Kabbala und der Sinn des Lebens - Michael Laitmans persönlicher Blog

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Zwei Linien: der innere Widerspruch

Die beste Art, sich an den Schöpfer zu wenden ist, wenn Er dir nahe ist. Nah bedeutet, wenn man das Gefühl hat, dass man mit Ihm in Kontakt treten kann. Aber wenn man in Kontakt mit Ihm ist, worum kann man dann bitten? Man kann nicht mehr um etwas bitten, als um Anhaftung an Ihn. Hier hat man einen inneren Widerspruch und wie immer gehen wir auf zwei Linien: die Rechte und die Linke.

Auf der einen Seite fühlt man, dass der Schöpfer einem nahe ist, wie könnte man sich sonst an Ihn wenden? Er muss in irgendeiner Weise auf einen ausgerichtet sein und umgekehrt. Auf der anderen Seite muss man das Gefühl haben, dass man weit von ihm entfernt ist.

Im Prinzip gibt es hier kein Problem. Man erfasst den Schöpfer immer auf zwei Arten. Einerseits ist er uns nahe und man sollte ihn als lenkend akzeptieren und spüren. Andererseits soll man Ihn als entfernt empfinden, da man seinen Eigenschaften noch nicht angeglichen ist.

Es ist wie bei einem Kind und einer Mutter. Einerseits mag sich ein Kind seiner Mutter sehr nahe fühlen, andererseits würde es, wenn es intelligent wäre, erkennen, dass der Unterschied zwischen ihm und seiner Mutter enorm ist, denn in den Händen seiner Mutter hat es alles und in seinen Händen hat es nichts. Indem es die Mutter, ihre Fähigkeiten und seine eigenen versteht, kann es alles von ihr verlangen – das sind richtigen Zustände, natürlich nicht auf der tierischen Stufe, sondern auf der Stufe „Mensch“, die man mit dem Schöpfer aufbauen muss.

Diese einzige Kraft in der Welt wird alles tun, worum man bittet, wenn die Bitten auf die Entwicklung gerichtet sind, auf eine größere Angleichung, denn die Absicht des Schöpfers ist es, den Menschen zum Menschen zu machen, zu einem Adam, wie Er.

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Aus dem Unterricht „Die Hinwendung an den Schöpfer“

Familie und Ehe, Teil 8

Sich jedem nahe fühlen

Frage: Ist es möglich, dass wir die Familie nur dafür benötigen, um das richtige Geben zu lernen? Es ist zwar immer noch egoistisches Geben, aber zumindest kann ich mir die richtige Handlungsweise vorstellen.

Antwort: Ja, so etwas ist möglich. Immerhin demonstriert die Familie die Tatsache, wenn sich ein Mensch anderen so nahe fühlt, dass ich bereit bin ihn wie mich selbst zu betrachten.

Das ganze Problem ist es also sich jedem nahe zu fühlen. Das ist die Methode der Kabbala. Das höhere Licht erschafft eine solche Fähigkeit in uns.

Bemerkung: Sie sagten, dass es fünf Arten von Wünschen in uns gibt. Es stellt sich also heraus, dass ich einen Teil meiner Wünsche außerhalb von mir wahrnehme und sie als fremde empfinde. Einen anderen Teil meiner Wünsche sehe ich als meine eigenen und sorge mich daher um ihre Erfüllung.

Mein Kommentar: Die ganze Welt, alles was ich sehen kann, sind meine Wünsche. Ich sehe mich selbst in mir.

Frage: Aber ich sehe einen Teil außerhalb und einen Teil innerhalb von mir?

Antwort: Ja. Nur die Wünsche, die außerhalb von mir sind, sind wie fremde, aber sie sind für mich die Wichtigsten.

Frage: Wo befindet sich hier die Familie?

Antwort: Die Familie befindet sich in der Mitte, an der Grenze zwischen dem „Ich“ und der Außenwelt. Sie ist ein Übergangsglied vom Verständnis der Außenwelt als das eigene Selbst.

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Aus KabTV „Grundlagen der Kabbala“, 1.1.19