Kabbala und der Sinn des Lebens - Michael Laitmans persönlicher Blog

Beiträge in der Kategorie 'Sekte'

Alles ist offen, alles ist frei

Frage: Wo liegt der Unterschied zwischen einer kabbalistischen Gruppe aus 10 Personen und einer Sekte, die mich ausnutzen will?

Meine Antwort: Die kabbalistische Gruppe beruht auf dem Prinzip der absoluten Liebe und in dieser Gruppe unterwerfen sich die Beteiligte nicht den Führern, sondern nur ihrer spirituellen Berufung. Sekte? Aufgrund von welchen Kriterien kann man eine Gruppe als Sekte bezeichnen? Geheim?  Diese Gruppe ist nicht geheim. Besondere Prinzipien?  Nur die Prinzipien der gegenseitigen Liebe, Verschmelzung und Hilfe werden angewandt. Rituale, besondere Gebete, Zeremonien? Nein! Die einzige Zeremonie, die gefördert wird, ist der physische Kontakt im Rahmen von Gruppentreffen und gemeinsamen Mahlzeiten (wenn es sich nicht um eine virtuelle Gruppe handelt).

Ansonsten gibt es keine weiteren Voraussetzungen. Jeder Mensch aus jeder Nation, jeder Hautfarbe, jeder Herkunft, der in eine kabbalistische Gruppe kommen will, wird in diese Gruppe aufgenommen. Wenn er gehen will, geht er. Alles ist offen und frei. Alle Studienmaterialien sind im Internet in allen Sprachen verfügbar und es gibt keine Geheimaktivitäten.

Eine Sekte ist etwas Abgeschlossenes, in dem eine eigene Ideologie herrscht. Eine Sekte hat besondere Formen der Verbindung und physischen Handlungen: Gebete, Meditationen und anderes. Das alles existiert in der Kabbala nicht. Die Kabbala will, dass die ganze Welt in gegenseitiger Liebe verbunden ist, mithilfe von Integration, ohne jeglichen Zwang und in einer Gleichstellung aller Beteiligten.

Aus dem russischen Unterricht vom 29.11.2015

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Eine Entschuldigung des Israelischen Zentrums für Sektenopfer an die Bnei Baruch Organisation

Israelische Tageszeitung „Israel heute“ vom 27.09.2011, S. 21

Erklärung: 10.02.2011 – im Rahmen eines Interviews von Frau Danit Keren, der Generaldirektorin des Israelischen Zentrums für Sektenopfer, hat sie einige Bemerkungen über die Bnei Baruch Vereinigung (im Weiteren Vereinigung), das Studium und die Verbreitung der Wissenschaft der Kabbala in Israel und weltweit gemacht, die darauf schließen ließen, dass Frau Keren eine gefährliche Sekte in der Vereinigung sieht, die mit Personen zu vergleichen wäre, die wegen Straftaten schuldig gesprochen wurden, wie z.B. Elior Chen und Goel Razon.

Hiermit möchte Danit Keren und das Israelische Zentrum für Sektenopfer klarstellen, dass sie keine Absicht haben und auch nie hatten, der Bnei Baruch Vereinigung Straftaten zuzuschreiben und dass sie keinerlei Grund oder Absicht hatten und auch nicht haben, die Vereinigung und ihre Tätigkeit mit anderen in der Reportage erwähnten kriminellen Persönlichkeiten zu vergleichen.

Frau Keren und das Israelische Zentrum für Sektenopfer möchten ebenfalls klarstellen, dass sie nicht vorhatten, der Vereinigung irgendwelche kriminellen Sektenmerkmale zuzuschreiben.

Aufgrund einer fehlerhaften Äußerung von Frau Keren möchten sie und das Zentrum für Sektenopfer hiermit eine Entschuldigung an die Bnei Baruch Vereinigung, deren Mitglieder und Rav Prof. Michael Laitman für diese haltlosen Aussagen, die möglicherweise entgegen der Absicht von Frau Keren und des Israelischen Zentrums für Sektenopfer zu den oben angeführten kriminellen Analogien geführt haben, und für jeglichen Schaden, der infolgedessen für die Vereinigung entstanden ist, aussprechen.

(Ende der Erklärung)

Erläuterung: In einer Fernsehsendung eines der zentralen Fernsehkanäle hat die Generaldirektorin des Israelischen Zentrums für Sektenopfer auf die Frage zu unserer Bnei Baruch Organisation einige Sätze fallen lassen, die darauf schließen ließen, dass Bnei Baruch ebenfalls als eine Sekte und nicht als eine Bildungseinrichtung angesehen wird, dabei wurde das im Zusammenhang mit kriminellen Sekten erwähnt.

