Kabbala und der Sinn des Lebens - Michael Laitmans persönlicher Blog

Beiträge in der Kategorie 'Neigung'

Jom Kippur: Eine Bitte um Korrektur

Im Prozess der spirituellen Entwicklung gibt es einen besonderen Zustand, der Jom Kippur (von dem Wort „kapara“ – „Erlösung“) genannt wird und der die Korrektur aller Sünden bedeutet, für die ein Mensch Reue zeigt und um Korrektur bittet.

Denn es ist klar, dass wir selbst nichts korrigieren können, und die Sünden, die wir begangen haben, sind gar nicht unsere, denn es ist der Schöpfer, der die böse Neigung geschaffen hat, die uns beherrscht und uns zur Sünde zwingt.

Wir sind nicht schuldig, dass wir in den Egoismus eingetaucht sind, der uns jedes Mal dazu bringt, nur an uns selbst zu denken und nicht an andere oder an den Schöpfer. Deshalb sind sowohl die Sünden als auch ihre Korrektur nicht unsere Schuld und nicht unser Verdienst, weil der Schöpfer alles tut. Er hat alle Sünden und alle ihre Korrekturen für uns vorbereitet, und wir befinden uns zwischen dem einen und dem anderen, wie in einem Schraubstock.

Unsere Aufgabe ist es, alles mit dem Schöpfer zu verbinden, sowohl die Sünden als auch die Korrekturen. Wir können Sünde und Korrektur nur dann miteinander verbinden, wenn wir verstehen und spüren, dass beides vom Schöpfer kommt und nicht von uns. Der Schöpfer steht über den Sünden und über den Korrekturen. Er ist eine besondere höhere Macht, die über allem steht.

Deshalb ist Jom Kippur ein Tag der besonderen Freude, der uns erlaubt, uns noch höher über die Schöpfung zu erheben, uns mit der höheren Macht zu verbinden und ihre Ebene zu erreichen. All die Sünden und der Egoismus, die vom Schöpfer geschaffen wurden, und die Korrekturen, die dank Ihm erreicht werden, sind notwendig, um die Stufe zu verstehen, die über den bösen und guten Neigungen liegt, das heißt, um den Schöpfer zu verstehen, der auf keine andere Weise erreicht werden kann.

Der Schöpfer ist von der gesamten Schöpfung getrennt, und es ist möglich, diese Essenz nur auf diese Weise zu erlangen, durch die Erfahrung unserer Trennung in vollem Umfang. Wenn wir uns miteinander verbinden, vereinen wir uns mit dem Schöpfer.

Wir erheben uns über Übertretungen, über Strafe und Belohnung und nehmen diese Korrekturen vor, damit wir nur mit ihrer Hilfe den Schöpfer erreichen, der von der gesamten Schöpfung getrennt ist. Der Schöpfer hat all diese Zustände für uns vorbereitet, damit wir zu Ihm gelangen können: eins, einzigartig und vereint.

Jom Kippur ist das Hauptsymbol für den Prozess des Erreichens der höheren Kraft, die von der gesamten Schöpfung losgelöst ist.

Ohne Vereinigung, ohne Gedanken an das gesamte Welt Kli, ohne Gedanken an gegenseitige Hilfe und an die gesamte Menschheit ist es unmöglich, auch nur die kleinste spirituelle Offenbarung zu erreichen. Alle Völker sind dazu bestimmt, sich über ihren individuellen Egoismus zu erheben und zum System von Adam HaRishon zurückzukehren, um wie ein Mensch, wie in einem einzigen Verlangen zu werden.

Jom Kippur ist ein spiritueller Zustand, in dem der Mensch offenbart, dass seine Übertretung darin besteht, dass er dachte, er selbst würde übertreten und nicht sah, dass alles vom Schöpfer kommt. Das heißt, er hat nicht erkannt, dass „es außer Ihm nichts gibt“.

