Kabbala und der Sinn des Lebens - Michael Laitmans persönlicher Blog

Beiträge in der Kategorie 'Religion'

Über die kulturellen Unterschiede

Eine Frage, die ich erhielt: Ich bin ein Musleme und studiere Kabbala einige Monate lang. Kann ich weiterhin die Gesetze meiner Religion beachten und die Seele korrigieren?

Meine Antwort: Die Kabbala entstand vor dem Judaismus, Christentum und Islam. Die Tora erzählt uns, wie Abraham „die Geschenke“ an die Söhne der Konkubinen gegeben hat und sie in Richtung Osten schickte, womit der Anfang von den östlichen Lehren gelegt wurde. Alles stammt aus einer Quelle.
Der allgemeine Wunsch teilt sich in eine Menge der Einzelteile, wobei jeder Teil seinen eigenen Weg der Korrektur geht. Einige können ihn sofort beschreiten – sie haben die Gruppe gebildet, die Abraham aus Babel herausgeführt hat.

Alle übrigen Teile wurden in der Welt zerstreut, und jeder kommt auf eigene Art voran, den eigenen Eigenschaften entsprechend.

Die Mittel ihres Aufstiegs sind verschiedene Religionen, Glauben und Kulturen. Dabei bereitet es keine Probleme, gleichzeitig in der eigenen Konfession zu bleiben und den spirituellen Weg zu gehen. Baal HaSulam schreibt in seinen Werken über die letzte Generation:

„Die religiöse Form des Lebens aller Völker soll ihre Vertreter zum Geben verpflichten, nach dem Prinzip „Liebe deinen Nächsten, wie dich selbst“. Dies ist die allgemeingültige Religion für alle Völker.
Somit kann jedes Volk seiner Religion und Tradition folgen, und es ist nicht nötig, sich in die Religion des anderen Volkes einzumischen“.

Mit anderen Worten, man muss sich nicht in die Beschaffenheit der Völker und deren Kulturen einmischen. Lass sie in Ruhe, denn die Menschen brauchen das. Dieser „Territorium“ hat nichts mit der Spiritualität zu tun. Je nach dem Aufstieg verwandelt er sich für den Menschen in die kulturelle Plattform, in die Tradition, die ihn weiterhin nicht stört.

Wenn ich über meine Natur aufsteigen will, um mit allem vereinigt zu werden, dann erscheinen sogar die Wechselbeziehungen der Religionen in einem anderen Licht. Als Mosleme verstehe ich plötzlich, dass ich zum Ziel sogar mit dem Christen zusammen gehen kann.
Denn was kann uns daran hindern? Jeder hat sich an die häusliche Küche gewöhnt, die niemand wegimmt. Wie Baal HaSulam schreibt, kann jeder in der eigenen Religion bleiben, und hier hat niemand das Recht, sich darin einzumischen, weil das nichts mit dem spirituellen Weg zu tun hat.

Im Endeffekt stellen die Religionen die Kultur in unserer Welt dar, die Tradition, die von vornherein der Natur verschiedener Teile, die Malchut entspricht, sowie mit der Wurzel der Seele übereinstimmt.

…Vor kurzem, lasen wir den Wochenabschnitt der Bibel über Abraham, der nach der Verordnung des Schöpfers, seinen einzigen Sohn Izchak aufopfern sollte, aber im letzten Moment, auch nach der Verordnung des Schöpfers, das Zicklein geopfert hat.
Das Opfer – hebräisch „Kurban“, kommt vom Wort „Karov“ – die Annäherung (die rechte Linie Abraham opfert seine Selbstsucht, Kurban, seine linke Linie Izchak auf, und nähert sich dem Schöpfer an – Karov).

Und wir hören, wie die Moslems den Feiertag Kurban feiern, weil Ibrahim, nach dem Willen Allahs, anstelle Ismael den Bock aufgeopfert hat. Allah kommt vom Wort Alla, Elion, der Höhere.

