Kabbala und der Sinn des Lebens - Michael Laitmans persönlicher Blog

Beiträge in der Kategorie 'Sgula'

Einen Weg zum Herzen öffnen

Um den Sohar erfassen zu können, muss der Mensch einen Weg zu seinem Herzen öffnen. Die Neigung dazu, ihn mit dem Verstand erfassen zu wollen, wird ihm gegeben, damit er widersteht und sich wünscht, dass der Sohar sich in seinem Herzen öffnet. Sonst wird das nicht funktionieren.

Man braucht eine „Öffnung im Herzen“, damit das im Buch Sohar Beschriebene sich in den inneren Erkenntnissen, im Verlangen, und nicht einfach im äußeren Verstand, wenn ich Worte miteinander verbinde, wahrnehmen lässt.

Denn das äußere Bild, welches ich mir mittels des Verstandes vorstelle, indem ich an die Bedeutung der Wörter denke und eine logische Verbindung zwischen ihnen aufbaue, erlaubt es mir nicht, ständig nach der Empfindung zu streben.

Eine solche Herangehensweise ist zum Scheitern verurteilt. Der Mensch gibt sich damit zufrieden, dass es ihm scheinbar gelungen ist, ein paar Sachen in seinem Verstand miteinander zu verknüpfen, somit hat sich das Problem für ihn erledigt.

Er empfindet kein Bedauern, kein Verlangen, etwas wahrzunehmen und zu erfassen. Er hat einige äußere, für ihn verständliche Erklärungen aus dem Buch gelernt und baut daraus eine „Lego-Figur“ auf, indem er sie miteinander verknüpft.

Doch nur unter der Voraussetzung, dass der Mensch das im Sohar Beschriebene bereits empfindet und diese Empfindungen miteinander verbinden will, kann er die Worte aus dem Text betrachten und nach diesen Worten die Empfindungen miteinander verknüpfen.

Wenn es keine Empfindungen gibt, dann ist es besser, den Verstand nicht einzusetzen, sondern einfach darauf zu warten, dass die „wundersame Kraft“ (Sgula), die im Buch Sohar enthalten ist, anfängt zu wirken.

Kabbala Akademie

Und obwohl meine Augen nicht sehen…

Frage: Was ist Sgula (die wunderbare Kraft)?

Meine Antwort: Unter Sgula versteht man das Ergebnis, das nicht durch meine direkten Handlungen, sondern auf einem indirekten Wege hervorgerufen ist. Ich weiß also nicht genau, wie es funktioniert hat, man sagte mir, dass es so ist, und ich habe dementsprechend gehandelt.

Ich nehme die Verbindung zwischen meinen Handlungen und dem Ergebnis wie eine Tatsache wahr, weil ich mich vollständig auf die Vernunft des Höheren verlasse. Mit anderen Worten: ich arbeite nicht nach dem Prinzip „Der Richter hat nicht mehr, als Seine Augen sehen (Talmud, Baba Batra, 131:1)“, sondern im Gegenteil nach dem Prinzip „Augen haben sie, sehen aber nicht (Ps. 115:5)“.

Ich kann hier nur die Vernunft (Rosch) des Höheren verwenden, die mir gesagt hat: „So muss man es machen“,  ich mache es so, und dann geschieht „Sgula“.

Dies ist das Gesetz; denn in der Natur gelten nur Gesetze.  Aber dieses Gesetz ist noch nicht in meinen Eigenschaften/meiner Vernunft offenbart, es ist für mich nicht offensichtlich und heißt deshalb in Bezug auf mich „Sgula“ bzw. ein Wunder.
Es wirkt auf mich ein, aber ich empfinde es nicht in meinen egoistischen Wünschen, nicht darin, was mir geöffnet wurde. Und deshalb heißt es „Sgula“ (hebr. Wunder), eine unerklärliche Naturerscheinung.

