Kabbala und der Sinn des Lebens - Michael Laitmans persönlicher Blog

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Zum Gedenken an meinen Lehrer

Heute vor 20 Jahren ist mein Lehrer gestorben. Baruch Shalom Levi Ashlag ist der letzte große Kabbalist aus der Reihe der Weisen von Adam bis zur heutigen Zeit: Adam – Abraham – Moshe – Rashbi – Ari – Baal haSulam – Rabash und viele Tausende dazwischen.

Rabash hat einen großen Mut bewiesen, indem er die kabbalistische Methode an uns weiter gegeben hat, damit wir sie in dieser Generation an die ganze Welt herantragen können. Ohne seine Arbeit hätten wir diese Möglichkeit nicht gehabt. Ich habe gesehen, wie treu er diesem Prinzip folgte: die Enthüllung der Wissenschaft der Kabbala der Welt über allen anderen Berechnungen.

In den frühen Morgenstunden sind wir nach Jerusalem gefahren und haben sein Grab besucht. Natürlich ist dieser Ort für uns nicht mehr als ein Symbol, eine Tradition, und die Verbindung mit unserem Lehrer ist lebendig und fortdauernd. Wir alle hoffen darauf, zu seinen würdigen Söhnen zu werden, aus diesem Grund haben wir unsere Gruppe „Bnei Baruch“ genannt – Söhne von Baruch Ashlag.

Auszug aus der Fernsehsendung „Gespräche“. Gedenktag von Rabash.

Rabashs Erben

Es ist so gekommen, dass Baal HaSulam seine ganze Methodik an seinen ältesten Sohn Rabash (Rav Baruch Ashlag) weiter gegeben hat – dadurch, dass der Sohn sich vor ihm annulliert hat. Es war nicht einfach, eine solche Selbstannullierung zu vollbringen, denn der Vater hatte keine Nachsicht mit seinem Sohn.

Anderenfalls hätte er nicht genügend Anstrengungen unternehmen sowie Härte und Entschlossenheit beim Erreichen des Ziels an den Tag legen können. Baal haSulam war sehr streng, und dennoch schaffte es sein Sohn, auf alles zu verzichten und sich zu annullieren, obwohl es alles andere als einfach war, gerade weil er sein Sohn war.

Darum konnte Rabash die Hoffnungen erfüllen, die sein Vater auf ihn setzte. In der Geschichte gab es nur einzelne herausragende Beispiele dafür: Abraham, Rashbi, Baal HaSulam.

Heute begehen wir den Gedenktag von Rabash – seinen Todestag. Wollen wir hoffen, dass wir dessen würdig sind, die gleichen Bediengungen zu erfüllen und an seine Lehre anzuknüpfen. Denn nicht zufällig heißt unsere Organisation „Bnei Baruch“, was übersetzt „Söhne von Baruch“ bedeutet.

Liebe und Hass

Frage: Wo verläuft die Grenze zwischen der Umsetzung Ihrer Ratschläge und der blinden Anbetung?

Meine Antwort: Die Grenze ist die kritische Analyse. Ein Mensch, der richtig arbeitet, gibt dem Lehrer nicht recht, empfindet  Hass, Abneigung und völlige Verachtung ihm gegenüber – und gleichzeitig überwindet er das, erhebt sich über sich selbst, nimmt die Größe des Lehrers von ganzem Herzen an und annulliert sich vollkommen vor ihm.

Ein Anbeter hat nur eine Seite der Medaille, er unterwirft sich ohne jegliche Kritik. Von  jedem abfälligen Gedanken flieht er wie vor den Flammen. Bei uns ist es jedoch anders. Das bedeutet nicht, dass man den Protest und die Abstoßung künstlich in sich erzeugen soll.

Fang einfach an, auf den Nächsten zuzugehen, und du wirst sehen, wie sehr du ihn hasst. Der Hass muss sich entsprechend dem Bedürfnis nach Liebe enthüllen, anderenfalls ist er nicht schöpferisch. Wir entfachen ihn nicht, er kommt von allein.

