Kabbala und der Sinn des Lebens - Michael Laitmans persönlicher Blog

Beiträge in der Kategorie 'Sklaverei'

Gab es die Durchquerung des Roten Meeres?

Frage: Gab es in der Geschichte wirklich ein solches Wunder, bei dem sich das Rote Meer teilte und das Volk Israel, das vor dem Pharao floh, hindurchließ?

Antwort: Die Tora berichtet nicht von Ereignissen unserer materiellen Welt. Sie spricht nur davon, was zwischen unseren Seelen geschieht. In diesem Sinne haben wir einen Zustand durchlaufen, der als Durchquerung des Roten Meeres bezeichnet wird.

Der Auszug aus Ägypten und die Befreiung aus der ägyptischen Sklaverei – das ist die Befreiung von der Macht des eigenen Egoismus, des „Engels des Todes“. Und auf dem Weg zu dieser Freiheit durchlaufen wir einen bestimmten Übergang, der als Durchquerung des Roten Meeres bezeichnet wird. Er bedeutet das Ende Ägyptens, das Ende unseres Egoismus, nach dem wir ein freies Volk werden können.

In der Natur verbirgt sich eine besondere Kraft der Einheit, die als Schöpfer bezeichnet wird. Und wenn wir uns bemühen, uns zu vereinen, uns gegen unseren Willen einander anzunähern, dann offenbaren wir in diesen Bemühungen eine höhere Kraft, die den Zustand der „Durchquerung des Roten Meeres“ bewirkt. Sie führt uns von der egoistischen Natur hin zur Natur des Gebens und der Liebe.

Aus der Sendung auf dem Rundfunkkanal 103FM

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Exil – das ist die Trennung von Brüdern

Frage: Was bedeutet das ägyptische Exil im Verhältnis zu den Freunden?

Antwort: Das ägyptische Exil steht für einen Zustand, in dem der Mensch keine echte Verbindung zu seinen Freunden herstellen kann, da der Pharao zwischen ihnen steht und über sie herrscht. In diesem Zustand ist der Mensch gezwungen, für den Pharao zu arbeiten, anstatt für seine Freunde, was ihn in eine Art Sklaverei führt.

Zunächst empfindet der Mensch eine gewisse Zufriedenheit in diesem Exil. Er kümmert sich nicht um seine Freunde, sondern ist vielmehr auf den Pharao – den König – fokussiert, der ihm ein vermeintlich gutes Leben und egoistische Erfüllung bietet. Diese Erfüllung stillt seinen Neid, Begierde, Ehrgeiz und seinen Drang nach Macht und Autorität. Er bindet sich an den Pharao und ist bereit, für ihn zu arbeiten.

Doch allmählich beginnt der Mensch zu erkennen, dass dieses Leben nicht erfüllend ist. Er merkt, dass er keinen Fortschritt macht und das Ziel der Schöpfung nicht erreicht. Diese Erkenntnis führt dazu, dass er sich im Exil unwohl fühlt. Wie es in der Schrift heißt: „Und die Söhne Israels seufzen wegen dieser Arbeit“, als sie realisieren, dass die prächtigen Städte wie Pitom und Ramses für den Pharao gebaut wurden, und die für sie selbst zu armen, unglücklichen Städten wurden.

Alles, was gebaut wurde, bringt ihnen keinen Nutzen, sondern im Gegenteil, es droht die Gefahr (Gefahr/“sakan“, arm/“miskin“), für immer in Ägypten zu bleiben, in diesem Zustand der Abneigung zueinander, in einem sinnlosen, unglücklichen Leben. Und dann beginnen sie den Wunsch zu entwickeln, diesen Zustand zu verändern und zur Erlösung zu gelangen.

Von dem Moment an, in dem wir das zu erkennen beginnen – öffnet sich Moshe (der Punkt im Herzen), der aus der ägyptischen Sklaverei an einen anderen Ort fliehen möchte. Das heißt, dass die Moshe-Eigenschaft im Menschen sich vom Pharao, vom Ego abtrennt und beginnt, unabhängig zu wachsen, mit dem Ziel, auch andere aus der ägyptischen Gefangenschaft zu befreien. So beginnt der Kampf zwischen Moshe und dem Pharao.

