Kabbala und der Sinn des Lebens - Michael Laitmans persönlicher Blog

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Der Ideenmotor

Kongress in Toronto. Lektion 4

Nur indem wir uns um die breite Welt kümmern, werden wir den Ort unserer Einheit ertasten können. Die Vereinigung muss in der Fürsorge für jemanden stattfinden. Genauso fangen die Eheleute in der Fürsorge für ihre Kinder an, sich als Eltern, als Fürsorger zu fühlen.

Aus diesem Grund müssen wir unsere Kraft in die Verbreitung investieren – in eine wechselseitige, richtige und gut organisierte Verbreitung. Wir nutzen Interviews, Videos, Lieder und weiteren Content. Wir müssen ein sich ständig vergrößerndes „Lager an fertigen Produkten“ erschaffen, damit wir notwendige Materialien diesem Lager entnehmen, sie in verschiedene Sprachen übersetzen und in den Umlauf bringen können.

Genau eine solche Fürsorge für die Welt wird uns zu einem Ganzen verbinden. Wir werden eine Verbindung zwischen uns nur herstellen können, um an die anderen zu geben. Das ist das spirituelle Gesetz: ich bin nicht zu einem Kontakt, zum Vorankommen fähig, wenn es kein Geben an jemanden erzeugt. Wir müssen gemeinsam daran arbeiten und uns immer besser organisieren.

Und wartet nicht auf die Initiative seitens des israelischen Zentrums – handelt selbständig. In Israel haben wir im Moment mit unseren eigenen Problemen zu tun, dieser Ort wird zum Brennpunkt der Welt. Also realisiert eigene Ansätze, die an eure Bedingungen angepasst sind.

Denn wir verbreiten nicht die Wissenschaft der Kabbala, sondern das Wissen von dem wahren Zustand der Welt. Wir sollten lediglich korrekte Formen des Herantragens erlernen und sie ständig im Verlauf der Arbeit verbessern. Nur die Verbreitung lässt uns entwickeln.

Die Hauptrichtungen der Arbeit sind das Internet und die Kontakte mit den Wissenschaftlern. Wir nutzen ihre Daten als Stütze und wenden uns nach oben, an die Regierungen, sowie nach unten, an das Volk. Wir treten als „Ideenmotor“ auf, der lebenswichtiges Wissen in der Gesellschaft und im Internet verbreitet.

Virtuelle Verbreitung erfordert keine enormen Investitionen. Wir sollten bei der Materialvorbereitung nicht übertreiben. Das Wichtigste ist, die Ideen an die Menschen heranzutragen. Heutzutage werden Einfachheit und Zugänglichkeit zu den Schlüsselfaktoren. Den Menschen gefällt es, wenn man mit ihnen einfach und sachlich spricht, ohne Spielereien und Spezialeffekte. Lasst es uns gemeinsam und möglichst schnell erlernen.

Auszug aus der vierten Kongresslektion in Toronto, 16.09.2011

Die Stärke der spirituellen Kette hängt von ihrem Widerstand ab

Es gibt keine Trennung zwischen der persönlichen und der gemeinsamen, der Gruppenarbeit – es ist alles eine Arbeit, wenn ich Teile meiner eigenen Seele als fremd und verhasst sehe. Und ich muss diesen ganzen Trug, diesen ganzen Nebel, der mich in die Irre führt und sie in meinen Augen als verhasste Feinde oder zumindest als meine Sklaven erscheinen lässt, überwinden.

Es ist keine einfache Arbeit, denn ich arbeite an meinem spirituellen Gefäß, bis ich es ganz zusammengesetzt und an mich angeschlossen habe. Und das ist nur durch die Kraft der Liebe möglich, die sich über den ganzen Hass und die Abstoßung erhebt, die ich ihnen gegenüber empfinde.

Diese ganze Abstoßung bleibt – als Widerstand in der Kette, dem ich den elektrischen Strom entgegensetze; der Strom und der Widerstand arbeiten zusammen und bewegen den Motor! Gerade infolge dieser Handlung enthüllt sich das Licht – die spirituelle Welt.

