Kabbala und der Sinn des Lebens - Michael Laitmans persönlicher Blog

Beiträge in der Kategorie 'Reue'

Reue für das Versäumte

Rabash, Shlavey Sulam, 1985/86, Artikel 36, „Was ist die Vorbereitung auf die Selichot [Vergebung]?“: Bevor man den Schöpfer um Vergebung bittet, muss man sich bewusst machen, worin das Wesen der Sünde besteht.

Ich bitte nicht um Vergebung für die ursprünglichen, angeborenen Untugenden, die in meiner Natur liegen. Im Moment stehen sie nicht im Mittelpunkt meiner Aufmerksamkeit, denn „die Regungen des menschlichen Herzens sind von Jugend an böse”. Ich bewerte nicht den bösen Trieb selbst, sondern nur meine Bemühungen: Hätte ich mich schon darüber erheben, Schirme errichten und eine Haltung der Hingabe, Liebe und Einheit entwickeln können? Hätte ich nach dem Prinzip „Liebe deckt alle Sünden zu” handeln können?

Gerade für die Nachlässigkeit in diesen Bemühungen muss ich Buße tun und Reue zeigen, darüber muss ich weinen. Denn die Shechina trauert nicht darüber, dass sie uns ihren verdorbenen, zerbrochenen Zustand beschert hat, sondern darüber, dass wir nicht versuchen, sie wiederzubeleben, sie aus dem Staub zu erheben, obwohl die Umstände es uns erlauben, dies zu tun.

Das Licht, das zur Quelle zurückführt, kommt entsprechend meinen Bemühungen. Wenn es unabhängig davon käme, würde es mir das vom Schöpfer verursachte allgemeine Zerbrechen zeigen. Wenn jedoch der Zufluss des Lichts durch meine Bemühungen oder deren Fehlen reguliert wird, offenbart es nur meinen unvollständigen Teil, den ich bereits hätte einbringen können.

Man sollte nicht bedauern, dass man in gewissen Dingen unbegabt oder talentlos geboren wurde. Nehmen wir an, es mangelt mir an körperlicher Kraft, Intellekt, Gedächtnis oder Lernfähigkeit, so sollte man sich darüber nicht beklagen. Wenn mir etwas nicht gegeben wurde, dann brauche ich es auch nicht. Auch wenn ich keine besonderen Fähigkeiten habe und deshalb mit Schwierigkeiten zu kämpfen habe, muss ich offensichtlich mein Leben lang unter diesen Bedingungen arbeiten.

Im Allgemeinen sagt die Gesamtheit meiner persönlichen Eigenschaften nichts darüber aus, ob ich gut oder schlecht bin. Vielleicht bin ich als Verschwender, Faulpelz oder Machtmensch geboren worden. Die Tatsache, dass ich mit diesen Eigenschaften geboren wurde, bedeutet jedoch, dass ich ihnen keine Beachtung schenken sollte.  Diese muss ich nicht korrigieren, sondern nur meine Teilnahme an dem Prozess, der mir über meine gesamte Natur hinweg offenbart wird. Wenn ich dort, über meiner Natur, faul bin, muss ich für diese Faulheit „ein Opfer bringen” und am Versöhnungstag (Jom Kippur) über diese Nichtbeteiligung weinen. Ich bereue nicht meine ursprünglich verdorbenen Verlangen, sondern dass ich tatsächlich etwas hätte korrigieren können, als ich eine Chance von oben erhielt und sie nicht genutzt habe.

Wer sich also nicht bemüht hat, entdeckt auch nichts Böses in sich. Wer sich jedoch bemüht hat, entdeckt, dass er schlecht ist, allerdings nur in dem Maße, in dem er etwas hätte korrigieren können, es aber nicht getan hat.

Wir sind nicht dafür verantwortlich, alles zu korrigieren, was die spirituellen Systeme vor uns verdorben haben. Es handelte sich dabei um einen systemischen Schaden. Wenn wir jedoch das korrigieren, was uns aufgetragen wurde, wird das gesamte System wieder funktionsfähig sein. Denn es wurde nur deshalb verdorben, weil eine Komponente namens „Mensch” (Adam) darin eingedrungen ist. Wenn wir also die Beteiligung des Menschen am System korrigieren, korrigieren wir alles.