Wir beobachten solche Erscheinungen auch in unserer Welt. Angenommen, ein Mensch rät einem anderen, irgendwelche Handlung auszuführen, um ein bestimmtes Ergebnis zu erzielen. Aber der andere weigert sich, weil er nicht sieht, wie das Ergebnis und die Handlung verbunden sind. Wenn er allerdings trotz seines egoistischen Wunsches dem Ratschlag folgen würde, das heißt, verstehen würde, dass der Ratende den Grund, die Folgerung und die Handlung, die man ausführen muss, um dieses Ergebnis zu erzielen – sieht, dann hätte er Vernunft des Ratenden bzw. wunderbare Macht (hebr. Sgula) genutzt.

Auszug aus einem Unterricht über den Artikel 4 aus dem Buch „Schamati“, 31.12.2010

Woran erkennt man einen Kabbalisten?

Heutzutage bezeichnen sich viele Menschen als Kabbalisten, während sie unter dem Namen der Kabbala alles, was ihnen in den Sinn kommt, verbreiten. Woher sie ihr Wissen haben, ist unklar, denn sie haben bei niemandem studiert.

Man kann die Wissenschaft der Kabbala nicht selbst ergründen: angefangen mit Adam wird die Kette der Kabbalisten, die die Methode der Erkenntnis der höheren Kraft in jeder Generation an ihre Schüler weitergeben, weitergeführt.

Aus diesem Grund kann keiner einfach so behaupten, dass er eine Erleuchtung hatte und zum Kabbalisten geworden ist – so etwas gibt es nicht.

Um ein Kabbalist zu werden, muss man sehr tief und eng mit dem Lehrer verbunden sein, indem man seine Ratschläge im Laufe des Studiums „von Mund zu Mund“ (Pe el Pe) genau befolgt. Ein solches Studium unterscheidet sich von Grund auf von der üblichen Form der Weitergabe von Wissen. Es gründet auf der Erschaffung von gemeinsamen mit dem Lehrer spirituellen Gefäßen/Kelim.

Wenn du alles tust, um mit dem Lehrer verbunden zu sein, fließt in dich mit der Zeit das über, worüber er verfügt. Und das hängt nicht von den Kenntnissen oder irgendwelchen besonderen Auszeichnungen ab, sondern nur von dem Ausmaß der Verbindung mit dem Lehrer.

Allerdings ist dieser Weg nur einzelnen (auserwählten Persönlichkeiten „Jachidej Sgula“) vorbehalten. In unserer Generation müssen aber alle den Schöpfer erkennen und die höhere Welt enthüllen – jeder für sich und die ganze Menschheit zusammen. Es können jedoch nicht alle so eng mit dem Lehrer verbunden sein.

Deshalb ist die Herangehensweise heute anders: der Lehrer, ein Kabbalist, der die Enthüllung von seinem Lehrer, einem bekannten Kabbalisten, erhalten hat, unterrichtet alle, die es wünschen. In dem Ausmaß, in dem jeder dazu in der Lage ist, zu hören, dass man sich an den Lehrer annähern, sich mit ihm verbinden und verschmelzen, ihn verstehen und ihm recht geben muss, in dem Ausmaß kommt er voran.

Diese Wissenschaft wird nicht vererbt, nicht durch den Verstand erworben, sondern fließt buchstäblich in den Schüler durch die innere Verbindung mit dem Lehrer über.

Unsere Generation entwickelt sich als erste auf diesem Wege. Die einen Schüler stehen dem Lehrer nah, die anderen weniger, doch allmählich kommen alle voran.

Woran erkennt man einen Kabbalisten? – Ein Kabbalist lehrt, wie man den Schöpfer enthüllen kann, indem er sich auf die Urquellen stützt, die er von seinem Lehrer erhalten hat. Er erklärt, wie man Verlangen/Kelim entwickeln kann, in denen sich der Schöpfer enthüllt, denn Kabbala ist die Wissenschaft der Enthüllung des Schöpfers dem Menschen in dieser Welt.

Aus einem Programm „Kabbala für Anfänger“, 1.12.2010

Die Formel für die optimale Entwicklung

Der Sohar ist die stärkste Quelle der spirituellen Kraft, aus der wir das Licht, die Kraft – alles, was man sich wünschen kann – schöpfen können. Doch wir müssen verstehen, dass wir alles entsprechend unserem Verlangen erhalten.

