Kabbala und der Sinn des Lebens - Michael Laitmans persönlicher Blog

Beiträge in der Kategorie 'Selbstaufopferung'

Das Wort „Liebe“ ist in allen Sprachen verständlich

Frage: Warum ist es wichtig, sich selbst zu annullieren, um zur Liebe zwischen uns zu gelangen?

Antwort: Ich denke, wir können das auch aus dem heraus verstehen, was wir in unserer Welt, in unseren Beziehungen zueinander spüren. Wie kann ich einen anderen lieben, wenn ich mich selbst liebe? Das ist unmöglich. Liebe kommt nur dann zum Ausdruck, wenn man die Eigenschaften des anderen, sein Verlangen, sein Leben, über sich selbst stellt und existiert, um alles zu tun, was er wünscht.

Es gibt keine andere Definition von „Liebe“ als die, sich in das Verlangen des anderen zu integrieren, um es zu erfüllen. Alles andere ist eine absolut unrealistische Formulierung: „Ich liebe dich.“ Nein! Gib mir eine konkrete, materielle Definition.

Unsere Welt ist auf Verlangen aufgebaut. Was soll ich mit meinem Verlangen und mit dem Verlangen des anderen machen? Welche Zustände soll ich zwischen uns schaffen, die als „Liebe“ bezeichnet werden können? Nur wenn ich alle meine Eigenschaften darauf ausrichte, den anderen zu erfüllen und zu erfreuen, heißt das, dass ich ihn liebe.

Dies ist eine klare Manifestation, ein Ausdruck meiner Haltung ihm gegenüber. Deshalb sind wir alle mit dem Willen zu Empfangen geschaffen. Wenn ich den Willen zu Empfangen eines anderen Menschen über meinen eigenen stelle, um ihn zu erfüllen, dann heißt das, dass „ich ihn liebe“.

Es gibt keine andere materielle, klare, reine Definition, die im Laufe der Zeit sogar festgehalten werden kann, um zu messen, inwieweit wir uns um des anderen willen aufopfern. Es gibt Stufen in dieser Selbstaufopferung, wo ich dann nicht nur etwas um des anderen willen tue, sondern mich über mich selbst erhebe, und alles, was ich für mich selbst tun würde, tue ich für ihn.

Diese Haltung, wenn man den anderen über sich selbst stellt, nennt man Liebe. Man kann auch andere Wörter finden: Inklusion, Konjugation, Kommutation, aber das einfachste zwischen Menschen und in allen Sprachen ist Liebe.

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Aus dem Internationalen Kongress „Über sich selbst hinauswachsen“ vom 6/1/2022, „Annäherung an den Schöpfer durch das Netzwerk der Verbindungen zwischen uns“, Lektion 1

Opferung ist eine Annäherung an den Schöpfer

Aus dem Artikel von Rabasch „Vom Zweig und der spirituellen Wurzel“: Wir müssen das Innere und das Äußere trennen. Der äußere Zweig muss seiner spirituellen Wurzel entsprechen, aber der innere wird nicht unbedingt von der äußeren Wurzel begleitet.

Um im Herzen des Menschens „das Land Israel“, das aus der spirituellen Wurzel Malchut, der Macht des Schöpfers, entspringt, herrschen zu lassen, muss man sich nicht unbedingt physisch im Land Israel befinden.

In seinem Inneren kann der Mensch mit der Anwesenheit des Schöpfers (Schechina) und großen Erkenntnissen gewürdigt werden, auch wenn er sich außerhalb von Israel befindet, so wie alle großen Kabbalisten, die einst im Ausland  gelebt hatten.

Das Innere ist die Arbeit im Herzen des Menschen, die keine Verbindung zu dem Äußeren hat. Gleichzeitig ist das Äußere aber auch wichtig.

Zum Beispiel existiert ein Gesetz , dass man in einem Minjan (Gruppe die aus zehn Männern besteht) beten soll. Man überprüft nicht, wie hoch ihre spirituelle Stufe sein mag, sondern es koennen beliebige zehn Männer sein,die das Buch der Tora lesen.

Aber wenn sich neun vollkommenen Gerechte versammelt haben, ist es ihnen verboten, das Gebet zu verrichten.

Verwechselt nicht die irdischen Handlungen, „Zweige“, mit den ihnen entsprechenden spirituellen Handlungen, „Wurzeln“. Irdische Handlungen, jüdische „Bräuche“ in unserem Leben, stehen in keinerlei  Verbindung mit der spirituellen Stufe eines Menschen und bestimmen sie nicht.

Jeder Mensch kann ein Opfer in den Tempel bringen, aber „spirituelle Opferung“ ausführen können nur wenige, das ist die Korrektur eigener egoistischer Wünsche durch das höhere Licht.