Genau darin besteht die Überprüfung: Liebe und Hass agieren zusammen, parallel zueinander, und der Mensch arbeitet in der mittleren Linie, über ihnen beiden.

Auszug aus dem Unterricht nach einem Artikel von Rabash, 09.09.2011

Die Gruppe, das Volk, die Welt

Frage: Es ist offensichtlich, dass die Umstände uns zur Vereinigung drängen, scheinbar um die Krise zu bewältigen, doch in Wirklichkeit um unsere Natur zu korrigieren und zur Stufe „Mensch“ aufzusteigen. Was ist der Unterschied zwischen der Vereinigung innerhalb der Gruppe und innerhalb des Volkes oder der Welt?

Meine Antwort: Die gesamte Wissenschaft der Kabbala erzählt uns darüber, wie wir uns in der Gruppe verbinden sollen. Das war auch die Methode während des Exils (Galut), als eine kleine Anzahl von Kabbalisten sich in den Gruppen vereinte. Darüber schreiben Ari, Ramchal, Rabash, Baal HaSulam. Die gesamte Wissenschaft der Kabbala wurde in der Gruppe, in der Vereinigung umgesetzt – und aus der Vereinigung heraus wurde die höhere Welt wahrgenommen, das, was in der Eigenschaft des Gebens, die gegenseitig in der Gruppe entwickelt wurde, wahrgenommen wird.

Heute müssen wir aus diesem Zustand, der in der Gruppe erreicht wird, zum Zustand übergehen, in dem alle unsere Gruppen sich zu einer Gruppe vereinen – und diese gemeinsame Gruppe befindet sich innerhalb der Menschheit als ein Teil von ihr.

Andererseits ist die Zeit der Vereinigung innerhalb Israels gekommen – darüber schreibt Baal HaSulam. Doch wo soll sie ihren Anfang nehmen? – In ebenjener kabbalistischen Gruppe, die an ihrer Vereinigung arbeitet und ausgehend davon dem Volk erklärt, worin die Notwendigkeit der Vereinigung besteht – weil eine solche Notwendigkeit nicht innerhalb des Menschen, der Punkt im Herzen, sondern durch das Antreiben der Natur entsteht, wenn alle, Israel und insbesondere die Völker der Welt, den Druck, das Problem, die allgemeine globale integrale Krise spüren und deshalb von hinten durch Leiden zur Vereinigung getrieben werden.

Wir sehen, dass die Notwendigkeit der Vereinigung heutzutage entsteht, nicht weil in uns das individuelle Bedürfnis, der Punkt im Herzen, erwacht, sondern weil uns die Umstände, die historische Notwendigkeit der Vereinigung, der Erschaffung eines Ganzen aus uns, die Beispielfunktion für die Welt dazu zwingt – wir müssen zum „Licht für die Völker der Welt“ werden, wie es in der Bibel steht.

Auf diese Weise setzen wir unsere Bewegung von eben jener Kabbala, von Abraham, von seiner Methode, vom alten Volk Israel, von seiner Vereinigung in gegenseitiger Liebe fort und erkennen nach und nach, dass wir heute den gleichen Zustand erreichen müssen – wir müssen zu unseren Wurzeln zurückkehren und diese Vereinigung bereits von uns an die ganze Welt weitertragen, die sich aus jenem Alten Babylon entwickelt hat, das seinerzeit die Methode der Vereinigung von Abraham nicht annehmen wollte.

Somit befindet sich im Inneren die kabbalistische Gruppe, sie beschäftigt sich mit der Kabbala – das sind Menschen, die durch das Verlangen der Seele aus dem Inneren angetrieben werden; und um sie herum gruppiert sich das Volk, das die Krise, den Druck von außen spürt und gezwungenermaßen die Korrektur annimmt. Und um das Volk herum gruppiert sich die Welt, mit Hilfe unserer Gruppen weltweit, die sowohl zu der inneren Gruppe als auch zu den Völkern der Welt gehören.