Aus einem Unterricht über das Buch Sohar. Das Vorwort, 21.11.2010

Die süße Bitterkeit der Wahrheit wählen

Die guten und die schlechten Zustände werden nicht danach bestimmt, wie angenehm ich sie für mich empfinde.

Die Zustände können gut oder schlecht entweder in Bezug auf die Empfindungen oder im Hinblick auf die Wahrheit und Lüge sein.

Und jeder Mensch, der beginnt, sein spirituelles Gen (Funken, Reshimo) zu entwickeln, empfindet jeden Zustand auf zweierlei Weise.

In Bezug auf sein Verlangen empfindet er ihn als „süß“ oder „sauer“, denn das Verlangen ist ein Tier, nur das Material. Doch in Bezug auf den spirituellen Funken empfindet er seinen Zustand als Wahrheit oder Lüge.

Danach hängt alles davon ab, wie wichtig für uns die Wahrheit oder die Bitterkeit sind – für den Einen mehr, für den Anderen weniger. In Abhängigkeit davon kommen wir voran – inwieweit wir die Bitterkeit um der Wahrheit willen ertragen können.

Nehmen wir an, man kann mir heute 10 kg Bitterkeit geben, und ich werde mich trotzdem an der Wahrheit festhalten – dann bedeutet das, dass ich bereit bin, zu gehen. Und morgen werde ich bereit sein, sogar 15 kg Bitterkeit zu ertragen.

Die Bitterkeit bedeutet, dass sie gegen meine Natur, gegen das Verlangen zu genießen ist, wie es während des letzten Kongresses geschehen ist, als wir versucht haben, uns zu verbinden, und Angst bekommen haben: bloß das nicht!

Wenn wir aber wissen, dass in dieser Verbindung die Wahrheit liegt, und uns über unsere Bitterkeit erheben wollen, dann wird es uns nächstes Mal gelingen! Wir werden bereits eine Berechnung entsprechend der Wahrheit und der Lüge machen können.

Und obwohl ich nicht bereit bin, mich zu verbinden, und es mir Leiden und Angst bereitet, mein Ego zu zerbrechen und mich darüber zu erheben, sehe ich trotzdem, dass es Lüge ist, und hasse es. Ich kann nicht mehr darin bleiben!

Im Moment empfinden wir diesen Hass noch nicht, doch er kommt – dann werden wir die unreine Hülle, die „Klipa“, zerbrechen und weiter gehen. Wir brauchen nur Zeit dafür.

Aus dem Unterricht nach dem Artikel „Das Wesen der Religion und ihr Ziel“ vom 17.11.2010

Ein Kompaß der Richtung Schöpfer zeigt

Eine Frage, die ich erhielt: Wie kann ich überprüfen, ob ich immer in die korrekte Richtung gehe?

Meine Antwort: Das kannst du nie wissen, denn dafür muss du genau wissen wo das Endziel ist und wo du bist, dann könntest du eine exakte Richtung von einem Punkt zum anderen anpeilen.
Aber wenn du diese zwei Punkten nicht kennst, was kannst du tun?! Und du wirst sie nie kennen!

Deshalb wurde uns eine Gruppe gegeben, als die einzelne Möglichkeit sich zum Ziel zu bewegen. Du musst dich darin einschließen, und je stärker du dich mit ihr verbindest, desto korrekter ist die Richtung in welche du dich bewegst.

Wie kannst du das kontrollieren? – In dem Moment, wo du wirklich beginnst dich mit ihr zu verbinden, in dieser Verbindung zwischen euch enthüllst du den Schöpfer. Er wird dir bezeugen, dass du jetzt in die korrekte Richtung gehst und das ganze keine Phantasie ist!

Dieses Zeugnis ist die erste bestätigende Tatsache, und nur dann kannst du sicher sein, dass du in die korrekte Richtung gegangen bist. Und bis dann, wie es geschrieben steht: „Strengte sich an und gefunden…“…

Die Anstrengungen werden über Quellen und in der Gruppe gemacht, der Rest ist bereits unterstützende Arbeit.

Aus einem Unterricht über den Artikel „Das Wesen der Religion und Ihr Ziel“, 18.11.2010

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Ohne Licht kann man das nicht verstehen.

