Kabbala und der Sinn des Lebens - Michael Laitmans persönlicher Blog

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Aus dem Punkt hinauf zum Schöpfer

Wir existieren in „Malchut„, die in der Welt der Unendlichkeit geschaffen ist. Darin wird das System der Beziehungen zwischen allen ihren Verlangen (Teilen) aufgebaut. Somit gibt es sehr viele Wünsche, die sich untereinander anhand der Eigenschaft des Gebens verbinden. Infolge der Vereinigung aller Verlangen in ein spirituelles Gefäß wird die Vollkommenheit erlangt.

Wie verbindet die Eigenschaft des Gebens diese Wünsche miteinander? Wie funktioniert die Vereinigung? Wie erfolgen Handlungen und Wechselwirkungen in diesem System? Das alles studieren wir in der Wissenschaft der Kabbala.

Wenn die Erschaffung dieses Systems in seiner ganzen Vielfältigkeit vollendet wird, und es stellt einen einheitlichen Organismus dar, dann wird innerhalb dieses Systems ein Punkt erschaffen. Dieser Punkt ist der Anfang der zukünftigen Schöpfung.

Diese Schöpfung ist nun die Welt, die um uns existiert. Diese Schöpfung ist wie das Stromnetz ohne Strom, und darin gibt es nichts, was dem Menschen gleichen würde. Denn nur der Mensch hat die Freiheit der Wahl, und nur der Mensch kann etwas nach seinem Willen in diesem System verändern. Alle Elemente dieser Welt, unbelebte, pflanzliche und tierische Stufen, existieren ohne freien Willen.

Und dann entsteht der besondere Organismus, der Mensch, der sich selbständig entwickeln kann. Der unter der Einwirkung des Lichtes entstandene Punkt entwickelt sich automatisch bis er den Zustand erreicht, in dem er mit den fünf Welten umgeben wird.

Dann entsteht innerhalb dieses Kreises aus fünf Welten ein besonderes Geschöpf, das „Adam“ heißt. Es handelt sich dabei um ein besonderes System. Wir sollen uns in dieses System integrieren und uns mit seinem inneren Punkt identifizieren. Im Endeffekt soll dieser Punkt beginnen, sich mit jeder einzelnen Welt zu vereinigen, innerhalb welcher er sich befindet. Er befindet sich also innerhalb der konzentrieren Kreise, die verhüllt sind.

Diese konzentrierten Kreise stellen die spirituellen Welten dar. Der erste und der kleinste Kreis, den wir enthüllen, ist die Welt „Assija„. Dann folgen die Welten „Jezira„, „Brija„, „Azilut“ und „Adam Kadmon„. Nachdem die Enthüllung vollendet wird und alles in einem System vereint wird, wird das ganze neue System „die Welt der Unendlichkeit“ genannt.

Dieser Punkt ist der Anfang für jeden Einzelnen von uns. Hier, in diesem Punkt, existiert die ganze Menschheit. Im Endeffekt sollen wir alle dieses Schema (aus kreisförmigen Welten) enthüllen, es absorbieren und in Betrieb nehmen. Auf diese Weise erreichen wir die Stufe der Schöpfung und werden dem Schöpfer gleich.

Der Schöpfer hat die ganze Schöpfung infolge der Verringerung geschaffen, und wir sollen genau das Gegenteil machen: dieses Schema in uns offenbaren und mit ihm identisch werden, das heißt, dieses System anstelle des Schöpfers lenken. Darin besteht eben unsere Zukunft und unsere Vorbestimmung.

Auszug aus dem virtuellen Unterricht, 02.10.2011

Über Kapitalismus von heute

Meinung (Chandran Nair, Globalinstitute for Tomorrow, Hongkong): Die Menschheit hat immer das Herabsetzen des Ressourcenpreises angestrebt:

– durch die Sklavenarbeit, solange sie billig war;

– durch die Kolonisierung – für billige Arbeitskraft und neue Absatzmärkte;

– durch die Globalisierung mit dem Bedürfnis nach Wirtschaftswachstum und Vernetzung der Finanzsysteme.

Die letzten hundert Jahre blühte die kapitalistische Wirtschaft, dank der Ressourcenausbeutung der anderen Länder. Dieses Schema ist zu Ende gegangen und wird nie wieder zurückkehren, und mit ihm starb der „amerikanische Traum“ (American Dream)! Was wir jetzt benötigen ist der Paradigmenwechsel…

Mein Kommentar: Die Ressourcenknappheit einerseits und das natürliche Streben nach ständigem Erwerb anderseits, fordert von uns die einzig mögliche Art der grenzenlosen Erfüllung, nämlich die Füllung mit nicht materiellen Sachen. Es ist möglich, das Streben nach Spiritualität mit Hilfe der richtigen Umgebung und Erziehung in den Bürgern zu erwecken. Infolge der nicht materiellen Füllung werden alle Träume wahr!

