Kabbala und der Sinn des Lebens - Michael Laitmans persönlicher Blog

Beiträge in der Kategorie 'Nächsten'

Siebe das ganze Tierische aus

Frage: Wenn der Mensch in sich das Böse offenbart, wird es dann für ihn noch schwieriger sein, die Nächstenliebe zu empfinden?

Antwort: Du enthüllst das Böse gerade in Bezug auf die Liebe, auf die Einigkeit mit dem Nächsten. Das ganze übrige Übel gehört zum tierischen Niveau.

Es gibt beispielsweise Hunde, welche beißen, und außerdem gibt es die guten, netten Haushunde. Die Tiere können eben auch verschiedene Charaktere haben. Wir sprechen jedoch nicht über das gute oder das schlechte Gemüt, sondern darüber, wie der Mensch das wahre Böse offenbart, nachdem er sich mit seinem Nächsten verbindet. Gerade dann, in der inneren Abstoßung des Ziels – zeigt sich der wahre böse Trieb.

Ich verbinde mich mit dem Nächsten, um das Ziel bzw. den Schöpfer zu erreichen. Nur in der Bestrebung auf das Ziel können wir das Böse offenbaren. Und ohne Verbindung mit dem Ziel wird unser Böses nicht gezeigt. Möglicherweise, habe ich einen schlechten Charakter, bin ungeduldig und reizbar, jedoch wird es nicht als „Böse“ bezeichnet und bezieht sich nicht auf das Spirituelle.

Wenn ich mich bemühe, die Liebe zu den Freunden zu erreichen, um die Liebe zum Schöpfer zu empfinden, und offenbare inwiefern sie mich anwidert, dann ist dieses Maß der Abstoßung, der Abtrennung das wahre Übel. Die Abneigung zur Einheit ist das Böse!

Siebe durch den Filter alle Eigenschaften des Menschen durch und sondere das ganze Tierische ab. In uns befinden sich „die Hunde“, „die Hasen“, „und die Esel“, lasse sie alle in Ruhe, rechne mit ihnen nicht. Die Propheten haben darüber folgendes gesagt: „Ich kam und fand keinen Menschen“. Das Übel bezieht sich nur auf die Vereinigung, die auf den Schöpfer gerichtet ist.

Auszug aus einem Unterricht über den Artikel von Rabash „Was bedeutet das Brot des Mißgünstigen in der spirituellen Arbeit“, 11.01.2011

Kabbala Akademie

Kabbalisten über das Ziel der Schöpfung, Teil 16

Anmerkungen in Klammern sind von mir. [M. Laitman]

Warum ist der Schöpfer vor dem Menschen verhüllt?

Die Unvollkommenheit (in unseren Empfindungen) wurde durch die Verhüllung des Schöpfers hervorgerufen, der Sich den Geschöpfen nicht enthüllen und sie dadurch (durch Seine Verhüllung) nicht ursprünglich als vollkommen erschaffen wollte.

Der Schöpfer hat Sich (die Vollkommenheit der Eigenschaft des Gebens und der Liebe) im Gegenteil verhüllt und damit die Geschöpfe (in der in ihnen infolge der Verhüllung entstandenen entgegengesetzten Eigenschaft des Empfangens und des Hasses) unvollkommen gelassen. Denn das Licht des Schöpfers bringt Leben mit sich, und Seine Verhüllung ist die Quelle allen Übels.

Doch weil das Ziel des Schöpfers nicht verhüllt zu bleiben, sondern sich zu enthüllen und das gesamte durch die Verhüllung entstandene Übel zu beseitigen ist, ist es die Bestimmung der Geschöpfe, die Verhüllung des Schöpfers, sprich die Verhüllung des Guten, zu enthüllen.

Diese Enthüllung geschieht durch die Handlungen des Menschen, durch das Einhalten von Gesetzen und Regeln, auf die der Schöpfer uns in der Tora hingewiesen hat.

Das Einhalten dieser Gesetze führt den Menschen dazu, das ewige Leben (in seinen Empfindungen) zu erlangen, weil die Belohnung für das Erfüllen eines jeden Gebots (der Korrektur von jedem der 612 Verlangen der Seele) das Gebot (die Handlung selbst) ist, und zwar das Licht des Antlitzes des Schöpfers (die Erfüllung mit Geben und Liebe), das am Anfang seiner Schöpfung vor dem Menschen verborgen wurde.

