Kabbala und der Sinn des Lebens - Michael Laitmans persönlicher Blog

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Schwache Männer und starke Frauen

Frage: Es wird heute viel darüber geredet, dass die Frauen verängstigt, deprimiert usw. sind. Es ist dagegen nicht üblich, darüber zu sprechen, dass der Mann einen ziemlich traurigen Anblick bietet.

Einerseits ist er in der Familie belastet, da er  keine Rolle mehr hat. Andererseits muss er für die Familie sorgen und alles Notwendige beschaffen. Dieses Notwendige hat sich so entwickelt, dass nur wenige Männer diesem Bedürfnis gerecht werden können. Die Krise führt dazu, dass das was ein Mann früher konnte, er heute nicht mehr im Stande ist zu leisten. Infolgedessen fängt er an herumzutoben, zu randalieren, seine Frau zu schlagen usw.

Antwort: Wir befinden uns in einem, von einer Explosion, bedrohten Zustand. Es ist notwendig, dieses Problem auf ganzheitliche und integrale Weise zu lösen: Kurse an Universitäten, im Fernsehen, in Hausgemeinschaften, Kulturhäusern, Abendschulen usw. anzubieten. Das heißt, wir müssen aufklären! Erstens müssen wir die Frauen unterstützen, da durch sie die Aufklärung weitergeleitet wird. Zweitens muss man die gleichen Fragen gezielt mit Männern lösen. Sie muss man „mit Gewalt“ zu den Kursen bringen.

Wir müssen den Menschen von der tierischen Stufe zur Stufe „Mensch“ erheben, denn heute ist er ein trauriger Anblick. Eine Frau ist viel anpassungsfähiger, sie ist fähig und bereit, sich zu verändern, da sie den Mutterinstinkt hat. Sie hat ein starkes Verlangen nach Leben und will sich mit allen Mitteln über Wasser halten. Sie ist grundsätzlich das starke Element. Ein Mann ist im Gegenteil das schwache Wesen und muss sich daher gut organisieren.

Es dürfte weder Schmarotzer noch Faulenzer geben. Wenn ein Mensch nicht arbeitet, dann studiert er. Wenn er arbeitet, sollte er trotzdem zusätzlich studieren,  zum Beispiel an seinem Arbeitsplatz. Wir müssen alle einen Kurs für die integrale Bildung und Erziehung absolvieren, ohne dem wird es nichts. Es sollte zu einem staatlichen Programm werden, selbst wenn eine Geldinvestition erforderlich wäre (ich glaube nicht, dass die Summen groß sein werden). Es wird in jedem Bereich der Gesellschaft einen sofortigen wirtschaftlichen Effekt geben, so dass der Gewinn um ein Vielfaches alle Kosten decken würde.

Das Wichtigste ist, die Menschen unbedingt zum Kommen und zur Teilnahme zu bewegen und nicht damit zu warten. Es muss ganz selbstverständlich von einer breiten Werbung in den Massenmedien begleitet werden. Sie müssen die Methode der integralen Bildung als ein nationales, staatliches Programm bewerben.

Ich denke, dass in Russland, in dem es große Ansprüche auf eine nationale Idee gibt, es durchaus möglich wäre. Im Prinzip bedroht es in keiner Weise die Staatsmächte – sie könnten dabei ruhig weiter regieren, da wir nur über die Erziehung der Gesellschaft sprechen.

Aus dem Gespräch über die integrale Bildung, 28.05.2012

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Gibt es Liebe auf dieser Welt?

Was bedeutet Liebe in unserer materiellen Welt? Es ist die „tierische“, materielle, egoistische Liebe, mit deren Hilfe wir einander genießen.

Die Eltern lieben instinktiv ihre Kinder, und die Kinder lieben instinktiv ihre Eltern – in dem Maße, in dem sie von ihnen das Erwünschte bekommen. Und all das ist von der egoistischen Absicht durchdrungen.

Unterdrücke in einer Mutter den Mutterinstinkt zu ihrem Kind – und sie wird sich ihm gegenüber genauso wie gegenüber allen anderen Kindern verhalten. Soll es selbst vor Hunger sterben, es wird ihr egal sein. Also sind elterliche Gefühle keine Liebe, sondern ein Instinkt.

Die Liebe zwischen den Geschlechtern wird durch Hormone ausgelöst. Führe dem Menschen das entsprechende Mittel zu und du wirst sehen, wie seine Liebe plötzlich verschwindet oder im Gegenteil wie aus dem Nichts erwacht. Hier ist die Rede von der hormonellen Anziehung.

Das gehört alles zur tierischen Stufe, und es gibt hier nichts anderes. Genetiker und Biologen können ausführlich erklären, warum das so ist. Doch wir besingen dieses Gefühl natürlich und schreiben ihm ein spirituelles Wesen zu – aus dem einfachen Grunde, weil wir dadurch am meisten genießen und es dementsprechend in unseren Augen erheben wollen.

Außerdem gibt es maßlose Liebe, die einen großen Schaden mit sich bringt. Denn wenn die Liebe keine Grenzen kennt und der Ehrfurcht beraubt ist, führt sie zum Hass. Wenn mich jemand liebt, muss ich dafür sorgen, dass ich ihm nicht erlaube, mich zu sehr zu lieben, und er selbst muss seinerseits für das Gleiche sorgen. Alles muss das richtige Maß und das richtige Gewicht haben. Wenn die Liebe „ausufert“, annulliert sie mich, und dann beginne ich, den Liebenden zu hassen, ich stoße ihn von mir weg.

Wir sehen das am Beispiel von Eltern und Kindern: die maßlose Liebe zum Kind ruft in ihm Verachtung und Hass hervor. Und nicht das Kind, sondern der Erwachsene, der seine Liebe nicht eingrenzt, trägt die Schuld, er lässt sie sozusagen nicht vom Schirm begleiten. Wir müssen immer das Maß unserer gegenseitigen Beziehung kontrollieren. Nur in der Welt der Unendlichkeit, am Ende der Korrektur werden wir „grenzenlose“ Schirme erwerben können.

Also macht es in unserer Welt keinen Sinn, über die Liebe zu sprechen – wir nutzen lediglich einander wie gewohnt aus. Wir sollten nicht darauf verzichten oder es verachten – denn so ist unser Leben. Die Ehepartner leben zum Beispiel lange Jahre zusammen und kümmern sich umeinander.

Doch man sollte da unterscheiden: Letztendlich mache ich das aus Gewohnheit, die zur zweiten Natur wird, aus dem Verlangen, aus dem egoistischen Drang heraus, der in mir erwacht und dadurch erfüllt wird.

Und in der spirituellen Welt bedeutet Liebe das reine Geben.

Auszug aus dem Unterricht zum Thema Liebe, 04.03.2011