Kabbala und der Sinn des Lebens - Michael Laitmans persönlicher Blog

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Das Pessachfest aus verschiedenen Blickwinkeln

Frage: Worin unterscheidet sich die kabbalistische Sichtweise auf unsere Welt und des Festes Pessach von der üblichen Sichtweise?

Antwort: Es gibt mehrere Ebenen der Erklärung des Daseins, seiner Schöpfung, seiner Entwicklung, seines Ziels und der Aufgabe des Menschen darin. Über das Pessachfest lässt sich beispielsweise Folgendes sagen:

  1. über die historische Epoche der Versklavung des Volkes in Ägypten,
  2. über die „Versklavung“ des Menschen in seinem Egoismus – Ägypten – Pharao,
  3. über die Entwicklung der Schöpfung – des Verlangens unter dem Einfluss des Lichts – des Schöpfers und seiner Abwesenheit – unter dem Einfluss der Finsternis – Ägyptens – des Pharaos.

Man kann auch aus verschiedenen Ebenen sprechen:

  1. über die mechanische Erfüllung von Bräuchen, die im Alltag als Gebote bezeichnet werden,
  2. über die psychologische Erfüllung der Anweisung „Liebe deinen Nächsten wie dich selbst“ als allgemeine (Klal) Anweisung des Schöpfers, die alle anderen Anweisungen in sich umfasst, wie es in der Tora heißt: „Liebe deinen Nächsten – das allgemeine Gesetz der Tora“,
  3. über die kabbalistische Wirkung des höheren Lichts auf die Welten und durch diese auf die Seelen, die die Stufen ihrer spirituellen Entwicklung und Korrektur durchlaufen.

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Ich möchte lernen zu lieben

Kommentar:„Wir alle versuchen häufig, andere Menschen zu verändern – ihr Verhalten oder ihre Sichtweise“, sagen Psychologen. Das kennen wir nur zu gut: Der Chef möchte, dass die Mitarbeiter härter arbeiten. Die Mitarbeiter wollen, dass der Chef nachgiebiger ist. Wir versuchen, unsere Partner, Freunde und Kollegen zu verändern. Doch meist bleiben diese Versuche erfolglos.

Psychologen sagen: „Es gibt einen Ausweg. Mit vier Schritten kann man fast jeden ändern.“ Doch sie fügen hinzu: „Zuerst muss man sich selbst verändern.“

  1. Schritt: Vom Kritiker zum Verbündeten werden.

Frage: Wie kann man sich vom Kritiker zum Verbündeten wandeln? Ist das umsetzbar oder eher eine Utopie?

Antwort: Warum sollte man sich mit jemandem einig sein? Niemals im Leben! Sonst wird man von allen unterdrückt! Diese Haltung wird von Anfang an abgelehnt.

  1. Schritt: Gemeinsam ein Ziel definieren.

Frage: Ist das möglich? Ich bin gegen jemanden eingestellt, aber gemeinsam bauen wir ein Ziel auf, das wir erreichen wollen.

Antwort: Damit kann man einverstanden sein. Eine Zukunftsvision sollte gegenseitig sein. Auch bei Gegensätzen oder dem Wunsch, den anderen zu verändern, ist es entscheidend, ein gemeinsames Ziel zu definieren. Schritt für Schritt kann man sich annähern.

  1. Schritt: Gemeinsam besprechen, wie das Problem zu lösen ist.

Antwort: Das ist richtig. Unrealistisch, aber richtig.

  1. Schritt: Einen gemeinsamen Schritt-für-Schritt-Plan erstellen.

Antwort: Sehr schwierig. Jeder hat seinen eigenen Plan und will ihn durchsetzen. Am Ende stellt sich heraus: Wir sind doch nicht einverstanden.

Frage: Also lenkt der andere den Plan ständig in seine Richtung, und ich in meine?

Antwort: Natürlich.

Frage: Wie kann man also eine Beziehung aufbauen, ohne den anderen verändern zu wollen? Psychologen sagen: „Vier Schritte.“ Mein natürlicher Impuls ist es, den anderen an mich anzupassen. Wie kann man das vermeiden? Das ist doch die Ursache aller Kriege und Streitigkeiten.