Frage: Wie hängt Reue mit den Beziehungen zwischen Freunden zusammen?

Antwort M. Laitman: Es heißt, dass der Versöhnungstag die Sünden eines Menschen gegenüber seinen Nächsten nicht sühnt. Ich muss für das, was ich angerichtet habe, Buße tun und gleichzeitig daran denken, dass auch dies vom Schöpfer verursacht wurde. So oder so, ich bereue nicht mein Böses als solches. Ich bedauere, dass dieses Böse, dieses Gefühl der Trennung vom Schöpfer, noch  immer in mir steckt. Und dann korrigiere ich es.

Daher sollte ich auch Freude empfinden, wenn ich das Böse aufdecke.

Frage: Es gibt keinen Menschen, der seinem Nächsten nicht etwas Böses angetan hat, wenn auch unbeabsichtigt. Wie kann ich dieses Böse wiedergutmachen? Wie kann ich um Vergebung bitten?

M. Laitman: Durch die Anstrengungen, die in die Verbindung investiert werden. Das ist die Zahlung.

Es gibt keine Notwendigkeit und keine Handlung, die das, was ich getan habe, wiedergutmachen könnte. Alles Schlechte, was ich getan habe, führte zur Spaltung. Und alles Gute, was ich tun kann, führt nur zur Vereinigung. Die Formen und Details sind nicht wichtig, das Wesentliche ist genau das: entweder Trennung oder Einheit. Wenn ich mich an diesen Ansatz halte, werde ich keinen Fehler machen.

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Aus der Lektion zum Artikel von Rabash.

Jom Kippur: Eine Bitte um Korrektur

Im Prozess der spirituellen Entwicklung gibt es einen besonderen Zustand, der Jom Kippur (von dem Wort „kapara“ – „Erlösung“) genannt wird und der die Korrektur aller Sünden bedeutet, für die ein Mensch Reue zeigt und um Korrektur bittet.

Denn es ist klar, dass wir selbst nichts korrigieren können, und die Sünden, die wir begangen haben, sind gar nicht unsere, denn es ist der Schöpfer, der die böse Neigung geschaffen hat, die uns beherrscht und uns zur Sünde zwingt.

Wir sind nicht schuldig, dass wir in den Egoismus eingetaucht sind, der uns jedes Mal dazu bringt, nur an uns selbst zu denken und nicht an andere oder an den Schöpfer. Deshalb sind sowohl die Sünden als auch ihre Korrektur nicht unsere Schuld und nicht unser Verdienst, weil der Schöpfer alles tut. Er hat alle Sünden und alle ihre Korrekturen für uns vorbereitet, und wir befinden uns zwischen dem einen und dem anderen, wie in einem Schraubstock.

Unsere Aufgabe ist es, alles mit dem Schöpfer zu verbinden, sowohl die Sünden als auch die Korrekturen. Wir können Sünde und Korrektur nur dann miteinander verbinden, wenn wir verstehen und spüren, dass beides vom Schöpfer kommt und nicht von uns. Der Schöpfer steht über den Sünden und über den Korrekturen. Er ist eine besondere höhere Macht, die über allem steht.

Deshalb ist Jom Kippur ein Tag der besonderen Freude, der uns erlaubt, uns noch höher über die Schöpfung zu erheben, uns mit der höheren Macht zu verbinden und ihre Ebene zu erreichen. All die Sünden und der Egoismus, die vom Schöpfer geschaffen wurden, und die Korrekturen, die dank Ihm erreicht werden, sind notwendig, um die Stufe zu verstehen, die über den bösen und guten Neigungen liegt, das heißt, um den Schöpfer zu verstehen, der auf keine andere Weise erreicht werden kann.

Der Schöpfer ist von der gesamten Schöpfung getrennt, und es ist möglich, diese Essenz nur auf diese Weise zu erlangen, durch die Erfahrung unserer Trennung in vollem Umfang. Wenn wir uns miteinander verbinden, vereinen wir uns mit dem Schöpfer.