Er dachte, er würde alles selbst tun und bewertete seine Gedanken und Wünsche in seinem Egoismus. Aber jetzt will der Mensch seine Fehler korrigieren, all diese unreinen Unterscheidungen, die nicht mit der einen, einzigartigen und vereinten höheren Kraft verbunden sind. Und genau darum betet er und bittet den Schöpfer.

Das ist das Wesen des Tages des Gerichts (wörtlich übersetzt, aber gewöhnlich wird er Tag der Sühne genannt) – der Tag, an dem der Mensch alle Zustände und Klärungen, die er nicht der höheren Kraft zuschreiben konnte, sühnen und korrigieren will. Schließlich besteht unsere ganze Aufgabe darin, alles, was in der Welt geschieht, der höheren Kraft zuzuschreiben und uns selbst nur als eine Schöpfung zu betrachten, die zu hundert Prozent von ihr kontrolliert wird.

Der Aufstieg über 125 spirituelle Stufen ist eine zunehmende Identifikation mit der höheren Kraft bis zur vollständigen Vereinigung mit ihr. Wenn wir das Kli, das vom Schöpfer absichtlich zerbrochen wurde, vollständig korrigieren und es auf Seine Ebene anheben, dann sind wir bereit, den wahren Weg zum Verständnis und zur Vereinigung mit dem Schöpfer zu beginnen.

Aber das sind die Geheimnisse des Endes der Korrektur. Wenn wir dies gemeinsam erreichen – alle Schöpfungen, die jetzt in dieser Welt sind, und diejenigen, die nicht in ihr sind – dann werden wir weitergehen und herausfinden, was der Schöpfer für uns nach der letzten Korrektur vorbereitet hat.

An Jom Kippur zeigen wir, dass nicht nur das Gute, sondern auch das Böse vom Schöpfer kommt und beide gleichwertig sind. Der Mensch sollte sowohl für das Böse als auch für das Gute segnen, weil er durch diese beiden Kräfte die Vereinigung mit dem Schöpfer erreicht.

Diese Vereinigung mit der höheren Kraft ist unser gemeinsames einziges Ziel, und deshalb muss jeder vergangene Zustand als eine Einladung zur Vereinigung verstanden werden. Es spielt keine Rolle, was ich fühle oder was in meinem Verstand, meinem Herzen, meinem Körper oder in meinen Beziehungen geschieht, dadurch wird mir gezeigt, wo ich die Vereinigung mit der höheren Kraft hinzufügen und verstärken kann.

Der Sinn des Fastens an Jom Kippur ist, dass wir nur durch die Kraft des Glaubens handeln, ohne die Kraft des Empfangens zu nutzen.

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Aus der täglichen Kabbala-Lektion, 26.9.2020

Kinder als Stars

Heutzutage werden Kinder zu Stars und Anführern und werden scheinbar auf der Bühne zum besten Sänger oder Tänzer erzogen. Tausende schauen ihnen zu, auch ihre Eltern, die all das Lob des Publikums mitbekommen.

Wir haben diesen Brief bekommen: „Ein gesunder Wettbewerb führt zu Erfolg, Führungsqualitäten und guten Ergebnissen. Ein Weichei zu sein, ist nie gut. Man sagt uns, dass der Wettbewerb in Themen wie Liebe und Nähe ausgetragen werden kann. Liebe, Nähe und Einfühlungsvermögen sind falsche Ideale. Ich will besser sein – also werde ich es sein; erfolgreicher – also werde ich es sein. Gewinnen führt zu Selbstvertrauen, Lebensgewissheit, und es erzeugt weiteren Erfolg. Wir brauchen Führungsqualitäten oder eine Neigung, um ein Gewinner zu sein. Nur ein Unkraut wächst von selbst! Wir müssen eine Ernte einfahren und das Unkraut überwältigen, nur durch Führung, nur durch Gewinnen haben wir Erfolg; es ist das Überleben des Stärkeren.“

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Warum gibt es den Hass?

