Kabbala und der Sinn des Lebens - Michael Laitmans persönlicher Blog

Beiträge in der Kategorie 'Opfer'

Durch Hingabe zu einer neuen Stufe gelangen

Die Anstrengungen, die der Mensch macht, sind nur eine Vorbereitung, um zur Hingabe zu gelangen. Daher sollte er sich zunehmend an die Hingabe gewöhnen, denn ohne Hingabe kann man keine Stufe erlangen. Sie ist das einzige Hilfsmittel, das den Menschen befähigt, jeder Stufe würdig zu werden. (Baal HaSulam, Shamati 208. die Anstrengung)

Frage: Was bedeutet es, sich um einer neuen Stufe willen zu verlieren, d.h. sich zu opfern, ohne den Zustand zu kennen, in den man sich begibt?

Antwort: Es bedeutet, unseren Egoismus zu verlieren, ihn nicht mehr zu spüren. Ohne diesem können wir nicht auf die nächste Stufe aufsteigen. Wir müssen bereit sein, unser Ego zu opfern.

Frage: Opfern wir unsere Eigenschaften oder einige Schichten des Verlangens zu empfangen?

Antwort: Im Prinzip opfern wir nichts. Wir stimmen zu, dass das höhere Licht unseren Egoismus Schritt für Schritt annulliert. Vor jedem neuen Zustand, der vom Schöpfer durch unsere Freunde zu uns kommt, müssen wir uns selbst annullieren und bereit sein, uns gegenseitig in allem zu helfen.

Wir müssen uns ständig in diese Richtung bewegen, um dem Schöpfer näher zu kommen, um unseren Zustand so zu verändern, dass wir mit Ihm verschmelzen. Die Hauptsache ist, nicht stehen zu bleiben und vorwärts zu gehen. Wir alle haben eine gute Zukunft vor uns.

Frage: Wie kann man eine neue Stufe effektiv aufbauen, so dass sie von Liebe und Geben geprägt ist?

Antwort: Um dies zu tun, muss man einfach lieben.

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Aus einer Lektion über einen Artikel aus dem Buch „Shamati“, 18.02.2024

Wie können wir jemandem vergeben, der einen Mord begangen hat? (Quora)

Im Jahre 1994 fanden rund 800.000 Menschen in Rwanda in dem schrecklichen Massaker, welches dort stattgefunden hatte, den Tod. Als die neue Regierung antrat, rief diese das „Staatliche Projekt zur Vergebung“ ins Leben: Jene, die gemordet hatten, mussten die Überlebenden des Massakers und die Familienangehörigen der Opfer um Vergebung bitten. Die Überlebenden wiederum waren aufgefordert den Mördern zu verzeihen. Man traf die Entscheidung: Obgleich es unendlich schwerfällt, ist dies der notwendige Schritt, den wir machen müssen.

Wenn es den Opfern gelingt, ihr Verlangen nach Vergeltung zu überwinden, wird es uns möglich sein, durch den Akt des Vergebens Heilung zu erfahren. Andernfalls werden wir in einen Teufelskreis von Mord und Hass geraten, den es unmöglich sein wird, je zu sprengen. Obwohl Rwanda noch immer mit großen Schwierigkeiten zu kämpfen hat, ist es dem Land gelungen die Spirale von Gewalt und Gegengewalt zu durchbrechen.

Können wir aber einem Mörder wirklich verzeihen? Ja, wir können. Es gibt zwei Wege dies zu tun. Entweder wir ziehen bewusst eine positive Kraft in unser Leben hinein, welche es uns ermöglicht dies zu tun (wie es die Weisheit der Kabbala uns lehrt), oder aber wir können es auf gesetzlichem Wege tun, indem wir zu der Einsicht gelangen, dass wir keine andere Wahl haben.

Die beste und nachhaltigste Art Mördern zu vergeben, besteht jedoch darin, zu verstehen, dass tatsächlich eine durch und durch positive Kraft uns beherrscht, von der uns bislang allerdings noch jede Wahrnehmung fehlt. Das Studium der Weisheit der Kabbala ermöglicht es uns zu einem tieferen Verständnis der Wirklichkeit vorzudringen und zu begreifen, dass nicht wir die Akteure sind, sondern wir tatsächlich von einer verborgenen, guten und omnipotenten Kraft gesteuert werden.