Die innere Gruppe nennt sich „Kabbala le Am“ und beschäftigt sich mit der Kabbala. Das Volk Israel muss die Form der Gruppe annehmen, keiner kabbalistischen Gruppe, sondern als Vereinigung zu einer Familie „Gegenseitige Bürgschaft“ („Aravut“). Das ist unsere Bewegung. Die Korrektur der Seele ist für die Gruppe bestimmt, und für das Volk bedeutet es die Vereinigung „gegenseitige Bürgschaft“.

Ausgehend von der Notwendigkeit des Vorantreibens der Methode der Vereinigung müssen wir uns an die Regierung, an alle möglichen Institutionen wenden, in denen wir diese Idee vorantreiben können, wir müssen uns an das Bildungsministerium wenden, uns mit der Erziehung des Volkes durch die Wissenschaftler beschäftigen, Wissenschaftler heranziehen, die die aktuelle Krise und die Notwenigkeit der Vereinigung bestätigen, ausgehend von den objektiven sozialen Ursachen, von der Realität. Auf diese Weise müssen wir uns mit Hilfe von Wissenschaftlern nach oben und nach unten wenden, nach oben an die Regierung und nach unten an das Volk; wir müssen Wissenschaftler zu unseren Symposien einladen und das Interesse der Massenmedien wecken.

Ein Naturgesetz seit Adam bis Heute

Die Menschen kommen zur Kabbala mit vielen Illusionen und verkehrten Ansichten über diese Wissenschaft, indem sie sich diese auf eine Art und Weise vorstellen, wie es ihnen ihr egoistisches Verlangen vorgibt, das auf allen Arten von Gerüchten basiert.

Die Leute stellen sie als Mystizismus dar und meinen, dass sie mit Astrologie, Heilen, Segnen, Wundern, heiligem Wasser und roten Armbändern zu verstehen ist, dass sie dazu benutzt werden kann, die Vergangenheit und Zukunft zu offenbaren. Letzten Endes sucht unser Ego nach einer besonderen Art der Erfüllung für sich selbst.

Demzufolge hat jeder zuerst einmal Schwierigkeiten damit, den kabbalistischen Grundsatz „Liebe deinen Nächsten wie dich selbst“ zu verstehen. Selbst wenn sie ihm zustimmen, sie gehen egoistisch an ihn heran. Das ist die Grundlage von allen Arten von „spirituellen“ Methoden.

Indes sind besondere Menschen nötig, um der wahren Erkenntnis der Methode der Kabbala näher zu kommen. Dies erfordert grosse Ausdauer, viele Bemühungen und gegenseitige Unterstützung von einer Gruppe von Menschen, die dazu bereit sind, und die verstehen, dass sie andernfalls keine Möglichkeit besitzen, sich selbst zu verwirklichen. Einzig durch dieses gegenseitige Verlangen, das „gemeinsame“ Gefäß, können sie die Gelegenheit erlangen, Menschen zu werden um mit sich selbst etwas tun zu können, um über die stoffliche, belebte Existenz zur „menschlichen“ Ebene aufzusteigen.

Die spirituelle Handlung, die wir auszuführen haben, ist in der Ausführung der „613 Gebote“ ausgedrückt, das heisst Handlungen der Einheit unter Menschen, die sich dazu entschlossen haben, sich vereinigen zu müssen.

Dies geschah während der Zeit Abrahahms und während der Zeit Moses ebenso. Und es ist heute das gleiche. Der Grundsatz ist immer noch der gleiche. Wenn Fragmente der zerbrochenen Seele, die vom Schöpfer geschaffen wurde, dazu bereit sind, sich miteinander zu verbinden um das gemeinsame Gefäß wiederherzustellen, dann wird dies zu einer grossen Zusammenfassung der Tora – dem Gefäß des Lichts.

Das Licht wird im Innern dieses gemeinsamen Verlangens, gemeinsamer Anstrengungen und gegenseitiger Unterstützung und Bürgschaft enthüllt.

