde, wenn ich dem bösen Trieb begegne und dass ich von der Eigenschaft des Gebens noch sehr weit entfernt bin.

Doch genügt es nicht, zu erkennen, dass ich böse bin? Wieso wächst das Böse zu solch einem riesigen Monster heran, das scheinbar alles kontrolliert? Ich fühle mich, also ob ich in meinem Leben schlechter als je zuvor bin, und ich tue vielen Menschen weh, die um mich sind.

Meine Antwort: Dies sind die Verlangen, die dir in dem Maße deiner Kraft enthüllt werden, um sie zu bewältigen und zu korrigieren.

Experten, sagt eure Meinung!

Frage: Es ist sehr schwierig, den Menschen zu erklären, dass die Lösung zu den brennenden Problemen in der gegenseitigen Verbindung miteinander liegt.

Meine Antwort: Nein, ist es nicht. Schließlich werden wir von vielen Spezialisten unterstützt – nicht nur theoretische Physiker, sondern Wissenschaftler, die die Natur und derzeitige Probleme erforschen, einschließlich Ökonomen, Bankiers und Vertreter großer Firmengesellschaften.

Heute spricht jeder über die Ökonomie, weil es eine Verbindung zwischen uns gibt: Wieviel schuldest du mir und wieviel schulde ich dir. Es ist weder Kultur noch Kunst, Religion oder Ethik. Es ist das Geld, ein präzises Hilfsmittel zur Berechnung unseres wechselseitigen Gebens. Es ist ein Netz der korrekten egoistischen, gesunden und soliden Verbindung zwischen uns. Wir haben es mit unseren „Blasen“ ruiniert, doch an und für sich war es dazu überraschenderweise geeignet.

Also müssen wir den Menschen erklären, dass dieses Netzwerk nicht länger funktioniert. Und das muss von den Experten erklärt werden, deren Aufmerksamkeit wir auf uns lenken werden – Tausende von Menschen, die an der Spitze der Welt stehen: Bankdirektoren, Unternehmensberater und so weiter. Lasst sie sprechen, während wir am Rande stehen. Danach wird die Botschaft an die Wissenschaftler und dann an die Vertreter des Bildungssystems weitergeben werden. Fangt an – nehmt andere und nutzt sie. So sehe ich es heute geschehen.

Frage: Der Durchschnittsmensch wird am Feierabend gespannt auf ihre Meinung sein, doch das ist immer noch weit weg von seinen eigenen Sorgen und Problemen, die er im Leben hat.

Meine Antwort: Es gibt keine andere Lösung. Wir müssen Zeit in der Anfangsphase investieren, damit es durchsickert, bis wir die Menschen überzeugen, dass es das ist, wo das Problem liegt. Um die Weltprobleme zu verstehen, ist es notwendig, das zu studieren, was geschieht. Das ist so, als ob ein kranker Mensch durch das Internet „pflügt“ und nach Informationen über seine Erkrankung und den Heilmittel dafür sucht. Daher müssen wir den Menschen einen „Link“ geben, eine Verbindungsschnur zwischen dem, was derzeit geschieht und der Lösung.

Diese Aufgabe obliegt den Wissenschaftlern und wir müssen dahingehend handeln – ohne weitere Verzögerung. Wir werden ihre, nicht unsere Erklärungen einsetzen und verbreiten, die schwerwiegend und fundiert sind. Prinzipiell müssen wir zu einer „Werbemaschine“ werden, die rasch den Ansturm an Informationen von den Experten an die Massen weitergibt. Ohne uns selbst zu erwähnen, werden wir ihre Ratings hochpuschen, sie auf Seiten veröffentlichen und in Netzwerken bewerben.

Wir benötigen nicht einmal unser eigenes Portal. Wir wollen die Menschen nicht von dem Terrain „abwerben“, das sie kennen. Das ist echte Verbreitungsarbeit.

Frage: Was soll ein kleiner Mensch davon verstehen, der gar nichts versteht und alles schluckt, was ihm gegeben wird? Reicht es, ihm die Botschaft zu vermitteln, dass zusammen gut und getrennt schlecht ist?

