Kabbala und der Sinn des Lebens - Michael Laitmans persönlicher Blog

Beiträge in der Kategorie 'Selbstkorrektur'

Nicht um die Welt neu zu erschaffen, sondern um zu verstehen, wie sie aufgebaut ist

Durch all die Ereignisse in der Welt macht uns der Schöpfer allmählich bewusst, dass wir uns in die falsche Richtung entwickeln, von Schlag zu Schlag und jeder persönlich und alle im Allgemeinen. Wir müssen endlich die Gesetze des Systems verstehen, in dem wir uns befinden.

Es ist naiv zu glauben, dass wir diese Systeme selbst aufbauen. Wir sehen, dass unser Universum und die gesamte Realität nach bestimmten Gesetzen existieren, die Physik, Chemie, Biologie und Astronomie offenbaren. Alles funktioniert nach Gesetzen, und auch wir Menschen sind ihnen unterworfen. Warum glauben wir, dass wir nach Belieben neue Gesetze erfinden können?

Wenn jeder seine eigenen Gesetze machen will, um die Welt so zu gestalten, wie es ihm gefällt, dann führt das zu Kriegen und Konflikten zwischen den Menschen. Niemand versteht was ein richtiges System zur Lenkung der Welt ist. Bei Wahlen schreien sich alle gegenseitig zu, dass sie besser wissen, wie man die Welt gestaltet. Die Welt muss nicht aufgebaut werden, man muss verstehen, wie sie bereits aufgebaut ist und wie man sie besser in das bestehende System einbinden kann.

Es heißt: „Die Welt funktioniert so wie sie ist“ und es gibt keinen Grund etwas an ihr zu ändern. Man muss nur sich selbst ändern, um es mit dem in der Realität angelegten System in Einklang zu bringen. Die Aufgabe besteht darin, den Einzelnen, nicht die Welt zu verändern.

Das ist es, was die Kabbala uns zu verstehen gibt. Wenn wir anfangen zu begreifen, wie sehr wir den Gesetzen der gesamten Realität widersprechen und die Ursache dieses Widerspruchs in uns finden – unseren Egoismus – können wir ihn korrigieren, indem wir uns dem System der Schöpfung anschließen, indem wir uns über die gesamte Schöpfung erheben, so als wären wir selbst der Schöpfer. So heißt es: “ Ihr werdet wie Götter werden und das Gesetz von Gut und Böse kennen“.

Dann haben wir unbegrenzte Möglichkeiten in der gesamten Schöpfung. Nicht nur in unserer materiellen Welt, die wir mit unseren fünf physischen Sinnen wahrnehmen und in der wir uns frei von einem Ende zum anderen Ende der Realität bewegen können sondern auch in der spirituellen Realität.

All dies kann erreicht werden, aber es ist ein langer Prozess, in dem wir uns und unsere Kinder erziehen müssen. Es kann sich über mehrere Generationen erstrecken, bis die gesamte menschliche Gesellschaft im Einklang mit der Natur ist.

Die unbelebte Natur, Pflanzen und Tiere brauchen keine Korrekturen, da sie nach ihren natürlichen Instinkten handeln. Nur wir Menschen sind die Umkehrung der Natur und schaden uns daher selbst und der gesamten Natur. Deshalb ist es unsere Pflicht, die Naturgesetze zu lernen und uns nach diesen Gesetzen, die wir entdeckt haben, zu verändern.

Es gibt viele Fragen, die Verwirrung und Schmerz verursachen: Warum gibt es Kriege und Leiden in der Welt?

Jetzt studieren wir nur die Naturgesetze und dann beginnen wir sie nach und nach umzusetzen, d.h. der Verbindung und sogar der Liebe zwischen allen Menschen, der höchsten Stufe der Verbindung, immer näher zu kommen.  Wir werden dann verstehen, wie wir uns selbst verändern können. Im Einklang mit unseren Veränderungen wird sich die Natur ändern, sie wird sich uns zuzuwenden, freundlich und wohlwollend werden.

Die Kabbala lehrt uns, wie wir uns verändern müssen, um die wahren Gesetze der Natur zu erkennen.

Aus einem Unterricht, „Frieden in der Welt“, 02.11.22

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Wenn du die Ordnung schaffen willst – dann beginne mit dir selbst

Wenn wir gewaltsam in die Natur eindringen und versuchen, sie laut unserem Verständnis „zu korrigieren“, dann wird sich daraus nichts Gutes ergeben. Denn es ist uns nicht bekannt, was schädlich und was nützlich ist, und welche endgültige Form im Endeffekt enthüllt werden soll.