Und im Moment existiert zwischen uns ein vollkommener Riss wie in einer unterbrochenen Kette. Es ist noch nicht einmal eine umgekehrte Wirkung. Ich verspüre den anderen gegenüber weder Liebe noch Hass – sie sind mir einfach gleichgültig. Wenn wir aber anfangen zu arbeiten, um uns einander anzunähern, spüren wir, wie der Hass und die Abneigung sich enthüllen.

Erst nach einer schweren Arbeit in der ägyptischen Knechtschaft des eigenen Egoismus gelangen wir von der Stufe Jakobs (aus dem Zustand des Kleinseins) zum Berg Sinai (dem Berg des Hasses). Von diesem Berg des Hasses können wir bereits das Licht, das zur Quelle zurückführt und als „Tora“ bezeichnet wird, empfangen – jetzt haben wir bereits etwas, woran wir arbeiten können.

Derjenige aber, der noch nicht angefangen hat, sich zu verbinden, und sich von den Gefühlen dieser Welt leiten lässt, während er versucht, auf kleinliche Art seine Freunde auszunutzen, wie an jedem anderen Ort, der hat mit seiner Arbeit noch nicht einmal begonnen. Vielleicht versucht er noch nicht einmal, sie auszunutzen, weil er einen so guten Charakter hat, dass er mit allen in Freundschaft leben möchte. Doch für das Vorankommen nützt das nichts.

Denn es steht geschrieben: „Du sollst dein Brot aus der Ferne mitbringen!“ – gerade aus den Trennungen und Abstoßungen. Und hier gibt es keine persönliche oder gemeinsame Arbeit – du musst alle Teile der Realität, die dir fremd vorkommen, an dich anschließen, bis du in der Verbindung dieser Teile enthüllst, dass das gesamte Universum sich in deinem Inneren befindet.

Auszug aus dem Unterricht nach einem Shamati-Artikel, 29.08.2011

Das höhere Programm wartet auf dein Mitwirken

Frage: Wenn der Schöpfer ein Programm unserer Entwicklung hat, wozu sollen wir uns einmischen und versuchen, es zu umgehen?

Meine Antwort: Es gibt ein natürliches Entwicklungsprogramm, genannt „Natur“. In der Natur gibt es einen Motor, der rotiert und die ganze Entwicklung vorantreibt, wir leisten ihm Gehorsam und schreiten so bereits jahrhunderte- und jahrtausendelang voran, auf diese Weise entwickeln wir uns. So geschah es im Laufe der gesamten menschlichen Existenz auf dieser Erde.

Doch im gleichen Programm steht ebenfalls, dass der Mensch sich allmählich bis zu einem solchen Zustand entwickeln soll, in dem er selbst an dessen Arbeit mitwirken kann. Die Kraft, die in der Natur enthalten ist, beeinflusst ständig das Verlangen und entwickelt es. Und in diesem Verlangen entwickelt sie ebenfalls einen Punkt, der aus der Wurzel der Seele hervorgeht.

Und in einem bestimmten Moment beginnt in uns außer dem Verlangen zu genießen auch noch dieser Punkt lauter zu werden. Es kommt die Zeit, in der er beginnt, sich bemerkbar zu machen und von dem Menschen zu verlangen, ihn zu realisieren.

Die Realisierung dieses Punktes verläuft über dem Verlangen, und aus diesem Grund nimmt der Mensch eine gewisse Spaltung in sich wahr und findet sich vor der Wahl wieder: entweder seinem Ego – einem einfachen irdischen Verlangen: Essen, Sex, Familie, Geld, Macht, Wissen – zu folgen oder diesen spirituellen Punkt zu entwickeln und herauszufinden: wer bin ich, wo komme ich her, wo ist die höhere Kraft, wozu lebe ich und was ist der Sinn des Lebens?

Der Punkt im Herzen beginnt, all diese Fragen zu stellen, und versetzt den Menschen in große Verwirrung. Und dann kommt er auf irgendeine Weise zu der Wissenschaft der Kabbala – ebenfalls entsprechend dem Programm! Es gibt im Leben keine Zufälle, alles, was in dieser Welt geschieht, steigt aus der höheren Welt zu uns herab. Und ob du den zweiten Weg gehst oder nicht, ob du alle Möglichkeiten erhältst, um ihn zu realisieren, ist ebenfalls vom Schöpfungsprogramm vorherbestimmt.