Meine Antwort: Ja. Und ein „großer Mensch“ braucht auch nur dieses zu verstehen. Du hast nicht wirklich vor, ihm von der altruistischen Absicht Lishma zu erzählen, oder? Er ist dafür in seinem Innern noch nicht reif. Es steht geschrieben „Erziehe einen Knaben in seinem eigenen Weg“.

Frage: Bedeutet das, dass wir einfach Regierungen dazu antreiben sollen, sich zu vereinigen, ähnlich wie die Leute, die Facebook als Mittel benutzt haben, um Fabrikanten zu niedrigeren Preisen zu zwingen?

Meine Antwort: Ja. Wir suchen nach Experten, solchen, die nicht nur das Konzept verstehen, sondern ebenfalls fähig sind, eine funktionierende gemeinsame Handlung zu vollbringen. Es gibt etliche Millionen Menschen in der Welt, die dies gerne wollen und in der Lage sind, sich an dieser Arbeit zu beteiligen, die getan werden muss. Diese „Armee“ muss nur organisiert werden, um diese Aufgabe auszuführen.

In der Zwischenzeit werden wir im Hintergrund bleiben. Heute brauchen wir kein Fernsehen mehr. Schließlich ist die ganze Menschheit schon im Internet. Das ist der einzige Weg, wie wir uns organisieren können, und das ist es, was unsere Verbreitungsfirma ebenfalls tun wird. Das sind die Veränderungen, womit wir jetzt beginnen müssen – ohne weitere Verzögerung.

Aus dem 5. Teil des Täglichen Kabbala Unterrichtes, 13.07.2011, „Arvut“

Die Erde auf Messers Schneide

Stellungnahme: Friedman Thomas (The New York Times): In einigen Jahren, wenn die Lebensmittelpreise steigen, Wirbelstürme die Städte verwüsten, Überschwemmungen und Dürren drohen und die Menschen aus ihren Heimatorten flüchten, werden wir auf die heutige Zeit zurückblicken und uns fragen, warum wir damals nicht nachgedacht und uns keine Sorgen gemacht haben?

Die einzige naheliegende Antwort ist, dass es schwer ist, selbst wenn es notwendig ist, die Weltanschauung komplett zu ändern.

Wir zerstören die notwendigen Ressourcen, „fressen“ unsere eigene Zukunft auf. Wir gehen so unvernünftig mit natürlichen Ressourcen um und verschmutzen dermaßen die Erde mit unseren Abfällen, dass diese keine Möglichkeit mehr hat, sich selbst zu regenerieren. Wir können uns selbst nicht ändern, deshalb wird uns die Krise ändern, und das wird radikal und schnell gehen – in nur wenigen Jahrzehnten werden wir komplett die Wirtschaft, das Energie- und Transportwesen umbauen.

Wir werden verstehen, dass das konsumorientierte Wachstums-Modell fehlerhaft ist und wir uns auf ein Modell zubewegen müssen, das auf Glück basiert und bei dem die Menschen weniger Zeit am Arbeitsplatz verbringen und weniger danach streben, diverse Sachen anzuhäufen.

Wir haben die Wahl vor uns, die durch die Krise bedingt ist. Entweder kommen wir zu einem völligen Zusammenbruch oder wir erstellen ein neues, beständiges Wirtschaftsmodell. Und – wir werden die zweite Option wählen. Wir sind vielleicht schwerfällig, dumm sind wir aber nicht.

Wenn die Quelle zu einem Fluss wird

Morgenunterricht aus Moskau

Frage: Worauf müssen wir uns mehr konzentrieren – auf die äußere Verbreitung oder die innere Verbindung?

Meine Antwort: In erster Linie auf die Verbreitung für die Massen, damit möglichst viele Menschen erfahren, dass die Krise überwunden werden kann und dass es in Wirklichkeit keine Krise ist. Genauso war für Rabbi Shimon der Abstieg vor dem entscheidenden Aufstieg in Wirklichkeit ein schöner, wünschenswerter Zustand.

Die Krise ist zu unserem Vorteil da. Wenn wir sie richtig nutzen, können wir leicht und ohne Sorgen zum bestmöglichen Zustand gelangen.

Kürzlich wurde ich gefragt: „Wodurch kann das menschliche Verlangen nach Mehr, als für ein normales Leben nötig ist, ersetzt werden?“ Das ist im Grunde das, was wir den Menschen zu erklären haben.