Der Text basiert auf dem Video „Können wir jemandem vergeben, der unsere Familie oder Freunde ermordet hat?“ mit dem Kabbalisten Dr. Michael Laitman. Geschrieben und herausgegeben von Schülern des Kabbalisten Dr. Michael Laitman

Wenn Juden zu Antisemiten werden

The Times of Israel veröffentlichte meinen aktuellen Artikel “ Wenn Juden zu Antisemiten werden

 

Ist es gefährlich, in Paris eine Fremdsprache zu sprechen? Anscheinend  nicht, es sei denn, die Sprache ist Hebräisch. Dies war die jüngste Erfahrung eines israelischen Studenten. Nachdem man ihn am Telefon hebräisch sprechen hörte, wurde er Opfer eines gewalttätigen Angriffs in der Pariser U-Bahn durch zwei unbekannte Täter, die ihn bewusstlos schlugen und liegen ließen. Dieser Angriff sei „eindeutig allein auf den Hass gegen Israel zurückzuführen“, sagte Meyer Habib, Mitglied der französischen Nationalversammlung, die vor Tagen eine Resolution verabschiedet hatte, in der Antizionismus und Antisemitismus gleichgesetzt wurden.

Für einen Moment schien es, als sei mit einem solchen Gesetz ein Sieg der Wahrheit errungen, aber die anhaltenden anti-jüdischen und anti-israelischen Emotionen beweisen, dass man sich nicht auf den Lorbeeren ausruhen kann.  Der nächste Schritt ist die Gewährleistung unseres Lebens gegenüber den ständigen Bedrohungen, denen wir ausgesetzt sind. Einen Tag vor der Abstimmung veröffentlichten 127 jüdische Intellektuelle, darunter Israelis, in der Zeitung Le Monde, einen offenen Brief gegen das Gesetz, das Antizionismus mit Antisemitismus gleichsetzt. Der Angriff in der Pariser U-Bahn steht symbolisch dafür, dass ihre wunderschönen Worte ihnen nicht geholfen haben, aber der Brief enthüllt ebenso unsere wahre Natur: Der Jude kann sich selbst zum größten Feind werden.

Wo liegt die Grenze zwischen der Kritik an Israel und dem Antizionismus?

Es gibt kein Problem im Hinblick auf die Kritik an Israel, aber eben im Hinblick auf die giftige Kritik, die zu seiner Zerstörung aufruft. Freie Meinungsäußerung für jeden, der zum Frieden aufruft, sollte erlaubt sein, aber kein Frieden durch Vernichtung, schon gar nicht durch antisemitische Botschaften, von denen wir mehr als genug haben.

Die Juden machen weniger als ein Prozent der Bevölkerung Frankreichs aus, und dennoch wurden 2017 fast 40 Prozent aller Gewalttaten, im Zusammenhang mit Religion oder Rasse, gegen Juden verübt. Im vergangenen Jahr sind die antisemitischen Übergriffe um 75 Prozent gestiegen. Der französische Innenminister hat diese Manifestationen als Feindseligkeit beschrieben, die sich „wie Gift“ ausbreitet und ganze Familien zur Auswanderung zwingt. 

Im Ernst, was bringt gebildete Menschen dazu, unvernünftig zu handeln? Wie ist es möglich, dass sich Juden, die entweder in Israel oder im Ausland leben, mit Organisationen identifizieren, die die Delegitimierung ihrer Heimat unterstützen? Wie stellen sie sich ihre Zukunft vor?

Die BDS (Boykott-, Deinvestitions- und Sanktionsbewegung) ist bereits ein bekanntes Phänomen unter den internationalen Organisationen, besonders unter denen, die gegen das jüdische Volk und den Staat Israel handeln. Ihr gehören jüdische und israelische Aktivisten an, die die größten Antisemiten sind. Warum ist das so? Der Grund dafür ist, dass sie versuchen, sich von der Erfüllung ihrer Bestimmung, „ein Licht für die Nationen“ zu sein, zu befreien und nach Wegen zu suchen, ihre Wurzeln auszulöschen oder zu verstecken. 