Daher ist es für einen Menschen nutzlos über spirituelle Kenntnisse und seine Selbstverwirklichung nachzudenken, es sei denn, dass er all dies durch die Vereinigung mit anderen, mit „dem Nächsten“wahrnimmt, das heisst mit Menschen gleicher Art wie er selbst, das bedeutet, dass sie nur durch die Vereinigung eine zweite Natur erlangen können.

Aus dem 2. Teil des Täglichen Kabbala Unterrichts vom 20.07.2011, Schriften von Rabash

Die unsichtbare Pipeline der gegenseitigen Hilfe

Heute ist es schon Tatsache, dass wir nicht unabhängig voneinander existieren können. Auch früher waren wir miteinander verbunden, nur war das uns nicht bewusst.

Nun aber wird es uns offengelegt, um uns zu zwingen, unsere Arbeit zu erledigen. Und vorher waren wir in der Tat nicht so sehr voneinander abhängig. Es wurde nicht von uns verlangt – wir befanden uns im Wachstum und in der Entwicklung, wie ein Kleinkind, von dem man noch keine ernsthafte Arbeit erwarten kann, welche ein erwachsener Mensch erledigt. Denn ein Kleinkind ist noch nicht dazu in der Lage.

Aber jetzt sind wir in unserem Egoismus gewachsen, und das gesamte System offenbart sich. Dieses enthüllte sich im Laufe von Jahrtausenden – Menschen wurden immer enger miteinander verbunden.

Im alten Babylon haben die Menschen versucht, sich zu verbinden – sofort brach die Krise aus, und die Menschen wurden über die ganze Erde verstreut; so ging die Verbindung verloren. Und wieder versuchten sie sich zu verbinden, indem sie durch Kriege, Katastrophen, Entdeckung neuer Kontinente, Entwicklung der Religionen gegangen sind – all das stellt die Entstehung verschiedener Arten von Verbindungen innerhalb des Systems dar. Bis wir endlich in der heutigen „globalen“ Welt angekommen sind!

Und darum darfst du dich nicht aufregen, dass du von materiellen Problemen abgelenkt wirst! In dem Maße, in dem die Welt leidet, wirst auch du leiden, entsprechend deiner Stellung und Wichtigkeit im Gesamtsystem.

Daher gibt es in der Welt diejenigen, die besser leben, und diejenigen, die schlechter dran sind. Die Welt befindet sich in einer Art mittleren Allgemeinzustand;, doch jeder empfindet ihn anders, weil ihre Seelen sich in verschiedenen Zuständen der Gesamtstruktur der Seelen befinden, und jeder hat seine eigene Stufe, seine Rolle, seinen Arbeitsplatz – wie bei den Körperteilen eines Körpers.

Das Prinzip ist ganz einfach: Wenn es allen gut geht, dann wird es auch dir gut gehen! Aber wir dürfen nicht einfach darauf warten, dass es allen gut geht, sondern uns wünschen, dass es passiert … Und nicht, weil ich erwarte, dass es mir selbst dadurch besser gehen wird – es wird bereits „um des Gebens willen“ sein.

Selbst wenn es für sich selbst ist, „lo liShma„, ist es bereits gut. Wir sehen, dass der Mensch nach und nach zu diesem Verständnis geführt wird. Gerade diese Abhängigkeit, die wir heute in der gesamten Welt vorfinden – zwischen allen Ländern und Völkern – enthüllt uns, dass der Eine sich unmöglich gut fühlen kann, wenn es einem Anderen schlecht geht.

Wir sehen, dass zwischen uns eine Art interne Verbindung besteht, durch die, wie durch eine unterirdische Pipeline, Probleme fließen – von Land zu Land, von Nation zu Nation. Wir selbst verstehen nicht, warum dies geschieht. Genau das ist die schrittweise Enthüllung des höheren Systems, damit wir dieses endlich vor uns sehen können. Wir können uns nirgendwo davor verstecken.

Auszug aus dem Unterricht nach einem Artikel von Rabash, 08.07.2011

Rettungshilfe für den Verletzten

Frage: Was bedeutet, dass man „seine Anstrengungen verstärken“ soll, wenn man am Lehrer und am Schöpfer zweifelt?