Die Krise ist wirklich zu unserem Vorteil da. Wir kommen so oder so untereinander zum Gleichgewicht, zum Gleichgewicht mit der Natur. Wir können dem nicht entgehen: entweder kommt ihre Matrix auf uns zu, reißt uns mit viel Kraft in Stücke und verbindet uns wieder neu zu einem „Gemenge“, zu einer gemeinsamen „Teigmasse“, oder wir streben aus eigenem Verlangen danach, uns zu ändern und zu verbinden.. Der Unterschied ist sehr groß.

Wenn wir diese Bewegung richtig verstehen, dann ist die Krise für uns von Vorteil. Das tragische Leben, das uns und unseren Kindern droht, können wir in einen schönen Aufstieg verwandeln. Und das muss möglichst vielen Menschen erklärt werden.

Solange die Kabbala sich wie ein „kleiner Bach“ vom Lehrer zum Schüler verbreitete, waren ein paar Menschen und ein hoher Wissensstand ausreichend, damit der „kleine Bach“ möglichst klar und deutlich weitergegeben werden konnte. Doch nun ist aus dem Bach ein breiter Strom geworden, der die ganze Menschheit mitreißt. Es kommt eine globale, integrierte Krise, und es geht nicht mehr um die Kunst des Unterrichtens, nicht um die Feinheiten, sondern um die Breite und Zugänglichkeit.

Für diese Zwecke schrieb Baal HaSulam solche Artikel wie „Gabe der Tora“, „Bürgschaft“ und „Freier Wille“, die die ersten Informationen, die richtig erklärt wurden und ein möglichst breites Publikum angesprochen haben, enthalten.

In unserer Zeit liegt die gemeinsame Stärke der Korrektur gerade in den Massen, in den riesigen Massen. Dank uns verstehen sie, was los ist, mit viel Liebe erleichtern wir ihnen das Leben, und als Reaktion darauf werden sie auch uns voranbringen. In diesem Zusammenhang steht geschrieben, dass die Völker der Welt uns zum Tempel des Schöpfers tragen, d.h. uns aufsteigen lassen. Genau aufgrund der Tatsache, dass wir die Methode an sie weitergeben, lassen sie uns aufsteigen.

Auszug aus dem Unterricht nach einem Shamati-Artikel, 14.06.2011

Die Fernsteuerung für alle Seelen

Frage: Seit wir angefangen haben, den Artikel „Es gibt niemand außer Ihm“ zu studieren, bin ich bezüglich der Absicht vollkommen verwirrt. Wenn das Höhere Licht beständig mit 100% arbeitet, was ist dann „das Licht, das umwandelt“? Und wen muss ich darum bitten? Von wem muss ich es für andere fordern? Was arbeitet hier, wenn sich alles in meinem Innern befindet?

Meine Antwort: Angenommen, ich habe eine Fernsteuerung. Ich drücke einen Knopf und aktiviere eine Art Mechanismus. Heute gibt es viele Geräte, die auf diese Weise funktionieren. Doch wenn du dabei bist und es einem Menschen zeigst, der vor 100 Jahren lebte, würde er denken, dass du einfach ein Engel bist, der Wunder vollbringt: Du drückst einen Knopf und plötzlich verwandelt sich das Glas in ein Bild…

Das heißt, indem man eine Fernsteuerung benutzt, kann man verschiedene Systeme aktivieren. Wenn ich zum Beispiel einen Knopf drücke, beginnst du, allerlei Eindrücke zu empfangen, wenn du auf ein Stück Glas (Bildschirm) schaust. Du fängst an zu weinen und dann lachst du, erlebst Sorgen und Freude. Es zeigt sich, dass ich einen solch gewaltigen Eindruck auf dich ausübe, indem ich einfach einen Knopf drücke. Ich habe einen Freund beeindruckt.

Die Kabbalisten sagen, dass das Lesen des Buches Sohar so ist, als ob man eine Fernbedienung zu allen Seelen hält und sie sind von dir abhängig. Denke darüber nach, wie man sie erwecken kann! Das bedeutet, einen „Knopf drücken“. Wenn du darüber nachdenkst, dann „drückst“ du „den Knopf“ und aktivierst einen Einfluss, der dazu führt, dass sie beginnen aufzuwachen.