Der Mensch sortiert in sich die Wünsche aus, die er um des Gebens willen oder „heilig“ (kadosh) machen kann und erhebt sie auf die Stufe des Gebens, des „Tempels“, erhebt sie aus Malchut, „das Haus“, in Bina, „die Heiligkeit“.  Malchut erhebt sich in Bina und baut in Bina das „Haus der Heiligkeit“, denTempel.

Und alle Handlungen, die der Mensch „innen“, in der Eigenschaft Bina, ausfuehrt, nennt man „Opferungen“. Aus seinen Wünschen der Stufe „unbelebt“, „pflanzlich“, „tierisch“,  schafft er durch  Korrektur mit dem Licht altruistische Wünsche der Stufe „Mensch“.

Die Korrektur eines jeden Wunsches wird konsequent durch drei Auswirkungen des Lichtes „Kohen“, „Levi“, „Israel“ ausgeführt ,und so wird der Wunsch zur Ähnlichkeit und Verschmelzung mit dem Schöpfer gebracht.

Das nennt man, eine Opferung (Korban) bringen, also näher zum Schöpfer zu gelangen. Solche Korrekturen bestimmen die spirituelle Stufe eines Menschens.

Das physische Ausführen von solchen, in unserer Welt, irrationalen Handlungen, die man Gebote nennt, sind eine Tradition. Ein Brauch, der nicht davon abhängt, ob sich der Mensch in der spirituellen Welt befindet und ob er vor hat, irgendwelche Korrekturen in den spirituellen Wurzeln durchzuführen.

In unserer Welt können wir Handlungen, die die spirituelle Welt wiederspiegeln, ausführen, aber das ist nicht viel mehr, als volkstümliche Bräuche. Sie korrigieren uns und unsere Wünsche nicht, was wir auch anhand der Ausführenden sehen können.

Um den Wunsch zu korrigieren, muss man sich mit dem höheren Licht verbinden, das ihn mit der Absicht „um des Gebens willen“ korrigiert.

Aus einem Unterricht über einen Artikel von Rabasch, 01.08.2010

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Ein Dankesbrief für den Kongress


Lieber Rav Laitman und die Bnei Baruch Bewegung,

Ich möchte Ihnen für die wundervoll emotionale Erfahrung danken, die in Menschen aus allen Teilen der Welt so viele Gefühle und Eindrücke hervorgerufen haben. Danke für Ihr großes Interesse und Ihre Selbstaufopferung für die Verbreitung der Weisheit des Lebens, was die Menschheit dem Schöpfungsziel näher bringt.

Danke für Ihr Bemühen, dieses erstaunliche Ereignis zu organisieren, den Kongress in der Türkei, der es Seelen ermöglicht hat, sich um eine Absicht zu scharen: das Ziel zu erreichen, für das wir erschaffen wurden. Ich danke dem Schöpfer, dass Er mir erlaubt, die Verbreitung der authentischen Weisheit 19 Jahre nach dem Tod von Rabash mitzuerleben.

Ich wünsche Ihnen allen eine gute Gesundheit und alles Notwendige, um die Vereinigung aller Seelen in Malchut der Unendlichkeit zu erreichen. Ich bitte die Höhere Vorsehung, Sie und alle Ihre Verlangen und Anstrengungen zu segnen.

Rabbanit Feiga Ashlag

Unsere Verlangen werden durch Leiden geläutert


In den Nachrichten (übersetzt aus CloudWatcher): Während der letzten Jahrzehnte haben sich nicht viele dafür interessiert, Themen über Solidarität und gegenseitige Hilfe im Fernsehen anzuschauen. Die Medien wollten Glamour, Blut und Gewalt. Jedoch heute – wegen der Krise und ihrer Auswirkungen – sind die gefragtesten und dringlichsten Themen keine anderen als gegenseitige Hilfe und Selbstaufopferung.

Mein Kommentar: Die Krise läutert die Menschen. Ein kabbalistischer Text erklärt: „Fleisch wird durch Salz rein und die Verlangen der Menschen werden durch Leiden rein.“ Es gibt jedoch zwei Arten des Leidens:

  • Unfreiwilliges Leiden, das eine lange Zeit andauert und die Menschen gegen ihren Willen weise macht, weil sie das Leiden vermeiden wollen. Aber allmählich beginnen die Menschen, die Ursache und den Zweck des Leidens zu erkennen.
  • Bewusstes Leiden, wenn ein Mensch etwas über die Eigenschaften der Höheren Welt lernt, indem er die Kabbala studiert und sich selbst mit diesen Eigenschaften vergleicht. Dann leidet er, weil er diesen Eigenschaften nicht gleicht. Und sobald er diese Art des Leidens empfindet, wird er sofort korrigiert und mit Güte erfüllt.

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