Kabbala und der Sinn des Lebens - Michael Laitmans persönlicher Blog

Beiträge in der Kategorie 'Nächstenliebe'

Über die Enthüllung der Göttlichkeit


Zwei Fragen, die ich über „Liebe Deinen Nächsten“ erhalten habe

Frage: Als Sie den Artikel „Die Enthüllung der Göttlichkeit“ diskutierten, erklärten Sie, dass es in Religionen nicht das Gebot „Liebe Deinen Nächsten“ gäbe. Sie gaben dabei Beispiele von religiösen Kriegen und der Gesellschaftsklassen, der Kasten, unter Hindus. Wie kann ich dann den Krieg gegen „die sieben Nationen“ und Amalek durch das Prisma der Nächstenliebe verstehen?

Meine Antwort: Diese Kriege finden im Inneren eines Menschen statt, Kriege gegen unseren Egoismus. Es sind keine Kriege, in denen Menschen getötet wurden! Kabbala beschäftigt sich nur mit der Korrektur des menschlichen Egoismus.

Frage: Ich erhalte hier den Eindruck, dass eine Reinigung durch völlige Zerstörung stattfindet (z.B. der Städte, die sich der Gotteslästerung hingeben), und dass dies sogar in der Tora gegenwärtig ist. Ich versuche zu verstehen, wie solche Taten wohl in Übereinstimmung mit der Aussage „Liebe Deinen Nächsten“ richtig ausgeführt werden können. Mir kommt es vor, als ob diese Handlungen, auch wenn sie aufrichtig, mit der Liebe für den Nächsten ausgeführt wurden, unseren folgenden Generationen dennoch falsche Schlussfolgerungen, Grausamkeit und Zerstörung bringen werden.

Meine Antwort: Ich wiederhole. Diese Fragen bekräftigen folgende Schlussfolgerungen: die Tora spricht nicht über Äußerlichkeit. Sie beschreibt nur unsere innerliche Korrektur. Man kann mit körperlichen Handlungen den Egoismus weder ändern noch korrigieren. Wir müssen nur unser egoistisches Wesen ändern. Darum handelt die Tora nur von unserer inneren Korrektur.

Baal HaSulam schreibt sorgenvoll über die Tatsache, dass die Kabbalabücher und „Der Sohar“ voll von Beschreibungen unserer Welt sind und wie dieses die Menschen, die Kabbala studieren, verwirrt. Darum ist es äußerst wichtig, die Kabbala von diesem Stil zu befreien, damit sie jedem Schüler klar und verständlich wird, dass es bei der Kabbala nur um Spiritualität geht. Spiritualität kleidet sich nicht in Materialität und hat keinen Bezug zu ihr; sie ist einzig eine Kraft, die außerhalb der Materie liegt. Die gesamte Kabbala muß in diesem Stil noch einmal wiedergegeben werden, damit es keine Verwirrung mehr gibt und jeder diese Methode richtig erhalten wird. Diese Aufgabe liegt noch vor uns!

Verwandtes Material:
Artikel: Verhüllung und Enthüllung des Angesichts des Schöpfers
Artikel: Matan Torah (Die Gabe der Tora)

Ein Freund ist jemand, der die gleichen Verlangen und das gleiche Ziel hat wie Du


Zwei Fragen, die ich bekommen habe, bezüglich der Freunde und der Gruppe auf dem spirituellen Weg:

Frage: Sollte man umsichtig sein bezüglich seiner Freunde auf dem spirituellen Weg? Ist es richtig, dass in der Gruppe, in der man studiert, nicht jeder dem richtigen Pfad folgt? Allgemein gefragt, kann jemand vom richtigen Weg abkommen, wenn er in der Gruppe ist?

Meine Antwort: Wenn Du erst einmal ein Teil der Gruppe bist, musst Du Deine Freunde als groß und unfehlbar betrachten. Wie kannst Du dir sonst der Größe des Ziels und deiner eigenen Schwäche bewusst werden? Wenn du den Empfehlungen von Rabash betreffend der Gruppe folgst (siehe das beigefügte Material), kannst du sicher sein, dass du dein Ziel erreichst.