Die Umgebung erheben

Wenn der Mensch die richtige Umgebung gefunden hat, ist er bereit, sich dieser zu beugen und alles anzunehmen, was ihm gesagt wird. Anfangs sieht er in allem die Wichtigkeit: in dem Lehrer, in dem Studium, in den Freunden.

Doch eine Zeit später gewöhnt er sich daran. Ihm wird eine Möglichkeit gegeben, sich in die Umgebung einzuordnen, und dann geschieht der Abstieg: „Alles ist in Ordnung, ich bin hier unter meinesgleichen wie auch zuvor. Ich bin miteinbezogen“.

Somit macht der Mensch sich selbst zunichte und rutscht ab. In seiner Dummheit und in seinem Stolz begreift er nicht, dass man ihn nun näher kommen lässt, damit er die Umgebung in seinen Augen erheben kann. Sie muss für ihn noch höher als am Anfang werden.

Der Mensch aber betrachtet die Welt gemäß seiner Natur durch das materielle Prisma. Die Freunde sind ihm bereits vertraut und nicht mehr so groß wie früher, als er sich als ein bescheidener Gast unter ihnen gefühlt hat. Der Lehrstoff wird zusammenhängender, und auch der Lehrer verliert die einstige Höhe.

So wächst der Egoismus, um dem Menschen jedes Mal erneut die Möglichkeit zu bieten, seine Umgebung zu erheben. Doch diese „Unterstützung, die wie gerufen kommt“ benutzt der Mensch nicht bestimmungsmäßig für den Aufstieg, sondern bleibt selbst unten. Und anstatt aufzusteigen, steigt er letztendlich ab.

So beginnen Menschen, die des Aufstiegs und der Enthüllung des Schöpfers würdig sind, sofort abzusteigen und die Mittel, die ihnen gegeben wurden, zu verachten, weil sie es versäumt haben, sich in die Umgebung einzufügen. Bereits morgen betrachten sie die Umgebung anders, als sie es gestern getan haben. Der Lehrer, die Gruppe und die Bücher verlieren an Wert in ihren Augen, wenn auch mit unterschiedlicher Geschwindigkeit.

Darum besteht meine Arbeit darin, die Wichtigkeit der Umgebung – des Lehrers, der Bücher und der Gruppe – unaufhörlich zu erheben. Ständig aufzusteigen. Nicht weil jemand meine Anerkennung braucht, sondern weil ich sonst die Größe des Schöpfers nicht erkennen werde.

Die Umgebung gibt sich nicht als etwas Besonderes aus, deshalb ist es sehr schwer, die Freunde zu schätzen. Der Lehrer sieht ebenfalls nicht wie ein großer Mensch aus. In den kabbalistischen Gruppen war es immer schwer, die Umgebung zu erheben. Und dennoch haben wir heute keine andere Wahl, wir müssen damit anfangen, unseren Freunden zu helfen, die Wichtigkeit der Gruppe zu erkennen.

Das bedeutet nicht, dass wir uns wichtig machen oder mit der Wichtigkeit prahlen sollen. Hier kann man sich nicht verstellen, denn der Schöpfer ist verborgen. Je höher der Mensch aufsteigt, desto weniger kommt es zum Vorschein, – und der Schöpfer ist mehr als alle Anderen verborgen. So ist das spirituelle Gesetz.

Deshalb müssen wir die Wichtigkeit der Umgebung im Allgemeinen erheben, um über sie die Wichtigkeit des Schöpfers zu erkennen. Wenn dieses Ziel nicht von Anfang an in uns brennt, wenn wir dieses Schema nicht genau aufstellen: von der Wichtigkeit der Umgebung zur Wichtigkeit des Schöpfers – werden wir nichts erreichen. Im Gegenteil, die Verachtung wird nur noch steigen.

Heute existiert die Organisation Bnei Baruch, weil es mich gibt. Morgen wird es mich nicht mehr geben, und es wird das Gleiche geschehen, was mit der Gruppe von Rabash geschehen ist: Zerstreuung in alle Richtungen. Aus diesem Grund müssen wir den Kern unserer Gemeinschaft erheben, ihre Grundlage – ihre Größe, die aus dem Streben nach der Größe des Schöpfers hervorgeht.

Wenn das ständig an Wichtigkeit und Größe gewinnt, indem es die Gedanken und das Herz jedes Einzelnen einnimmt, wenn ich mich dem hingebe, dafür existiere, damit verschmelze, wenn ich der Größe der Gemeinschaft entgegenstrebe, weil sie mich zu der Größe des Schöpfers bringt, wenn ich das ständig spüre, wenn es mich bewegt, dann werden wir das Ziel zweifelsohne in kürzester Zeit erreichen.