Der Pharao und Moshe kämpfen gegeneinander, und zwischen ihnen steht der Schöpfer. Auf der einen Seite verhärtet Er das Herz des Pharao, auf der anderen Seite stärkt Er Moshe und sagt zu ihm: „Fürchte dich nicht, wir gehen zusammen zum Pharao!“ So lehrt der Schöpfer Moshe, sich an die mittlere Linie zu halten.

Auf der einen Seite steht der Pharao, auf der anderen Seite die Kraft des Schöpfers, und Moshe wächst zwischen ihnen und durchläuft die zehn ägyptischen Plagen, die ihm helfen, grundlegende Eigenschaften zu erlangen.Als er schließlich flieht, schließen sich ihm auch seine weiteren Eigenschaften an, die ebenfalls bereit sind, Ägypten zu verlassen.

So kommen wir zu einem Zustand, in dem es uns nicht mehr ausreicht, einfach vor dem Pharao geflohen zu sein – vor unserem egoistischen Verlangen, von dem wir uns getrennt haben. Jetzt müssen wir die Eigenschaft des Gebens erlangen, was uns zum Empfang der Tora führt.

Das bedeutet, dass das Licht, das zur Quelle zurückführt, zu wirken beginnt, und wir beginnen, es anzuziehen. Unsere Verbindung zueinander muss sich vertiefen. Wir bewegen uns ständig auf eine stärkere Verbindung zu.

Das ägyptische Exil zeigt sich darin, dass wir einander verachten, insbesondere in der Figur Josef – der Beginn der mittleren Linie. Wir teilen uns auf. Das Exil beginnt jedoch bereits mit der Erkenntnis: „Wie gut und angenehm ist es, wenn Brüder zusammen sitzen“ – ein Verständnis, das nur Josef hat.

Josef möchte alle seine Brüder, die „neun ersten Sefirot“, mit sich verbinden, denn er selbst ist die letzte Sefira, Jessod. Daher sagt er: „Wie gut und angenehm ist es, wenn Brüder zusammen sitzen.“ Wenn er sie vereint, entsteht ein spirituelles Gefäß.

Dann wird in Ägypten noch eine tiefere Verbindung erreicht, als die sieben hungernden Jahre kommen und sie erkennen, dass sie einen gemeinsamen verhassten Feind haben – den Pharao. Wenn sie sich von ihrem Ego, dem Verlangen nach Genuss, abwenden und bereit sind, sich zu verbinden, wie ein Mensch mit einem Herzen, in gegenseitiger Bürgschaft, dann erfüllen sie die Bedingungen für den Empfang der Tora – das ist der nächste Schritt in ihrer Verbindung.

Jedes Mal wird die Verbindung stärker und stärker. Alle Sünden, die sie in der Wüste begehen und dann korrigieren, richten sich gegen die Verbindung und führen schließlich zur Verbindung. Es gibt nichts Wichtigeres als die Verwirklichung des Prinzips der Liebe zum Nächsten wie zu sich selbst – das zentrale Gebot der Tora.

Alle Gebote, also korrigierende Handlungen, sind darin eingeschlossen. Bis wir nicht die richtige Verbindung erreichen und ins Land (Erez) Israel eintreten (Yashar-El – ‚gerade zu dem Schöpfer‘), was bedeutet, den Willen (Razon) zu erlangen, der dem Schöpfer ähnlich ist und mit ihm verbunden ist, bleibt uns, den Weg zu gehen.

Daher ist die Liebe zu den Freunden nicht einfach nur eine schöne Geste, sondern ein Mittel, um das Ziel der Schöpfung zu erreichen und zu verwirklichen!

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Aus der Lektion über den Artikel von Rabash

 

 

Freiheit kommt von der Bereitschaft zu geben


Frage: Wie können Sie einer Person die Bedeutung von Freiheit erklären, wenn diese in Sklaverei geboren wurde und in einer Zelle sitzt? Wie fühlt es sich an, frei zu sein?

Antwort: Du kannst Freiheit nur dann verspüren, wenn du geben möchtest und dir dazu die Gelegenheit gegeben wird. Wenn jemand dich am Geben hindert, unterdrückt er dich und beraubt dich deiner Freiheit. Mangel an Freiheit bedeutet nicht, dass du nicht alles tun kannst, was du willst.

Es steht geschrieben, dass wir „ein freies Volk in unserem Land“ sein werden. In unserem Land bedeutet „in unserem Verlangen“ (Land – Aretz, von dem Wort Ratzon – Verlangen). Die Freiheit liegt für uns innerhalb des Verlangens zu geben.