Antwort: Einfach lieben. Das ist alles.

Wir kommen wieder zur ersten Frage zurück: Wenn wir verstehen, dass das Wichtigste im Leben ist, bei jemandem zu sein, der versteht, hilft, liebt und schätzt – dann muss man das sehr wertschätzen und alles dafür opfern.

Kommentar: Das heißt, ich opfere mein gesamtes „Ich“, das Bedingungen stellt. Und ich sage: „Ich möchte lernen zu lieben.“

Antwort: Genau. Ich will lernen, diesen Menschen zu lieben, weil ich mit ihm zusammen sein möchte. Das ist alles. Und wenn er dasselbe empfindet, entsteht ein großes, gegenseitiges und außergewöhnliches Gefühl.

Frage: Geht es dabei nur um Paare oder auch um Arbeitsverhältnisse und Staaten?

Antwort: Praktisch um alles. Über allem sollte dieser Wunsch leuchten: „lieben lernen“.

Das muss man anerziehen. Leider gibt es diese Erziehung nicht. Wenn wir älter werden und es verstehen, fehlt oft die Kraft. Deshalb gelingt es nicht, die junge Generation zu erreichen und ihr etwas zu vermitteln. Sie winken ab, und es kommt keine Annäherung zustande. „Wenn die Jugend wüsste, wenn das Alter könnte.“

Frage: Das heißt, jeder muss seine eigenen Erfahrungen machen?

Frage: Muss also jeder seine eigenen Erfahrungen machen?

Antwort: Ja, aber wir müssen trotzdem alles tun – intensiv, bei allen Arbeiten und in allen Schulen. Kurz gesagt: Menschen jeden Alters müssen darin unterrichtet werden, um den Zugang zur Liebe zu finden. Dann wird die ganze Gesellschaft von diesem Ansatz durchdrungen sein. Es wird in der Luft liegen: Es ist möglich zu lieben.

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Aus der TV-Sendung „Nachrichten mit Michael Laitman“

 

Leben nach den Gesetzen des Gebens

Frage: Wie kommt es, dass Phänomene, die als „spirituelle Entwicklung“ bezeichnet werden, aus gegensätzlichen Dingen bestehen? Wie kann es in der Wahrnehmung eines Kabbalisten einen Sinn ergeben, während es in der Wahrnehmung eines normalen Menschen völlig unvereinbar ist?

Antwort: Da der gewöhnliche Mensch einen kleinen tierischen Verstand hat. Es existiert nur in ihm und er sieht nur die Ereignisse die sein tierischer Zustand beobachtet, mehr nicht. Der Kabbalist entwickelt in sich zusätzliche Sichtweisen, Gefühle und „Kelim“- Verlangen.

Unsere tierischen Verlangen geben uns körperliche Empfindungen von unserer Welt. Mit Hilfe der Kabbala und der Einbindung in die Gruppe der Freunde, werden äußere Verlangen in uns entwickelt, in denen wir alles empfinden. So beginnen wir die Freunde, wie sich selbst zu spüren.

Natürlich geschieht dies allmählich, von einem kleinen, zu einem großen Prozentsatz. Es gibt 125 Stufen in der Empfindung von Freunden. Wenn wir auf diese Weise aus uns herausgehen, beginnen wir die Höhere Welt zu spüren. Dort herrschen ganz andere Gesetze als in unserer Welt – die Gesetze des Gebens. So heißt es: „Und ich sah die andere Welt“.

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Aus dem Gespräch: „Mein Telefon hat geklingelt.“ “ Was ist Logik?“

Wie kann ich die angestauten Ärger loswerden?