Einige denken sogar, dass sie, wenn sie sich assimilieren, ihr innewohnendes Judentum verlieren werden, aber gemäß der Weisheit der Kabbala ist das ausgeschlossen. Juden werden immer Juden bleiben. Ihre jüdischen spirituellen Wurzeln sind ewig.

So wie der Hass auf diesen unkontrollierbaren und sogar unerwünschten Zustand im Juden erwacht, so erwacht auch sein Hass auf das Wesen des Volkes Israel. Es ist eine Abneigung, die sich die Menschen im Allgemeinen selbst nicht erklären können, aber sie ist stark genug, um sie zu veranlassen, aggressiv gegen das jüdische Volk zu handeln.

Juden gegen Juden: Der Kampf mit der spirituellen Wurzel

Rav Yehuda Ashlag (Baal HaSulam) schreibt: „In jedem Menschen, auch wenn er weltlich ist, gibt es einen unbekannten Funken, der die Vereinigung mit Gott verlangt. Wenn dieser manchmal erwacht, erweckt er einen, um Gott zu erkennen oder Gott zu verleugnen, was ein und dasselbe ist.“ („Die Lösung“)

Dieser unbekannte Funke, auf den sich Baal HaSulam bezieht, wird der „Punkt im Herzen“ genannt. Er existiert in jedem Menschen auf der Welt, aber ist bei Juden stärker ausgeprägt und weniger sichtbar bei den Nationen der Welt. Die Weisheit der Kabbala erklärt, dass das Herz die Verschmelzung von Selbstliebe oder Egoismus ist, und der Punkt im Herzen ist der einzigartige Funke, der nach der Liebe zu anderen strebt. So wie das Ego wächst, so wächst auch die Spannung zwischen diesem und dem Punkt im Herzen, und so wächst die Abneigung und sogar der Hass gegen die Juden in der Person. Außerdem spiegeln sich die inneren Beziehungen zwischen dem Punkt im Herzen und dem Herzen in den Beziehungen zwischen Israel und den Nationen der Welt wider. Wir nähern uns also einer Situation, in der sich die Nationen der Welt ohne Ausnahme gegen Israel erheben werden.

Deshalb gibt es Juden, die sich durch Antisemitismus oder anti-israelische Stimmungen benachteiligt und unter Druck gesetzt fühlen. Um dem gegen sie gerichteten Hass zu entkommen, leben sie in verschiedenen Ländern der Welt und versuchen, ihre jüdische Identität zu verbergen. Nach und nach werden sie selber zu Judenhassern, entweder bewusst oder unbewusst. Es gibt andere, die, anstatt Israel zu verlassen, im Land bleiben, ihren Lebensunterhalt verdienen, studieren, lehren und eine Familie gründen, aber die Ablehnung ihrer wahren Identität bleibt in ihren Herzen. Beispiele für solche antisemitischen Juden, die in Israel leben, sind diejenigen, die von ihren Büros in der Wissenschaft aus öffentliche Briefe zur Unterstützung antisemitischer Organisationen unterschreiben.

Wenn die Akademiker sich über das Schicksal und die Situation Israels Sorgen machen, sollten sie lieber die Geschichtsbücher und die authentischen Quellen der jüdischen Nation öffnen, um die Rolle des Volkes Israel zu verstehen, die darin besteht, sich zu vereinen und die Methode der Vereinigung an die Menschheit weiterzugeben. Allerdings fehlt ihnen das Bewusstsein für ihre erhabene Rolle und die Größe ihrer Verantwortung gegenüber der Welt.

Wenn die Juden die Wichtigkeit und Dringlichkeit erkennen, sich über das Trennende hinweg zu vereinen und diese Einheit in der Welt verbreiten, wird der Antisemitismus verschwinden und alle Boykotte, Demonstrationen und Anschuldigungen gegen Juden werden aufhören. An dessen Stelle wird es eine neu gewonnene Leuchtkraft, Vollendung und Erfüllung geben, die sich durch das jüdische Volk auf die gesamte Menschheit ausbreitet und antisemitische Gefühle in ihr Gegenteil verkehrt: Unterstützung, Respekt und Ermutigung des jüdischen Volkes.