Kabbala Akademie

Verwandtes Material:
Blog-post: Der einzige Punkt, an dem Freiheit möglich ist, ist Ihre Reaktion gegenüber dem Schöpfer
Blog-post: Zum ersten Mal in der Geschichte haben wir die Voraussetzugnen dafür, unseren freien Willen wahrzunehmen

Moderne Sklaverei

News (aus dem Global Slavery Index 2013): „Der weltweite Sklavenindex liefert ein Ranking von 162 Ländern, der eine kombinierte Evaluierung von drei Faktoren widerspiegelt: geschätzte Verbreitung moderner Sklaverei bezogen auf die Bevölkerung, Kinderehen und Menschenhandel in und aus einem Land. Am stärksten gewichtet wird der erste Faktor, die Verbreitung. Ein Nummer 1 Ranking ist am schlechtesten, 160 ist am besten.“

„Mauretanien, eine Westafrikanische Nation, rangiert mit „erblicher“ Sklaverei an erster Stelle im Index. Das spiegelt sich wider in der hohen Verbreitung der Sklaverei in Mauretanien. Es wird geschätzt, dass zwischen 140.000 – 1600.000 Menschen dort versklavt sind – bei einer Gesamtbevölkerung von nur 3,8 Millionen. Dieses Ranking spiegelt sich auch in einem hohen Maß an Kinderehen und zu einem geringeren Anteil an Menschenhandel wieder..“

„Die Länder mit der höchsten Anzahl versklavter Menschen sind Indien, China, Pakistan, Nigeria, Äthiopien, Russland, Thailand, Kongo, Myanmar und Bangladesch. Zusammengenommen machen diese Länder 76 % der insgesamt 29,8 Millionen geschätzten „modernen Sklaverei“ aus.

Mein Kommentar: Wir sind alle Sklaven unserer egoistischen Natur, Umwelt, Bildung usw.. Es hängt alles vom  Bewusstsein der eigenen Sklaverei ab! Ab was können wir in Indien machen: in diesem „geistig, mystischen“ Land, das die „Freiheit des Geistes“ fördert, wo es Kasten und Sklaverei gibt? [119069]

Der Schüler wie der Lehrer

Baal HaSulam, 10. Brief: „Wenn ein Schüler ins Exil geht, wird sein Lehrer mit ihm verbannt.“ Aber wie können die egoistischen Ansprüche, die den Studenten bei seinem Studium überwältigen und so stark an ihm arbeiten, dass er vom spirituellen Weg abkommt – trotz seiner Verbindung mit dem authentischen Kabbalalehrer?

Das passiert alles aufgrund der Tatsache, dass der Schüler während es Abstiegs denkt, dass sich sein Lehrer auch im Abstieg befindet. Und es ist wirklich so, da er vom Lehrer nur in dem Maße Hilfe empfangen kann, wie er die Größe seines Lehrers bemisst.

Deswegen ist sein Lehrer in diesem Moment erniedrigt und schwach, so wie der Schüler ihn sieht – und das bedeutet, dass der Lehrer zusammen mit dem Schüler fällt. Das Ägyptische Exil beginnt mit „ein neuer König erhebt sich über Ägypten, der Josef nicht kennt“ – eine neue Kraft im Verstand von jedem, der von seiner vorherigen Stufe fällt (und sein Lehrer tut das mit ihm).

Deswegen, „kennen“ sie „Josef (den Gerechten)“ nicht und stellen ihn sich genauso wie sich selbst vor. Und das ist der Anfang des Bundes; denn der gerechte Mann würde sie ansonsten vor Sklaverei und Exil beschützen.

Dieser Abschnitt beschreibt keine historischen Vorgänge, sondern vielmehr einen Menschen, der seine „spirituelle Geschichte“ genau jetzt lebt. Seit dem Moment, in dem sein Herz beginnt, nach dem Sinn des Lebens zu suchen, wird er an einen Ort geführt, an dem er spirituell wachsen kann und den Sinn seines Lebens versteht, sein Geheimnis enthüllt, d.h. dass er eine kabbalistische Gruppe und einen Lehrer findet.

Und dann hängt alles davon ab, wie sehr er schätzt, was er empfängt: die Gruppe, kabbalistische Texte und den Lehrer. Und sein „Ägyptischer Bund“, das Exil, durch sein Ego enthüllt, beginnt mit der Ablehnung seines Lehrers.