Frage: Sie haben auf Twitter geschrieben: „Ersetzen Sie Hass nicht durch Liebe, Sie werden die Liebe zerstören. Es wird empfohlen, alles Schlechte zu behalten und zu lernen, es mit Gutem, mit der Liebe zu bedecken. Bedecken bedeutet, Übereinstimmung zu wahren, dazwischen zu sein. Sie werden dann auf zwei Beinen stehen und diese beiden Qualitäten in der Mittellinie entwickeln.“

Ein Leser schreibt: „Es ist schwer, aber Sie müssen es akzeptieren, es gibt keinen anderen Weg. Das Einzige, was mich interessiert, ist: Wohin mit der angesammelten Wut?“

Antwort: Es darf nicht ausradiert werden. Das angesammelte Böse muss durch das Gute überdeckt werden. Es ist dazu da, um das Gute immer weiter wachsen zu lassen. Das Gute kann nicht einfach so mehr werden. Nur wenn das Böse größer wird, kann das Gute, durch unsere Bemühungen zunehmen.

Frage: Wie kann man sich mit dem Bösen versöhnen?

Antwort: Dafür besteht kein Grund! Es ist notwendig, einen vernünftigen Blick auf die Welt zu haben. Es ist nicht einfach, es ist sehr schwierig, aber sonst kommen wir nicht zur richtigen Sichtweise auf die Welt.

Die Welt besteht aus zwei Kräften- positive und den negative. Wir müssen also auf die richtige Art und Weise miteinander umgehen: Liebe und Hass, Gut und Böse, Minus und Plus, wir müssen die Balance zwischen ihnen finden. [Rest des Beitrags lesen →]

Kann man einen Abgrund überwinden, den niemand überwinden will?

Es steht geschrieben: “ Wo es keine Menschen gibt, versuche, ein Mensch zu sein“ (Mischna, Avot, 2:5). Dieses Sprichwort scheint sehr passend in einer Zeit, in der die Menschen jegliches Vertrauen ineinander und in die Autoritäten verloren haben und in der sie sich in Bezug auf die Zukunft hoffnungslos fühlen. Wir durchleben gerade ein hartes Erwachen, eine Abrechnung mit der Brüchigkeit unserer Gesellschaft.

Die Demokratie hat einmal mehr ihre Verwundbarkeit bewiesen. Italien war eine Demokratie, bevor es dem Faschismus zum Opfer fiel. Deutschland war eine Demokratie, bevor es dem Nationalsozialismus erlag. Selbst die Gründer des chinesischen Kommunismus hatten ursprünglich die Absicht, eine Demokratie zu gründen. Der berühmte Historiker Maurice Meisner schrieb über Mao Zedong: „Weder die Begriffe ‚Sozialismus‘ noch ‚Bolschewismus‘ erschienen in Maos ‚Manifest‘. Vielmehr war es ‚Demokratie‘, die Mao als ‚grundlegende Ideologie‘ des Widerstands gegen Unterdrückung bezeichnete.“ Nun scheint es, dass die Vereinigten Staaten von Amerika die gleiche Tortur durchmachen, in der ein Traum zu einem Albtraum wird.

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Zurück zu den Tagen der einzigen Wahrheit

Ich wuchs in Sowjetrussland unter dem Regime der kommunistischen Union der Sozialistischen Sowjetrepubliken (UdSSR) auf. In jenen Tagen war alles einfach: Es gab nur eine Wahrheit, die von der einen Partei ausging, und die konnte man in der einzigen Zeitung nachlesen, die treffend Prawda [Wahrheit] genannt wurde. Es gab keine anderen Ansichten zu hören oder zu sehen, und das ganze Volk wurde nach der einen existierenden Wahrheit erzogen und gebildet.

Auf der anderen Seite der Welt war der große Widersacher der Wahrheit: Amerika! Amerika hatte alle möglichen Ideen, wie z.B. mehr als eine Partei, und den Glauben, dass jeder das Recht auf seine eigene Meinung hat, auch wenn sie der Prawda widerspricht. Sie waren der Feind!

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Was kommt als nächstes für Amerika?

Unabhängig davon, wer im kommenden Januar bei der Amtseinführung als US-Präsidenten vereidigt wird, ist viel über den „Trumpismus“ als starke politische Kraft gesagt worden, die sich nicht nur in Amerika, sondern auch in anderen Teilen der Welt ausbreiten wird, wo ein neuer Regierungsstil eingeschlagen wurde.