Denn der Mensch ist dafür erschaffen, (im Bestreben nach der Angleichung an den Schöpfer) zu arbeiten, während er von dem bösen (egoistischen) Trieb beherrscht wird, wenn das Böse in ihm, das sich durch verschiedene (egoistische) Mängel (bezüglich der anderen) äußert, groß ist und er von dem Licht des Lebens (der Eigenschaft des Gebens) entfernt ist.

Das Erfüllen der Gebote jedoch (die Handlung des Gebens an den Nächsten und den Schöpfer) erleuchtet ihn mit (früher) verborgenem Licht, und wenn er alles, was ihm auferlegt wurde, erfüllt (alle 613 unkorrigierten, ursprünglich egoistischen Verlangen korrigiert) hat, wird sich der Mensch (in der Ähnlichkeit mit dem Schöpfer, da Adam von dome/ähnlich stammt) vervollständigen und mit dem Licht des Lebens erleuchtet werden (er wird in der Eigenschaft des Gebens das ewige und vollkommene Dasein, dem Schöpfer ähnlich, spüren).

Ramchal, Da’at T’vunot, Punkt 40

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Ein Wunsch – zwei Absichten

„Und die Kinder stießen sich miteinander in ihrem Leibe“ (Tora, Bereschit, 25:22).

Man spricht hier über die Absichten. Der Schöpfer hat den Wunsch zu genießen geschaffen, wobei in diesem Wunsch in Wirklichkeit keinerlei Veränderungen geschehen.

Um uns zu helfen, sich selbständig zu behaupten, bleibt der Wunsch der Genüsse von uns verborgen. Er wird „in uns“ nur in jenem Maß gezeigt (obwohl wir ihn „vor uns“ empfinden), in welchem wir ihn beherrschen können.

Mit dem Wunsch zurechtzukommen – bedeutet, den „Esau“, d.h. die egoistische Absicht, die von der schlechten Umgebung herbeigerufen wird, durch den „Jakob“, durch die altruistische Absicht, die von der guten Umgebung herbeigerufen wird, zu ersetzen. Unsere Wahl ist die Wahl der Umgebung. Und der Wunsch bleibt derselbe.

Um, sagen wir, 10 Gramm des egoistischen, in mir aufwachenden Wunsches zu korrigieren, benutze ich alle Mitteln, die mir von oben geschickt werden: ich komme aus der schlechten Umgebung heraus in die gute, und stelle mich unter die Einwirkung der Gruppe, der Bücher und des Lehrers, bis sie für mich zum Schöpfer werden.
Mit anderen Worten, ich sehe dahinter die Höhere Kraft und beginne zu verstehen, dass es niemanden, außer dem Schöpfer gibt.

Und dank dieser Umgebung, wenn ich darin den Schöpfer enthülle, korrigiere ich die Absicht. Früher bekam ich etwas, oder gab etwas für das Erhalten zurück.

Jetzt mache ich die Beschränkung (Zimzum) auf die Absicht, und auf den Wunsch, der unter dieser Absicht gilt. Mit Hilfe des Lichtes beginne ich, für das Geben zu geben, und dann für das Geben zu erhalten.

Somit fallen auf einen Wunsch zwei Absichten an: entweder für sich zu bekommen, oder dem Nächsten zu geben. Gerade deshalb wird der Kampf geführt, worin die Umgebung alles entscheidet.

Wer wird in mir aufwachen: Esau oder Jakob? Die Absicht des Erhaltens oder die Absicht des Gebens? Sie kämpfen für einen Wunsch, für einen Menschen, „stoßen sich miteinander“.

Aus dem Unterricht nach dem Artikel von Rabasch, 01.11.2010

 

Kabbala Akademie

 

Diagnose: vollkommenes Zerbrechen

Frage: Wenn unsere gesamte Arbeit darin besteht, den Ort des Zerbrechens zu enthüllen, was fehlt uns dann, um dies zu tun?

Meine Antwort: Du willst dieses Zerbrechen einfach nicht enthüllen! Wozu sollst du auch deinen Neid und deinen Hass enthüllen wollen – es ist viel einfacher und ruhiger, gleichgültig zu bleiben.