Nur die Gruppe kann dir das Verlangen geben, deine Natur zu ändern und nur das Licht kann sie eigentlich ändern. Nur dann wirst Du wirklich verstehen, was das Geben heißt!

Denn heute scheint dir, dass Geben einfach den anderen zu geben bedeutet. Aber das stimmt überhaupt nicht!

Wie kann man anderen geben, wenn wir uns im Spirituellen vereinigen, wir uns zu einem ganzen, ohne jeglichen Unterschied zwischen uns vereinen? So, wem gebe ich dann? Dem anderen oder mir selbst?

Deshalb verstehen wir jetzt überhaupt nicht, was geben bedeutet, dieser Begriff verschwindet quasi im Spirituellen.

Wenn ich zu irgendeinem spirituellen Niveau aufsteige, sehe ich dass alle vereint sind und ich habe niemanden an den ich geben könnte – überall bin nur ich!

Wir können das nicht verstehen, bevor das Licht kommt und uns diese spirituelle Sichtweise gibt. Denn wir Egoisten, halten es für Geben, wenn wir dem anderen etwas geben, indem wir unsere Abneigung überwinden.

Aus einem Unterricht über den Artikel „Das Ziel der Religion und ihr Wesen“, 18.11.2010

Beinah gut ist auch schlecht

Baal HaSulam „Das Wesen der Religion und ihr Ziel“: „Doch das Gute wird im Ganzen nicht erkannt, solange das Geschöpf nicht seinen Endpunkt erreicht hat, das heißt die vollendete Form und die endgültige Entwicklung.

Ganz im Gegenteil hüllt es sich bis dahin stets in einen Umschlag aus Verdorbenen gegenüber dem Betrachter.

Doch es ist klar, dass der Schöpfer Seinen Geschöpfen immer nur Gutes tut, und dieses Gute, welches von Ihm ausgeht, wird zielgerichtet gelenkt.

Das System ist so aufgebaut, dass wir, um das Ziel, die Eigenschaft des Gebens, zu erreichen, die ihm entgegengesetzten Eigenschaften in uns enthüllen müssen. Wobei wir in dem Ausmaß der Annäherung an das Ziel eine immer größere Gegensätzlichkeit ihm gegenüber in uns enthüllen werden.

Das Gefälle zwischen dem Positiven und dem Negativen wächst ständig: ich enthülle das viel stärkere Negative gegenüber dem größeren Positiven.

Es ist so, dass mein Material, das Verlangen zu genießen, nicht neutral ist. Nein, ich bin nicht neutral, ich will mich nicht im Nullpunkt befinden, ich will genießen, deshalb löst selbst der Nullzustand eine schlechte Empfindung in mir aus.

Mir geht es nur dann gut, wenn ich erfüllt bin, wenn ich im Plus bin. Doch was ist, wenn es auch nur ein bisschen bis zum Plus nicht gereicht hat? – Dann geht es mir trotzdem schlecht.

Der Unterschied zwischen dem Erwünschten und dem Tatsächlichen ruft in mir sofort die Frage hervor: „Warum?“ – Weil mein Egoismus gekränkt ist: Warum bin ich nicht erfüllt? Mir steht alles zu!

Man muss verstehen, dass wir über unsere Zustände nicht objektiv urteilen können, weil wir die Neutralität nicht einhalten. In unseren Augen gibt es immer mehr Böses als Gutes. Selbst ohne einen Tropfen Wehmut, wenn in unserem Freudenbecher auch nur eine Kleinigkeit fehlt, ist es bereits nicht in Ordnung.

Damit nicht genug, kaum habe ich ein wirklich gutes Gefühl, verschwindet es gleich. Denn ich denke sofort darüber nach, wie ich im nächsten Augenblick genießen werde. Auf dem Höhepunkt des Glücks macht sich bereits der Verlust, der Schwund bemerkbar, und ich fange an, mir Sorgen zu machen, was nun weiter zu tun ist.