Wir erheben uns über Übertretungen, über Strafe und Belohnung und nehmen diese Korrekturen vor, damit wir nur mit ihrer Hilfe den Schöpfer erreichen, der von der gesamten Schöpfung getrennt ist. Der Schöpfer hat all diese Zustände für uns vorbereitet, damit wir zu Ihm gelangen können: eins, einzigartig und vereint.

Jom Kippur ist das Hauptsymbol für den Prozess des Erreichens der höheren Kraft, die von der gesamten Schöpfung losgelöst ist.

Ohne Vereinigung, ohne Gedanken an das gesamte Welt Kli, ohne Gedanken an gegenseitige Hilfe und an die gesamte Menschheit ist es unmöglich, auch nur die kleinste spirituelle Offenbarung zu erreichen. Alle Völker sind dazu bestimmt, sich über ihren individuellen Egoismus zu erheben und zum System von Adam HaRishon zurückzukehren, um wie ein Mensch, wie in einem einzigen Verlangen zu werden.

Jom Kippur ist ein spiritueller Zustand, in dem der Mensch offenbart, dass seine Übertretung darin besteht, dass er dachte, er selbst würde übertreten und nicht sah, dass alles vom Schöpfer kommt. Das heißt, er hat nicht erkannt, dass „es außer Ihm nichts gibt“.

Er dachte, er würde alles selbst tun und bewertete seine Gedanken und Wünsche in seinem Egoismus. Aber jetzt will der Mensch seine Fehler korrigieren, all diese unreinen Unterscheidungen, die nicht mit der einen, einzigartigen und vereinten höheren Kraft verbunden sind. Und genau darum betet er und bittet den Schöpfer.

Das ist das Wesen des Tages des Gerichts (wörtlich übersetzt, aber gewöhnlich wird er Tag der Sühne genannt) – der Tag, an dem der Mensch alle Zustände und Klärungen, die er nicht der höheren Kraft zuschreiben konnte, sühnen und korrigieren will. Schließlich besteht unsere ganze Aufgabe darin, alles, was in der Welt geschieht, der höheren Kraft zuzuschreiben und uns selbst nur als eine Schöpfung zu betrachten, die zu hundert Prozent von ihr kontrolliert wird.

Der Aufstieg über 125 spirituelle Stufen ist eine zunehmende Identifikation mit der höheren Kraft bis zur vollständigen Vereinigung mit ihr. Wenn wir das Kli, das vom Schöpfer absichtlich zerbrochen wurde, vollständig korrigieren und es auf Seine Ebene anheben, dann sind wir bereit, den wahren Weg zum Verständnis und zur Vereinigung mit dem Schöpfer zu beginnen.

Aber das sind die Geheimnisse des Endes der Korrektur. Wenn wir dies gemeinsam erreichen – alle Schöpfungen, die jetzt in dieser Welt sind, und diejenigen, die nicht in ihr sind – dann werden wir weitergehen und herausfinden, was der Schöpfer für uns nach der letzten Korrektur vorbereitet hat.

An Jom Kippur zeigen wir, dass nicht nur das Gute, sondern auch das Böse vom Schöpfer kommt und beide gleichwertig sind. Der Mensch sollte sowohl für das Böse als auch für das Gute segnen, weil er durch diese beiden Kräfte die Vereinigung mit dem Schöpfer erreicht.

Diese Vereinigung mit der höheren Kraft ist unser gemeinsames einziges Ziel, und deshalb muss jeder vergangene Zustand als eine Einladung zur Vereinigung verstanden werden. Es spielt keine Rolle, was ich fühle oder was in meinem Verstand, meinem Herzen, meinem Körper oder in meinen Beziehungen geschieht, dadurch wird mir gezeigt, wo ich die Vereinigung mit der höheren Kraft hinzufügen und verstärken kann.

Der Sinn des Fastens an Jom Kippur ist, dass wir nur durch die Kraft des Glaubens handeln, ohne die Kraft des Empfangens zu nutzen.