Es ist nur eins klar – die Welt hängt von der Korrektur des Menschen ab, und der Mensch muss sich demzufolge korrigieren. Wenn er sich nicht korrigiert, dann sieht er nur noch eine unkorrigierte Welt um sich herum. Aber wenn er anstelle der Selbstkorrektur die Umwelt korrigieren möchte, dann macht er sie nur noch schlechter!

Es gibt nichts in der unbelebten, pflanzlichen und tierischen Natur zum korrigieren! Sie soll auch als solche unverändert bleiben, weil die Veränderung des Menschen in unserem Inneren das einzige ist, was wir korrigieren können. Deshalb braucht man gar nicht zu bewerten, was nützlich und was schädlich ist, wenn ich zwecks der Korrektur auf dem Wege „geschlagen“ werde, dann muss ich diese Probleme als Form der Hilfe betrachten.

Die ganze Berechnung wird nur bezüglich des Menschen geführt. Die ganze Natur würde sich im Gleichgewicht befinden, wenn nur du nicht da wärst. Und, um dich nach vorne zu bringen, verliert sie ihr Gleichgewicht, und du beginnst es zu fühlen.

Denn die ganze umgebende Natur sind in Wirklichkeit deine äußerlichen Wünsche, die du noch nicht korrigieren kannst: in der Kabbala heißen diese äußerlichen Niveaus „die Kleidung“ und „das Haus“ („Lewusch“ und „Ejchal“). Du willst sie nicht korrigieren – so werden sie dir die Unannehmlichkeit verursachen.

Und wenn du dich gegen die Korrektur der inneren Wünsche entscheiden wirst, d.h. du tötest irgendwelche Fliegen oder Tiere, um dadurch die Welt zu verbessern, dann wird es zur doppelten Katastrophe führen: sowohl auf dem materiellen als auch auf dem spirituellen Niveau.

Folglich wirst du nicht nur weiterhin innerlich leiden, sondern auch an den äußerlichen „Korrekturen“.

Jede Sache in der Welt, sogar die schädlichste, hat ihren Sinn und soll weiterhin existieren. Du willst sie korrigieren – so verändere dich selbst!

Baal HaSulam schrie vor dem Zweiten Weltkrieg, dass uns die Katastrophe erwartet, und rief zu den Korrekturen auf – aber niemand hörte ihm zu. Und alle, die in Polen geblieben sind, waren in den Konzentrationslagern… Aber wir hören heute immer noch nicht zu.

Auszug aus einem  Unterricht  Artikel „Frieden in der Welt“, 22.12.2010

Eine psychologische Veränderung, die die Welt auf den Kopf stellt

Eine Frage, die ich erhielt: Warum schreibt Baal HaSulam, dass der Übergang zur Natur des Gebens nicht mehr als ein psychologisches Problem ist? Was ist so schwer daran?

Meine Antwort: Das psychologische Problem besteht darin, anzufangen, alles als ein beabsichtigtes äußeres Einwirken auf uns wahrzunehmen.

Später werden sich alle Welten für uns vereinen, doch noch ist das für uns eine Frage der Psychologie.

Wir müssen versuchen, uns ein wenig von uns selbst zu lösen, als ob wir uns von der Seite betrachten und einschätzen würden (Betrunkene haben manchmal ein ähnliches Gefühl der Spaltung).

Das Wichtigste ist, sich selbst einer Analyse zu unterziehen und zu erkennen, dass alles, was mit mir geschieht – sowohl im Herzen als auch im Verstand, und überhaupt in meinem ganzen Leben – der Schöpfer mit mir macht, Er erfüllt mich, steuert mich und spielt mit mir. Ich bin nicht ich, sondern Sein Spiel, und ich selbst beobachte es.

Was kann ich tun? Ich werde gänzlich von der inneren Erfüllung beherrscht, die Er mir gibt. Doch Er gab mir noch einen weiteren Punkt, den „archimedischen“ Punkt, damit ich von diesem Punkt aus mich selbst betrachten und sagen könnte: „Alles, was du denkst und was du spürst, kommt von Ihm“.

Frage: Und wie kann ich mich über diesen Zustand erheben?

Meine Antwort: Ich muss von Ihm verlangen, meine Natur zu verändern. Jedes Mal schafft er besondere äußere Bedingungen für mich, und jedes Mal muss ich Ihn darum bitten, dass Er die Bedingungen in mir drin (meine Eigenschaften) verändert und sie in Einklang mit den äußeren (Eigenschaften des Schöpfers) bringt.

Es ist so, als ob wir an einen Ort mit besonderen äußeren Bedingungen, die wir nicht aushalten können, gelangen würden. Für gewöhnlich wollen wir in solchen Fällen die Umgebung zu unseren Gunsten verändern.