Frage: Jemand bekommt die Kraft, um seinen spirituellen Fortschritt zu machen, von seiner Umgebung (Gruppe). Falls jemand genug Geld hat, kann er Leute, die keinen Punkt im Herzen haben, dafür einstellen, ihn mit der Wichtigkeit des Gebens, der Nächstenliebe und der Wichtigkeit der Erreichung der Anheftung an den Schöpfer durch die Nächstenliebe zu umwerben?

Meine Antwort: Ja. Zum Beispiel könnte er Musiker engagieren, die ihn mit der Musik von Baa HaSulam inspirieren. Oder er könnte eine Gruppe von Menschen beauftragen, ihm eine perfekte Gesellschaft vorzuspielen. Allerdings kann solch ein Schauspiel nur dazu benutzt werden, um aus einem Abstieg aufzusteigen. Die Eigenschaft des Gebens kann man nur durch Leute erlangen, die sie einem vormachen. So wie geschrieben steht: „Liebe deinen Nächsten wie dich selbst.“ , wobei dein Nächster jemand ist, der dir in deinen Verlangen und deinem Ziel gleicht.

sb

 
 
 
 

8 Fragen über das Leben, den Sinn, Evolution, UFOs, die globale Krise, Umweltkatastrophen und die Zukunft der Menschheit

Earth & Universe, ein in Russland gegründetes Portal zur Information über die globale Krise und fundamentale existenzielle Themen, sandten mir einen Fragebogen zu unterschiedlichen drängenden globalen Fragen – Teil einer Bemühung, von in bestimmten Bereichen anerkannten Menschen, Antworten zu erfassen. Hier der Fragebogen mit meinen Antworten:

Frage: Was ist für Sie das Wichtigste im Leben?

meine Antwort: Die Methode zur Korrektur des Egoismus weltweit zu verbreiten. Der menschliche Egoismus ist die Wurzel allen Übels in der Welt und nur seine Korrektur wird den Menschen Glück bringen.

Frage: Was ist Ihrer Meinung nach der Sinn des Lebens?

meine Antwort: Der Sinn des Lebens eines jeden Menschen ist, sich selbst zu korrigieren – um Liebe gegenüber allem was ihn umgibt, zu erlangen.

Frage: Glauben Sie an die Evolution? Warum bzw. warum nicht?

meine Antwort: Ich glaube, dass menschliche Wesen sich aus Affen weiterentwickelten, wie es in uralten kabbalistischen Quellen erklärt wird, die lange vor Darwin geschrieben wurden. Allerdings wurde diese Evolution nicht durch spontane, natürliche Entwicklung der Affen ausgelöst, sondern vielmehr dadurch, dass diese Tierspezies ursprünglich Informationsdaten über die Spezies enthalten hatte, die sich zukünftig daraus entwickeln würde.

Frage: Glauben Sie an UFOs?

meine Antwort: Es ist möglich, dass es Leben außerhalb der Erde gibt, aber ich glaube so lange nicht daran, bis es als Tatsache entdeckt und bewiesen ist. Als Wissenschaftler verlasse ich mich nur auf Tatsachen.

Frage: Was oder wer ist Ihrer Meinung nach der Grund für die Existenz von Pädophilen, obdachlosen Kindern, Hunger, Hass, Krieg, Terrorismus, Korruption, Armut, nationaler und religiöser Extremismus und anderer Formen von Ungerechtigkeit? Und warum war niemand in der Lage, diese Übel zu vereiteln?

meine Antwort: Das ganze Übel, das in der Welt existiert, wird durch die menschliche Natur verursacht. Im Laufe der Geschichte hat der Egoismus des Menschen ständig zugenommen und sich entwickelt, den Menschen gedrängt, Gesellschaftsformen zu bilden und das umgebende Umfeld zu meistern und zu beherrschen. Wir haben nicht die Kraft oder die Mittel, unseren Egoismus selbst zu zähmen.

Frage: Was kann den Planeten vor einer Umweltkatastrophe bewahren?

meine Antwort: Unser Planet kann nur vor einer Umweltkatastrophe bewahrt werden, indem wir unsere Einstellung zu unserem Umfeld, zu den Menschen und zur Natur verändern – vom Hass und dem Verlangen, alles zu unserem eigenen begrenzten Vorteil zu nutzen, hin zu allgemeingültiger Schenkung und Liebe. Über zwei Millionen Menschen aus 57 Ländern studieren derzeit am Bnei Baruch Kabbala Akademie. Unsere täglichen Lektionen und Sendungen werden simultan in neun Sprachen übersetzt. Wir müssen so bald wie möglich ein Komitee zur Rettung des Planeten bilden und Zutritt zu den Massenmedien erhalten, um alle Menschen dieses Planeten mit der Möglichkeit zu versorgen, sich über die korrekte Methode, wie man nebeneinander bestehen kann, aufzuklären und sich entsprechend bilden zu können.