Selbstverständlich haben wir sofort eine Anzeige erstattet und einen vollständigen Widerruf der auf uns gerichteten Äußerungen erwirkt. Wir haben dem Gericht alle notwendigen Unterlagen zu unserer Tätigkeit sowohl in Israel als auch weltweit und alle Finanzabrechnungen vorgelegt. Das Gericht hat beschlossen, dass eine Entschuldigung an uns ausgesprochen werden soll.

Die Illuminaten kommen und holen dich… NICHT!

Eine Frage, die ich erhielt: Wir lernen, dass unsere Welt ein Spiegelbild der Höheren Welt ist – „Wie oben, so unten.“ Wir lernen auch, dass die ganze Unordnung unter uns eine Folge unseres sich entwickelnden Egoismus ist. Man braucht nur mal einen Blick auf die Welt und unsere jetzige Situation zu werfen, um zu verstehen, dass dies alles wahr ist. Gleichwohl sind geheime Theorien über Familien und Clans im Umlauf, die „Illuminaten“ genannt werden, die sich mit magischen Ritualen in Geheimgesellschaften beschäftigen. Ihr Hauptziel ist es nicht nur, die Weltherrschaft zu erlangen, sondern auch die Macht des Schöpfers. Ist daran irgendetwas Wahres?

Meine Antwort: Es gibt keine Geheimnisse oder Wunder in unserer Welt, egal wie sehr wir wollen mögen, dass es sie gibt. Wir wollen glauben, das die Welt in irgendeiner Weise magisch oder märchenhaft ist und interessanter als das, was wir sehen. Alles stützt sich jedoch auf strikte Naturgesetze. Jemand, der diese Gesetze kennt, ist in der Lage, die Grenzen der wahrnehmbaren Welt auszudehnen. Wir können zusätzliche Eigenschaften innerhalb von uns selbst entwickeln und spüren somit eine umfassendere Welt. Jedoch geschieht dies ebenfalls gemäß der physikalischen Gesetze der Gleichheit der Form.

Eine Frage, die ich erhielt: Alle diese Gespräche, die ich über Kabbala höre, bezüglich Wunder und Fähigkeiten, übernatürliche Ereignisse zu sehen – besagen diese Dinge, das jemand in Kabbala fortgeschritten ist?

Meine Antwort: Es gibt keine Wunder, Mystizismus oder irgendetwas, das Sie schrieben, in der Kabbala. Lesen Sie Baal HaSulam’s Artikel „Das Wesen der Wissenschaft Kabbala“ und andere. (siehe dazu den Abschnitt „Kabbala Quelltexte“ in der rechten Seitenleiste zu den Materialien von Baal HaSulam).

Liebe unter Freunden in Bnei Baruch

Folgende Frage habe ich erhalten: Wenn man sich Bnei Baruch ansieht, ist es offensichtlich, dass ihr euch an „Liebe deinen Nächsten“ haltet. Jedoch tut ihr das nur in eurer Gruppe und nicht gegenüber der ganzen Welt. Warum? Ist das nicht wie in einer Sekte?

Meine Antwort: Die Kabbalisten der Vergangenheit, unsere großartigen Lehrer, sorgten für strenge und detaillierte Anweisungen darüber, wie wir unser Studium, unser Leben, unsere Einstellung gegenüber uns selbst und unseren Freunden, der Gesellschaft und der Welt arrangieren sollen. Natürlich studieren und brauchen wir nur ihre Ratschläge, weil außer ihnen niemand den Schöpfer, die Welt, in der wir leben und den Weg, den wir gehen, versteht.

Und zu dem Vorwurf, wir seien eine Sekte: einige Menschen profitieren davon und sind daher bereit, unser Ansehen in jeder möglichen Art zu beschmutzen. Das sind vor allem Menschen, die fühlen, dass sie ihren festen Untergrund verlieren, weil sie entdeckt haben, dass die normale Religion mangelhaft ist, sie aber trotzdem unwillig sind, sie durch die Kabbala zu ersetzen.