Am Ende weist der Lehrer ihm den Weg. Wäre es nicht so, würde ein Mensch dieser Welt nie zur Wahrheit gelangen, die vor uns verborgen liegt; es gibt keine Möglichkeit, sie alleine herauszufinden. Alle Seelen werden entsprechend der Kette angeordnet: AHAP des Höheren steigt in GE des Unteren hinab, und nur durch das Anheften an die Ehemaligen können wir fortschreiten.

Deswegen beginnt das ägyptische Exil, wenn der Schüler seinen Lehrer abweist, was eine natürliche Entwicklung ist, die er durchleben muss. Zuerst merkt er gar nicht, was überhaupt passiert und dass er vom Weg abkommt. Er denkt, dass er alles richtig macht: Er entwickelt sich, versteht und fühlt immer mehr und kann seine eigenen Entscheidungen treffen und beurteilen, weiß, welche Schritte er tut.

Mit anderen Worten: Er hat eine Meinung über alles, was auf dem „einfachen Verstand“ basiert und „Logik“, während er vergisst, dass alles gut ist und gut nur in Bezug auf seinen persönlichen Egoismus und nicht in Bezug auf den „Lehrer, die Bücher und die Gruppe“ ist, wo man immer auf den Weg „Glaube über Verstand“ voranschreiten sollte.

Es heißt, dass sie Josef nicht länger fühlten (den inneren Gerechten), d.h. dass ein Mensch nicht länger den Punkt in seinem Herzen wahrnimmt, welcher vorher in ihm mit Entwicklung verknüpft war, dem spirituellen Weg und dem Geben in einem bestimmten Grad. Und er durchtrennt die Seile mit spirituellem Voranschreiten vollständig, da er nichts zum Anlehnen hat, wenn der Lehrer, der seinen Weg bestimmte, weg ist.

Ein Mensch denkt, dass er sich weiter entwickelt, während ihn diese Entwicklung nur tiefer in den Bund treibt, den er noch entdecken wird. Es gibt nichts, was wir tun können; es sind alles notwendige Stufen, die man durchleben muss.

Aus dem ersten Teil der täglichen Kabbala Lektion vom 20.04.2011, Baal HaSulams Brief 10

Ein Minus auf dem Bankkonto der Menschheit

Frage: Wenn man sich das Internet anschaut, sieht man, dass die meisten Menschen nach einer Antwort auf die Frage suchen, wie sie aus den Schulden herauskommen können, wie sie aus ihrem Minus auf ihrem Bankkonto herauskommen können. Können Sie das erklären?

Antwort: Zuallererst einmal werden wir absichtlich in einem Minus gehalten. Ein Minus ist eine Art Sklaverei, eine Form der Verbindung zwischen Menschen, die dazu gebraucht wird, einen Menschen zu verwirren und ihn in dieser Weise zu versklaven. Wir verstehen das nicht und halten uns selbst für frei. Aber man ist nirgends frei. Wenn man heutzutage sich selbst oder seine Familie nicht ungehindert ernähren kann, dann ist man in gleichem Maße mit Eisenketten gebunden. Und wenn man, zum Beispiel, ein Minus auf dem Bankkonto hat, ist man vollständig versklavt.

Alle Arten von Steuern, Abgeltungen und Schulden, die ein Mensch leisten muss, sind eine Art moderner Sklaverei. Es scheint, als ob alles OK ist, man kann ein wenig mehr Geld leihen, die Dinge stehn nicht so schlecht…

Diese neue Zeit, in der Menschen in Schulden leben, hat vor kurzem begonnen. Ganze Nationen leben im Minus. Die Schulden von bestimmten Nationen reichen in die Hunderte von Milliarden Dollar. Es gibt ein Minus auf den Konten des Landes. Und dann kann man nicht viel machen. Deine Konten können “gesperrt” werden, sodass du nichts bekommst, bis du zurückgezahlt hast. Folglich wird ein ganzes Land versklavt, bis es bettelt “Ich bin bereit alles zu tun, was du sagst – gib mir nur Nahrung!” Wie ein Sklave, der für sein Essen arbeitet. Genau das geschieht mit Menschen und ganzen Nationen und es gibt keinen Weg heraus aus dem Minus!