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Aus der täglichen Kabbala-Lektion, 26.9.2020

Warum ist Jom Kippur wichtig?

Zum ersten Mal in der Geschichte zeigt uns die Welt, wie sehr sie ein einziges Ganzes ist – dass alle Menschen untrennbar miteinander verbunden sind und daher keine andere Wahl haben, als füreinander zu sorgen. Wir sehen in unserem Alltag täglich unsere gegenseitige Abhängigkeit. Daher ist Jom Kippur, der Versöhnungstag, eine Zeit der Abrechnung wie keine andere. 

Durch Kriege, Klimawandel oder Pandemie sehen wir jetzt mit vollkommener Klarheit, dass alles, was wir tun, ob gut oder schlecht, sich auf alle auswirkt, so dass wir unsere Gedanken und Taten sorgfältig prüfen müssen.

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Die Bußtage der Menschheit

Diese Woche beginnen die Zehn Bußtage. An diesen Tagen bereuen die Juden traditionell ihre Missetaten des vergangenen Jahres und bitten sowohl einander als auch den Schöpfer der Welt um Vergebung. Betrachtet man jedoch das vergangene Jahr, so scheint es, als ob die ganze Welt einen Prozess der Buße durchlaufen muss. Anstatt dafür zu beten, dass die Tragödien aufhören, müssen wir begreifen, dass wir sie uns selbst zuzuschreiben haben; wenn wir also aufhören, was wir falsch machen, werden auch die Tragödien aufhören.

Reue ist nicht gleichbedeutend mit Gewissensbissen. Sie bedeutet in erster Linie, dass wir darüber nachdenken, was wir falsch gemacht haben, und dass wir uns verpflichten, es in Zukunft zu ändern.

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Kabbalisten zu Tora und Geboten, T.4

Liebe Freunde! Ich bitte euch, Fragen zu diesen Zitaten von großen Kabbalisten zu stellen.

Anmerkungen in Klammern sind von mir [M. Laitman].

Das wichtigste ist die Arbeit in der Tora und der Geboten

Der Mensch muss nach einer Belohnung für die Erfüllung eines Gebotes (Ausführung einer Korrektur) streben. Das heisst, wenn er ein Gebot (eine Korrektur) auführt, wird er gewürdigt (ist verpflichtet zu forden nach) einer Verschmelzung mit dem Gebenden (wie es geschrieben steht: „Die Belohnung für die Erfüllung eines Gebotes ist die Erkenntnis von DEM, der sie gegeben hat“.)

Baal HaSulam. Shamati. Art. 227. „Belohnung für die Erfüllung eines Gebotes ist das Gebot selbst“.

Nur wenn der Mensch dazu in der Lage ist eine Handlung mit der Absicht um des Gebens willen (für das Wohl eines anderen) auszuführen, wird diese Handlung ein Gebot genannt.

Rabasch. „Stufen der Leiter (Schalavej HaSulam)“. Art. 32 1984-85.

Der Hauptteil der Arbeit in der Tora und den Geboten (Korrektur des Egoismus durch das Höhere Licht) beginnt erst dann, wenn der Mensch der Reue aus Liebe (Handlungen die aus Liebe zu den anderen ausgehen) gewürdigt wurde. Denn erst dann kann er sich mit der Tora und den Geboten (Mizwot) in Liebe und Ehrfurcht beschäftigen, wie es uns geboten wurde.

Baal HaSulam. „Einführung zu „Der Lehre der Zehn Sfirot““, P.133.

Gerichtstag

In wenigen Tagen kommt ein besonderer Tag, den wir Jom Kippur (Gerichtstag) nennen.

Aber wer weiß, in welchem inneren Zustand sich der Kabbalist an diesem Tag fühlen wird, und wann der Zustand, der Gerichtstag heißt, kommt. Innere Zustände kommen nicht nach dem Kalender.

Die Zustände eines Menschen können privat, persönlich oder gemeinsam, gemeinschaftlich sein. Das Volk führt auf einem gemeinsamen Niveau die Traditionen des Festtages aus.

