Kabbala und der Sinn des Lebens - Michael Laitmans persönlicher Blog

Beiträge in der Kategorie 'Schlechte'

Spirituelle Reifung

Kommentar: Ursprünglich, wenn man einen Menschen zu lehren beginnt, ihm erklärt, dass auf der spirituellen Stufe, die „Frau, Sklave oder Kind“ genannt wird, es notwendig ist,für den Schöpfer aus Furcht zu arbeiten… (Rabash, „Shlavej Sulam“, „Halber schekel“ (1))  

Die spirituellen Stufen, die als „Frau, Alter Mensch oder Kind“ bezeichnet werden, sind abhängige Zustände eines Menschen, denn eine Frau ist abhängig von einem Mann, das Kind von den Eltern, ein Alter Mensch von der Hilfe der Jungen.  

Es gibt auch den Zustand „Sklave“, der von seinem Herrn, d.h. von seinem Egoismus abhängig ist. Aus diesem Grund ist es wichtig, jedem Menschen mit Feingefühl zu begegnen und ihm zu erklären, dass die Kabbala seine Entwicklung fördert.

Die Kabbala kann ihm helfen, besser zu verstehen, wie er sich in dieser Welt verhalten soll. Der Mensch spekuliert bereits: Wenn ich verstehe, wie ich in dieser Welt handeln soll, kann ich reicher, stärker, erfolgreicher und gesünder werden.  

Es wird gesagt,dass man aus Angst vor dem Schöpfer arbeiten soll – also Angst vor Verlust, Versagen oder dem Nicht-Erhalten einer Belohnung. 

Aber wenn dieser Mensch spirituell reift und Weisheit erlangt, kann man ihm bereits erklären, dass es notwendig ist, für den Schöpfer zu arbeiten und ihm allmählich die Geheimnisse der Tora offenbaren.  

Hier beginnt eine äußerst feine Übergangsphase, eine dramatische Situation, ein schwieriger Punkt: Der Mensch erkennt, dass sich die ganze Welt in einem absolut unkontrollierbaren Zustand der Verwirrung befindet. Alles wird von einem flüchtigen Egoismus gesteuert, der in jedem Moment nach allem greift, was er bekommen kann. Dieser Zustand wird Dunkelheit genannt.

In diesem schwarzen Punkt fühlt der Mensch völlige Hoffnungslosigkeit, Verwirrung, Verlust der Selbstkontrolle, von anderen, vom Schicksal. Er sieht, dass alle wie Kaulquappen im Wasser hin und her schwimmen und er kann so ein Leben nicht mehr ertragen.  

Er fühlt sich in der Dunkelheit und versucht, aus ihr herauszukommen, er schreit zum Schöpfer: „Was soll ich tun?!“ In diesem Moment beginnt die höhere Kraft, die Erkenntnisse allmählich zu offenbaren und so kommt es zur Enthüllung des Schöpfers.

Wenn sich dem Menschen das höhere Gesetz offenbart, sieht er deutlich das in unserer Welt herrschende Chaos im Vergleich zur Harmonie. Das ist das Drama – Arbeiten in Spaltung: auf der einen Seite das höchste Gesetz, auf der anderen Seite das völlige Chaos. Das ist der beste Zustand des Menschen, denn hier  spürt er die Hilfe des Schöpfers, die Rettung.  

Und er dankt dem Schöpfer für diesen schwarzen Zustand, denn es ist unmöglich, mit dem rechten Fuß ohne den linken Fuß vorwärts zu kommen. Wenn er das versteht, wartet er auf beides, auf das Gute und auf das Schlechte. Er nimmt beide Zustände richtig wahr, da er erkennt, dass der spirituelle Weg genau dazwischen liegt, in der Mitte.  

[225912]

Aus der Fernsehsendung  „Die letzte Generation“,  

In der Absicht leben

Der Schöpfer schickt uns Unglück und Probleme, alle möglichen unangenehmen Dinge – und wir müssen in ihnen eine gute Absicht und Vaterliebe erkennen. Denn der Schöpfer ist gut und tut sowohl Guten als auch Schlechten Gutes.

Mit anderen Worten: Er teilt uns nicht in Gute und Schlechte auf, denn so hat er uns erschaffen, jeder von uns nimmt aber die Haltung des Schöpfers, d.h. sein eigenes Leben, auf seine Art und Weise wahr.

Mit jeder beliebigen Erscheinung in unserem Leben müssen wir unsererseits eine Haltung Ihm gegenüber aufbauen: „Alles kommt vom Guten, der Gutes tut“, vom „Es gibt niemanden außer Ihm“. Hier muss der Mensch sich über die Empfindung „süß-bitter“ zur Bewertung „Wahrheit-Lüge“ erheben.

Die Wahrheit besteht darin, dass alles, „Süße und Bittere“, von einer Kraft und nur zu meinem Wohl, der Wahrheit wegen, ausgeht. Und süße und bittere Empfindungen werden hinterher gegeben, damit ich mich über der Bitterkeit zur Wahrheit ausrichte.

