Kabbala und der Sinn des Lebens - Michael Laitmans persönlicher Blog

Beiträge in der Kategorie 'Nosel'

Mache dir selbst ein glückliches Schicksal

Das Einzige, was uns helfen wird, ist die Selbstaufhebung vor der Gruppe, dem Lehrer und dem Schöpfer. Es bedeutet eben, sich mit der Umgebung zu verbinden, und daraus alles aufzunehmen, was nur möglich ist.

Uns ist eine Menge solcher Beispiele aus der Geschichte bekannt. Zum Beispiel die Geschichte über Jehoschua Bin Nun, der zum Nachfolger von Mosche wurde. Er symbolisiert die innere Macht in uns, neben der Macht des Mosche, die den Menschen zur letzten Etappe der Korrektur durch die Liebe führt, ihn an das Ende der Korrektur (Gmar Tikun) annähert.

Es ist die höchste Stufe des Erhaltens zwecks des Gebens! Wie wurde er ihrer würdig? Er half Mosche, wenn er das Volk ausbildete: putzte in der Klasse, „stellte die Bänke auf“.

Das heißt, er folgte den Handlungen des Lehrers und wollte zu seinem unzertrennlichen Teil werden, weshalb er von Mosche die ganze Weisheit bekommen hat. Gerade er, und nicht die Schüler, die in der Klasse lernten! Und er lernte nicht, sondern hat das Spirituelle „Pe-el-pe“ bekommen („Mund zu Mund“, durch den gemeinsamen Schirm), ist mit dem Lehrer verschmolzen.

Und, diejenigen, die in der Klasse studierten, haben auch bekommen, und zwar jeder auf seiner Stufe (sie waren alle auch große Kabbalisten), aber erreichten nicht eine solche Höhe, die Jehoschua Bin Nun erreichte.

Hatten sie von diesem Prinzip nicht gewusst? Sie wussten es wohl, aber konnten es nicht anwenden!

Denn alles hängt davon ab, inwiefern sich der Mensch bemüht, vom Lehrer und von der Gruppe aufgehoben zu werden. Ich würde dazu noch sagen, dass hier alles durch „das glückliche Schicksal“ beeinflusst wird, das heißt die zusätzlichen Bedingungen zur Hilfe, die wir nicht kennen, welche aber trotzdem von oben heruntersteigen (der Erfolg/Masal kommt vom Wort Tropfen/Nosel). Es hängt von der Wurzel der Seele ab – von ihrer Vorausbestimmung.

Aber welchen Sinn hat es, darüber zu sprechen, was von uns nicht abhängt. Man muss nur das tun, was von uns abhängt, und es ist eben die Selbstaufhebung.

Darüber ist überall geschrieben und für niemanden ist es eine Neuheit. Aber was kann man machen, wenn es uns nicht gelingt, wobei ich selbst weiß, wie schwierig es ist, diesen Zustand zu erreichen. Und gewöhnlich stolpert der Mensch ueber die einfachsten Hindernisse – als ob es unmöglich wäre, es zu erreichen, und er kann es trotzdem nicht tun… Und er versteht sogar, dass es in jedem Sinne nützlich ist, sogar für das Materielle, dennoch hält ihn etwas in seinem Inneren davon ab.

Auszug aus dem Unterricht über den Artikel „Die Kabbala und die Philosophie“, 03.01.2011

Tropfen des höheren Glücks

Der Sohar, Abschnitt „WaJechi“, Punkt 660: …Denn in der Tora werden dreizehn Maße geklärt, dreizehn Maße der Barmherzigkeit, die von den dreizehn Korrekturen von Dikna von Arich Anpin herabsteigen.

Und in jedem von ihnen gibt es keine Trennungen, sie steigen von oben nach unten in Einheit herab – von den dreizehn Korrekturen von Dikna von Arich Anpin, und von dort zu den „dreizehn“ von Bina, und von dort zu den „dreizehn“ von Seir Anpin, bis zu jenem Ort, der auf der Trennung errichtet wurde, der Nukwa.

Der Sohar erzählt von einem äußerst wichtigen Teil des höheren Lenkungs- und Kontrollsystems, das als „dreizehn Korrekturen von Dikna“ bezeichnet wird.

Es gibt einen besonderen Parzuf, ein System, das Arich Anpin heißt. Durch ihn fließt das Licht herab und kommt tropfenweise zu uns. Denn wir sind nicht in der Lage, das Licht in Form eines direkten Stroms wahrzunehmen, nur tropfenweise.

Tropfen bedeutet auf Hebräisch Nosel, davon abgeleitet heißt das Empfangen der tropfenweisen Erfüllung „Tropfen des Glücks“ (Masalot). „Alles hängt vom Glück ab“ – von diesen Tropfen des Glücks, die herabfließen.

Dieses System ist sehr hoch und wichtig, es bestimmt alles, was mit jedem Menschen und mit allen zusammen in dieser Welt und sogar darüber hinaus geschieht – bis hin zur endgültigen Korrektur.

Deshalb, wenn wir von diesem System lesen, mit dem Wunsch, von dort Korrekturen, Licht, Hilfe zu empfangen, ist das ein besonderer und effektiver Zustand, der durchaus greifbare Resultate bringen kann.

Fast der ganze Sohar wurde von seinen Verfassern von der Höhe dieses höheren Systems – des Parzuf Arich Anpin oder Seir Anpin – geschrieben. S“A ist ein Untersystem von Arich Anpin, das auf uns einwirkt. Und darum wollen wir die Lichter von dort erwecken, damit sie auf uns einwirken. Der gesamte Sohar spricht nur davon.

Es kann die Frage aufkommen: warum brauchen wir dann 20 Bände vom Sohar, reicht nicht auch ein dünnes Büchlein aus? Wir würden dann immer das Gleiche lesen, wo ist der Unterschied? – Doch jedes Mal erwecken wir das Licht in einer anderen Erscheinungsform.

Aus dem Sohar-Unterricht vom 08.10.2010

Zum Kabbalalernzentrum–>