Wie wird sich dies auf die Zukunft in Amerika auswirken? Zu diesem Zeitpunkt ist es schwer zu sagen, wie sich die derzeitigen Tendenzen entwickeln werden. Was ich mit Sicherheit weiß, ist, dass jede politische Kraft nur dann als solche betrachtet werden kann, wenn sie darauf abzielt, die gegensätzlichen Fraktionen, den Antagonismus zwischen den Menschen, zu verbinden. Das ist die Ideologie, die sich durchsetzen und von nun an jedem klar sein sollte.

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So eine einfache Absicht

Eine Frage, die ich erhielt: Wie kann die Umgebung etwas, was sich von meinem Egoismus unterscheidet, in mich hineinbringen, wenn sie selbst ebenfalls aus den Egoisten besteht?

Meine Antwort: Du suchst sie doch selbst aus.

Der Schöpfer hat hier Menschen versammelt, in die Er ein gemeinsames Verlangen, ein gemeinsames Bestreben hineingelegt hat. Sie haben einander nicht gesucht und nicht gebraucht, doch Er hat sie zusammengebracht.

Wohin ihr Weg sie führt, wissen sie selbst nicht, doch von jeder anderen Umgebung unterscheiden sie sich durch Funken, durch spirituelle Regungen, für die die Zeit gekommen ist, korrigiert zu werden.

Ich verbinde mich mit Freunden, um eine Verbindung mit ihren Funken herzustellen – das ist genau das, was wichtig ist, das ist meine Umgebung.

Der Eine hat ein angenehmes Äußeres, der Andere ist unscheinbar, der Dritte ist aufbrausend, der Vierte ist überhaupt ein nüchterner Zahlenmensch – ich achte nicht auf diese äußeren Formen, denn sie beziehen sich auf die tierischen Eigenschaften unserer Welt.

Nein, ich sehe jene Funken, die in meinen Freunden entflammt und miteinander verbunden sind. Diese Funken sind die Folge des uns verbindenden Schirms, und wenn ich ins Innere durchdringe, komme ich dort an, wo er uns immer noch miteinander zusammenschweißt.

Alles hängt von der Tiefe des Eintauchens in unseren gemeinsamen „Kuchen“ ab. Seine Obere Schicht ist die äußere, oberflächliche Sichtweise.

Später fange ich an, immer tiefer zu schauen. Denn in den Freunden kommt nun die innere Einheit zum Vorschein. Darum wurde ich auch zu ihnen geführt, damit ich, angefangen mit äußeren Eindrücken, zum inneren Wesen gelange.

Diese Verbindung kann ich an jedem Ort in der Welt finden, und eigentlich muss ich dafür nicht irgendwohin fahren oder fliegen. Alle Menschen sind miteinander verbunden, doch nicht alle zeigen jetzt schon die Neigung zur Enthüllung ihrer Einheit.

Und nun wurde ich in jene Schicht der Menschheit gestoßen, die jetzt korrigiert werden muss, d.h. die allgemeine gegenseitige Verbindung und in ihr das höhere Licht, den Schöpfer, enthüllen muss. Nun versuche ich, dieses System möglicht schnell zu durchschauen, ich bin bereit, mich darin zu befinden.

Das Gesetz dieses inneren Systems lautet Bürgschaft, und noch tiefer wird die Korrektur enthüllt. Es gibt nichts anderes, wir dringen einfach immer tiefer in diesen „Kuchen“ ein, in das Wesen von äußeren Bildern, in die Wurzel der Geschehnisse.

Ich bin immer in die Tiefe gerichtet, um dort die Verbindung zwischen uns zu finden und zu stärken. Auf dieser einfachen Absicht konzentrieren wir uns während des Kongresses.

Aus dem Unterricht nach einem Artikel von Rabash vom 01.11.2010

Wo bin ich: unten oder oben?

Das Vorankommen eines Menschen hängt davon ab, inwieweit er in der Lage ist, sich über dem Empfinden, über seinem früheren Verstand zu erheben, sich von ihnen zu trennen und sich immer am Licht, am Schöpfer zu orientieren.