 

Zwei Pole, die sich im einem Visier verbinden

Frage: Was ist „die Wahrheit und der Glaube“?

Meine Antwort: Die Wahrheit ist eine gerechte Belohnung und Strafe, wenn ich für meine Arbeit eine gerechte Entlohnung erhalte.

Wir sehen jedoch, dass unser Leben nicht immer auf solchem Prinzip basiert. Derjenige, der viel arbeitet, verdient nicht unbedingt mehr als die anderen. Wenn es anders gewesen wäre, dann wäre die Welt verhältnismäßig gerade.

Um uns aus dieser egoistischen „Geradheit“ herauszuziehen, spielt der Schöpfer mit uns und verwirrt uns sehr. Deshalb sehen wir, dass die gerechte, wahrhafte Belohnung nicht immer gilt und es einen Ort für den Glauben gibt, das heißt, für die Hoffnung auf den Erfolg, auf die Höhere Hilfe, welche über meinem Verstand liegt.

Der Glaube zerschlägt das Prinzip der gerechten Wahrheit. Deshalb werden die Menschen in dieser Welt so verwirrt und hoffen auf das Wunder und den Segen, auf die zauberhafte Heilung. Und auf dem spirituellen Weg existiert dieselbe Verwirrung: einerseits wird alles im Maß der Bemühungen gegeben, und andererseits hängt alles vom Erfolg ab.

Und der Mensch soll daran arbeiten, dass diese zwei Prinzipien ineinander verschmelzen, wie es geschrieben ist: „Deine gesamte Nachkommenschaft wird von Isaak stammen, aber bringe sie zum Opfer“. Das heißt, du wirst einerseits sehen, wie Isaak deine „Enkel gebärt“, die neue Generationen bis zum Ende der Korrektur, und andererseits wird gefordert, die Nachkommenschaft zu vernichten. Wie ist es möglich?

Es ist für uns heute unverständlich, aber darin besteht das erste Prinzip des Eintritts in die spirituelle Welt, das Abraham erklärt wurde. Der Mensch korrigiert seine Sehkraft und wird zum ersten Mal fähig, zwei Gegenteile zu vereinen.

Das bedeutet, dass er auf die erste spirituelle Stufe steigt und das Höhere Prinzip versteht, nach dem sich zwei Gegenteile zu einem Ganzen verbinden. Und jetzt begreift er, dass er ab sofort gleichzeitig mit dem Verstand sowie mit dem Glauben über dem Verstand, mit dem Hass, arbeiten soll, da die Liebe alle Sünden zudeckt.

Wenn der Mensch beginnt, dieses Prinzip zu begreifen und es bei seiner Arbeit berücksichtigt, sogar ohne irgendeine Realisation, dann stößt er auf keine schweren Hindernisse mehr, die ihn nicht vorankommen lassen. Er fühlt, dass genau diese Hindernisse ihm helfen, und er sieht in allen diesen Gegenteilen eine Möglichkeit, hinaufzusteigen. Folglich beginnt sein Aufstieg.

Und umgekehrt: „Der Stolz demütigt den Menschen“. Wenn er diese Bedingung nicht berücksichtigt und nicht gewillt ist, zwei Gegenteile zu einem Ganzen zu verbinden, dann sieht er ein riesiges Hindernis vor sich. Und deshalb verlässt er seinen Weg.

Deshalb ist es so wichtig, sich direkt an die Welt der Unendlichkeit zu richten und zu begreifen, dass die Differenz zwischen dieser Welt und der Welt der Zukunft in unserer Fähigkeit liegt, zwei Pole zu einer Einheit zu verbinden. Sie gibt uns die Richtung an, wie im Visier.

Dieses Prinzip äußert sich unterschiedlich: „Israel, die Tora und der Schöpfer sind einheitlich“, der Aufstieg und der Abstieg sollen sich zu einem Ganzen verbinden, die Gruppe und ich sollen gemeinsam arbeiten, damit ich sie während des Aufstiegs ausfülle und von ihr die Kraft während des Abstieges bekomme, das heißt, sie soll zum „Regler“ meines Stromes werden.