Wenn ich das Schöpfungsziel erreichen will und genau darauf gerichtet bin, dann bekomme ich die hundertprozentige Unterstützung und Kraft davon.

Wenn ich aber in eine andere Richtung gehe, dann muss das Licht in dem Maße meiner Abweichung auf mich, auf mein Verlangen zu genießen einwirken, um es zu bezwingen und mich auf den rechten Weg zurückzubringen.

Den Unterschied zwischen dem direkten Weg zum Ziel und der Abweichung davon empfinde ich als Leiden. Diese Leiden zwingen mich, zurückzukehren.

So will auch ein kleines Kind, das ich an der Hand halte, mich zur Seite ziehen, und ich halte es fest und ziehe es zurück, es zieht mich in eine andere Richtung, und ich ziehe es wieder zurück.

Genauso auch wir. Wenn wir von dem Weg abkommen, bringt das Licht uns mit Gewalt zurück. Doch diese Kraft, die als Gegengewicht zu unserem Verlangen wirkt, empfinden wir als böse – bis hin zu Krankheiten, Problemen, Leiden, Kriegen und dem Tod.

Deshalb, wenn wir auf gutem Wege wie liebe Kinder voranschreiten wollen, um nicht mehr zu leiden, müssen wir uns die Frage stellen: wie kann man Gehorsam leisten und auf dem richtigen Weg, direkt und ohne Fehler voranschreiten?

Baal HaSulam schreibt, dass es eine einfache Formel gibt: „Israel (jene, die nach dem Schöpfer streben: Isra – direkt und El – Schöpfer), die Tora (von Or – Licht und Oraa – Anleitung) und der Schöpfer (Kadosh Baruch Hu) sind eins“.

Israel bin ich. Die Tora ist das Licht, das auf mich einwirken und mich auf gutem und direktem Wege vorantreiben wird. Der Schöpfer ist das Geben.

Wie kann ich meine Entwicklung nach dieser Formel organisieren? Baal HaSulam erklärt im Artikel „Die Freiheit des Willens“, dass es nur mit Hilfe der Gruppe möglich ist.

Wenn ich die Erreichung des Ziels mit der Gruppe, in der Gruppe, verbinde, dann füge ich mich in sie ein und will in der Verbindung zwischen uns den Schöpfer enthüllen – auf diese Weise gehe ich zweifelsohne in die richtige Richtung.

Deshalb, wenn wir während des Lesens des Buches Sohar sein Licht anziehen wollen, müssen wir uns möglichst viele Gedanken darüber machen, dass das Licht sich auf die richtige Art und Weise zeigt.

Denn die Tora kann sowohl zum Lebenselixier als auch zum tödlichen Gift werden. Und es kann passieren, dass wir uns in eine vollkommen anderen Richtung bewegen, dann ist es „vorzuziehen, zu sitzen und nichts zu tun“, wie es geschrieben steht.

Darum sollten wir uns mit der richtigen Absicht wappnen und daran denken, dass wir alle zusammen den Sohar lesen, damit das Licht uns die Einheit bringt.

Und es ist unwichtig, was genau wir lesen, wie weit wir verstehen, ob wir hören oder die Sprache kennen. Das Wichtigste ist die Absicht.

Denn die „wundersame“ Kraft (Sgula) des Sohar wirkt auf den Menschen nur in Abhängigkeit von seinem Verlangen. Deshalb lasst uns die Verbindung und in unserer Verbindung die Enthüllung des Schöpfers herbeisehnen.

Aus dem Sohar-Unterricht vom 22.10.2010

Zum Kabbalalernzentrum–>

Den Sohar verstehen


Der Sohar berichtet uns, was in der spirituellen Welt geschieht. Er beschreibt die Handlungen des Gebens durch das Geschöpf. Weil wir zu solchen Handlungen jedoch noch unfähig sind, sind wir nicht in der Lage, sie zu verstehen. Wir existieren in unserem egoistischen Verlangen. Wir kennen nur das Empfangen von Vergnügen und Befriedigung sowie die Handlungen, die uns dahin führen.