Aus dem 4. Teil des Täglichen Kabbala Unterrichtes, 1.03.2011, Unterricht über Geld

Die Geburt von Josef

Das Buch Sohar, Vorwort, Artikel „Sprößlinge“, P. 5: „Die Sprößlinge sind die Vorväter, die in den Gedanken und in die höhere Welt, d.h. Bina, eingetreten sind und dort verborgen wurden.

Und sie kamen daraus in einer Verhüllung hervor, und wurden in den wahren Propheten verborgen. Josef wurde geboren und sie wurden in ihm verborgen.“

Josef kam in das heilige Land und befestigte sie dort, wie es geschrieben steht : „Josef wurde geboren“, – d.h. Jessod de Gadlut.

Unsere gesamte Verbindung mit der spirituellen Welt geht durch Parzuf Nukwa der Welt Azilut. Eben zu ihr erheben die zerbrochene Seelen ihr MaN, die Bitte um die Korrektur.

Ein Mensch mit dem Punkt im Herzen strebt zur spirituellen Welt, und das Spirituelle ist das Geben und die Einheit. Deshalb strebt er zur Verbindung mit den anderen und diese Möglichkeit bekommt er in der Gruppe.

Wenn der Mensch die Bedingung des Aufstieges erfüllt und ein Kli schafft, verbindet er sich mit Malchut der Welt Azilut. Sie erhebt die gemeinsame Bitte der Freunde zu Seir Anpin, und er gibt ihnen das Licht, das zur Quelle zurück bringt. Dann steigen die Seelen, die zu einem ganzen werden wollen, über die Stufen der Einheit hinauf.

Zuerst zum Zustand des Wachstums (Ibur, Embryo). Hier vereinigen sie sich, indem sie sich voreinander, einer von dem anderen annulieren. Jeder beugt den Kopf vor der Umgebung und wird zu einer „Frucht in der Gebärmutter“.

Dann erreichen sie die Stufe des Stillens (Enika), wo ihre Verbindung stärker wird: Hier können sie schon mit ihrem Verlangen nach Genüssen arbeiten, sich über ihm ereheben.

Dann gehen die Seelen zu dem erwachsenen Zustand über (Gadlut). Das Niveau ihrer Verbindung lässt sie sich mit Seir Anpin vereinigen und diese, Stufe heißt Jessod de Gadlut oder Josef.

Von hier können wir die in der Tora beschriebene Geschichte von Josef, der von seinen Brüder in die Sklaverei verkauft wurde, verstehen. Diese Ereignisse entwickeln sich um dem Kampf für unsere Vereinigung, damit wir die Bürgschaft erreichen, in dem Maß, das für die Enthüllung des Schöpfers zwischen uns genügt.
Aus einem Sohar-Unterricht. Vorwort, 02.12.2010

Die Sklaverei der eigenen Natur

Wenn der Mensch von einem großen Vergnügen erfüllt ist, löst er sich darin auf, befindet sich komplett unter seiner Macht, ist wie ein Roboter, bereit alles zu tun, was dieses Vergnügen von ihm fordert. Er kann dem nicht widerstehen.

 Jeder Mensch hat ein gewisse Toleranzschwelle, ein Limit, bis zu welchem er dem Genuss widerstehen oder Leiden erdulden kann. Und wenn die Leiden oder der Genuss diese Schwelle überschreiten, sind sie fähig den Menschen völlig zu versklaven.

 Der Mensch ist nur in einem sehr engen Frequenzbereich der Empfindsamkeit fähig, ihnen zu widerstehen. Nur in diesem Bereich kann er sich dagegen schützen. Worin besteht dieser Schutz? Er versteht, dass er der Versuchung gegenüber nicht kapitulieren darf, weder bezüglich der guten noch der schlechten Seite.

 Sonst beherrschen ihn die Genüsse und die Leiden komplett, denn der Mensch ist aus einem Baustoff geschaffen, dessen Grundlage das Verlangen zu genießen ist. Deshalb ist absolut offensichtlich, dass sie mit ihm einfach alles machen können.

 

Unterricht zu dem Artikel „Shamati 4“ vom 19.11.2010

Baal HaSulam. Dies ist für Jehuda

Aus dem Kommentar auf Haggada zur Pessach

Die Mitzwa des Essens der Maza wurde den Kindern Israels bereits, als sie sich noch in der ägyptischen Gefangenschaft befanden, gegeben, da die Erlösung in aller Eile stattfand.