Frage: Wie sehen Sie die Zukunft der Welt und der Menschheit und was wünschen Sie sich diesbezüglich?

meine Antwort: Zukünftig werden alle Menschen eindeutig entdecken, dass sie vollkommen verbundene Elemente eines einzigen Systems sind, abhängig voneinander wie Zahnräder innerhalb einer Maschine. Folglich werden alle ihre Handlungen und Gedanken durch die gegenseitige Abhängigkeit bestimmt sein, die sie enthüllen werden. Dies wird jeden dazu zwingen, gemeinsam zu einer Meinung, Pläne und Handlungen, die Welt zu transformieren, zu gelangen.

Frage: Was ist Ihr liebstes Zitat?

meine Antwort: Leben ist nur unter der Bedingung der vollkommenen Harmonie zwischen all seinen Teilen möglich, genau wie in einem einfachen, ganzen Organismus. Dies wird definiert durch den Bibelvers: „Liebe deinen Nächsten wie dich selbst.“ Dieser Vers spricht nicht über ein hohes moralisches Niveau, sondern über das Gesetz des Bestehens des Lebens.

ms

Verwandtes Material:
Blog Post: 7 Wege zur korrekten Annäherung an die Globalisierung
Kabbalablog Post: Eine kabbalistische Interpretation der Wirtschaftskrise
Kabbalah Today Article: The Freedom to know – An interview with Michael Laitman
Vorträge von Rav Michael Laitman in Düsseldorf und Arosa
Article: Hope for Peace

Was macht Frauen glücklich?

Eine Frage, die ich erhielt: Was macht eine Frau wirklich glücklich? Ist so was überhaupt möglich? Letzten Endes geht jede angenehme Empfindung vorüber und wird durch eine andere ersetzt. Welche Änderung ist erforderlich, damit jemand glücklich ist? Und wie würde eine Frau dies erfahren?

Meine Antwort: Glück liegt in der Erfüllung: das Licht füllt das Gefäß und das Gefäß erfährt dadurch Glück. In dem Moment, wo man empfängt, verschwindet die Erfüllung sofort und hinterlässt sogar noch größere Leere. Vollkommene und ewige Erfüllung ist nur durch Geben an und Liebe zu dem Menschen, den man erfüllt, möglich und genau dies erfüllt einen selbst. Folglich ist „liebe deinen Nächsten wie dich selbst“ die Richtlinie für persönliches Glück!

ms

Verwandtes Material:
Liebe entschlüsselt
It’s all about pleasure (engl.)

Brauchen Kabbalisten eine Armee?

Eine Frage die ich erhielt: Brauchen Kabbalisten eine Armee? König David hat gekämpft und dies hat ihn nicht davon abgehalten, zum Schöpfer zu gelangen. Sollte die israelische Armee eine Armee von Kabbalisten sein? Natürlich muss ein Krieg auf höheren Ebenen als der unserer Welt ausgefochten werden, doch wir sagen immer, dass wir bis Gmar Tikun (letzte Korrektur) auf alle körperlichen Gefahren angemessen reagieren müssen. Je mehr sich die Kabbala verbreitet, desto mehr Feinde wird sie anziehen, die wegen ihrer mysteriösen Kraft Angst vor ihr haben und sie hassen werden. Der Egoismus wird reagieren, um sich selbst mit allen Mitteln zu schützen. Müssen wir vielleicht eine kabbalistische „Miliz“ gründen?