Demzufolge erscheinen uns die Handlungen, die im Sohar beschrieben werden, wie in einer fremden Sprache geschrieben, wie ein geheimer Code. Er scheint über etwas völlig Irreales zu sprechen. Es spielt keine Rolle, ob in der Sprache der Kabbala über Sefirot, Parzufim und Welten geschrieben wird oder in märchenähnlichen Allegorien über die Sonne, den Mond, Berge, Menschen, Tiere und so weiter. Wir verstehen oder fühlen nichts von dem, weil wir nicht in der Eigenschaft (Bedeutung, Natur) des Gebens existieren, sondern in der Eigenschaft des Empfangens.

Wenn unsere körperlichen egoistischen Eigenschaften von Oben durch Eigenschaften der Liebe und des Gebens ersetzt würden, könnten wir unmittelbar verstehen, was der Sohar uns berichtet. Wenn wir ihn lesen, würden wir die Höhere Welt enthüllen. Sie würde nicht nur in unserer Vorstellung enthüllt werden, etwa so als würden wir ein Abenteuerbuch lesen, sondern in der Wirklichkeit.

Obwohl wir diese spirituellen Eigenschaften noch nicht besitzen und der Text unwirklich für uns bleibt, wird das Lesen des Buches Sohar als Segula bezeichnet, als ein besonderes Heilmittel. Selbst wenn wir ihn nicht verstehen, lesen wir ihn und versuchen, die Kräfte von dieser anderen Welt auf uns herab zu ziehen, die in diesem Buch beschrieben sind. Indem wir uns Veränderung und das Empfinden des Textes wünschen, „scheint“ es auf uns mit dem „Licht, das erneuert“, (Or Makif – das Umgebende Licht).

Diese Kraft beeinflusst uns und enthüllt neue Eigenschaften des Gebens in unserem Innern, welche im Sohar beschrieben werden. Er wurde aus der Natur des Gebens heraus geschrieben, nicht des Empfangens, und daher kann er nur verstanden werden, wenn wir uns an die Natur des Gebens halten.

Zum Kabbalalernzentrum–>

Würde mir endlich jemand sagen, worum es im Sohar geht?


Ich erhalte viele Fragen über das Studium des Sohar, sowohl von erfahrenen Studenten wie auch von absoluten Anfängern. Die Leute schreiben, „Wir waren bisher gewohnt, zu verstehen, was wir studieren. Talmud Esser HaSfirot und „Einführung zur Weisheit der Kabbala“ (Pticha) gaben uns Wissen über den Aufbau des Universums. Die Artikel über die Gruppe führten uns zum Nachdenken über die Einheit und das Ziel, welche die Gruppe erreichen muss. Die Artikel von Baal HaSulam erklärten die Verbindung der Kabbala zu anderen Wissenschaften und ihre Einstellung zu Religion, Philosophie und der Freiheit des Willens. Es war klar, dass diese Artikel sich mit der Struktur der äußeren Gesellschaft ebenso befassten, wie mit der inneren Struktur des Menschen. Aber was zum Teufel studieren wir im Buch Sohar?

Diese Fragen verdeutlichen die falsche Einstellung gegenüber dem Studium, weil letztendlich muss sich alles zu einem verbinden. Beispielsweise ist die Gruppe eine Ansammlung von Seelen, die sich zusammen vereinigen müssen. Es erscheint nur unserer Vorstellung und Empfindung so, dass es verschiedene, fremde Seelen und Verlangen um uns gibt, und dass wir diese an uns anheften wollen, um das wahre Bild zu sehen.

Es ist unmöglich, Kabbala theoretisch zu studieren; diese Weisheit kann ausschließlich praktisch erlangt werden. Dies ist das Hauptanliegen beim Studium der Wissenschaft der Kabbala: Es geht darum, den Schöpfer gegenüber den Geschöpfen in dieser Welt zu enthüllen.