Du studierst jetzt nicht, weil du diese Wahl selbst getroffen hast. Es gab einfach Kräfte, die auf dich eingewirkt und dir zu verstehen gegeben haben, dass es sich lohnt, dies zu tun. Deine Freiheit beginnt erst dort, wo du direkt vor der Wahl stehst, dich einer kabbalistischen Gruppe anzuschließen oder nicht, oder sogar noch tiefer im Inneren – ob du bereit bist, auf deinen Egoismus zu verzichten, um dich ihr anzuschließen, oder nicht.

Die Wahl liegt nur zwischen zwei Verlangen: dem Verlangen, das auf sich selbst gerichtet ist, oder dem Verlangen, das von mir weg und nach außen gerichtet ist. Hier triffst du wirklich eine Wahl. Das Verlangen, welches auf sich selbst gerichtet ist, wird als ACHaP, der untere Teil des Parzuf, bezeichnet. Das Verlangen, welches nach außen gerichtet ist, bezeichnet man als Galgalta we Ejnaim, den oberen Teil des Parzuf. Und in der Mitte befindet sich ein Gebiet, genannt Klipat Noga, wo du scheinbar Entscheidungen triffst.

Auch hier kommt die Frage auf, worauf deine Entscheidungen basieren und wie du von oben beeinflusst wirst, damit du dich so und nicht anders entscheidest.

Und in demselben Programm steht fest, dass wir Kabbala überall auf der Welt verbreiten müssen. Anderenfalls kommt die Welt nicht zur Korrektur, denn sie handelt nur entsprechend einem natürlichen Entwicklungsprogramm wie alle anderen Ebenen der Natur. Wir müssen alle diese Ebenen richtig benutzen: den Rest der Menschheit sowie die tierische, die pflanzliche und die unbelebte Natur – in Gedanken, in Handlungen, in der Absicht, um sie an uns anzuschließen und gemeinsam mit der ganzen Schöpfung von der Stufe dieser Welt zur Stufe der höheren Welt aufzusteigen.

Auszug aus dem Unterricht nach dem Artikel „Zusammenfassende Einführung (Pticha kolelet)“, 27.05.2011

Morgendämmerung

Frage: Was ist ein Gebet?

Antwort: Der Schöpfer hat nur das Verlangen nach dem Empfangen von Genuss erschaffen. Verlangen, die durch den inneren Motor, der in mir ein Verlangen nach dem anderen aktiviert, erzeugt werden, können sich automatisch durch die Verwirklichung der Reshimot (Informations-Gene) entfalten. Ein Gebet ist methodische Arbeit an einem Verlangen, das sich in einem Menschen entfaltet.

Jedes Verlangen oder Reshimo besteht aus 613 (Taryag) Verlangen. Diese 613 Verlangen malen durch ihr Auftauchen für mich das Bild von der Welt: In jedem Augenblick neuer Verlangen entdecke ich einen neuen Rahmen der Wirklichkeit, eine neue Welt.

Doch ich selbst kann mir wünschen, an meinen sich ständig entfaltenden Verlangen zu arbeiten, in mir die Entwicklung neuer Reshimot zu beschleunigen; zu lenken, wie sie sich entfalten sollen und meiner Entwicklung nicht erlauben, dass sie zufällig stattfindet. Ich kann mich auf das Auftauchen neuer Verlangen freuen, um an ihnen zu arbeiten, rechtfertige in jedem Augenblick den Schöpfer, schreite in der Verschmelzung mit Ihm voran und erkenne die Notwendigkeit und den Zweck jedes Zustandes. Solche Arbeit mit Verlangen wird als ein Gebet betrachtet. Ein Gebet ist die Arbeit im Herzen und das Herz ist die Summe aller Verlangen eines Menschen. Deshalb wird die Arbeit mit unseren Verlangen als Gebet betrachtet. Darum steht geschrieben: „Man soll den ganzen Tag beten!“ was bedeutet, dass man einen Menschen ständig mit seinen oder ihren Verlangen, sich selbst zur Korrekturen motivierend, arbeiten lassen sollte.