Wir befinden uns auch in Gefangenschaft und unsere Absicht ist auch auf die Erlösung gerichtet, genauso wie bei unseren Vätern in Ägypten.

„Sklaven waren wir“. Beginnt mit einer Tadel und endet mit einer Preisung. Der Tadel beginnt mit den Worten „Götzenanbeter waren unsere Väter“ oder mit den Worten „Sklaven waren wir“, so ist die Meinung von Halacha.

Man soll mit Tadel beginnen und mit einem Lob enden, nach dem Prinzip: „Der Vorrang des Lichtes wird aus der Dunkelheit erkannt“. Deshalb als „wilde Esel wird der Mensch geboren“ und am Ende erlangt er die Form eines Menschen. So war es auch bei der Entstehung von dem Volk Israel.

Denn der Schöpfer hat die Schöpfung wie Etwas aus dem Nichts erschaffen, und jedem Sein geht das Nichtsein voraus. Aber auf der unbelebten, pflanzlichen, tierischen und menschlichen Stufe ist das Nichts unterschiedlich.

Der Anfang von dem unbelebten Niveau ist das absolute Nichtsein. Der Anfang von dem pflanzlichen Niveau ist die Form des unbelebten Niveau: Säen und die Zersetzung von Samen, Das Nichtsein von dem tierischen Niveau ist das pflanzliche Niveau. Und die tierische Form gilt als Nichtsein bezüglich des Menschen.

Deshalb als „wilde Esel wird der Mensch geboren“. Und es ist zwangsläufig für jeden Menschen, das er seinen Anfang im tierischen Stadium hat. Es steht geschrieben: „Den Menschen und das Tier rettest du mein Gott“. Also du rufst alle Wünsche heraus, die für seine Existenz und für das Abschließen seines Werkes notwendig sind.

Woran liegt der Vorzug des Menschen über dem Tier? In ihren Wünschen, denn durch diese unterscheidet sich die Erlösung, die der Schöpfer einem Tier oder einem Menschen schenk.

Im Menschen gibt es nur ein Bedürfnis, das in der tierischen Form nicht existiert. Das Streben dem Schöpfer zu dienen. Deshalb nur darin liegt seine Vorbereitung: sich nach dem Dienen dem Schöpfer zu streben. Und nur dadurch erhebt er sich über dem Tier. Denn in der tierischen Form finden wir sogar die abstrakte Vernunft, die sich für die Arbeit und für die politische Führung eignet.

Deshalb ist das „Nichtsein“, das der Existenz des Menschen vorausgeht, ist die Verneinung eines Verlangens, das auf die Annäherung an den Schöpfer gerichtet wurde, also eine tierische Stufe. Darüber steht es geschrieben: beginnt mit dem Tadel und endet mit der Preisung. Also, man soll das Nichtsein, das der Existenz vorausgeht im positiven Sinne erkennen, wie ein Tadel, das dem Lob vorausgeht und aus ihm verstehen wir besser die Preisung.

Das gleiche betrifft auch die vier Exilperioden, die den vier Erlösungen vorausgehen, bis zur vierten Erlösung, die eine für uns wünschenswerte absolute Vollkommenheit darstellt. Das Exil ist das Nichtsein, das der Existenz, also der Erlösung vorausgeht

So alle Buchstaben des Wortes Erlösung (Geula – גאולה) finden wir im Wort Exil (Gola – גולה), außer Buchstabe Alef, der auf den „Herrscher der Welt“ (Alufo Shel Olam) hinweist. Das bedeutet, dass die Form des Nichtsein die Verleugnung des Seins ist.

Die Form des Seins, d.h. die Erlösung wird aus den Worten „Und es wird nicht mehr ein Mensch seinen Nächsten und seine Brüder die Erkenntnis des Schöpfers lehren, weil alle Mich kennen werden, von jung bis alt“ erkannt. Was heißt, dass die Form des Schöpfers im Exil die Verleugnung des Seins ist.

Folglich entspricht die Form des Nichtseins im Exil der Verleugnung des Wissens über den Schöpfer, die Abwesenheit des Buchstaben Alef, fehlender im Exil und begehrten in Erlösung (d.h. in der Verschmelzung mit dem Schöpfer)

Das nicht Sein selbst bereitet das auf ihm beziehendes Sein. Die Freiheit ist ein hoher Begriff, dass nur wenige verstehen, aber eine Versklavung kann niemand ertragen.