Meine Antwort: Im Allgemeinen sollten alle Korrekturen auf der Ebene der Kräfte/Verlangen stattfinden. Wenn ein Mensch dies unterlässt oder sich vielmehr nicht korrigieren will und folglich seine Kommunikation mit dem Schöpfer, dem Licht, den Verlangen auf dieser Stufe, unterbricht, dann wird das selbe Licht ihn auf der Stufe beeinflussen, zu der er abgestiegen ist: unsere körperliche Stufe „unsere Welt“. Dann werden alle Kräfte, die er hätte korrigieren müssen, seine Feinde, wie Krankheiten und andere Plagen auf der Stufe unserer Welt. Folglich ist das Bedürfnis, sich gegenseitig auf der Stufe unserer Welt zu bekämpfen, eine Konsequenz der fehlenden Korrektur unseres Egos, des Fehlens der Erreichung von „Liebe deinen Nächsten“ und des Mangels, uns selbst in der richtigen Zeit zu korrigieren. Wenn wir darin erfolgreich gewesen wären, uns selbst zu korrigieren, dann hätten alle Kriege auf der Stufe der Kräfte stattgefunden. Kabbalisten haben ihre Kräfte und brauchen daher keine Armee als solches. Ich bin optimistisch darin, dass die Welt ihren Bedarf an uns sehen wird und uns nicht als Feinde ansehen wird.

Enthülle Perfektion in dir selbst

Eine Frage, die ich erhielt: Ich studiere Kabbala über Internet, TV und Bücher. Meine komplette Weltanschauung hat sich verändert – nun sehe ich alles anders und verstehe die Schöpfung viel besser. Ich spüre, dass ich auf dem richtigen Weg bin. Dennoch finde ich es schwierig, die Qualität der Wut zu meistern. Ich realisiere, wie nachteilig sie ist und dass sie mich leiden lässt. Wie kann ich meine Wut bewältigen?

Meine Antwort: Ein Mensch sollte an sich selbst nichts ändern und versucht er es doch, wird er nur noch mehr Schaden anrichten. Alles in ihnen ist von Oben gegeben, durch das Licht und ihrem Höheren Zustand. Sie unterscheiden sich von diesem Höheren Zustand in einfacher Weise: durch „ihre Einstellung gegenüber dem, was außerhalb ist“ (zur Natur, der Gesellschaft oder dem Schöpfer). Anstelle von Geben und Liebe, fiel unsere Einstellung auf Empfang und Hass.

Das einzige, was wir in diesem Leben zuwege bringen sollen und der Grund, warum uns das Leben gegeben wurde, ist, zu dieser ursprünglichen Einstellung, gegenüber allem was außerhalb von uns ist, zurückzukehren. Indem ich zu diesem Zustand (des Gebens und der Liebe zu meinem Umfeld) zurückkehre, fange ich an zu spüren, dass ich mit ihnen ein Ganzes bilde und die Qualität (Geben und Liebe), die uns zusammenschweißt, heißt „der Schöpfer“. Er hat uns zunächst erschaffen und absichtlich in die gegensätzliche Qualität „sinken“ lassen, damit wir die ganze Perfektion des Zustandes, in dem er uns erschaffen hat, bewerten und diesen selbst anstreben könnten. Und in dem Maß, in dem sie in seine Richtung streben, werden sie ihn in ihrem Inneren enthüllen.

ms

Verwandte Beiträge:
* Wut in Fortschritt umwandeln
* Wie man seine Wut richtig einsetzt

Schicksale großer Kabbalisten

Eine Frage, die ich erhielt: Die Geschichte der Kabbala zeigt, dass jene, die große spirituelle Errungenschaften erlangten, tragische Schicksale hatten. Wo sind die positiven Beispiele? Und wie kann dies Menschen anziehen, die bereits genug Elend in ihren Leben haben?

Meine Antwort: Das stimmt. Wenn wir von außerhalb auf die Schicksale von Kabbalisten sehen, stellen wir fest, dass sie verfolgt wurden, verurteilt, von Krankheit geplagt usw. – nicht weniger als andere Menschen. Wo in all dem sehen wir demnach die Hilfe des Schöpfers!?

Tatsache ist, dass ein Kabbalist sehr stark mit der gesamten Welt verbunden ist und die Leiden von jedem empfängt. Allerdings erhebt er die Leiden, die er empfindet, dann zum Schöpfer und empfängt ebenso die Entlohnung für jeden. Dadurch sieht er, wenn er die Leiden spürt, auch ihre Perspektive, die künftige Erlösung – genauso wie ein sehr hart arbeitender Mensch sich im voraus freut, da er weiß, dass er für seine Mühe eine große Belohnung erhalten wird. Aber wir, die wir von außen beobachten, sehen nur sein Leiden und seine Anstrengungen, wohingegen er in Wirklichkeit in allem die Präsenz und Gnade des Schöpfers spürt.