So funktioniert unser egoistisches Verlangen. Selbstverständlich sind wir mit einer solchen Natur nicht in der Lage, die Zufriedenheit zu erlangen. Sie zerstört uns systematisch.

Das Verlangen zu genießen kann niemals erfüllt und zufrieden bleiben. Jede Sekunde, in der die Fülle des Genusses fehlt, wird sein Leben vergiftet.

Aus dem Unterricht nach dem Artikel „Das Wesen der Religion und ihr Ziel“ vom 16.11.2010

Kongress in den Medien


1. Die Zeitung „Jediot Achronot“ – über den Kongress

Die größte (700.000 Kopien) israelitische Zeitung „Jediot Achronot“ („Letzte Nachrichten“ ) hat einen langen Artikel über unseren Kongress veröffentlicht:


Aus dem Artikel: „Israelit, Deutscher, Türke, Schwede, Rumäne und Englander haben sich in Tel-Aviv getroffen. Das ist kein Anfang von einem Witz, sondern ist tatsächlich gestern auf einem internationallen Kongress der Organisation „Kabbala den Menschen“ geschehen.

4500 Israeliten und noch 2500 Menschen aus 54 Länder aus aller Welt haben sich gestern in Ausstelungspavillion „Ganei Taarucha“ zum Kongress, der drei Tagen dauert und schon acht Jahre ohne Unterbrechung stattfand, vesammelt.

2.Jerusalem Post – über den Kongress

In der Zeitung „Jerusalem Post“ wurde ein Artikel über unserem Kongress veröffentlicht:


Aus dem Artikel: „6. Internationale Kabbalistische Kongress wird in Tel-Aviv stattfinden. Über 7000 Menschen aus 54 Länder, die sich zu verschiedenen Religionen bekennen und 38 verschiedenen Sprachen sprechen werden kommen um drei Tage dem Studium der Kabbala zu widmen.

„Kabbala wird oft aus Unwissen mit Religion oder Mystik in Verbindung gebracht, aber die Menschen, die an diesem Kongress teilnehmen, sind tiefer in die Kabbala eingedrungen und verstehen, dass dies eine Methode der spirituellen Arbeit ist, die die Verbindungen der Liebe zwischen Menschen entwickelt“.

Die innere „Religion“ der Seele

Baal HaSulam benutzt die Wörter „religiös“ und „profan“ in seinen Artikeln für gewöhnlich nicht in dem Sinne, wie das in unserer Welt üblich ist.

„Religiöser“ Mensch im kabbalistischen Gebrauch bedeutet keinen traditionellen Begriff, der eine der Weltreligionen meint: Judentum, Islam, Christentum oder alle möglichen Glaubensrichtungen.

Als „religiös“ gilt derjenige, der sich danach sehnt während seines Daseins in dieser Welt korrigiert zu werden und in die spirituelle Welt bis hin zur Welt der Unendlichkeit, bis hin zur Ähnlichkeit mit dem Schöpfer aufzusteigen.

Darin besteht das Ziel der Existenz eines jeden Menschen in dieser Welt, welches Baal HaSulam im Artikel „Das Wesen der Religion und ihr Ziel“ erklärt.

Doch manchmal meint er wirklich die traditionelle Religion, wenn er bestimmte Momente erklären möchte. Aus diesem Grund muss immer dem Kontext entnommen werden, wie seine Worte zu verstehen sind.

„Profane“ Menschen sind diejenigen, die sich nicht mit der eigenen Korrektur beschäftigen, sondern alles um der Belohnung willen, ob in dieser oder in der zukünftigen Welt, tun.

„Religiös“ ist derjenige, der sich bis zur Stufe des Schöpfers korrigiert und dafür die „Wahre Tora“, sprich die Wissenschaft der Kabbala benutzt. „Ich erschuf den bösen Trieb und die Tora als Mittel zu dessen Korrektur“.

Das heißt, du musst zuerst den egoistischen Trieb in dir enthüllen, und erst dann wirst du die „Tora“ zu dessen Korrektur brauchen, weil sie nur diesem Zweck dient.