Wohin man auch schaut, gibt es Hass. Es geht nicht mehr um die internationalen Beziehungen. Jetzt scheint die Gesellschaft in den Ländern in immer kleinere Teile zu zersplittern. Jeder glaubt das Monopol auf die Wahrheit zu haben, was ihn dazu berechtigt, jeden, der anders denkt, zu verhöhnen, zu verspotten, und vor allem zu hassen. Doch es gibt einen Grund für die Intensivierung des Hasses, denn ohne ihn werden wir uns nicht ändern wollen und können.

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Die Formel der Seele


Frage: Haben wir eine Erinnerung (Reshimo) an Freiheit? Ich denke, dass wir eine haben müssen – wie anders ließe sich sonst unsere ständige Suche nach Freiheit erklären? Angenommen, wir haben also dieses Reshimo, dann füllt uns auch das Licht, bloß fühlen wir es nicht oder erinnern uns daran. Die Neigung eines Menschen zur Spiritualität wird ja ebenfalls durch Reshimot bestimmt, nicht wahr? Diese Sehnsucht nach Spiritualität und Freiheit kann doch nicht aus heiterem Himmel in uns auftauchen und das bedeutet, dass wir Reshimot von etwas haben, was uns einst mit Genuss erfüllte. Daraus ziehe ich den Schluss, dass das ganze Problem an uns liegt – wie erwecken wir unsere Reshimot, wie erwachen wir aus dem Traum?

Meine Antwort: Das ist absolut richtig – unsere Aufgabe besteht nicht nur darin, die Reshimot zu erwecken oder sie zu erhalten, sondern auch jene Reshimot zu bearbeiten, die für uns bereits an die Oberfläche getreten sind. Wir können dies umsetzen, indem wir das Höhere Licht (Or Makif) auf die Reshimot ziehen. Diese Arbeit soll kontinuierlich erfolgen und kann nur im Rahmen einer Gruppe getan werden – denn man bekommt von ihr folgenden Input:

1. Die Wichtigkeit des Ziels
2. Die Erkenntnis, dass es unmöglich ist, das Ziel nur durch das eigene Verlangen zu erreichen – nur mit dem Verlangen der gesamten Gruppe funktioniert es
3. Die Hilfe des Höheren Lichts, Or Makif

Das heißt, dass die Reshimot durch die Verlangen erweckt werden, die wir von unserer Umgebung erhalten! Und die erweckten Reshimot wiederum erwecken das Licht (Or Makif), welches mit ihnen in Wechselwirkung tritt. Dieses Licht korrigiert sie dann, gibt ihnen einen Schirm und füllt diesen Schirm mit Inneren Licht (Or Pnimi).

So ergibt sich:
Seele = Reshimo + Schirm + Or Pnimi

Verwandtes Material:
Blog-post: Wir bilden unsere Seele, indem wir die zu uns kommenden Reshimot korrigieren
 
 
Kabbala Akademie Grundkurs
 

Stellt euch auf die Feinfühligkeit der Seele ein

Frage: Ich komme zum Kongress wie auch sehr viele andere Menschen. Ich möchte mich darauf konzentrieren, in das innere Netz der Verbindung zwischen ihnen einzudringen.

Gibt es irgendwelche Regeln, die ich ständig in den Gedanken und in der inneren Einstellung befolgen muss, um in dieses Netz eindringen zu können?

Antwort: Das Wichtigste ist, zu versuchen, den inneren Zustand wahrzunehmen, der zwischen allen herrscht. Versuchen! Das hängt von dem Einfühlungsvermögen der Seele ab.

In dem Buch „Glaube und Zuversicht“ (Verfasser – Chazon Ish, A. Karelitz) steht geschrieben: „Der Glaube ist die zarte Neigung einer feinfühligen Seele“. Das sind alles dermaßen schwer fassbare Begriffe, dass kein einziges Wort eine haltbare irdische Auslegung zulässt. In unserem Fall kann es jedoch geklärt werden.

