Kabbala und der Sinn des Lebens - Michael Laitmans persönlicher Blog

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De-facto-Bürgschaft

Baal HaSulam, „Liebe zum Schöpfer und Liebe zu den Geschöpfen“

Die gegenseitige Bürgschaft muss die ganze Welt umfassen. Kein Mensch kann das gewünschte Ziel auf dem spirituellen Weg erreichen, ohne die Hilfe aller Bewohner der Welt.

Das ist von grundlegender Bedeutung. Selbst der größte Kabbalist wird das Ende der Korrektur nicht erreichen, solange es nicht von der gesamten Welt bis ins kleinste Detail erreicht wird. Genauso kann ein Körper nicht vollkommen sein, wenn auch nur eine einzige seiner Zellen in ihrer Funktion gestört ist. Denn hier handelt es sich um ein einziges, integrales System.

Daher muss die ganze Welt zum Ende der Korrektur gelangen. Die Frage ist nur, in welcher Reihenfolge die Korrektur der Seelen geschieht. Einige Seelen erwachten bereits zur Zeit Abrahams, andere in späteren Reinkarnationen, einige erwachen heute, und manche sind noch immer nicht erwacht. Jeder hat seine eigene Zeit und seinen eigenen Platz in der gemeinsamen Arbeit der Korrektur.

Darum neigt der Mensch mit jeder seiner eigenen Korrekturen die ganze Welt zur Seite des Verdienstes.

Im Menschen ist die ganze Welt eingeschlossen, und er selbst ist in jedem anderen enthalten – daher werden alle durch ihn korrigiert. Das erklärt uns teilweise die Gesetze des integralen Systems, das heute die universelle Verbundenheit offenlegt.

Es heißt: „Ein Sünder vernichtet viel Gutes.“ Durch seine Verfehlung nimmt er gewissermaßen das Gute zurück, das er auf die gemeinsame Waagschale gelegt hat, und wirft dadurch die ganze Welt zurück.

Das ist die gegenseitige Bürgschaft – eine reale Situation de facto. Früher war sie vor uns verborgen, weshalb von uns nicht verlangt wurde, dieses Gesetz bewusst einzuhalten. Heute jedoch beginnt sie sich zu offenbaren und stellt entsprechende Anforderungen an uns.

Es gibt das Gewünschte und das Tatsächliche. Das Tatsächliche ist das sich enthüllende System der allgemeinen Verbundenheit, in dem wir alle ineinander eingeschlossen sind. Baal HaSulam schrieb bereits vor etwa 80 Jahren, dass die ganze Welt eine einzige Familie ist. Damals spürten die Menschen das noch nicht. Heute beginnen wir jedoch, diese Verbindung allmählich zu entdecken – wenn auch noch nicht in der gleichen Nähe wie innerhalb einer Familie. Die gegenseitige Abhängigkeit ist bereits offensichtlich, selbst wenn sie uns unangenehm erscheint.

Tag für Tag wird diese systemische Verbindung immer deutlicher hervortreten. Wir werden erkennen, dass jeder auf alle wirkt und zugleich dem Einfluss aller unterliegt. Das kann uns zunächst erschreckend erscheinen: Wie kann ein Mensch unter der Macht der ganzen Welt stehen?

Doch es gibt keinen Ort, an den man fliehen könnte. Daher müssen wir uns so schnell wie möglich um die weltweite Erziehung zur Korrektur bemühen – um richtige und gute Beziehungen zwischen den Menschen zu schaffen.

Wenn diese scheinbar erschreckende gegenseitige Verbundenheit tatsächlich existiert, dann müssen wir so schnell wie möglich in jedem Menschen wenigstens ein kleines Maß an Mitgefühl, Anteilnahme und Barmherzigkeit gegenüber anderen erwecken.

Denn wir sind miteinander verbunden – sowohl im Guten als auch im Schlechten – und der Einfluss jedes Einzelnen geht auf alle über, und der Einfluss aller wirkt auf jeden Einzelnen zurück.

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Aus einer Lektion zum Artikel „Liebe zum Schöpfer und zu den Geschöpfen“.

 

 

Die ewig scheinende Sonne

In der Wissenschaft der Kabbala geht es nur um das Verlangen. Über das Licht gibt es nicht besonders viel zu sagen. Es ist statisch, befindet sich im absoluten Ruhezustand, gibt nur, verfügt über eine einzige Eigenschaft – das Geben.Du willst von ihm empfangen? – Dann handle genauso wie es. Das Licht verändert sich nicht. Mit deinem Verlangen rufst du seine Einwirkung hervor.

Es ist einer Energiequelle ähnlich. Ich kann mich dieser nähern oder mich von ihr entfernen, kann von der einen Seite oder von der anderen an sie herankommen. Es ist mit einer Sonne zu vergleichen – man kann unter ihr verbrennen, man kann sie aber auch zum Guten nutzen.

Genauso wie die Sonne ist auch das Licht absolut statisch. Du kannst es anbeten oder es anschreien – es ändert sich nicht.

Alle Veränderungen spielen sich in dir ab, ob du schreist oder dich bedankst. Entsprechend deinen Veränderungen erzielst du verschiedene Ergebnisse durch seine Einwirkung.

Das Licht verändert sich nicht. Du enthüllst ein statisches, unbewegliches Feld. Dann stellst du fest, wie unterschiedlich du es im Maße deiner Veränderungen wahrnimmst. Aber du bist es, der es unterschiedlich wahrnimmt, es selbst verändert sich nicht.

Das Licht ist wie die Sonne, die niemals aufhört zu scheinen. Du kannst ihre Energie nutzen, wie du willst – zum Aufwärmen oder zum Kühlen u.a., doch die Energie selbst hat keine Form – die Form bestimmst du.

So ist auch der Schöpfer – der Gütige, der sowohl den Guten als auch den Schlechten Güte zukommen lässt – allen, die es wünschen. Erweist Er den Schlechten etwa auch Güte? Ja.

Doch weil sie dem Schöpfer in den Eigenschaften entgegengesetzt (gegensätzlich) sind, bekommen sie in dem Maße ihrer Gegensätzlichkeit zu Ihm Schläge statt Güte – und das hilft ihnen das Böse des Egoismus zu erkennen und verändert sie allmählich.

Aber am Besten ist, die Anweisung zur Nutzung des Lichts – die Kabbala – zu verwenden und sich nach dieser unter der Einwirkung des Lichts allmählich, schnell und einfach zu verändern.

Aus dem Unterricht nach dem Artikel „600 Tausend Seelen“ vom 20.09.2010

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