Wir beginnen mit dem Tadel, um die Erlösung besser erkennen zu können. Und beginnen soll man nicht von den Zeiten der Terach, sondern von Ägypten, wo das Volk ein kleines Fetzen der Schöpferliebe und des Dienens hatte. Die zusätzliche Last der ägyptischen Gefangenschaft ist an sich keinen Mangel im Leben des Volkes, das Mensch (Adam) heißt.

Das Nichtsein bereitet das Sein vor, deshalb gilt es als Teil der Erlösung und auch dafür muss man dankbar sein. Das heißt, man sollte bei den Worten „Götzenanbeter waren unsere Väter“ nicht bedauern, denn das ist noch kein Nichtsein, das dem Sein vorausgeht. Denn darin ist noch keine Menschensein beinhaltet, denn damals waren sie am weitesten von der Schöpferliebe entfernt.

Deshalb beginnen wir von ägyptischer Gefangenschaft, wenn ein winziges Stückchen von Schöpferliebe schon in ihrem Herzen vorhanden war, aber erlöschte von harter Arbeit. Das heißt, nämlich, dass das Nichtsein dem Sein vorausgeht.

Die Freiheit des Volkes in dem, was das Wissen des Schöpfers betrifft, ist ein sehr erhabenes Konzept, das nur die Erwählten durch die Vorbereitung erfassen können. Aber ein Großteil des Volkes ist bereit die Härte der Sklaverei, die jedem klar ist zu verstehen.

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Die zusammengepresste Zeit vor dem Kongress

Unser gegenwärtiger Zustand erinnert an die Zeit vor dem Auszug aus Ägypten. Und je näher wir dem Auszug kommen, desto dichter wird die Zeit zusammengepresst, die mit den Handlungen, Ereignissen, Vorfällen ausgefüllt wird. Und deshalb zweifelt der Mensch, in seinem Inneren wird alles vermischt: ich, der Pharao, Moses, die Ägypter, das Volk Israels innerhalb und außerhalb Ägyptens – alle meine inneren Zustände.

– Wenn ich mich innerhalb des Egos befinde, dann heißt dieses Ägypten.

– Wenn ich mich über das Ego erheben will, dann möchte ich schon aus der ägyptischen Sklaverei weglaufen.

– Wenn mein egoistischer Wunsch, die Zweifel, mich be herrschen, dann herrscht der Pharao über mich.

– Wenn ich ihm entkommen will, ihn von der Seite her anschauen möchte – dann bin ich der Moses.

Alle diese Zustände werden im Menschen empfunden, und wenn ihm bewusst ist, dass er sich gerade unter solchen Einwirkungen befindet, dann ist es schon bemerkenswert. Er wird die sehr schnelle und bedeutende Klärungen in guter Geschwindigkeit erhalten.

Während des Kongresses geraten wir unter die Einwirkung der allgemeinen großen Begeisterung, die über eine riesige Kraft verfügt. Deshalb muss man nur weiter machen, den Zustand fortsetzen, sich nicht beruhigen. Dabei ist die Freude sehr wichtig – selbst wenn wir etwas Unangenehmes empfinden.

Achten Sie nicht auf die schlechten Gedanken und Zweifel, weil unsere innere Arbeit eben darin besteht, dass man trotz allem vorankommen muss. Vergessen Sie nicht, dass die tiefste Finsternis vor dem Durchbruch, vor dem Ausgzug aus Ägypten empfunden wird.

Folglich muss man nicht auf diese Finsternis warten, sondern die ganze Zeit an das Licht und die Flucht denken, wobei unser Streben nach dem Licht, das Verständnis, die Empfindung – von der Tendenz zum Rückzug und vom Eintauchen in die Dunkelheit, in den Nebel, in die Verwirrung begleitet wird. So soll es sein und wir werden diese Zustände zusammen gehen!

Lasst uns einander helfen, lasst uns alle Zustände mit Freude annehmen. Die Freude ist die mächtigste Kraft, weil man sich trotz allem freut, dass man die Arbeit des Schöpfers erfüllt und in der Spiritualität vorankommt.
Man muss durch die schwierigen Zustände gehen, um aus dem Ego ausgerissen zu werden, um darüber hinaufzusteigen. Viel Erfolg!

Aus dem Unterricht nach dem Artikel „Dies ist für Jehuda“, 01.11.2010

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