Aber wenn eine Gruppe von Kabbalisten in ihrer Vereinigung den bestimmten inneren Zustand, den Festtag, erreicht, steht es mit dem allgemeinen Festtag des ganzen Volkes in keinerlei Verbindung.

Denn der innere Festtag kommt nach dem persönlichen Zustand und der allgemeine nach dem Kalender. Sowohl diese Traditionen und Bräuche als jeder andere besondere Tag haben ihre eigene höhere spirituelle Wurzel.

Der Kabbalist möchte auch die Traditionen seines Volkes ausführen und möchte den Brauch mit allen anderen einhalten, denn es steht geschrieben: „Der Schöpfer befindet sich unter seinem Volk.“ Aber er bleibt dabei in seinem persönlichen inneren Zustand.

Es gibt Menschen, die religiös sind, das heisst, sie führen religiöse Traditionen und Bräuche aus. Und es gibt auch Menschen, die diese inneren Handlungen in ihren Seelen ausführen, indem sie sich mit anderen Seelen in dem gemeinsamen System Adam haRishon verbinden.

Dadurch bereiten sie dem Schöpfer Genuss und können sich tatsächlich korrigieren. Und die Korrektur ist nur durch die Verbindung zwischen Menschen möglich, wie es geschrieben steht: „Liebe deinen Nächsten wie dich selbst, ist das große Gesetz der Tora“.

Es kann dann geschehen, wenn alle Menschen auf der Welt den Schöpfer , jeder den eigenen Schöpfer, um „Vergebung“ bitten. Man muss ihnen nur klar machen, dass die Reue nur bezüglich der Liebe zum Nächsten geben kann, entweder bist du „dafür“ oder „dagegen“.

Und lasst uns bezüglich dieser Regel überprüfen, ob wir gesündigt haben oder nicht. Denn nur dieses Gesetz müssen wir erfüllen, wie es geschrieben steht: „Liebe deinen Nächsten wie dich selbst, ist die wichtigste Regel der Tora“.

Wenn die ganze Menschheit sich virtuell versammelt hätte, um zu klären, was „Liebe zum Nächsten“ heisst, in welchem Maß der Schöpfer sie von uns fordert und inwiefern wir ihr entgegengesetzt sind, wäre das der wahre Gerichtstag (Jom Kippur), an dem wir zu Purim gelangen könnten (Jom Kippur auf Hebräisch Jom ha Ki-purim, Tag wie Purim), zur vollkommenen Korrektur.

Wenn die Menschen beten gehen, um Vergebung bitten, ist wichtig, um was wir weinen und bitten. Denn wir weinen und bitten schon sehr viele Jahre und das hilft uns nicht. Es scheint nicht, dass der Schöpfer uns in dieser Form hören kann.

Denn unsere Bitte ist dem echten Flehen entgegengesetzt. Wir bitten nicht um die Nächstenliebe, aber nur solche Bitte hört der Schöpfer. Wir haben uns dem mit unserem Rücken zugewendet, der uns retten kann und schreien in die entgegengesetzte Richtung. So sieht unser Gerichtstag aus…

Aus dem Unterricht nach einem Artikel von Rabash, 14.09.2010

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Das Empfinden der Sünde ist schon die Reue

Im Artikel „Wenn dem Menschen bekannt ist, was das Zittern vom Schöpfer ist“ schreibt Rabasch, dass die Sünde gerade während des Aufstiegs stattfindet, wenn der Mensch der Liebe des Schöpfers ausgezeichnet wurde und sich entschieden hat, sie als Grundlage für die Arbeit zu nehmen, wenn er den Glauben hinauswirft.

Der Mensch denkt, dass er niemals fallen wird, weil er den Weg des vernünftigen Verstands auswählt. Folglich wird er wieder in die Selbstliebe fallen- die als Strafe dafür gilt, dass er den Glauben verloren hat. Und diese Strafe – ist die Korrektur, die ihm helfen wird, auf den geraden Weg des Aufstieges nach der geistigen Treppe zurückzukehren.