Daraus entsteht die folgende Beziehung zu dieser Welt: du sollst keine Eigenschaft, weder in dir selbst noch in der Welt, zerstören. Sie alle müssen korrigiert werden, um über die Korrektur hinaufzusteigen und sich mit dem Schöpfer verbinden zu können.

Wir können in unserer Welt kein gutes Leben und keine gerechte Gesellschaft aufbauen, wenn wir uns untereinander nicht gleichmäßig verbinden. Das heißt, jeder wird nach seinen Möglichkeiten für das Wohl der Gesellschaft arbeiten und von ihr nur das Notwendige bekommen.

Es ist aber unmöglich, diese Bedingung einzuhalten, wenn wir die Verschmelzung mit dem Schöpfer nicht
anstreben. Die Eigenschaft der Liebe und des Gebens, die unsere entgegengesetzten Eigenschaften verbindet, ist Voraussetzung für den einheitlichen, unendlich vollkommenen Zustand.

Auszug aus dem Unterricht nach dem Artikel aus dem Buch „Shamati“, 23.08.2011

Ein besonderer Ort auf der Landkarte der Menschheit

Frage: Wir wissen, dass Israel eine Bestimmung und kein Stempel im Pass ist. Und dennoch: haben diejenigen, die im Staate Israel leben, eine Aufgabe?

Meine Antwort: Zukünftig soll dieses Land zu einer Art Symbol des Staates werden, der vollständig auf der Kraft des Gebens, der gegenseitigen Liebe, der Bürgschaft, den Prinzipien „Liebe deinen Nächsten wie dich selbst“, „Was dir verhasst ist, das tue deinem Nächsten nicht an“, dem Zusammenschluss zu „einem Menschen mit einem Herzen“ aufgebaut ist.

Hier ist jener Ort und hier sind jene Bedingungen, die dafür am Besten geeignet sind. Aus diesem Grund, wenn ein Mensch der Spiritualität entgegenstrebt, zieht es ihn gewissermaßen auch hierher. Der Staat Israel kann unmöglich auf Madagaskar oder in Uganda errichtet werden. Hier wirkt das Gesetz von Wurzel und Zweig, und das muss beachtet werden.

Wir haben also keine andere Wahl. Wir sind hier und müssen hier den Staat des Gebens und der Liebe errichten und somit ein Beispiel für die ganze Welt sein. Nur auf diese Weise werden wir alle Feinde besiegen, Unabhängigkeit erlangen und neue Opfer vermeiden können.

Auszug aus dem Unterricht zum Thema „Das Volk Israel“, 09.05.2011

Wenn das Herz belastet wird

Frage: Wie kann ich mit Freude die Schwere, die mich von der Gruppe und von dem Ziel fernhält, annehmen?

Meine Antwort: Aber das ist doch Annäherung und keine Entfernung. „Opfer“ bedeutet auf Hebräisch „Nähe“ (קרבן – קרוב). Es ist ein weiterer Teil des in mir enthaltenen unkorrigierten Verlangens, von dem ich nichts wusste und mit dem ich nicht arbeiten konnte. Und nun ist er zum Vorschein gekommen.

Das, was sich als Finsternis, als Belastung des Herzens enthüllt, ist der in mir angelegte Teil, der zum Vorschein gekommen ist, und nun kann ich zusätzliches Licht, neues Verständnis und neue Empfindung, daraufhin bekommen. Das ist der Grund, warum wir uns freuen.

Auszug aus dem Unterricht über einen Artikel von Rabash, 09.02.2011

Opfer des Egoismus

Spirituelle Wurzeln, die in unsere Welt herabsteigen, schlagen hier ins Gegenteil um, und der Egoismus unserer Welt führt das höchste Gebot der Liebe entsprechend seinem Verständnis aus – das bedeutet, er geht töten. Doch du musst dich entscheiden, was du tun willst: entweder in diesen materiellen Zweigen bleiben oder zur spirituellen Wurzel aufsteigen.

Wenn du aufsteigen willst, dann arbeite in der Gruppe und nimm an ihrem Spiel der Bruderliebe zwischen allen teil. Dann wirst du feststellen, dass du zu einer solchen Liebe nicht in der Lage bist und dass das alles eine Lüge ist, und du wirst nach der Korrektur verlangen. Es wird eine Kraft herabsteigen, die dir Verbindung mit allen Anderen und Liebe schenkt.