Das unterscheidet sich in radikaler Weise von der Meinung der Massen, die denken, dass sie spirituelle Handlungen oder irgendetwas durchführen, wenn sie ein Gebet aus einem Gebetsbuch lesen. Unsere gesamte Geschichte zeigt uns, wie sinnlos und wie wertlos diese Interpretation des „Gebets“ ist. Es sind lediglich äußere Handlungen, die während der Vorbereitung zur wahren spirituellen Arbeit während des Kabbala Studiums, an uns selbst durchgeführt werden. Nur dann wird die auf die eigene Korrektur ausgerichtete Arbeit als die „Arbeit des Schöpfers“ betrachtet, weil sie von Seinem Licht – Or Makif – getan wird.

Authentische Arbeit liegt in beschleunigten Verlangen. Ich möchte, dass sie sich in mir so schnell wie möglich entfalten, nachdem ich mich selbst und die Umgebung vorbereitet habe: den Lehrer, die kabbalistischen Texte und die Gruppe. So werde ich immer bereit sein und meine eigene Entwicklung einleiten; ich rufe selbst die Morgendämmerung hervor. Es ist Morgendämmerung, denn jedes Verlangen entfaltet sich in mir als eine dunkle Leere, während ich es sofort ins Licht bringe.

Daher ist ein Gebet unsere ganze Arbeit und es gibt nichts außer der Arbeit mit den Verlangen.

Aus dem 2. Teil des Täglichen Kabbala Unterrichtes, 13.03.2011, Das Buch Sohar

Was fordert die Natur von uns?

Frage: In unserer Welt gibt es viele Arten von Vereinigung. Welche Vereinigung fordert die Natur von uns?

Antwort: Die Natur fordert von uns, als ein Mann mit einem Herzen vereint zu sein, ein ganzes, globales, integrales Sytem, genau wie die Natur selbst.

Sie möchte, dass wir einander fühlen, die Bedürfnisse eines jeden in Gedanken und Verlangen fühlen und jeden mit dem versorgen was er oder sie möchte oder was ihnen fehlt. Sie möchte, dass wir jeden in kollektiver Einheit unterstützen.

Das wirft viele Fragen auf, doch letztlich ist es das, was die Natur von uns fordert. Die Natur möchte, dass wir ihr gleichen: eins sind. Schließlich ist sie selbst ein vereintes System.

In diesem System sollen wir kein Teil sein, der alle anderen stört, der aus der allgemeinen Perfektion heraus fällt und mit seiner Verdorbenheit auffällt. Wir sollen kein Krebsgeschwür sein, dass einen bei lebendigem Leibe auffrisst oder eine gebrochene Vorrichtung, die den Motor dazu bringt, abzuschalten oder zur Überhitzung führt. Wir müssen uns selbst in Übereinstimmung mit der Natur bringen, sodass wir uns in gleicher Geschwindigkeit mit ihr korrigieren können.

Aus dem 4. Teil des Täglichen Kabbala Unterrichtes, 16.03.2011, über die Prinzipien globaler Erziehung

Die ersten Versuche

Frage: Je mehr Anstrengungen für den Erfolg der Gruppe wir unternehmen, desto mehr fühlen wir, dass wir für unseren Egoismus arbeiten…

Meine Antwort: Wir sollten uns darüber freuen, denn das ist die Enthüllung des Bösen. Ohne dass wir das Böse enthüllt haben, werden wir das Gute nicht erreichen können.

Ich sehe also, dass ich aus meinen Handlungen für die Gruppe letztendlich nur den eigenen Nutzen ziehen will. Was soll ich denn weiter tun?

Es ist so, dass allein dieser „Punkt der Offenbarung“ nicht ausreicht, damit kann ich nichts anfangen. Meine Handlung muss eine Richtung, einen Vektor haben. Anderenfalls bleibt meine innere Kraft bloß ein Potential, ähnlich einem abgedrosselten Motor, selbst wenn es ein guter Motor von 200 Pferdekräften ist – doch wie geht es weiter?

Ich muss mein Verlangen „starten“, es auf eine bestimmte Handlung ausrichten. Das bedeutet, dass ich zwei Punkte habe, aus denen der Vektor eben erstellt wird. Diese Ausrichtung wird meiner Kraft durch den Verstand gegeben. Das ist der Grund, warum Kraft und Verstand gut „zusammen arbeiten“ können. Das ist eine Gesetzmäßigkeit.