Und dann wird dich ihr Licht, welches du infolge des korrekten Studiums enthüllst, zu seiner Quelle zurückführen, d.h., der böse Trieb wird sich in den guten verwandeln.

Dabei verändert sich das Verlangen selbst nicht – es verändert sich lediglich seine Absicht: von „für sich selbst“ zu „für den Nächsten“.

Aus den Unterricht nach dem Artikel „Exil und Erlösung“ vom 03.11.2010

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Neue Erfüllung für ein neues Verlangen

Der moderne Mensch besitzt alle Güter dieser Erde, und trotzdem sind wir noch unzufriedener als früher.

Früher, wenn der Mensch ein Pfund Brot am Tag hatte, konnte er von nichts Besserem mehr träumen.

Schaut aber, was ein moderner Mensch alles braucht. Doch ist er zufrieden? Nein! Und alle fragen: Warum?

Doch die Zufriedenheit befindet sich gar nicht erst auf der menschlichen Ebene – es werden keine neuen Spielsachen mehr helfen.

Wir wollen uns mit Sachen betäuben, doch die in uns entstehende Leere entstammt etwas ganz anderem – der Nichtübereinstimmung mit dem Schöpfer. Aus diesem Grund werden wir sie mit nichts außer der Wahrnehmung des Schöpfers füllen können!

Diese Leere entsteht in uns nach und nach und häuft sich bis zu einem bestimmten Maße an, um dann zu „explodieren“ – und da wird die Menschheit begreifen, dass wir diese Leere nicht mehr verbergen können, sondern sie füllen müssen, sonst wird uns das Leben schlimmer als der Tod vorkommen.

Dieses Verlangen kann keine Erfüllung in dieser Welt finden – das ist das Bedürfnis nach der Enthüllung der höheren Welt, des Schöpfers!

Doch die Schutzkräfte des Organismus zwingen uns, danach zu suchen, wie wir uns selbst in die Irre führen könnten. Und der Mensch nimmt Drogen, fängt an zu trinken oder füllt sein Leben mit unbedeutenden modischen Sachen oder Reisen aus – wir stecken unseren Kopf vor den Problemen in den Sand.

So funktioniert die Schutzkraft unseres Egos, das sich selbst beweisen will, dass es erfüllt ist, und diese Leere, die zu füllen unmöglich ist, verbergen will. Wozu sollen wir darüber nachdenken, was wir uns nicht holen können, und uns das Leben dadurch schwer machen?

So kann es nicht lange weitergehen! Noch schaffen wir es, uns auf der Stufe „Tier“ in die Irre zu führen, um das unerfüllte Verlangen auf der Stufe „Mensch“ nicht zu spüren. Doch die Situation wird unbedingt eskalieren.

In der Geschichte haben ähnliche Zustände zu Revolutionen, Kriegen, dramatischen und tragischen Lösungen geführt. Wollen wir hoffen, dass in unserem Fall der Ausweg nicht so hart sein wird.

Denn in diesem Fall müssen wir von der Ebene unserer Welt, der Stufe „Tier“, zu der Ebene der höheren Welt, der Stufe „Adam“ bzw. Schöpfer, aufsteigen. Das liegt nicht in unseren Kräften, die Menschheit wird vor Machtlosigkeit durchdrehen.

Auf unserer egoistischen Ebene konnte man von einer Stufe zur nächsten dank Revolutionen, Kriegen, neuer Ordnung, Religionen, neuen Technologien wie z.B. Buchdruck, Dampfmotor, Internet usw. aufsteigen.

Für eine gewisse Zeit brachte es Erfüllung, doch nun hat der Egoismus sich ausgeschöpft, und das Bedürfnis nach der Enthüllung des Schöpfers verlangt eben nach der spirituellen Erfüllung. In uns entsteht ein neues Verlangen: Denjenigen zu enthüllen, der uns lenkt.

Aus dem Unterricht nach dem Artikel „Vorwort zu Panim Meirot“ vom 02.09.2010

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Die Welt, die mit unseren Gebeten aufgebaut ist

Die Menschen denken, dass das Gebet etwas mit Religion oder mit religiösen Menschen zu tun hat und deshalb dem gewöhnlichen Menschen fremd ist.