Diese Verbindung existiert nicht auf der Ebene unserer Welt, sondern nur auf einer höheren Stufe. Schaut euch die Seelen und nicht die Körper an!

Es ist so, als ob ich einen Computerbildschirm vor mir hätte, auf dem ich entweder materielle oder spirituelle Handlungen sehen könnte. Wenn ich alles durch meine spirituellen Augen betrachte, dann sehe ich Liebe, und durch meine materiellen Augen sehe ich Mord.

Doch, wenn mich jemand angreift und töten will, bedeutet es nicht, dass er das aus Liebe macht – er handelt aus seinem Egoismus heraus. Und darum steht es geschrieben, dass du demjenigen, der gekommen ist, um dich zu töten, zuvorkommen und ihn zuerst töten sollst.

Dadurch korrigierst du ihn, denn er ist derjenige, der gekommen ist, um dich zu töten – also ist sein Egoismus größer als deiner. Aus diesem Grund vollziehst du eine Korrektur, wenn du ihn tötest, indem du mit einem kleineren Egoismus als derjenige, der dich angegriffen hat, arbeitest.

Hier ist alles sehr logisch und basiert nicht auf einem blinden Glauben. Denn ich hatte nicht vor, ihn zu töten, er hat mich als erster angegriffen, um mich zu töten. Und wenn es mit aller Deutlichkeit klar wird, denn wird es eine Korrektur sein, einen größeren Egoismus durch einen kleineren zu töten. Das ist deine Pflicht, das oberste Gebot: „Töte den, der dich töten will“.

Es gibt nichts außer den Korrekturen. Entweder ereignen sie sich auf der unbelebten, pflanzlichen und tierischen Ebene, unbewusst und unverständlich für uns, oder es sind echte Korrekturen durch die Arbeit mit der Gruppe auf der menschlichen Stufe.

An allen Morden in unserer Welt ist unser Egoismus schuld, der nach solchen Opfern für dessen Korrektur verlangt. Wir können jedoch diese Korrekturen auf die spirituelle Ebene verlagern, wenn wir das wollen! Wir können alle diese Handlungen auf eine höhere Ebene heben, dann werden wir kein Übel in der Welt sehen und spüren.

Doch nur unter der Bedingung, dass wir unser gesamtes egoistisches Verlangen, welches diese ganzen Untaten vollbringt, auf eine höhere Stufe heben – und dort werden dann dessen gesamte Taten schön sein, entgegengesetzt denen, die wir heute sehen. Die Menschen um uns herum werden beginnen, sich zu verbinden, einander zu umarmen und sich einander nahe zu fühlen.

Auszug aus dem Unterricht über den Artikel „Das Wesen der Wissenschaft Kabbala“, 09.02.2011

Wer bist du: Der Reiche oder der Arme?

Sohar, Kap. „Wajikra, P.129: … Die Opferung der Armen ist die Leichteste: zwei Turteltauben oder zwei junge Tauben. Und falls nicht, bringt er ein bisschen Mehl und findet daher Vergebung. Zu dieser Zeit, ist es verkündet und gesagt, „Denn er hat nicht verachtet noch verabscheut das Flehen [Gebet, Bitte] des Armen,“ da die Opferung des Armen die am höchsten gepriesene ist.

Es geht hier um einen Menschen, mit welcher Dichte des Wunsches (Awijut) er um des Gebens willen arbeiten kann. In dem Maß, wie sich ihm sein Wunsch zu empfangen enthüllt, nimmt er daraus Teile von der linken Seite, die immer grober und größer sind, und wenn er mit ihnen um des Gebens willen arbeiten kann, wird er ein Reicher genannt.

Und wenn er von seinem Wunsch nur kleinere, schwächere Teile um sie zum Opfer zu bringen (das heißt sie dem Schöpfer näher bringen) nehmen kann, wird er ein Armer genannt. Das Wort „Opfer“ („KuRBan“ auf Hebräischen) kommt vom Wort „leKaReV„, etwas näher bringen.