Auf diese Weise müssen wir unsere Zustände wahrnehmen. Der Zustand des Absturzes und die Strafe sind in Wirklichkeit für unsere Korrektur gegeben.

Die Sünde zu empfinden bedeutet schon, nicht zu sündigen. Die Sünde ist das, was wir davor gemacht haben! Und die Empfindung der begangenen Sünde ist schon die Korrektur.

Aus dem Unterricht nach einem Artikel von Rabasch, 30.08.2010

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Abbitte vor Jahresbeginn

Vor Rosh haShana (Neujahrsfest) ist es üblich, Reue zu zeigen und um Vergebung zu bitten.
Aus dem Artikel von Rabash „Abbitte“: Wenn der Mensch den Schöpfer um Vergebung bittet, bedeutet dies, dass er den wahren Grund aller Sünden erkennt.
Wenn ihm aber der vollkommene Glaube fehlt, bittet er, dass der Schöpfer ihm die Kraft gibt, den Glauben im Herzen zu erlangen.
Daraus resultiert der Unterschied zwischen demjenigen, der den Glauben (die Eigenschaft des Gebens) erlangt hat und deshalb „Israel“ (zum Schöpfer strebend) heißt, und demjenigen, der den Glauben nicht erlangt hat und deshalb „Goi“ heißt (ein Volk, ein Fremder, d.h. mit einem fremden Verlangen, weil Verlangen/Razon von Erez/Land stammt, also ist Goi derjenige, der nicht zum Schöpfer strebt).
Derjenige, der stets den Glauben erkennt, sieht den Unterschied zwischen diesen beiden Stufen der spirituellen Entwicklung eines Menschen und kann, nachdem er von der Stufe „Goi“ zur Stufe „Israel“ übergegangen ist, den Schöpfer preisen: „Ich danke Dir, mein Schöpfer, dafür, dass Du mich nicht als Goi erschaffen hast!“

Als „Fremder“ wird ein Mensch bezeichnet, der für sich handelt, und als „Israel“, „Yehudi“, derjenige, der sich mit dem Schöpfer vereinen will, um Ihm zu geben.
Zwei Teile sind in jedem Menschen vorhanden: ein unkorrigierter, wo sein Ego, und ein korrigierter, wo die Eigenschaft des Gebens herrscht und regiert.
Darin besteht der Unterschied zwischen einem „Fremden“ und „Israel“, sowie das Maß unser aller Sünden. Und wir müssen uns selbst ständig in der Mitte sehen, genau diese Selbstanalyse bedeutet die Vorbereitung auf den Jahresbeginn, auf eine neue Veränderung.
Jeder muss sich als ein „Babylonier“ fühlen, der die Wahl hat, mit wem er gehen soll: mit Abraham, um „Israel“, auf der Suche nach dem Schöpfer, der Eigenschaft des Gebens, zu werden, oder den Weg des Egoismus mit dem Rest der Welt.
Alles wird nur am Schöpfer, der Eigenschaft des Gebens, gemessen – inwieweit wir wollen, dass sie uns beherrscht und uns in allem, sowohl bewusst als auch unbewusst, lenkt.

Nur auf diese Weise soll man sich den Schöpfer vorstellen – als eine innere Kraft, die in einem Menschen regiert, und keine äußere.
Es ist klar, dass der Mensch nicht dadurch „sündigt“, dass er über egoistische Verlangen verfügt, denn so ist er erschaffen worden! Doch wenn er sich entscheidet, in seinem Egoismus zu bleiben, dann wird das als Sünde bezeichnet.
Beim ersten Mal ist es noch keine Sünde (wie über den Sündenfall von Adam haRishon geschrieben steht), ich kläre nur diese Handlung, ihre Ursache und Wirkung.

Doch wenn ich bereits diese Sünde (Ego) in mir offenbare und mich damit einverstanden erkläre, dass sie in mir regiert, dann bedeutet das, dass ich „sündige“. Genau das ist die Überprüfung dessen, was ich will.