Alles hängt davon ab, wie sehr du danach verlangst, dass das geschieht und wieviele andere Menschen ebenfalls danach streben, andere zu erwecken. Es müssen sehr viele Anstengungen in hoher Qualität sein.

Auf diese Weise erwecken wir einander. Niemand kann sich selbst erwecken. Jeder Mensch kann nur zu dieser spirituellen Gemeinschaft, die „die Gruppe“ heißt, gelangen, um andere zu erwecken. Andernfalls wird er mit der Gruppe nicht einmal in Kontakt kommen, weil die Gruppe wie Malchut von der Welt von Azilut ist.

Aus dem 2. Teil des Täglichen Kabbala Unterrichtes, 28.04.2011, Der Sohar

Eine Reise um die Welt mit dem Buch Sohar

Frage: Wie können wir unsere inneren Bewegungen dem Text des Buches Sohar angleichen?

Meine Antwort: Bezüglich anderer kabbalistischen Quellen kann dies tatsächlich einfach mit dem Sohar gemacht werden, da die Geschwindigkeit und das Lesen des Textes so sind, dass alles, was man tun muss, ist zu ergründen, wie man zusammen mit ihm „fließen“ kann. Doch das bedeutet nicht, dass das, was du hörst, wie das Rauschen eines nahen Flusses ist.

„Mit ihm fließen“ bedeutet, dass man das sehr ruhig versucht, wie geschrieben steht „Die Worte der Weisen werden in der Ruhe gehört“. Man geht zusammen mit den Autoren des Sohar ohne Widerstand, ordnet seine inneren Gefühle, damit sie zu dem Klang der Worte passen. Wenn du einige Worte überhört und sie nicht gehört hast, mach dir keine Sorgen, und mach mit den nachfolgenden Worten weiter. Dadurch bist du weiter im Fluss wie ein hölzernes Schiff auf den Wellen, das alle Nuancen des Wassers wiederholt.

Auf diese Weise sollten wir unseren Eigenschaften, Verlangen und Empfindungen ermöglichen, mit dem Text des Sohar, wie auf der Oberfläche des Wassers zu fließen und versuchen herauszufinden, wo sich diese Eigenschaften und Verlangen, die der Sohar beschreibt, in uns befinden. Doch wir sollten sehr einfach und leicht danach suchen. Das Allerwichtigste ist es, dass du alles durch dich fließen lässt. Schließlich sind wir nur ein Gefäß oder Kli, durch das der ganze Fluss der Worte in uns eindringen muss.

Wenn wir den Sohar lesen, versuchen wir nicht, den Verstand einzuschalten oder innere Begriffe zu unterscheiden. Sogar an Stellen, wo der Sohar scheinbar technische und wissenschaftliche Begriffe, die Sprache der Kabbala verwendet, sollten wir ebenfalls versuchen, den Text durch die Empfindungen gehen zu lassen, anstatt durch den Verstand. Das heißt, zu versuchen, auf unsere eigenen Empfindungen und Eindrücke zu hören, versuchen zu fühlen, wie jedes Wort in uns widerhallt, ungeachtet der Sprache, die der Sohar gebraucht.

Aus dem 2. Teil des Täglichen Kabbala Unterrichtes, 9.03.2011, Der Sohar

Flügel müssen festgenagelt werden

Frage: Wie kann man sich keine Sorgen um das materielle Leben, die Arbeit, die Familie machen? Was soll man tun, wenn die dringende Notwendigkeit den Freund dazu zwingt, diesen Sachen mehr Anstrengungen als der Gruppe zu widmen? Wie kann man die gesamte Aufmerksamkeit nur auf den Punkt der freien Wahl richten?

Meine Antwort: Wir leben in dieser Welt. Hier muss der Mensch heiraten, arbeiten und ein vollwertiger Bürger sein. Äußere Bedingungen werden von uns als gesetzmäßig wahrgenommen: diese Welt ist nicht umsonst genau so erschaffen worden und vom Prozess, den wir durchlaufen müssen, getrennt. Alles ist aus der spirituellen Welt herabgestiegen und umgibt uns notwendigerweise.