Aber es ist nicht so! Denn alle unsere äusserlichen Gewänder (Mehrzahl von Gewand)?, die physischen Körper, die Gegenstände, die uns in dieser Welt umgeben – sie alle sind die Erscheinungsformen des Wunsches. Es gibt nichts außer dem Wunsch, der für sich all diese Gewänder schafft.

Und deshalb bestimmen wir mit unseren Wünschen unbewusst das ganze Leben: in welchen Zustand wir im nächsten Augenblick geraten, wie wir diese Wirklichkeit empfinden werden!

Ob wir es wollen oder nicht, aber wir beten ständig – das heißt, wir bitten um die Erfüllung ? unseres Wunsches. Wir machen das ganz unbewusst, es ist nicht erforderlich, absichtlich zu beten.

Der Wunsch bildet unser ganzes inneres Wesen und unsere Empfindung, dass uns an etwas fehlt – heißt Gebet.

Jeden Augenblick wollen wir etwas und wirken dadurch auf die Realität ein, in der es nichts außer dem Wunsch und der Kraft des Wunsches gibt.

Jede Sekunde will ich etwas und bete darum. Unsere Wünsche verbinden sich miteinander und verwalten das ganze Universum, wodurch die neuen Bilder, die neuen Zustände bewirkt werden.

Wir bauen diese Welt mit unseren Gebeten auf! Alles, was wir brauchen – ist die Veränderung unserer Bitten, ungeachtet der Unlust des Herzen! Dann werden wir die neue Welt enthüllen, denn die ganze Welt ist eine Empfindung innerhalb meines Wunsches.

Die Wissenschaft der Kabbala stammt vom Wort „Kabala“ – das Erhalten, weil sie darüber spricht, was du im folgenden Augenblick bekommen wirst.

Nur du bestimmst, wie die Zukunft sein wird, was du darin bekommen und fühlen wirst. Ob du die Vision der Welt verändern kannst, indem du den Wunsch ausrichtest (was eben als das Gebet bezeichnet wird).

Wenn du das Gebet verändern wirst und anstelle des Verlangens, das du jetzt hast – nur das notwendige wünschen wirst, dann werden dadurch das ganze Weltbild und die Realität geändert sein.

Aus dem Unterricht nach einem Artikel von Rabasch, 12.07.2010

Kabbalisten über das Wesen der Wissenschaft der Kabbala, Teil 22

Liebe Freunde! Ich bitte Euch, Fragen zu diesen Zitaten von großen Kabbalisten zu stellen. Ich verspreche euch, sie zu beantworten.

Anmerkungen in Klammern sind von mir. [M. Laitman]

Wissenschaft der Kabbala und System „Musar“ (Ethik)

Noch ein berühmter und sehr in die Augen stechender Unterschied, der für die Tora spricht, besteht darin, dass sich das ethische System nach dem Prinzip richtet, das Wohlwollen der Menschen zu erreichen, was einer Pacht (Miete) gleicht, die am Ende abgezahlt ist.

Und die Gewohnheit des Menschen an solche Arbeit lässt ihn noch nicht einmal auf die Stufen der Ethik aufsteigen, da er an Arbeit gewöhnt ist, die von der Umgebung gut belohnt wir, die für seine guten Taten zahlt.

Derjenige aber, der sich mit der Tora und den Geboten beschäftigt, um dem Schöpfer Genuss zu schenken, ohne jegliche Belohnung zu erhalten, erklimmt tatsächlich die Stufen der Moral, wie dies auch erforderlich ist. Denn er bekommt keinerlei Bezahlung auf seinem Wege, während er Körnchen um Körnchen das Notwendige sammelt, um eine große Rechnung für den Erwerb einer anderen Natur zu begleichen – des Gebens an den Nächsten – ohne jegliches Empfangen für sich, außer zur Aufrechterhaltung der eigenen Existenz.

Baal HaSulam. „Das Wesen der Religion und ihr Ziel“.

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