Der Mensch spürt, dass die Freunde, die „Nächsten“, quasi nicht existieren. Kabbala definiert den „Nächsten“ als einen Menschen, den ich außerhalb von mir wahrnehme. Ich weiß, dass bei einer richtigen Wahrnehmung der Realität alle in meinem Inneren sein müssen – doch ich empfinde sie außerhalb von mir, weit entfernt und verhasst. Und ich bekomme es mit der Angst zu tun: hasse ich Teile meiner eigenen Seele wirklich so sehr?! Genau das bedeutet, die Kraft des Zerbrechens zu empfinden.

Ich weiß, dass es ein Trugbild ist und will meine verzerrte Sicht korrigieren!

Versuch zu sehen, dass alle Freunde zu dir gehören. Die ganze Welt erkennt bereits ihre Geschlossenheit und gegenseitige Abhängigkeit. Wir kommen zu dieser Erkenntnis jedoch nicht von außen, wegen der fehlenden Wahl, wie das die ganze Welt tut, durch Schläge, welche die Verbindung der Menschen miteinander demonstrieren. Wir gehen durch das Innere und enthüllen auf diese Weise allmählich, dass wir alle zu einem Ganzen gehören und zu einem gemeinsamen System verbunden sind.

Und während ich das alles weiß, schaue ich um mich herum und sehe Menschen, die mir fremd sind! Ich spüre nicht, woran sie denken, was sie wollen! Mehr noch: sie sind mir ganz und gar egal, und ich bin nicht in der Lage, sie alle in meinem Blickfeld zu behalten, geschweige denn in meinem Empfindungsfeld… Keinen von ihnen!

Das heißt, ich begreife, dass es das vollkommene Zerbrechen ist – ich bin an einer furchtbaren Krankheit erkrankt! Denn ich sehe, dass ich vollkommen die Empfindsamkeit verloren habe, die Fähigkeit, alle diese Teile, die mir gehören müssen, wahrzunehmen. Ich zerfalle in Einzelteile wie ein toter Körper. Denn Tod bedeutet, dass die Lebenskraft aus dem Körper gewichen ist und er anfängt, zu Staub zu zerfallen. Ich fühle mich so, als ob meine Arme und Beine sich von mir lösen würden. Das versetzt mich in Schrecken.

All das kann ich durch die Wahrnehmungsorgane sehen und spüren, die sich in mir infolge des Kabbala-Studiums entwickeln und die in Zukunft zu meinen Eigenschaften der Liebe und des Gebens werden sollen.

Die Liebe fängt jedoch damit an, dass wir Hass den Anderen gegenüber in uns enthüllen und beginnen, ihn zu hassen. Und nun enthülle ich diesen Hass – meine Unfähigkeit, den Anderen zu spüren, weil er mir gleichgültig ist. Und es ist sogar noch schlimmer: ich bewerte meinen Erfolg durch ihren Misserfolg. Je schlechter es ihnen geht, desto besser geht es mir. Was für eine verzerrte und verlogene Wahrnehmung, was für eine Blindheit, dass ich so über die Anderen denke!

Rabash führt ein Beispiel mit einem Menschen an, der plötzlich erfährt, dass das Nachbarskind, das ihn genervt hat, in Wirklichkeit sein Sohn ist.

Dieses Bild kann jedoch korrigiert werden, wenn du versuchst, zu sehen, wie alle in der Gruppe gemeinsam danach streben, diese Verzerrung zu korrigieren.

Auszug aus dem Unterricht über den Artikel „Das Wesen der Wissenschaft Kabbala“, 13.02.2011

Und diese Welt verschwindet wie der Rauch…

Auszug aus dem Unterricht №1, in Moskau, 14.01.2011

Frage: Was wird in der Verbindung mit dem Nächsten korrigiert? Ist es das, was ich jetzt an ihm liebe und buchstäblich in der nächsten Sekunde hasse?

Meine Antwort: In der Verbindung mit dem Nächsten wird diese Welt, ihre Empfindung – die Welt der Trennung zerstört. Ich bin ein Egoist, und diese Welt, die uns voneinander trennt, verschwindet aus meinem Bewußtsein, aus meiner Empfindung, wenn ich die richtige Verbindung mit dem Nächsten erreiche.

Denn die Welt ist deine Empfindung, ein Zustand, worin du nur dich selbst fühlst. Wenn du stattdessen beginnst, deinen Nächsten zu empfinden, dann verschwindet diese Welt allmählich. Anstelle dieser Welt beginnst du, die Höhere Welt zu empfinden.