Alle Gratwanderungen, die die Menschheit im Ganzen und jeder im Einzelnen durchläuft, in welcher Form und in welchem Ausmaß auch immer sie zum Vorschein kommen mögen, müssen genau so verlaufen. Es gibt keine Zufälle. Und darum muss der Mensch ein normales Leben führen und sich um alles Nötige kümmern, wie es üblich ist.

Was bedeutet „wie es üblich ist“? Der Mensch muss für die dringend notwendigen Sachen sorgen, für eine normale Existenz: Familie, Wohnung, Kinder, Rente, Urlaub usw. Und für das Kabbala-Studium wurden uns vormorgendlichen Stunden zur Verfügung gestellt, die wir von der Erholung, vom Schlaf „rauben“. Außerdem muss man dem Studium eine bis anderthalb Stunden vor dem Schlafengehen widmen, wenn dazu die Möglichkeit besteht.

So ist unsere Welt erschaffen: mit dem Haushalt beschäftigt sich ein Mann von Natur aus weniger als eine Frau und muss es deshalb durch das Studium der Kabbala ausgleichen. So haben es auch die Kabbalisten der vergangenen Tage gemacht. Rabash hat als einfacher Arbeiter im Straßenbau und auf dem Bau gearbeitet, stand jedoch zwei oder drei Stunden früher als alle Anderen auf und studierte. Abends nach der Arbeit, wenn sich alle erholt haben, saß er ebenfalls und studierte.

Wir müssen also nicht unsere materiellen Angelegenheiten vernachlässigen. Jeder Sache muss lediglich eine entsprechende Bedeutung beigemessen werden. Manche verachten dieses Leben und wollen sich wie Engel darüber erheben: „Ich kümmere mich jetzt nur um die Seele“. Das ist falsch, denn als „Seele“ wird dein Verlangen zu genießen bezeichnet, welches durch die Absicht um des Gebens an den Nächsten willen korrigiert wurde. Bis dahin hast du keine Seele. Das muss man verstehen.

Zuerst musst du dein unkorrigiertes egoistisches Verlangen zum Vorschein bringen und versuchen, wenigstens einen Teil davon zu korrigieren. Dann kriegst du eine Seele. Und das kann nur mit Hilfe der Umgebung sowie durch eine normale allgemein übliche Beteiligung an allen Sorgen des gewöhnlichen Lebens erreicht werden.

Die Wissenschaft der Kabbala erzählt von der Korrektur der Welt, von der Korrektur aller Menschen, weil sie sich sehr realistisch gegenüber jedem, gegenüber seinem Leben, gegenüber der menschlichen Gesellschaft im Ganzen – gegenüber allem – verhält. Kabbala nimmt diese Welt als Folge der spirituellen Welt wahr. Gerade in den hier herrschenden Bedingungen müssen wir die Korrektur durchlaufen.

Wir schalten uns auf keinen Fall vom Leben ab, wie das in manschen anderen Methoden praktiziert wird. Das Sich-Zurückziehen von der Welt, der Kloster, die Mönchszelle, der Lotossitz in den menschenleeren Bergen – all das sind nicht unsere Methoden. Der Mensch muss am menschlichen Leben teilnehmen.

Auszug aus dem Unterricht nach einem Artikel von Rabash, 24.02.2011

Zeige einem Dummkopf keine halbfertige Arbeit

Frage: Wen interessiert die Korrektur mehr – uns oder den Schöpfer?

Meine Antwort: Den Schöpfer. Andernfalls würde Er uns nicht erwecken.

Frage: Warum ist es dann unsere Arbeit, die übrige Welt zu erwecken?

Meine Antwort: Er ist der Interessierte, warum machen wir uns also Sorgen? Also, Tatsache ist, dass wir keine Wahl haben – der Schöpfer verpflichtet uns. Er erweckt uns, damit wir alle anderen erwecken.

Frage: Doch warum hat Er nicht die gesamte Welt erweckt?

Meine Antwort: Wir werden das gesamte System, die Rolle jeder Person und die Verbindung untereinander nur dann erfahren, wenn wir das absolute, korrigierte System erreichen, wodurch jeder Mensch dieses vollständige System in seinem Innern einschließt.