Meine Antwort: Wenn der Mensch sich in solchen Zweifeln befindet, dann kann er sich weder auf den Lehrer noch auf den Schöpfer stützen und muss Hilfe bei der Gruppe suchen! Er muss die Unterstützung von ihr erhalten – die Wichtigkeit des Ziels, des Lehrers, des Schöpfers.

Der Mensch befindet sich in Zweifeln, d.h. er kann die Waagschale weder zu einer noch zu anderer Seite neigen. Er muss sich anstrengen, um sie zur richtigen Seite neigen zu können. Doch wo nimmt er die Anstrengung her? Soll er sich in seine Zweifel noch mehr vertiefen? – Er wird sie trotzdem nicht lösen können. Er muss verstehen, dass er in einem solchen Zustand nichts in seinem Inneren hat, worauf er sich stützen könnte, er braucht eine zusätzliche Kraft.

Momentan kann er diese zusätzliche Kraft nicht vom Lehrer oder vom Schöpfer erhalten, weil er an ihnen zweifelt. Das Einzige, was ihm helfen könnte, ist die Umgebung, die ihm das Gefühl der Wichtigkeit der Spiritualität gibt, das Gefühl der Sicherheit, der Bürgschaft dafür, dass der Lehrer und der Schöpfer für das Erreichen des Ziels wichtig sind. Und wenn ich nicht auf ihre Ratschläge und Anweisungen höre, dann komme ich nicht voran; denn ich arbeite mit meinem egoistischen Verstand, der mich nicht weiter lässt.

Deshalb schreibt Rabash, dass in der Gruppe über die Größe des Lehrers und des Schöpfers gesprochen werden soll, damit jeder sich davon beeindrucken lässt, und nur unter dieser Bedingung wird er die Arbeit fortsetzen können.

Auszug aus dem Unterricht nach einem Shamati-Artikel, 24.07.2011

Streit um der Versöhnung willen

Frage: Was soll ich tun, wenn ich mich gedanklich annullieren kann, mir es in der Praxis aber sehr schwer fällt?

Meine Antwort: So etwas kann es nicht geben! Wenn ich mich wirklich gedanklich annulliere, annulliere ich mich auch in den Handlungen. Die Handlung spiegelt die Absicht wider.

Wenn ich mich aber noch nicht endgültig entschieden habe, mich zu annullieren, gelingt es mir nicht, diese Handlung auszuführen, und ich belüge mich nur selbst hinsichtlich dessen, dass ich mich in den Gedanken annulliert habe.

Wenn wir sehen, dass die Gruppe nach einem Streit keine Einigung bis zum nächsten Streit erzielt hat, ist das ein Zeichen dafür, dass ihre Mitglieder sich nicht voreinander annullieren und keine Chance haben, die Spiritualität zu erreichen.

Dadurch, dass wir uns mit der inneren Selbstanalyse beschäftigen und unseren Egoismus vor den Freunden zu annullieren versuchen, sowohl äußerlich als auch innerlich, leisten wir bereits spirituelle Arbeit. Die spirituelle Welt kann sich in uns praktisch nur unter der Bedingung enthüllen, dass wir unseren Egoismus entsprechend der Höhe unserer momentanen Stufe vollkommen annulliert haben.

Erreiche jetzt gleich die wahre Selbstannullierung in Bezug auf jeden beliebigen Menschen, und du wirst sehen, dass du dich in der spirituellen Realität, in der Eigenschaft des Gebens und bis zu einem bestimmten Grad mit dem Schöpfer verschmolzen wiederfindest!

Auszug aus dem Unterricht nach einem Artikel von Rabash, 17.07.2011

Wer von uns befindet sich also in einem Abstieg?

Frage: Wie kann ich einen Freund rechtfertigen, der sich in einem Abstieg befindet und die richtige Absicht verloren hat?

Meine Antwort: Die Frage sollte anders gestellt werden: Wie kann ich mich selbst rechtfertigen, wenn ich glaube, dass mein Freund die Absicht verloren hat?

