Kabbala und der Sinn des Lebens - Michael Laitmans persönlicher Blog

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Funken, die die Dunkelheit erhellen

Warum sollten wir auf dem Weg zur Heiligkeit, zur Offenbarung des Schöpfers, zur Anhaftung, zur Korrektur der gesamten Schöpfung, uns an unreine Wünsche, Klipot, nähren? Wozu sind sie notwendig? Wir müssen verstehen, dass der Schöpfer das Zerbrechen bewusst vorgenommen hat, um egoistische Wünsche und Wünsche des Gebens zu vermischen.

Während wir daran arbeiten, zu klären, was Unreinheit (Klipot) bedeutet und was Heiligkeit bedeutet und wie wir Heiligkeit aus den Klipot hervorbringen können, wachsen wir dadurch und erlangen Verstand, Sensibilität und Verständnis dafür, was der Schöpfer erschaffen hat: warum Er die Schöpfung schuf, die aus Licht und Dunkelheit, aus dem Wunsch zu genießen und dem Wunsch zu geben gewoben ist und wie wir das eine vom anderen trennen können.

Unser ganzes Leben ist eine Suche, Enttäuschungen, und Schwierigkeiten. All das, damit wir aus all diesen Reibungen zwischen Nehmen und Geben, zwischen Licht und Dunkelheit Funken gewinnen können. Einfach nur Licht oder nur Dunkelheit können uns nicht helfen, sondern nur wenn wir sie miteinander kollidieren lassen, als würden wir einen Stein gegen einen anderen schlagen und Funken sprühen lassen.

Genau diese Funken erfüllen uns und führen zu so hohen Erkenntnissen über die Materie hinaus, dass wir darin den Schöpfer zu erkennen beginnen. In der Schöpfung gibt es keine Möglichkeit, den Schöpfer direkt zu erfassen, Ihn zu verstehen und zu fühlen.

Doch gerade durch diese Reibung, die die Funken erzeugt, welche die Dunkelheit erhellen, können wir beginnen, den Weg zu verstehen, den der Schöpfer für uns vorbereitet hat. Wir durchlaufen viele schwierige Zustände und plötzlich blitzt in völliger Dunkelheit des Unverständnisses eine Erkenntnis auf, dann noch eine und noch eine, die es uns ermöglicht den Schöpfer zu erkennen.

Nachdem wir mehrere solcher Funken entzündet haben, spüren wir bereits, wie wir den Schöpfer und Seine Handlungen kennenlernen müssen.

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Aus dem Unterricht zum Artikel Nr. 36 aus dem Buch „Shamati“

 

Dort, wo es am schmerzhaftesten ist.

Frage: Der spirituelle Weg funktioniert nur durch Momente der Reibung, in welchen ich anderer Meinung bin als der Lehrer und die Gruppe. Wie kann ich zustimmen, wenn ich sehe, das sie falsch liegen?

Antwort: Natürlich siehst du, dass der Lehrer falsch liegt. Du denkst auch, dass der Schöpfer falsch liegen muss, weil er dieses mühsame Leben in dieser Welt für uns inszeniert hat. Hätte er das ganze nicht friedvoller, erfreulicher und ruhiger machen können?

Der spirituelle Weg wiederstrebt deinem Ego, was bedeutet, er arbeitet gegen dein Verlangen und gegen deinen Verstand. Du musst dich ununterbrochen über diese Momente der Reibung erheben, die gegen deine Gefühle und deinen Verstand arbeiten, immer und immer wieder. Dies sind die Momente auf dem spirituellen Weg, die sich in „eine Türe, eine Offenbarung und einen Eingang“ verwandeln, um mit dem Schöpfer und seiner Schöpfung zu verschmelzen – im Sinne von „Er ist Eins und sein Name ist Eins“

Dieser Schritt befindet sich immer über deinem Verstand, dort wo sich deine nächste Stufe befindet. Alles andere, womit du einverstanden bist, die angenehmen gemeinsamen Essen, die Freunde, die schönen Ausflüge – sie haben überhaupt nichts mit Spiritualität zu tun! Es sind nur Begleiterscheinungen, um die Momente der Ablehnung zu enthüllen, die für unsere Arbeit von so großer Bedeutung sind.

Auf der einen Seite gibt es das normale Leben in dieser Welt und auf der anderen Seite gibt es das Leben in der Gruppe. All das funktioniert wunderbar, auf allen Seiten. Jedoch steckst du in der Mitte und kannst gewissen Punkten nicht zustimmen und denkst dir dann: „Na gut, ist doch egal, es ist Blödsinn, auch wenn ich anderer Meinung bin, ich stimme mit allem anderen überein.“

In deinem normalen Leben heiratest du, du gründest eine Familie, arbeitest und tust alles und du lebst in der Gruppe, arbeitest mit den Freunden, zahlst Maaser, nimmst teil an allen Veranstaltungen. In manchen Zuständen allerdings steckst du fest und kannst nicht zustimmen, geschweige denn, dich darüber erheben. Zur selben Zeit nimmst du die linke oder die rechte Seite ohne Probleme, weil dein Ego mit allem einverstanden ist, was dort geschieht.