Dann wirst Du erkennen, warum alle diese Seelen diesen Weg und durch diese Korrektur gehen mussten. Jetzt, während wir mitten auf dem Weg sind, ist es unmöglich, diese Fragen zu stellen. Das ist der Entwicklung eines Fötus ähnlich, dem plötzlich eine Hand wächst, dann eine Zunge, dann ein Bein, dann etwas, das aussieht wie ein Schwanz, der erscheint und wieder verschwindet, dann erscheinen die Augen und so weiter. Wir verstehen alle diese Formen der Entwicklung nicht.

„Zeige einem Dummkopf keine halbfertige Arbeit“. Vorerst sind wir Dummköpfe, was bedeutet, dass uns immer noch das Licht von Chochma fehlt, das Licht der Weisheit, das sich in unseren Verlangen oder Kelim ausbreiten muss.

Aus dem 1. Teil des Täglichen Kabbala Unterrichtes, 15.02.11. Schriften von Rabash

Die Fürsorge für Freunde im Herzen wohnen lassen

Frage: Warum kann ich nicht die Wichtigkeit der Umgebung deutlich erkennen?

Meine Antwort: Du spürst, dass du nicht genug deren Wichtigkeit erkennst, weil du kein entsprechendes Verlangen in dir findest. Die Worte sind verständlich, doch das Herz reagiert noch nicht. Und manchmal hat man sogar keine Lust mehr, zuzuhören.

Das ist natürlich. Man muss einfach immer mehr an dem gemeinsamen Verlangen arbeiten. Alle sollen anfangen, daran zu denken, dass es wichtig ist, dass wir genau das brauchen. Wir streben künstlich nach der Fürsorge füreinander: ich sorge mich für die Anderen, damit sie zusammen mit mir gedanklich Kurs auf das Ziel halten. Ich mache mir ständig Gedanken darüber, in mir entsteht eine regelrechte Angst: halten sie sich an dem Gedanken an das Ziel fest?

Dann erscheint vor mir der Kern der Gruppe – keine Gesichter, keine Namen, sondern das tiefe Verlangen, welches unter den Freunden herrscht. Ist das Verlangen von jedem dazu bereit, sich mit den Anderen zu verbinden, damit sie alle gemeinsam nach dem Ziel streben? Darum mache ich mir Sorgen. Denn wenn das in die Tat umgesetzt wird, werden wir in kurzer Zeit des Studiums ein wenig Licht durch dieses gemeinsame Verlangen anziehen und das Ziel erreichen.

Das Problem liegt nicht am Licht, welches auf uns einwirkt. Das Problem besteht darin, unsere Verlangen zu vereinen, um gemeinsam den Weg zum Ziel zu gehen. In erster Linie muss eine solche Fürsorge im Herzen eines jeden wohnen. Genau das bedeutet Arvut.

Wenn wir ein gemeinsames Verlangen haben, selbst wenn es von einem Teil der Freunde zum anderen „überfließt“, wenn es ständig wirkt und wenn wir nach dem Studium streben, um dieses Verlangen zu realisieren, ohne uns durch andere Ziele ablenken zu lassen, dann rufen wir durch dieses Verlangen, das auf das gegenseitige Geben, den Schöpfer, gerichtet ist, das Licht hervor. Und wir werden während der Vorbereitung auf das Studium und während des Studiums selbst von diesem Verlangen durchdrungen sein.

Darüber hinaus gibt es nichts und kann es auch nichts geben. Es steht geschrieben: „Habakuk kam und fasste zusammen: Der Gerechte aber wird durch seinen Glauben leben“. Es gibt keinen größeren Effekt als von einer Handlung, mit deren Hilfe du das Geben erreichen willst. Das Geben wird ebenfalls als „Glaube“ bezeichnet.

Letztendlich ist das eine ganz einfache Sache. Überhaupt enthüllt sich die Wissenschaft der Kabbala jedes Mal mit einer größeren Einfachheit. Und obwohl der Weg schwer ist und Jahre in Anspruch nimmt, haben wir die Möglichkeit, die Entwicklung in hohem Maße zu beschleunigen.

Auszug aus dem Unterricht über einen Artikel von Rabash, 15.02.2011