Auszug aus einem Unterricht über den Artikel „Das Vorwort zum Buch Sohar“, 14.01.2011

Die materialistische Psychologie der Liebe

Die Liebe bezieht sich nicht auf unsere Welt. Wenn du gegenüber den anderen die Liebe empfindest, dann bedeutet es, dass deine Seele in dir zu handeln beginnt.

Und jetzt hast du von dieser Seele nur einen zerbrochenen Punkt. Wenn du aus diesem Punkt heraus, die Beziehungen der Liebe zu anderen Menschen aufbaust und einen „Vektor“ der Absicht, eine Bestrebung, die Liebe heißt, schaffst, dann wird diese Absicht zu deiner Seele.

Denn diese Absicht wird auf deinem Wunsch zu genießen aufgebaut, der mittels der Absicht „um des Gebens willen“ korrigiert wurde. Das heißt die Liebe eben.

Wenn du solche Absicht erreichst, dann wirst du schon zu einer spirituellen Persönlichkeit. In dieser Beziehung zu dem anderen Menschen beginnst du, das Licht NARANCHAJ, die höheren Welten und alles was sich zwischen Dir und Ihm befindet zu empfinden.

Es dauert so lange, bis du ihn, wie dich selbst, wie ein Ganzes empfinden wirst. Das bedeutet, dass du die Welt der Unendlichkeit erreicht hast. Denn es bleiben keine Grenzen, keine Beschränkungen mehr. Das bedeutet nämlich die spirituelle Welt.

Zu allem, was geschieht, soll ich mich mit der Liebe verhalten. Aber wenn mich jemand mit dem Messer angreift, was soll ich dann machen? Ich soll auch ein Messer nehmen und ihn mit der Liebe töten… So ist das Gesetz eben. Und wenn zu mir der Lewy – Kassierer der Steuern kommt und sagt, dass ich bezahlen soll, dann bezahle ich auch. In meinem Herzen kann ich über die leere Tasche weinen, aber meine Seele wird sich freuen.

Man muss verstehen, dass unsere Beziehung zum Nächsten auf unserem Wunsch zu genießen und seiner Korrektur für das Geben aufgebaut ist! Wenn ich alle Bedürfnisse eines anderen Menschen nehme und sie erfülle, unter der Benutzung von meinem eigenen Wunsch, dann bedeutet es, dass ich ihn liebe.

Und wenn ich meinen Wunsch beschränke, um dem anderen nicht zu schaden, dann befinde ich mich im Zustand „Des Gebens um des Gebens willen“ (Chafez Chessed), und nicht in der Liebe. Es steht geschrieben: „Was dir verhasst ist, das tue deinem Nächsten nicht an“, es ist eine Prüfung, wie ich mich verhalten soll. Wenn du selbst etwas nicht magst, dann tue es anderen nicht an.

Aber vielleicht liebt er etwas anderes? Das weiß ich nicht, ich prüfe es nur mittels eigener Wünsche. Das ist „die materialistische Psychologie“.

Und die Liebe bleibt auch innerhalb der materialistischen Psychologie. Aber ich fühle den anderen bis zu solchem Ausmaß, dass ich seine Wünsche empfinde. Deshalb nehme ich seine Wünsche und erfülle mich damit, womit ich sie mit Hilfe meiner Wünsche-Möglichkeiten tatsächlich erfüllen kann.

Wenn ich den Nächsten liebe und in mich seine Wünsche einsauge, dann kann ich seine Bitte (МАN) bis zur Welt der Unendlichkeit erheben! Er selbst kann das nicht machen, und ich kann es für ihn tun!

In der Spiritualität kann niemand von uns ein Stück direkt nehmen und in den Mund legen. Nur dann, wenn ich es dir gebe, und du es mir gibst. Und nur unter der Bedingung, dass ich genau weiß, was du willst, und du es von mir auch weißt! Dann kannst du mir dieses Stück in den Mund legen, und ich tue das gleiche für dich. So sind wir verbunden, und keiner von uns kann die Füllung alleine bekommen.