Der Schöpfer (Bo-reh) bedeutet „Komm und siehe“ – komm und erfahre die Eigenschaft des Gebens durch deren Offenbarung in dir, indem du von der „Nächstenliebe“ zur „Schöpferliebe“ gehst. Die wirkliche Wahrnehmung der Realität besteht dann, wenn die Wirklichkeit nicht mehr in „ich“ und „die anderen“ geteilt ist, sondern alle zusammen in einem einheitlichen Ganzen verbunden sind. Aber wie können wir diese Einheit und Wahrnehmung erlangen, wenn wir immer noch unfähig sind, alle Seelen als einen Menschen mit einem Herzen zu spüren, sie mit dem Schöpfer zu vereinen und diese gesamte Welt in uns zu fühlen? Wie können wir das aufdecken und verstehen?

All das muss durch das Höhere Licht für uns getan werden. Das Licht muss uns zum Zustand „Es gibt niemanden außer Ihn“ und „Er ist gut und Gutes tuend“ bringen, trotz allem was uns widerfährt. Diese zwei Formen der Enthüllung müssen gemeinsam kommen und sich verbinden; wir wissen bloß nicht, wie das geschehen soll.

Genau das ist unser Ziel, wenn wir mit dem Studium des Sohar beginnen: Wir müssen das Verlangen danach haben, dass uns die wahre Realität enthüllt wird, dass sich der Schöpfer hier und jetzt der Schöpfung offenbart, dass sich das Verlangen gemeinsam mit dem Licht darin enthüllt! Zusätzlich müssen wir dieser Einstellung ein wenig Sensibilität und Sorge hinzufügen. Jeder von uns sollte sich fragen: Tue ich alles, was mir bestimmt ist? Führe ich das erforderliche Maß an Anstrengung aus, das ich tun sollte? Dies wiederum hängt von unserem Empfinden für die Wichtigkeit des spirituellen Ziels und einer beständigen inneren Sorge darum ab. Dann ist uns der Erfolg garantiert.

Das Wunder kabbalistischer Texte


Es ist eine bekannte Tatsache, dass ein Kind zu einem Tier heranwächst, wenn es im Wald allein zurückgelassen wird. Genauso wird ein Kind heranwachsen, wenn man es in eine bestimmte Gesellschaft gibt. Der Mensch wächst heran und entwickelt sich unter dem Einfluss seiner Umgebung. Die Gesellschaft gibt ihm spezifische Verhaltensmuster und Beispiele vor und er passt sich ihnen in allem an.

Wie nehmen wir unsere Welt war? Auf die Art und Weise, wie wir uns entwickelt haben und gemäß dessen, was man uns gesagt, worauf wir uns ausrichten sollen. Mit anderen Worten tun wir das entsprechend unserer Verlangen. Das führt dazu, dass wir ein spezifisches Weltbild bekommen haben, und auch dazu, dass wir es in uns entwickeln und darauf zu reagieren.

Wenn es jedoch um die spirituelle Welt geht, haben wir keine Verhaltensmuster, Vorstellungen, Empfindungen oder Verständnis von dem, was das ist. Wenn also das Bild der Spiritualität irgendwie vor uns erscheinen würde, wären wir nicht fähig, es wahrzunehmen. Genauso stehen die Dinge: Tatsache ist, dass sich alles schon vor uns befindet, jedoch nehmen wir nur einen kleinen Teil dessen wahr, was existiert, da wir keine passenden Muster oder Bilder haben.

Darum schrieben Kabbalisten für uns Bücher, die uns von der Höheren Welt erzählen. Sie ziehen uns in diese Welt hinauf oder um genauer zu sein, bringen sie die spirituelle Welt zu uns herunter, sodass, wenn wir von ihnen lesen und versuchen, sie zu fühlen und zu verstehen, wir mit ihren Mustern erfüllt werden, selbst, wenn wir sie nicht fühlen und verstehen.

Das geschieht kraft einer besonderen Eigenschaft, die Sgula – Wunder – genannt wird. Wir rufen diese spirituellen Bilder in uns aus der Ferne hervor, sogar wenn wir sie nicht klar fühlen können. Auf diese Weise bereiten wir uns darauf vor, sie zu fühlen.

Zum Kabbalalernzentrum–>