Alles hängt davon ab, inwieweit ich versuche, nach Möglichkeit, ohne mich mit meinen eigenen Eigenschaften einzumischen, in die gemeinsame Wahrnehmung der Menschen, die sich verbinden, einzusteigen, mit dem Verlangen, ihre innere Einheit, den Zustand zwischen ihnen wahrzunehmen.

Der Schöpfer sagte: „In meinem Volk wohne Ich“. In unserer Vereinigung will ich die Shechina – denn, dort in der Verhüllung herrschenden Schöpfer – enthüllen, denn Er befindet sich in der guten Verbindung zwischen uns, in der Gruppe, die sich vereinen will.

Und obwohl meine Freunde das noch nicht deutlich spüren können und noch nicht ganz begreifen, wofür und warum sie es tun, sondern sie befolgen einfach die Ratschläge der Kabbalisten, so kann jeder durch seine Anstrengung, aus der Feinfühligkeit seiner Seele heraus, in dem Maße, in dem er diese Feinfühligkeit in seinen Anstrengungen zur Vereinigung erfasst hat, einsteigen und anfangen, den Schöpfer wahrzunehmen, der „in seinem Volk“ herrscht.

Dort, im Inneren, verbirgt sich der Zustand (der spirituelle Ort), der den Namen „Shechina“ trägt, unseren Bestrebungen einander entgegen – der Ort, den der Schöpfer ausfüllt – „haKadosh Baruch Hu“ (die Heiligkeit ist die Eigenschaft von Bina, des vollkommenen Gebens).

Shechina bedeutet alle Verlangen, die einander entgegen streben, die sich im Netz der Verbindung zwischen ihnen befinden. Und der Schöpfer ist das höhere Licht, welches sie erfüllt. Dieses Netz will geben und in seinem Geben, im Licht von Chassadim, enthüllt es das Licht von Chochma – das höhere Licht, den Schöpfer.

Wenn der Mensch danach strebt, diesen Zustand wahrzunehmen, ihn zu ergründen, in ihm zu leben, kann er ihn enthüllen, unabhängig von niemandem auf der Welt. Das ist die Arbeit, die wir versuchen müssen, auszuführen. Besonders während der Kongresse, denn das ist die Zeit, um uns mit dem inneren Zustand der hohen Einheit zwischen uns zu verbinden.

Kabbala Akademie

 

„Auserwählt“ zu sein bedeutet, die Verantwortung zu haben, der Welt spirituell zu dienen


Frage: Ich habe gedacht, dass alle Begriffe der Kabbala, wie zum Beispiel Goy (Nichtjude), die Nationen der Welt, Israel und Jude, Zustände sind, die jede Person durchmachen muss. Es betrübt mich, dass alle Ihre Antworten immer zweiseitig sind. Dieser Erklärung nach ist Adam haRishon kein gemeinsamer Zustand, sondern nur einer für genetische Juden, weil sie bereits dort waren, während „Nichtjuden“ nicht einmal einen entfernten Geschmack davon haben. Aber weshalb sind sie dann in einem Zustand des Abstiegs?

Antwort: Sie sollten alles objektiv betrachten, wie ein Wissenschafter. Dann werden Sie der Wahrheit näher kommen. Alle Begriffe bestehen sowohl für die körperlichen als auch für die spirituellen Zustände. Jede Person muss alle Zustände durchmachen.

Diejenigen, die durch den spirituellen Abstieg und Aufstieg in der Vergangenheit gegangen sind, sind die genetischen Juden, beginnend mit Abraham, dem ersten Kabbalisten. (Wir berücksichtigen niemanden vor ihm, da es kein System gab, obwohl alles mit Adam begonnen hat). Diese Menschen (Seelen) müssen die Ersten sein, die durch die Korrektur gehen, weil sie in der Zeit des Ersten und Zweiten Tempels zerbrachen. Danach müssen sie die Methode allen anderen übermitteln.