Und das alles soll hier, in dieser Welt geschehen! Das Licht der Unendlichkeit muss sich bis zu dieser Welt erstrecken, wie es geschrieben steht: „Und seine Beine werden auf dem Ölberg stehen“. Die spirituellen Beziehungen werden so sein, dass du auch im Materiellen nicht anders handeln können wirst.

Auszug aus einem Unterricht über den Artikel „Der allgemeine Charakter der Wissenschaft der Kabbala „, 12.01.2011

Vom Mittel – zum Grund

Frage: Was ist die Hilfe des Schöpfers?

Meine Antwort: Wenn der Mensch sich darin bemüht, zur Liebe und zur Einheit über dem Hass und der Abtrennung zu kommen, dann wird er sehen, dass dies unmöglich ist. Alle gut gemeinten Absichten werden sich jedes Mal ins Gegenteil verwandeln.

Anfangs, wird der Mensch fühlen, dass die erfolglosen Bemühungen seine Schuld sind. Dann werden ihm dieselben Bemühungen zeigen, dass der Grund hierfür eine gewisse äußere Kraft ist.

Infolge der neuen Eindrücke wird der Mensch offenbaren, dass es nicht irgendwelche nebensächliche Kraft, sondern die Höhere Macht ist, die ihn auf diese Weise ausrichtet und seine schlechte Beziehung zur Umgebung mittels verschiedener wichtiger Situationen offenbart.

So beginnt der Mensch, den Schöpfer wie den kausalen Faktor des Negativs und des Positivs wahrzunehmen. Es ergibt sich folglich, dass der Schöpfer eine Macht ist, die für die Verbindung der entgegen gesetzten Wahrnehmungen notwendig ist. Ohne Seine Hilfe kann der Mensch in sich diese zwei Eigenschaften nicht vereinen.

Und später zeigt sich sogar das als ungenügend. Dem Menschen reicht es nicht, dass der Schöpfer ihm hilft die Empfindungen zu verbessern und das Leben einzurichten. Bis jetzt war ihm die schlechte Beziehung zu den Nächsten unangenehm, aber jetzt will er alles für die Verbindung mit dem Schöpfer benutzen. Die Verbindung der Gegenteile soll sich im Schöpfer verwirklichen und gerade darin enden.

So steigt der Mensch allmählich die für ihn bestimmte Treppe hinauf. Am Anfang will er seine Kelim ordnen, und später wendet er sich mit ihrer Hilfe an den Schöpfer und findet die richtige Verbindung mit Ihm. Etappenweise zeigt sich im Menschen eine richtige Beziehung zum Geschöpf: vom Mittel zum Grund, von den Bemühungen zur Korrektur der Wünsche, zum Begreifen, warum er gerade das macht, was er damit erreicht.

Denn das Ziel liegt nicht darin, mit der Füllung des Gefäßes zu liebäugeln, sondern darin, dank der Arbeit, die höhere Wurzel zu erreichen. Dann ändert sich deine Beziehung: hinter der Verbindung von Bina und Malchut offenbarst du Keter, die Spitze des Buchstabens Jud (‚), womit auch der Buchstabe Alef (א) anfängt, der unsere Arbeit und den Aufstieg nach der Diagonale symbolisiert.

Auszug aus einem Unterricht über den Artikel von Rabasch „Was heißt, die Leiter ist diagonall, in der spirituellen Arbeit“, 6.01.2011

Kabbalisten zu Tora und Geboten, T.5

Liebe Freunde! Ich bitte euch, Fragen zu diesen Zitaten von großen Kabbalisten zu stellen.

Anmerkungen in Klammern sind von mir [M. Laitman].

Das Wichtigste ist die Arbeit in der Tora und Geboten

Und hier sind die Worte der Weisen, welche die Frage stellten: „Was für einen Unterschied macht es für den Allmächtigen, dass der eine das Vieh vom Halse schlachtet und der andere vom Hinterkopf? Denn die Gebote sind zu nichts anderem gegeben, als nur um durch sie die Geschöpfe (zu verbinden und sie vom Egoismus) zu reinigen“. Und „Reinigung“ bedeutet die Reinigung des schmutzigen (egoistischen) „Körpers“ (Verlangens), was auch der Zweck ist, welcher aus der ganzen Ausführung von Tora und Geboten entspringt.

Baal HaSulam. Gabe der Tora, P.12

Wie die Weisen sagten: „Die Tora und die Gebote wurden zu nichts anderem gegeben, als um durch sie das Volk Israel (jeden der sich nach dem Schöpfer, nach der Eigenschaft des Gebens strebt) zu reinigen (zu vereinen)“.