Obwohl ich also an meiner Einstellung gegenüber der Gruppe verzweifelt bin, erschafft es noch keine Möglichkeit zum Handeln. Nun muss ich meinen Zustand mit dem Ziel verbinden.

Gerade habe ich gespürt, dass ich mir selbst zuwider bin. In meinen Handlungen bzw. in einer meiner Handlungen ist der Egoismus zum Vorschein gekommen: das habe ich für mich selbst getan, ich konnte es nicht auf die Freunde richten.

Als erstes sollte man daran denken, dass es niemanden außer Ihm gibt. Es liegt nicht daran, dass es mir nicht gelungen ist, sondern daran, dass der Schöpfer diese Situation und deren Analyse für mich erschaffen hat. Es stellt sich heraus, dass ich wegen meines Egoismus nichts tun konnte, weil der Schöpfer mir etwas beibringen, mir zeigen wollte, dass ich mich in der Gewalt des Egos befinde.

Was soll ich nun tun? Wozu wollte Er, dass ich das spüre? Damit ich dadurch die Wichtigkeit des Ziels erkenne – der Eigenschaft des Gebens, die dem, was mir gerade enthüllt wurde, entgegengesetzt ist.

Woher nehme ich denn diese Wichtigkeit? Eben aus diesem Zustand heraus. Denn es gibt kein Licht ohne Kli. Im Vergleich zu was nehme ich mich als böse wahr? Im Vergleich dazu, wie ich das Geben verstehe, indem ich mir vorstelle, dass ich besser vorgehen und mich gegenüber den Freunden anders verhalten könnte.

Das sind bereits zwei Punkte!

Wie kann ich mich nun von dem Punkt der eigenen Erbärmlichkeit und Widerwärtigkeit zum Punkt des Gebens bewegen? Was fehlt mir? Mir fehlt die Kraft. Eben danach muss ich verlangen.

Doch auch das ist noch nicht alles. Wozu soll ich danach verlangen? Um mich selbst zu umschmeicheln? Um keine Abstoßung mehr mir selbst gegenüber zu empfinden? Denn mein Egoismus leidet aufgrund der jüngsten „Offenbarung“. Dann bin ich also nach wie vor ein Egoist, nur nach einer weiteren Windung, auf der nächsten Stufe der Selbstverliebtheit.

Nein, ich will nicht, dass meine Arbeit oder deren Ergebnisse den eigenen Nutzen verfolgen. Ich will eine solche Handlung vollziehen, in der ich den Genuss für den Schöpfer enthülle. Er korrigiert mich, und ich will, dass es Ihm Genuss bereitet.

Dadurch versuche ich, noch ein Stück vorwärts zu kommen, und noch ein bisschen, so weit es geht. So sehen meine ersten Versuche aus, die ich buchstäblich „durchkauen“, auf der Zunge „zergehen lassen“, und um es noch genauer zu sagen – mit den Zähnen „zermahlen“ muss.

Auszug aus dem Unterricht nach einem Artikel von Rabash, 28.02.2011

Der Motor des inneren Brennens

Eine Frage, die ich erhielt: Die Korrektur in uns und das Streben dazu stammen von uns. Heute verbringen wir den Tag der Einheit, und am 28. Januar 2011 werden die Kongresse in Berlin und in San Francisco stattfinden. Wozu verpflichten sie uns?

Meine Antwort: Wir müssen offenbaren, dass wir die Zahnräder sind, die im einheitlichen Mechanismus unter dem Titel „Die Weltweite Bewegung Bnej Baruch“ verbunden sind, und dass wir in die Kupplung mit der ganzen Welt treten.

Stellen Sie sich vor, wie mächtig unser Motor sein soll muss, damit alle zusammen in eine Richtung, in einer Absicht, mit dem einheitlichen Luftzug, voranschreiten, damit wir die ganze Welt an „den drehenden Motor“, an die Bewegung zur Einheit anschließen können.

Die Kraft soll muss so stark sein, dass die zusätzliche Belastung uns nicht aufhalten kann. Wir sollen eben danach streben.