Auf der körperlichen Ebene werden sie gehasst und geschmäht, weil sie diese Mission vernachlässigen. Übrigens, das hebräische Wort Goy (Nichtjude) bedeutet Nation. Israel wird auch „Goy“ genannt, aber „Goy Kadosh“ – eine heilige Nation, die dazu bestimmt ist, in der Eigenschaft von Liebe und Schenken zu sein.

Adam ist die gemeinsame Seele aller Menschen. Ein Teil von Adam – die Seelen von Abrahams Schülern – durchlebten spirituellen Aufstieg und zerbrachen. Ein anderer Teil der Seelen, die Goyim (Nichtjuden), stiegen niemals auf oder zerbrachen. Die zerbrochenen Seelen sind schlechter als diejenigen, die nicht zerbrachen, aber sie haben auch eine größere Neigung zur Korrektur, weil sie die zerbrochenen spirituellen Verlangen enthalten. Deshalb sind sie verpflichtet „Or Le Goim“ zu werden – das Licht für die Nationen der Welt, die die zerbrochenen Verlangen nicht enthalten.

„Auserwählt“ zu sein bedeutet, verantwortlich zu sein, die Methode der Korrektur zu beherrschen und sie in der gesamten Welt zu verbreiten oder anders gesagt – der Welt spirituell zu dienen.

Verwandtes Material:
Blog-post: Unter Israel versteht man all jene, die direkt zum Schöpfer streben
Blog-post: Der Bau des Dritten Tempels
 

Kabbala Akademie

 

Wo gibt es die fehlende Hälfte des Gefäßes

Wir arbeiten ständig mit unserem egoistischen Verlangen, welches entsprechend seiner natürlichen Eigenschaft, dem Wunsch zu genießen, unserem einzigen Material handelt. Und wir warten darauf, dass das Licht der Korrektur dieses Verlangen um die richtige Absicht des Gebens ergänzt.

Man muss den Wunsch und die Absicht unterscheiden können. Mit dem Wunsch zu genießen ist es möglich zu arbeiten und voranzukommen, und darüber steht geschrieben: „Mache alles, was nur in deiner Macht ist!“ Aber die Absicht des Gebens an den Nächsten oder an den Schöpfer entsteht infolge der Einwirkung des umgebenden Lichtes. Wir müssen das Licht eben darum bitten.

Einen Teil des spirituellen Kli trage ich schon in meinem Inneren, nämlich das Verlangen zu empfangen, das ich weder verachten, noch neutralisieren soll. Ich will nur die Absicht verändern. Wenn der Mensch seine Einstellung zur Handlung und zur Absicht richtigerweise voneinander trennt, d.h. die Handlungen aufgrund der Neigung oder mit Hilfe der Kraft der Brüderlichkeit ausführt, die er in der Vergangenheit bekommen hat, dann kann er sich immer in einem Gebet, in der Bitte um die Absicht befinden.

Er bittet darum, dass seine Absicht an die Handlung angeschlossen wird und das Wesen dieser Handlung bestimmt. Auf diese Weise kommt er voran. Je mehr er seine Handlungen versteht und fühlt, desto klarer empfindet er, dass der Unterschied zwischen dem Materiellen und dem Spirituellen nicht so groß ausfällt. Baal HaSulam spricht an der Stelle eine psychologische Veränderung im Menschen an. Er soll weder sein Leben verändern, noch seine Wurzeln verheimlichen, sondern ständig um die Korrektur der Absichten bemüht sein.

Deshalb ist er einerseits froh über den Auszug aus Ägypten, und er hat viele Kelim, viele Wünsche und Kräfte. Andererseits hat er eine Menge Absichten, zu empfangen, und fühlt, dass sie der Wahrheit entgegengesetzt sind, weshalb er mit diesen Absichten arbeiten soll. Ab diesem Zeitpunkt fängt schon die richtige spirituelle Arbeit an, und deshalb heißt es, der Punkt der Geburt. Er fühlt, dass er heute vor dem Schöpfer mit solchen unkorrigierten Kelim erscheinen kann, die zur Korrekturen bereit sind.