Während des Abstiegs ist so etwas jedoch nicht möglich, weil der Schöpfer aus dem Empfinden und dem Bewusstsein verschwindet. Dann kann nur die Gruppe dem Menschen helfen und ihn auf der Höhe festhalten, auf der er die richtige Einstellung, die richtige Sichtweise auf das, was mit ihm geschieht, beibehält.

Das ist der Grund, warum die Verbindung mit der Gruppe, mit ihrer Ausrichtung und ihrer Herangehensweise dermaßen wichtig ist. Die Gruppe verliert niemals das Verständnis, die Bereitschaft, die Verbindung mit dem Höheren, sie weiß immer, dass es niemanden außer Ihm, dem Guten und Gutes tuenden, gibt.

Wenn der Mensch von dem Geist, der in der Gruppe herrscht, durchdrungen ist, durchläuft er schnell all die Zustände und zieht aus ihnen immer einen Nutzen. Während er die Empfindungen in seinem egoistischen Verlangen überprüft, schließt er das an sie an, was er über diesem Verlangen spürt und denkt. Und das geht bereits von der Gruppe aus.

Während der Mensch auf dem Weg voranschreitet, beginnt er zu begreifen, dass in seiner Wahrnehmung nur zwei Grundelemente enthalten sind:

1. Innerhalb seines egoistischen Verlangens entsprechen seine Gedanken den Empfindungen, der Verstand und das Herz sind eins.

2. Indem der Mensch auf die Seite von Verlangen und Gedanken der Freunde in der Gruppe übergeht, unterzieht er sich selbst einer Analyse und baut den Glauben über dem Verstand auf.

Alles hängt davon ab, wozu der Mensch sich zugehörig fühlt, wo sich sein Punkt im Herzen befindet: unten oder oben. Genau das bedeutet auch die freie Wahl.

Aus dem Unterricht nach einem Artikel von Rabash vom 25.10.2010

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Wie man über sich selbst steigt, um aufzusteigen

Wenn ich anerkenne, dass das Schöpfungssystem, welches vor mir erscheint, in Wirklichkeit korrigierter ist, als ich es sehe, dann nehme ich es durch den Glauben über dem Verstand – über meiner Sichtweise – wahr.

Ich begreife, dass ich seinen wirklichen Zustand nicht erkenne, denn im Moment ist die Realität für mich das, was ich in meinem Verlangen, in meinem zerbrochenen Gefäß, wahrnehme.

Und in der Tat „hat ein Richter nicht mehr als seine Augen sehen können“ – und ich sehe die ganze Welt zerbrochen. Um weiterzukommen, muss ich mich über diesen „Richter“ erheben. Wer ist dieser Richter? – Die Gruppe.

Das heißt, außer mir gibt es einen weiteren Richter – die Meinung der Umgebung. Und wenn ich, nachdem ich mich selbst geprüft habe, die Meinung der Gruppe akzeptiere, dann bedeutet das, dass ich deren Standpunkt einnehme, obwohl ich ihn real nicht sehe – real sehe ich nur durch meine Augen.

Zwei Meinungen können nicht gleichzeitig existieren – entweder die eine oder die andere. Du kannst nicht mit beiden Augen durch unterschiedliche Brillen schauen und das Gleiche sehen.

Du siehst, dass die Bilder unterschiedlich sind! Doch du verstehst, dass die Sicht der Umgebung viel weiter ist, denn sie ist gegen deine egoistische Natur gerichtet.

Und auf diese Weise kommst du jedes Mal voran, indem du anstelle deiner eigenen Meinung die Meinung der Gruppe annimmst. Du bist zu ihr aufgestiegen, hast sie zu deiner gemacht und tauschst sie wieder gegen eine noch höhere Meinung der Umgebung ein.

Auf diese Weise steigst du immer höher, was bedeutet: „Die Gruppe von heute ist mein Ich von morgen!“

Aus dem Unterricht nach dem Talmud Esser haSefirot vom 13.10.2010
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