Auszug aus dem Unterricht über einen Artikel von Rabash, 14.02.2011

Zwischen Liebe und Hass liegt nur eine Stufe

Versucht nicht aus einem Menschen ein Tier zu machen und die spirituelle Welt an ein mechanisches Schema anzuketten.

Diese Welt ist voll von Abenteuern und Ungewissheiten, die sich plötzlich unterwegs enthüllen, und du erkennst, dass es anders war, als du geglaubt hast, oder vielleicht sogar umgekehrt.

Wenn die Verbindung zwischen den Dingen sich auf einer tieferen Ebene enthüllt, machst du ein vollständiges „Upgrade“ (eine neue Einstellung) auf dein gesamtes „Programm“. Du siehst, dass du jetzt ein neues Werkzeug/neue Kelim, neue Verbindungen nutzen kannst.

Es ist klar, dass die Grundlage die gleiche bleibt: der Schöpfer, die Schöpfung, der Entwicklungsprozess mit Hilfe des umgebenden Lichtes, die Verlangen GE und ACHaP, eine größere Verbindung der Seelen – die konkreten Erscheinungen können jedoch vollkommen gegensätzlich sein.

Innerhalb des gleichen Verlangens zu geben enthülle ich plötzlich in einer größeren Tiefe/Awiut vollkommen neue Verbindungen! Ich habe nicht gedacht, dass der Feind auf meiner Stufe zu einem geliebten Freund auf einer höheren Stufe werden kann! Und auf der höchsten Stufe umarme ich Haman – dieser vollendete Verbrecher wird zu einer heiligen Gestalt.

Wie kann es sein, dass es auf der untersten Stufe mein größter Feind, dem ich mich unmöglich nähern kann, ist und ich auf der höchsten Stufe mit ihm verschmelze?

Und wenn zwei Kabbalisten sich auf diesen Stufen, die beide spirituell sind, befinden, werden sie nicht miteinander einverstanden sein! Wie kannst du nur meinen Feind lieben? Können wir keine Freunde mehr mit dir sein?

Für einen Menschen, der die Endkorrektur/Gmar Tikun erreicht hat, sind Haman, Hitler, Ahmadinedschad, alle Menschenhasser Kräfte der Heiligkeit. Du hast sie auf den früheren Stufen gehasst und schließt auf der höchsten Stufe Frieden mit ihnen.

Das ganze Problem besteht darin, dass wir mit unserem begrenzten Verstand nicht in der Lage sind, zwei Gegensätze miteinander zu verbinden: wie kann ein Elektron gleichzeitig Welle und Teilchen sein, wie kann ein Teilchen sich gleichzeitig an zwei verschiedenen Orten befinden?

Umso weniger verstehen wir, wie darüber, in der spirituellen Welt, alles aus zwei Gegensätzen, die zusammen existieren, bestehen kann: der Todesengel und der heilige Engel, der Schöpfer und der Pharao.

Wir können das mit unserem irdischen Verstand nicht begreifen und wollen hören, welche von zwei gegensätzlichen Antworten die richtige ist, dabei entsprechen sie beide der Wahrheit! Gerade bei der Verbindung von Gegensätzen enthüllt sich die spirituelle Welt, der Schöpfer!

Aus dem Unterricht nach „Beit Shaar haKavanot“ vom 04.11.2010

Jeden Tag – ein neuer Schöpfer

Eine Frage, die ich erhielt: Wenn ein Kabbalist eine wahre spirituelle Welt sieht, wie kann er dann Zweifel oder sogar Fehler haben?

Meine Antwort: Die spirituelle Welt lässt sich in das unlebendige Schema, das sich schon fertig vor dir entfaltet, nicht einlegen.

In dir zeigen sich die ursprüngliche Daten/Reschimot, und du selbst baust daraus, deine erfüllte Einstellung von Geben zu der Umgebung – der Gruppe und den Schöpfer. Die richtige Einstellung bildet dir die höhere Welt.

Deshalb sollte euch nicht wundern, dass ein Kabbalist in der spirituellen Welt Zweifel, Theorien, Mutmaßungen hat, wie ein Wissenschaftler in unserer Welt. Denn eben Dank der Unklarheit entwickeln wir uns.

Ich zweifle immer und weiß schon aus der Erfahrung, dass ich heute das besser verstehe, was ich gestern wusste und weiß worin ich mich gestern irren könnte.

Jede Stufe kann nur von der höheren Stufe erkannt werden, den sie wird von den höheren Stufe geboren und gelenkt.

Jeden Tag wird der Schöpfer klarer und klarer, wie es ein großer Kabbalist gesagt hat: „Jeden Tag habe ich einen neuen Schöpfer!“.

Aus einem Unterricht über „Beit Shaar haKawanot“, 04.11.2010

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