Du solltest nur den Ort identifizieren wo „eine Türe, eine Offenbarung und ein Eingang“ sein könnte. Der befindet sich dort, wo es am schmerzhaftesten ist. Du willst diese Momente nicht provozieren, da du dort die wirkliche Meinungsverschiedenheit wie eine schmerzhafte Injektion spürst.

Du bist mit allen verbunden in deinen Gefühlen und in deinem Verstand! Du liebst es, zu studieren, spirituelle Fragen zu diskutieren, du liebst es, Zeit mit den Freunden zu verbringen, du gibst ihnen Geschenke, du „kaufst“ die Freunde, du ladest sie zu dir ein.

Aber manchmal kommt es dir so vor, als ob die Gruppe falsche Entscheidungen trifft, wenn es um gewisse Themen geht. Du erhebst keinen Einspruch, sondern wartest still und geduldig, bis die Freunde schlussendlich heranwachsen und ihre Fehler selbst erkennen und ihre Entscheidungen korrigieren, was bedeutet, dass sie mit dir einer Meinung sind. Du verstehst, dass es keine Alternative gibt, keinen Ort, an den man stattdessen gehen kann, weil du zugeben musst, dass sie wunderbar ist, deine große, kluge Gruppe und dass nichts damit vergleichbar ist.

Es ist eine sehr weit verbreitete Herangehensweise von den meisten Studenten, aber nach einigen Jahren des Studiums beginnst du, die Momente der Reibung, in welchen du steckst, zu fühlen und zu sehen. Genau dort, in eben diesen Momenten befindet sich der Eingang, der zur Öffnung bereit steht. Es ist keine Türe sondern eine Wand, aber durch die Arbeit über dem Verstand wirst du plötzlich eine Türe in dieser Wand wahrnehmen, die sich in der Sekunde öffnen wird, um ein Eingang für dich zu werden.

Der Eingang kann nur in diesen Momenten der Ablehnung und Reibung stattfinden, deshalb sollt ihr diese Momente sehr genau beobachten und von allen anderen differenzieren! Alles andere befindet sich unter der Herrschaft des Egos. Nur innerhalb dieser Punkte der Ablehnung kann die Offenbarung stattfinden, die eine Öffnung in die nächste Dimension ermöglicht, durch die Kraft des Glaubens über dem Verstand. [123211]

Auszug aus dem Unterricht nach einem Artikel von Baal HaSulam, 13/12/13

Das Leben ist ein Aufstieg zum Schöpfer

Drei Fragen, die ich zu schwierigen familiären Situationen erhielt:

Frage: Wie kann man sich mit seiner Vergangenheit versöhnen? Es ist eine Vergangenheit, die lebenslang geprägt war von Krankheit und frühester „Kindesmisshandlung“, die bei einer Familienwiedervereinigung mit der Behauptung vor meinen Großeltern gipfelte, dass meine Mutter wünschte, dass ich gestorben wäre und mein Bruder dafür lebte. Wie befreit man sich oder reinigt seine Gedanken davon? Nehme ich die Information nicht richtig auf oder sehe ich nicht, was vor mir ist?

Meine Antwort: Sie müssen ihnen verzeihen! Das ist die Art des Schöpfers, noch ein anderes Problem durch Sie zu beheben. Das wird Ihnen bald klar werden.

Frage: Mein Vater hinterließ den größten Teil seines Geldes einem Sohn und dem Rest von uns überließ er gerade mal ein bisschen. Selbstverständlich hat das viel Reibung zwischen uns verursacht. Was schlagen Sie vor, das ich tun soll, weil meine Wut an dem Punkt angelangt ist, dass ich meinen Bruder ruinieren will und ich die Mittel habe, das sehr leicht zu tun? Ich sorge mich nicht so sehr wegen des Geldes; es geht jetzt mehr ums Prinzip.

Meine Antwort: Sie müssen dem Willen Ihres Vaters folgen und Ihr Bruder ist daran nicht schuld. Ändern Sie nichts, sondern akzeptieren Sie es. Der Schöpfer hat diese Situation für Sie durch Ihren Vater und andere Verwandte geschaffen. Anstatt sich auf alle anderen Gefühle zu konzentrieren, erfüllen Sie sich mit dem Streben zu Ihm.

Frage: Ich bin ein junger Mann, aber ich habe bereits zu viele Verluste meiner Verwandten erlitten, die wirklich gute Menschen waren. Und jetzt ist mein Vater im Krankenhaus und wartet auf eine Operation, nachdem er einen Herzanfall am Gedenktag meines Großvaters gehabt hat. Einerseits ist diese Operation vielleicht Fürsorge von Oben, damit nicht etwas noch Schrecklicheres mit ihm geschehen wird. Und doch frage ich mich: Warum wurde er nicht vor Schwierigkeiten geschützt? Wie kann ich mir jedes Mal Glauben und Vertrauen bewahren?

Meine Antwort: Unser Leben sollte nicht eine Flucht aus dem Leiden sein, sondern ein Aufstieg über das Leiden, um sich mit seiner Quelle zu verbinden: dem Schöpfer.

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Shamati#1: Es gibt nichts auser Ihm