Liebe zu Freunden, Liebe zum Schöpfer

Zwei Fragen erreichten mich – als Erwiderung zu meinem Post „Zur Liebe„:

Frage 1: Wenn ich nicht spüre, dass meine Beziehung zu meinen Freunden auf Liebe basiert, ist dann meine Einstellung ihnen gegenüber nicht so wie sie sein sollte?

Meine Antwort: Allerdings – es hängt einzig von Ihnen ab.

Frage 2: Wenn Liebe nur zwischen dem Schöpfer und dem Menschen möglich ist, wie kann man dann wissen, wann der Schöpfer innerhalb der Beziehungen der Geschöpfe ist?

Meine Antwort: Sie enthüllen es durch Ihre Liebe zu Ihm.

ms

Verwandtes Material:
Auszüge aus Rabash’s Artikeln über die Gesellschaft

Liebe unter Freunden in Bnei Baruch

Folgende Frage habe ich erhalten: Wenn man sich Bnei Baruch ansieht, ist es offensichtlich, dass ihr euch an „Liebe deinen Nächsten“ haltet. Jedoch tut ihr das nur in eurer Gruppe und nicht gegenüber der ganzen Welt. Warum? Ist das nicht wie in einer Sekte?

Meine Antwort: Die Kabbalisten der Vergangenheit, unsere großartigen Lehrer, sorgten für strenge und detaillierte Anweisungen darüber, wie wir unser Studium, unser Leben, unsere Einstellung gegenüber uns selbst und unseren Freunden, der Gesellschaft und der Welt arrangieren sollen. Natürlich studieren und brauchen wir nur ihre Ratschläge, weil außer ihnen niemand den Schöpfer, die Welt, in der wir leben und den Weg, den wir gehen, versteht.

Und zu dem Vorwurf, wir seien eine Sekte: einige Menschen profitieren davon und sind daher bereit, unser Ansehen in jeder möglichen Art zu beschmutzen. Das sind vor allem Menschen, die fühlen, dass sie ihren festen Untergrund verlieren, weil sie entdeckt haben, dass die normale Religion mangelhaft ist, sie aber trotzdem unwillig sind, sie durch die Kabbala zu ersetzen.

Heute sind Menschen nicht mehr die Einfallspinsel, die sie einmal waren und die Einstellung, die durch unsere Kritiker aufgezeigt wird, zeigt schlichtweg nur ihre Ignoranz, den Plan des Schöpfers zu verstehen und ihre Ablehnung der Tora als Korrekturmethode des Egoismus im Menschen. Können Sie mir – abgesehen von Bnei Baruch – irgendjemanden zeigen, der auch die Notwendigkeit von „Liebe deinen Nächsten wie dich selbst“ als das Grundgesetz der Tora erklärt? Welche andere Gesellschaft kennen Sie, in der Menschen nach diesem Prinzip erzogen werden?

Betreffend einer liebenden Einstellung lediglich gegenüber unseren Freunden: wir haben die gleiche Einstellung gegenüber jedem, der sich in Richtung des selben Ziels bewegt – das ist es, was einen Menschen zu unserem Freund macht. Und so sehr wie jeder Mensch sich in Richtung des selben Ziels bewegen möchte, dann wird jeder der will, in dieses Prinzip und in unsere Vorstellung von Liebe eingeschlossen werden!

Baal HaSulam. Igeret (Brief) 49 (1927). Pri Chacham: Igrot (Frucht der Weisheit: Briefe).

Ich übertrage dir die Aufgabe, verpflichte dich, alle meine Anweisungen in der Befolgung von Tora und Mitzwot [1], richtig und mit Hingabe zu befolgen. Ich richte dich darauf aus, all deine Kraft aufzuwenden, um andere wie dich selbst zu lieben, zu leiden, wenn dein Freund leidet und glücklich zu sein, wenn dein Freund glücklich ist.

Was die Liebe zwischen euch betrifft, spreche ich eindeutig über die Liebe unter Freunden in unserer kabbalistischen Gruppe, da geschrieben steht: „deinen Nächsten lieben“.

[1] Baal HaSulam hält die Liebe für seinen Freund – zum Wohle des Erreichens der Liebe zum Schöpfer – als das Hauptgebot in der Befolgung von Tora und Mitzwot.

cs