Heute sind Menschen nicht mehr die Einfallspinsel, die sie einmal waren und die Einstellung, die durch unsere Kritiker aufgezeigt wird, zeigt schlichtweg nur ihre Ignoranz, den Plan des Schöpfers zu verstehen und ihre Ablehnung der Tora als Korrekturmethode des Egoismus im Menschen. Können Sie mir – abgesehen von Bnei Baruch – irgendjemanden zeigen, der auch die Notwendigkeit von „Liebe deinen Nächsten wie dich selbst“ als das Grundgesetz der Tora erklärt? Welche andere Gesellschaft kennen Sie, in der Menschen nach diesem Prinzip erzogen werden?

Betreffend einer liebenden Einstellung lediglich gegenüber unseren Freunden: wir haben die gleiche Einstellung gegenüber jedem, der sich in Richtung des selben Ziels bewegt – das ist es, was einen Menschen zu unserem Freund macht. Und so sehr wie jeder Mensch sich in Richtung des selben Ziels bewegen möchte, dann wird jeder der will, in dieses Prinzip und in unsere Vorstellung von Liebe eingeschlossen werden!

Baal HaSulam. Igeret (Brief) 49 (1927). Pri Chacham: Igrot (Frucht der Weisheit: Briefe).

Ich übertrage dir die Aufgabe, verpflichte dich, alle meine Anweisungen in der Befolgung von Tora und Mitzwot [1], richtig und mit Hingabe zu befolgen. Ich richte dich darauf aus, all deine Kraft aufzuwenden, um andere wie dich selbst zu lieben, zu leiden, wenn dein Freund leidet und glücklich zu sein, wenn dein Freund glücklich ist.

Was die Liebe zwischen euch betrifft, spreche ich eindeutig über die Liebe unter Freunden in unserer kabbalistischen Gruppe, da geschrieben steht: „deinen Nächsten lieben“.

[1] Baal HaSulam hält die Liebe für seinen Freund – zum Wohle des Erreichens der Liebe zum Schöpfer – als das Hauptgebot in der Befolgung von Tora und Mitzwot.

cs

Einfluss des Umfeldes


Eine Frage, die ich erhielt: Warum haben Menschen Angst, dem Einfluss eines bestimmten Umfeldes zu verfallen, wie etwa einer Sekte? Auf die eine oder die andere Art sind sie durch ihre Umgebungen beeinflusst und selbst wenn ihre Umgebung großzügig ist, sind sie noch nicht frei. Möglicherweise wird der Einfluss eines breiten Umfeldes – der ganzen Welt – nicht so stark empfunden und erschafft eine Illusion von Freiheit? Ich denke, dass dies das Haupthindernis in der Verbreitung der Kabbalah ist, d.h. die Aufforderung für einen Menschen, sich selbst ein passendes Umfeld zu erschaffen. Menschen wollen heute kaum mehr Familien gründen, weil sie befürchten, von ihrem Ehepartner und Kindern abhängig zu sein. Sie empfinden eine grundlegende Angst dem gegenüber. Aber vielleicht ändert sich dies, wenn sie mehr und mehr Leid erfahren?

Meine Antwort: Sie haben Recht. Abgesehen von der Gesellschaft, die man sich laut Kabbalah erschaffen oder suchen soll (ob eine Kultur oder fürs erste nur eine Gruppe Kabbalisten), sind alle anderen Gesellschaften (Kulturen, Religionen, Gemeinschaften) Sekten, da sie ihre Ansichten den Menschen auferlegen und sie manipulieren. Wir wissen, dass Massenmedien und Regierungen so agieren!Nehmen wir als Beispiel religiöse Menschen: Anstatt ihre Kinder mit Wissen und der Möglichkeit, ihren eigenen Weg zu gehen, zu versorgen, unterrichten religiöse Menschen sie absichtlich nicht und zwingen ihnen einen bestimmten Kleidungsstil auf, um sie von ihrem Umfeld abhängig zu halten.
Obwohl das Umfeld über den Menschen bestimmt, fühlt er dieses Gefängnis nicht, weil das „sich Einfügen“ in die Gesellschaft einen positiven Wert darstellt und so das Ego des sich Einfügenden gelobt und geehrt wird.

Aber heute sehen wir, dass der Egoismus über das Sozialsystem hinauswächst, weil es sich darauf vorbereitet, sich dem Schöpfer zuzuwenden. Daher handeln Menschen gegen ihr Umfeld (ihre Familien, Clans oder Religionen). Es braucht Zeit, aber man wird bald entdecken, dass ein Mensch in keiner Gesellschaft frei ist oder gar in sich selbst und dass Freiheit nur in einer Gruppe gefunden werden kann, die danach strebt, Ähnlichkeit mit dem Schöpfer zu erlangen.