Man sollte sich auf zweierlei Art demgegenüber verhalten. In den äußeren, praktischen Handlungen muss ich ihm helfen. Und in meinem Inneren muss ich ihn rechtfertigen und glauben, dass ich an seiner Stelle noch tiefer gefallen wäre.

Und noch tiefer in meinem Inneren sage ich mir, dass ich ihn absteigen sehe, nur weil der Schöpfer mich ihn so sehen lässt. Und das alles geschieht nur, damit ich mich über diesen Gedanken erheben und glauben kann, dass er sich bereits in der Endkorrektur befindet und ich derjenige bin, der unkorrigiert ist, wenn ich ihn absteigen sehe. Wie geschrieben steht: „Jeder urteilt aus den eigenen Mängeln heraus“.

Das Wichtigste ist, zu verstehen, dass wir uns in einer Art Kristallgitter, in einem Kraftfeld des Schöpfers befinden, der unsere ganzen Zustände steuert. Und deshalb solltest du den Freund als einen Vertreter des Schöpfers betrachten, der eine Seiner Einstellungen dir gegenüber zeigt. Genauso muss du die ganze Gruppe und sogar die ganze Welt und dich selbst sehen.

Du hast einen Platz bekommen, den du permanent in Ordnung halten und den du zum korrigierten Endzustand bringen sollst. Du musst deine Sichtweise so korrigieren, dass du die gesamte Welt am Ende der Korrektur (Gmar Tikun) sehen kannst – dadurch wirst du auch deine eigene Endkorrektur erreichen.

Denn in der Spiritualität finden keine Veränderungen statt, du befindest dich auch jetzt in einem absolut vollkommenen Zustand. Warum siehst du denn dessen direktes Gegenteil – diese verdorbene Welt und alle in einem unkorrigierten Zustand?

Doch wenn du die Korrekturmethode in der Welt verbreitest und dich danach sehnst, die Korrektur zusammen mit allen anderen, soweit es nur möglich ist, zu erreichen, wirst du dadurch dich selbst korrigieren und diese Teile, die dir als äußerlich erscheinen, in die inneren verwandeln können.

Wenn du beten wirst, wirst du über dich selbst urteilen und dich verändern wollen. Und letztendlich kommst du zu einem Zustand, in dem sich alles zu einem Ganzen vereint, und in diesen vereinten Teilen wird sich das Höhere Licht enthüllen. Und dann wird das Äußere dem Inneren gleich sein.

Auszug aus dem Unterricht nach einem Artikel von Rabash, 17.07.2011

Nicht auf sich selbst, sondern auf das Licht stolz sein

Frage: Wie schaffe ich es, nicht auf mein Geben an den Schöpfer stolz zu sein?

Meine Antwort: Man kann nur darauf stolz sein, dass man die Unterstützung von Oben erhalten und mit deren Hilfe die Schwierigkeiten, den eigenen Egoismus, überwunden hat. Man soll also auf den Schöpfer, auf das Licht, auf Seine Unterstützung und nicht auf sich selbst stolz sein!

Was haben wir selbst – nichts! Weder eigene Verlangen noch Licht noch Handlungen! Wir haben noch nicht einmal unser eigenes Gebet – wir bekommen es von der Umgebung. Deshalb, je weiter ein Mensch vorankommt, desto weniger empfängt er – und desto mehr dankt er!

Und wenn er zu Malchut der Welt der Unendlichkeit zurückkehrt, empfängt er das gleiche Licht Nefesh de Nefesh, welches es in Malchut in dem allerersten Zustand gegeben hat, doch der Mensch vergrößert dieses Leuchten um das 613-fache – durch seine Dankbarkeit, durch die Erkenntnis des Guten, durch die Wahrnehmung der Größe des Gebenden.

Doch das Licht selbst verändert sich nicht, es verfügt über kein Maß. Das Licht selbst bleibt nach wie vor Nefesh de Nefesh – lediglich ein kleines Leuchten. Der Mensch ist derjenige, der daraus eine große Flamme entfacht.

Auszug aus dem Unterricht nach einem Artikel von Rabash, 15.07.2011