Auszug aus einem Unterricht nach dem Artikel „Frieden in der Welt“, 26.12.2010

Koste die zukünftige Welt heute noch

Wir können uns noch nicht einmal vorstellen, wie wir leben würden, wenn wir uns einfach als Tiere wahrnehmen würden.Doch die Menschheit hat die Religion/den Glauben, der ihr hilft, ihren Egoismus ein wenig zu zügeln. Und alle diese Glaubensrichtungen basieren auf einem Gedanken – auf dem Gedanken an die Existenz des Lebens nach dem Tod. Doch die Wissenschaft der Kabbala sieht es nicht so. Es gibt einen Zustand, in dem wir jetzt existieren und der „Tod“ heißt, und es gibt einen anderen Zustand, der „Leben“ heißt. Nun die Frage: also ergibt sich daraus, dass mein Dasein in dieser Welt einmalig ist und danach nichts übrig bleibt? Doch was kann zurückkehren? Was hast du, was zurückgekehrt werden könnte? Der Körper ist tot und hat die Kraft verloren, die ihn sich bewegen lies, als ob der Motor plötzlich stehengeblieben wäre… Nun die Frage: Wo ist nun diese Kraft hingekommen? Denkst du, sie ist irgendwohin zurückgekehrt, nach oben, zu „ihrem Platz“? Nein, die Moleküle haben einfach aufgehört, zu funktionieren. Gab es an denen etwa irgendwas Spirituelles? Woher habt ihr auf einmal solche Phantasien? Doch das ist der Glaube, von dem die ganze Welt lebt – zumindest gibt es einen Trost, dass es auch nach dem Tod etwas gibt. Doch warum steht es in den kabbalistischen Büchern geschrieben, dass, wenn wir uns in diesem Leben nicht korrigieren, wir wieder in diese Welt zurückkehren und so immer wieder geboren werden? Es ist wirklich so, man muss nur klären, was das bedeutet! Der Glaube bedeutet in der Kabbala die Erkenntnis – die spirituelle Welt zu sehen und zu fühlen, wie es geschrieben steht: „Kostet und sehet, dass der Schöpfer gut ist“. Ich „schmecke“ Ihn ab, mit allen Sinnesorganen, so dass „alle Knochen sprechen werden“! Das ist kein Glaube, das ist die realste Empfindung, die es nur geben könnte.

Aus dem Unterricht nach dem Artikel „Körper und Seele“ vom 25.11.2010

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Wir wollen das Licht!

Wir befinden uns in dieser Welt in einem besonderen Zustand, der durch die Ausbreitung von Licht von oben nach unten geschaffen wurde. Mit dem Licht wurde alle Gefäße-Wünsche geschaffen, und wir – sind ein Teil von dieser ganzen Wirklichkeit, der einzige Teil, der über eine Wahlfreiheit in diesem Zustand und die ganze Natur, die ganze Schöpfung, zu verändern verfügt.

Die ganze Natur wurde uns so gegeben, damit wir sie benutzen können und um sich bis zur Höhe des Schöpfers erheben zu können. Deshalb haben wir auf nichts mehr zu warten von oben, und wenn wir uns verspäten, jene Etappen, die sich schon hätten ändern sollten umzusetzen, empfinden wir sie als Leiden.

Der Druck von der Seite der Natur wächst ständig, denn die Natur hat einen besonderen Motor der Entwicklung, nämlich die verschiedenen Lichter, die konstant von oben kommen und sich mit immer größerer Kraft manifestieren, indem sie sich in uns immer größere spirituelle Gene, Reschimot erwecken. Denn die Korrektur beginnt von leichteren zu den schwierigen.

Aber wenn wir uns verspäten und die heute in uns erweckten Reschimot nicht korrigieren, haben wir morgen schon Schulden angesammelt und die Verspätung, das Delta vergrößert sich auf zwei Reschimot, den heutigen und gestrigen. Morgen ist die Verspätung schon dreifach und durch Multiplikation der noch nicht korrigierten Reschimot empfinden wir die Leiden, einen Unterschied zwischen sich und dem Licht.

Und anstatt diese Kluft zu überwältigen und sich dem Licht anzugleichen, ein System mit ihm zu werden, es zu verstehen, sich damit zu erfüllen, sodass wir Teil an all seinen Handlungen sind, handeln wir ihm entgegen und vergrößern unsere Gegensätzlichkeit immer mehr.