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Präsident Obama tadelt die Wall Street für Reuelosigkeit


In den Nachrichten (aus PBS.org): In einem Interview mit dem PBS Nachrichtensprecher Jim Lehrer, sagte Präsident Barack Obama: „Das Problem, das ich sehe, ist, dass man nicht den Eindruck hat, dass die Leute an der Wall Street Reue dafür zeigen, dass sie all die Risiken eingegangen sind; man bekommt nicht den Eindruck, dass es dort eine Veränderung der Kultur und des Verhaltens gegeben hätte, als eine Konsequenz für das, was geschehen ist. Und deshalb sind die Reformvorschläge für die Finanzwelt, die wir vorbringen, so wichtig … um die finanziellen Regulationsprogramme zu institutionalisieren und sie davor zu bewahren, solche ungezügelten Risiken einzugehen, wie sie das vorher getan haben. Und ich denke auch, wenn es um das Thema Bezahlung geht, das zumindest die Anteilhaber die Möglichkeit haben sollten, Einfluss darauf zu nehmen, bevor die Gesellschaften diese gewaltigen Bonuszahlungen für hochrangige Angestellte vergeben.

Mein Kommentar: Schade für Mr. Obama, dass diese Maßnahmen nicht helfen werden. Was notwendig ist, ist eine Erziehung der Leute, um sie so zu ändern, dass sie nicht mehr in der Lage sein werden, solch unumkehrbares Unheil über die Menschheit zu bringen und außerdem fähig sind, zu erkennen, dass sie einen Fehler gemacht haben. Diese Veränderung des menschlichen Bewusstseins in der globalen Welt, vom Individuum bis zur Gemeinschaft, wird durch die allgemeine gegenseitige Verbindung, welche sich jetzt enthüllt, von uns gefordert.

Die Menschheit jedoch wird nicht in der Lage sein, sich selbst zu verändern und ihren Egoismus zu korrigieren. Kabbala bietet uns das Mittel an, gemäß dem Grundsatz: „Ich schuf den Egoismus und ich schuf die Tora zu seiner Korrektur, denn das Licht in der Tora bringt uns zurück zur Quelle.“ Daher ist es möglich, das Licht an sich selbst heranzuziehen!

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Hören Sie auf, an die Vergangenheit zu denken!

Eine Frage, die ich erhalten habe: Ich habe eine sehr schwierige Frage. Ich habe meinen Sohn vor sechs Jahren verloren. Er war 19 Jahr alt. Ich fühle noch immer unheimlichen Schmerz, über den ich jedoch nicht einmal mit denen, die mir am nächsten sind, sprechen kann. Ich gebe mich nach außen stark und weine nur, wenn ich alleine bin. Ich fühle mich, also ob ich meinen Sohn nicht gehen lassen könnte, wohin er sollte. Oder ist er es, der nicht von mir gehen möchte? Mit meinem Verstand weiß ich, dass er nicht länger existiert, und dass der Allmächtige mir seine einzigartige Seele für eine kurze Zeit anvertraut hat. Dafür sollte ich dankbar sein. Aber es funktioniert so nicht. Ich bin mit dieser Situation vollkommen alleine und es kommt mir so vor, dass Gott mich verlassen hat, wie ein Waisenkind. Wie kann ich endlich Frieden finden?

Meine Antwort: Man sollte unter keinen Umständen zurückblicken. Man sollte nur vorwärts schauen. Sonst werden sie unreine Gedanken und Kräfte anziehen, die egoistisch sind und sie nur vom Weg abkommen lassen. Es gibt keine Wahrheit in solchen Gedanken.

Eine Frage, die ich erhalten habe: Wie kann ich mit Fehlern zurechtkommen, die ich in der Vergangenheit gemacht habe und die ich erst jetzt verstehe? Wie kann ich mich vorwärts bewegen, ohne Bitterkeit über diese Fehler zu verspüren?

Meine Antwort: Es gibt keine Zeit und es gibt keine Vergangenheit. Sie sollten nur vorwärts streben, sonst werden sie eine „Salzsäule“ wie die Frau von Lot, d.h., sie werden aufhören sich vorwärts zu bewegen.

Verwandtes Material:
Pri Chacham Igrot S. 70 (Ausschnitt) – Baal HaSulam