Die Kunst, sich zu annullieren
Frage: Wie kann ich prüfen, inwieweit ich mich annulliere?
Meine Antwort: Die Selbstannullierung kann innerlich und äußerlich sein. Und ich muss mich selbst überprüfen, ob ich meinen Egoismus nur äußerlich annullieren kann, d.h. ob ich bereit bin, dem anderen entgegen zukommen, zu helfen, das zu tun, was er sagt, obwohl ich es anders machen würde.
Das wird als äußere Selbstannullierung bezeichnet, wenn ich mein inneres Verlangen, meinen eigenen Verstand und die Sicht der Situation stoppe und zurückhalte und das tue, was der andere sagt – wie ein treuer Diener, der die Wünsche seines Herrn erfüllt. Obwohl er es selbst anders, vielleicht sogar hundertmal besser machen würde, annulliert er sein Verlangen vor dem Verlangen des Herrn. Diese Selbstannullierung betrifft jedoch nur die Handlung selbst – er führt einfach den Befehl aus, wie beim Militär.
Es gibt jedoch eine noch höhere Stufe, wenn du dich auch innerlich, im Verstand, annullierst und den fremden Verstand höher als deinen eigenen annimmst. Das heißt, du hältst seine Gedanken und Entscheidungen für besser und richtiger als deine eigenen. Und das – nachdem du sie überprüft und deine Berechnungen mit seinen verglichen und gesehen hast, dass er unrecht hat und viel schlimmer in seinen Berechnungen und Vorhaben ist, als du es bist. Doch du nimmst seine Entscheidungen an, weil sie für dich am wichtigsten sind. Du schätzt ihn mehr als dich selbst und wählst bewusst seine Entscheidungen.
Denn du verstehst, dass du deine Berechnungen in deinem Egoismus durchgeführt hast. Deshalb entscheidest du nach all dem, dass er wichtiger ist, und nimmst seine Entscheidungen durch den Glauben über dem Verstand an. Von nun an dienen seine Verlangen, Berechnungen und Handlungen als Beispiel für dich, und du schließt dich ihnen mit Herz und Seele an.
Du hast keine Beweise dafür, keine Unterstützung, doch du machst es so, weil, nachdem du dich auf diese Weise an die Gruppe, an den Freund, an den Lehrer angeheftet hast, du ein Verlangen erhältst, an dem du um des Gebens willen arbeiten kannst. Du wirst bereits sowohl über das Verlangen zu geben als auch über die Handlung und über den Gedanken verfügen.
Doch das alles bezieht sich nicht auf unsere Verbreitungsarbeit – sie muss ein für alle Mal vollkommen von der Arbeit in der Gruppe getrennt werden. Verbreitung ist mit der Arbeit in einem Betrieb zu vergleichen und hat nichts mit der inneren Arbeit zu tun.
Als ich an der Seite meines Lehrers Rabash war, habe ich ihm oft Ratschläge gegeben, die das normale Leben betrafen: wohin und wie wir fahren sollten. In einem solchen Fall unterhalten wir uns wie zwei normale Menschen, die eine einfache, alltägliche Handlung besprechen. Wenn aber die Rede von der Selbstannullierung ist, dann ist die Anordnung auf den spirituellen Stufen und die Einstellung dieser gegenüber gemeint.
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Frage:
Während der Mensch die spirituellen Stufen hochsteigt, steigt gleichzeitig sein Egoismus herab.
Anmerkungen in Klammern sind von mir.
Es ist eine Tatsache, dass sich in der Regel Menschen zu Interessensgemeinschaften zusammenschließen. Jedes Mitglied einer solchen Gruppe wägt im Geist ab was er als Gegenleistung für seine Bemühungen „zum Wohle der Gesellschaft“ erhielt und wie er mit Hilfe anderer Mitglieder der Gruppe sein Verlangen nach Empfangen sättigen konnte. Eine solche Gruppe basiert auf Egoismus.
Es ist unmöglich egoistisch zu genießen. In dem Moment, wenn der Genuss ins Verlangen einzutreten versucht, empfinden wir die Berührung nur für einen kurzen Moment, und das Verlangen erlischt augenblicklich.
Die Kraft des Lichts, das zur Quelle zurückführt, gibt dem Menschen die Möglichkeit, das Geben zu genießen. Dann begreift der Mensch endlich, was es bedeutet, zur Quelle des Lichts, zum Guten zurückzukehren.
Die Weisen haben gesagt: „Tausenden kommen zum Lernen, aber nur einem wird das Licht offenbart“. Diese tausend Menschen haben die Möglichkeit geschaffen, dass einer zum Licht hinaufsteigen kann, da alles in der Welt nach einer Pyramide aufgebaut ist. Anders ist es unmöglich.
Es gibt zwei Wege, mit deren Hilfe uns die Natur vorantreibt, unbewusst oder bewusst: der Weg des Lichtes oder der Weg des Leidens.
Der Korrektur unterliegen nur jene Verlangen, die eine Ergänzung, eine besondere Form der Beziehung zum Verlangen haben, die Absicht genannt werden.
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