Die „psychologische Veränderung“ besteht darin, zu verstehen, dass wir nicht die äußeren Bedingungen verändern, sondern uns selbst an die äußeren Bedingungen anpassen müssen, weil es unmöglich ist, sie zu verändern.

Wir können uns selbst an die neue Umgebung anpassen, dann werden wir uns in ihr wohlfühlen! Diese psychologische Veränderung bedeutet eine neue Einstellung gegenüber den Veränderungen, die die Menschheit heutzutage durchmacht.

Wir aber wollen immer noch, wie auch im Laufe unserer ganzen Geschichte, die Umgebung verändern und die Welt nach unseren Vorstellungen gestalten.

Doch wir befinden uns bereits in einem anderen Programm, und diese Welt (d.h. der Schöpfer, der das alles inszeniert) verlangt jetzt von uns, dass wir selbst anfangen uns ihr entsprechend zu verändern.

Um mich herum entstehen neue Bedingungen: es kommt Finsternis in die Welt, alles gerät durcheinander, zieht sich zusammen, wird kompliziert und beängstigend – doch ich muss darum bitten, nicht die Welt um mich herum, sondern mich selbst zu verändern.

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Pfuscht nicht mit dem Gleichgewicht der Natur herum!

Eine Frage, die ich erhielt: Es ist bekannt, dass wir nur 2% unseres Gehirns benutzen. Könnte man sagen, dass unsere spirituelle Entwicklung uns erlauben wird, das existierende aber noch unbenutzte Potential unseres Gehirns zu entwickeln?

Meine Antwort: 2% sind mehr als genug für diese Welt. Was ist die Funktion der übrigen 98%? Die Funktion dieses „überschüssigen“ Volumens ist der spritituelle Fortschritt, d.h. die Entwicklung der Seele und die Warhnehmung der Höheren Welt. Das gleiche Prinzip wird nun in der Menschheit enthüllt.

Es sind nur 2% der Bevölkerung nötig, um die Bedürfnisse der gesamten Menschheit zu decken. Was sollten die übrigen 98% tun? Warum wurden sie von der Natur erschaffen?

Das ist ein alarmierendes Anzeichen. Immerhin funktioniert die Natur unter dem Einfluss des Gesetzes der Ausgewogenheit. Wenn bestimmte Tiere keine Überlebensmöglichkeiten mehr haben, weil sie sich entweder zu sehr vermehrt haben oder einfach „zuviel“ sind, sterben sie aus. Auf diese Weise hält die Natur das Gleichgewicht. Wir sind ebenfalls Teil der Natur und nähern uns einer solchen Situation.

Trotz allem existieren wir auf der menschlichen Ebene und wir benötigen diese 98% der Menschheit, um unsere spirituelle Korrektur auszuführen, so wie der größere Teil eines menschlichen Gehirns für die spirituelle Entwicklung notwendig ist. Das Problem ist, dass diese 2% der Menschen, (die für sich und uns alle materiell sorgen können), nicht in der Lage sind, sich spirituell zu korrigieren.

Dies ist so, weil das größte Übel in einer kleinen Anzahl von Menschen konzentriert ist. Die Portion an Übel in jedem Menschen ist riesig und seine Korrektur dadurch unmöglich. Darum wird dieses von der Höheren Kraft erschaffene Übel auf 7 Milliarden Menschen aufgeteilt und jeder ist für die Korrektur seines Teiles verantwortlich. Nur auf diese Weise kann die Korrektur verwirklicht werden.

Zur Zeit stehen wir einer riesengroßen Bedrohung gegenüber. Die Menschheit muss unbedingt beginnen, ihren Egoismus zu korrigieren, nicht wegen der spirituellen Entwicklung, sondern um ihrer selbst willen. Erst dann wird die Existenz von so vielen Menschen gerechtfertigt sein.

Großes Unglück steht uns bevor, wenn wir nicht mit der Selbstkorrektur beginnen. Der menschliche Egoismus ist die Geschichte hindurch angewachsen, doch nun befinden wir uns im allgemeinen System der Natur eingeschlossen. Wir sind ein Teil von ihr geworden und können auf keinen Fall ihr Naturgesetz umgehen, welches Geben und Liebe innerhalb unseres „maßlosen“ Egoismus ist. Von sich aus kennt die Natur keinen anderen Weg, sich ins Gleichgewicht zu bringen, als alle ihre „überschüssigen“ Teile loszuwerden, diejenigen, die nicht nach ihrem Gesetz leben.

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Blog-post: In der neuen Gesellschaft werden wir keinen Überfluss benötigen