Je nach welchem Teil des Verlangens zu empfangen der Mensch dem Schöpfer jeweils näher bringt, indem er diesen Teil um des Gebens willen benutzt, wird er Armer oder Reicher genannt. Der Reiche bringt mehr, der Arme weniger, je nachdem, wie groß der Anteil des Wunsches ist, mit dem er um des Gebens willen schon arbeiten kann.

Das „Opfer“ wird der Wunsch genannt, den ich früher für reinen Selbstgenuss verwendet habe, und jetzt bringe ich ihn dem Schöpfer näher, indem ich diesen Wunsch aus Empfangenden zum Gebenden verwandle. Denn durch diesen neuen Wunsche habe ich mich dem Schöpfer angenähert, einen Schritt nach vorne auf dem Leiter der Stufen gemacht.

Aus einem Unterricht nach dem Buch Sohar, 21.05.2010

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Es gibt keine Sünden in dieser Welt

Der Sohar, Kapitel „Wajikra„, Punkt 108: Infolgedessen bieten sie, da die Sünden der Unteren die Oberen beflecken, ein Opfer an.

Dieses Opfer ist, wie es geschrieben steht, „Und wegen deiner Mängel/Makel wurde deine Mutter weggegeben“, wo die Sünde die Trennung zwischen SA und Malchut verursacht wegen seines Fehlers, da Malchut weggeschickt wurde wegen der Sünde.

Und das Opfer, das sie darbringen, bringt die höhere Welt, SA, näher zur unteren Welt, Malchut und alles wird Eins.

Ein Mensch begeht nie absichtlich eine Sünde. Wüßte er von Anfang an, dass er eine Sünde begeht, könnte er einfach nicht sündigen – sondern nur dann, wenn er nicht begreift oder einfach denkt, dass es keine Sünde ist. Es ist unmöglich vor dem Schöpfer zu sündigen – nur dann, wenn Er verhüllt ist, aber diese Handlung zählt nicht als Sünde.

Alle Versündigungen, über die in der Wissenschaft der Kabbala gesprochen wird, geschahen bei dem Abstieg von oben nach unten, unter der Einwirkung der Höheren Kraft. Während unseres Aufstiegs von unten nach oben, können wir niemals eine Sünde begehen. Folglich enthüllen wir nur die Sünden, die in uns ursprünglich existieren und vom Schöpfer stammen.

Der Schöpfer erschuf den bösen Anfang, deshalb ist es unmöglich, ein noch größeres oder gar anderes Übel zu begehen. Er hat sich ins Gegenteil gewandelt, uns darin eingekleidet – und enthüllt es uns, in unserem Inneren allmählich. Alles Böse, das jetzt in uns enthüllt wird, ist nur das kleinste Maß unserer Gegensätzlichkeit zum Schöpfer, die in unserem Inneren eingepflanzt ist.

Wenn wir der Treppe entlang zur Welt der Unendlichkeit hinaufsteigen, werden wir in uns den immer größeren Gegensatz zu Ihm offenbaren, bis der Schöpfer sich auf der Ebene der Unendlichkeit in uns offenbart, und zwar im vollen Gegensatz zu Ihm selbst.

Das Übel in uns wird unermesslich groß sein, – aber zugleich werden wir die Kraft besitzen, ihm entgegenzustehen.

Aus dem Unterricht nach dem Buch Sohar, 20.05.2010

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Wie man eine schwierige Zeit durchlebt

Eine Frage, die ich erhielt: Meine Frau war Opfer eines Wahnsinnigen: Sie ertrug physischen und sexuellen Missbrauch. Wie kann ich ihr in diesem Moment des Schmerzes und der Verzweiflung helfen? Was kann ich tun, wenn sie es nicht mag, Dinge über Kabbala zu hören oder zu sehen? Was kann ich jetzt tun, wenn sie gefährdet ist, HIV und andere Krankheiten, wie HPV, Syphilis und Hepatitis zu bekommen? Ich weiß nicht, was ich denken oder tun soll. Ich weiß, dass ich mit dem Studieren der Kabbala weitermachen muss, aber meine Depression hat kein Ende …

Meine Antwort: Sie sollten sich nur über Ihren tierischen Körper erheben, leben Sie auf einem Niveau über ihrem Körper – sie beide. Dann werden Sie die Ursache des Geschehenen enthüllen.

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