Gerade dieses Empfinden der Gegensätzlichkeit empfinden wir dann als Leiden, denn unser Verlangen möchte genießen, es will Licht! Obwohl wir uns nicht bewusst sind was wir wollen, aber wir wollen etwas, was uns notwendig ist, und wir bekommen es nicht. Das wird wie Leiden aller Arten empfunden.

Aus einem Unterricht über den Artikel „Die Lehre der Kabbala und ihr Wesen“, 18.10.2010

Ein Seelenlego: Do it yourself

Eine Frage, die ich erhielt: Was bedeutet, während dem Lesens des Sohars an die Vereinigung zu denken, um mit der gesamten Gruppe das „Jam Suf“ (Schilfmeer, wörtl. Endmeer) zu durchqueren und in die spirituelle Welt einzutreten?
Meine Antwort: Der Sohar erzählt davon, was von der Seite der spirituellen Gefäße (Kelim), dem Verlangen geschieht, d.h. von allen möglichen Arten der Verbindung, und beschreibt nicht das Bild von der Seite des Lichts.
Es gibt kabbalistische Bücher, die Beschreibungen von der Seite des Lichts enthalten: wie verschiedene Lichter kommen und wie sie sich ausdehnen. Es ist so, als ob uns erzählt würde, was auf irgendeinem Bild gemalt ist.
Eine Beschreibung von der Seite der Verlangen zu liefern, bedeutet nicht, zu erklären, was gemalt ist, sondern auf welche Art und Weise dieses Bild gemalt werden kann. Welche Farben genommen, wie sie miteinander vermischt und auf die Leinwand aufgetragen, welche Technik und welcher Pinsel benutzt werden müssen.
Das spirituelle Bild wird also nicht einfach so erschaffen, indem ich alles male, wonach mir ist, wie von der Seite des Lichts.
Nein, zuerst muss alles wie nach einem Lineal markiert und mit Hilfe von unterschiedlichen „Zeichengeräten“ (Kelim) berechnet werden. Denn es kommt von der Seite der Verlangen, der spirituellen Gefäße, und es bedarf vor allem deren gründlicher Vorbereitung.
In einer solchen Art spricht der Sohar, die ganze „praktische“ Kabbala, welche von der Seite der Geschöpfe kommt. Welche Tiefe des Verlangens (Awiut), welche Schirme, welche Handlungen, die damit möglich sind, benötigt werden, und was im Endeffekt enthüllt wird. Wir müssen von dieser Beschreibung Gebrauch machen und dieses Bild selbst malen, und es nicht einfach so genießen.
Wenn wir uns in solchen Zuständen bereits befinden würden, würden wir das Bild auf eine andere Art und Weise genießen können und wir würden lesen und Erklärungen zu einem Bild erhalten, welches wir bereits selbst sehen können.
Doch solange wir uns noch nicht vom Bild selbst beeindrucken lassen können, kommen wir von der Seite der Verlangen und lernen, dieses Bild zu malen. Der Sohar enthüllt uns Schritt für Schritt, wozu wir gelangen müssen, und gibt uns Werkzeuge in die Hand, mit deren Hilfe wir dieses Gemälde erschaffen müssen.
Dieses Bild erschaffen wir innerhalb der Gruppe, in der Verbindung zwischen uns, und alle Namen, Linien, und jegliche Objekte bedeuten lediglich verschiedene Arten der Verbindung von Verlangen untereinander.
Wenn du sie miteinander verbindest, wenigstens eine anfängliche, minimale Verbindung erschaffst, wirst du bereits die erste spirituelle Stufe erreichen, und das Bild wird sich enthüllen. Für uns ist es wichtig, zu verstehen, wie das Ganze funktioniert, wie alles miteinander verbunden werden soll, damit sich das System in Bewegung setzt!
Es ist so, als ob du eine Maschine zusammenbaust, alle Teile miteinander verbinden, die Stromversorgung anschließen, Benzin, Öl, Wasser einfüllen, und den Zusammenbau abschließen, und danach die Zündung aktivieren würdest und somit der Motor anspringen würde! Genau dieses Ergebnis muss von uns erreicht werden!
Aus dem Sohar-Unterricht vom 27.10.2010

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