Das Feuer der Hölle

Das Buch Sohar, Kapitel „Truma (Schenkung)“, Abschnitt 443: Das Urteil der Bestrafungen der Hölle ist, die Bösen dort zu verurteilen. Warum werden sie im Urteil der Hölle bestraft? Die Hölle ist ein Feuer, welches Tag und Nacht brennt, wie die Bösen, die sich selbst im Feuer der Bösen Neigung anheizen, um die Worte der Tora zu verletzen. Mit jeder Erwärmung, die sie selbst in der bösen Neigung anheizen, brennt das Feuer der Hölle in ihnen.

Hölle sind die Stufen der Enthüllung des Egoismus als Böse, wenn ein Mensch sich selbst als ein Empfänger fühlt und das Feuer der Scham in ihm brennt. Dieses Feuer drängt uns dazu, uns zu korrigieren. Mehr noch, in diesem Stadium der Hölle besitzt ein Mensch alles, außer die Eigenschaft des Gebens und deswegen leidet er. Ich habe allen Reichtum, die Erfüllung meines Egoismus, aber ich will ihn nicht. Ich möchte Geben, denn das bringt mich näher an den Schöpfer. Ich möchte kein Empfänger sein! Das ist die Hölle.

Aus dem 2. Teil der täglichen Kabbala Lektion vom 9.7.2011, Der Sohar.

Wir wissen, was zu tun ist

Frage: Wie können wir die Weisheit der Kabbala bei den Menschen verbreiten, bei denen der Punkt im Herzen schon erwacht ist? Wie verbergen wir die Tora, d.h. die Methode der Korrektur der bösen Neigung?

Meine Antwort: Am Ende der „Einführung in das Buch Sohar“ schreibt Baal HaSulam, dass grundsätzlich jeder diesen Punkt nach dem Zerbrechen der kollektiven Seele hat, seine Teile haben sich vermischt und wurden ineinander eingeschlossen. Jedoch sind manche Punkte so groß, dass sie, wenn sie erwachen, beginnen, einen Menschen an die richtige Stelle zu bringen, wo er Korrektur und Erfüllung empfangen kann. Wogegen die anderen Punkte verborgen sind, und diese Menschen sind 99% der Weltbevölkerung.

Wir sollten sie entsprechend ihrer derzeitigen Verlangen ansprechen. Denen, die zu uns kommen, um zu studieren, erzählen wir von dem Verlangen, auf dem direkten Weg zum Schöpfer zu gelangen, und schenken ihnen die Methode Seiner Enthüllung in einer gegenseitigen Verbindung mit anderen. Während die anderen 99%, sie haben keine Beziehung dazu, nichts gemeinsam mit irgendetwas haben. Sie brauchen Spiritualität nicht; sie sehen uns völlig überrascht an, unfähig zu verstehen, was uns fehlt: Es gibt Fußball, es gibt Internet, alles ist schön.

Und dennoch haben sie Probleme und erfahren Kummer. Heute versinkt die Welt in einem Strudel, und es ist nicht unsere Schuld. Wegen uns würde der Schöpfer keine Krisen hervorrufen, Katastrophen verursachen und die Menschheit unter die Bedrohung der Erschöpfung unserer natürlichen Ressourcen stellen. Er tut es wegen ihnen.

Wir entwickeln uns auch ohne die Krisen, da es eine Kraft gibt, die uns weiterführt. Aber für sie muss es eine Kraft geben, die sie von hinten anstößt. Diese Kraft ist das Leiden.

Wenn wir uns also an die Menschen wenden, müssen wir ihnen eine Methode bieten, wie wir die globale Krise in allen Bereichen des Lebens, inklusive der Familie, Bildung, Drogenabhängigkeit, Depressionen, Wirtschaft, Klimawandel und so weiter lösen können. Wir verfügen über eine Methode, die es möglich macht, alles zu korrigieren, was schlecht ist, damit wir uns in diesem Leben, in dieser Welt, wohlfühlen.