Und dieses Gebot stellt die „Reinigung des Körpers“ (vom Egoismus) dar, bis der Mensch eine zweite Natur erlangt, die in der Nächstenliebe besteht. Das heißt, ein einziges Gebot – „Liebe deinen Nächsten wie dich selbst“ – ist das Endziel, nach dessen Erreichung der Mensch unmittelbar der Verschmelzung mit dem Schöpfer gewürdigt wird

Baal HaSulam. Gabe der Tora, P.15

Sich im Namen der Freude anzustrengen

Eine Frage, die ich erhielt: Wir sprachen über die Freude von der Füllung, und was ist mit der Freude, die von der Bemühungen für ihre Erreichung empfunden wird?

Meine Antwort: Ich empfinde Hass und die Abtrennung meinem Nächsten gegenüber, und darüber hinaus muß ich die Beziehungen der Liebe aufbauen, um ihn zuerst dadurch anzufüllen und dann mich selbst anzufüllen.

Hierfür strenge ich mich an, und muß über meine eigene Selbstsucht hinaufsteigen. Wenn ich das Licht hervorrufe, das den anderen erfüllen soll, dann verwandle ich meine Selbstsucht in “die Hilfe entgegen”, so dass ich mich anstelle des Erhaltens im Geben bemühe. Für mich ist es die Bemühung; ich muß mich überzeugen, dass es den Sinn hat.

Einerseits genieße ich selbst, weil ich das Höhere Licht durch mich durchführe. Andererseits verschmelze ich mit dem Verlangen, den anderen anzufüllen, und er wird zu meinem Teil, durch den auch ich genieße.

Somit bekomme ich das Licht vom Schöpfer und das Licht, das zu mir in Form der spirituellen Rückkopplung zurückkommt, weil ich den anderen füllen möchte.

Wenn ich es an mich gebunden habe, dann folgte ich dem Gesetz “Liebe deinen Nächsten, wie dich selbst”. Darüber wird gesagt: “Die Gerechten werden zweimal ausgezeichnet “. Sie genießen nicht nur die Füllung ihres eigenen Wunsches, sondern auch die Füllung des Wunsches ihres Nächsten.

Aus dem Programm “Kabbala für die Anfänger”, 28.10.2010

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„Es ist schwierig, Gott zu sein“

Eine Frage, die ich erhielt: Das Vorhaben der Schöpfung ist grandios, und ich bin dieser kleine einfache Mensch, hat mein Gedanke auch eine Bedeutung?

Meine Antwort: Du weißt einfach nicht, wer du bist, weshalb du auch denkst, dass du klein bist und niemanden beeinflussen kannst.

Aber wenn du beginnen wirst, die spirituelle Treppe hinaufzusteigen, dann wirst du sofort entdecken, dass du eine Möglichkeit hast, das ganze Vorhaben der Schöpfung anstelle des Schöpfers zu übernehmen, und sich gegenüber dem ganzen Geschöpf so zu verhalten, als ob du Er wärst.

Sieben Milliarden Menschen, die unendliche Anzahl der Sterne und der kosmischen Objekte, Flora und Fauna und der eine Schöpfer! Du willst an Seiner Stelle sein und sich zu allen genauso wie Er zu verhalten? Bitte! Wenn du bereit bist, Ihn zu ersetzen, dann hast du diese Möglichkeit. Das heißt eben mit Ihm zu verschmelzen, Ihm gleich zu werden. Das heißt es, ein Mensch zu werden.

Deshalb sagen wir, dass der Schöpfer sich mit dem Guten und der Liebe zu den Geschöpfen verhält, und wenn ich wie Er sein möchte, dann soll ich mich genauso wie Er gegenüber den Geschöpfen verhalten.

Deshalb existiert das Gesetz – „Liebe deinen Nächsten, wie dich selbst“. Wenn ich mich gegenüber meinem Nächsten mit der Liebe verhalte, dann gleiche ich mich an den Schöpfer an, befinde mich in der Verschmelzung mit Ihm. Dann erfülle ich dieselbe Handlung, die Er bezüglich der anderen Menschen erfüllt.

Aus dem Programm „Kabbala für die Anfänger“, 21.10.2010

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