So lernen wir nach der Höheren Kraft zu streben, sie zu verstehen, sie in den eigenen Eigenschaften ausfindig zu machen: wie verhält sie sich uns gegenüber, was bringt sie uns, wonach verlangt sie.

Sie verlangt nach dem Glauben über dem Verstand, nach der Ergebenheit, nach dem Geben über all dem Empfangen, über allen Empfindungen. Letztendlich verlangt sie von uns, uns über die Empfindung „süß-bitter“ zur Absicht „Wahrheit-Lüge“ zu erheben.

Dadurch erkennen wir ihr Ziel und beginnen, es zu verstehen: sie will, dass wir uns allem gegenüber, was es in der Realität gibt, nur entsprechend der Absicht und nicht der Empfindung verhalten.

Dann enthüllt sich uns ein neues Sinnesorgan – das reflektierte Licht, Chassadim, der Glaube über dem Wissen. Genau in diesem Sinnesorgan beginnen wir, den Schöpfer zu erkennen, der uns alle Gefühle und Situationen schickt, über die wir uns erheben müssen, indem wir die Haltung Ihm gegenüber über jeglichen Empfindungen aufbauen.

Uns wird klar, dass die gesamte Arbeit über dem Egoismus, über den Empfindungen, die der Schöpfer in unserem egoistischen Verlangen erschafft, stattfindet.

All das ist nur dazu da, damit wir immer mehr die Absicht zum Geben – die „Wahrheit“ – entwickeln. In ihr werden wir leben und in ihr werden wir genießen, indem wir alles aus uns heraus auf das Geben an den Nächsten und den Schöpfer ausrichten.

Aus dem Unterricht nach einem Artikel von Rabash vom 14.10.2010

Zu lernen, die Sprache des Schöpfers zu sprechen

Alles kommt von der Höheren Kraft, auch die Verwirrung „ich und die Welt“ sind durch eine Kraft „Es gibt nichts außer Ihr“ bedingt – und aller geschieht mit dem Ziel, mich Ihrer Offenbarung näher zu bringen.

In „Es gibt niemanden außer Ihm“ versteckt sich die Warnung, dass alle Geschehnisse durch eine einzige Kraft hervorgerufen sind. Zu jeder Zeit dreht sie dich um, damit du sie – entweder auf dem guten Weg oder eben auf dem schlechten öffnest.

Das Gute und das Schlechte sind relativ: möglicherweise entfernt Er mich von Sich durch die Erfolge, und zieht mich anhand der Leiden heran. Aber wenn ich verstanden habe, dass alles von Ihm kommt, dann wird alles im Leben zum Mittel der Verbindung mit Ihm.

Es gibt: mich und die Welt, um mich herum. Diese Welt ist für mich die Demonstration der Beziehung des Schöpfers zu mir, ich muss Ihn mit Hilfe dieser Welt enthüllen, mit Ihm den Dialog beginnen.

Aber solange ich Ihn nicht verstehen kann, wirkt Er auf mich von außen ein, spricht mich in der Sprache des Gebens an – und ich spreche die Sprache des Empfangens.

Ich bin innerhalb meines Egos gefesselt, und die umgebende Welt ist das Licht, das ich nicht sehe, und nur in der Form wahrnehme, die mir in meiner Selbstsucht dargestellt wird.

Wenn ich mich verändere, dann werde ich verstehen, dass diese Welt die Welt der Unendlichkeit ist. Alles hängt vom Betrachter ab, wie Baal HaSulam im Artikel „Die Verhüllung und die Enthüllung des Schöpfers“ beschreibt.

Ich sehe eine unheimliche Welt, weil ich so bin, und wenn ich mich verändere, dann werde ich sie als vollkommen und ewig empfinden. Darüber erzählen die Kabbalisten, die eine Korrektur ihrer Organe der Wahrnehmung vom Empfangen auf das Geben durchmachten.

Deshalb darf meine Einstellung zu dieser Welt nicht von meinen Empfindungen abhängen. Denn ich sehe sie in meinen trügerischen Eigenschaften. Indem ich aber meine Eigenschaften verändere, stelle ich die Eigenschaft des Gebens über meinen Egoismus.

Folglich werde ich alles entgegengesetzt sehen. Im Maß des Gebens, das ich erreichen werde – wird die ganze Welt anders empfunden!

Es ist eben die neue Wahrnehmung der Realität. Und die Welt hat kein beständiges Bild, alles hängt vom Bekommenden ab. Deshalb ist es gesagt, dass jeder im Maß der eigenen Unzulanglichkeiten verurteilt.

Diese Welt ist nur die Kopie einer realen Welt, aber sie ist die einzige, die ich jetzt empfinde. Später werde ich plötzlich enthüllen, dass dieser Raum mit den Kräften des Gebens und der Liebe erfüllt ist, ich werde sie so wie jetzt diese Welt sehen.

Ich muss meine Eigenschaften vom Empfangen auf das Geben verändern, dann werde ich „die zukünftige“ Welt sehen können! Wie macht man das? – Hierfür werden uns die Lehrer, die Gruppe und die Bücher gegeben.

Aus dem Unterricht nach einem Brief von Baal HaSulam, 22.09.2010

Zum Kabbalalernzentrum–>