Wir sagen nichts über die zukünftige Welt, da die Menschen das überhaupt nicht gebrauchen können. Wenn sie irgendetwas über die spirituelle Seite des Themas von uns hören, schreiben sie uns als mystisch oder wahnsinnig ab. Deswegen müssen wir uns ihnen angemessen annähern: ohne die Kabbala, den Schöpfer und das Geschöpf, den Sinn der Schöpfung und so weiter zu erwähnen.

Wir haben einfach eine Methode, ein Instrument, welches das momentane schlechte Stadium, die Krise, die die ganze Welt zerstört, korrigieren kann. Wir können ihnen etwas anbieten; wir wissen, was zu tun ist. Niemand außer uns weiß das.

Aus dem 4. Teil der täglichen Kabbala Lektion vom 13.05.2011 „Die Freiheit“

Die Pflicht, von einem wahren Weisen der Kabbala zu lernen

Frage: Woran kann ein Mensch erkennen, dass er einen wahren Kabbalisten vor sich hat?

Meine Antwort: Woher du wissen kannst, dass du einen wahren Kabbalisten vor dir hast? Er kann dir kein besonderes Zeugnis vorzeigen oder Wundertaten vollbringen, die dir spirituell vorkommen würden – denn woher sollst du überhaupt wissen, was Spiritualität bedeutet?

Deshalb kannst du dich nur auf dein Gefühl verlassen, ob es für dich geeignet ist, ob es dich mit der Wurzel deiner Seele verbindet. Ich habe zuvor an fünf oder sechs Orten studiert, bis ich Rabash gefunden habe. Ich habe diese Orte verlassen, nicht weil ich etwas Besseres gefunden habe, sondern weil ich gesehen habe, dass ich dort nichts mehr zu tun habe, nichts mehr lernen kann.

Es lag nicht daran, dass sie mich irreführen wollten, doch jeder von ihnen hatte seine eigene Methode und seine eigenen Vorstellungen und Irrtümer. Ich aber habe danach gesucht, wo ich Kabbala als Wissenschaft studieren könnte. Und als ich zu Rabash kam, habe ich sofort erkannt, dass er die authentischen Urquellen als Grundlage für seinen Unterricht benutzt: den Sohar, ARI, Baal HaSulam – die grundlegendsten kabbalistischen Bücher überhaupt, und tiefe Begriffserklärungen in logischer Form ohne äußere religiöse Handlungen oder Meditationen gibt.

Er hatte also eine rein wissenschaftliche Herangehensweise, ohne Neigung zu irgendeiner Seite – ich habe bereits damals verstanden, dass alles Andere nichts mit der Wahrheit zu tun hat. Ich habe gespürt, dass alles, was von irgendwelchen Handlungen, die mit dem physischen Körper zu tun haben, oder von Phantasien handelt, nichts mit der Spiritualität zu tun hat.

Ich hatte ein absolut klares Gefühl, dass es hier irgendeinen Eingang in eine tiefere Welt geben muss, die nicht vom Körper oder von der Einbildung – von all den Eigenschaften, über die ich momentan verfüge – abhängt. Es muss eine tiefere Schicht im Inneren des Menschen enthüllt werden, und ich habe danach gesucht, wie sie enthüllt werden kann.

Und als ich zu Rabash kam und mit dem Studium begann, habe ich gesehen, dass er genau davon erzählt.

Baal HaSulam schreibt, dass derjenige, der das spirituelle Wissen erlangen will, verpflichtet ist, einen Lehrer für sich zu finden – einen wahren Weisen der Kabbala, den er für geeignet hält. Doch wenn er spürt, dass er sich an einem für ihn ungeeigneten Ort befindet, darf er nicht mit der Suche aufhören, denn die Zeit läuft davon.

Auszug aus dem Unterricht über den Artikel „Das Wesen der Wissenschaft Kabbala“, 13.02.2011