Kabbala und der Sinn des Lebens - Michael Laitmans persönlicher Blog

Beiträge in der Kategorie 'Schirm. Licht'

Die unendliche Welt: Der Schirm und das reflektierte Licht

Frage: Was ist das für ein Prinzip des „Schirms“ und des „reflektierten Lichts“? Warum ist die Schöpfung genau danach aufgebaut?

Antwort: Dieses Prinzip beschreibt den Egoismus, der beginnt, sich selbst zu widersprechen. Der Mensch erhebt sich über sein egoistisches Verlangen, um nicht mehr für den eigenen Vorteil zu handeln, sondern einzig und allein zu geben. Statt andere auszunutzen, strebt er danach, sich selbst in den Dienst am Nächsten zu stellen. Das wird als „Schirm“ und „reflektiertes Licht“ bezeichnet.

Frage: Warum ist es notwendig, ein solches System aufzubauen, um den Schöpfer zu offenbaren?

Antwort: Anders kann man den Schöpfer nicht empfinden. Der Mensch besitzt nicht dieselben Eigenschaften wie der Schöpfer. Alle Empfindungen – selbst in unserer materiellen Welt – beruhen auf der Ähnlichkeit zwischen dem Wahrnehmenden und dem Wahrgenommenen. Der Mensch kann nur das empfinden, wofür seine inneren Sinnesorgane ausgerichtet sind.

Unsere Sinne sind nicht auf Radiowellen eingestellt – deshalb nehmen wir sie nicht wahr. Sie reagieren nur auf Schallwellen – also nehmen wir diese wahr. Dasselbe gilt für alle anderen Sinne – das Sehen, Riechen, Fühlen usw.

Um den Schöpfer zu offenbaren, muss der Mensch die Eigenschaften des Gebens erlangen. Nur in der Ähnlichkeit der Form entsteht die Empfindung des Schöpfers.

Bemerkung: Aber alle alten Schriften beschreiben dieses System sehr detailliert das Sie mit zwei Worten zusammenfassen: Schirm und reflektiertes Licht?

Antwort: Diese Schriften sind nicht alt – sie sind zeitlos. Sie wurden lediglich vor langer Zeit niedergeschrieben, aber ihr Inhalt steht außerhalb der Zeit.

Sie vermitteln uns eine unermessliche Fülle an Weisheit – solch subtile und feine Nuancen, dass der Mensch sie sich kaum vorstellen kann.

Wenn wir heute gerade einmal in der Lage sind, zwei Begriffe zu fassen – „Schirm“ und „reflektiertes Licht“ –, dann werden sich diese Worte später mit einer wunderbaren, unendlichen Welt verbinden: mit all ihren Farben, Klängen, Gegensätzen, die sich zu einer vollkommenen Einheit vereinen.

Der Mensch wird ein ganzes Buch benötigen, um allein diese zwei Zustände in ihrer Tiefe zu beschreiben.

Tatsächlich gibt es nichts anderes. Unser Egoismus, über dem sich ein Schirm befindet, um ihn in die entgegengesetzte Richtung – zum Geben – zu benutzen, nennt man „reflektiertes Licht“. Und das ist milliardenfach größer als unsere Welt!

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Aus dem Gespräch „Mein Telefon hat geklingelt. Ein Bild des Schöpfers”

 

Das Boot unserer Absichten

Eine Frage, die ich erhielt: Wenn mir während des Sohar-Lesens misslingt, mich in der Absicht aufzuhalten, und ich in diesem Moment überhaupt nicht verstehe, wofür es notwendig ist, dann bohre ich doch „das Loch im Boot“?

Meine Antwort: Vor allem soll ich klären, ob ich überhaupt „das Boot“ benötige, ob ich im Begriff, etwas zu erreichen, bin oder nicht?

„Das Boot“ ist die Gesamtheit unserer Absichten. Und die Wünsche ohne Absichten stellen ein Loch dar.

Die Absichten, die wir über die Wünsche erschaffen können, bauen uns „das Boot“ auf, den Anfang (Rosch) der Stufe, den Schirm und das widergespiegelte Licht, das spirituelle Gefäß/Kli. Somit ist das Kli nicht der Wunsch selbst, sondern die Absichten über ihm.

Die Wünsche selbst sind unwichtig. Das Wichtigste ist die Absicht, die ich über dem Wunsch aufbauen kann.

Die Frage: Welche Verantwortung habe ich gegenüber der Gruppe?

Die Antwort: Wenn ich mich bemühe, an das Ziel zu denken, dann bürge ich dadurch für die Freunde, dass sie auch an das Ziel denken werden.

Wenn ich unser „Boot“ mit meinen Absichten behüte, wenn ich will, dass wir es in Form des vollständigen Kli – mit dem Schirm und dem widergespiegelten Licht aufbauen, wenn ich mit dem ganzen Herzen dafür sorge, dass die Freunde auch daran denken, dann halte ich sie in der Absicht fest.

Es ist eben die Bürgschaft . Wofür bürge ich? Dass meine Freunde ständig das Ziel verfolgen.

Aus dem Unterricht nach dem Buch Sohar, 24.11.2010